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Diskutiere im Thema Gesetzlicher Betreuer im Forum Hilfe durch Behörden/Institutionen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #41
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.870

    AW: Gesetzlicher Betreuer

    Hmm? Und wenn sich der Betreute strafbar machen würde?

  2. #42
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Gesetzlicher Betreuer

    Dann müsste klar und nachweisbar sein, dass der Betreute wirklich eine Straftat plant, um handeln oder was verbieten zu können. Ist dann Gefahr im Verzug, muss der gesetzliche Betreuer natürlich handeln. Ohne Dringlichkeit gibt es Gerichte, die über Einschränkungen entscheiden können

    Und ich bin mir ziemlich sicher, dass in solchen Fällen auch ein Einwilligungsvorbehalt vom Richter verhängt würde.

    Wobei der Einwilligungsvorbehalt selbst übrigens menschenrechtlich schwierig ist, weil er kurz gefasst jemandem nur aufgrund seiner "Behinderung" Rechte entzieht.

  3. #43
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.715

    AW: Gesetzlicher Betreuer

    Ein Einwilligungsvorbehalt wird nicht beschlossen, um eine Straftat zu verhindern. Sondern ausschließlich zum Schutz des oder der Betreuten.

    Dem oder der Betreuten werden auch nicht nur aufgrund seiner "Behinderung" Rechte entzogen, sondern nur wenn die Behinderung zur Folge hat, dass sich der oder die Betreute massiv selbst schädigt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Einwilligungsvorbehalt

  4. #44
    Nicht die Mama

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 367

    AW: Gesetzlicher Betreuer

    Schakalrider schreibt:
    nein Handy kosten muss ich selber tragen das ist es ja, deshalb ist das ja so wenig und weil noch 3 euro konto gebühren drauf zu kommen
    Heißt Du zahlst 50€ jeden Monat "nur" fürs Handy?

  5. #45
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Gesetzlicher Betreuer

    Da ich weiß, dass es nicht so einfach ist, meine ich ja extra "kurz gefasst"
    Hier eine ausführlichere Schilderung des DIMI:

    82. Dennoch stellen sich vor dem Hintergrund der UN-BRK, insbesondere aber der Allgemeinen Bemerkung Nr. 1 des CRPD-Ausschusses, rechtliche Fragen. So bestehen Widersprüche beziehungsweise schwer auflösbare Spannungsmomente zwischen dem Ansatz der UN-BRK, wie er vom CRPD-Ausschuss dargestellt wird, und den bestehenden Regelungen des Vertragsstaats. Dies betrifft beispielsweise (a) die Bestellung einer Betreuung gegen den natürlichen Willen (in Abgrenzung zum „freien“ Willen) der Person (§ 1896 Abs. 1a) BGB), (b) den gesetzlichen Begriff des Wohls – soweit er den Willen und die Präferenzen zu überwinden vermag (§ 1901 Abs. 2 BGB), (c) den Einwilligungsvorbehalt (§ 1903 BGB). 83.

    Die Monitoring-Stelle regt an, dass der CRPD-Ausschuss dem Vertragsstaat (Bund) empfiehlt, Recht und Praxis der gesetzlichen Betreuung einer systematischen Prüfung zu unterziehen; in praktischer Hinsicht ist die Komponente der unterstützten Entscheidung, die in Recht und Praxis im Vertragsstaat angelegt ist, mit geeigneten Maßnahmen (etwa Rechtstatsachenforschung, Daten und Statistiken, Statistiken, Modell-Projekten zu Unterstützung und für Berufsgruppen) zu stärken und weiterzuentwickeln.
    Deutsches Institut für Menschenrechte, Parallelbericht an den UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderung
    https://www.google.de/url?sa=t&sourc...iu8VU-N27ezqJQ

  6. #46
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Gesetzlicher Betreuer

    Schliesst eine richterliche Anordnung für die Betreuung in finanziellen Dingen einen Einwilligungsvorbehalt nicht mit ein? Ansonsten wäre es doch "nur" eine Hilfe zum Leben. Oder?
    Ich dachte genau deswegen wird eine Betreuung richterlich angeordnet, weil diese eben eine gewisse "Entscheidungsgewalt" haben soll.

  7. #47
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Gesetzlicher Betreuer

    Nein, ein Einwilligungsvorbehalt muss zusätzlich angeordnet werden. Soweit ich weiß - bin mir aber nicht ganz sicher - kann der auch in anderen Bereich als Finanzen (Aufenthalt oder Gesundheit) angeordnet werden.

    Der Betreuer braucht auch eine zusätzliche richterliche Genehmigung zum Öffnen der Post.

    Ergänzung:

    Ein gesetzlicher Betreuer soll "nur" eine Hilfe zum Leben sein und daher nur die nötigsten Befugnisse haben, was mit einem pauschalen Einwilligungsvorbehalt nicht mehr erreicht wird.

    Bsp: Ein hochintelligenter Mensch hat schwere körperliche Einschränkungen, die es ihm nur sehr schwer ermöglichen, Bankbesuche o.ä. Termine wahrzunehmen. Damit beauftragt er dann seinen Betreuer zur Unterstützung. Einen Grund zu einer Entrechtung besteht aber nicht, da er seine Handlungen vollumfänglich überblicken kann
    Geändert von oracle.kid ( 8.01.2017 um 16:42 Uhr)

  8. #48
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.728

    AW: Gesetzlicher Betreuer

    Hallo, ich habe auch mal eine Frage?
    Mein Sohn und ich werden ja vom gleichen Verein für psychisch Kranke betreut und dürfen nicht wechseln.
    Nun habe ich das Gefühl, da meine Helferin letzens sagte, für meinen Sohn wäre eine gesetzliche Betreuung anzuraten.
    Sogar bei mir hatten der Leiter dieses Vereins und die Leiterin der Diakonie (hatte ein Gespräch mit den beiden, da ich zur Diakonie wechseln möchte) sogar für mich eine gesetzliche Betreuung angeraten. Und zwar deshalb, weil ich immer von meinen Papieren rede, die ich nicht alleine in Ordnung bekomme, d.h. aber nicht, das ich nicht durchblicke oder meine Rechnungen oder anderes nicht im Blick habe oder zahle.

    Bezüglich meines Sohnes der alleine wohnt, habe ich als er im Krankenhaus war alle Post mitgenommen die noch bei ihm lag und sortiert und auch Briefe geschrieben. Da ich selber mal im Büro gearbeitet habe (früher beim Finanzgericht) bemerke ich, da mir das sogar Spaß macht und ich das gerne mache. (nur nicht bei mir selber).

    Regelmäßig gehe ich zu einer Sozialberatung und dieser Mann kennt mich schon lange und rät dringend von einer gesetzlichen Betreuung ab, da er erkennt, das ich meine Sachen und die meines Sohnes sehr gut selber erledigen kann und fremde gar nicht richtig durchblicken (da wir es mit sehr vielen verschiedenen Sachen wie Halbwaisenrente, Bafög, Kindergeld, Wohngeld, Jobcenter usw. ) zu tun haben. Ich habe all diese Sachen im Kopf und normalerweise weiß ich was wann und wie zu tun ist oder zu beantragen.

    Dieser Herr kennt mich jetzt schon lange und er ist der einzige, der alles erfassen kann, wenn ich ihm die Sachen erzähle. Das ist selten. Die meisten schalten schon ab oder halten mich für verrückt, wenn ich erklären will, warum wir nicht mehr familienversichert sind (meine Söhne und ich) und warum wir uns dadurch schlechter stehen.

    Meine Frage ist, was würde den ein gesetzlicher Betreuer bezüglich meines Sohnes anderes machen und würde er den alles durchblicken und wissen wann man was rechtzeitig beantragen muß oder wo man welchen Bescheid hinsendet oder ein Attest des Arztes. Könnte er die Schulden regulieren oder sogar verringern?

    Wieviel bekommt ein gesetzlicher Betreuer und wenn das von dem gleichen Verein eine Person ist, von dem Verein wir jetzt betreut werden, dann habe ich ein ganz ganz schlechtes Gefühl. Was bleibt meinem Sohn dann zum Leben? Würde so ein Betreuer sich den einsetzen, das Medikamente oder die Brille oder Schulbücher oder sonstiges bezahlt wird, was mein Sohn jetzt finanziell nicht kann.

    Ich habe gelesen, das ich als Verwandte auch teilweise Sachen übernehmen kann und dafür gibt es sogar eine Aufwandspauschale.

    Wenn ich nachfrage bekomme ich keine vernünftigen oder gar keine Antworten. Nur beim letzten Besuch meiner Helferin von diesem Verein wurde sie sehr schroff und hat noch nicht mal verstanden, das mein Sohn wenn er schwere Depressionen hat aus dem Haus gehen kann. Dann hat er sich was zu Essen bestellt und solche Dinge würde ich in Zukunft auch in die Hand nehmen. Dann würde ich organisieren, das ich einkaufen gehe und ihm was bringe. Sie hat sogar den Kopf geschüttelt und eine blöde Bemerkung gemacht. Wie kann ich einem Verein vertreuen, der noch nicht mal weiß, das man mit schweren Depressionen nicht aus dem Haus gehen kann.

    Sorry jetzt habe ich soviel geschrieben, doch ich hoffe das mir einer sagen kann, was genau der gesetzliche Betreuer anders macht oder besser oder wie das überhaupt funktioniert. Bisher habe ich im Bekanntenkreis nur schlechtes davon gehört. Ich bin ja fit, nur habe ADS und immer Unordnung mit den Papieren, doch finden tue ich alles, es dauert nur länger wegen dem Suchen..

    Gruß Paula

  9. #49
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.870

    AW: Gesetzlicher Betreuer

    Unabhängig davon, ob ein Betreuer das könnte oder nicht, würde ich dir persönlich davon abraten.

    Du selbst bist viel zu engagiert, als dass du zusehen könntest, dass es ein Betreuer vielleicht nicht besser oder schlechter, aber sicherlich doch noch anders macht. Dann wäre aber der Betreuer für deinen Sohn zuständig und du könntest ihm, wenn er es möchte maximal zuarbeiten. Ob er das aber möchte, das kann dir keiner garantieren.


    (Die männliche Form darf hier natürlich frei gegen die weibliche Form getauscht werden. )

  10. #50
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.902

    AW: Gesetzlicher Betreuer

    oracle.kid schreibt:
    Nein, ein Einwilligungsvorbehalt muss zusätzlich angeordnet werden. Soweit ich weiß - bin mir aber nicht ganz sicher - kann der auch in anderen Bereich als Finanzen (Aufenthalt oder Gesundheit) angeordnet werden.

    .......

    Bsp: Ein hochintelligenter Mensch hat schwere körperliche Einschränkungen, die es ihm nur sehr schwer ermöglichen, Bankbesuche o.ä. Termine wahrzunehmen. Damit beauftragt er dann seinen Betreuer zur Unterstützung. Einen Grund zu einer Entrechtung besteht aber nicht, da er seine Handlungen vollumfänglich überblicken kann
    Korrekt. Gesetzliche Betreuung kann in allen relevanten Bereichen,wie Finanzen,Vertretung gegenüber Ämtern und Behörden,Gesundheitssorge,Auf enthalt und Wohnen, mit und ohne Einwilligungsvorbehalt eingerichtet werden.

    Sie darf auch vom gehandicapten Menschen selbst beantragt,nicht nur über dessen Kopf hinweg als ultima ratio von richterlicher Seite eingesetzt werden.

    @Paula:

    Wenn Du wirklich alles weitestgehend im Blick hast,würde ich persönlich auch eher abraten,da es hier dann in der Praxis darum geht,die betreffenden Lebensbereiche mehr oder weniger komplett aus der Hand zu geben und wenn man das nicht MUSS,weiß ich nicht,weshalb man sollte.

    Grundsätzlich hat ein guter Betreuer dann aber auch alles im Blick. Er kann und wird,den Bereich der Finanzen betreffend,auch entsprechende Schritte einleiten. Er darf beispielsweise eine Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung in Gang bringen,oder mit Gläubigern Ratenzahlungen vereinbaren etcpp. Vorausgesetzt er ist für den Bereich auch eingesetzt,natürlich.

    Er oder sie braucht dringend vollständigen Zugang zu allen Informationen,Papierkram,Korre spondenz usw. Von dem Punkt aus würde er/sie sich das Ganze selbstständig erschließen.

    Ganz wichtig:

    Bei der Betreuungsstelle im Vorfeld beraten lassen und bei der Vorstellung bereits darauf achten,dass “die Chemie stimmt“,ihr gut miteinander reden könnt. Nötigenfalls Wechsel beantragen.

    Wenn Du freiwillig in Betreuung gehst,ist das auch nicht so schwierig,weil Dir nicht erstmal “jemand aufgedrückt“,sondern erstmal nur vorgeschlagen wird.

    Dasselbe “Prinzip Mund Auf!“ gilt natürlich ebenso für den Fall,das während des Betreuungszeitraumes irgendetwas mal nicht so gut läuft,was wir nicht hoffen wollen!

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