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Diskutiere im Thema Alternative zum Berufsförderungswerk ? Beratung ? im Forum Hilfe durch Behörden/Institutionen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    Daumen runter Alternative zum Berufsförderungswerk ? Beratung ?

    Moin,

    ich bin gerade in einem Berufsförderungswerk und mache den 4. Anlauf zu einer Ausbildung.
    Obwohl ich das Berufsbild "ungünstig" fand und meine Ärzte davon abgeraten haben, hat mir das Amt
    leider keine Wahl gelassen.

    Das Ganze ging eine zeitlang gut und jetzt bin ich wieder komplett durch.
    Dauergast beim Psychiater und ein Schatten meiner selbst. (Ich geh nur kurz vor 22 Uhr einkaufen weil ich dann keine Menschen ertragen muss etc.)

    Es gibt in JEDER Hinsicht nur Probleme und Stress, ich schaffe es gerade so gegen meine Depressionen anzukämpfen....geschweige denn mich auf die Ausbildung zu konzentrieren.

    Dazu kommt das ich im Augenblick in einer ländlichen Kleinstadt wohne und es hier praktisch nichts gibt. Also weder Ärzte vor Ort, Therapie oder auch nur sozialen Anschluß.
    So langsam aber sicher, fällt alles was ich besitze auseinander und ich habe keine finanziellen Möglichkeiten irgendetwas daran zu ändern. Ich könnte durchdrehen...

    Von meinen Eltern kommt in einer Tour "Stell dich nicht so an", "Zieh mal was durch", "Beende halt einfach mal eine Ausbildung" oder das Beste war "Du benutzt deine Krankheit nur als Ausrede". Ich bin mir nicht mehr gewillt, Sachen aufgezwungen zu bekommen und mich dafür hinterher noch beleidigen lassen zu müssen.

    Ich bräuchte dringend Beratung oder Hilfe, weiß aber nicht an wen ich mich wenden kann.

    Gibt es noch Alternativen zu den Berufsförderungswerken ?

    Sollte ich einen Schwerbehindertenausweiß beantragen ? Es geht hier nicht um "Vielleicht hilft es" sondern "Ich komme mit meinem Leben überhaupt nicht klar", so traurig das auch ist.

    Gibt es Organisationen, die einen beraten oder unterstützen ?

    Wäre dankbar, für Tipps.

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: Alternative zum Berufsförderungswerk ? Beratung ?

    Hi,
    ich kann dir zwar nicht wirklich weiterhelfen, finde aber dass dir wenigstens jemand sagen sollte: verlier nicht den Mut. Ich kenne es zu gut wenn man in einer solchen "Falle" sitzt und sich nicht mehr zu helfen weiß.
    Du sagst du bist Dauergast beim Psychiater. Das heißt dass du bei einem Facharzt in Behandlung bist? Genießt der Arzt dein Vertrauen, kannst du deine Probleme im BfW mit ihm besprechen?
    Das Werk selbst sollte ja auch ein Ärzteteam vor Ort haben.
    Kannst du dich eine Weile krankschreiben lassen um dich etwas zu erholen? Wenn diese Ausbildung nicht das richtige für dich ist, dann hat es meines Erachtens keinen Sinn dass du es bis zum bitteren Ende durchprügelst. Denn wenn du die Ausbildung erfolgreich beendet hast, wird man dich auch umgehend in entsprechende Arbeit vermitteln.

    Je nach dem ob du über die Rentenversicherung oder das Arbeitsamt ins BfW kamst - du wirst dort vermutlich einen Ansprechpartner haben, denen du deine Probleme schildern kannst und solltest. Das erklärte Ziel einer Bildungsmaßnahme sollte zumindest berücksichtigen, dass du etwas machst was dir auch liegt und dir die Perspektive gibt, dass du später in der Branche auch arbeiten kannst. Das mit dir zusammen in die Wege zu leiten ist Aufgabe deiner Berater.

    Es gibt sonst leider nur wenige Institutionen die einem da weiterhelfen könnten. Es kommt auch darauf an was du willst wie deine weitere Laufbahn aussehen soll, Ausbildung ja oder nein? Ein Behindertenausweis wird schwer zu bekommen sein und dir erstmal auch nicht weiterhelfen. Nicht in deiner jetzigen konkreten Situation.
    Alternativen zum BfW gibt es so nicht, jedenfalls in puncto Berufsausbildung. Wie oben schon erwähnt solltest du dir im Klaren darüber werden ob es nur diese Fachrichtung ist die dir gerade so immens schwerfällt oder ob es die Belastung ansich ist.
    Vom Arbeitsamt gibt es noch eine sogenannte begleitete betriebliche Umschulung, dann gibt es noch privatwirtschaftliche Institute wie das bfz oder gfi die ähnliches anbieten.
    Vielleicht hilft dir das etwas weiter.

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Alternative zum Berufsförderungswerk ? Beratung ?

    Flammschwert schreibt:
    Hi,
    ich kann dir zwar nicht wirklich weiterhelfen, finde aber dass dir wenigstens jemand sagen sollte: verlier nicht den Mut. Ich kenne es zu gut wenn man in einer solchen "Falle" sitzt und sich nicht mehr zu helfen weiß.
    Du sagst du bist Dauergast beim Psychiater. Das heißt dass du bei einem Facharzt in Behandlung bist? Genießt der Arzt dein Vertrauen, kannst du deine Probleme im BfW mit ihm besprechen?
    Das Werk selbst sollte ja auch ein Ärzteteam vor Ort haben.
    Kannst du dich eine Weile krankschreiben lassen um dich etwas zu erholen? Wenn diese Ausbildung nicht das richtige für dich ist, dann hat es meines Erachtens keinen Sinn dass du es bis zum bitteren Ende durchprügelst. Denn wenn du die Ausbildung erfolgreich beendet hast, wird man dich auch umgehend in entsprechende Arbeit vermitteln.

    Je nach dem ob du über die Rentenversicherung oder das Arbeitsamt ins BfW kamst - du wirst dort vermutlich einen Ansprechpartner haben, denen du deine Probleme schildern kannst und solltest. Das erklärte Ziel einer Bildungsmaßnahme sollte zumindest berücksichtigen, dass du etwas machst was dir auch liegt und dir die Perspektive gibt, dass du später in der Branche auch arbeiten kannst. Das mit dir zusammen in die Wege zu leiten ist Aufgabe deiner Berater.

    Es gibt sonst leider nur wenige Institutionen die einem da weiterhelfen könnten. Es kommt auch darauf an was du willst wie deine weitere Laufbahn aussehen soll, Ausbildung ja oder nein? Ein Behindertenausweis wird schwer zu bekommen sein und dir erstmal auch nicht weiterhelfen. Nicht in deiner jetzigen konkreten Situation.
    Alternativen zum BfW gibt es so nicht, jedenfalls in puncto Berufsausbildung. Wie oben schon erwähnt solltest du dir im Klaren darüber werden ob es nur diese Fachrichtung ist die dir gerade so immens schwerfällt oder ob es die Belastung ansich ist.
    Vom Arbeitsamt gibt es noch eine sogenannte begleitete betriebliche Umschulung, dann gibt es noch privatwirtschaftliche Institute wie das bfz oder gfi die ähnliches anbieten.
    Vielleicht hilft dir das etwas weiter.
    Hi,
    danke für deine Antwort.

    Wir haben zwar Ärzte dort aber deren "Beratungsfreiraum" wurde gegen 0 gekürzt. Also selbst akute Fälle werden weggeschickt, da habe ich nicht viel zu erwarten.

    Ich habe versucht mit dem Amtsarzt, Rehaberater etc. zu reden aber auch dabei ist nichts rumgekommen. "Sie machen das jetzt mal fertig".
    Obwohl meine Ärzte ganz klar gesagt haben "Besser nicht!".

    Mit dem Amt habe ich auch nur Ärger, monatelang wird garnichts gezahlt, dann teilweise und jetzt guck ich gerade in den Briefkasten "Wir rechnen nächsten Monat 100€ Fahrtkosten bei Ihnen an!".
    Ich bekomm für "22 Heimreisen" 180€...selbst mit dem Bus würde das schon 440€ kostet.

    Das Geld reicht vorne und hinten nicht... Ich hab ab nächsten Monat Praktikum und kein Geld für ordentliche Klamotten (Büro) oder für die Anreise. Ich gibs auf...


    Ich werde mir mal deine vorgeschlagenen Sachen angucken, danke dafür.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 409

    AW: Alternative zum Berufsförderungswerk ? Beratung ?

    Vielleicht kann dir der Sozialpsychatrische Dienst weiter helfen.
    Eine Beratung kann doch nicht schaden, oder?

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: Alternative zum Berufsförderungswerk ? Beratung ?

    @HP_September, das Problem wird hier sein dass der TE nicht mehr viele Alternativen hat bis auf u.a. die von mir genannten, wenn er sich nicht "verschlechtern" möchte was die berufliche Bildung angeht... Wenn selbst vom Rehaberater nicht viel kommt, dann wird es schwierig zu überlegen wie weiter vorgegangen werden kann.

  6. #6
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Alternative zum Berufsförderungswerk ? Beratung ?

    Ich glaube, ich such mir einfach direkt einen Job in der Produktion. Ich bin geheilt von "Fortbildungen" und dem Terror der dazu stattfindet.

    Ich sitz nur noch in meiner Wohnung und warte, dass diese Torture weitergeht.
    Wir hatten Ferien, alle fahren weg... ich sitz hier zu Hause und warte das der Albtraum weitergeht.

    Im Endeffekt haben "die" es geschafft, ich bin (wieder) nach 10 Monaten "Umschulung" reif für die Klapse.

    Im Endeffekt reicht das Geld, um nicht zu verhungern, das wars. Medikamente, Arztbesuche und Leben geht nur noch, wenn die Verwandtschaft mit EC Karte daneben steht.
    Ich halte es nicht mehr aus...


    P.S. Hab mich jetzt beim VdK angemeldet.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Alternative zum Berufsförderungswerk ? Beratung ?

    Hallo Florian,


    woran sind die 4 Ausbildungsversuche konkret gescheitert?

    Ich rate dir auf jeden Fall noch einen Ausbildungsversuch zu starten.

    Auf Dauer werden die wenigsten als Ungelernter in der Produktion glücklich. Die meisten werden noch in den fünfzigern Berufsunfähig, entwickeln Gelenkschäden und damit einhergehende Schmerzen und steuern direkt auf die Altersarmut vor.
    .

    Das Allerwichtigste ist, dass du die Depression (davon hattest du oben geschrieben) in den Griff kriegst. Wenn das geschafft ist, bist du viel belastbarer und hast damit auch wesentlich bessere Chancen im Beruf. Das Finanzielle würde ich wirklich zumindest für die nächsten 2 - 3 Jahre zurück stellen. Gesundheit ist wichtiger, an die finanzielle Seite kannst du auch in ein paar Jahren noch arbeiten.

    Könntest du dir vielleicht einen Klinikaufenthalt, Tagesklinik oder eine Reha vorstellen?

    Du kannst dich entweder sich quasi in Vollzeit zu erholen (ob jetzt über Krankengeld, Harz 4, Grundsicherung, ... ) oder neben einer stressarmen Tätigkeit, die dir Erfolgserlebnisse bringt.
    Was glaubst du wäre für dich der erfolgversprechenderer Weg?

    Mögliche stressarme Tätigkeiten gibt es einige, aber ich glaube nicht das eine Arbeit in der Produktion dazu gehört. Zeitdruck, Lärm und evt. Schichtarbeit sind für alle Menschen Stress.

    Eine Möglichkeit wären Minijobs und ergänzend eben irgendeine Art von (staatlicher Unterstützung). Da hättest du auf jeden Fall genug Zeit zur Erholung. Klar ist das Finanziell gesehen nicht toll, aber das soll ja auch nur eine Übergangslösung sein, bis du dich etwas gefangen hast.

    Der nächste Vorschlag klingt jetzt etwas schockierend, aber bitte überlege dir mal ob das nicht doch eine Möglichkeit für dich sein könnte.

    Ich denke bei deinen Schilderungen nämlich an eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung, vielleicht auf einem ausgelagerten Arbeitsplatz.

    In der Produktion arbeiten kannst du dort auch. Natürlich verdienst du dort weniger als auf dem regulären Arbeitsmarkt, aber du hast dort langfristig einen sicheren und sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz, bessere Arbeitsbedingungen als der gewöhnliche Produktionsmitarbeiter und vor allem viel weniger Stress. Die gewonnen Kraft kannst du dann in die Behandlung deiner Depressionen und auf alle anderen Probleme verwenden. Ich denke, dass wäre ein gewaltiger Gewinn an Lebensqualität.
    Ausgelagerter Arbeitsplatz bedeutet, das man in einem ganz normalen Betrieb arbeitet, aber die Werkstatt weiterhin den Lohn bezahlt.

    Wie lange warst du den insgesamt in einer Ausbildung? Wie lange würde die Umschulung im Berufsbildungswerk noch dauern? Wenn du schon vier Ausbildungsversuche hast, wird da ja wahrscheinlich schon eine Menge zusammen gekommen sein? Wenn es schon mehr als fünf Jahre waren, hättest du nämlich Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Wenn du nah an den 5 Jahren dran bist könnte es sich lohnen noch ein paar Monate durchzuhalten. Erwerbsminderungsrente kann man auch während der Arbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen beziehen. Je nach dem wie viel du in der Werkstatt verdienst (das können durchaus auch 400 bis 600 Euro im Monat sein, weil du dort sicher zu den fitteren gehören würdest), kann die Summe aus Werkstattverdienst und Erwerbsminderungsrente sogar reichen um keine Grundsicherung beziehen zu müssen sondern vielleicht zusammen mit Wohngeld deinen Lebensunterhalt deinen Lebensunterhalt bestreiten. Viele Werkstätten liegen eher im ländlichen Bereich, d.h die Mieten sind eher niedriger.

    Auch heißt einmal Werkstatt ja nicht unbedingt immer Werkstatt. Wenn du dich einmal stabilisiert hast und einen Außenarbeitsplatz hattest, kannst du immer noch einen neuen Versuch einer Ausbildung wagen (wahrscheinlich in einem Berufsbildungswerk, aber die haben zum Teil recht gute Vermittlungsquoten in den ersten Arbeitsmarkt). Eine vorübergehende Tätigkeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen kann eine Chance sein, auch wenn es vielleicht nicht danach aussieht.

    Welche Ausbildung würdest du dir den wünschen, wenn dir ein Ausbildungsplatz in deinem Wunschberuf garantiert würde? Ist eine Tätigkeit in der Produktion als ungelernter tatsächlich dein Traum?

    Wenn du die Werkstatt kategorisch ausschließt, würde ich auf jeden Fall noch mal probieren einen Ausbildungsversuch zu starten.
    Frag in allen Berufsbildungswerken nach, ob es irgendwo möglich ist eine Ausbildung in deinem Wunschbereich unter geeigneten Bedienungen zu machen. Frag nach einer Ausbildungszeitverlängerung oder einer Ausbildung in Teilzeit. Teilzeit kann sehr helfen die Belastung zu reduzieren.

    Welchen Schulabschluss hast du eigendlich?
    Auch Schulabschlüsse kann man in Teilzeit und unter individuellen Bedienungen nachholen. Auch das kann stressärmer als eine Tätigkeit in der Produktion sein. Das hätte den Vorteil, das du für einen neuen Ausbildungsversuch wesentlich bessere Ausgangspositionen hast. Oder wäre eine schulische Ausbildung in Teilzeit etwas für dich?

    Am wichtigsten ist aber das du nicht aufgibst. Auch mit dem 100. Versuch kann man Erfolg haben.


    LG
    Selvina

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: Alternative zum Berufsförderungswerk ? Beratung ?

    Hallo,

    Selvina schreibt:

    Das Allerwichtigste ist, dass du die Depression (davon hattest du oben geschrieben) in den Griff kriegst. Wenn das geschafft ist, bist du viel belastbarer und hast damit auch wesentlich bessere Chancen im Beruf. Das Finanzielle würde ich wirklich zumindest für die nächsten 2 - 3 Jahre zurück stellen.
    Ich gebe dir zwar recht dass gesundwerden erstmal die oberste Priorität ist. Aber was die finanzielle Seite angeht, gibt es da nichts was man zurückstellen könnte. Weil weniger zu haben kaum noch geht. Das kenne ich aus erster Hand und weiß daher wovon Florian spricht. Das Ausbildungsgeld ist ein Witz, die Fahrtkostenerstattung erfolgt lediglich anteilig etc.


    Ich denke bei deinen Schilderungen nämlich an eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung, vielleicht auf einem ausgelagerten Arbeitsplatz.
    Eine WbfM ist die allerletzte Möglichkeit auf die zurückgegriffen werden sollte. Zunächst deshalb, weil eine Ausbildung finanziert zu bekommen quasi das "höchste Ziel" ist das als Teilhabeleistung erreicht werden kann. Und weil es bei diesen Amts-/Versicherungsgeschichten eine Regel gibt: herabstufen lassen kann man sich recht schnell, aber rauf geht es nur noch sehr beschwerlich.

    Um in eine Werkstatt für Behinderte Menschen vermittelt werden zu können, darf der Rehabilitand aufgrund seines Gesundheitszustands für den ersten Arbeitsmarkt nicht verfügbar sein. Das mag hier zutreffen, aber angenommen, es geht dem Threadersteller dann nach ein paar Monaten besser und er möchte wieder ins BFW zurück? Dann geht die ganze Bandbreite der ärztlichen Gutachten und evtl. Testungen von vorne los, denn jetzt liegt es am "Kunden", das Gegenteil zu beweisen.
    Die Quote derer, die aus einer WbfM zurück in einen regulären Arbeitsplatz kommen, ist verschwindend gering. Der Lohn in den Werkstätten ist ein Witz und wird selbstverständlich an andere bezogene Leistungen angerechnet. Das gilt auch beim Bezug von Renten, da muss man sich sehr genau informieren. In den allermeisten Fällen wird sämtliches Einkommen (wozu der Werkstattlohn zählt) nämlich angerechnet.
    Ich weiß nicht wie du auf mögliche 400 bis 600€ Verdienst in einer WbfM kommst, aber das lässt sich wenn überhaupt maximal erreichen durch Vollzeit, was einer Erwerbsminderungsrente wieder entgegensteht (mindestens 4 aber nicht mehr als 6 Stunden täglich arbeitsfähig).
    Ein Schwerbehindertenausweis ist obendrein vonnöten wenn man nach der Eingliederungsphase in den Arbeitsbereich wechseln möchte.
    Hierzu kann der IFD allerdings kompetent beraten. Beim VdK bist du @Florian auch gut aufgehoben, hoffentlich musst du dort nicht ewig auf einen Termin warten.

    Auch heißt einmal Werkstatt ja nicht unbedingt immer Werkstatt.
    Ich möchte nicht desillusionierend klingen, aber in der Praxis sieht dieser vielgesagte Satz ganz anders aus. Egal wie, eine WbfM sollte wie gesagt nur in Erwägung gezogen werden wenn absehbar ist, dass eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt überhaupt nicht mehr in Frage kommt. Ansonsten ist eine Werkstatt im Lebenslauf ein Makel für potentielle Arbeitgeber, das ist nunmal Fakt.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Alternative zum Berufsförderungswerk ? Beratung ?

    Vielleicht wäre, bevor der nächste Ausbildungsversuch wieder scheitert, eine medizinische (!) ambulate Reha ("RPK") indiziert?

    Dort könnten die Punkte abgeklärt werden, die zum Scheitern der bisherigen Ausbildungsversuche geführt haben und zwar unter medizinisch-therapeutischen Gesichtspunkten.


    Bitte unbedingt unterschied medizinische (Kostenträger Renten- oder Krankenversicherung) vs. berufliche ambulante Reha (Kostenträger Arbeitsamt) beachten. Ich meine jetzt ausdrücklich die medzinischen Angebote. Und auch keine stationäre Reha (Klinikaufenthalt). Sondern über 1/2 - 1 Jahr angelegte ambulante Maßnahmen.


    Infos unter:

    Startseite - BAG RPK e.V.


    Wenn es keine Einrichtung in deiner Nähe gibt, kann oft auch eine Unterkunft vor Ort gestellt werden.


    Beraten zu dem Thema würden in erster Linie die infragekommenden Einrichtungen, die dann auch die Begutachtung und Kostenübernahme (durch Renten- oder Krankenversicherung) klären.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 24

    AW: Alternative zum Berufsförderungswerk ? Beratung ?

    Danke dass du die Situation so genau schilderst, klingt krass..Krankschreiben lassen ist wichtig...und auch in einem Kaff wird es mehrere "aerzte geben...es muss ja nicht immer die krankschreibung wegen der nerven sein...gastroenterologsche st;rungen und r[ckenbeschwerden sind begleiterscheinungen von extremem stress////ansonsten..du artikulierst dich gut, kannst dich gut ausdruecken...wie waere es denn mit ABI machen und vielleicht studieren.. schueler .bafoeg kannst du beantragen....das geld entspricht ungefaehr dem des arbeitslosengeldes .....

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