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Diskutiere im Thema Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer? im Forum Hilfe durch Behörden/Institutionen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #61
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Hallo creatice,
    danke für deine Antwort.

    Es ist schon öfter vorgekommen, das ihr ein anderer Termin ausfällt oder abgesagt wird und sie dann früher kommt. Wenn ich Zeit habe ist das o.k., doch es bringt mich trotzdem durcheinander. Außerdem würde ich wenn ich ehrlich bin und mir das nicht paßt, trotzdem aus Rücksichtnahme den Termin für sie vorverschieben.

    Ja ich bin sehr empfindlich gegenüber Kritik, doch das mit dem Festgefahren, keine Ahnung ob das stimmt. Was damit genau gemeint ist, weiß ich nicht, ich kann es aber nachprüfen wenn du mir das schreibst, den ich überlege immer welchen Anteil ich an der Sache habe und ob es Kommunikationsmißverständnis se gab oder gibt.

    Nun zu gestern:
    Sie kam und da ich gerade Müll rausgebracht hatte und noch Schuhe und Jacke an, bin ich von mir aus erstmal auf den Balkon gegangen um eine Zigarette zu rauchen. Dann bin ich wieder rein, sie blieb draußen, soll ich jetzt sagen: kommen sie bitte, ich habe gesagt, Ich gehe schonmal rein....

    Auf dem Balkon hab ich von Weihnachten und Sylvester erzählt. So, das hab ich früher immer schon gemacht bei anderen Helfern, ich glaube das ist im Rahmen. Ach ja, auf dem Balkon sprach ich das Telefongespräch mit dem Leiter - also ihrem Chef an -.

    Ich habe ihr gesagt, das der Mittwoch Mittag am besten ist, da mein Sohn mittwochs schulfrei hat. Sie sagte dazu, was auch der Leiter mir sagte:
    Ihr Sohn muß damit einverstanden sein.
    O.K. Ich werde heute meinen Sohn fragen und zur Not soll er mir das schriftlich bestätigen.
    (Ich habe seit 1 Jahr eine Vollmacht von meinen Sohn, das ich bei Behörden, Jobcenter, Stadtwerke, Schule, Krankenkasse Auskünfte einholen darf und Dinge regeln. Das haben wir damals gemacht als er in der Psychiatrie war. Darum kann ich mir nicht vorstellen das mein Sohn was dagegen hätte gegen ein Vierergespräch).

    Sie sagte dann noch: Das hat ihnen wohl noch lange nachgehängt und sie haben sich darüber Gedanken gemacht über das Telefongespräch mit Herrn R.
    (somit weiß ich, das sie immer bestens informiert ist über mich, o.k. wenn Herr R. ihr nur gesagt hat, es soll ein Vierergespräch stattfinden - das glaub ich aber nicht).

    Am Tisch habe ich dann von selber angefangen zu erzählen, das das Geld nicht reicht weil das Kindergeld und Wohngeld im Dezember und Januar noch nicht gekommen ist und ich die Miete nicht zahlen kann ohne mein Konto zu überziehen.

    Das würde jetzt hier zu weit führen alles aufzuschreiben, das schreib ich in meinem Tagebuch ausführlicher.

    Wenn ich zurückdenke ist es so, ich rede und rede um keine Pausen aufkommen zu lassen. Den wenn ich gar nichts sage kommt von ihr auch nichts. Das ist typisch ADS diese Pausen oder wenn keiner redet kann ich schlecht aushalten. Also führe ich immer die Gespräche und das kann den Eindruck erwecken, ich bin topfit und hab alles im Griff.

    Zumindest habe ich den Mietordner nochmal durchgesichtet und festgestellt das ich doppelt und dreifach einige Schreiben an die Vermieterin hatte und so einiges aussortiert.

    Beim Aussortieren sitzt sie dabei und guckt, dann irgendwann sagt sie: Ist es Zeit für eine kleine Pause..... (auf dem Balkon eine Zigarette rauchen). Ja klar, was soll ich sagen, ich gehe dann mit und versuche auf dem Balkon, weil ich mich da etwas anders fühle als am Tisch die Sprache nochmals darauf zu bringen, was wir alles noch machen könnten oder was wichtig ist.

    Sie sagt dann: Sie haben doch schon viel geschafft, Keller, Balkon aufgeräumt...... (psychologisch ist das eine Ablenkungstaktik). Es stimmt das ich was geschafft habe, doch somit kann ich ja nichts mehr sagen. Ich stimme zu, doch gebe zu bedenken wenn ich umziehe, dann ist das trotzdem noch viel zu viel was ich ausmisten muß.

    Soweit ist es ja noch nicht sagt sie .....und dreimal erwähnt sie dann als wir wieder in die Wohnung gehen, ich soll ihr sagen wobei ich Hilfe benötige.

    Ich belass es jetzt dabei. Wenn einer neural daraus erkennt, was der Knackpunkt ist, dann fühle ich mich nicht angegriffen. Ich möchte nur wenn einer eine Idee hat, das es neutral bleibt. Wo und inwiefern ich festgefahren bin, kann ja sein das es stimmt, doch behaupten kann es keiner. Wenn ihr was schreibt ob es so sein könnte, dann denk ich drüber nach..... ich bin mit mir selber sehr kritisch.

    Wenn ich hier zu lange Texte schreibe, dann sagt Bescheid, das ist in Ordnung. Nur nicht so Vorwürfe.....das mag ich nicht, ich lebe mein Leben lang mit Vorwürfen was ich immer alles falsch mache, darum bin ich so empfindlich, habe ein Vorwürfetrauma.......

    Ich bin heute sehr durcheinander, schöne Grüße Paula

  2. #62
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    So wie du es beschreibst tanzt sie dir schon etwas auf der Nase rum, und du scheinst im Gegenzug nicht anzubringen was dir wichtig ist. wenn du dich das partout nicht traust, dann rede doch darüber mal mit Herrn R. unter 4 Augen, anscheinend wird es ja nicht besser.

    Ansonsten würde ich ihr klipp und klar sagen, das du keine Pause willst/brauchst. Ich weiss ja nicht warum sie sagt das sei noch nicht dran, immerhin ist ja bei dir auch wirklich viel im Argen, vielleicht will sie auch erstmal die Sachen machen, die nötig sind. Wo du Hilfe brauchst musst du wirklich sagen, einen Plan machen, gib ihr den doch auch, also was am wichtigsten ist zuerst etc. Vielleicht will sie dir auch so deine Selbstständigkeit erhalten, indem sie dir nicht auch noch die genaue Planung abnimmt? Oder ihr redet aneinander vorbei?

    Frag doch mal den Herren R. ob er Rat weiss und/oder ob eine andere Helferin/Helfer vielleicht besser passen würde, wenn er keinen logischen abänderbaren Grund hat.

  3. #63
    Pepperpence

    Gast

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Paula schreibt:
    soll ich jetzt sagen: kommen sie bitte, ich habe gesagt, Ich gehe schonmal rein....

    Auf dem Balkon hab ich von Weihnachten und Sylvester erzählt. So, das hab ich früher immer schon gemacht bei anderen Helfern, ich glaube das ist im Rahmen. Ach ja, auf dem Balkon sprach ich das Telefongespräch mit dem Leiter - also ihrem Chef an -.

    Hallo Paula,


    bitte versuche Dir in Erinnerung zu rufen dass Du eine Dienstleistung in Anspruch nimmst und Kundin dieser Frau bist. Ich finde schon dass du sagen kannst: "Kommen Sie bitte." wenn sich das Päuschen ins Unendliche zieht. Ebenso wie Du es ablehnen kannst mit ihr Kaffee trinken zu gehen, statt den Termin für dich produktiv zu nutzen ( Wie es ja auch schon in der Vergangenheit war. Das brachte dich, soweit ich mich erinnere auch in einen inneren Konflikt)

    Wenn 15:00 Uhr abgemacht war und Dir 13:00 Uhr nicht passt dann darfst du das auch klar sagen und musst kein schlechtes Gewissen haben, schließlich ist es nicht deine Schuld dass diese Pause für sie entsteht.
    Wenn der Termin nicht passt, dann bleibe (ohne schlechtes Gewissen) beim ursprünglichen Termin. Du musst das auch nicht ihr gegenüber begründen oder rechtfertigen. Letztendlich ist es eine Anfrage von ihr und sie wird es Dir nicht übel nehmen wenn Du nicht darauf eingehen kannst.


    Die Situation ist insofern ein bisschen schwierig als Du natürlich das Gefühl hast, das sie Dir hilft (das tut sie ja auch) und jemanden, der einem hilft kommt man automatisch etwas entgegen und fühlt sich vielleicht sogar so ein bisschen in der Schuld desjenigen. Dabei ist aber der Unterschied, dass das ihr Job ist für den sie bezahlt wird. Bei dieser Dienstleistung darfst Du durchaus eigene Forderungen stellen und Ansprüche bezüglich der Art und der Qualität der Hilfe haben.

    Natürlich sind Helfer dazu angehalten Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten also nicht ihren Kunden die Aufgaben aus der Hand zu nehmen sondern ihnen zu helfen die Aufgaben selbst zu lösen und auf längere Sicht wieder ohne Hilfe auszukommen. Ich könnte mir vorstellen dass auch das ein Grund ist warum wenig Input von ihr kommt. Sie sagt ja deutlich dass Du ihr mitteilen sollst wie sie Dir helfen kann. Ich habe den Eindruck dass sie sich von Dir erhofft dass Du Dich mehr einbringst. Du schreibst ja öfter, dass Du dieses und jenes gefragt hast und dass das eigentlich Aufgabe der Helferin ist darauf zu kommen - das sehe ich eher nicht so.

    Du bist ihre Kundin und hast ihr einen Auftrag gegeben und das bedeutet auch, dass Du Deine Wünsche und Forderungen klar äussern solltest dass Du (mit) entscheidest wo Hilfe von Nöten ist und wo nicht. Du bist ja momentan nicht jemand die zutiefst depressiv und handlungsunfähig in den Seilen hängt, gerade deshalb ist es wichtig klar zu sagen was Du alleine kannst und was nicht und auch was Du Dir von ihr erwartest und wünschst. Sie wird dann schon sagen ob das möglich ist oder nicht.

    Deshalb und auch weil sie eben keine Freundin ist, die dir aus Nettigkeit hilft, glaube ich dass klarere Grenzen helfen könnten - also dass Du ihr deutlich und ehrlich gegenüber trittst. Ich glaube das würde es für Euch beide einfacher machen.

    Keine Ahnung, ob ich das jetzt so rüberbringen konnte wie ich es meine - ich hoffe es zumindest.



    EDIT: das hat sich jetzt glatt mit creatrice überschnitten, die ähnliches schreibt. Ich lasse es dennoch stehen.
    Geändert von Pepperpence ( 7.01.2016 um 17:08 Uhr)

  4. #64
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.692

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Paula schreibt:
    Sie sagte sie habe dem Mann (also dem Helfer) Bescheid gesagt.

    Das war am 16. Dezember als die Helferin das letzte Mal da war. Sie sagte mir, Herr H. würde sich bei mir melden.
    Hallo paula,
    also....wenn sie dir sagt (so habe ich das verstanden), dass der Helfer bescheid weiß und somit offenbar auch als ihre vertretung gilt,
    ist es blöd wenn er dies nicht tut und du keine info bekommst, ob es ausfällt und deine termine nicht stattfinden.
    eine nachfrage hätte da kommen sollen, hätte ja auch sein können, dass du etwas wichtiges erledigen musst oder sonstwas ansteht,
    wofür du die vertretung benötigt hättest. sollte eigentlich genau mit dir abgesprochen werden.
    wenn du sagst oder hättest sagen können, ach ich brauche keine vertretung, ist das auch in ordnung.
    Urlaub ist planbar, und manche benötigen keine vertretung und manche wünschen dies aber eine...bei krankheit ist das wieder etwas
    anders, da kann es sein, dass keine vertretung gewährleistet werden kann, weil niemand kapazitäten hat und wenn nichts dringendes anliegt,
    wenn aber doch etwas dringendes anliegt, dann kann und sollte man sich auch an den verein wenden und um eine vertretung nachfragen.

    wenn dir das nicht klar genug ist, wie das da geregelt ist, dann sprich etwas mit ihr ab und sag ihr was du da brauchst.
    und das dies dann auch verbindlich sein soll.

    es kann auch passieren, dass z.B. ein Termin ausfällt (auch ersatzlos in der betreffenden woche) weil es einen notfall/eine krise o.ä. bei jemandem anderes gibt,
    wo dann die wohnbetreuung hin muss.


    Paula schreibt:
    Es ist schon öfter vorgekommen, das ihr ein anderer Termin ausfällt oder abgesagt wird und sie dann früher kommt. Wenn ich Zeit habe ist das o.k., doch es bringt mich trotzdem durcheinander. Außerdem würde ich wenn ich ehrlich bin und mir das nicht paßt, trotzdem aus Rücksichtnahme den Termin für sie vorverschieben.
    das habe pepperpence und creatrice ja schon geschrieben, du musst den termin dann nicht vorziehen, um ihr einen gefallen zu tun. das kannst du selber entscheiden, wie es dir eben passt.
    wenn du damit gut zurecht kommst und es unproblematisch ist, kannst du den termin früher wahrnehmen...wenn nicht, dann nicht.
    wenn es dir grundsätzlich wichtig ist, das z.B. Termine pünktlich beginnen oder du auf einen zeitlichen wechsel des termins nicht gut reagieren kannst, weil du diese planungstruktur brauchst und
    da nicht so flexibel sein kannst, dann sag ihr das. das ist wichtig, denn nur so kann sie dich dann rechtzeitig anrufen, wenn sie sich beispielsweise verspätet und du drehst dann nicht hohl o.ä.


    Paula schreibt:
    Beim Aussortieren sitzt sie dabei und guckt, dann irgendwann sagt sie: Ist es Zeit für eine kleine Pause..... (auf dem Balkon eine Zigarette rauchen). Ja klar, was soll ich sagen, ich gehe dann mit und versuche auf dem Balkon, weil ich mich da etwas anders fühle als am Tisch die Sprache nochmals darauf zu bringen, was wir alles noch machen könnten oder was wichtig ist.

    Sie sagt dann: Sie haben doch schon viel geschafft, Keller, Balkon aufgeräumt...... (psychologisch ist das eine Ablenkungstaktik). Es stimmt das ich was geschafft habe, doch somit kann ich ja nichts mehr sagen. Ich stimme zu, doch gebe zu bedenken wenn ich umziehe, dann ist das trotzdem noch viel zu viel was ich ausmisten muß.
    wenn dich das aus dem konzept bringt mit der pause, dann sag es ihr. vielleicht ist es auch eine möglichkeit einen break zu machen, nach dem du ihr gesagt hast, was alles noch ansteht.
    vielleicht hat sie auch gemerkt, dass dir die balkonsituation leichter fällt was das sprechen angeht, vielleicht braucht sie auch einfach nur eine kleine pause. ansprechen ist wichtig, wenn du es komisch findest....

    ich glaube auch nicht unbedingt,
    das ihr hervorheben dessen was du schon geschafft hast,
    eine psychologische ablenkungstaktik ist,
    vielleicht ist es ein hervorheben von ihr, das du eben bereits viel geschafft hast,
    ein lob sozusagen und evtl. auch eine kleine motivationshilfe
    für dein ABER....das es trotzdem noch viel auszumisten gibt....

    sag ihr genau wobei du ihre Unterstützung/hilfe benötigst.
    woher soll sie es wissen, sie kann dabei sitzen und es dir
    aus der hand nehmen....aber soll das so sein?
    wichtig ist aber auch, das genau zu sagen,
    was noch erledigt werden muss...
    sie ist nicht diejenige die die planung und organisation machen muss,
    aber du kannst es gemeinsam mit ihr machen, aber das muss du
    ihr dann sagen...

    ich habe den eindruck, das du ihr ein bisschen misstrauisch begegnest.
    wenn ich es richtig abgespeichert habe, dann hast du die wohnbetreuung
    noch nicht so lange, es braucht auch zeit und es ist auch beziehungsarbeit,
    es geht auch um vertrauen entwickeln.

    oder um das noch einmal in pepperpence worten zu zitierschreiben:

    Pepperpence schreibt:
    Ich habe den Eindruck dass sie sich von Dir erhofft dass Du Dich mehr einbringst. Du schreibst ja öfter, dass Du dieses und jenes gefragt hast und dass das eigentlich Aufgabe der Helferin ist darauf zu kommen - das sehe ich eher nicht so.

    Du bist ihre Kundin und hast ihr einen Auftrag gegeben und das bedeutet auch, dass Du Deine Wünsche und Forderungen klar äussern solltest dass Du (mit) entscheidest wo Hilfe von Nöten ist und wo nicht. Du bist ja momentan nicht jemand die zutiefst depressiv und handlungsunfähig in den Seilen hängt, gerade deshalb ist es wichtig klar zu sagen was Du alleine kannst und was nicht und auch was Du Dir von ihr erwartest und wünschst. Sie wird dann schon sagen ob das möglich ist oder nicht.

    Deshalb und auch weil sie eben keine Freundin ist, die dir aus Nettigkeit hilft, glaube ich dass klarere Grenzen helfen könnten - also dass Du ihr deutlich und ehrlich gegenüber trittst. Ich glaube das würde es für Euch beide einfacher machen.
    Geändert von Sumasu ( 7.01.2016 um 18:17 Uhr)

  5. #65
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Vielen Dank für euere Antworten.

    Wenn ihr es in Ordnung findet schreibe ich dazu nochmal etwas. Den ich finde

    1. es ist ein Verein für psychisch Kranke - es wäre ein Termin mit einer Psychologin besser den nun dazu warum ich keinen Sinn darin sehe mit Herrn R. darüber zu reden:

    2. den Chef von dem ganzen Verein kenne ich schon seit 2004 und da gab es mit einer anderen Helferin große Probleme.
    Damals habe ich gekündigt, es ging einfach nicht mehr, weil ich die Kinder hatte, die waren erst 12 oder 13, ich bekam Vorwürfe das ich schuld sei,
    das alles drunter und drüber ging von der damaligen Helferin. Sie hat das nicht böse gemeint, nein, aber ich war damals sehr verzweifelt und auch
    da hatte ich mal einen Monat kein Geld, konnte meine Miete nicht zahlen wegen der EU-Rente die ich durchgesetzt hatte.
    Ich hatte kleine Kinder, ich hatte kein Geld und diese Helferin hat nur auf meinen Druck hin beim Jobcenter angerufen was ihr Probleme bereitete,
    ich hatte damals (das hat mir der Rechtsanwalt später gesagt) durchsetzen können, da mir das Geld vorgestreckt wird für die Miete usw.
    Doch da die damalige Helferin - die immer noch dort arbeitet - mich in Behördenangelegenheiten die damals noch wichtiger waren als heute, nicht
    unterstützt, darum habe ich mir getraut, die Hilfe zu kündigen.

    3. Es wurde mir sogar vorgeworfen, das ich immer zuviel Theater mache auch um meine Kinder. Von einem Familienhelfer den ich noch zusätzlich hatte
    wurde ich sogar kritisiert, warum ich immer wieder darauf bestehe mit meinen Söhnen zu Ärzten zu gehen (beide hatten noch keine Diagnose oder
    nicht die richtige) Wenn ich mich nicht trotzdem immer weiter durchgekämpft hätte, hätte ich für meinen Söhne niemals die richtige Hilfe bekommen.
    In Herdecke wurde dann endlich festgestellt das einer der Zwillingssöhne ein Asperger-Autist ist, mit 14 Jahren. Das erklärte dann einiges, z.B. viele Probleme
    meiner Söhne und zwischen den Söhnen die mit dieser Diagnose zu tun hatte und nicht mit meiner Unfähgikeit als Mutter oder zuviel Ärzte konsultieren.

    Auch das ADS bezüglich meines Sohnes wurde jahrelang abgelehnt von den Familienhelfern und der Helferin vom ambulant betreuten Wohnen. Doch zum Glück hatte ich immer noch Menschen im Hintergrund, die mir sagten, es ist möglich, das der andere Zwillingssohn ADS hat. Das hab ich mir ja nicht aus den Fingern gesogen, sondern aufgrund von Aussagen der Ärzte in Berlin und auch einer Ärztin in Bochum die leider die Praxis schloß weil sie in den Ruhestand ging.

    Diese Kinderärztin sagte damals:
    Vertrauen sie auf ihr Gefühl als Mutter und sie kennen ihren Sohn von Geburt an und wenn sie sicher sind, das er eine ADS-Störung hat dann werden sie Recht haben.

    Ich möchte damit ausdrücken, das man mir glauben mußte das ich eine ADS-Störung habe, den meine Diagnose stand fest und ich bekam damals von der LWL Bochum Herrn Edel Ritalin. Ich habe in der Zeit sogar die damalige Helferin für die Kinder mit zu einem Gespräch genommen. Doch das die Helfer mit nicht glaubten, das mein ADS-Sohn davon betroffen ist. Nun hat es sich ja nach jahrelangen Fehldiagnosen herausgestellt. Doch hätte man es in der Schulzeit schon gewußt und er hätte Ritalin bekommen, wer weiß ob dann sein Weg einfacher verlaufen wäre.

    Damit möchte ich ausdrücken, das ich wahrscheinlich vorgeschädigt bin und das Problem ist, hier in meinen Stadtteil muß ich von diesem einen Verein die Hilfe annehmen. Ich wollte um unvoreingenommen zu sein eine Betreuung von der Diakonie oder es gibt noch andere Träger. Doch das ist einfach hier nicht möglich. O.k. vielleicht würde es dann genauso verlaufen wie jetzt, doch dann könnte ich wirklich überlegen ob es an mir liegt oder das es die Hilfen die ich wirklich benötige eben nicht bekommen kann, weil es sie nicht gibt.

    Zu der Sache mit dem Kaffeetrinken:

    Ich habe nachgefragt, ich kenne durch die ADS-Eltern-Selbsthilfegruppe eine Sozialarbeiterin, die sagte, das gehöre dazu, die können oder dürfen einfach mal mit den Klienten Kaffee trinken. O.K. das ist ja nicht das Problem. Die damalige Helferin hat mit mir auch gegen meinen Willen einen Spaziergang gemacht und mir dabei geraten, ich solle mich nicht zu sehr mit meiner damaligen besten Freundin beschäftigen, das würde mir nicht gut tun. Ich meine was sind das für Aussagen. Damals hatte ich viele Telefonate mit der besagten besten Freundin weil nur sie mich verstehen könnte bezüglich der Kinder, sie hat auch einen Asperger-Sohn und da gibt es Dinge, die verstehen auch Eltern mit ADS-Kindern nicht. Es kann ja nach außen hin so erscheinen mich etwas belastet, doch ich meine es lag an meiner ADS-Störung die sie bis heute nicht richtig verstanden wird. Und dieser psycho-soziale Verein hat nicht so viele Helfer, die Hälfte davon kenn ich, ich treff sogar manchmal welche beim Einkaufen. Vielleicht ist das auch das Problem. Das ich schon bekannt bin und die ein Urteil über mich innerlich gefällt haben wie ich auch.

    Ich vermute mal, das der Text jetzt hier nicht so hereinpaßt und zu lang ist. Ja und ich bin unsicher und ich bin oft verzweifelt. Hier mache ich einen anderen Eindruck. Das ist aber nicht so wie ich schreibe. Es ist schwierig im Forum sich ein Bild zu machen von dem ganzen Leben eines Menschen. Vielleicht bin ich viel zu offen und biete damit mehr Angriffsfläche (das habe ich mal als Tip von jemanden gehört). Vielleicht denkt man über mich, weil ich so oft unterwegs bin, der kann es doch gar nicht so schlecht gehen. Doch wenn ich zu Hause bliebe, dann wurde ich überhaupt keine Kraft mehr haben und mich verkriechen.

    Auch ich habe diese Phasen hinter mir, ich habe gemerkt, geh lieber raus, dann geht es mir besser, den hier und da treff ich doch auf nette Menschen und da kann ich mal abschalten und auch mal Lachen oder den Mist vergessen der mich so belastet.

    Zum Beispiel bin ich jetzt sehr unsicher ob ich den langen Text hier stehen lassen kann oder in meine Tagebuch verschieben. Warum denke ich darüber nach ob jetzt einer der hier liest mir gleich schreibt: Das gehört hier nicht hin, ....... ich lass ihn jetzt stehen. Ich freue mich wenn ihr euch Gedanken macht. Ja ich bin schwierig und man sagte mir schon früher - du hast eine zu hohe Anspruchshaltung - und sei zufrieden mit der Hilfe du du hast - hingegen gibt es andere die sagen - so geht das nicht - du kannst mehr erwarten.

    Ich sollte in mich hineinhorchen und versuchen herauszufinden was stimmig ist und was nicht. Eure Beiträge helfen mir dabei wenn sie so geschrieben sind, das ich es gut annehmen kann. Ich versuche auch es zu schaffen es anzunehmen, wenn ich denke ich werde kritisiert. Das ist wie ein Training. Wer weiß wie ich oft wirke in meinen Aussagen.

    Nun wünsche ich allen noch einen schönen Abend.....

  6. #66
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Ich schreibe jetzt einfach mal wie ich es als Helferin machen würde oder schon gemacht habe im privaten Bereich.

    1. Ich komme rein und frage wie es geht oder ob was neues an Post gekommen ist von den Ämtern.

    - die Person ist völlig durcheinander und aufgeregt

    2. Ich lasse die Person erstmal reden und sage dann, zeig mal her den Papierkram.
    Ich versuche zu erfassen was genau das Problem ist


    Ich frage nach Mahnungen oder Rechnungen.

    Ich sortiere nach Dringlichkeit und überlege wo und wie man in Raten zahlen kann oder wo man mal kurz
    anruft um Dinge zu klären.

    Wenn Möglich biete ich an mitzufahren zum Amt oder zur Wohnungsbaugesellschaft.


    Das ist eine Sache wo ich mal vor zwei Jahren jemanden geholfen habe. Ich habe auch geholfen bei Kopien oder im Internet recherchiert.


    Ich habe dann gemerkt, wenn man jemanden anbietet mal anzurufen oder ähnliches, dann fühlt der Hilfesuchende sich unterstützt und sagt oft:
    Nein, das mache ich schon selber.

    Der Satz: Was steht an, gibt es was ganz dringendes, was ist für sie jetzt am wichtigsten..... irgendwie so in der Art.

    oder Sollen wir zusammen überlegen wie ich sie am besten unterstützen kann.

    Ich kann das schlecht erklären, doch das ist doch das Problem, das jemand sagt, sagen sie wie ich Ihnen oder was helfen soll....... da ist ein Blackout im Kopf.....das ist schwer zu beschreiben.

    Stimmt es ist keine Taktik von ihr, das meinte ich auch nicht, doch ich fühle mich dann unwohl, auch sagte sie, die andern Klienten hätten gar keine Aktenordner und da würde alles unsortiert durcheinander liegen. Ich wollte schon sagen, ich hab noch ein paar alte Ordner über die können sie denen geben.

    Zum Beispiel: Einer hat ein Problem mit Übergewicht, er fühlt sich einfach schlecht damit obwohl die anderen ihm sagen, du bist doch schlank oder sagen, guck doch mal ich bin doch noch dicker.

    Das habe ich früher auch schon erlebt, man fühlt sich dann nicht ernstgenommen. Ich unterstelle der Helferin gar nichts.

    Bei den ersten Malen im Keller fand ich es o.k. Da hat sie auch mal mitgeholfen, ich meine nicht schwer geschleppt, doch schonmal was in einen Karton geworfen oder auf die Treppe gestellt. Jetzt sagt sie zum Beispiel, der Keller ist ja in Ordnung. Doch das stimmt nicht, da steht immer noch viel drin.

    Bezüglich des 4-er Gesprächs. Ich habe es mehrmals erwähnt, ich hätte mir gewünscht, sie sagt: O.K. Ich werde mich darum kümmern und mit Frau T. reden damit wir nächste Wochen oder übernächste Wochen einen Termin zusammen machen können. Sie sagte das auch, doch immer mit dem Hinweis, Ihr Sohn muß das wollen.....

    Leute ich habe ein ganz schlechtes Gewissen jetzt, das ich hier soviel schreibe. Ich werde jetzt einfach mal den Computer ausmachen, duschen, anziehen und dann einfach mal raus, ich danke euch das ich euch Gedanken macht und diesmal fühle ich mich nicht kritisiert oder ähnliches. Ich glaube es hat mir schon irgendwie geholfen, vielleicht kommt die Klarheit später.....wie ich nächstes Mal vorgehe und was ich mit ihr machen will.....

  7. #67
    Pepperpence

    Gast

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Erstmal: ein Selbsthilfeforum ist u.a. dazu da dass man sich austauscht und eigene Probleme ansprechen kann. Wer keine langen Texte lesen will, der wird nicht dazu gezwungen. Ein schlechtes Gewissen ist also nicht nötig.



    Zur Sache:

    Paula schreibt:
    Ich schreibe jetzt einfach mal wie ich es als Helferin machen würde oder schon gemacht habe im privaten Bereich.

    1. Ich komme rein und frage wie es geht oder ob was neues an Post gekommen ist von den Ämtern.

    - die Person ist völlig durcheinander und aufgeregt

    2. Ich lasse die Person erstmal reden und sage dann, zeig mal her den Papierkram.
    Ich versuche zu erfassen was genau das Problem ist


    Ich frage nach Mahnungen oder Rechnungen.

    Ich sortiere nach Dringlichkeit und überlege wo und wie man in Raten zahlen kann oder wo man mal kurz
    anruft um Dinge zu klären.

    Wenn Möglich biete ich an mitzufahren zum Amt oder zur Wohnungsbaugesellschaft.


    Das ist eine Sache wo ich mal vor zwei Jahren jemanden geholfen habe. Ich habe auch geholfen bei Kopien oder im Internet recherchiert.


    Ich habe dann gemerkt, wenn man jemanden anbietet mal anzurufen oder ähnliches, dann fühlt der Hilfesuchende sich unterstützt und sagt oft:
    Nein, das mache ich schon selber.

    Der Satz: Was steht an, gibt es was ganz dringendes, was ist für sie jetzt am wichtigsten..... irgendwie so in der Art.

    oder Sollen wir zusammen überlegen wie ich sie am besten unterstützen kann.

    Ich kann das schlecht erklären, doch das ist doch das Problem, das jemand sagt, sagen sie wie ich Ihnen oder was helfen soll....... da ist ein Blackout im Kopf.....das ist schwer zu beschreiben.
    Das würde ich ihr an Deiner Stelle genau so sagen. Oder sogar einfach den Teil ausdrucken und ihr zum Lesen geben.

    Vor allem das mit dem Blackout im Kopf ist etwas das sie wissen muss um Dir richtig helfen zu können. Vieles von dem anderen sind Wünsche die Du hast wie vorgegangen wird. Auch das sollte sie wissen, sonst kann sie ja nicht wissen was Dir hilft.

    Ob sie das genau so umsetzen kann wird sie Dir schon sagen. Aber wenn Du nichts sagst, kann sich auch nichts ändern.


    Warum Du den Anbieter nicht wechseln kannst verstehe ich nicht - vielleicht magst Du das erklären, denn das ist ja an sich theoretisch möglich und scheint Dich wirklich zu belasten.

  8. #68
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Aber das ist doch super das du so gut im Kopf organisieren kannst, was wichtig ist, vielleicht will sie dir das wirklich erhalten. Es hapert wohl bei dir am Tun oder? Da hat sie dir doch auch geholfen oder?

    Nochmal, du erwartest Dinge, die nicht ihre Aufgabe sind, erst recht nicht, wenn du selbst dazu in der Lage bist. Sie muss nicht beim Keller mit anpacken, wirklich nicht! Sie müsste dir helfen einen Plan zu machen, oder mit dir durchgehen was weg kann und was nicht, aber sie muss nicht mit anpacken. In deinem Vertrag steht doch das du dabei unterstützt werden sollst eigenständiger zu werden, du begehst gerade einen typischen Fehler, der in der Psychiatrie passiert, das nennt sich Hospitalisation. Um so mehr einem abgenommen wird, um so weniger traut man sich zu. Das ist bis vor ein paar Jahren sehr häufig passiert, jetzt hat man die Fehler gemerkt und versucht eben das, was der Patient/Klient kann, nicht auch noch abzunehmen. Ich glaube jetzt doch, das sie eine Herausforderung für dich ist, das aber wirklich zu deinem Fortschritt.

    Wegen dem Blackout sind ja schriftliche Listen so wertvoll.


    Das dein Sohn das wollen muss ist Gesetz und eine Tatsache, die zu unser aller Schutz ist, ansonsten könnte ja jeder Auskünfte bekommen. Es gibt auch Eltern, die ihren Kinder schaden, oder Kinder die sich schämen, die müssen sich eben absichern das dein Sohn das auch wirklich will. Stell dir mal vor es gäbe einen Sohn der das nicht will, und es wird trotzdem gemacht, weil die Mutter das so will und beteuert er wolle das. Der Sohn fühlt sich dann vielleicht verraten von der Hilfe und der Mutter und bricht alles ab und landet wegen seiner Probleme ohne Hilfe dann auf der Strasse...... Verstehst du das, das die das nicht machen können und dürfen, und das das auch zu unserem Wohl als Klienten ist?
    Das ist NICHT auf dich bezogen.


    Da es so passte hier nochmal zum Thema Uhrzeit, der Helfer von meinem Freund kam heute eine halbe Stunde zu früh, blöd, weil wir der erste Termin sind. Normalerweise hätten wir wenigstens noch um 10 min gebeten, um schnell was zu essen, aber heute war es kalt und Schnee und er ohne Auto, da haben wir ihn reingelassen und er hat 30 min mit uns am Frühstückstisch gesessen und wir haben geschnattert. Manchmal ist es eben auch bei denen anders als man es geplant hat. Sollte natürlich nicht immer sein.

    Ich kenne es auch nicht unbedingt so, aber von den 3h geht der Helfer meines Freundes mit ihm IMMER mind. 1h zwischendurch spazieren, das hat den Grund, weil er sich irgendwann nicht mehr richtig konzentrieren kann. Kann das bei dir auch ein Grund sein? Hast du sowas mal angegeben wie lange deine Konzentration ist?

  9. #69
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Stimmt es ist keine Taktik von ihr, das meinte ich auch nicht, doch ich fühle mich dann unwohl, auch sagte sie, die andern Klienten hätten gar keine Aktenordner und da würde alles unsortiert durcheinander liegen. Ich wollte schon sagen, ich hab noch ein paar alte Ordner über die können sie denen geben.
    Kann es sein, dass deine Helferin keine oder nur wenig Ahnung von ADHS hat?

    Das Problem bei ADHSlern ist ja, dass wir eigentlich schon wissen, was zu tun ist und dass wir ganz oft ja auch schon damit angefangen haben. Ordner sind schon da und die ersten Unterlagen sind typischerweise auch schon eingeheftet. Nur beim Durchhalten hapert es dann. Und oft sind wir dann auch von der Fülle und der Masse an den Dingen, die zu erledigen sind, überfordert und können das ohne Hilfe nicht sinnvoll strukturieren und planen.
    Aber die Hilfe, die wir benötigen, ist anders als die Hilfe, die Nicht-ADHSler brauchen. Wir brauchen oftmals "nur" Jemanden als eine Art Spiegel oder Projektionsfläche, weil wir Probleme damit haben, in unserem Kopf Dinge zu planen, zu strukturieren und zu ordnen. Ähnlich wie jüngere Kinder Probleme beim Kopfrechnen haben und ihre Finger zur Hilfe nehmen, haben wir Probleme beim "inneren" Strukturieren. Wir müssen daher diese innere Chaos nach außen bringen. Manchen hilft es, wenn sie anderen einfach erzählen können, was alles zu tun ist. Erstmal ohne Reihenfolge und Priorität. Manchen hilft es, wenn sie es aufschreiben oder zeichnen. Aber die wenigsten ADHSler können in diesem ersten Schritt eine sinnvolle Reihenfolge festlegen und Prioritäten setzen. Dazu brauchen sie einen zweiten und oft einen dritten Schritt.
    Bei "normalen" Menschen ist das anders. Und das wissen Menschen, die sich nicht mit ADHS auskennen, nicht. Bei ADHSlern muss man zuerst das innere Chaos angehen, bevor man das äußere Chaos angeht.
    Einen ADHSler zu fragen, wobei man ihm helfen kann oder was er heute machen möchte, ist in vielen Fällen kontraproduktiv, weil ein ADHSler das oft nicht ohne Weiteres festlegen kann. Außer eben nach Therapie, Coaching und Arbeit an den eigenen ADHS-bedingten Baustellen.

    Paula schreibt:
    Ich kann das schlecht erklären, doch das ist doch das Problem, das jemand sagt, sagen sie wie ich Ihnen oder was helfen soll....... da ist ein Blackout im Kopf.....das ist schwer zu beschreiben.
    Das verstehe ich sehr gut. Eine Psychotherapeutin hat sich mal geweigert mit mir Therapie zu machen, weil ich ihr nie sagen konnte, was mein Problem ist bzw. was ich gerne mit ihr bearbeiten möchte. Ich hatte hunderttausend Dinge im Kopf, konnte ihr aber nicht sagen, was mir davon am wichtigsten ist oder was mein drängenstes Problem ist.

  10. #70
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Man kann sich natürlich auch wie ein Maikäfer auf den Rücken legen......

    Egal ob man weiss wie man die Dinge priorisiert oder nicht, kann man Listen machen was alles zu tun ist ("da wir ja schon alle wissen was zu tun ist") und diese dann mit Hilfe durchgehen und sagen das man nicht weiss was davon zuerst. Zumal das mit den Listen ja auch mehr als einmal geraten wurde. Liegt eben an einem selbst ob man auch was tut um voran zu kommen. Und da jeder hier Anwesende sein Leben ja bis hierher irgendwie geschafft hat, sind auch gröbere Prioritäten möglich. Das man mal vergisst oder verbummelt eine Liste zu machen ist ja kein Ding, von mir aus auch 3x, aber einem die Fähigkeit gleich absprechen weil es nicht gemacht wurde finde ich gefährlich.

    Und wenn ich dann im TB lese, das heute 7 Punkte erledigt wurden z.B. Ordner sortiert, Brief geschrieben, um eine Behörde gekümmert, Mail an Vermieter, nach Stellenangebot geguckt, Flaschen weggebracht...dann gibt es entweder ein Problem in der Wahrnehmung mit der Helferin oder mit den eigenen Ressourcen. Wenn das Problem letzteres ist, ist es nicht verwunderlich, wenn die Helferin mitbekommt was alles läuft und nun auch nicht so recht weiss wo denn Hilfe nötig ist, (die ausserhalb von Schlepp- und Fahrdiensten liegt).


    Nochmal, eine solche Hilfe ist NICHT dafür da, das sie hauptsächlich etwas für einen macht, sondern das sie einen animiert, anleitet, begleitet es selbst zu tun, mit dem Ziel der Verbesserung. Wenn eine Hilfe für Einkäufe, Aufräumen, Umzug, entrümpeln etc gebraucht wird die mit anfasst oder es gar allein erledigt, dann ist eine Haushaltshilfe zuständig, bei z.B. den Papieren ist es der Betreuer.

    Dafür, das die Hilfe so gut wie nichts macht, ist heute ziemlich viel passiert. Und wenn das ohne Hilfe war, dann scheint ihr besuch zumindest ziemlich viel vorher oder nachhaltig zu wirken.
    Geändert von creatrice ( 7.01.2016 um 21:57 Uhr)

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