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Diskutiere im Thema Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer? im Forum Hilfe durch Behörden/Institutionen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #41
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Paula schreibt:
    @Hallo Waldsteinie,

    so wie du es beschreibst hört sich das sehr gut an.
    Wenn du Zeit und Lust hast, kannst du mir dann einen Tip geben oder schreiben wie ich mich verhalten soll oder ob ich es falsch sehe wenn ich unzufrieden bin mit meiner Helferin vom ambulant betreuten Wohnen und der meines Sohnes. Die beiden Helferinnen kennen sich, ist hier in meinem Stadtteil und ich glaube das sind nur ca. 5-6 Leute angestellt.

    Meine Frage:

    Ist das in Ordnung, wenn ich meine Helferin gefragt habe, ob sie der Helferin meines Sohnes sagt, das diese sich bei mir meldet. Oder soll ich nochmal bei dem Leiter des betreuten Wohnens nachfragen? Ich möchte der Helferin ja nichts unterstellen, doch sie einfach mal kennen lernen.

    Wer mir einen Tipp geben kann ob ich was falsch mache oder wie ich was anders machen könnte bezüglich der Helferinnen oder was die machen sollen oder können oder müssen dann würd ich mich freuen. Mich würde auch interessieren welche Ausbildung sie haben, kann ich das nachfragen? Müssen das immer Leute sein die studiert haben?

    P.S. Jetzt kann man ja fragen was steht in dem Hilfeplan was die Aufgabe der Helferin ist, tja, da muss ich diesen erstmal suchen und das kann dauern....mach ich aber, LG Paula
    Liebe Paula,

    habe Deinen Post und Deine Frage gerade erst entdeckt.

    Vielleicht wäre es besser, solche Fragen per PN zu stellen bzw. überhaupt so ausführlich allenfalls über PN zu korrespondieren.

    Zunächst möchte ich aber mal eine kleine Begriffsklärung machen. Helferinnen aus einem Verein für betreutes Wohnen sind keine gesetzlichen Betreuerinnen. Zwar betreuen diese Helferinnen auch ihre "Schützlinge", aber im Amtsdeutsch sind sie eben keine Betreuerinnen.

    In meiner Tätigkeit als Betreuerin fahre ich mit niemandem einkaufen oder ähnliches, aber ich löse schon mal ein Bankkonto auf und richte ein neues Konto ein. Ich schreibe selbst an die Krankenkasse und verlange Geld zurück oder beantrage mal kurz nen neuen Rollstuhl. Ich brauche für all diese Dinge keine Unterschrift meiner Schützlinge - es genügt mein Betreuerausweis!

    Beim betreuten Wohnen oder auch bei Einzelfallhelfern (ich weiß gar nicht, ob es diesen Begriff auch in anderen Bundesländern gibt - meiner Meinung nach gibt es ihn nur in Berlin) kommt es nicht so sehr auf eine bestimmte Ausbildung an. In Berlin war es immer völlig normal, dass man sich sein Psychologie- oder Sozialstudium als Einzelfallhelfer finanziert hat. Es gibt natürlich auch Helfer, die eine Berufsausbildung haben evtl. sind sie aus der Pflege oder Erzieher oder so ähnlich.

    Mir scheint, sowohl bei Deinem Sohn als auch bei Dir ist einiges aus dem Ruder gelaufen. Aus Erfahrung weiß ich leider, dass, die von Dir geforderten oder gewünschten, Absprachen einfach nie funktionieren - das ist so - da kannst Du machen, was Du willst. Es funktioniert ja nicht mal im Krankenkhaus, wenn die Mutter gern ne Blutspende von ihrer Tochter haben will - die kriegen das einfach nicht hin, die Tochter anzurufen und hängen eben einfach die nächste Konserve an. (Das war jetzt nur ein Beispiel!)

    Wenn Du der Meinung bist, dass da etwas besser laufen sollte, dann rede mit Deinem Sohn! Ihr könnt Euch natürlich jederzeit absprechen, dass Du z.B. beim nächsten Besuch der Helferin anwesend bist, damit ihr gemeinsam mal die verschiedensten Dinge angehen könnt.

    Allerdings können die Helferinnen vom betreuten Wohnen tatsächlich die diversen Antragsprobleme nur ganz schwer durchschauen, selten sind da wirklich Leute dabei, die sich im administrativen Dschungel unserer Gesellschaft richtig auskennen! Sie sind im wesentlichen auf die Anweisungen ihrer "Schützlinge" angewiesen - da wird es dann schnell schwierig, wenn gleich mehrere Leistungsträger mit ins Spiel kommen.

    Das ist bei mir in meiner Eigenschaft als Betreuerin etwas anders, ich muss mich tatsächlich mit dem ganzen Gespraddel ziemlich gut auskennen, denn ich handele im Namen meiner Betreuten und sämtliche Fehler, die ich mache, fallen auf mich zurück - deshalb schicke ich ja auch laufend Berichte an das Amtsgericht!

    Zu den weiteren Fragen schick mir doch einfach eine PN - die ganzen Probleme lassen sich doch auch mit zwei drei Briefen erledigen - eigentlich weiß ich gar nicht, weshalb das alles so aufwändig sein muss! Auch die alberne Geschichte mit der Zuzahlungsbefreiung - jasses, was für ein Zirkus. Mir wurde noch nie ein Antrag abgelehnt, obwohl ich noch nie bei einer Krankenkasse vorstellig geworden bin!

    Ich kann Dir da gern unter die Arme greifen!

    Ich habe heute kurz ein Telefonat geführt - hatte es tatsächlich fast schon vergessen - und drei Minuten später kam vom anderen Ende der Leitung: "Oh Frau Waldsteinie, sie haben recht, da ist meiner Kollegin wohl ein Fehler unterlaufen. Ich werde gleich eine Nachberechnung machen und den Betrag anweisen!"

    Ich bin privat versichert und muss mitunter mit der Versicherung um jeden Cent feilschen - nachdem ich vorher schon mit den Ärzten über die Höhe der Rechnung gestritten habe - ich muss mich für diese Streitereien aber nicht aus dem Haus bewegen.

  2. #42
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?


    Hallo Waldsteinie,

    hab was ich gerade geschrieben habe jetzt als PN gesendet.

    Melde mich nächstes Jahr wieder bei dir, wenn es dir nichts ausmacht.

    Danke und Gruss Paula
    Geändert von Paula (19.12.2015 um 13:08 Uhr)

  3. #43
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Da gibt's nur eine Antwort: Alles richtiger Mist!

    Ich kenne solche Geschichten leider zuhauf, dass die Helfer nur dasitzen und zuschauen, ob mensch alles macht!

    In meinen Augen sind das alles Nichtskönner - die Kunst liegt in der Mitte und das würde in dem Falle bedeuten, dass Dir mal das eine oder andere Angebot zur Hilfe beim Sortieren gemacht wird!

    Die Zigarettenpausen würde ich ihr, vermutlich, schlicht verbieten!

    Hatte selbst mal mit solche einem Helfer zu tun, der einen Jugendlichen, angeblich aus pädagogischen Gründen, komplett im Stich gelassen hat. Es drohte die Streichung sämtlicher Unterstützung, dann fing der Helfer fast an zu heulen, dass man dies doch nicht machen könne!

    Mein Angebot bleibt, wenn Du Hilfe beim Formulieren brauchst: Ich biete Dir Support an!

  4. #44
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Hallo, wenn das einer noch liest vor dem 6. Januar 2016 (dann meldet sich die Helferin wieder telefonisch), könnte ich dann hier ein paar Fragen stellen wie ich weiter vorgehe oder soll ich da in den Selbsthilfebahnhof (hiess der so) verschieben.

    Da es mir gerade sehr schlecht geht und damit ich irgendwas sinnvolles tue, schreibe ich hier einfach mal auf was im Betreuungsvertrag steht.

    Vielleicht kennt sich einer aus und kann mir antworten ob das Standardsätze sind oder ob es individuell geschrieben ist. Denn in dem Hilfeplangespräch und in den Vorgesprächen habe ich genau gesagt (meine ich zumindest) welche Hilfe und Unterstützung ich benötige wie z.B.

    Meine Wünsche an die Helferin vom ambulant betreuten Wohnen:
    Papiere sortieren und in Aktenordner heften
    Keller, Kammer und Balkon aufräumen, durchgucken was weggeworfen werden kann usw.
    (im Keller haben wir vieles aussortiert und weggeworfen, der Balkon ist auch leergeräumt)
    Das ich Hilfen bei Ämtergängen benötige habe ich glaube ich nicht gesagt oder Unterstützung bei Anträgen (da ging ich noch davon aus das ich Hilfe durch die Tagesklinik bekomme vom Sozialarbeiter).

    Dann war ich voller Hoffnung das ich eine Hilfestellung bezüglich meines Sohnes bekomme, den damals war der zuständige Herr H. beim Hilfeplanvorgespräch nicht da sondern eine Vertretung, diese Frau war sehr sehr verständnisvoll und wir haben besprochen wie die Helferin vorgehen könnte für meinen Sohn auch eine Lösung zu finden. Bei dieser Frau habe ich mich damals nochmals telefonisch bedankt, ich dachte schon, das sie meine Helferin würde.....leider nicht, sie ist dort Sozialarbeiterin.

    Von Anfang an habe ich darum gebeten für das erste halbe Jahr 2 x 2 Std. wöchentlich zu beantragen. Das hat die Ärztin in der Tagesklinik auch mündlich befürwortet, jedoch stand es nachher nicht im Bericht geschrieben (also keine Unterstützung von dort) und mein Psychiater hat das auch für wichtig befunden. Doch leider wurden mir nur 2 Std. wöchentlich bewilligt. Einspruch könnte ich nur mithilfe der Helferin einlegen, doch wie ich sie erlebt habe wird sie das nicht befürworten....

    Nun zum Betreuungsvertrag:

    1 Vertragsgegenstand und Ziel der Leistung

    1.
    Ziel der Leistung ist, der Klientin unabhängig von Art und Schwere der Behinderung eine weitgehende eigenständige Lebensführung, soziale und berufliche Eingliederung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu eröffnen und zu erhalten.

    (Anm. Ich bin ja EU-Rentnerin?, dürfte dann nur hinzuverdienen?)

    2. Die Betreuung erfolgt im Sinne der allgemeinen Zielsetzung des Leistungsanbieters, wie sie in der Konzeption beschrieben ist..... (ich glaub das ist hier unwichtig).

    2 Inhalt der Leistung
    Die Leistung beinhaltet die im Einzelfall erforderlichen Hilfen zur Beratung, Begleitung, Betreuung und Förderung nach Maßgabe der .............und der Bestimmung des........§§§

    2.
    Als Maßnachmen zur Erbringung dieser Leistungen können verschiedene Formen der Hilfestellung und unterschiedliche Unterstützungs- und Beratungsangebote dienen, wie die Hilfeplanung und Reflektion, das Gesprächsangebot, Telefonkontakte, Begleitung, Mithilfe, Anleitung, Übung, Beratung, Erinnerung, Kontrolle, Zeiten von Erreichbarkeit des Dienstes, Zusammenarbeit mit anderen Diensten und Institutionen, Kooperationskontakte mit Bezugspersonen. Die einzelfallbezogenen Maßnahmen können mit Gruppenangeboten kombiniert werden.

    3.
    Die Betreuung umfasst aufsuchende Hilfe in der häuslichen Umgebung der Klientin und im direkten Umfeld der Klientin (Hausbesuche, Begleitung und Besuche außerhalb der Wohnung) sowie Leistungsangebote außerhalb der Dienststelle.

    4.
    Der Träger führt eine Dokumentation.

    Das geht dann noch weiter bis Punkt 12. (ist wahrscheinlich Standard wie bei Mietverträgen).

    Interessant ist der Anhang:

    Anlage 1: Individueller Hilfeplan (für jeden Klient/Klientin) hinzufügen.
    (das geht weiter bis Anlage 6.....)


    Entweder hab ich so schlimmes ADS das ich diesen individuellen Plan übersehen habe, aus Versehen weggeworfen oder womöglich noch aufgegessen ????? Auf jeden Fall finde ich keine solchen Plan.....wo ist der individuelle Plan oder gibt es für mich keinen da ich ja so ein schwieriger Fall bin????

    Meine Gedanken:
    Das ist alles sowieso schizophren, ich habe Probleme mit zuvielen Papieren, Gutachten, Anträgen etc. und nun habe ich schonwieder 12 Blatt Papierkram, nur nicht den individuellen Hilfeplan. Hinzu kommt noch was von dem LWL Münster, dann habe ich noch von den Jahren vorher als ich persönliches Budget hatte einen Ordner voller Papiere, da ich das persönliche Budget über die Knappschaft anmelden musste, bekam ich von dieser halbjährlich wiederum Abrechnungen mit insgesamt 4-5 Blättern. Es ist einfach schizophren, das ich seit Jahren eine Person suche die mit mir einmal die ganzen Papiere durchsortiert (und am besten wäre das hintereinander weg) und ich für diese Hilfe die ich bis heute nicht habe und die es wahrscheinlich nicht gibt, mindestens schon mehrer Aktenordner neuer Papiere habe.


    Noch eine Frage:
    Die Kosten für eine Fachleistungsstunde betragen 55,40 Euro, das sind dann pro Monat über 200 Euro die für mich gezahlt werden (von den Steuerzahlern?). Na ja, das hatte ich schon öfter angesprochen und ist auch bekannt, diese 200 Euro wären für mich in bar (für den bevorstehenden Umzug usw.) sinnvoller eingesetzt als für eine Hilfe die mir nicht (in meinem Sinne oder meinem Gefühl nach) hilft.
    Wenn ich 200 Euro im Monat für einen SuperhelferIn bekäme der mir innerhalb von ein paar Wochen die ganzen Aktenordner, Schubladen usw. aussortiert und sortiert, da wäre das Geld besser angelegt. Könnte sogar ein ADSler sein der darin fit ist. Dann hätte ich was davon und der andere auch....

    Weiß den jemand wieviel von diesen 55,40 Euro der Verein beikommt und wieviel die Helferin? Ich schätze mal sie wird so 25 Euro bekommen.


    Danke nun habe ich mich etwas entlastet. Was wollte ich den nochmal wirklich? Ach ja:

    Ich wollte fragen, ob ich bevor die Helferin nochmals kommt hier mit euch ein paar Überlegungen anstelle, was ich genau will und was ich sie dann fragen kann oder wie.

    Ich habe nämlich in einem ADS-Heft so einen Chaosplaner entdeckt, den könnte ich nutzen um mir diese Fragen abzuschreiben und danach mit der Helferin zu arbeiten.

    Jetzt lass ich euch in Ruhe und versuche mal langsam zu überlegen was ich heute noch alles erledigen muß.

    Vielen Dank für Mitlesen oder (wem das zuviel ist muss ja nicht lesen). Werde mich nächstes Jahr hier wieder melden.

    Gruß Paula










    Geändert von Paula (28.12.2015 um 14:20 Uhr)

  5. #45
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Ja natürlich solltest du überlegen was die Hilfe mit dir machen soll. Und völlig unnütz ist sie doch auch nicht, immerhin sind Keller und Balkon erledigt.
    Bei solche einer Hilfe ist auch immer Eigeninitiative mit gefragt, ich glaube das kannst oder willst du nicht, von daher ist es vielleicht sinnvoller deine Helferin nach einer gesetzl. Betreuung zu fragen?

    Ich hatte ja auch mehrere Jahre Einzelfallhilfe, und ich finde das was du teils erwartest gehört nicht mehr in den Aufgabenplan einer Einzelfallhilfe, sondern in den eines gesetzl. Betreuers und auch einer Haushaltshilfe.

    Das erste Ziel was genannt ist, ist auch das, weswegen es Einzelfallhilfe gibt. Du sollst dich irgendwann abnabeln können, sprich lernen eigenverantwortlich Papiere zu erledigen, die Wohnung zu machen etc. Meinst du du kannst das überhaupt irgendwann? Das wäre nämlich wichtig zu wissen. Soziale und berufliche Eingliederung heisst, das du entweder irgendwann aus der EU rauskommst, oder eben Zuverdienst.

    Den individuellen Plan hast du wohl entweder verbummelt oder ihr habt noch keinen gemacht. Auch das kannst du ja ansprechen und ggf mit ihr einen ausarbeiten.

    Was die Einzelfallhilfe genau verdient kann dir hier keiner sagen, weil jeder Träger einzeln abrechnet und einen anderen Stundensatz hat, das ist wie bei anderen Jobs z.B. Sekretärin auch, es gibt viele, aber je nachdem wo sie arbeiten, verdienen sie unterschiedlich.


    Und jetzt das unangenehme:
    Du kannst dich auf einem Markt bewerben, du kannst dich mit Freunden treffen und auf Festivals gehen, die dir gut tun und Spass machen. Ich bin mir sicher du kannst somit auch zumindest für dich rausfiltern was dir genau an Hilfe gut tun würde, wo deine Probleme sind, und die auch mit Hilfe angehen. Es sind oft Dinge, die nicht unbedingt Spass machen, aber so ist nun mal das Leben, wenn man es eigenständig führen will.
    Entweder du suchst dir also eine geeignetere Hilfe, dir dir den Einkauf schleppt, deine Papiere macht und deine Schränke sortiert, oder du besinnst dich auf deine eigenen Anteile und auch darauf, das du weisst wo die Probleme sind, und gehst diese mit der Hilfe GEMEINSAM an. So wie du planst wegzugehen oder nebenbei zu arbeiten, kannst du doch bestimmt auch mit der Helferin Pläne machen, was ihr beim nächsten Mal angeht, oder auch monatsweise.

    Die Hilfe steht dir zu, nicht 200€. Wenn du die Hilfe nicht nutzt, dann geh zum Kostenträger und bestell sie ab oder such mit denen eine neue. Auch ein ADHSler zur Hilfe wird nichts machen, wenn du nicht sagst was anliegt und/oder auch Eigeninitiative zeigst.


    Und nein, ich will dir nichts böses, auch nichts unterstellen oder dich ärgern, ich halte nur nicht viel von Verleugnung der eigenen oft auch unangenehmen Anteile.

  6. #46
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Liebe Paula,

    ich glaub, bei Dir geht gerade einiges ein bisschen durcheinander.

    Du hast ja einiges ganz gut aufgeschrieben, was alles zu der Vereinbarung mit der Institution für das betreute Einzelwohnen gehört. Einiges hat ja schon ganz gut geklappt wie z.B. das Aufräumen.

    Mit Papierkram sieht es wohl eher ziemlich chaotisch bei Dir aus - da hilft es natürlich nicht, wenn Du ständig wieder neue Organisationssysteme suchst, die Du dann auch wieder über den Haufen wirfst oder gar vergisst.

    2.
    Als Maßnachmen zur Erbringung dieser Leistungen können verschiedene Formen der Hilfestellung und unterschiedliche Unterstützungs- und Beratungsangebote dienen, wie die Hilfeplanung und Reflektion, das Gesprächsangebot, Telefonkontakte, Begleitung, Mithilfe, Anleitung, Übung, Beratung, Erinnerung, Kontrolle, Zeiten von Erreichbarkeit des Dienstes, Zusammenarbeit mit anderen Diensten und Institutionen, Kooperationskontakte mit Bezugspersonen. Die einzelfallbezogenen Maßnahmen können mit Gruppenangeboten kombiniert werden.
    Ich weiß jetzt auch nicht, warum Du einen Chaosplaner benötigst, aber das ist wohl eher ne individuelle Geschichte. Ich halte nämlich rein gar nichts von solchen ausgefeilten Chaosmanagern, die nur zusätzliche Arbeit machen! Soviel dazu!

    Deine Hilfe wird ja wohl im neuen Jahr wiederkommen, bis dahin solltest Du durchaus versuchen, die Sache mit einer Prioritätenliste auf die Reihe zu kriegen. Zu einer Hilfe in der Anleitung gehört meines Erachtens auch, dass Du mit der Hilfe zusammen mal nen Plan machst, wie eine sinnvolle Ordnung in Deine Papiere zu bringen ist.

    Und die Hilfe sollte Dich natürlich dann auch erinnern und nachfragen, ob Du Deine Aufgaben auch erledigt hast.

    Selbst habe ich es in einem ähnllichen Fall mal so gemacht, dass ich tatsächlich erstmal bei Null angefangen habe d.h. bevor ich überhaupt irgendwelche Papiere gesucht hab, hab ich mal nen Grundstock an Ordnern angelegt und dafür gesorgt, dass alles zügig und sinnvoll abgelegt wurde. Erst danach hab ich mir einen Ordner nach dem anderen vorgenommen - damit konnte ich in jedem Falle vermeiden, dass wir beim Aussortieren wieder vor nem Riesenberg gestanden sind!

    Ich weiß nicht, wie lange die Geschichte mit dem persönlichen Budget her ist - aber warum schlägst Du Dich mit Papieren der Vergangenheit rum, wenn die Geschichte abgeschlossen ist? Lass doch den Ordner stehen wo er steht, bis er verschimmelt dauert es ein Weilchen!

    Die größte Schwierigkeit bei Deinen Problemen liegt natürlich auch darin, dass wahrscheinlich die wenigsten Helfer so richtig wissen, wo sie anfangen sollen!

    Schreib Dir die wesentlichen Baustellen auf und besprich die Geschichte mit der Helferin und dann könnt ihr zusammen einen entsprechenden Plan zum Vorgehen machen - den solltest Du aber nicht wieder irgendwo in der Versenkung verschwinden lassen.

    Kleiner Tipp: Ein gebundenes Büchlein oder ein Heft, in das Du auch konsequent alles reinschreibst - das ist dann das Ende der Zettelwirtschaft! Das ist nichts ADHS-Spezifisches - ich kenne das aus meinen Projektarbeiten nicht anders. Jeder hatte da das Problem mit den Zettelfluten und die meisten haben diese Probleme einfach mit solch einem Büchlein geregelt - da konnten sie auch, ohne langes Suchen, immer das eine oder andere noch nachlesen!

    Was denkst Du eigentlich über den Betrag nach, den die Hilfe verdient? Du kommst im Moment kaum aus dem Chaos - vor allem wohl in Deinem Kopf - raus, da wäre es doch sicher sehr viel besser für Deine Kräfte, wenn Du Dich darauf konzentrierst und die vorhandene Hilfe dafür nutzt!

    Mein Vorschlag:

    Mach ne Prioritätenliste, was besonders dringend gemacht werden muss. Suche dafür, und nur dafür, die notwendigen Unterlagen zusammen und gehe diese Frage mit der Helferin zusammen an.

    Dann könnt ihr die verbleibende Zeit nutzen, um einen Plan für die nächsten Schritte zu machen!

    Es gäbe aber sicher auch noch die Möglichkeit, mal mit Deinem Arzt zu sprechen und mit ihm zusammen ein anderes Konzept zu überlegen.

  7. #47
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.727

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Paula schreibt:
    Von Anfang an habe ich darum gebeten für das erste halbe Jahr 2 x 2 Std. wöchentlich zu beantragen. Das hat die Ärztin in der Tagesklinik auch mündlich befürwortet, jedoch stand es nachher nicht im Bericht geschrieben (also keine Unterstützung von dort) und mein Psychiater hat das auch für wichtig befunden. Doch leider wurden mir nur 2 Std. wöchentlich bewilligt. Einspruch könnte ich nur mithilfe der Helferin einlegen, doch wie ich sie erlebt habe wird sie das nicht befürworten....
    Wieso denn nicht? Wenn sie der Meinung ist, du bräuchtest mehr, wird sie (oder ihre Chef/in) dir auch sagen was du tun musst um mehr zu bekommen.

    Paula schreibt:
    Anlage 1: Individueller Hilfeplan (für jeden Klient/Klientin) hinzufügen.
    (das geht weiter bis Anlage 6.....)


    Entweder hab ich so schlimmes ADS das ich diesen individuellen Plan übersehen habe, aus Versehen weggeworfen oder womöglich noch aufgegessen ????? Auf jeden Fall finde ich keine solchen Plan.....wo ist der individuelle Plan oder gibt es für mich keinen da ich ja so ein schwieriger Fall bin????

    Der wurde sicher im Hilfeplangespräch (das vor der Hilfegewährung stattfindet) besprochen. Eine Kopie kannst du sicher entweder vom Sozialamt oder vom ausführenden Träger bekommen.


    Die Kosten für eine Fachleistungsstunde betragen 55,40 Euro, das sind dann pro Monat über 200 Euro die für mich gezahlt werden (von den Steuerzahlern?). Na ja, das hatte ich schon öfter angesprochen und ist auch bekannt, diese 200 Euro wären für mich in bar (für den bevorstehenden Umzug usw.) sinnvoller eingesetzt als für eine Hilfe die mir nicht (in meinem Sinne oder meinem Gefühl nach) hilft.
    Wenn ich 200 Euro im Monat für einen SuperhelferIn bekäme der mir innerhalb von ein paar Wochen die ganzen Aktenordner, Schubladen usw. aussortiert und sortiert, da wäre das Geld besser angelegt. Könnte sogar ein ADSler sein der darin fit ist. Dann hätte ich was davon und der andere auch....

    Weiß den jemand wieviel von diesen 55,40 Euro der Verein beikommt und wieviel die Helferin? Ich schätze mal sie wird so 25 Euro bekommen.

    2 Stunden mal 55,40 mal 4,35 Wochen ergibt bei mir 481,98. Und das ist eine Sachleistung, daher kriegst du das Geld natürlich nicht bar.

    Anders wäre es beim persönlichen Budget, aber auch da musst du das Geld natürlich für die Hilfe einsetzen und nicht für irgendetwas Anderes nach deinem Geschmack.

    Aber ich verstehe jetzt nicht ganz wo das Problem ist. Du kannst dich doch mit der Helferin einigen, was als Nächstes ansteht. 2 Stunden in der Woche ist doch wirklich nicht wenig, aber natürlich werdet ihr euch erst nach und nach vorarbeiten.




  8. #48
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.739

    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Hallo an alle,
    danke für eure Antworten. Ich habe bemerkt, es kommt nicht so rüber wie ich es ausdrucken möchte.

    Allerdings muß ich euch sagen, alle ADSler die ich privat in meinem Umfeld kenne, haben Probleme ihre diversen Papiere und Unterlagen
    und Bescheide auszufüllen und zu sortieren, somit haben sie auch keine Zeit oder Lust mir mal dabei zu helfen. Immerhin sagen sie es mir und
    das ist ehrlich.
    Die meisten die ich kenne haben mehrer Kinder und sind schon in EU-Rente oder haben nur halbtags Jobs. Da sammelt sich so einiges an
    an Papierkram im Laufe der Zeit und alles kann man nicht wegwerfen, das hab ich schon mal erlebt, es gibt wichtige Unterlagen die behalten
    werden müssen für später für die Rente oder Krankenversicherung oder Halbwaisenrente.

    Irgendwie hab ich das Gefühl die Helferin wird noch in Schutz genommen. Ich habe selber privat schon geholfen und da bin ich anders vorgegangen.
    Mich hinsetzen und auf dem Balkon eine Zigarette rauchen kann man dann wenn schon etwas Arbeit geschafft ist, doch nicht gleich am Anfang.
    Das kann ich auf keiner Arbeitsstelle machen. Es kann auch daran liegen, die Chemie stimmt nicht zwischen uns beiden, doch wie soll ich das ausdrücken oder ihr sagen.


    Darum werde ich hier nicht mehr nachfragen, das bedrückt mich dann mehr als wenn es mich ermuntert....ich weiß ihr meint es alle gut, doch es hilft mir momentan
    überhaupt nicht.

    Bis später mal oder bis zum nächsten Jahr, Gruß Paula

  9. #49
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    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Ich hab Dir jetzt mal ne PN geschickt - davon wird natürlich auch nichts besser, aber vielleicht fühlst Du Dich ein wenig verstanden.

    Eigentlich kenne ich kaum jemanden, der den ganzen Papierkram so richtig gut auf der Reihe hat. Zumindest in meinem Umfeld gibt es jede Menge Leute, die nur stöhnen, wenn sie an den ganzen Formalkram denken.

    Sie haben allenfalls mehr oder weniger erfolgreiche Strategien, um mit dem ganzen Mist irgendwie fertig zu werden. Und wenn ich mir überlege, dass ich heute noch einer Arztrechnung zum "dritten Mal" widersprechen werde, dann wird mir fast schlecht! Dabei könnte ich noch behaupten, dass ich den ganzen Kram ganz gut im Griff habe - aber drei Widersprüche gehen sogar mir über die Hutschnur!

  10. #50
    Wohnt hier

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    AW: Einzelfallhilfe/betreutes Wohnen oder gesetzl. Betreuer?

    Ja das ist enorm. Die meisten Leute die ich kenne trauen sich noch nicht mal zu widersprechen. Dann trauen sich einige einen Widerspruch zu machen, den zweiten Widerspruch das ist ganz selten, doch das du einen dritten Widerspruch machst, das ist schon was besonderes.

    Oft sagen mir Leute, ach, das lohnt sich doch sowieso nicht. Also halte ich mich an dich und hoffe der dritte Widerspruch wird Erfolg haben.

    Gruß Paula

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