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Diskutiere im Thema Ämter und andere Helferlein im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 68

    Rotes Gesicht Ämter und andere Helferlein

    Hallo Ihr Lieben,

    aus sehr aktuellem Anlass eröffne ich jetzt ein neues Thema.
    Stellt euch mal vor, da ist ein Mensch, eine Frau (ist in unserer Gesellschaft sehr wichtig, das zu betonen!), die ihr Leben lang gearbeitet hat. Die sich weitergebildet hat, Abi nachgemacht, studiert, immer schön für sich selbst gesorgt hat, sich während des Studiums selbständig gemacht hat, weil ein fester Job als Angestellte zeitlich nicht machbar war, für Freunde gesorgt hat, sich mit verrückten Eltern auseinandergesetzt hat, schlichtweg ein Mensch der alles im Griff hat.

    Plötzlich wird dieser Mensch krank. Er weiß nicht, was los ist, ist müde und traurig und denkt, ach, das ist eine Phase. Aber die Müdigkeit nimmt zu, der Mensch zieht sich zurück, die Freunde sind erschüttert, denn dieser Mensch ist auf einmal nicht mehr so oft verfügbar. Die Eltern sind enttäuscht, denn der Mensch ruft nicht mehr jeden zweiten Tag an und fragt nach dem werten Befinden.
    Der Mensch zieht sich immer weiter zurück, ist traurig, weil ihn keiner versteht, er versteht sich ja selbst nicht mehr. Also geht er zum Arzt. Der sagt, sie müssen ihr Leben ändern. Sie machen zu viel, ist ja kein Wunder, das kann man nicht alles leisten.
    Ändern? Studium hinschmeißen? Is der irre?
    Der arme Tropf lässt sich zu einem Facharzt (), Nervenarzt überweisen. Der kluge Arzt sagt, oooch das ist NUR eine Depression, ich gebe ihnen mal ein paar Tabletten mit. Ach - und machen se mal Urlaub.
    Wann, wie, von was?

    Dann geht eigentlich alles auf einmal sehr schnell. Obschon es Jahre dauert. Der Mensch empfindet die Ereignisse wie eine über ihn hinwegdonnernde Dampfwalze.
    Studium abgeschlossen! Juhuuuu!!!
    Selbständigkeit geht ganz gut, man kann leben davon. Eine neue Liebe hat der Mensch auch. Wie wunderbar, endlich hab ich - ähm der Mensch - ein normales Leben.

    Die Partnerschaft erweist sich als nicht ganz so einfach, der Auftrag, den er gerade hat ist superanstrengend, ein gemeinsames Domizil wurde auch bezogen mittlerweile.

    Und dann BUMM!!!!! Das Menschenkind fällt auf einmal zusammen, weint, weiß nicht warum und kann nicht mehr aufstehen.

    Die inzwischen nicht mehr so neue Liebe ist überfordert, die Freunde ....welche Freunde? Die Eltern sind stinksauer, weil sich das häufchen Elend nicht mehr meldet.

    Sie ist so fertig, dass sie nicht mehr arbeiten kann. Also auf zum Arbeitsamt.
    Haben Sie eine Ausbildung?
    Haben Sie schon einmal gearbeitet?
    Warum haben Sie studiert, wenn sie einen Arbeitsplatz hatten, und dann auch noch so einen Unsinn!



    Gut, naja, Hartz 4 gibts dann doch endlich.

    Aber der Mensch wird zum Amtsarzt geschickt, denn des kann ja net sein, dass man länger als 2 Tage krank ist. Man ist doch nur faul und will die Gemeinschaft abzocken!

    Die nun gar nicht mehr neue Liebe ist immer noch überfordert.
    Die Eltern beschimpfen das Menschlein.
    Feunde?

    Dann streicht das Amt die Sozialhilfe, denn der Partner der Bedarfsgemeinschaft! hat ja jetzt einen guten Job.
    Hätte der Mensch tatsächlich den Wunsch gehabt, für den anderen einzustehen und zu zahlen, was er schon mehrmals gemacht hat für andere "große Lieben" und damit leidlich auf die Schn....ze gefallen ist, hätte er geheiratet. Dann wäre er selbst nämlich abgesichert. So sagt zumindest das Gestzt oder so.
    Hat er aber nicht.

    Dann kommt die Sparkasse und sagt, ohhhhhhhhhhhhh Sie haben ihren Dispo ausgeschöpft und es kommt kein Gehalt aufs Konto. Sie müssen den Dispo ausgleichen.
    Wovon? Der inzwischen fast rasende und an seiner geistigen Gesundheit zweifelnde Mensch fragt, wie denn die Sparkasse gedenkt, dass man den Dispo ausgleichen soll, wenn man MOMENTAN keine Einnahmen hat, und überhaupt - wozu ist ein Dispo da? (es handelt sich um 1000 Euro nicht um 300 Milliarden, wie die, die anderswo momentan in den Sand gesetzt werden) .
    Dann kommt die alles entscheidende Frage: Können Sie sich das Geld nicht irgendwo leihen?
    Hab ich - der Mensch - doch!!!!! Und ich bezahle 18 % Zinsen dafür.
    Nein nein bei den Eltern vielleicht?

    Warum kümmern Sie sich nicht darum?
    Wenn Sie krank sind müssen Sie Rente beantragen.
    Oh im November haben Sie das schon, na dann müssen Sie da jeden Tag anrufen, dass der Fall beantwortet wird.

    Nun frage ich euch:
    Wenn ihr in eine Bäckerei beispielsweise geht und zu der netten Dame hinterm Tresen sagt "ich hätte gern 3 Brötchen", was passiert dann.
    Ich kann euch sagen was NICHT passiert:
    Ihr wartet NICHT ab, ob ihr die Brötchen bekommt, ihr fragt NICHT nach einer halben Stunde nach, was nun mit der Backware ist, die man geordert hat. Und die Bäckereifachverkäuferin wird NICHT sagen, na da hätten se alle 5 Minuten nachfragen müssen.



    Man das hat gut getan!!!!!!

    Danke fürs Zuhören und liebste Grüße
    Schattentanz

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 239

    AW: Ämter und andere Helferlein

    Mein Gott was machst du nur durch ich dachte schon ich habe Stress Aber mit Dir verglichen ist das gar nichts . Aber schön das du es hier geschrieben hast und Mensch tat das gut freut mich immer Raus damit , wir hören gerne zu und sind auch da wenn auch nicht immer mit einem passenden Rat so Aber vom Herzen her .

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 68

    AW: Ämter und andere Helferlein

    Hallo Mama und Marvin,

    hm ja es ist ein wenig stressig............ manchmal könnte ich wirklich aus der Haut fahren diesen Idioten direkt an die Gurgel. Aber man ist ja gesellschaftsfähig und versucht zähneknirschend höflich zu bleiben.
    Es heißt ja immer man wächst mit den Aufgaben, da müsste ich ungefähr dreieinhalb Meter groß sein. Allerdings habe ich mir vieles davon schon auch selbst so herausgesucht und ich denke, wenn man Kinder hat ist es auch nicht so einfach, gelle?

    Ach und es tut wirklich gut, das alles von der Seele zu schreiben und eure Anteilnahme ist bezaubernd und rührend!!!
    Herzlichen Dank dafür

    liebe Grüße
    Schattentanz

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 239

    AW: Ämter und andere Helferlein

    Oh ja es ist wirklich manchmal sehr sehr schwer Höflich zu bleiben gerade bei solchen Idioten , aber wir haben ja eine Gute Erziehung Oh mann 3 einhalb Meter groß sein Stell Dir das Bildlich vor


    Wir sind hier gerne da egal was ist .

    Na ja 6 Kinder sind schon Stressig Aber ich kenne es nicht anderst nur bei Dir kam eins aufs andere das überhaupt verarbeiten zu können , wo doch das eine dem nächsten gleich folgt ist super super schwer

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 3.146

    AW: Ämter und andere Helferlein

    also dieses Thema ist ja wie geschaffen, sich mal richtig auszulassen. Schattentanz, Du triffst wirklich meinen Nerv.

    Nur soviel, ich warte seit Oktober 2008!!! auf einen Termin für ein medizinisches Gutachten, was klären soll, welche Arbeit ich noch machen kann. Nachdem ein erstes Gutachten besagt, nichts mehr mit hohem psychischen Druck.

    Behörden, Ämter, ich könnte Bücher darüber schreiben, was ich da alles erlebt habe. Wenn ich mal echt Frust habe, werde ich den Thread sicher nutzen.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf AD(H)S
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 50

    AW: Ämter und andere Helferlein

    Du sprichst mir aus der Seele!

    Manchmal habe ich das Gefühl die betrachten dass als eine Art Beschäftigungstherapie. Seit mehr als zwanzig Jahren lebe ich mit dummen Sprüchen von Ärzten, unsinnigen Aussagen und Forderungen von Ämtern. Einmal sollte ich unterschreiben dass ich Arbeitsfähig währ, sonst könnte ich kein Geld erhalten, obwohl mich der der Amtsarzt der selben Behörde für absolut Arbeitsunfähig eingestuft hat und mir riet einen Rentenantrag zu stellen.
    Freunde mögen mich leider auch nur wenn ich für sie was machen kann.
    Leider kann ich dir da keine Hoffnung auf Besserung machen.

    Was ich aber Wünsche ist dass es dem Mensch wieder besser geht und er nicht auf fremde Hilfe angewiesen seien muss.


    alles Liebe und Gute

    Jayjay

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 68

    AW: Ämter und andere Helferlein

    Hallo ihr Lieben,

    ja hier kann man so richtig schimpfen, und sich gemeinsam über diese absurden Aktionen der Ämter wundern. Wenn ich das schreibe, dann muss ich manchmal selber lachen über diesen Wahnsinn.
    Andererseits hab ich seit dem Telephonat mit der Sparkasse heute nachmittag einen Wutanfall nach dem anderen. Also nicht wirklich schlimm, aber genug, dass es weh tut. Das schlimme ist nicht, dass die selbst nicht mehr wissen, wie sie Gesetze und Anordnungen von oben auslegen sollen, sondern wie sie einen behandeln. Wie einen Idioten, ein schwachsinniges Kind, einen Menschen, der faul und unpraktisch ist.
    Das trifft mich - ich hab mich wieder gefühlt, wie das kleine Kind, das meiner Mutter ausgeliefert war. "DU BIST UNZULÄNGLICH!"
    Das schallt wie ein Echo die ganze Zeit in meinem Kopf..........


    Das ist das schlimme dran, der respektlose Umgang miteinander. Und dann ist es Balsam euch zu lesen und ich danke euch für die vielen lieben Worte.

    Marvinkind: Lass uns ein Buch über sowas schreiben. Die Wallraffs des 3. Jahrtausend.

    Liebe Grüße
    Schattentanz

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 3.146

    AW: Ämter und andere Helferlein

    ich wette, das wird ein Bestseller.

    Bei meiner Bank hatte ich auch mal so ein Erlebnis, Es war immer eine Mitarbeiterin, bei der das passierte. Die haben mir tatsächlich gekündigt, weil ich einige male im Minus war mit lächerlichen Summen. Ich also ein neues Konto bei einer neuen Bank eröffnet, aber bis alles bei allen Behörden trotz Info begriffen wurde, haben die Kindergeld, ALG, und andere Sozialleistungen noch auf das alte, längst gelöschte Konto gezahlt, was ich natürlich nicht wusste. Ich habe nur noch das Kindergeld bekommen, weil die Frist (7 Tage) schon vorbei war und als ich die gebeten habe, mir das andere Geld auch auszuzahlen, sagte die doch zu mir, dass sie nicht dafür kann, dass ich arbeitslos bin und ich hätte eben nachfragen müssen. Boa, ich dachte, ich hör nicht richtig. Ich habe allen Mut zusammen genommen und so gezittert und sie gefragt, ob sie mal tauschen möchte und ob sie wüsste, warum ich nicht arbeite und dass ich es mir bestimmt nicht ausgesucht hab.

    Aber ich kann das Gefühl gut nachempfinden, weil ich es auch hatte. Du fühlst Dich klein, wertlos und zweitklassig, alles kommt wieder hoch. Dabei werden die mit Sicherheit geschult in Kundenfreundlichkeit u.s.w., sind wir nicht deren Kunden, nur weil wir keine Millionen auf dem Konto haben? Ich hätte mit meinen Kunden nie so umspringen können, die wären nicht mehr gekommen.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 239

    AW: Ämter und andere Helferlein

    @ Marvinkind Oh JAAAAAAAAAAA wie Recht du doch hast

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 68

    AW: Ämter und andere Helferlein

    Hallo ihr Lieben,

    tja Ämter - marvinkind, wir werden ein Buch drüber schreiben, dann sind wir in ein paar Jahren reich und müssen uns von der Bürokratie nicht mehr auf der Nase herumtanzen lassen. Dann werden sie den roten Teppich ausrollen, wenn wir die Bank betreten, und wir werden einen Kaffee bekommen und Häppchen und der Chef wird persönlich mit uns reden und sie werden freundlich und höflich sein und..........plopp! aufwachen schatti!

    Ja ähm - habe heute morgen mit der ARGE telefoniert. War toll. Es war in sofern toll, dass da ein sehr netter und verständnisvoller Mensch am anderen Ende saß!!!!! Höflich, besorgt, mitfühlend. Hab das Weinen angefangen - logisch. Er meinte, es tut ihm so leid, wie sehr ich unter der Situation leide, gerade wenn man psychische Erkrankungen hat, ist das alles eine Quälerei. (!verarschtdermichetz?????!) Nein er meinte es ernst. Wirklich!
    Und er hat mit einer Sache recht: Es gibt Gesetze innerhalb derer man sich bewegen muss, sonst funktioniert nix.
    Das muss ich lernen - wenn ich anders leben will, nicht heiraten, sebständig arbeiten, Flohmärkte machen und Kunst erschaffen und die wenns geht verkaufen, und aber mit jemandem zusammenleben will, dann muss ich mich innerhalb der Gesetze die für die Versorgung zuständig sind, bewegen. Dann kann ich nicht erwarten, dass ich vom Staat unterstützt werde. Egal ob ich 25 Jahre einbezahlt habe oder nicht. Dann muss eben der Partner, Mitbewohner, Freund..... mich finanzieren. Auch wenn die Kosten dann um vieles höher sind. (Ich sage nur Krankenkasse.) Aber ich will ja nicht heiraten, bewege mich also außerhalb gesellschaftlichem Reglements. Selbst schuld.

    Nu muss ich nur noch glauben, was ich da schreibe!

    Die Wahrheit an der Sache ist, dass ich panische Angst vor der Abhängigkeit habe. Ich fühle mich gekauft. Ich habe Angst vor dem Satz: "Solange du deine Füße unter meinem Tisch......" Habe Angst vor Sanktionen, Auflagen, Zwängen......habe Angst vor der Bestrafung. Lass`mich nicht kaufen.
    Nur - er ist nicht meine Eltern. Ich muss nicht fragen ob ich machen darf was ich will. Ich kanns tun und er freut sich mit mir, wie gut es mir geht, frei zu sein.
    Nicht Ämter und Partner und Eltern fesseln uns. Möglicherweise tun wir das selbst??

    Liebste Grüße
    Schattentanz

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