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Diskutiere im Thema Massive Beziehungsprobleme im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Massive Beziehungsprobleme

    Hallo Elekron,

    danke für deine Antwort, du magst teilweise Recht haben - ich glaube, dass es schon (wie es ja oft so ist) auch an mir liegt, aber eben nicht nur, denn meine Frau (nicht Freundin, wir sind verheiratet) hat eigentlich unabhängig von mir oder der Art wie ich spreche, enorme Schwierigkeiten, sich zu artikulieren, Gesprächen zu folgen und "den roten Faden" nicht aus den Augen zu verlieren, auch auf ganz belanglose, kurze Fragen/Aussagen geht sie nicht oder nur teilweise ein.

    Es kann natürlich sein, dass meine HB (unter der ich oft auch "leide", ich glaube nicht, dass ich ihr dadurch eine Art "Überlegenheit" vermittle, zumindest ist das nicht meine Absicht) noch erschwerend hinzukommt, wahrscheinlich wäre es einfacher, wenn ich auch ein bisschen "langsamer denken" könnte und nicht gleich auf jedes Thema bezogen 10 verschiedene Analysen parat hätte, aber ich kann aus meiner Haut manchmal genauso schwer raus wie sie und empfinde es auch als sehr ungerecht, wenn ich immer diejenige bin, die ihr entgegenkommt.

    Sie leidet selbst sehr unter der Art, wie sie (nicht nur) kommuniziert, "traut" sich aber nicht zu jemandem, der sich mit AD(H)S auskennt, obwohl es wirklich sehr wahrscheinlich ist, dass sie ADS hat - ich glaube, sie hat Angst vor der Diagnose und dem (wie sie meint) damit verbundenen "Stempel".

    Insofern sitzen wir nicht nur in unserer Ehe, sondern auch in einer Sackgasse, die noch keinen Namen hat, fest. Ich finde es zwar nicht immer wichtig, Dinge zu benennen und genau zu diagnostizieren (bin keine Freundin von "Schubladendenken"), aber zumindest sollte man ein Problem gut genug kennen, um eine Chance zu haben, es zu lösen...

    Sie fürchtet sich übrigens auch vor der möglichen "Notwendigkeit", Medikamente einzunehmen, weil sie der Meinung ist, dass diese bei Erwachsenen nur in den seltensten Fällen wirklich helfen und mehr Nebenwirkungen als Wirkungen haben, aber das kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beurteilen.

    So gesehen weiß ich nicht, welche (professionielle) Hilfe ich suchen könnte, die wirklich uns beiden etwas bringt.

    LG, Nadine

  2. #12
    Spasslernen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.331

    AW: Massive Beziehungsprobleme

    Hey Ihr Liebenund -innen!

    Ich finde den Austausch in Ordnung, wichtig ist, sich unabhängig von diesem Forum,

    weitergehend zu informieren.

  3. #13
    zümrüt

    Gast

    AW: Massive Beziehungsprobleme

    hallo Nadine

    Ich habe schon öfter versucht, meiner Frau sozusagen "auf gleicher Ebene" zu begegnen (das ist nicht abwertend gemeint) und geduldiger zu sein - das Problem dabei ist, dass sie wirklich extrem langsam ist und Dinge oft (wenn überhaupt) erst Monate später erklärt, wenn ich sie einfach "lasse" und ihr in Gesprächen nicht "alles abnehme"; und das ist leider nicht nur dann der Fall, wenn ich viel, schnell und ausschweifend rede, sondern oft, wenn ich ihr einfach nur eine simple Frage stelle.
    ich denke und rede schnell und kenne die ungeduld von mir wenn es andere nicht tun,versuche immer darauf zu achten.
    Ich denke ihr seit schon ziemlich im Wettkampf oder so,kannst du sie nicht einmal direkt fragen ob es das ist oder nicht,wie man es lösen könnte?ob die Beziehung zu dir es nicht wert wäre darüber zu reden?
    Wenn alle Bemühungen nur von mir ausgehen und sie mir nicht auf halbem Weg entgegenkommt, habe ich (wie leider so oft in unserer Ehe) das Gefühl, einfach zu kurz zu kommen und auf der Strecke zu bleiben - ich kenne meine Anteile, nur sind ihre nicht beseitigt, indem ich versuche, an mir zu arbeiten; darüber hinaus hatte sie dieses Problem schon immer (auch mit anderen).

    aber ich kann aus meiner Haut manchmal genauso schwer raus wie sie und empfinde es auch als sehr ungerecht, wenn ich immer diejenige bin, die ihr entgegenkommt.
    hast du es ihr gegenüber auch mal so offen zugegeben?Du fühlst dich zurück gewiesen,folglich verletzt.Wenn man mit solchen Gefühlen konfontriert wird,ist man meistens nicht rational
    Meine Theorie wäre ohne dir nahe zutreten,das ihr in einem Teufelskreis steckt.Ihr reagiert beide auf das eigentlich unausgesprochene.
    1.Da sie eine Frau ist(und gesetz dem Fall,sie hat Ads)ist sie ziemlich doppelt empfänglich für gerade unausgesprochenes-nämlich das du gerade wenn es um Gespräche geht,sie als die unterlegene,die langsam denkende,langsam begreifende siehst.Wenn es um konversation geht,bist du nicht befriedigt.
    2.Sie reagiert auf ihrer Art,in dem sie sich distanziert,um sich auch weitgehend zu schützen(vielleicht was sie ja in der Jugend mit solchen Situationen konfontriert-was bei ADS oft ist)Das wiederum legst du als interessenlosigkeit an deiner Person aus,woraus das Gefühl resultiert das du nicht wirklich wichtig bist für sie.Du fühlst dich ungerecht behandelt.
    3.Naja im grunde genommen tragen solche Gefühle nicht zur Harmonie bei-das heisst du setzt was gegen?indem du deine intellektuelle überlegenheit anwendest.Ihr fängt bei Punkt 1 wieder an
    Ihr/Du mus´s mit ihr genau diese Punkte besprechen.Ohne belehrenden Ton

    Zum Beispiel "überhört" sie dauernd das Wort "angeblich"
    das hast du in einer deiner post geschrieben,wo ich gestern vergessen habe Bezug zu nehmen
    das Wort angeblich und seine Bedeutung kennst du doch bestimmt besser wie ich.
    Dauernd heisst auch,das du es gern einsetzts in Gesprächen.
    Es relativiert das ganze als vielleicht,vielleicht doch nicht.Man zweifelt an der Wahrheit des gesehenen,gehörten,erzählten ....etc.Es ist keine Tatsache.
    Hmmm würdest du auch ignorieren wenn du damit konfontriert wärest und dein Gesprächspartner dir vermittelt,das es für sie anscheinend keine glaubwürdigkeit hat.
    Sie leidet selbst sehr unter der Art, wie sie (nicht nur) kommuniziert, "traut" sich aber nicht zu jemandem, der sich mit AD(H)S auskennt, obwohl es wirklich sehr wahrscheinlich ist, dass sie ADS hat - ich glaube, sie hat Angst vor der Diagnose und dem (wie sie meint) damit verbundenen "Stempel".
    Die Diagnose braucht sie um eine weiterbehandlung zu bekommen.Sie muss es niemanden erzählen oder auf der Stirn tragen.Ich behalte es auch für mich.Das muss du ihr klar machen.
    Sie fürchtet sich übrigens auch vor der möglichen "Notwendigkeit", Medikamente einzunehmen, weil sie der Meinung ist, dass diese bei Erwachsenen nur in den seltensten Fällen wirklich helfen und mehr Nebenwirkungen als Wirkungen haben, aber das kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beurteilen.
    Habe ich lange zeit auch gedacht,aber es wirkt wirklich.Nebenwirkungen sind ganz am anfang da.
    hat eigentlich unabhängig von mir oder der Art wie ich spreche, enorme Schwierigkeiten, sich zu artikulieren, Gesprächen zu folgen und "den roten Faden" nicht aus den Augen zu verlieren, auch auf ganz belanglose, kurze Fragen/Aussagen geht sie nicht oder nur teilweise ein.
    Gerade hier sind die Medikamente eine grosse hilfe.
    Sie wird sich auch besser reflektieren können.

    So gesehen weiß ich nicht, welche (professionielle) Hilfe ich suchen könnte, die wirklich uns beiden etwas bringt
    Ich weiss nicht aus welcher Stadt ihr seit.Aber hier im forum ist ein Sub wo diverse adressen zur diagnose gegeben werden.
    Paartherapie gibt es auch noch???Dir liegt sehr viel an ihr.Du weisst wirklich nicht weiter,kannst du ihr das wirklich auch so intensive zeigen,das du leidest?
    Wie sieht es mit freunde und bekannten aus?Hast du vielleicht jemanden den du vertraust,dem du das genauso erklären könntest?und die dann mit euch beiden redet und zusammenfasst?
    ich werde nochmal nach denken
    hoffentlich komme ich nicht belehrend rüber
    Geändert von zümrüt ( 4.11.2010 um 20:32 Uhr)

  4. #14
    zümrüt

    Gast

    AW: Massive Beziehungsprobleme

    Hallo zümrüt,

    ich dachte, ich sage auch hier mal "hallo", bin eigentlich auch neu hier, obwohl ich schon seit einem Jahr registriert bin (habe aber erst seit gestern angefangen, selbst hier zu schreiben).

    Darf ich fragen, wie gut du auf die Medikamente ansprichst und was diese eigentlich genau bewirken? Nimmst du Ritalin oder gibt es da mittlerweile etwas anderes?

    Liebe Grüße,
    Nadine
    Vorher war ich ziemlich unorganisiert,chaos pur,bin weder mit haushalt,arbeit noch privat irgendwie hingekommen,musste immer mehr improvisieren
    schnell im reden und denken aber nicht strukturiert,ich habe immer den Bezug zum eigentlchen Thema verloren,ausserdem bin ich andauernd jeden ins Wort gefallen
    bei mir ist es ADHS,also bin ziemlich aktive,sehr angespannt und nervöse gewesen
    ausserdem dazu noch so eine ungeduld,das ich noch nicht mal filme schauen konnte
    ja dann habe ich vieles bei gesprächen nicht mit bekommen,andere haben mich nicht ernst genommen,war aber immer so,komme symphatisch rüber,die meisten mögen mich,aber galt als quirligim job bin ich immer unseriöse rüber gekommen,übermotiviert,eifrig aber eben nicht mit dem Auge für details,dadurch kam ich oberflächlich rüber
    es ist befreiender weil du dich besser kontrollieren kannst,du weiss was deine Zunge redet ohne das du es bereuen muss ohne impulsive zu wirken
    Ich werde für voll genommen,wirke in meiner art erwachsener
    hoffentlich hilft es dir weiter

    zur diagnose braucht man seine schulzeugnisse auch noch
    ich nehme medikinet Retard 30 mg.

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Massive Beziehungsprobleme

    Hallo Nadine
    Scheinbar habt ihr ein Kommunikationsproblem, soll hier öffters vorkommen

    Ohne deine HB anzugreifen, aber ich muss ehrlich gestehen, ich habe den roten Faden in deiner ganzen Beschreibung auch nicht direkt finden können!

    Korrigiere mich wenn du willst
    Also du ärgerst dich in irgendeiner Form über euren KommunikationsABLAUF und sagst sie antworte dir auf Fragen erst Stunden später!

    Könntest du es denn vielleicht ein bisschen konkreter machen? (Beispiele)

    Was sind es für Fragen, die du stellst?

    Universelle Fragen?

    z.B. Bist du noch glücklich mit mir?

    oder:

    Alltägliche Fragen?
    z.B. Wollen wir heute oder morgen einkaufen gehen?

    :nächtle:

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Massive Beziehungsprobleme

    Hallo Nadine,

    erstmal "Herzlich Willkommen",

    ich kenne auch so jemanden der einfach nicht spricht und wenn dann so leise und unwillig und vor allem so dass man hinterher soviel weiss wie vorher. Es ist anstrengend mit ihm zu kommunizieren....und ich habe eigentlich aufgegeben weil ich dabei agressiv werde irgendwann.
    Nur unter Alkohol redet er mehr.....auf jeden Fall ein netter Mensch aber so stumm dass man sich neben ihm einsamfühlt......
    Eine Diagnose gibt es bei betreffender Person nicht wohl aber eine erst im Alter von fast dreissig entwickelte Neigung zu Cannabis.

    Wenn Deine Frau Eure Situation ertragbar findet und du aber leidest habt Ihr ein echtes Problem. Man will ja nicht das der Lebenspartner leidet( nach meiner Vorstellung).
    Deine Frau sollte sich zumindest damit auseinandersetzten das "DU" mit Anteilen ihres Wesens nicht mehr umgehen kannst/willst.
    Ein Gang zum Psychiater zwecks nochmaliger Diagnose ist kein leichter Gang doch wenn die Ehe in Gefahr ist sollte man sich mit diesem Gedanken auseinandersetzten.
    Auch deine Frau hat Verantwortung für eure Beziehung und wenn Du meinst Sie sollte mal zum Psychiater dann sollte Deine Meinung Gehör bei Ihr finden.
    Angst vor einer Diagnose haben Menschen immer.
    Bei den vielen von uns ist die Diagnose Adhs aber eigentlich erleichternd weil man endlich einen Ansatzpunkt hat von dem man sich und sein Leben erklären kann warum man so ist.
    Die Betrachtung von Medikamenteneinnahme kann man natürlich auch von vornherein so betrachten dass man nur das Gewicht auf die Nachteile legt.
    Nebenwirkungen heissen so weil es auch eine Hauptwirkung gibt.
    Viele von denen hier im Forum die Medikamente nehmen, möchten nie wieder ohne methylphenidat durch den Lebensnebel waten.
    Nebenwirkungen sind auch eine Frage der Dosis der Darreichungsform..usw. Es ist Aufgabe des Psychiaters da kompetent den Patienten zu unterstützen.
    Man kann auch Medikamente wieder absetzten wenn man nicht will.
    Es ist ja freiwillig.

    Aber wenn jemand die innere Entscheidung gefällt hat das alles so bleiben soll wie es ist und keine Veränderungen wünscht( manche Menschen empfinden Veränderung als unangenehm und angstbereitend).
    Wenn das behandeln der Symptome für Deine Frau eine Bedrohung für sie darstellt, sollte man ihr vielleicht erstmal ermöglichen an dieser angst zu arbeiten?
    ist nur so ein Gedanke.
    und ADHS ist kein Stempel das kannst Du deiner Frau sagen.
    Wenn mich jemand aufgrunddessen meint abzustempeln , dann hat er keine Ahnung was wir alles so erleben und wie wenig ich bereit wäre darauf zu verzichten aufgrund des damit verbundenen Potentials( zumindest bei mir). Ausserdem weiss es doch keiner ausser Dir und wenn man Medikamente nimmt fällt es noch weniger auf.

    Aber was anders: Ob Deine Frau ADS hat oder ob eure Probleme woanders liegen kann man erst sagen wenn ADS oder andere organische Ursachen ausgeschlossen wurden.
    Eine Diagnose und ein Besuch bei einer Anlaufstelle für ADHS zwingt ja niemanden Medikamente zu nehmen oder sein Leben zu ändern.
    Das macht die innere Einstellung zu sich und seinen Mitmenschen.(oder sie verhindert dies)
    Ich hoffe du bringst weiterhin Verständnis für Deine Frau auf und dass Deine Frau eurer Ehe zuliebe sich auf ein "Experiment" einlässt.

    liebe Grüsse Atamatajosa
    Geändert von Attamatajosa ( 5.11.2010 um 00:41 Uhr)

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Massive Beziehungsprobleme

    Oh das kenn ich auch das man nachher oft nicht weiter ist als vorher
    Und das kann einen wirklich in den Wahnsinn treiben!

    Aber z.z. beobachte ich einfach mal mein eigenes Verhalten & zack man entdeckt Reaktionen, die man vorher an dem anderen ständig kritisiert.
    Vielleicht fällt einem das nicht so massiv auf, weil der andere es nicht so heftig kritisiert?

    Ich mein wie oft bekommt man Fragen gestellt und antwortet dann: "Weiß nicht!"
    Und zwei Tage später, weiß man plötzlich die richtige Antwort, die passende! Und dann ist der Augenblick schon vorbei!

    Also mir würde es manchmal schon helfen, wenn man mir eine Frage stellt und ich Zeit habe, um sie nicht impulsiv beantworten zu müssen!

    Sondern, wenn man mir sagt: Warum denkst du das oder das? Denk mal darüber nach, wir leben weiter wie eh und je und in ein paar Tagen sprechen wir nochmal über die Frage!

    Ich forder auf der anderen Seite die Geduld für passende Antworten, anderseits bin ich selber total ungeduldig, wenn ich was wissen will.

    Und ich finde es leichter zu reden, wenn man sich sieht! Also wenn ich die Antwort dann habe

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 188

    AW: Massive Beziehungsprobleme

    Hm.

    Ich grübele grad gerne über ein paar Anhaltspunkte nach, nach denen du deine Freundin (oder wars nicht Frau?) beschrieben hast, weil ich den Eindruck habe, so etwas ähnliches läuft momentan bei uns zuhause auch ab.

    Mein Lebensgefährte und ich haben immer wieder Themen, die uns das Zusammenleben schwierig machen. Mein Anteil daran ist, dass ich bei bestimmten Themen mein Hirn einfach nicht mehr abschalten kann, (DAS ärgert mich wirklich an diesem ADHS-Kram ^^) was langfristig fast immer zu irgendwelchen mittelschweren bis schweren Katastrophen führt. H. (mein Lebensgefährte) beschreibt es so, dass er den Eindruck hat, ich würde eine Eventualität, eine Idee, die von ihm kommt, in meinem Kopf so durchspielen, als wäre sie schon geschehen und ich verhalte mich dann wohl so, als wäre das Kind schon in den Brunnen gefallen obwohl noch gaaaar nix passiert ist.
    (Das klingt ja schon anstrengend wenn ich es nur schreibe O_o ..... )

    Ja, und dann erkenne ich noch die Parallele zwischen mir und deiner Frau, dass ich, gerade wenn ich mal NICHT vor Sorge/Überforderung/Wut etc ausflippen will, totaaaaal lange brauche, bis ich eine endgültige Antwort auf etwas finden kann. Das arbeitet einfach weiter in mir und arbeitet und arbeitet....

    Vorgestern hatten wir zum Beispiel auch so eine Situation.
    H. hat eine Idee geäußert, die mich arg gegruselt hat. Also habe ich erstmal versucht, ruhig zu bleiben, vernünftig auszusehen (*gg*) und ganz offen und tolerant zu sagen: "Okay, mach mal wie du meinst!"
    Und von da an fing mein Hirn an zu rattern, H. hatte das Thema schon längst abgehakt und ich fing grad erst an, alle Eventualitäten, Seitenwege, potentielle Lösungen und Krisenbewältigungen im Kopf abzuarbeiten. Also musste ich immer wieder mit dem Thema anfangen. Vorgestern haben wir das dann wieder rundbekommen und beendet.

    Gestern hatte ich das allerdings schon wieder vergessen und musste wieder damit beginnen. Das ging den ganzen Vormittag so und am Abend war ich dann ENDLICH in der Lage, meine Bedenken und Bedürfnisse in GANZEN, sinnvollen Sätzen zu äußern.

    Naja, und heute morgen musste ich mich aber trotzdem noch mal verbal absichern, ob das auch bei ihm alles so angekommen ist und noch "steht" und ....

    *jammer*

    H. sagt auch immer zu mir, dass es ihn schier wahnsinnig macht, dass er ständig alles immer wieder wiederholen muss. Hm.

    Grübelnd,
    die Erbse

  9. #19
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Massive Beziehungsprobleme

    Hallo zümrüt,

    erst mal vielen Dank für deine lange und ausführliche Antwort!

    Mit einigem hast du auf jeden Fall Recht, ich habe mir das auch schon öfter gedacht... im Wettkampf sind wir zwar nicht gerade, aber es stimmt, dass ich oft eine sehr belehrende Art habe, vor allem, wenn ich hilflos werde und es kann gut sein, dass das das Ganze nicht gerade positiv beeinflusst.

    Ich habe meine Frau auf all das schon angesprochen und sehr offen mit ihr geredet, habe ihr auch gesagt, dass sie mir Gleichgültigkeit vermittelt, usw. und sie gefragt, ob unsere Beziehung es ihr nicht wert ist, ihren Teil dazu beizutragen. Sie sagt dann immer, dass es natürlich schon so ist, dass sie mich liebt, das alles nicht so meint, an sich arbeiten möchte, etc... aber sie TUT nichts dagegen. Mittlerweile verspricht sie mir seit über einem Jahr, sich helfen zu lassen, ich habe ihr sogar schon mal ein "Ultimatum" gestellt, das ich dann (kurz vor Ablauf) wieder zurückgenommen habe, weil ich das Gefühl hatte, sie tue ohnehin nichts und irgendwie schaffe ich es trotzdem nicht zu gehen - ich wollte einfach mein Gesicht wahren.

    Ihre Reaktion war die, dass sie mir versprochen hat, noch in derselben Woche etwas zu tun - das Ganze ist mittlerweile 3 Monate her. Von ihr kommt nichts, sie redet, aber tut nichts und ich bin mittlerweile (haben gestern Abend noch gestritten) der Ansicht, dass sie sich oft auch einfach auf ein (noch dazu nur möglicherweise vorhandenes) ADS ausredet, das ist auch eine Charaktersache, sie hatte schon immer Schwierigkeiten, für das, was sie sagt und tut, die Verantwortung zu übernehmen.

    In (nicht nur) ihrer Jugend hat sie definitiv auch solche Erfahrungen gemacht (hat sie mir erzählt) und sie hat auch immer das Gefühl gehabt, nicht Ernst genommen zu werden - aber sie hat sich gleichzeitig (wie jetzt bei mir) nicht ernstzunehmend verhalten. Sie benimmt sich (mit ihren 29 Jahren) teilweise wie ein Kleinkind, ganz ehrlich, wie soll ich sie bei so einem Verhalten noch für voll nehmen?

    Sie stampft mit dem Fuß auf und trampelt schreiend und heulend aus dem Zimmer, weil sie sich damit, dass ich ihr sage (damit zu einem Beispiel) "angeblich willst du etwas für uns tun, aber..." überfordert fühlt. Klar habe ich meine Anteile, ich habe schon oft versucht, sie dann nicht "wie ein kleines Kind auszuschimpfen" (klingt bescheuert, ich weiß, aber wir sind da echt in eine ganz blöde Dynamik hineingerutscht), aber ich habe manchmal das Gefühl, dass es völlig EGAL ist, wie ICH mich verhalte, SIE ändert ihre Art nicht. Ich denke mir (sorry, bin gerade wütend, daher der überemotionale Text), so ein Verhalten muss einen ja aggressiv machen und verunsichern...

    Ich glaube, dass du Recht damit hast, dass wir in einem Teufelskreis sitzen und ich bin mir auch nicht sicher, ob wir da (mit oder ohne Diagnose) wieder rauskommen. Da ist einfach auch viel Vertrauen verlorengegangen und ich glaube, wenn ich so nachdenke, dass eigentlich nur ein kleiner Teil unserer Probleme mit ADS zusammenhängen. Ich meine, es hat doch nichts mit einer "Aufmerksamkeitsstörung" zu tun, wenn man zusieht, wie seine Partnerin von jemandem beschimpft wird (war mal so) und so tut, als würde es einen nichts angehen - sie hat sich schon oft in Situationen derartig unangemessen verhalten und hinterher erklärt, dass liege am ADS...(???) Sie hat mich auch schon angelogen, um mich zu "testen", mir irgendwelche Geschichten erzählt, die nicht stimmen und mich damit völlig fertiggemacht... wie gesagt, je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr habe ich das Gefühl, dass bei ihr ein psychisches und weniger ein hirnorganisches Problem vorliegt (oder auch beides, das eine schließt ja das andere nicht aus).

    Ich will einfach nicht immer die "Starke" sein, damit sie "schwach" sein kann, aber so ist das leider bei uns. Ich weiß natürlich, all das ist jetzt ziemlich einseitig beschrieben, ich sehe mich hier auch keineswegs als "Opfer" und will ihr auch bestimmt nicht die Schuld an allem geben, aber ich bin mit meinem Latein am Ende.

    Ich werde nochmal versuchen, mit ihr zu reden und höre jetzt mal auf, dich hier "zuzutexten". :-) Danke für deine Gedanken und Worte!

    Liebe Grüße,
    Nadine

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Massive Beziehungsprobleme

    Hallo nochmal, habe noch etwas vergessen :-) und zwar kommst du keineswegs belehrend rüber (wie du am Ende des vorigen Threads geschrieben hast), im Gegenteil, ich bin dir sehr dankbar dafür, dass du dir soviele Gedanken machst. WIr leben in Berlin und in einer Paarberatung waren wir schon, die Frau hat uns nach ein paar Sitzungen nach Hause geschickt und gemeint, sie könne für uns als Paar nichts tun, solange nicht jede von uns mal bei sich bleibt und erstmal die Verantwortung gegenüber der eigenen Person wahrnimmt. Ich habe schon Leute, mit denen ich reden kann, aber wir leben noch nicht lange in Deutschland, die meisten unserer Freunde sind in Österreich.

    Ich bin froh und erleichtert zu lesen, dass dir (und hoffentlich auch deinem Sohn) die Medikamente helfen - das freut mich sehr für dich und ermutigt mich, meiner Frau noch einmal einen Arztbesuch vorzuschlagen.

    LG

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Thema: Massive Beziehungsprobleme im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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