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Diskutiere im Thema trennung und alles hingeschmissen im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    fox


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 61

    trennung und alles hingeschmissen

    vor ca. 2 monaten ist mein partner (adhs) in einer konfliktsituation gegangen und hat aktiv keinen weg zurück gesucht. all meine brücken, die ich ihm gebaut habe, hat er abgelehnt. wie er damals sagte, wollte er die lösung für uns allein finden.

    mittlerweile ist er fast vollständig ausgezogen, d.h. er hat zwar seine klamotten rausgeholt, lebt aber nach wie vor in einem kleinen pensionszimmer und hat seine kisten nur eingelagert. er ist noch bei mir gemeldet und die post kommt auch noch bei mir an.

    als ich ihn kennenlernte, hat er lange zeit seine altlasten vertuscht. erst nach einem jahr kam nach und nach einiges ans tageslicht (schulden, ungeordnete papiere, ausstehende steuererklärungen und sonstige formulare usw.). wir haben alles gemeinsam in angriff genommen. die nicht unerheblichen schulden war er los, auch seinen papierkram hatten wir halbwegs im griff.
    da war dann ur noch sein eigenartiges konfliktverhalten. irgendwann kam der verdacht auf adhs und der wurde nach kurzer zeit bestätigt. also konnten wir auch daran arbeiten. es waren immer kleinigkeiten, die sich zu einem riesigen problem aufgebauscht haben, was ich vor adhs nie verstehen konnte.
    ich habe viel gelesen, habe versucht, besser auf ihn einzugehen. er hat eine medikamentöse und eine verhaltenstherapie begonnen, zur selbsthilfe sind wir z.t. gemeinsam gegangen. alles in allem ging es bergauf...

    dann wurde die dosis erhöht und einiges in seinem verhalten hat sich wieder schleichend verändert, leider wieder in die alten muster. anfangs haben wir das auf seine übliche "winterdepression" geschoben, heute denke ich , er war falsch eingestellt. als er damals ging, hat er die medis abgesetzt und sich bisher nicht um alternativen gekümmert...

    anfangs war das alles sehr schwer für mich und so gar nicht zu verstehen, warum er nicht zurückfindet und alles ablehnt, warum er mich plötzlich belügt, sich nicht mehr meldet usw.
    vor kurzem war ich doch noch das schönste und beste für ihn und plötzlich ist alles vorbei???
    mittlerweile habe ich resigniert. ich sage mir: er hat eine entscheidung getroffen, eine entscheidung, sich wieder vom adhs beherrschen zu lassen, statt weiter zu lernen, adhs zu beherrschen.
    ich habe da diese gewisse symbolik vor augen: ich gehe mit ihm einen weg entlang und er stellt sich in eine teerpfütze, bleibt stehen, verschmilzt komplett damit und will auch gar nicht mehr raus. ich hab keine andere wahl, als weiterzugehen, an ihm vorbei zu ziehen...
    jetzt ist es so, dass ich jeden tag mit seiner post konfrontiert werde, die nach wie vor zu mir kommt. er hat einen schlüssel für den briefkasten, könnte also jederzeit seine post holen, ohne mit mir konfrontiert zu werden. ich muss ihn jedoch immer wieder ermahnen, sie auch zu holen. an der post kann ich auch erkennen, was er mittlerweile wieder alles schleifen lässt, dass er sich wohl kaum noch um seine angelegenheiten kümmert, komplett in die alten muster fällt.
    es bricht mir das herz. ich liebe ihn nach wie vor, d.h. ich liebe das eine gesicht, das liebe, sanfte, fürsorgliche, das 2. gesicht von ihm, das aggressive, beleidigende, gemeine vermisse ich ganz und gar nicht. wir hatten zwischenzeitig wirklich gute und stabile zeiten, in denen das 2. gesicht kaum zu sehen war, ich dachte damals wirklich, dass alles gut werden wird. dann die schleichende veränderung, die letzlich in diesem crash endete.

    was mein eigentliches problem ist: ich kann so gar nicht damit umgehen, mitzuerleben, wie er alles erreichte wegwirft, in nullkommanichts wieder in seinen alten problemen sitzt. ich hatte so viel energie, zeit und engagement investiert, ihm seine wege zu ebnen, eine gesunde basis zu schaffen. er hatte so viel verändert, so viel dazu gelernt...
    und jetzt ist wieder alles vergessen?
    die schuldenfalle schnappt schon wieder ganz gewaltig zu, mit den ämtern hat er offensichtlich auch probleme, steckt gewaltig den kopf in den sand.
    dabei weiß er doch heute, was seine defizite sind und er kennt mittlerweile leute, die ihm helfen, hat alle adressen und anlaufstellen. sogar ich hatte noch immer meine hilfe angeboten.
    NICHTS!!!
    ich darf wirklich dabei zusehen, wie er alles hinschmeißt und ich kann so ganz und gar nicht damit umgehen, bin total hilflos in dieser situation. ER muss die hilfe wollen und suchen, ich kann ihn zu nicht zwingen aber es ist so verdammt schwer, dabei zuzusehen, wie der mensch, den man liebt, mit 180 sachen gegen die wand fährt.
    ich habe ihm ein ultimatum gesetzt, wie lange er den briefkasten noch nutzen kann. jeden tag durch seine post damit konfrontiert zu werden, halte ich nicht mehr aus. aber ich habe das gefühl, dass das auch nur eine kopf-in-den-sand-stecken von mir ist und das ist echt nicht meine art.
    was kann ich nur tun? ich komme mit dieser situation nicht klar.

  2. #2
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    Liebe fox,

    Dir geht es nicht gut und Du hast das einzig mögliche getan: Dich abzugrenzen.

    Er möchte Deine Hilfe nicht und alle Angebote und Hilfestellungen werden abgelehnt. Was sollst Du denn sonst noch tun?

    Er hat sich für etwas anderes entschieden. Er ist erwachsen. Er kann selbst entscheiden, was ihm gut tut und was er möchte, oder eben auch nicht.

    Dich trifft da keine Schuld, ehrlich.

    Ich verstehe Dich, verstehe was Du investiert hast, wie gut es Dir und ihm damit ging - und auch wie schwierig es ist, jemanden so abrutschen zu sehen. Ich habe das selbst schon durch.

    Du kannst nicht mehr für ihn tun als Du bisher schon getan hast, denke ich. Du kannst meiner Meinung nach nur noch eines tun: Dich selbst schützen. Und das ist sehr wichtig, denn Du kannst dir selbst helfen. Er möchte die angebotene Hilfe nicht, wie es scheint.

    Es tut mir wahnsinnig leid für Dich, ehrlich.

    Ich denke, jeder Mensch hat auf dieser Welt seine Aufgaben zu erfüllen und seine Lektionen zu lernen, um eben erstes zu können. Erledigen wir das für diesen jenigen, dann muss eben dieser seine Lektionen in noch gründlicherem Maße wiederholen.

    Wem wäre damit geholfen?

    So schwer wie es ist, Du machst es meines Erachtens genau richtig.

    Ganz liebe Grüße und ganz viel Kraft schicke ich Dir!

    Virtuna
    Geändert von Ehem. Mitglied 14 ( 1.06.2010 um 23:22 Uhr) Grund: Ergänzung

  3. #3
    fox


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 61

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    liebe virtuna,
    genau das sage ich mir auch immer wieder: ich muss mich jetzt selbst schützen, um nicht mit "in die tiefe" gerissen zu werden. gerade, weil ich auch ein kind habe, muss ich diese verantwortung übernehmen, mich von ihm abzugrenzen. aber es gibt tage, an denen das so unendlich schwer fällt, besonders, wenn man wieder mit seinem "alles schleifen lassen" konfrontiert wird.
    ganz rational gesehen kann man nur die flucht ergreifen...

    aber in einer beziehungskiste rational zu bleiben fällt schwer und ich zähle wohl auch eher zu den stark emotionalen menschen. ich kann kaum ertragen, wenn jemand leidet, auch wenn er dieses "schicksal" selbst gewählt oder verursacht hat. dass er sich noch immer nicht um eine wohnung kümmert, bringt mich fast um. so kann man doch nicht leben!
    er anscheinend schon, oder?

    es ist sehr zwiespältig: ich kann nicht dabei zusehen, wie er gegen die wand fährt, nehme dann aber doch zu viel wahr, um die augen verschließen zu können.
    es kostet fast mehr kraft, ihm nicht zu helfen, als das, was ich früher für ihn getan habe.

  4. #4
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    Liebe fox,

    Wie hast Du Dich denn früher dabei gefühlt, als Du ihm geholfen hast?

    Gerade wenn Du Mama bist und Verantwortung nicht nur für Dich selbst, sondern auch noch für ein Kind trägst, ist eine Abgrenzung ganz wichtig, finde ich.

    Kinder schauen sich vieles ab (80% von dem, was sie überhaupt lernen) und sind so hilfebedürftig, so leicht zu verunsichern. Sie brauchen Liebe, Leitlinien und Struktur. Sonst hängen sie total in der Luft und fühlen sich sehr schnell hilflos oder verantwortlich.

    Du hast alles getan, was Dich anging und was Du konntest, fox. Mehr geht nicht. Er hat sein Leben für sich gewählt. Auch wenn er damit objektiv nicht zurecht zu kommen scheint, hat er dennoch eine Wahl getroffen. Wir können niemandem helfen, der keine Hilfe will. Würden wir es doch tun, wäre das übergriffig und würde die Grenzen des Gegenübers überschreiten.

    Ich kann mir sehr gut vorstellen wie schwierig das alles für Dich ist, liebe fox, was Du empfinden magst und wie es Dir an "schlechten" Tag womöglich geht. Ich kann das alles sehr gut nachempfinden. Die ganze Sorge um einen lieben Menschen, der augenscheinlich ins Verderben rennt und nichts dagegen unternimmt.

    Meinst Du, Du kannst versuchen Dir immer wieder zu sagen, dass es seine eigene Entscheidung ist und Du alles versucht hast? Dass Du ihm helfen würdest, wenn er das denn auch wollte und Dich fragen würde, aber gerade eben anscheinend nicht will?

    Mensch, mir tut das echt mal leid für Dich!

    Liebe Grüße!

    Virtuna

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 27

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    Hallo Fox,

    da ich selbst ein sehr heftiges ADHS habe kann ich nachvollziehen was mit Deinem Ex los ist. Es ist für euch beide eine sehr schwere Situation von denen ich selbst ne Menge hatte. Ich glaube, dass es ihm Leid tut ,er es sich aber nicht eingestehen kann das er Fehler gemacht hat.

    Unknown

  6. #6
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    @ unknown:

    Ich finde Deinen Denkanstoß sehr interessant - dennoch stellt sich mir hier die Frage, ob das überhaupt unter der Rubrik "AD(H)S" einzuordnen ist oder ob das vielmehr ein Selbstwertproblem sein könnte.

    Sicher lässt sich die Situation vom Partner nachvollziehen, es ging aber in dem Thema hier darum, ob und wie es für die Partnerin weitergeht.

    Sorry für den :offtopic:

  7. #7
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 902

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    :offtopic:Sorry wenn ich dazwischen funke ,aber ich finde Deinen letzten Beitrag Virtuna nicht ganz in Ordnung .Ich weiß jetzt nicht wie es Unknown aufgefaßt hat ..aber ich wär hier sauer/beleidigt ,er wollte mit seinem Beitrag helfen ,das fox vielleicht das Verhalten verstehen kann .
    Und ich glaube auch nicht das fox hier NUR wegen SICH hier Hilfe holt ,sie möchte doch auch ihn verstehen,verstehen warum er ihre Hilfe nicht annimmt ...sich so gehen läßt .

    Hier geht es doch darum das wir Angehörigen helfen uns zu verstehen ,helfen mit uns klarzukommen :offtopic:

  8. #8
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    Okay, Dipsi,

    das sehe ich ein. Danke Dir für den Hinweis.

    Also, wenn es so aufgefasst wurde, dann entschuldige bitte, unknown.

    Ich hatte Bedenken, dass der Thread vielleicht in die falsche Richtung laufen könnte und wir mehr über den Partner diskutieren als über die momentane Problematik von fox.

    Liebe Grüße!

    Virtuna

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 27

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    Hallo Fox,

    bei ADHS ist es ganz typisch, dass man Probleme mit dem Selbstwertgefühl hat. Du kannst im Internet sehr viel darüber lesen. Ich finde die Diskussion ok und sinnvoll. Ich weiß allerdings nicht wie ich die Gefühle eines ADHSlers beschreiben soll, weil man diese eigentlich nicht wirklich beschreiben kann. Auch kenne ich den Hintergrund eurer Geschichte nicht und könnte ins Fettnäpfchen treten.

    Ich beobachte diesen Thread weiter.


    Gruß

    Unknown

  10. #10
    fox


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 61

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    vielen dank für eure antworten.

    von den problemen mit dem selbstwertgefühl weiß ich bereits. ich weiß auch, dass er sehr stark damit zu tun hat, obwohl ich immer der meinung war, dass er das nicht bräuchte. er ist ein toller mann, der mit einigen dingen eben nicht klarkommt und in manchen situationen wirklich unangemessen reagiert aber fehler oder defizite hat doch jeder, egal ob adhs oder nicht! anscheinend ist oder war er sich seiner stärken nie wirklich bewusst.

    er hat in den ganzen jahren unserer beziehung nie wirklich gelernt, sich zu entschuldigen oder mir mitzuteilen, dass er etwas bereut. ich denke, auch wenn vieles, was falsch läuft, durch adhs falsch läuft, so muss er das jedoch schaffen, wenn er erkennt, dass es falsch war.
    wie hab ich immer zu meinem kind gesagt: "wenn du mir auf den fuß getreten bist, dann sicherlich nicht mit absicht aber trotzdem tut mein fuß weh, dass sollte dir nicht egal sein, da gehört es sich einfach, dass man zeigt, dass es einem leid tut."

    mag sein, dass es ihm nicht gut geht, dass ihm einiges leid tut aber ER muss initiative ergreifen, etwas zu ändern oder ändern zu wollen. er hat zu vieles abgelehnt. es ist in erster linie SEIN leben.

    gestern hat seine mutter bei mir angerufen, auch sie macht sich große sorgen. sie wohnt in einer anderen stadt und ist noch hilfloser als ich. wenn sie mit ihm telefoniert, sagt er immer, es wäre alles ok aber sie merkt auch, dass das nicht stimmt. gespräche lehnt er aber auch mit ihr ab. sie ist auch an dem punkt, wo sie nicht mehr weiter weiß.

    liebe Virtuna,
    mein kind ist 12 jahre und erstaunlich weit, was den umgang mit adhs angeht. er geht damit wesentlich entspannter um, als ich. allerdings genießt er momentan auch die zeit mit mir allein, die beständigkeit, die jetzt bei uns herrscht, das fehlen dieser ewigen konfliktsituationen.
    dass ich leide, nimmt er jedoch auch wahr und sucht sogar mit mir gemeinsam nach lösungen und erklärungen. irgendwie genieße ich diese intensiven gespräche sehr, dafür war vorher nie genug zeit.
    außerdem hat mein kind ja auch noch seinen vater, der ihm auch als vorbildfunktion dient.
    für mich waren hauptsächlich die vielen konflikte und diese unruhe im alltag, die mein kind miterleben musste, das problem. ich will ihm beständigkeit und harmonie bieten können.

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