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Diskutiere im Thema trennung und alles hingeschmissen im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 11

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    Liebe fox,
    ich kann sehr gut machempfinden, wie es dir jetzt geht! Fühl dich erst mal gedrückt
    Auch mein Mann (ADS mit Suchtproblematik) hat sich schon zweimal von mir getrennt, weil er sich, wie ich heute weiß, einfach nur noch überfordert gefühlt hat. Er ist z.B. vor vier Jahren kurzerhand ausgezogen, nachdem er mich mit einer anderen Frau betrogen hat, obwohl er diese Affäre schon beendet hatte. Er fühlte sich der Auseinandersetzung mit mir schlicht nicht gewachsen. Wenn ich ihm da (nach einiger Zeit natürlich erst, ich war ja super verletzt!!) keine Brücken gebaut hätte, wäre er komplett versackt. Mittlerweile hatte er nur noch getrunken und auch Schulden gemacht. Anfang dieses Jahres hatten wir eine ähnliche Situation, in der wir uns aber recht schnell professionelle Hilfe geholt haben. Das Abhauen in schwierigen Situationen ist ein Verhalten, das ihm selbst auffällt und das ihn stört.
    Mittlerweile sehe ich auch, dass es nicht nur seine ADS-Probleme sind, sondern dass auch ich viel mit meinem Verhalten dazu beitrage. Die "Spirale" setzt sich in Gang, wenn ich nicht vorher aussteige, d.h. wenn ich anfange Druck auszuüben, macht er zu oder haut ab, dann erhöhe ich den Druck und er macht noch mehr zu. Ist wohl auch nicht nur ADS, sondern auch geschlechtsspezifisch, Aber das ist ein anderes Thema.
    Wenn deine Gefühle für ihn noch ausreichend vorhanden sind, liebe fox, würde ich dir raten, ihn loszulassen, ein Stück aus der Spirale rauszugehen und in der Zeit dir und deinem Sohn etwas Gutes tun. Ist für uns Partner das Schwierigste, ich weiß, für deinen Partner ist das Zurückkommen schwer. Pass auf dich auf!

    Alles Liebe,
    kuriba

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 54

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    Liebe Fox,

    ich weiß nicht, ob mein Statement hilfreich sein kann, oder Dir noch mehr Fragen bereitet, ich versuchs einfach mal:

    Deine Geschichte hat mich sehr berührt, da ich viele Parallelen zu meiner Situation erkannt habe. Nur, dass ich in meinem Fall ER war.

    Auch ich habe/hatte diese wahnsinnigen Probleme mit Ämtern, Gläubigern, etc. und wußte Zeit meines Lebens nicht, wie man aus diesem Strudel heraus kommt. Man steht da vor diesem Berg auf den man unbedingt hinauf will.

    DIeser Wunsch ist für mich das Sinnbild für den Wunsch, diese elenden Briefe und Probleme erledigt zu haben.
    Nur irgendwie fehlt einem der Bergführer, der einem den Weg zeigt, ihn begleitet, und am Ende mit ihm feiert, weil man es doch geschafft hat.
    Nun Du wirst jetzt einwenden, dass Du ja eigentlich der Bergführer gewesen wärst, bzw. auch noch Freunde und Bekannte Teilabschnitte mit ihm gegangen wären.

    Und da kommt etwas ins Spiel, dass mir erst monate nach der Trenung bewußt wurde,denn meine Freundin hat mir im Urlaub mitgeteilt , dass sie diesen berg eigentlich nicht besteigen kann oder will (ich bekam nie den wirklichen Grund heraus).

    Nämlich, dass ich wahnsinnig unter einer Last an Vorwürfen seitens ihrer Familie gestanden bin, dass ich eigentlich niemals akzeptiert wurde, weil ich ja Schulden habe....

    Ich war mehr oder minder fast 8 jahre in einen Familienbund eingegliedert (oder besser lose angedockt), und irgendwie habe ich dann so éine Art Trotzreaktion so nach dem Motto "Euch zeig ichs schon noch" ) hingelegt. Ich wollte es wirklich allein schaffen, den richtigen Weg auf den Berg zu finden...

    Daher habe auch ich den Fehler gemacht, sie aus meinen Dingen rauszuhalten, ihr dinge zu verheimlichen, oder auch sie anzulügen....

    Ich habe mich jedesmal furchtbar schrecklich gefühlt, hatte aber immer die Hoffnung, eines Tages diesen Druchbruch zu schaffen....

    Doch ich wollte schlicht und ergreifend nicht einsehen, dass ich Hilfe brauchte, und auch annehmen durfte, denn sie wurde auch mir von vielen Menschen angeboten - Ich war ein Hornochse...
    Ich habe auch in den 4 Monaten, die unsere Abnabelungsphase gedauert hat, oft gedacht, dass es wahrscheinlich besser ist, wenns aus ist, dann nehm ich mir eine kleine Wohnung, nehm meinen Papierkram und packe es an....---> Blödsinn!!!!! Ich war ein Volltrottel....

    Ich habe 5 Monate gebraucht, um überhaupt mal wieder nüchtern zu werden....

    In den letzten 2 Monaten ist aber mittlerweile einiges passiert, und ich habe wieder Mut gefunden, das Leben anzunehmen. Aber es ist ein wahnsinnig mühsamer Weg, der wesentlich einfacher gewesen wäre, wenn ich nicht meinen falschen Stolz raus hängen hätte lassen.....

    Ich denke, bei mir ist die Türe zugefallen, ich fände es schön, wenns nicht immer so sein müsste, und Ihr vielleicht doch noch gemeinsam den Berg besteigen könntet.....

    So, ich hoffe ich konnte DIr einen Einblick aus der SIcht eines ADHSler und wünsche DIr alles Gute und viel Kraft.
    Denn die wirst Du zweifellos brauchen, wenn du Ihm den Hornochsen austreiben willst...

    Und wenn er gar nicht will, dass wird er die selbe Erfahrung machen dürfen wie ich...

    Liebe Grüße

    abgADHS

  3. #13
    fox


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 61

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    hallo kuriba,
    danke, für deine lieben worte.
    genau das versuche ich gerade, ihn loszulassen. egal, was dabei mit UNS geschieht, ist mir wichtig, dass er SEIN LEBEN in den griff bekommt. dazu muss ER jedoch den willen entwickeln, ER muss es wollen, sich hilfe suchen.
    ich denke, er hat sich oft von mir bevormundet gefühlt, ich hab ihn zu oft an seine angelegenheiten erinnert, ihn ermahnt, ihn jedoch auch immer wieder versucht, zu motivieren, wenn er wieder völlig antirebslos war. ich wollte ihm nicht einfach alles abnehmen, er sollte sich schon selbst um sein zeug kümmern aber er hat es auch immer wieder vor sich hergeschoben und ich hatte nie genug geduld, so lange nichts zu sagen, bis er es von sich aus in angriff nimmt.
    wie auch?!
    mir waren immer sämtliche konsequenzen, die aus dem nichtstun entstanden, permanent präsent. wenn er abgelenkt war, war er abgelenkt, die schublade mit seinen aufgaben war dann einfach komplett zu. das hat mich sehr belastet, ich hab mich komplett allein verantwortlich gefühlt: für mich, mein kind und ihn.
    ich wollte auch, dass er sich jemand anderen sucht, der ihn coacht, da die last für mich zu groß war aber so weit sind wir nicht mehr gekommen.
    jetzt hat er keinen mehr, der ihn anschupst oder von dem er sich anschupsen lässt. ich hoffe sehr, er bekommt die kurve und das hoffe ich für ihn, denn er ist wirklich ein toller mensch mit vielen guten seiten.

  4. #14
    fox


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 61

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    hallo sbgADHS,
    vielen dank, es hilft mir sehr, die andere seite erfahren zu dürfen. ER redet ja nicht mehr mit mir und über sein innenleben.
    ich denke, da sein innenleben so ganz anders als meins ist, ist in so einer beziehung nichts wichtiger, als den anderen daran teilhaben zu lassen.
    nachdem er damals im streit gegangen ist, waren wir noch einmal bei unserer paartherapie. er sagte dort, dass er in letzter zeit zu oft vorwürfe von mir hören würde, auch wenn ich sie nicht direkt sage...
    ???
    gerade zu dieser zeit habe ich versucht, ihm möglichst vorwurfsfrei gegenüber zu treten. wenn er mal einen tag gar nichts gemacht hat, weil er nicht in die gänge kam, reagierte ich eher mit einem "na dann ist das eben so, morgen siehts vielleicht wieder anders aus" oder versuchte mit ihm lösungen zu finden, dass ihn der "berg von aufgaben" nicht von vornherein die kraft raubt. wir hatte z.b auch die lösung, dass er jeden tag nur 3 aufgaben abarbeitet, nicht mehr und nicht weniger, nach den 3 aufgaben ist schluss.
    das hat ganz gut geklappt -> 3 tage lang. dann kam wieder eine phase von antriebslosigkeit. ich habs versucht, locker zu nehmen...

    vielleicht ist es in einigen augen richtig, was ich getan habe, ihm immer wieder den weg auf den berg zu zeigen. er fühlte sich offensichtlich bevormundet.
    anfangs hatte ich auch das gefühl, er will es erstmal allein schaffen, da ging er auch noch zur therapie und zur selbsthilfegruppe aber selbst das macht er heute anscheinend nicht mehr.
    seine mutter lässt er nicht an sich ran und ich glaube auch nicht, dass er mit jemand anderen offen über seine probleme redet. es würde bedeuten, dass er sich schwächen eingestehen müsste, das hat bei mir schon sehr lange gedauert. dieses vertrauen jemand anderen gegenüber muss er erst einmal wieder aufbauen.
    wahrscheinlich muss er genau den gleichen weg gehen wie du. letztlich lernt man am besten aus seinen eigenen erfahrungen und nicht aus dem, was einem andere sagen, was passieren wird. warum fasst sonst ein kind auf die heiße herdplatte, obwohl man ihm 1000 mal gesagt hat, dass es sich verbrennen wird?

    ich habe auch bei uns beobachten müssen, dass wir immer wieder konflikte hatte, die wir schon einmal verarbeitet hatten, lösungen gefunden haben. es war, als wenn ich immer wieder von vorn anfangen musste, als wenn er es vergessen hatte. oft musste ich ihm sehr intensiv auf die sprünge helfen, dass er sich überhaupt erinnert.
    unter den medis wurde das besser, da konnte sein gedächtnis offensichtlich auf diese erfahrungen zurückgreifen aber die hat er ja nun auch abgesetzt.

    es fühlt sich verdammt aussichtslos an.

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 54

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    Liebe Fox,

    ich weiß ja nicht wie alt er ist, aber da gibts einfach eine Krux, über die wir nicht oder nur sehr schwer drüber kommen:

    Nun wir sind einerseit Chaoten, andererseits haben wir aufgrund von ADHS gewisse Dinge, die ein normaler Mensch lernt, niemals gelernt, weil nicht ernst genommen. Dazu gehören einmal Dinge wie "mit Geld umgehen", Briefe beantworten, sein Leben einrichten.

    Im Jugendalter wird das teilweise noch verziehen. Doch ab einem gewissen Alter, bzw. wenn sie die Lebensumstände verändern (wie eine feste Beziehung, ein Kind) dann wird verständlicherweise erwartet, dass man funktioniert.

    Nun wird einem das halt erst mit der Zeit bewusst, man merkt, dass man Unzulänglichkeiten hat.
    Gepaart mit dem Wunsch Familienoberhaupt zu sein, alles für seine geliebten MEnschen zu tun, kann einen in ein dermassen tiefes loch ziehen, das einem jegliche Antriebskraft genommen wird.

    Du darfst ja auch nicht vergessen, dass wir ein zum teil jahrelanges martyrium schon hinter uns haben, das unverständnis in der famile, bei "freunden", die fragen die man sich stellt "warum bin ich so, warum kann ich nicht wie die anderen sein",

    Ich kann von mir nur sagen, ich bin mit leeren batterien in eine beziehung gegangen, die mir dann - obwohl sie immer hinter mir gestanden hat, sich sogar gegen die eigenen eltern gestellt hat - den rest gegeben hat.

    Somit kann man sagen: leere Batterien aufgrund des Vorlebens, Erwartungshaltung der Liebsten - die man sich nicht zutraut, zu erfüllen, der wunsch "normal" zu sein - das ist ein mix, der nicht leicht zu entwirren ist...

    Unterm Strich hat er jetzt die Möglichkeit zu reflektieren. Der Druck Deiner Erwartungshaltung ist mal weg, damit hat er nicht mehr das Gefühl ich Rechtfertigen zu müssen (denn das ist etwas, was auch ich immer gehasst habe).

    Er wird wissen, dass er für diese Situation verantwortlich ist, das muss er erstmal verdauen(bei mir hats wie gesagt 5 monate gedauert),

    Dann wird man sehen, ob er sich mit seinem Selbstmitleid ins dunkel Kämmerchen zurückzieht, oder offensiv an die Sache ran geht.

    Es wird aber auch sicher davon abhängen, wie er seine Gedanken, Gefühle in Relation zu seinen Gefühlen zu DIr und Eurem Sohn stellt.

    Wenn er nämlich merkt,dass er ohne euch nicht sein kann, dann wird er ganz in ADHS Manier alles dran setzen, dass alles wieder gut wird....

    Zu seiner Aussage mit den Vorwürfen:

    Ich habe es selbst mitgemacht, und auch hier im Forum schon viel Bestätigung erhalten:

    ADHSler polarisieren. Manche werden Popstar und gewinnen den Song Contest, andere leiden ihr Leben lang unter den "Vorwürfen" jener, die nicht wissen was wir sind, und warum wir so sind....
    Und das Unbekannte hat der Mensch noch nie so wirklich mögen...

    Es ist daher für mich nachvollziebar, wenn er mal sagt: Ich kann diese ganzen Vorwürfe nimma hören!!!!!! - Es ist ein Hilfeschrei..

    Auch wenn Du manche Dinge nicht als Vorwurf sendest, er empfängt es ungewollt so.
    Damit haben wir auch den Kreis zur Konfliktbearbeitung geschlossen:
    Konflikt = Vorwurf

    So sehe auch ich es heute noch....

    Ich hofe, ich konnte DIr noch ein paar Gedankenanregungen geben...

    Alles Liebe

    sbgADHS

  6. #16
    fox


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 61

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    hallo sbgADHS,
    heute gehts mir schon ganz gut, nicht mehr so sehr verzweifelt, was SEINE zukunft angeht. ich denke, es liegt viel an dem, was du geschrieben hast. es hat mir wieder hoffnung gegeben, dass er doch noch die kurve kriegt.
    ich hatte auch schon wahrgenommen, dass wir in völlig unterschiedlichen zeitgefügen zu leben scheinen. wenn ich in einem konflikt 5 minuten brauche, um wieder klar denken und auf ihn zugehen zu könne, so braucht er nicht selten einen ganzen tag.
    für mich wäre der umstand, länger als eine woche in einem miniatur-pensionszimmer zu leben, unerträglich. er lebt das jetzt schon über 2 monate und es scheint ihn nicht so viel zu stören, dass er etwas ändern will. jedenfalls jetzt noch nicht.

    aber ich denke mittlerweile auch, dass er es jetzt allein schaffen muss. bisher gabs immer jemanden, der ihn wieder "aufgefangen" hat. allein für sein selbstbewusstsein wäre es gut, wenn er allein seine wege findet.
    eine weile mal mit all seinen problemen in einer eigenen wohnung fertig werden, für sich selbst ein system finden, ich hoffe sehr, dass er es schafft.

    mein sohn ist übrigens nur MEINER, wir haben keine gemeinsamen kinder. da gab es auch genug konfliktpotential, obwohl ich denke, dass ich ein relativ verträgliches kind habe. da gibts kaum teenie-zickereien. aber kinder sind noch in der lernphase und keine perfekten kinder, die keine geräusche machen, immer akurat essen usw.
    zu oft hat er gereizt auf meinen sohn reagiert, bei ganz banalen situationen...
    wenn der vater des kindes ungerecht wird, kann man dies deutlich besser wegstecken, als wenn es nicht der vater ist. das ist einfach so. ich werde selbst sicher auch oft genug ungerecht aber irgendwie reagiert man innerlich anders...
    patchwork-familien sind schon keine einfache konstellation, mit einem adsler wirds dann nicht einfacher.
    aber ich muss zu seiner verteidigung sagen, dass er oft genug MICH beruhigt hat, wenn ich mich mit meinem sohn in den haaren hatte. das konnte er wirklich gut.

    konflikt = vorwurf
    ich denke, das trifft es ziemlich genau.
    wie oft habe ich mich ungerecht behandelt gefühlt, weil er mir vorwarf, ich würde ihm nur vorwürfe machen, zu laut und aggressiv sein usw.
    das "zu laut und aggressiv" hatte ich mir mittlerweile erklären können. sicherlich war ich in einigen situationen aufgeregt und habe dabei auch unbewusst die stimme gehoben und war sicherlich auch lauter als sonst aber dies als "zu laut und aggressiv" zu bezeichnen, fand ich schon sehr ungerecht. wenn einen der eigene partner zu gut deutsch als "furie" darstellt, tut das alles andere als gut.
    letztlich war es seine wahrnehmung in stresssituationen. für mich meist nur ein banaler hinweis, für ihn schon ein vorwurf, in dem er überreagierte, ich verunsichert wurde, für ihn dann aggressiv... eine spirale ohne ende. ich konnte nichts ändern, auch wenn ich geflüstert habe, war es für ihn unerträglich. es war SEINE wahrnehmung, da kann ICH letztlich nichts änders, oder?
    wenn du schreibst, dass ein konflikt gleichbedeutend einem vorwurf ist, so verstehe ich seine reaktionen besser. auch, wenn ich es oft versucht habe, abzumildern, so war ihm selbst bewusst, dass er etwas nicht geschafft hat. der vorwurf kam nicht von mir, das ist eine sache, die er mit sich ausmacht. nur leider bin ich der empfänger seiner reaktionen, obwohl ich eigentlich nicht der auslöser sein dürfte...

    ach mensch, alles reichlich kompliziert!

    ob er momentan reflektieren kann, weiß ich nicht, ich denke eher nicht. das ist ihm schon immer schwer gefallen. unter den medis konnte er es. vielleicht kann er sich irgendwann wieder daran erinnern und er sucht noch einmal seinen arzt auf.

    jedenfalls hilft es mir sehr, das gefühl zu entwickeln, dass er es irgendwann schon schaffen könnte. er lässt sich JETZT hängen und vielleicht geht auch alles zu nichte, was wir gemeinsam erreicht haben, es dauert sicher auch länger, als ich es ertragen könnte aber hoffen zu können, dass der mensch den man liebt diese gewisse eigenenergie entwickeln kann, tut sehr gut.
    unanbhängig davon muss ich mich trotzdem von ihm abgrenzen. es gibt tage, wie heute, an denen ich relativ gut klarkomme aber es gibt auch zu viele tage, an denen mir dieses wegwerfen zu bewusst wird. da möchte ich ihn am liebsten an seinen ohren packen und ihm sagen, dass er endlich wieder etwas tun soll.
    das hilft keinem, das weiß ich und deshalb ist der harte cut notwendig, denke ich.

  7. #17
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 902

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    er lebt das jetzt schon über 2 monate und es scheint ihn nicht so viel zu stören, dass er etwas ändern will. jedenfalls jetzt noch nicht.
    ---das glaub ich nicht ...er hat nur absolut keine Kraft irgendwas zu ändern ,oder auf Jemanden zuzugehen
    und ich glaube auch nicht das es damit zusammenhängt :da müßte er Schwäche zeigen/zugeben
    er sitzt einfach in seinem tiefen schwarzen Loch,sieht überhaupt keinen Lichtblick und schafft es nicht da raus zu kommen ...bzw sieht keinen Ausweg in seinem Leben und ist in der Phase :Mir ist ALLES scheiß egal ..hoffentlich sterb ich bald .

    Für Andere (zb für Dich und Mutter) bin ich sowieso nur eine Belastung ..sie sind glücklicher ohne mich ...sie sollen nicht unter mir leiden ..ich mache deren Leben kaputt .

  8. #18
    fox


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 61

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    hallo dipsi,

    was wäre in deinen augen eine richtige reaktion der angehörigen?

  9. #19
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 122

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    Dipsi spricht ein paar wichtige Punkte an, er hat sicher ein massives emotionales Problem!

    Daher möchte ich auch zu Virtuna sagen, solche blödsinnigen Aussagen wie "abschweifen", da kriege ich die Krise!! Man muss doch einen Menschen holistisch betrachtet, oder?! Wenn er ein Selbstwertproblem hat, denkst du das ist völlig isoliert davon? Ist das jetzt deswegen seine Schuld?! Denkst du es wäre ihm nicht lieber, wenn er sich "like a boss / like a man" fühlen würde?! Leider scheinen viele so zu denken, frag mich wo das herkommt...

    An fox, ganz ehrlich, ich gebe keine voreingenommene Wertung in die eine oder andere Richtung an, kann aber nur sagen dass ich dich sehr dafür respektive und dein Mann/Freund sich sehr freuen kann (auch wenn es ihm sicher schwerfällt bzw. er da grad nicht dran denkt) dich zu haben!! Wenn ich dir eins sagen kann, dann egal was dir andere sagen, aber das Wichtigste m.M.n. sind für diese Leute / uns doch andere Menschen!!!
    Auch dann wenn wir die ablehnen! Ich weiß nicht, ich habe vlt. teils auch so reagiert, vlt. auch nicht. Aber du musst einfach entscheiden, ob du vielleicht weiter für ihn da sein und mit ihm zusammen sein willst!! Wie reagiert er denn? Will er denn wirklich nicht? Ich wette er meldet sich wieder, sobald du dich zu sehr von ihm entfernst. Und ich würde das nicht davon abhängig machen, was du dir "einbildest" (subjektiv wahrnimmst) oder dir andere hier sagen, was er evtl. meint/denkt/fühlt, weil das wirst du eh nie einfach so objektiv per "Fernanalyse" herausbekommen!! Maximal annäherungsweise indem du wirklich mit ihm redest! D.h. ob er sich wirklich von dir distanzieren will oder nur vor dir Angst hat (!!) das solltest du, wenn du magst, herausfinden. Und das mit der Angst nimm es bitte ernst, ich habe viel Angst vor Menschen und v.a. aber vor den meist-geliebten, vor denen die man am Liebsten hat, die man am Wenigsten verlieren will! V.a. wenn es Streit oder so gibt. Er wird sich sicher schämen! Leider sind die meisten Menschen in einer Beziehung nicht wie Peter Zwegat , sind also selten professionell (hart aber fair . Du musst ihn und dich dazu zwingen da möglichst viele (negative) Emotionen herauszunehmen und gleichzeitig konstruktiv-positiv vielleicht trotzdem liebevoll zu ihm zu sein. Denn er kann sich rational alles mögliche einzureden versuchen, solange sein emotionaler Teil / "Unterbewusstsein" sagt bzw. sich so fühlt, als ob ihm das nicht Selbstrespekt, Selbstliebe und Fremdliebe zurückbringt, wird er sich nur weiter in die Spirale nach unten begeben! Weil ohne diese o.g. positive Perspektive (hat er eine Famile / Freunde? Anscheinend nur minimal?) wie auch evtl. eine Job-Perspektive (wie schaut's da aus?) wird er die Kraft in sich nicht finden können. Mit Vorwürfen wird es nicht gehen. Weil die macht er sich sicher schon selbst! Und du weißt evtl. selbst wie sich das auswirkt, wenn man sich selbst schlecht redet / findet...

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 16

    AW: trennung und alles hingeschmissen

    Hallo!!

    Das alles kommt mir sehr Bekannt vor!
    Mir ist genau das selbe passiert vor ein Paar Wochen mitr meiner Ex Freundin.
    Ich Red mir immer wieder ein das ich an dem ganzen Schuld bin.

    Ich mus auch sagen wir sind jetzt Befreundet weil sie der einzige Mensch ist der mich Versteht.
    Was ich auch gut finde.

    Aber dann Denke ich mir wieder egal hätte nicht sein sollen.

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