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Diskutiere im Thema Mein liebenswerter Chaot.. im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 14

    Mein liebenswerter Chaot..

    Hallo Zusammen,

    ich versuche mich möglichst kurz zu fassen und den Beitrag gut zu strukturieren.
    Mein Freund und ich sind seit 12 Jahren zusammen.

    Ich mache mal „Stichpunkte“, sonst artet das aus:


    • Arbeitet wer von euch im Homeoffice, evtl. im Vertrieb? Wie organisiert ihr euch da?


    Es kommt oft vor, dass er lieber im Internet surft und alles andere macht, nur nicht arbeiten.
    Mich stresst das extrem, weil ich da ganz anders bin. Ich muss alles wegarbeiten, dann kann ich mich entspannen und andere Dinge machen. Ist noch irgendwas unerledigt, was dringend ist, stresst mich das extrem und ich erledige es. Mir fällt es schwer, das mitanzusehen, wie um ihn herum Chaos ist und er seelenruhig irgendwas anderes macht. Jetzt hat er auch noch ein Gespräch mit seinem Chef. Er hat wohl ein paar wichtige Mails übersehen. Abwarten..


    • Wie ist das bei euch mit Familienplanung, bzw. „Sich einer Beziehung sicher sein“?


    Wir sind seit 12 Jahren zusammen, seine Körpersprache und sein Umgang mit mir sagen mir, dass er mich liebt. Ich äußere auch gar keine Zukunftspläne, weil ich weiß, dass ihn das stresst.
    Er weiß, dass ich auch Kinder möchte, aber nicht wann. Er sagt immer in den nächsten 5 Jahren nicht. Das sagt er seit 12 Jahren. Er hätte gerne Kinde mit ca. 40, hat aber Angst, dass ich dann zu alt bin. Das hatte er mal angesprochen, vor ca. 3 Jahren.
    Bei solchen Themen blocke ich instinktiv ab, aus Angst vor negativem Ende. Doof, ich weiß.

    Er hat früher immer gesagt, dass ich ihn runterziehe und er das nicht mehr könne. Und ob es nicht besser wäre, wenn wir uns trennen. Ich verneinte das immer und dann war das Thema erledigt.
    Manchmal frage ich mich in so Situationen, warum er sich nicht einfach getrennt hat. War aber dann natürlich froh, wenn er es nicht machte.
    Andererseits gibt er mir ein völlig anderes Gefühl, als das was er sagt.
    Seit wir den ADHS-Verdacht haben, kann ich mit sowas besser umgehen. Es bedeutet nicht gleich den Untergang der Beziehung, sondern erstmal abwarten, er kriegt sich wieder ein.

    Ich habe das Gefühl, dass er seitdem auch entspannter ist. Ich verstehe besser, warum er bis nachts um 4 Fern schaut und meckere nicht mehr rum.
    Ich merke, wann er gestresst ist und spreche das auch an. Dann entspannt er sich meistens etwas. Ich lasse mich auf ihn ein und mache nicht noch mehr Druck.
    Allerdings bestehe ich auf Sachen, die mir wichtig sind und das klappt auch gut.

    Wenn er „noch schnell“ eine Mehrfachsteckdose an der Kellerabtrennung befestigen will, weiß ich, dass er die Löcher, wo die Kabelbinder reinsollen, abzählen muss. Er sagte damals, er müsse das noch schnell machen und er hätte es gleich fertig. Wir hatten aber nur noch eine Std um etwas zu erledigen. Ich sagte dann „Ja dann zähl halt die Löcher ab“..
    Er hatte nicht gesagt, dass er das machen muss. Ich wusste das einfach.
    Hab ihm sogar noch geholfen. Er war mir so dankbar und hat mich total impulsiv umarmt und gesagt, wie toll das wäre, dass ich das so hinnehme. Hat mich sehr überrascht.

    Ich denke oft, dass er sein Leben anders geplant hat und nicht gut damit klarkommt, dass es so nicht passiert. (Erfolgreich, Porsche, blonde Freundin mit dicken T…, eigentlich total oberflächlich). Aber er ist eigentlich gar nicht oberflächlich.

    Er möchte da etwas erschaffen, was er eigentlich nicht ist. Deswegen nehme ich solche Aussagen nicht so ernst. Z. B. „Auf meiner Hochzeit soll die und die Band spielen.“ Zu mir gewandt „Du bist dann auch eingeladen.“ Haha.

    Ich möchte meine Zukunft mit ihm verbringen, aber es ist immer alles so unsicher mit ihm. Wahrscheinlich denkt er, dass wenn er erfolgreich ist und alles hat, was andere gerne hätten, man ihn mehr respektiert und bewundert.

    Er hat jetzt ein Haus für uns geplant, was meiner Meinung nach viel zu groß und teuer ist. Er hat alles haargenau geplant, welche Türen und Fenster etc. Wie groß das Grundstück sein soll.. Dabei haben wir nicht mal ein Grundstück in Aussicht. Er sagt er müsse das so planen, sonst könnte er sich nicht darauf einlassen.
    Ich kriege dadurch Stress und sehe uns schon pleite auf der Straße sitzen.


    • Ständig Zeitstress, nicht organisiert sein, Schlafprobleme lasse ich mal aussen vor. Das hat er ganz gut im Griff und belastet mich nicht so. Da kann ich ihm auch echt nicht helfen. Will ich auch gar nicht.





    • Seid ihr auch zu gutmütig und erkennt nicht, wenn Andere euch ausnutzen?

    Aktuell haben wir so einen Fall im Bekanntenkreis. Er macht und tut alles mögliche für diese Leute, bietet sich an ohne Ende. Und hintenrum lästern sie über ihn und machen sich über alle Schwächen, die er hat lustig. Hat uns eine Freundin gesteckt, die ihn trotz der Schwächen (Gutmütigkeit ohne Grenzen, Leute totreden, sich verzetteln etc.Fällt ja nach aussen hin auch auf), sehr mag. Mich trifft sowas immer, weil ich weiß wie sehr er enttäuscht ist, wenn er denn mal kapiert.
    Allerdings ist er bei Leuten, wo er weiß, dass die ihn so mögen wie er ist, nicht so aufopferungsvoll. Da muss er ja nichts für tun, dass er gemocht wird.

    Das sind so die Punkte, die mich am meisten belasten.
    Hauptsächlich, dass mit seinem Job, wobei er das gut vor Kollegen und Chef verbergen kann. Es wurde allerdings schon gesagt, er solle nicht so laut und viel reden. Er hatte aber neulich ein Seminar von der Firma aus, da ging es um Aussenwirkung und dieser Coach sagte, manche Sachen müsse man einfach mal so hinnehmen. Fand ich sehr gut.

    Und der 2. Wichtige Punkt für mich ist, seine Zukunft, wo er nicht weiß mit wem und was er da was genau will. Wobei ich schon das Gefühl habe, dass er es weiß. Nur kann er das noch nicht einsehen, weil er hatte das ja anders geplant.

    Eigentlich ist er stinknormal mit ein paar Macken.. ;P

    Ich freue mich, wenn ihr den langen und für euch vielleicht wirren Text lest und mir antwortet.

    Falls irgendwo Fragen auftauchen, immer raus damit.

    Sollte das alles zu lang und unübersichtlich sein, ändere ich es gerne um. Ich weiß, wie schwer euch das fällt, sowas zu lesen. J


    Danke!

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Mein liebenswerter Chaot..

    Keine Antworten?

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 91

    AW: Mein liebenswerter Chaot..

    Naja, ist halt schwierig was zu antworten, wenn die Frage eigentlich nur die Definition von ADHS ist. Alles was du beschreibst kennt sicherlich fast jeder Betroffene... Dir da rauszuhelfen wird schwierig.

    Mal kurz meine Eindrücke zu den einzelnen Punkten:

    Home Office
    Wäre mein Untergang. Da fallen mir 1000 Sachen ein, die ich machen muss bevor ich mit der Arbeit anfangen kann. Das fängt beim Kaffee kochen an und hört beim Ausbau des Dachgeschosses inkl. Dämmung auf... Einen Home Office Job würde ich keine 4 Wochen behalten können.

    Beziehung:
    Lies mal "lass mich, doch verlass mich nicht" von Cordula Neuhaus. Danach verstehst Du besser, warum wir Jahrzehnte mit der gleichen Person zusammen sein können, aber die Beziehung nie "ernsthaft" wird. Oder warum wir zu unseren Partnern erst sagen, dass wir sie über alles lieben und einen Atemzug später dem Partner neben Schimpfwörter auch das Geschirr um die Ohren hauen können.

    Zeitstress, Schlafprobleme, mangelhafte Organisation
    Anwesend. Haben wir auch fast alle und ist nach außen hin das deutlichste Zeichen für ADHS.

    Ausnutzen:
    Die meisten ADHSler erleben schon früh viel Ablehnung. Man ist zu laut, zu aufgedreht, zu forsch, zu jähzornig - kurz man passt oft nicht ins Bild der Gesellschaft. Mit der Zeit lernt man, wie die Umwelt einen haben will und möchte sich anpassen. D.h. wir versuchen es anderen recht zu machen und das bis zur Selbstaufgabe. Wenn wir aber der Meinung sind, dass uns jemand schon mag - dann geht´s gerade in die andere Richtung...

    Mein (einziger) Vorschlag zur Lösung:
    Klärt die Diagnose schnellstmöglich ab. Dann zeitnah nach einer Therapie gucken - sowohl medikamentös als auch "richtige" Therapie. Und informiert euch über ADHS: lernt was zu ADHS gehört, wie wir ticken, was wir warum machen. Selbsterkenntnis ist bei ADHS immer noch der beste Weg...

    Chili_666

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 293

    AW: Mein liebenswerter Chaot..

    hallo Zordana,

    ...komisch das noch keiner geantwortet hat...? Aber unter der Woche ist hier meistens nicht so viel los.

    Zu deinem Chaoten,


    Wir sind seit 12 Jahren zusammen, seine Körpersprache und sein Umgang mit mir sagen mir, dass er mich liebt. Ich äußere auch gar keine Zukunftspläne, weil ich weiß, dass ihn das stresst.
    Er weiß, dass ich auch Kinder möchte, aber nicht wann. Er sagt immer in den nächsten 5 Jahren nicht. Das sagt er seit 12 Jahren. Er hätte gerne Kinde mit ca. 40, hat aber Angst, dass ich dann zu alt bin. Das hatte er mal angesprochen, vor ca. 3 Jahren.
    Bei solchen Themen blocke ich instinktiv ab, aus Angst vor negativem Ende. Doof, ich weiß.
    Es ist wirklich schade, das ihr da so verschiedene Pläne fürs Leben habt. Aber diesem möglichem negativem Ende musst du dich wahrscheinlich stellen. Viellleicht findet sich ja ein Kompromiss und es stellt sich als gar nicht so schlimm heraus? Dieses Thema scheint dir ja schon sehr sehr wichtig zu sein, sonst würdest du es ja nicht ansprechen. Mach ihm vielleicht mal die emotionale Wichtigkeit bewusst, die es für dich hat und schaff dir vor so einem "Gespräch" eine gute Atmosphäre, wo ihr beide entspannt seid. Wirf es ihm nicht an den Kopf wenn ihr irgendwie schon in einem Streit seid.

    Er hat früher immer gesagt, dass ich ihn runterziehe und er das nicht mehr könne. Und ob es nicht besser wäre, wenn wir uns trennen. Ich verneinte das immer und dann war das Thema erledigt.
    Manchmal frage ich mich in so Situationen, warum er sich nicht einfach getrennt hat. War aber dann natürlich froh, wenn er es nicht machte.
    Andererseits gibt er mir ein völlig anderes Gefühl, als das was er sagt.
    Seit wir den ADHS-Verdacht haben, kann ich mit sowas besser umgehen. Es bedeutet nicht gleich den Untergang der Beziehung, sondern erstmal abwarten, er kriegt sich wieder ein.
    Das klingt vielleicht bescheuert, aber ich könnte mir vorstellen, dass genau diese Art und Weise ihm ganz gut tut. Jemand der ihn in diesem Punkt an die Hand nimmt und ihm quasi mit einem "Nein" zum Überdenken zwingt. Ich kann da nur von mir und meinen Partnerschaftserfahrungne reden, denn bei mir ist es definitiv so, dass ich einen starken Partner an meiner Seite brauche, der mir zwar liebevoll und rücksichtsvoll, aber trotzdem bestimmt eine gewisse Richtung vorgibt. Zumindest wenn ich selber nicht mehr weiter weiß oder mich in irgendwelchen Ideen verliere, die ich im Nachhinein selber als sinnlos befand.

    Ich habe das Gefühl, dass er seitdem auch entspannter ist. Ich verstehe besser, warum er bis nachts um 4 Fern schaut und meckere nicht mehr rum.
    Ich merke, wann er gestresst ist und spreche das auch an. Dann entspannt er sich meistens etwas. Ich lasse mich auf ihn ein und mache nicht noch mehr Druck.
    Allerdings bestehe ich auf Sachen, die mir wichtig sind und das klappt auch gut.

    Wenn er „noch schnell“ eine Mehrfachsteckdose an der Kellerabtrennung befestigen will, weiß ich, dass er die Löcher, wo die Kabelbinder reinsollen, abzählen muss. Er sagte damals, er müsse das noch schnell machen und er hätte es gleich fertig. Wir hatten aber nur noch eine Std um etwas zu erledigen. Ich sagte dann „Ja dann zähl halt die Löcher ab“..
    Er hatte nicht gesagt, dass er das machen muss. Ich wusste das einfach.
    Hab ihm sogar noch geholfen. Er war mir so dankbar und hat mich total impulsiv umarmt und gesagt, wie toll das wäre, dass ich das so hinnehme. Hat mich sehr überrascht.

    Ich denke oft, dass er sein Leben anders geplant hat und nicht gut damit klarkommt, dass es so nicht passiert. (Erfolgreich, Porsche, blonde Freundin mit dicken T…, eigentlich total oberflächlich). Aber er ist eigentlich gar nicht oberflächlich.

    Er möchte da etwas erschaffen, was er eigentlich nicht ist. Deswegen nehme ich solche Aussagen nicht so ernst. Z. B. „Auf meiner Hochzeit soll die und die Band spielen.“ Zu mir gewandt „Du bist dann auch eingeladen.“ Haha.

    Ich möchte meine Zukunft mit ihm verbringen, aber es ist immer alles so unsicher mit ihm. Wahrscheinlich denkt er, dass wenn er erfolgreich ist und alles hat, was andere gerne hätten, man ihn mehr respektiert und bewundert.
    Ja, bei mir ist es auch einfacher geworden, als ich gemerkt habe, dass unsere Streitpunkte oftmals durch genau durch AD(H)S ausgelöst werden. Es ist zwar schwer meinem Freund meine Denkweise zu vermitteln, da er es nun mal nicht so kennt, aber im großen und ganzen tut es mir gut, wenn ich so akzeptiert werde, wie ich bin. Dann kann ich mich auch entfalten.

    Er hat jetzt ein Haus für uns geplant, was meiner Meinung nach viel zu groß und teuer ist. Er hat alles haargenau geplant, welche Türen und Fenster etc. Wie groß das Grundstück sein soll.. Dabei haben wir nicht mal ein Grundstück in Aussicht. Er sagt er müsse das so planen, sonst könnte er sich nicht darauf einlassen.
    Ich kriege dadurch Stress und sehe uns schon pleite auf der Straße sitzen.
    Ich bin da ähnlich, ich brauche auch eine strikte Planung und mein "Feng Shui" um funktionieren zu können. Umzüge und alles was da mitschwingt sind für mich ein Schmiss ins kalte Wasser. Alles was vorher "funktioniert" hat ist jetzt in einer völlig neuen Ordnung, in einem völlig neuem Licht. Das kann einen ganz schön unter Druck setzen und da ist es gut sich schonmal seine neue Welt "zurechtzulegen" weil es sonst schwer wird sich zu orientieren.

    Mach ihm klar, das sich gar nicht so viel verändern wird und gib ihm evtl. eine gewisse Zeit, wenn ihr euch in eurem neuem Heim wiedergefunden habt ( ich habe fast ein Jahr gebraucht um mich in meinem neuem Umfeld so richtig wohl fühlen zu können.

    Aktuell haben wir so einen Fall im Bekanntenkreis. Er macht und tut alles mögliche für diese Leute, bietet sich an ohne Ende. Und hintenrum lästern sie über ihn und machen sich über alle Schwächen, die er hat lustig. Hat uns eine Freundin gesteckt, die ihn trotz der Schwächen (Gutmütigkeit ohne Grenzen, Leute totreden, sich verzetteln etc.Fällt ja nach aussen hin auch auf), sehr mag. Mich trifft sowas immer, weil ich weiß wie sehr er enttäuscht ist, wenn er denn mal kapiert.
    Allerdings ist er bei Leuten, wo er weiß, dass die ihn so mögen wie er ist, nicht so aufopferungsvoll. Da muss er ja nichts für tun, dass er gemocht wird.
    Eine Frage solltet ihr euch dazu stellen : Müsst ihr euch wirklich die Mühe für solche Leute machen? Mein Freund und ich haben gemeinsam viele Freunde und Bekannte, unsere Grundpremisse ist dabei aber, das sie uns so nehmen wie wir sind. Wer das nicht tut hat uns auch nicht verdient. Warum verschwendet ihr die Kraft da drauf, Menschen zu helfen, die es euch eh nicht ehrlich danken? Es gibt auch genügend Leute mit denen man ganz unkompliziert und ohne Vorurteile eine entspannte Zeit verringen kann. Verwendet lieber eure Kraft da drauf mit Leuten in Kontakt zu treten, die da etwas offener sind. Vielleicht solltet ihr euch auch Kontakt zu anderen ADHS Pärchen suchen? Dann ist man quasi schon auf die Macken des anderen eingestellt.

    Und der 2. Wichtige Punkt für mich ist, seine Zukunft, wo er nicht weiß mit wem und was er da was genau will. Wobei ich schon das Gefühl habe, dass er es weiß. Nur kann er das noch nicht einsehen, weil er hatte das ja anders geplant.
    Ja, wahrscheinlich weißt du schon was bei ihm abgeht und er ist sich selber nicht so sicher. Als AD(H)Sler bieten sich im Kopf immer mehrere Optionen und Möglichkeiten. Alles scheint gleichzeitig attraktiv und eine bestimmte, definierte RIchtig lässt sich nicht so wirklich leicht da herauskristallisieren. Ich denke du kannst da deinem Gefühl vertrauen und ihm einen sanften Schubs in die Richtung, die du als die Richtige erachtest, geben.

    Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen, wenn du noch Fragren hast, frag gerne!

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Mein liebenswerter Chaot..

    Vielen Dank! Das hilft mir, ihn besser zu verstehen! Es gibt halt immer bestimmte Situationen wo ich das mehr brauche. Da fühlt sich dann meine Existenz bedroht und bevor ich mich verrückt mache ohne Ende, versuche ich lieber zu verstehen wie es gemeint ist. Er hat ja morgen ein Gespräch mit seinem Chef, wo wir nicht genau wissen um was es geht. Aber es gab kurz vorher Ärger wegen liegen gebliebener Emails.
    Anstatt, dass er schon mal vorsichtig nachfragt, um was es geht bzw. ob er sich Sorgen machen muss, warten wir jetzt seit einer Woche auf den Termin morgen. Ich unter höchstem Stress, evtl gibt es eine Abmahnung. Und er verdrängt es anscheinend. Ihm macht die Arbeit generell schon Spaß aber momentan wird dort umstrukturiert und dadurch hat er mehr zu tun. Die Kollegen sind alle gereizt und giften sich gegenseitig an. Das nervt ihn.

    Für mich hängt da ziemlich viel dran. Ich weiss nicht ob ihm das bewusst ist, aber wenn er dort rausfliegen würde (wovon ich eigentlich erst mal nicht ausgehe) wäre sein Firmenwagen weg, es wäre wieder unsicher wo er eine neue Stelle findet, Geld usw. Ausserdem haben wir einen Hund, den wir uns vor 7 Jahren angeschafft haben, unter der Bedingung, dass er sie mit ins Büro nehmen kann.
    Dann ging damals auch super. Aller er dann dort gekündigt hat, war Voraussetzung, dass er den Hund mitnehmen kann oder halt von Zuhause arbeitet, was auch funktioniert hat. Da ich auch ganztags arbeiten gehe, wäre es fatal, wenn er keinen Job findet, wo das mit dem Hund passt. Den ganzen Tag alleine bleiben kann sie auf keinen Fall. Ich könnte sie theoretisch mitnehmen, aber meine Kollegin mag keine Hunde.
    Am Montag hatte er die Idee er könne sich ja mal in Österreich bewerben. Er weiß, dass das für mich nicht in Frage kommt. Ich möchte nicht von meinen Eltern weg. Außerdem habe ich einen super Job hier. Gestern hab ich ihn nochmal gefragt, ob er nochmal drüber nachgedacht hat. Nö, hätte er vergessen.. Ich weiß nicht ob ihm das bewusst ist, aber in mir lösen solche Aussagen Panik und Existenzangst aus und er vergisst das einfach.
    Jetzt warten wir mal ab was morgen passiert. Auf Dauer wird er sich vielleicht was Neues suchen, aber dann hoffe ich, dass er mehr Zeit hat und nicht den Druck einer drohenden Arbeitslosigkeit.

    Home Office
    Wäre mein Untergang. Da fallen mir 1000 Sachen ein, die ich machen muss bevor ich mit der Arbeit anfangen kann. Das fängt beim Kaffee kochen an und hört beim Ausbau des Dachgeschosses inkl. Dämmung auf... Einen Home Office Job würde ich keine 4 Wochen behalten können.
    Irgendwie schafft er es immer, doch zwischendurch noch zu arbeiten. Tel. ist er auch immer erreichbar, selbst im Urlaub. Aber manchmal komme ich nach Hause, da sehe ich dann am Zustand der Wohnung, dass er tausend andere Sachen nebenher gemacht hat. Den Job hat er seit 3 Jahren. Das Dachgeschoss gehört zum Glück nicht uns..

    Beziehung:
    Lies mal "lass mich, doch verlass mich nicht" von Cordula Neuhaus. Danach verstehst Du besser, warum wir Jahrzehnte mit der gleichen Person zusammen sein können, aber die Beziehung nie "ernsthaft" wird. Oder warum wir zu unseren Partnern erst sagen, dass wir sie über alles lieben und einen Atemzug später dem Partner neben Schimpfwörter auch das Geschirr um die Ohren hauen können.
    Ich hab das schon tausendmal bei Amazon angeschaut, aber das ist so viel Text. Ich weiß nicht ob ich das schaffe, wenn das so unübersichtlich ist. Fachbücher lese ich lieber, wenn sie anschaulich und übersichtlich sind.

    Mein (einziger) Vorschlag zur Lösung:
    Klärt die Diagnose schnellstmöglich ab. Dann zeitnah nach einer Therapie gucken - sowohl medikamentös als auch "richtige" Therapie. Und informiert euch über ADHS: lernt was zu ADHS gehört, wie wir ticken, was wir warum machen. Selbsterkenntnis ist bei ADHS immer noch der beste Weg...
    Soweit ist er noch nicht. Medikamente möchte er eher nicht. Ich hab nur mal zu ihm gesagt, ob er es nicht doch mal mit Medikamenten versuchen will. Da zuckt er immer die Schultern.
    Mit Therapie habe ich noch gar nichts gesagt. Evtl. muss ich das nochmal ansprechen. Manchmal habe ich das Gefühl, er hat das nur phasenweise.
    Ich denke, dass er nicht so extrem betroffen ist. Andererseits, hat er ja schon sein Leben lang, versucht es zu verbergen.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Mein liebenswerter Chaot..

    Vielen Dank! Das hilft mir, ihn besser zu verstehen! Es gibt halt immer bestimmte Situationen wo ich das mehr brauche. Da fühlt sich dann meine Existenz bedroht und bevor ich mich verrückt mache ohne Ende, versuche ich lieber zu verstehen wie es gemeint ist. Er hat ja morgen ein Gespräch mit seinem Chef, wo wir nicht genau wissen um was es geht. Aber es gab kurz vorher Ärger wegen liegen gebliebener Emails.
    Anstatt, dass er schon mal vorsichtig nachfragt, um was es geht bzw. ob er sich Sorgen machen muss, warten wir jetzt seit einer Woche auf den Termin morgen. Ich unter höchstem Stress, evtl gibt es eine Abmahnung. Und er verdrängt es anscheinend. Ihm macht die Arbeit generell schon Spaß aber momentan wird dort umstrukturiert und dadurch hat er mehr zu tun. Die Kollegen sind alle gereizt und giften sich gegenseitig an. Das nervt ihn.

    Für mich hängt da ziemlich viel dran. Ich weiss nicht ob ihm das bewusst ist, aber wenn er dort rausfliegen würde (wovon ich eigentlich erst mal nicht ausgehe) wäre sein Firmenwagen weg, es wäre wieder unsicher wo er eine neue Stelle findet, Geld usw. Ausserdem haben wir einen Hund, den wir uns vor 7 Jahren angeschafft haben, unter der Bedingung, dass er sie mit ins Büro nehmen kann.
    Dann ging damals auch super. Aller er dann dort gekündigt hat, war Voraussetzung, dass er den Hund mitnehmen kann oder halt von Zuhause arbeitet, was auch funktioniert hat. Da ich auch ganztags arbeiten gehe, wäre es fatal, wenn er keinen Job findet, wo das mit dem Hund passt. Den ganzen Tag alleine bleiben kann sie auf keinen Fall. Ich könnte sie theoretisch mitnehmen, aber meine Kollegin mag keine Hunde.
    Am Montag hatte er die Idee er könne sich ja mal in Österreich bewerben. Er weiß, dass das für mich nicht in Frage kommt. Ich möchte nicht von meinen Eltern weg. Außerdem habe ich einen super Job hier. Gestern hab ich ihn nochmal gefragt, ob er nochmal drüber nachgedacht hat. Nö, hätte er vergessen.. Ich weiß nicht ob ihm das bewusst ist, aber in mir lösen solche Aussagen Panik und Existenzangst aus und er vergisst das einfach.
    Jetzt warten wir mal ab was morgen passiert. Auf Dauer wird er sich vielleicht was Neues suchen, aber dann hoffe ich, dass er mehr Zeit hat und nicht den Druck einer drohenden Arbeitslosigkeit.

    @Chili_666

    Home Office
    Wäre mein Untergang. Da fallen mir 1000 Sachen ein, die ich machen muss bevor ich mit der Arbeit anfangen kann. Das fängt beim Kaffee kochen an und hört beim Ausbau des Dachgeschosses inkl. Dämmung auf... Einen Home Office Job würde ich keine 4 Wochen behalten können.
    Irgendwie schafft er es immer, doch zwischendurch noch zu arbeiten. Tel. ist er auch immer erreichbar, selbst im Urlaub. Aber manchmal komme ich nach Hause, da sehe ich dann am Zustand der Wohnung, dass er tausend andere Sachen nebenher gemacht hat. Den Job hat er seit 3 Jahren. Das Dachgeschoss gehört zum Glück nicht uns.. Und fängst du diese Projekte dann auch immer an und beendest es dann nicht? Und dann steht das Zeug wochenlang im Weg?

    Beziehung:
    Lies mal "lass mich, doch verlass mich nicht" von Cordula Neuhaus. Danach verstehst Du besser, warum wir Jahrzehnte mit der gleichen Person zusammen sein können, aber die Beziehung nie "ernsthaft" wird. Oder warum wir zu unseren Partnern erst sagen, dass wir sie über alles lieben und einen Atemzug später dem Partner neben Schimpfwörter auch das Geschirr um die Ohren hauen können.
    Ich hab das schon tausendmal bei Amazon angeschaut, aber das ist so viel Text. Ich weiß nicht ob ich das schaffe, wenn das so unübersichtlich ist. Fachbücher lese ich lieber, wenn sie anschaulich und übersichtlich sind.

    Mein (einziger) Vorschlag zur Lösung:
    Klärt die Diagnose schnellstmöglich ab. Dann zeitnah nach einer Therapie gucken - sowohl medikamentös als auch "richtige" Therapie. Und informiert euch über ADHS: lernt was zu ADHS gehört, wie wir ticken, was wir warum machen. Selbsterkenntnis ist bei ADHS immer noch der beste Weg...
    Soweit ist er noch nicht. Medikamente möchte er eher nicht. Ich hab nur mal zu ihm gesagt, ob er es nicht doch mal mit Medikamenten versuchen will. Da zuckt er immer die Schultern.
    Mit Therapie habe ich noch gar nichts gesagt. Evtl. muss ich das nochmal ansprechen. Manchmal habe ich das Gefühl, er hat das nur phasenweise.
    Ich denke, dass er nicht so extrem betroffen ist. Andererseits, hat er ja schon sein Leben lang, versucht es zu verbergen.

    @Anncath
    Leider weiß ich nicht, wie ich Zitate zitieren kann, ohne dass es unübersichtlich wird.

    Das Gespräch werde ich wohl früher oder später suchen müssen oder ich warte ab und riskiere, dass ich tatsächlich irgendwann zu alt für Kinder bin. Allerdings würde ich eh keinen Mann finden, mit dem ich welche bekommen wöllte. Den hab ich ja eigentlich schon. Bis jetzt hat alles immer irgendwie gepasst. Ich hoffe mal dass es so kommt.
    Wie ist das denn bei euch?

    Mit den Bekannten, das sehe ich genauso wie du. Allerdings ist es schwierig ihm das plausibel machen. Ich habe mit denen gar nichts groß zu tun. Das sind Leute, die er mal kennen gelernt hat. Für mich ist das Thema abgehakt und das weiß er auch. Sollte er mit denen jemals wieder was unternehmen, dann gehe ich da definitiv nicht mit. Wer es bei mir einmal verschissen hat, hat es verschissen.

    Mit dem Hausbau das lasse ich auf ich zukommen. Alles andere bringt ja nichts. Ich mache verrückt weil er Dinge plant, die meiner Meinung nach nicht funktionieren. Ihm sagen möchte ich das nicht, weil dann zerstöre ich seinen Traum. Er hat ja auch sehr viel Arbeit reingesteckt. Zum Glück ist er im Endeffekt immer vernünftig und zu Kompromissen bereit.
    Wenn es soweit ist, wird sich eine Lösung bzw. ein Weg finden.
    Wenn ich mich da zu sehr drauf einlassen, kriege ich wahrscheinlich irgendwann Burnout. Wenn ich was plane, dann mache ich das auch. Er plant tausend Sachen und macht davon 2.
    Früher habe ich mich wegen diesen 1000 Sachen auch gleich immer gestresst. Was hängt da alles dran, was wenn es nicht klappt, das wäre unser finanzieller Ruin usw. Umgesetzt wurde bis jetzt keiner dieser Pläne.
    Es kommt wie es kommt..

    Ich hab das Gefühl, seit er den ADHS Verdacht hat, ist er ruhiger, weil er weiß was es sein könnte und besser versteht, warum es ihm manchmal so geht. Ist bei mir genauso.

    Danke für eure Sichtweise.

Thema: Mein liebenswerter Chaot.. im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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