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Diskutiere im Thema Partner mit ADHS - Trennung/Auszeit wie verhalten im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 12

    Partner mit ADHS - Trennung/Auszeit wie verhalten

    Hallo,

    wie von Sunshine vorgeschlagen, kopiere ich nun meinen Vorstellungs-Thread in den Angehörigen-Bereich:

    Hallo alle zusammen https://adhs-chaoten.net/images/smilies/142.gif,

    durch das Lesen hier im Forum habe ich schon viel über ADHS erfahren und gelernt. Das Tolle hierbei finde ich, dass ein Austausch von Betroffenen und Angehörigen stattfindet, der mich sehr viel weiter bringt, als jede Theorie zu dem Thema. Hierfür schon einmal ein riesiges DANKESCHÖN an alle, die sich hier öffnen und von ihrem Leben und Erfahrungen berichten!

    Mein Freund (Ende 40) hat seit seiner Kindheit ADHS. Dabei spielt die Hyperaktivität eine sehr große Rolle. Auch reagiert er bei Stress sehr impulsiv/aggressiv - besser man geht ihm in der Situation aus dem Weg. Er nimmt keine Medis und lehnt jegliche Psychotherapie oder Arztbesuche ab. "Bringt doch sowieso nichts"! Als Kind wurde er von den Eltern in 4 verschiedene Sportarten gedrängt, dass sich der Junge so richtig austoben konnte und man dann seine "Ruhe" hatte. Liebe und Verständnis hingegen waren/sind in seiner Familie Fehlanzeige. Sein Bruder hat ebenfalls ADHS; bei seinem Vater vermute ich das auch. Viele gescheiterte Beziehungen pflastern seinen Lebensweg, einen Sohn, zu dem er keinen Kontakt mehr hat.

    Wir kennen uns seit Jugendzeiten, haben uns jahrelang aus den Augen verloren und sind seit 1,5 Jahren nun ein Paar. Er ist ein Mensch, mit dem Herz am richtigen Platz, sehr emphatisch und hilfsbereit - in den guten Phasen. Allerdings gab es auch viele Streits, eine Trennung, wieder Versöhnung, nun aktuell wieder räumlich getrennt (Auszeit). Die ständigen Stimmungsschwankungen, von einem Extrem in das Andere haben mich anfänglich sehr stutzig und fertig gemacht - da ich so etwas vorher noch nie erlebt habe. Nachdem ich mir mehrere Bücher zum Thema gekauft und gelesen habe, kann ich manche Reaktionen nun besser verstehen. Aber dadurch wird es für mich leider nicht wirklich besser. Auch wenn ich seine verbalen Angriffe in Stresssituationen versuche, nicht persönlich zu nehmen, es gelingt mir meistens dann doch nicht.

    Körperliche Nähe lässt er schon seit Wochen nicht mehr zu. Er hat gerade mal wieder eine "Sinnkrise". Das kommt so alle paar Wochen vor. Dabei ist alles nur noch schlecht. Die Menschen, die ganze Welt und leider auch unsere Beziehung. Ich leide sehr unter der Situation - weil ich ihn wirklich liebe. Auch in seinen schweren Zeiten. Ich möchte hier nicht mutmaßen, könnte mir aber vorstellen, dass er auch unter Depressionen leidet.

    Er hat sich seit ca. 6 Wochen eine "Auszeit" genommen. Ist mehr oder weniger ausgezogen (viele seiner Sachen sind noch bei mir) und er meldet sich nur noch über Kurznachrichten (Handy). Sehen möchte er mich nicht, zum Reden hat er keine Lust, wie er sagt. Ich befürchte, er entfernt sich mit jedem Tag weiter von mir. https://adhs-chaoten.net/images/smilies/061.gif

    Meine Frage ist (hoffe, mir kann hier jemand weiterhelfen): Wie soll ich mich nun verhalten, um ihn nicht noch weiter weg von mir zu treiben? Ich habe ihm mehrmals vorgeschlagen, sich zu treffen. Er geht hierauf überhaupt nicht ein. Melde ich mich eine Zeitlang nicht, ist er irgendwie auch böse. Bedrängen soll ich ihn nicht, aber nicht melden ist auch doof!?!?! Bin echt verzweifelt und weiß überhaupt nicht mehr, was richtig oder falsch ist. Warum kann er sich nicht entscheiden und Klartext reden? Sind wir jetzt getrennt oder noch ein Paar? Soll ich weiterhin hartnäckig bleiben oder ihn in Ruhe lassen? Was würdet Ihr Euch als Betroffener wünschen, wenn ihr so eine Situation vielleicht auch kennt? Vielen Dank für Eure Meinungen.
    https://adhs-chaoten.net/images/smilies/127.gif


    Beitrag vom 28.09.2017:

    Hallo zusammen,

    ich wollte mich mal wieder melden.

    Aktueller Stand ist nun, dass wir uns nach zwei Monaten "Auszeit" am Samstag treffen wollten, um zu reden. Er hat vorgeschlagen, dass wir uns in einem Restaurant treffen. Das hat mir klar gemacht, dass er keine tiefsinnigen Gespräche führen möchte und weiterhin den "Problemen" aus dem Weg geht, endlich für klare Verhältnisse zu sorgen. Ein Bekannter hat mir erzählt, dass er sich nur noch mit mir treffen will, um mich nicht zu verletzen. Er genießt gerade seine Freiheit und hat keine Lust mehr auf den "Beziehungskram". Das letzte was ich gebrauchen kann, ist sein Mitleid.

    Er hat immer noch viele persönliche, auch wertvolle Sachen bei mir. Meinen Haustürschlüssel habe ich bis heute auch noch nicht. Da soll einer schlau daraus werden.

    Ich bin so frustriert, muss mir aber auch eingestehen, dass von seiner Seite einfach nicht mehr kommt und ich nicht mehr erwarten kann. Er kann oder will nicht. Ist nach wie vor schwer für mich einzuschätzen.

    @ finckla: Ich kann mir gut vorstellen, wie es Deiner Freundin gefühlsmäßig gegangen ist, das ständige Auf- und Ab, die Ungewissheit treibt einen in den Wahnsinn, wenn man nicht auf sich aufpasst. Ich (bzw. mein Kopf) habe daher beschlossen, dass ich ab jetzt nur noch auf mich schaue. Dass es mir gut geht und ich nicht vor die Hunde gehe. Muss nur noch mein Herz davon überzeugen.

    Beitrag vom 30.09.2017:

    Ja, das sehe ich auch so. Ist für mich sehr hart, aber ich muss das so akzeptieren. Hatten uns gestern nach über zwei Monaten das erste Mal wieder getroffen und waren etwas zusammen essen. War ein schöner Abend. Leider war es im Restaurant nicht möglich, über uns zu sprechen. Er möchte das im Moment auch nicht. Das spüre ich und es ist ok.
    Habe dennoch das Gefühl, dass er mich immer noch sehr mag, aber sein Freiraum ist ihm einfach wichtiger.

    Zum Glück bin ich ein Mensch, der auch alleine gut zurecht kommt. Werde für mich gut sorgen und versuchen, mein Leben zu leben. Vielleicht kommt die Zeit, wo wir wieder zueinander finden.

    Danke Allen, die ein offenes Ohr für mich haben. Ihr seid toll! Euch eine gute Zeit und lass euch nicht verbiegen. Jeder ist auf seine Art etwas ganz Wunderbares
    Geändert von Fellnase ( 1.10.2017 um 18:59 Uhr)

  2. #2
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Partner mit ADHS - Trennung/Auszeit wie verhalten

    Hallo zusammen,

    mein (EX)Freund hat sich heute mehrmals nach unserem Treffen am Samstag über Kurznachrichten bei mir gemeldet. Er hält also nach wie vor mit mir Kontakt, aber immer sehr distanziert und rein freundschaftlich. Es fällt mir dann immer schwer, nicht emotional zu werden und beantworte seine Nachrichten auch eher kühl und rational.

    Er selbst hat in seiner Nachricht geschrieben, dass wir uns über die falschen Themen unterhalten hätten (wie meistens über die Probleme von anderen). Das ist auch so etwas, dass ich als Nicht-Betroffene so schwer einschätzen kann: Im Analysieren von Problemen bei anderen Paaren oder Menschen trifft er den Nagel meistens immer direkt auf den Kopf. Dort erkennt er, warum eine Beziehung schlecht oder gut läuft, warum jemand sein Leben nicht im Griff hat.

    ABER: Er redet nicht über seine/unsere Probleme, die wir wie jedes andere Paar auch haben. Deshalb kann ich auch nicht einschätzen, ob er sich dessen bewusst ist, was bei uns schief läuft. Wenn ich mit ihm in der Vergangenheit reden wollte, wurde ich sofort in meine Schranken verwiesen. Manchmal regierte er auch wütend und hat den Raum verlassen. Er neigt leider auch dazu, immer den anderen die Schuld zu geben, wenn etwas nicht gut läuft und ist meiner Meinung nach selbst nicht reflektiert genug. Ich habe dann oft das Gefühl, als stünde ein Teenager vor mir, der trotzig seine Grenzen ausreizen möchte. Aber das ist nur mein Gefühl, wie sieht es tatsächlich in ihm aus? Für mich fast nicht greifbar.

    Wie ist es denn bei Euren Beziehungen so, wenn es darum geht, auch einmal unangenehme Dinge zu besprechen? Fällt es Euch auch so schwer, offen über Eure Probleme zu sprechen? Welche Ängste plagen Euch und was würdet Ihr Euch von Eurem Gegenüber wünschen, damit Ihr das Gefühl habt, verstanden zu werden?

    Einen sehr guten und hilfreichen Tip habe ich hier schon erhalten: Zuerst auf mich selbst schauen, selbst glücklich sein. Das nimmt den Druck vom anderen. Damit fange ich ab heute an.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 309

    AW: Partner mit ADHS - Trennung/Auszeit wie verhalten

    "Lass mich, doch verlass mich nicht" von Cordula Neuhaus, das Standardwerk zu ADHS und Beziehungen. lg

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

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    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Partner mit ADHS - Trennung/Auszeit wie verhalten

    Hallo Nightshadow,
    Danke für den Tipp. Habe ich schon gelesen. War das erste Buch, das ich mir zum Thema gekauft habe.

    Blättere hin und wieder darin, finde aber ehrlich gesagt, dass man einiges kritisch hinterfragen sollte. Deshalb sind mir die persönlichen Erfahrungen von Betroffenen und Angehörigen viel wichtiger.
    Liebe Grüße Fellnase

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.659

    AW: Partner mit ADHS - Trennung/Auszeit wie verhalten

    Also ich finde das zum Kotzen! Da will einer sich nicht binden, aber die Partnerin soll sich sozusagen bereit halten, wenn sie sich nicht meldet ist sie sauer. Und was sie möchte, nämlich eine richtige Beziehung, spielt keine Rolle.

    Ich lese hier Alter 43- d. h. du hast jetzt nicht (mehr) den Anspruch, mit ihm eine Familie zu gründen? Ich meine, dazu scheint er ja auch der Falsche zu sein. Trotzdem geht er hier mit deiner Lebenszeit rücksichtslos um.

    Nicht dass 43 zu spät wäre, aber jedenfalls dann ziemlich spät, wenn es noch keinen potenziellen Vater gibt. Aber wer weiß, vielleicht kommt der genau Richtige in den nächsten Monaten, dann solltest du jedenfalls auf deinen "Freund" keinerlei Rücksicht nehmen, er hatte seine Chance!

  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Partner mit ADHS - Trennung/Auszeit wie verhalten

    Hallo 4.Kl.konzert,

    erst einmal vielen Dank für Deinen Beitrag.

    Ja, es gibt auch immer wieder die Momente, an denen ich genauso denke wie Du. Er hatte seine Chance. Es schmerzt, wenn man erkennt, dass der Freund einem augenscheinlich auf das Abstellgleis schiebt, weil er gerade seinen Freiraum braucht und deshalb keine Rücksicht nimmt, wie es dem Partner damit geht.


    Ich habe allerdings auch gelernt, dass ich das nicht persönlich nehmen darf. Er ist ja nicht bösartig und verletzt mich absichtlich. Er kann gerade einfach nicht anders. Und ich respektiere das. Allerdings werde ich nicht bis in alle Ewigkeit warten, auch ich lebe mein Leben weiter. Zum Glück habe ich ein tolles Umfeld und sehr liebe Freunde. Ich stehe nicht alleine da und bin finanziell unabhängig.

    Ich habe keine Kinder und ich suche auch nicht (mehr) nach einem potentiellen Vater. Für mich ist das Thema schon länger abgehakt und ich kann zum Glück gut damit leben. Er meldet sich hin und wieder bei mir und schreibt mir, was er gerade so treibt, was ihn beschäftigt. Ich habe auch gemerkt, dass je weniger ich mich melde, er dann doch immer wieder den Kontakt sucht. Nach wie vor vertraut er sich mir an, das konnte er lange Zeit und in seinen früheren Beziehungen überhaupt nicht. Überhaupt ist das mit dem Vertrauen so eine Sache bei ihm. Für ihn ist es das Wichtigste in einer Beziehung, allerdings fällt es ihm generell sehr schwer, Menschen zu vertrauen. Dafür wurde er auch in der Vergangenheit schon zu oft verletzt und enttäuscht - wie jeder von uns in seinem Leben bestimmt auch. Den Umgang damit hat er allerdings nie gelernt - wenn es schwierig wird, rennt er davon und zieht sich in seine "Höhle" zurück. Das macht alles nicht unbedingt einfacher.

    Ich lebe nach dem Motto, "die Zeit wird es schon mit sich bringen". Und wenn mir zwischenzeitlich wirklich der "Richtige" über den Weg laufen sollte, werde ich das schon merken.

    Ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende!!!

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