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Diskutiere im Thema Unsicher im Umgang mit ADHSler im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 9

    Unsicher im Umgang mit ADHSler

    Guten Abend,

    ich habe vor 3 Monaten einen Mann kennengelernt, er war am Anfang unglaublich aufmerksam und sehr fordern.
    Mittlerweile hat es sich, sagen wir mal, normalisiert.
    Vor ein paar Wochen sagte er mir, dass er an ADHS leidet. Ich weiß nicht ob er sich in Behandlung befindet.
    Vieles an seinem Verhalten, was er sicherlich nicht böse meint, verunsichert mich sehr.
    Manchmal bin ich wütend und sage ihm das auch, er versteht es gar nicht und fühlt dadurch immer gleich angegriffen.
    Er ist aber auch nicht bemüht (so kommt es mir zumindest vor) Dinge richtig zu stellen oder die Wogen zu glätten.
    Er lässt mich immer voll gegen die "Wand" knallen und sitzt es einfach aus.

    Er kann nicht streiten, vielleicht traut er sich auch nicht weil er in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat, vielleicht zu impulsiv war.
    Wenn ich ihm z.B. einen schönen Tag wünsche, kommt niemals von ihm, dass er mir das auch wünscht. Ich habe dies einmal angesprochen, er hat mein "Problem" überhaupt nicht verstanden.

    Heute habe ich ihn gefragt ob wir uns Di. oder Mi. Abend zum tel. verabreden können.
    Er kann nicht ja oder nein sagen! Er erzählt mir lediglich was seine Tagespläne an diesen beiden Tagen sind. HÄ?
    Was hat das mit dem Abend zu tun? Überfordere ich ihn mit dieser Frage?
    Ich habe einmal gelesen das ADHSler im hier und jetzt leben.
    Er hat einen sehr anspruchsvollen Job, bei dem er wirklich gefordert ist. Seit wir uns kennen, gab es nicht eine Woche in der er komplett gearbeitet hat.
    Ich vermute dass sein Arbeitgeber von seiner Erkrankung weiß, anders kann ich mir das nicht vorstellen.

    Ich bin total überfordert und sicherlich auch nicht die Einfachste. Ich weiß dass ich hohe Ansprüche habe und es manchmal übertreibe.
    Diese Mischung ist sicherlich nicht die Beste, für keinen von uns.
    Wir sind in keiner Partnerschaft und langsam frage ich mich ob es je eine wird.
    Soll ich mich zurückziehen und ihn "kämpfen" lassen? Können ADHSler "kämpfen" um etwas das Ihnen wichtig ist?
    Ich weiß gar nicht ob ich ihm als MENSCH wichtig bin bzw. interessiere, er macht mir immer nur Komplimente zu Äusserlichkeiten.
    Ich versuche es immer wieder wirklich liebevoll und sage ihm was für ein toller Mensch er ist, da kommt aber nicht viel zurück.


    Ich weiß nicht was ich tun soll...

    LG
    Zwuggel

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Unsicher im Umgang mit ADHSler

    Heute war wieder so eine Situation.
    Ich habe eigentlich nur geäußert wo in einer Sache meine Grenzen sind und ihn, in normalen Ton, darum gebeten diese nicht zu überschreiten.
    Das Ende vom Lied, er hat mir den Mittelfinger gezeigt und gemeint ich sollte mich den Rest des Tages besser nicht mehr melden.
    Ich weiß gar nicht was ich falsch gemacht habe.
    Bringt es etwas, ihm heute meine Meinung doch noch mitzuteilen oder soll ich ihn wirklich in Ruhe lassen? Soll ich warten bis er sich meldet?
    Ich kann das so eigentlich nicht auf mir sitzen lassen habe aber auch Angst, dass die Situation eskaliert.
    Bitte um Tipps, lieben Dank.

  3. #3
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.731

    AW: Unsicher im Umgang mit ADHSler

    Hallo liebe Zwuggel,

    ich habe deinen ersten Beitrag nun erst gesehen, war aber lange Zeit ungewollt offline.
    Bin erstaunt, dass dir noch niemand geantwortet hat.

    Sicherlich hast du schon ein bisschen im Forum geschmökert.

    Ich kann dir leider auch keinen Rat geben, weil ich mir dich und deinen Freund nicht vor
    Augen holen kann. Ohne z. B. zu wissen, wie alt ihr seid.....

    Auch habe ich nicht viel Erfahrung mit Kennenlernen, Verlieben, usw.
    Ich habe meinen Mann kennen gelernt, als ich sehr jung war, und wenn ich mich nicht täusche,
    ist er auch noch nach 40 Jahren vernarrt in mich.

    So was, was du berichtest, hätte ich in jedem Fall nicht zugelassen.

    Aber ist es denn sicher, dass er an ADHS leidet und nicht eher wegen Überarbeitung an einer Depression,
    Burnout leidet? ADHS kann man mit Stimulanzien gut behandeln, wichtig ist aber, dass sich der
    Betroffene darauf einlässt, sein Leben zu verändern.

    Wenn du dich über ADHS informieren möchtest, finde ich immer noch, dass das Buch von Walter Beerwerth
    "ADS das kreative Chaos" ein guter Einstieg ist.

    Dir alles Gute!

    Liebe Grüße
    Gretchen

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Unsicher im Umgang mit ADHSler

    Hallo Gretchen,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    Ich bin 34, er ist 42.
    ADHS wurde bei ihm diagnostiziert, er hatte es die letzten 3 Jahre im Job nicht leicht, dass weiss ich und ein Burnout kann schon gut möglich sein.
    Er hat intern die Stelle gewechselt und war z.B. die letzten beiden Tage gar nicht arbeiten.
    Auf seinen Job kann ich nicht näher eingehen.
    Er redet so gut wie nie selbst über seinen Job, sehr vieles was für mich selbstverständlich ist, muss ich ihm aus der Nase ziehen.
    Auf der anderen Seite ist er sehr ICH-bezogen und saugt Lob und Begeisterung (für die Dinge die ihn betreffen)auf wie ein nasser Schwamm.
    Manchmal kommt er mir vor wie ein Kind.
    Wie gesagt weiß ich nicht, ob er in Behandlung ist oder Medikamente nimmt. Irgendwie traue ich mich auch nicht, das Thema anzusprechen.
    Als er mir das erste Mal sagte dass er ADHS hat, hielt ich es für einen Scherz. Nachdem ich aber etwas gestöbert habe und auch seine Verhaltensmuster mich
    immer wieder stutzig machten habe ich ihn nochmals direkt gefragt und er hat es bejaht.

    Seit heute morgen herrscht Funkstille. Gerne würde ich das Thema nochmal aufgreifen und eine Aussprache mit ihm vereinbaren aber auf der anderen Seite möchte ich
    auch warten ob von ihm überhaupt etwas kommt. Irgendwie muss er doch auch merken wenn er so verletzend ist und ich habe es satt, ständig alles unter den Teppich zu kehren und nach geraumer Zeit so zu tun als ob nichts war.

    Er kann sich stundenlang in Bücher und Filmen verlieren, also richtig verlieren. Da vergisst er alles um sich herum.
    Fast ist es so, als ob er manchmal in seine eigene Welt abtaucht.

    Ich kenne mich nicht mit ADHS aus. Es mag sein dass es vielleicht auch nur eine charakterliche Sache bei ihm ist aber die Diagnose hat er nun einmal.
    Eben das würde ich gerne herausfinden.

    Liebe Grüße
    Zwuggel

  5. #5
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.731

    AW: Unsicher im Umgang mit ADHSler

    Danke für deine Antwort.

    Was wäre wenn du Schluss mit ihm machst?

    Tut mir leid. Bin völlig ratlos.
    Schwer zu sagen, ob er einfach Probleme im Job hat und vielleicht
    Burnout-gefährdet ist oder ob er einfach ein Schnösel ist.

    Also meine Mutter hätte wahrscheinlich gesagt:
    Eine andere Mutter hat auch einen schönen Buben....."

    Aber er scheint dich ja auch zu brauchen.....

  6. #6
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 34

    AW: Unsicher im Umgang mit ADHSler

    Was willst du von ihm?

    Ist es mit "geben und nehmen" ausgeglichen?

    ADHS'ler können kämpfen ja, aber dann müssen sie wissen für was und ich habe das Gefühl du hast dir da einen Maulwurf geangelt, welcher anscheinend auch nicht Reden kann und auch immer wieder verängstigt in sein Loch geht sobald ein wenig Gegenwind kommt....

    Ganz ehrlich, ich weiss nicht was ich dir Raten soll, weil das ganze erinnert mich an eine Frau von der ich mal mehr wollte. Wenn wir zusammen waren war es oft "gut", aber kaum ging sie war man nicht mehr ein Teil ihres Lebens.... so fühlte es sich zumindest an.
    Manchmal, aber auch wirklich nur manchmal und wenn man genau hinfühlte, spürte man das ich ihr wichtig war, nur reicht das?

    Ich habe ja auch ADHS und bin teilweise wirklich auch begriffsstutzig, aber manchmal ist es schon schlimm wie sehr man Gedanken lesen können müsste... was natürlich nicht geht. Wo ich schnell mal genervt bin ist wenn man um den heissen Brei redet und nichts wirkliches aussagt, anstatt einfach mal klartext zu Reden.
    Ob das bei ihm geht, der Herr fühlt sich ja anscheinend sehr schnell Angegriffen. :/

    Denk einfach daran, was für dich selbstverständlich ist gilt nur für dich, wenn du ihm vermitteln kannst warum etwas für dich SO ist... vielleicht... aber nur vielleicht erkennt er dann "etwas" was für ihn Sinn ergibt...

    Wäre gerne positiver aber wenn es so früh schon so kompliziert ist und ihr nicht einmal in einer Beziehung seid.... da kann ich zuwenig neutral sein, vor allem da ich nicht dran glaube das er um dich "Kämpfen" würde.
    Selbst wenn du ihm wirklich wichtig wärst, habe ich die Befürchtung das er es erst erkennen würde wenn du jemand anderen hättest oder du von ihm genug hast.

    "Sich rar machen", wenn es heisst einfach sein Leben leben einverstanden, aber extra auf Abstand gehen in der hoffnung die andere Person "rennt" einem hinterher? Ist es nicht jetzt schon so das du ihm hinterher rennst?
    Auf "rar machen" bin ich allergisch, bei ihm glaube ich aber das du zuwenig in seinem Blickfeld bist und du dich damit nur von ihm entfernen würdest.

    Also ich sehe gerade nur 2 Möglichkeiten welche sehr schwarz/weiss sind. Entweder lernst du mit der Situation umzugehen und schaust was EURE Wünsche sind oder du verabschiedest dich von ihm und guckst mal genau hin wie du von einem Menschen behandelt werden möchtest.


    Mal wieder bisschen chaotisch, hoffe man kann ungefähr rauslesen was ich meine...

    Wünsche dir aber alles gute für welchen Weg du dich auch entscheidest, aber ich denke du weisst es eigentlich schon...

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.378

    AW: Unsicher im Umgang mit ADHSler

    Zwuggel schreibt:
    Gerne würde ich das Thema nochmal aufgreifen und eine Aussprache mit ihm vereinbaren aber auf der anderen Seite möchte ich
    auch warten ob von ihm überhaupt etwas kommt. Irgendwie muss er doch auch merken wenn er so verletzend ist und ich habe es satt, ständig alles unter den Teppich zu kehren und nach geraumer Zeit so zu tun als ob nichts war.
    Hallo Zwuggel,

    du sagst Irgendwie muss er doch merken. Aber manche ADHS-ler merken es nicht. Wirklich nicht. Unsere Selbstwahrnehmung ist ziemlich schlecht, jedenfalls solange die ADHS unbehandelt ist.

    Damit meine ich keinesfalls, dass du es einfach unter den Teppich kehren solltest.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Unsicher im Umgang mit ADHSler

    Hallo,

    heute hatte ich eine Situation die ich fast nicht glauben kann und noch weniger glauben möchte!
    Seine Tante ist an Krebs gestorben und wir haben uns über die Gefühle der Angehörigen unterhalten.
    Zur Sprache kam auch, dass ich meine Mutter vor 6 Jahren an Krebs verloren haben, er hat getan als ob er das zum ersten Mal hört.
    Ich meine wir kennen uns keine Ewigkeit und wissen bestimmt vieles (noch) nicht voneinander aber über meine Mutter und ihren Tod haben wir gesprochen, sogar Bilder hatte ich
    ihm gezeigt!
    Ich bin sprachlos und unglaublich traurig.
    Hat das etwas mit ADHS zu tun oder schon mit absoluten Desinteresse?

    Herzlich
    Zwuggel

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 34

    AW: Unsicher im Umgang mit ADHSler

    Wie oft hattet ihr über deine Mutter geredet?

    Mit ADHS ist man Gedanklich sicher eher mal "wo anders" und Stress (Tod eines Menschen) begünstigt es sicher auch noch, aber gibt sicher auch bei dir manchmal Dinge welche andere dir sagen und du dich (in dem Moment) nicht mehr daran erinnerst?

    Also ich kenne es schon von mir das ich mich manchmal an Dinge gar nicht erinnere oder noch schlimmer, falsch erinnere, je nach dem wie die Situation gerade ist. Bin aber auch oft der welcher nach langer Zeit sich immer noch an Sachen erinnert welche andere dafür nicht mehr wissen, was nicht mal mit "interesse" zu tun hat....
    Wäre oft froh ich könnte einige "unnütze" Dinge vergessen und dafür mir mehr Sachen merken von Leuten welche mich interessieren.

    Ich kann dich verstehen, aber in der Situation würde ich ihn jetzt eher verteidigen. Für dich war der Tod deiner Mutter eine sehr schlimme Erfahrung welche natürlich sehr tief in dir sitzt und auch einen grossen Stellenwert besitzt, da ist es nur logisch das man schnell verletzt ist wenn jemand den man "mag" sich nicht wirklich daran erinnert... aber er ist mit seinen Gedanken jetzt erst recht an zig anderen Orten und es könnte auch sein das er mit seinen eigenen Dingen schon total überfordert ist, da blendet man eher mal alles "unwichtige" was einen selber nicht betrifft aus.

    Absolut nicht zufriedenstellend die Vorstellung ich weiss... Rede sonst mal mit ihm und frag ihn ob er es wirklich vergessen hatte oder mit dem Kopf einfach wo anders war.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Unsicher im Umgang mit ADHSler

    Hallo Zeruel,

    oft haben wir über meine Mutter nicht gesprochen, vielleicht insgesamt 3x?
    Vielleicht gehe ich da auch zu sehr von mir aus weil es MIR passiert ist, er kannte sie ja nicht.
    Es hat mich eben hart getroffen und ich hätte mich gewünscht er hätte es sich merken können.

    Die letzten Tage habe ich für mich einen ganz guten Weg gefunden. Dinge die mir wichtig sind, ziehe ich durch.
    Ich erzähle sie ihm, binde ihn in die Geschehnisse ein aber alles ohne Erwartungshaltung, sprich es kann ihm dann auch passieren dass er etwas verpasst.
    Das funktioniert ganz gut, ob es mich auf Dauer glücklich macht bzw. ob es auch der richtige Weg für ihn ist, bleibt abzuwarten.
    Ich habe ihn einfach viel zu gern als die Flinte (jetzt schon) ins Korn zu werfen.

    Mit ihm über sein ADHS zu sprechen ist nicht einfach. Größtenteils ignoriert er es.
    Ich weiß bis heute nicht, ob er Medikamente nimmt oder in ärztlicher Behandlung ist.


    Viele Grüße
    Zwuggel

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