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Diskutiere im Thema Umgang mit ADS /ADHS nach Streit / Rausschmiss im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    Umgang mit ADS /ADHS nach Streit / Rausschmiss

    Hallo ihr lieben,

    Ich bin neu hier und habe einige Fragen da ich leider nicht mehr weiter weiß und hoffe ihr könnt mir vllt helfen oder zumindest ein paar Ratschläge geben.

    Mein Freund 25 hat in der Kindheit ADHS diagnostiziert bekommen und bis er ca 15 war Tabletten genommen.
    Wir kennen uns seit der ersten Klasse und ich habe ihn eigentlich Jahre lang abblitzen lassen als er Kontakt zu mir aufgenommen hat da ich nicht dachte das er irgendwie "vernünftig" sei, chaotisch und verrückt war er immer. Eines sonntags sagte ich einem Treffen dennoch zu und es hat eingeschlagen wie eine Bombe.
    Alles ging knall auf Fall und er konnte es selbst nicht glauben meinte er darf das mit mir auf keinen Fall verderben und wie glücklich er sei etc.

    Soviel kurz dazu. Alles in allem ging alles sehr schnell und nach ein paar Wochen der Euphorie folgte dann irgendwie der langsame aber stetige Fall.

    Aktuell ist sein Leben ziemlich unbeständig, neue Dienststelle, daher Umzug in unseren Heimatort, worauf er sich freut allerdings hat er bisher noch keine Wohnung gefunden usw

    Er hatte jetzt zwei Wochen Urlaub eh er seinen neuen Dienst begonnen hat, Zeit um die alte Wohnung auszuräumen, Sachen zu klären etc
    Aber Pustekuchen, ich habe ihn ständig Druck machen müssen und selbst das hat teilweise nicht den wirklichen notwendigen Auftrieb verursacht. Habe mich um wirklich viele Dinge bemüht und gekümmert.
    Soweit so gut allerdings wurden diese Dinge nicht wirklich "geschätzt" und teilweise noch mit Händen und Füßen getreten.
    Ich bin ehrlich vorher habe ich nicht an die Erkrankung gedacht und Samstag ist mir dann die Hutschnur geplatzt und ich habe ihn inkl seiner Sachen vor die Tür gesetzt, ich konnte einfach nicht mehr.
    Ständig dreht sich alles nur um seine Belange und wünsche und ich muss springen und wenn man einmal Kritik äußert ist man auch noch die dumme.

    Ich habe mich nicht bei ihm gemeldet weil ich uns beiden erstmal ein wenig Luft zum atmen geben wollte. Gestern rief er mich ganz freundlich an und fragte ob wir einen Kaffee trinken wollen, ich willigte ein, freute mich, wollte ich die Sache ja auch nicht unausgesprochen im Raum stehen lassen und dann kam er vorbei.
    Total kühl und schon irgendwie vorwurfsvoll. Er ist zwischenzeitlich bei seinen Großeltern untergekommen denn seine Mutter wollte ihn nicht aufnehmen, sie scheint aktuell noch dümmer dazustehen als ich selbst.

    Er ist seither extrem Unterkühlt und ich habe das Gefühl er versteht überhaupt nicht wieso es überhaupt zu meinem "Ausbruch" gekommen ist.
    Als er dann wieder gegangen ist viel es mir wie Schatten von den Augen das dieses Verhalten vllt auf die Krankheit zurück zuführen ist und ich habe angefangen mich zu belesen.

    Jetzt weiß ich allerdings immer noch nicht wie ich weiter mit ihm umgehen soll, habe ihm heute morgen eine liebe Nachricht geschickt und er war wieder total kühl etc als er antworte, einerseits sag ich mir gut dann soll er halt machen vllt versteht er es wenn ich mich zurück ziehe, andererseits habe ich Angst das dies alles nur noch schlimmer macht.
    Er fühlt sich ständig im recht und stellt sich über extrem vieles, ist teilweise die Dreistigkeit in Person und merkt es nicht einmal.

    Ich bin wirklich ratlos, möchte ihm helfen und nicht alles nur noch schlimmer machen.

    Ich hoffe ihr könnt mir vllt ein wenig helfen.

    LG

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.858

    AW: Umgang mit ADS /ADHS nach Streit / Rausschmiss

    Hallo Hexe,

    dein Beitrag steht jetzt im richtigen Bereich und ich will mal meine Einschätzung dazu geben:

    Ich lebe seit Menschengedenken mit einem Träumer-ADHS-ler, bin selbst nicht so verquer, nicht so sehr impulsiv und "verrückt",
    so dass wir es gut miteinander aushalten.

    Was mir bei deiner Schilderung auffällt:

    Dein Freund hat einen Beruf und eine Job.
    Er ist nicht offenbar nicht mit einer sozialen Phobie behaftet, hat dein
    Verhalten ganz gut verkraftet und sich wieder, sogar freundlich, bei dir gemeldet.
    Das sind Pluspunkte!

    Ohne dich und deinen Freund zu kennen - ich habe nur jahrelange Erfahrungen mit ADHS-betroffenen Menschen -
    ADHS-veranlagte Menschen, vor allem männliche, sind mit 25 noch nicht auf dem Stand wie nicht Betroffene, die
    Gehirnreifung verläuft langsamer, der Vorteil - sie bleiben auch länger jung.

    Deinem Freund steht vermutlich einiges an "Perspektiven-Wechsel" noch bevor, und er muss jetzt am
    neuen Arbeitsplatz seinen Mann stehen, sich mit seinen Großeltern zurecht finden und auf seine Partnerin
    erstmal verzichten (wohnt ihr denn weit auseinander?).

    Und eine Sache anzufangen, fällt einem ADHS-Betroffenen sehr schwer.
    Wenn ich z. B. daran denke, dass ich wahrscheinlich irgendwann mal aus meiner Wohnung
    ausziehen muss, kriege ich schon die Krise.

    Er fühlt sich ständig im recht und stellt sich über extrem vieles, ist teilweise die Dreistigkeit in Person und merkt es nicht einmal.
    Du musst dir natürlich nichts von ihm gefallen lassen, aber das "Zurechtstutzen" kannst du auch anderen überlassen.

    Du kennst ihn ja schon lange und er weiß sicherlich im Grunde, was er an dir hat.

    Magst du gerne lesen?

    Ich empfehle dir mal ein paar Bücher:
    http://myadhs.com/

    Das richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene,
    kann man im Netz lesen. Man erfährt viel Grundsätzliches über ADHS.

    Cordula Neuhaus - Lass mich doch verlass mich nicht
    Sie ist Dipl. Psych. und hat mehrere Bücher über ADHS in allen Altersklassen geschrieben.

    Walter Beerwerth - ADS, das kreative Chaos
    Walter Beerwerth ist Arzt, den seine AD(H)S aus der Bahn geworfen hat.
    Hier erfährt man viel, wie ADHS-ler ticken.

    Christine Beerwerth - Such dir Menschen, die dir gut tun.

    ADHS-ler kann man nicht einfach "umstricken", sie brauchen einen Menschen,
    der sie "coachen" kann.

    Sicher ist das jetzt alles ein bisschen viel für dich, aber ich denke, gib ihm ein bisschen
    Zeit und stehe zu deinen Stärken.

    Alles Gute
    Gretchen

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Umgang mit ADS /ADHS nach Streit / Rausschmiss

    Vielen lieben Dank Gretchen für deine schnelle Antwort und die Hinweise auf diese Bücher, werde ich definitiv berücksichtigen.

    Ja ich denke im Grunde weiß er das, manchmal habe ich das Gefühl er vergisst es ein wenig aber nun ja.
    Er ist mir wichtig und ich möchte ihn wirklich unterstützen nur ich glaube auch er sieht es als solches nicht, direkt auf die Krankheit trau ich mich überhaupt nicht ihn anzusprechen. Er sieht denke ich alles als direkten Angriff und überhaupt nicht die Sorge die dahinter steht. Klar wer hört sich schon gern Kritik an aber andererseits mein ich es ja nur gut.

    Er ist der gute und andere prinzipiell die bösen.
    Mir fällt es zeitweise schon schwer ruhig zu bleiben

    Aktuell gerade durch diese Kälte seinerseits überlege ich halt schon zu sagen, du Pass auf kläre das erstmal mit deiner wohnsituation (er schaut sich Montag etwas an) und dann können wir weiter reden.
    Andererseits hab ich Angst das er sich dadurch nur noch mehr zurück gesetzt fühlt etc.

    Er hat jeden Tag einen anderem Furz im Kopf, heute dies morgen jenes und übermorgen ist wieder ganz anders und war nicht so gemeint.

    Und gestern hab ich dann so richtig gemerkt wie er mich manipuliert ��

    Meinst du ich könnte mich vllt auch mit einer Erklärung erst einmal zurück ziehen oder wäre das eher kontraproduktiv?

    Viele grüße

  4. #4
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.858

    AW: Umgang mit ADS /ADHS nach Streit / Rausschmiss

    Sorry, ich habe wenig Zeit, aber

    Cordula Neuhaus meint immer, man soll wie "Columbo" vorgehen (nicht dass ich diese Serie wirklich kenne),

    also erst mal die Fakten scannen und nicht so viel reden.

    Bei ADHS-lern, vor allem bei jüngeren, muss man manches auch mal überhören.

    Kannst du mal so eine Manipulationsgeschichte schildern?

    Sorry, ich muss zum Zug.

    Liebe Grüße
    Gretchen

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Umgang mit ADS /ADHS nach Streit / Rausschmiss

    Naja als Faktum sehe ich aktuell nur das ich mich entschuldigt habe er mich obwohl er das Gespräch gesucht hat mich aber weiterhin am langem arm verhungern lässt. Schwierig...

    Puh überhören, da sollte ich manches mal wahrscheinlich komplett auf Durchzug schalten.

    Naja gestern empfand ich es als solches.
    Er kam zu mir obwohl er mich vorher total freundlich angerufen hat wirkte er als er da war abweisend und kühl. Ich habe mich entschuldigt für die Art und Weise wie es am Samstag gelaufen ist und hab versucht zu erklären das mir die Zündungen durchgebrannt sind. Darauf meinte er dann total von oben herab " naja und von alleine hättest du dich wohl nicht einmal gemeldet!?" er wäre wieder der dumme, der Gutmensch welcher hinterher rennt und kleinbei gibt. Ich habe mehrfach erwähnt das ich einfach ein wenig Luft zum atmen geben wollte damit sich die Gemüter wieder ein wenig beruhigen können. Keinerlei Einsicht, nichts, er sahs da und hat mir ein schlechtes Gewissen gemacht und ich empfand das im Nachhinein schon als Manipulation, ob nun bewusst oder unbewusst sei erstmal dahin gestellt. Er wollte hören das er keine Schuld trägt und ich die böse bin.

    Vielen Dank das du dir die Zeit dennoch nimmst. Erleichtert schon ungemein wenn man sich einmal eine Meinung holen kann.

  6. #6
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.858

    AW: Umgang mit ADS /ADHS nach Streit / Rausschmiss

    Ich sitze jetzt im Zug.

    Ich hoffe du bekommst auch andere Zuschriften.

    Meine Erfahrungen sind nun schon mal uralt. Ich bin in einem Monat 45 Jahre mit meinem Mann zusammen. Aber auch meine Schwestern ind meine Schwaegerinnen haben viel Geduld mit ihren "verrückten" Männern.

    Wie waer's, wenn du ihm eine Karte schreibst und ihm Glück im neuen Job wünscht und ihm andeutest, dass er dir wichtig ist?

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Umgang mit ADS /ADHS nach Streit / Rausschmiss

    Ich hab ihm gestern einen Brief mitgegeben den ich am Sonntag verfasst habe als Entschuldigung. Daraufhin kam aber nicht wirklich etwas.

    Ich habe halt ein wenig bedenken das er meinen "Wandel" versteht da ich in letzter Zeit schon recht angepisst war durch die ganze Situation (heute so morgen so) :-(

    Aber ein Versuch ist es natürlich wert. Ich werde mir die Bücher definitiv organisieren und versuchen öfter mal auf Durchzug zu schalten

    Aber gerade durch diese Distanzierung fällt mir das schwer weil ich nicht weiß woran ich bin bzw was ich richtige und was falsch mache

    Aber irgendwie wird es schon weiter gehen.
    Leider habe ich bisher noch keine anderen Zuschriften erhalten aber was nicht ist kann ja noch werden.

    Dir erstmal vielen lieben dank

  8. #8
    Querdenker

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 221

    AW: Umgang mit ADS /ADHS nach Streit / Rausschmiss

    ICh kenne auch so jemanden der wenn er scheiße gebaut hat so lange auf den Beteiligten einreden kann, bis man denkt man sei der Schuldige.

    Ob das bewusst passiert oder unbewusst? Schwierig... vielleicht unbewusster Selbstschutz....


    Er sollte dringend Anfangen sein Verhalten zu reflektieren.
    Aber das muss ihm irgendwie so beigebracht werden, dass er es nicht als Aufforderung sieht, sonst passiert nur das Gegenteil

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