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Diskutiere im Thema Eine völlig andere Art der Diagnostik im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 19

    Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Ich möchte euch eine völlig andere diagnostische Beurteilung vorstellen. Wie ist diese Möglichkeit zu diagnostizieren entstanden ? Ich bin von Beruf Physiotherapeutin und psychologischer Heilpraktiker. Im Laufe meines Lebens habe ich festgestellt, dass ich entgegen der heutigen Medizin schon von Beginn an eine andere Denkstruktur hatte, was Problemlösungen oder Ursachenforschung in der Medizin oder auch im Leben allgemein betraf. Vielleicht würde der Spruch zutreffen: Wer war zuerst ? Die Henne oder das Ei. Diese Suche nach dem Ursprung, nach dem Kern von allem brachte mich in eine Ebene des Denkens, die viel mehr in die Innenwelt gerichtet war. Getestet wurde ich selbst als hochgradig hypersensibel, was zu einem krankhaften Helfersyndrom und massiven Burnout führte. Die Eigenschaften eines Hypersensiblen kann ich mir heute ganz zu Nutze machen und diese damals fehlgeleiteten und zerstörenden Energien in die richtige Richtung lenken.
    Aber es gäbe hier noch sehr viel mehr zu sagen. Von der Diagnostik begann dieses Umdenken schon sehr früh, was nach außen "schädlich"war, für manche Patienten völlig unlogisch da oft konträr mit Arztdiagnosen. Aber es gab immer mehr Patienten, die vollständige Heilung erfuhren, nur weil die Sichttweise der Dinge anders wurde.
    Ich schreibe hier einfach einmal einige Gedanken dazu:

    Diagnostik in der Medizin
    Diagnostik ist das Zusammentragen von Informationen, die anschließend in einen Befund münden.
    Möglichkeiten sind Befragung, Sichtbebefund und apparative Möglichkeiten = alles was sichtbar, hörbar und messbar ist.
    Eine richtige Diagnostik ist nur möglich, wenn der Diagnostiker alle Befunde wahrnimmt und als Ganzes beurteilt. Dazu gehört Erfahrung und Wissen.
    Was ist der Grund, weshalb die Diagnostik scheitert ? Der wichtigste Aspekt "Mensch mit Geist und Seele" wird nicht wahrgenommen. Er ist das Bindeglied zwischen den Bausteinen.
    Nehmen wir einen Fall aus der Chirurgie - eine Handfraktur. Wenn man hier eine Diagnostik macht, müssen zur vollständigen Aufklärung Parameter erfüllt sein.
    a) Unfallhergang
    b) Art der Fraktur
    c) Versorgung der Fraktur
    d) Leitlinien zur Therapie
    e) Heilungsverlauf

    Eine Fraktur ist sichtbar, messbar und beurteilbar anhand technischer Möglichkeiten. Der Vorgang zur Frakturentstehung ist ebenfall genau rekonstruierbar. Die Symptome des Patienten sind beurteilbar, erklärbar und der Fraktur zuzuordnen.
    Nun klagt der Patient über Schmerzen, die "es nicht geben dürfte". Die Medizin sagt: Kann nicht sein, es ist alles ok. Der Patient bewegt seine Hand immer weniger, ist gereizt und therapieresistent.
    Was ist passiert ? Es gibt einen neuen Befund, der überhaupt nicht mit der Fraktur selbst zu tun hat: Sudeck (eine trophische Störung, die im schlimmsten Fall zu einer Funktionsunfähigkeit führt). Wie konnte dies geschehen ? Indem der Arzt sich "Mensch-Seele" nicht angeschaut hat. Sudeck bekommen fast nur Menschen (bevorzugt Frauen), die ängstlich-vermeident sind. Die sich ständig sorgen. Die ungeduldig und nervös sind. Die schon von Beginn an wissen, das wird nix mehr....
    Wo hat die Diagnostik versagt ? Genau dort, wo man es nicht beurteilen kann - im Wesen des Menschen.
    Die Medizin KANN nur etwas beurteilen, was es kennt. Dazu braucht sie immer Symptome und messbare Ergebnisse. Maschinen sind beurteilbar - Symptome vom Menschen geäußert sind Empfindungen. Und die stammen von der Persönlichkeit des Betroffenen. Von seiner Grundstruktur. Von seiner Sicht der Dinge. Gesteuert von Ängsten..... und sehr vielem mehr.

    Diagnostik einer psychischen Erkrankung
    Ich hatte vor ein paar Wochen ein langes Gespräch mit dem Oberarzt der psychosomatischen Klinik, die meinen Sohn nun für 6 Wochen zur Therapie aufnimmt. Es entwickelte sich ein sehr interessanter Dialog. Ich hatte einen eigenen Befund geschrieben mit Symptomen seit Geburt an ohne Hinweis auf Krankheitsbilder, die irgendwann schon einmal vermutet wurden. Dazu machte ich eine Tabelle mit 7 " Krankheitsbilder" und ordnete jedem Krankheitsbild die Symptome zu. Nach dieser Tabelle wär es völlig unmöglich überhaupt eine Richtung in ein Krankheitsbild festzustellen, auch nicht was Kernsymptome betraf. Alles überlagerte sich.
    Nun kam der eigentliche Teil: Wer war zuerst ? Das Huhn oder das Ei ? Was war das erste auffallende Zeichen, dass mir bei meinem Kind begegnete ? Welches Verhalten verursachte die nächste Auffälligkeit ? Wie war die Reaktion nach außen auf die neue Verhaltensänderung ? Welche Lösungsmöglichkeiten zeigte mein Kind auf das jeweilig falsche Verhalten ? Und viele weitere Fragen..... Welche Probleme in der Außenwelt sind entstanden , welches durch neues Verhalten kompensiert wurde......

    Der Arzt sagte mir, dass er völlig meiner Meinung ist und dass es im Grunde überhaupt so gut wie nicht möglich ist, eine psychologische Diagnostik anhand vorliegender Symptome zu beurteilen. Die Medizin versucht es - mehr schlecht als recht. Hier ist nur sehr wenig messbar und was messbar ist, hat so gut wie keine Aussagekraft. Befragungen sind so gut wie nicht beurteilbar, da sie vom Befragten, seiner Bereitschaft, seiner Ehrlichkeit, seiner momentanen Verfassung, seines Intellektes, seines Egos, seiner eigenen Persönlichkeit und Wahrnehmung von früheren Ereignissen und deren Beurteilung abhängen.
    Psychische Erkrankungen beurteilen die Symptome, wie sie sich für den Arzt in diesem Moment darstellen. Aber das Symptom selbst kann schon eine falsche Lösungsstrategie einer völlig anderen Kernsymptomatik sein.

    Viele Dinge beruhen auf Schlussfolgerungen und die sind meist falsch und gefährlich. Die Beurteilung eines Menschen anhand von Worten und Beobachtungen ist so gut wie nicht möglich. Es wird keine Heilung geben, wenn die wichtigsten Fragen nicht beantwortet sind.


    Ich möchte diesen Teil jetzt beenden und würde mich sehr freuen, eure Meinung dazu zu hören.

    Liebe Grüße
    Anne

  2. #2
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.985

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Ich bin v.a.verwirrt.
    Geht es Dir nun um Diagnostik,oder Heilung?
    Möglich,dass meine Leitung heute besonders lang ist,aber ich finde mich in Deinen Ausführungen nicht zurecht.

  3. #3


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Was ist denn nun die völlig andere Art der Diagnostik. Das wird mir hier nicht
    so klar.
    Dass es gerade bei psychischen Erkrankungen bei der Diagnostik eine gewisse Unschärfe gibt, ist
    klar. Unsere Psyche ist viel zu komplex und von den verschiedensten neurologischen, hormonellen
    und und und Einflüssen gesteuert, als das man eine 100% sichere Diagnostik machen könnte.
    Aber durch umfangreiche Befragungen und Tests, kann man schon eine relativ sichere
    ADHS Diagnose stellen.

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 2.056

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Hallo Nachtweide. Mir geht es wohl ähnlich wie Luftkopf. Ich verstehe zwar was du schreibst, aber nicht, was du letztendlich sagen willst.

    Wo ist der Zusammenhang mit AD(H)S? Oder gibt es keinen direkten? Bezieht sich die "andere Art der Diagnostik" auf Krankheiten allgemein?

    Ich stimme mit dir überein, daß der Mensch als ganzes zu wenig Beachtung in der Medizin findet.
    Die Beurteilung eines Menschen anhand von Worten und Beobachtungen ist so gut wie nicht möglich.
    Wie soll man denn zu einer ganzheitlichen Beurteilung kommen, wenn nicht durch Worte und Beobachtung?

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Hallo,

    es geht um eine exakte Diagnostik. Eine korrekte Diagnostik ist schon ein Teil der Therapie. Das Erkennen von Symptomen und die Ursachenfindung ist in der Psychotherapie der wichtigste Therapieschritt. Da meist der Betroffene nur Symptome schildern kann, die für ihn auffalend bzw. wichtig sind weil er darunter leidet, ist es ihm persönlich so gut wie nicht möglich den wirklichen Ursprung zu erkennen.
    Dazu braucht man Aussagen von "externen" Menschen im familiären Umfeld, Freunde, Schule, Partner. Der Unterschied macht hier die emotianale Bindung an den Betroffenen aus.
    Vielleicht ein Beispiel:
    Eine Mutter sagt: Mein Sohn wird immer extrem wütend, wenn ich ihn auffordere etwas zu tun.
    Du hast auf der einen Seite die Mutter, auf der anderen Seite den Sohn und eine Feststellung = Urteil, das die Mutter getroffen hat.
    Diese ist zurst völlig wertfrei und urteilsfrei anzuhören.
    Von außen betrachtet, sieht man vielleicht, dass es genauso ist. Der Sohn reagiert auf seine Mutter wütend, ablehnend und jähzornig.

    Kernaussage
    Die Reaktion eines Menschen geschieht nur durch Schalter, die in der Außenwelt gedrückt wurden. Menschen oder Dinge lösen im Menschen ein Gefühl aus, auf aser mit seinen Mitteln antwortet = reagiert.

    Was löst die Wut des Sohnes aus ? Der Sohn sagt: Meine Mutter hat mich wütend gemacht. Das ist falsch. Die Mutter hat etwas gesagt, was im Sohn Wut erzeugt hat.
    Was erzeugt Wut in einem Menschen ?
    > Verlust der Freiheit
    > Druck (bei ADHS, bei hypersensiblen Menschen, bei ängstlich vermeidenden Menschen der größte Schwachpunkt)
    > Angst nicht geliebt zu werden
    > Angst vor Verlust
    > Angst vor Überforderung
    > Angst Entscheidungen zu treffen
    > nicht so zu sein wie andere einen haben möchten
    > Verteidigung seiner Persönlichkeit
    > passiv- aggressives Verhalten des anderen
    > aktiv- aggressives Verhalten des Anderen
    > man will seine eigenen Erfahrungen machen
    > fehlendes Vertrauen des Gegenübers
    ..........

    Nun stellt sich also die Frage, wie der Betroffene sein Gegenüber sieht.
    Ist seine Mutter eine ängstliche Person und der Betroffene eher der freiheitsliebende Mensch, wird er sich gemaßregelt fühlen. Er wird sagen: Ich bin dieses Gequatsche satt. Tu dies nicht, tu das nicht. Ich will MEINE Erfahrungen machen. Die Mutter handelt aus ihrer Ängstlichkeit heraus und bevormundet den Sohn.
    Sie WILL ihn so umgestalten, dass sie am besten mit ihm auskommt. Der Sohn WEHRT sich, seine Persönlichkeit aufzugeben.
    Im Laufe des Lebens denkt der Sohn noch nicht einmal mehr darüber nach,ob seine Gegenwehr noch logisch ist oder falsch. Er hat ein automatisches Programm laufen. Er hat sich programmiert und urteilt ohne nachzudenken: Wenn meine Mutter den Mund aufmacht, dann SOFORT mit Wut reagieren = Mauer bauen = zumachen = blockieren = gegen die Wand laufen lassen. Die Wut dient hauptsächlich dazu, dass der Betroffene gelernt hat, dass es eine Lösungsmöglichkeit ist, in Ruhe gelassen zu werden.

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 2.056

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Selbst- und Fremdwahrnehmung sind unterschiedlich. Das ist doch bekannt. Darum gibt es bei der klassischen ADHS-Diagnose auch die Fragebögen für die Fremdanamnese.

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Natürlich kann eine Diagnose gerade im psychischen Bereich auch mal falsch sein. Aber wie du schon selbst sagst, kommt es auch auf die Ehrlichkeit des Patienten und der Angehörigen an, dafür kann kein Diagnostiker was. Es wird aber (eigentlich) auch schon während der Diagnostik, zumindest so weit möglich, dieses Feld beleuchtet. Antworten der Patienten und Angehöigen werden verglichen, bei groben Unstimmigkeiten wird genauer hinterfragt. Die Tests haben teils "Fangfragen".

    Ein Diagnostiker, der bei auffälligem Verhalten nicht den Hintergrund mit einbezieht, ist ein schlechter Diagnostiker, sowas gibt es bei rein somatischen Krankheiten aber auch. Auf Anhieb kann ich dir allein 4 Fälle in meinem Bekanntenkreis nennen, die mit hoch lebensgefährlichen Erkrankungen von Notaufnahmen teils mehrmals nach hause geschickt wurden, 3 davon haben bleibende Schäden durch zu späte Behandlung mit jeweils Intensivstation etc.

    Psyche und Somatik haben manchmal einen Zusammenhang, manchmal nicht, manchmal tarnt sich das eine als das andere. Das ist nun mal so, und es ist auch nicht einfach dies sofort rauszufinden.

    Ein Patient, sei er denn erwachsen und geistig/köperlich in der Lage, hat aber auch eine gewisse Eigenverantwortung. Und wenn etwas nicht passt, dann muss man auch mit dem Arzt reden oder ihn wechseln. Beim Friseur oder der Wurstmarke machen wir das ja auch. Sicherlich bedeutet das bei einem Arzt viel mehr Arbeit, aber es geht ja dabei auch um mehr.

    Manchmal stellt sich auch erst mit der Zeit ein, das es eine Fehldiagnose war, oder das noch was dazu kommt.

    Das was du beschreibst und anmerkst gehört eigentlich zum Grundprogramm in der Diagnostik in der Psychiatrie.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Mein Sohn und ich haben den Fragebogen getrennt ausgefüllt (hab mir einen kopiert). Der gleiche Bogen wurde vor 10 Jahren schon einmal ausgefüllt und ich konnte die Ergenisse miteinander vergleichen. Anschließend haben wir jeden Punkt besprochen über die unterschiedlichen Ergebnisse analysiert. Er ist 18 Jahre alt und kann seine jetzige Situation klar beurteilen. Wichtig war auch, dass er sich daran erinnern konnte, wie damals alles begonnen hat.

    Fragebogen:
    1. Ich bin ungeduldig
    2. Ich bin zappelig
    3. Ich fühle mich unruhig
    4. Es fällt mir schwer sitzen zu bleiben
    5. Ich bin ungeduldig
    6. Ich habe Wutanfälle

    Sein Grundcharakter als Kleinkind (von 1-4)
    > Ich schau mal was es interessantes gibt.
    > Ich will alles versuchen
    > Wurde wütend, wenn es nicht seinem Willen nach ging
    > Wollte immer alles sofort und gleich
    > zeigte sein Gefühlsleben in positiver und negativer Form
    > war ein Sonnenschein = bekam sehr viel Zuneigung von außen
    > mußte sich zuerst die Finger verbrennen, um zu wissen was heiß ist

    Vater: Sehr dominant, jähzornig, immer Druck ausübend , hat sich alle Freiheiten genommen die es gab, hielt sich nie an Regeln und Absprachen, vermeidet Erziehung weil er sich nicht unbeliebt machen wollte
    Mutter : erzieht, setzt Grenzen, beschneidet die Freiheit durch Erziehung, konsequent aber liebevoll
    Kind: nähert sich der Einstellung des Vaters, da er in großen Teilen das spiegelt was "erstrebenswert" ist. Er sieht, dass die Mutter sich das "gefallen läßt". Wenn der Vater damit durchkommt, dann funktioniert das auch bei mir. Das erste was er gelernt hatte war, dass Instrument Wut. Wut, wenn etwas nicht schnell genug ging. Was fehlte, war die Geduld etwas aushalten zu müssen. Da der Vater sofort Bedürfnisse befriedigte, lernte das Kind nicht, Geduld zu haben. Abzuwarten. Auch auf etwas verzichten zu können oder zu müssen. Er lernte, dass sein Vater immer das bekam was er wollte, egal ob es der Mutter gefiel.

    So. Und was hat das mit ADHS und Hyperaktivität zu tun ? Garnichts im Grunde. Genau darum geht es bei dieser Art Diagnostik. Diese Fragen sagen überhaupt nichts aus was mit ADHS zu tun hat.
    Diese Symptome sind nur deshalb enstanden durch Verhaltensweisen aus der Kindheit. Kein Medikament kann dieses Symptom heilen.
    Was wäre denn nun die Therapie für dieses SYMPTOM ?

    Ich hab meinen Sohn gefragt, wie er es gesehen hat. Er hat mir bestätigt, dass es genau sein Gefühl beschreibt, der Drang sich so verhalten zu müssen. Und die Wut und der Jähzorn war das was er als Lösungsmöglichkeit bei seinem Vater gesehen hat und für ihn hat es funktioniert. Er sagte, dass er ja nur diesen Weg kannte - den Weg der Wut und des Jähzornes, er hat nur eines getan: Er hat seinen Vater gespiegelt.
    Was die oben genannten Symptome betraf, sagte er mir folgendes:
    Ich wollte immer etwas neues ausprobieren, mir war schnell langweilig. Dinge, die Zeit beanspruchten wollte ich überhaupt nicht tun. Am liebsten wäre ich überall gewesen, hab immer gedacht - es gibt zuwenig Zeit für das was ich will. Deine klaren Strukturen waren mir zuwider, das Leben meines Vaters hat mir gezeigt, dass es auch anders geht. Ich wollte meine Freiheit, wollte mich nicht einordnen. Einordnen und unterordnen heißt Freiheitsverlust. Und am schlimmsten ist Druck. Druck von außen. Sobald ich auch nur ahne, dass jemand Erwartungen an mich hat, reagiere ich ohne nachzudenken mit Abwehr, Verweigerung und Wut. Ich fühle mich wie im Gefängnis. Ich kann Druck nicht aushalten - das macht mich unendlich wütend. Das ist so wie wenn ich mein Leben verlieren würde.

  9. #9
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.985

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik


    Schlussfolgerung: ADHS,so wie es diagnostiziert wird,gibt es nicht? Willst Du darauf hinaus? Oder wohin geht's?

    Nochmal: Ich verstehe Deine Worte,aber nicht,was Du eigentlich aussagen möchtest. Dazu ist mir das geschriebene zu verschwurbelt,nicht konkret,nicht in der Aussage greifbar und dem angegebenen Thema zuzuordnen.

    Und wie @creatrice schrieb,gehören die einzelnen Überlegungen zum diagnostisch-therapeutischen Prozess,beinhalten also nichts neues.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Fragebogen
    1. Ich bin unaufmerksam
    2. Ich höre nicht richtig zu
    3. Ich gehe Arbeiten, die eine geistige Beanspruchung erfordern, am liebsten aus dem Weg
    4. Ich lasse mich leicht ablenken
    5. Ich vergesse Verabredungen, Termine


    Symptom: gestörte Aufmerksamkeit und Konzentration

    Sind dies tatsächlich Symptome für ADHS oder ist dies eine Verhaltensweise einer bestimmten Persönlichkeit ?
    Ein sehr großer Prozentsatz von Menschen ist von der Struktur (angeboren) sensibel, meist hochsensibel. Beurteilen kann man nie von außen, da sehr viele nach außen ein völlig anderes Bild erzeugen. So kann jemand, der laut oder anscheinend unsensibel reagiert, sehr wohl hochsensibel sein. Die Frage wäre dann eher: Wie viele Mauern hat er um seine Sensibilität/Gefühlswelt gebaut ? Oft sieht man das bei Männern. Sensibel würde in der Welt als schwach interpretiert werden. Also macht man den Dicken um den wahren Kern zu verbergen. Man schottet sich vor seinen eigenen Gefühlen aus Angst vor Abwertung und auch aus Angst vor Verletzungen ab. Nach außen sieht man dann aus wie ein eiskalter Hund.

    Was sind die Anzeichen einer hochsensiblen Persönlichkeit als Kind ?
    Mögliche Eigenschaften:
    • differenziert, reflexionsfähig
    • oft gewissenhaft - und daher unglücklich, wenn etwas nicht "perfekt" ist
    • reiches Innenleben, grosse Vorstellungskraft
    • feinfühlig, intuitiv, manchmal 'hellfühlig'
    • gefühlsvoll, intensive Emotionalität, aber nicht immer nach aussen gerichtet
    • mitfühlend, einfühlsam (empathisch): spürt wie es seinen Mitmenschen geht
    • unterschwellige Wahrnehmungen - nimmt Stimmungen und Befindlichkeiten wahr
    • ein grosser Anteil der hochsensiblen Kinder ist eher introvertiert = zieht sich zurück
    • kreativ, fantasievoll = lebt in einem Phantasiereich
    • driftet aus der Realität in eine "bessere Scheinwelt" ab
    • läßt sich von Kleinigkeiten sofort ablenken, ist nicht konzentriert bei einer Sache
    • schaltet wegen Überflutung der Reize (Gespräche, Stimmen, Geräusche, Eindrücke) das Denken ab
    • oft mangelnde Frustrationstoleranz
    • kann reaktiv sein (z.B. Gefühlsausbrüche, Überreaktionen...)
    • erhöhte Verletzlichkeit (--> oft stark erhöht!) = sehr schnell gekränkt
    • die spezielle Wahrnehmung kann auch zu erhöhter Ängstlichkeit führen
    • kann sich schlecht abgrenzen = übernimmt Gefühle von Anderen (Wut eines Anderen wird als eigene Wut gefühlt)
    • bei zu vielen Einflüssen/Veränderungen etc. bald überstimuliert/überreizt, auch schneller überfordert und gestresst
    • Dann sind Reaktionen möglich wie z.B. viele Ängste, schwacher Selbstwert, Gefühl anders/"falsch" zu sein, Unsicherheit, Rückzug, Quengeln, stures Beharren, Jähzorn, Reaktivität, Konzentrationsschwierigkeiten, Schüchternheit, übermässige Sorgen...


    Mein "ADHSler" ist im Grunde das Produkt vieler Dinge. Eine freiheitsliebende hochsensible Persönlichkeit.

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