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Diskutiere im Thema Eine völlig andere Art der Diagnostik im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Nun gut liebe Nachtweide,dann vergesse ich jetzt mal den Threadtitel und die Einleitung und greife Deinen eigentlichen Hauptpunkt auf.

    Du hast mMn.völlig Recht,wenn Du ein genaueres Hinschauen forderst.

    Ist ein Mensch aus einer egozentrischen Haltung heraus unaufmerksam,oder steckt mehr dahinter,hat das noch in anderen Bereichen Auswirkungen.

    Kann die Wohnung nicht in Ordnung gehalten werden,weil Mensch das nie machen musste und jetzt nicht weiß,wie? Oder müsste er in der Lage dazu sein und kann es dennoch nicht?

    Und dann gibt's ja noch den Faktor Vererbung. Was,wenn man von ADHS'lern großgezogen wird,die sowas nicht können. Kann Mensch dann nicht,weil er selbst ADHS hat,oder weil eben nicht gelernt?

    Ich kann nur sagen,dass es bei mir kein Sozialisationsproblem ist und entsprechende Ansätze nicht greifen. Ein für allem geklärt ist das Thema aber noch nicht und von daher ist es selbstverständlich jedermanns gutes Recht,zu fragen und hinterfragen.

    Zum Thema Norm und krankhaft:

    Die Norm definiert sich per Mehrheitszustand selbst und als krankhaft lässt sich etwas dann einordnen,wenn es nachweislich Leid verursacht. Meine Symptome tun das. Sie erzeugen oftmals sogar existenzielle Nöte.
    Geändert von luftkopf33 ( 1.05.2016 um 17:43 Uhr)

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    creatrice schreibt:
    Naja, Depressionen haben auch Symptome die sich mit sämtlichen anderen Erkrankungen überschneiden, ebenso viele andere Erkrankungen aus dem Persönlichkeitsstörung-Bereich. Die bestimmte Anzahl an Symptomen die vorhanden sein müssen, und in den genannten Bereichen ergeben eine Diagnose.

    Z.B. haben Depressionen Symptome, die genauso bei Biopolarität auftreten, beides sind verschiedene Erkrankungen, bei beidem treten aber die vollen Symptome der Depression auf. So gibt es einige Beispiele]
    Das ist doch was ich meine. Depression tritt doch auch sehr oft bei Borderline mit ADHS auf. Was wird denn dann behandelt am Ende? Die Depression. Glaubst du, dass irgendjemand auf die Idee kommt im Depressiven einen Borderliner oder ADHSler zu sehen ? Was ich sagen möchte ist doch nur folgendes: Anhand welcher Symptome kann gesichert festgestellt werden, dass es sich wirklich um ADHS handelt und nicht um etwas vollständig anderes ?


    Und noch mal, wenn ein Arzt nur anhand von Fragebögen diagnostiziert, dann ist er zwar Arzt, aber kein guter Diagnostiker. Nur weil du an keinen guten Diagnostiker geraten bist, heisst das doch nicht, das das überall so ist. Und wenn der Patient selbst meint, das seine Symptome zwar so aussehen wie xyz, aber begründbar durch abc sind, dann ist das doch ok. Wo ist das Problem?
    Dann teile mir bitte mit wie deine ADHS diagnostiziert wurde. Es würde mich wirklich interessieren, da die Diagnostik heute (vor 4 Wochen) genauso ist wie früher.


    Stigmatisiert wird nur der, der das auch zulässt. Ich fühle mich durch keine meiner Diagnosen stigmatisiert. Eher das Gegenteil. Sie ermöglichen mir eine Behandlung die mir hilft, ich, und auch meine Angehörigen verstehen besser.
    Dann verfügst du über ein überaus gutes Selbstbewußtsein. Mein jetziger Lebenspartner hat mir nach ca. einem Jahr erzählt, dass seine Mutter ihn als Kind zu einem Psychologen gebracht hat, da er völlig auffällig war im Bereich Konzentration, Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Lernen durch Erfahrung, erst Denken dann Handeln.
    Und weißt du was passiert ist ? Er dachte sein ganzes Leben lang, dass er verrückt ist oder nicht normal. Für ihn war das ganz einfach - Psycho = IRR.
    Und du hast Glück, dass du wahrscheinlich einsichtsfähig bist und eine Behandlung möchtest. Die meisten verstehen nicht, dass sie Hilfe brauchen und werden sich deshalb keine Suchen. Aber leiden tun sie immens.


    Wenn bei dir ADHS nur mit überzogenen Forderungen zu tun hat, dann siehst du nur das, was leider auch wirklich sehr häufig so ist, das heisst aber nicht, das jeder mit dieser Diagnose "nur" Persönlichkeitsprobleme hat, oder mit normalen Anforderungen klar kommt.
    Deine Aussage verstehe ich nicht. Wo hat bei mir ADHS etwas mit überzogenen Forderungen zu tun ? Ich habe lediglich gesagt, dass es andere Möglichkeiten gibt.

    Es kommt drauf an wie Ärzte diagnostizieren, aber es gibt auch bei ADHS Ärzte, die auch mit "messbaren" Parametern arbeiten. Nicht an der Ursache von ADHS, denn die weiss ja keiner, aber um die Symptome zu detektieren. So kann man neurologische Probleme klar erkennen, ebenso gibt es Tests für Erinnerungsvermögen und Aufmerksamkeit, aber auch das Erscheinungsbild und Vita des Patienten kann da Aufschluss geben. So kann ein Arzt glaube ich schon ganz gut beurteilen ob jemand der vor ihm sitzt Erinnerungsprobleme hat, wenn diese sich im Gespräch zeigen, und wenn das in den Unterlagen auffällig von anderen Ärzten (teils sogar anderer Fachrichtungen) und/oder in Zeugnissen, Arbeitsberichten etc auch immer die selben Probleme angegeben werden, dann kann man das schon als objektiv nachweisbar sehen. Dabei wird die Erfahrung der Begutachter (Ärzte, Lehrer, Ausbilder etc.) als Messinstrument genommen.
    Welche messbaren Parameter ? Aufmerksamkeit und Konzentration sind Symptome für sehr viele Störungen. Woher will ein Arzt anhand dieser Parameter feststellen, welchen Hintergrund dies hat ?
    Welche neurologischen Probleme ? Klär mich bitte auf.
    Was beobachtet der Beobachter ? Er kann feststellen, dass jemand seine Arbeit nicht korrekt durchführt, dass er leicht ablenkbar ist, dass er ........... Und daraus soll irgendjemand ein Krankheitsbild ADHS ableiten ? Weshalb leitet er nicht das "Krankheitsbild" Vermeidungsstörung ab ? Oder fehlende Impulskontrolle und Ungeduld ?

  3. #23
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Tiefseele schreibt:
    Leider ist es doch wieder nur eine der "ADHS gibt es gar nicht" Geschichten.
    Es ist schade, dass du nicht gelesen hast, was ich geschrieben habe. Ich habe nie behauptet, dass es kein ADHS gibt. Dann wäre ich extrem dumm hier zu schreiben.
    Was hab ich denn geschrieben ? Es gibt sehr viele Dinge, die als ADHS diagnostiziert werden, weil sich die Symptome überschneiden.
    Wenn die Wissenschaft ganz klare Vorgaben für eine Störung in den Leitlinien hat - weshalb wird den KEIN ADHSler nach diesen Leitlinien diagnostiziert ? Weshalb gibt es immer nur die Annahme, weil Symptome evtl vorhanden sind ?
    Gesichert ist eine Diagnose, wenn sie nachweislich messbar ist. Wie bitteschön willst du ADHS gesichert messen ? Da bleibt doch nur der Anscheinsbeweis.

  4. #24
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Wie kommst Du denn bitte darauf,dass kein ADHS'ler leitlinienkonform diagnostiziert wird?

    Übrigens führt Deine Argumentation in der logischen Folge dazu,dass ADHS nicht existiert,weil nicht nachzuweisen,außer durch Augenschein. Was für die absolute Mehrheit psychischer Störungen gilt. BPS und Depression eingeschlossen.

    Auch finde ich die Frage nach Sinn und Zweck dieser Auseinandersetzung nicht uninteressant. Was ist Dein Anliegen?

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    @ Nachtweide: lies dich um hier im Forum und mach dich insgesamt schlau. Dann kannst du deine Vorurteile entweder bestätigen oder widerlegen.

  6. #26
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Tiefseele schreibt:
    Nachtweide, was machst du eigentlich hier in diesem Forum?
    Entschuldige, ich wußte nicht, dass man hier nur willkommen ist, wenn man gleicher Meinung ist. Ein Austausch beruht doch auf unterschiedlichen Meinungen. Sollte der Forumsbetreiber jedoch der Meinung sein, dass meine Ansichten hier fehl am Platz sind, darf man mich gerne löschen.

    Du gibst an, Angehörige eines ADSlers zu sein. Du haust uns ne Menge nicht als Zitat gekennzeichnete Texte um die Ohren und dann Schreibst du, dein Sohn hätte zwar eine Diagnose, aber kein ADHS, weil es das ja nicht gibt.
    Einer meiner Söhne ist 18 Jahre alt und wurde mit 6 Jahren auf ADHS getestet. Damals füllten wir einen Fragebogen aus, es fand ein Gespräch statt und es entstand die Verdachtsdiagnose ADHS. Nach einer Gabe von Ritalin von 4 Wochen habe ich die Therapie abgebrochen, da er völlig wesensverändert war. Es war quasi wie ausgeschaltet. Nur seine Nebenwirkungen von Ritalin hätte ich gerne behalten. Er ist bisher der einzigste Fall der bekannt ist, der begonnen hat den ganzen Tag zu putzen und zu dekorieren - mit 6. Nach Absetzen der Medikamente war dies verschwunden. Deshalb wurde der Verdacht ADHS aufgehoben. Aus anderen Gründen (Verlustangst, etc.) wurde er nicht beim Psychologen vorgestellt sondern direkt in der Klinik für Psychiatrie. Dort wurde der Fragebogen ausgefüllt und es kam wieder ADHS heraus. Und dagegen gehe ich vor. Nicht ich habe die Diagnose gestellt, sondern irgendjemand in der Klinik anhand weniger Parameter. Erst das Gespräch mit dem Oberarzt bestätigte mir, dass meine Gedanken nicht falsch waren, dass ich gezweifelt habe, weil der Arzt genauso gezweifelt hat. DIes war wichtig, weil er wieder Medikamente erhalten sollte. Ich hab dies abgelehnt, da ich ihn nicht wegen Medikamenten vorgestellt habe sondern damit er am Therapieprogramm teilnehmen konnte.

    Nochmal. Ich habe nie gesagt, dass es kein ADHS gibt.
    ]Dann laß uns doch unsere "heile kleine Welt der an einer nichtexistierenden Krankheit Leidenden" und verwirr uns nicht mit deinen Thesen.
    Es tut mir leid für dich, wenn du dich empfindlich angegriffen fühlst. Ich wollte dir deine Diagnose nicht wegnehmen.

  7. #27


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    @Nachtweide

    Ich muss mich hier mal einklinken.
    Es gibt sehr wohl Leitlinien zur Diagnostik von ADHS. Und diese werden auch angewendet.

    Aber ich möchte dich bitten eines zu bedenken.
    Egal ob es jetzt ADHS heisst oder anders, für uns Betroffenen ist es eine grosse Hilfe dass unser Anderssein, unter dem die meisten von uns schon als Kind gelitten haben einen Namen hat und wir die Möglichkeit bekommen daran zu arbeiten und unser Leben darauf einzustellen.
    Das ist Schwerstarbeit für uns und funktionier nur, wenn unserer Umfeld uns so aktzeptier wie wir sind, Verständnis für uns hat und bereit ist uns zu unterstützen.

    Ich habe mich schon als Kind anders gefühlt, wurde in der Schule ausgegrenzt und ausgelacht. Allerdings hatte ich das Glück, Eltern zu haben die mich so genommen haben wie ich bin. Sonst wäre ich wohl heute nicht da wo ich bin.

    Genauso wichtig ist für mich, dass ich einen lieben Ehemann habe der mich auch so liebt wie ich bin, ebenso unsere zwei ADHS-Söhne.

    Das was du hier in den Raum stellst ist aus deiner Sicht sicher verständlich, aber das kann für uns Betroffene ein Gefühl auslösen, das nicht angenehm ist.
    Denn genau gegen solchen Fragestellungen mussten wir uns immer wieder wehren, und fühlten uns in unseren Schwierigkeiten nicht ernst genommen.

    Schaue dir doch mal die Schicksale an, die hier beschrieben werden, die vielen Irr-Wege zur Diagnose.


    LG Pucki

  8. #28
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 2.056

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Nachtweide schreibt:
    Das ist doch was ich meine. Depression tritt doch auch sehr oft bei Borderline mit ADHS auf. Was wird denn dann behandelt am Ende? Die Depression. Glaubst du, dass irgendjemand auf die Idee kommt im Depressiven einen Borderliner oder ADHSler zu sehen ?
    Ja. Bei mir war das so. Und bei vielen anderen auch.

    Nachtweide schreibt:
    Entschuldige, ich wußte nicht, dass man hier nur willkommen ist, wenn man gleicher Meinung ist. Ein Austausch beruht doch auf unterschiedlichen Meinungen. Sollte der Forumsbetreiber jedoch der Meinung sein, dass meine Ansichten hier fehl am Platz sind, darf man mich gerne löschen.
    Es geht nicht darum die gleiche Meinung zu haben. Aber, du bist überzeugt, daß dein Sohn kein ADHS hat sondern etwas anderes. Dann ist das hier das falsche Forum für dich. Das hat nichts mit dir persönlich zu tun.

    Nochmal. Ich habe nie gesagt, dass es kein ADHS gibt.
    Dann habe ich das hier wohl falsch verstanden
    Es gibt kein Krankheitsbild ADHS. ADHS ist eine Sammlung von Symptomen, die völlig unterschiedliche Ursachen haben. Genauso wenig wie es die Krankheit Grippe, Fibromyalgie oder LWS Syndrom gibt. Nur wenn man einen eindeutigen und klaren Verursacher hat, kann man von einer eindeutigen, klar abzugrenzenden Erkrankung reden.
    Und kommst du dazu zu behaupten, daß die Symptome alle unterschiedliche Ursachen haben?

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Nachtweide schreibt:
    Das ist doch was ich meine. Depression tritt doch auch sehr oft bei Borderline mit ADHS auf. Was wird denn dann behandelt am Ende? Die Depression. Glaubst du, dass irgendjemand auf die Idee kommt im Depressiven einen Borderliner oder ADHSler zu sehen ? Was ich sagen möchte ist doch nur folgendes: Anhand welcher Symptome kann gesichert festgestellt werden, dass es sich wirklich um ADHS handelt und nicht um etwas vollständig anderes ?
    "Gesichert" im Sinne von medizinisch kann es werden durch genaues Ausschliessen weiterer Zusatzsymptome, die z.B. bei Differentialdiagnosen auftreten. z.B. bei Borderline sollte man auf das Eintrittsalter der Symptome, auf die Anamnese in Bezug auf Familie, Missbrauch, selbstverletzendes Verhalten etc gucken, bei Depressionen sollte ein Diagnostiker diese erst behandeln und dann, wenn die Symptome noch da sind, gucken ob dies ADHS sein könnte. "Gesichert" in Sinne von wirklich sicher ist kaum eine Diagnose aus dem psychiatrischen Kreis.



    Nachtweide schreibt:
    Dann teile mir bitte mit wie deine ADHS diagnostiziert wurde. Es würde mich wirklich interessieren, da die Diagnostik heute (vor 4 Wochen) genauso ist wie früher.
    Fragebögen ADHS und Depressionen, neurologische Untersuchung, Zeugnisse, Lebenslauf, körperliche Untersuchung, Blut- und Urinabgabe, persönliche Gespräche (Lebensgeschichte, Erkrankungen, gezielte Fragen zu Fragebögen), Gedächtnistest, Beobachtung einer zusätzlichen Ärztin während des Gesprächs, 2 Gespräche mit 2 verschiedenen Ärzten, die beide zu dem selben Ergebnis kommen mussten, Supervision im Team.


    Nachtweide schreibt:
    Dann verfügst du über ein überaus gutes Selbstbewußtsein. Mein jetziger Lebenspartner hat mir nach ca. einem Jahr erzählt, dass seine Mutter ihn als Kind zu einem Psychologen gebracht hat, da er völlig auffällig war im Bereich Konzentration, Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Lernen durch Erfahrung, erst Denken dann Handeln.
    Und weißt du was passiert ist ? Er dachte sein ganzes Leben lang, dass er verrückt ist oder nicht normal. Für ihn war das ganz einfach - Psycho = IRR.
    Und du hast Glück, dass du wahrscheinlich einsichtsfähig bist und eine Behandlung möchtest. Die meisten verstehen nicht, dass sie Hilfe brauchen und werden sich deshalb keine Suchen. Aber leiden tun sie immens.
    Ja, auch ich war als Kind bei Neurologen und Psychiater, und auch ich habe vieles bis Anfang 20 versucht klein zu reden etc, aber irgendwann ging es halt nicht mehr ohne Hilfe. Also gar nicht mehr. Da bleib mir dann irgendwie nicht viel übrig ausser Hilfe oder Tod. Das Selbstbewusstsein habe ich durch die psychiatrischen Diagnosen und die daraus folgenden Therapien und Medikamente erlangt. Sicherlich habe ich auch immer wieder diese "Anfälle" das ich denke ich brauch das alles nicht, aber die Rückfälle zeigen mir dann immer wieder schmerzlich das ich es doch brauche.




    Nachtweide schreibt:
    Welche messbaren Parameter ? Aufmerksamkeit und Konzentration sind Symptome für sehr viele Störungen. Woher will ein Arzt anhand dieser Parameter feststellen, welchen Hintergrund dies hat ?
    Welche neurologischen Probleme ? Klär mich bitte auf.
    Was beobachtet der Beobachter ? Er kann feststellen, dass jemand seine Arbeit nicht korrekt durchführt, dass er leicht ablenkbar ist, dass er ........... Und daraus soll irgendjemand ein Krankheitsbild ADHS ableiten ? Weshalb leitet er nicht das "Krankheitsbild" Vermeidungsstörung ab ? Oder fehlende Impulskontrolle und Ungeduld ?
    Ein Arzt kann durch Untersuchungen schonmal rausfiltern, das Aufmerksamkeit und Konzentration nicht durch organische Dinge gestört sind. Anhand von Fragebögen und Gespräche etc kann er auch andere psychiatrische Krankheiten ausschliessen, zumindest einen Großteil. Wie gesagt, manchmal ist es auch sinnvoll eine Krankheit zu behandeln, um dann zu gucken was noch übrig ist, zu gucken wann die Symptome angefangen haben, ob es Auslöser für Stress gab etc.

    Sogenannte neurologische soft signs. Das sind leichte sensorische und motorische Auffälligkeiten, die auf neurologische Probleme hinweisen, die aber nicht bestimmten organischen Strukturen oder Krankheiten zugewiesen sind.

    Naja..... wenn jemand nackt durch die Innenstadt rennt und meint er sei Gott und mit nicht realen Personen spricht, dann kann er natürlich Probleme damit haben, nicht genug Beachtung zu bekommen, es kann aber auch eine Psychose sein. Wieso dann ein Arzt das eine oder das andere feststellt, das liegt wohl daran, was ihm die Untersuchungen und das Gespräch an Informationen bringen. Es geht ja eigentlich um das Gesamtbild mehrerer Informationsquellen und nicht um einen einzelnen Parameter. Aber es kommt sicherlich viel zu häufig vor, das Ärzte nicht die Zeit, nicht die Geduld oder schlicht nicht das know how haben, alles zusammen zu fügen.

    Ob ich ADHS habe weiss ich nicht, ich weiss aber, das ich die Symptome habe, die man darunter zählt, und das die Differenzialdiagnosen die man mir so als "Alternative zu ADHS" bisher gegeben hat, entweder nicht passten, oder das selbe Konstrukt an Symptomen nur mit anderem Namen sind. Und ich profitiere von der Medikation und den angebotenen Therapien.

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Eine völlig andere Art der Diagnostik

    Ich wollte hier überhaupt niemanden verletzen oder angreifen. Auch habe ich eine Krankheit ADHS nicht im Ganzen verneint. Ist die Frage nicht generell berechtigt, ADHS mit einem anderen Hintergrund zu betrachten ?
    Dass mein Sohn kein ADHS hat kommt nicht von mir. Er hat alle Symptome, die einer ADHS zuzuordnen sind. Auch die Untersuchungen sprechen dafür. Und trotzdem gibt es Ärzte, die diese Diagnose anzweifeln.
    Nur zu eurer Information. Mein Sohn hat seit Geburt dieses Anderssein erleben dürfen mit all seinen Auswirkungen. Ich musste ihn vor dem System mit aller Macht schützen und bin heute dankbar, dass ich damals die richtige Schulform für ihn ausgewählt habe - die Förderschule. Er ist eine tolle Persönlichkeit und ich ihn bedingungslos mit all seinen Facetten.
    Mein Exmann war ein getesteter Borderline-ADHS seit Kindheit. Er hat uns hier das Leben zur Hölle gemacht, führte einen Rosenkrieg, der uns alle in den Boden gestampft hat. Und trotzdem habe ich ihn immer geliebt, genauso wie seine Kinder. Gerade unser jüngster Sohn ist sein Opfer, gerade er ist deshalb genau in dieser Situation heute.
    Ich habe sehr gelitten und habe versucht, dass wir alle nicht untergingen. Nein, ich bin ihm nicht böse weil ich weiß, dass er im Grunde keine Chance hatte, da er sich niemals helfen ließ. Deshalb war und ist es für mich Priorität, meinem Sohn zu helfen. Aber es geht nicht, indem ich wieder einmal die Diagnose ADHS einfach toleriere, nur weil Symptome passen und sein Vater darauf getestet wurde.

    Weshalb darf ich nicht fragen, ob ihr alle davon überzeugt seid, dass auch andere Gründe für Verhalten eine Rolle spielen ?

    Es würde mich generell interessieren, wann ihr eure Diagnose bekommen habt. Wie alt ward ihr ? Wenn ihr eure Diagnose als Kind erhieltet - wäre es dann wirklich unmöglich bei Selbstreflexion heute zu erkennen, dass viele Symptome nichts mit ADHS zu tun haben sondern zu Hochsensibel, Exzentrisch oder Vermeidungstyp gehören ?
    Habt ihr nie darüber nachgedacht ? Das ist kein Vorwurf - es interessiert mich, damit ich es besser verstehen kann
    Geändert von Nachtweide ( 1.05.2016 um 22:40 Uhr)

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