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Diskutiere im Thema Wieso kann man als Angehöriger nur im Angehörigen-Forum schreiben? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 44

    Wieso kann man als Angehöriger nur im Angehörigen-Forum schreiben?

    Ich halte das nicht für sinnvoll, aber ihr habt sicher Gründe dafür. Am Anfang hab ich sogar mal in der Chatbox gefragt, ob ich als Angehörige überall schreiben könne und bekam die Antwort: Ich wüsste nicht, wieso du das nicht können solltest.

    Gestern hab ich einer Betroffenen geantwortet auf einen Beitrag über gerissene Geduldsfäden. Mit der Intention, zu zeigen, dass das auch was ganz normales sein kann. Mir als bipolarer hilft das manchmal, wenn normale mir sagen, es gehe ihnen bei manchen Dingen wie mir. Dann muss ich nicht alles auf die Krankheit schieben und kann mich auch mal normal fühlen.

    Jetzt bekam ich eine Nachricht, dass die Teilnahme von Angehörigen in anderen Bereichen nicht erwünscht ist.

    Kann mir jemand erklären, wieso?
    Ich meine, ich kann doch als Angehörige sehr wohl Fragen zu Therapien, Medikamenten usw. haben, dann ist es doch viel sinnvoller, die im betreffenden Bereich zu stellen oder etwa nicht? Und so frequentiert von Betroffenen scheint mir der Angehörigenbereich nun wirklich nicht.

    Ich schreibe als Betroffene in einem bipolar-forum, da gibt es genau zwei Bereiche. Einen topic und einen off-topic. Es kommt öfter mal zu Konfrontationen mit Angehörigen (vor allem mit denen, die eine Kurzzeitbeziehung mit einem Bipo hatten und sich dann im Forum ausweinen... ihr kennt das sicher) und eigentlich war das immer gut und fruchtbar.
    Hier, finde ich, werden Angehörige ganz schön ausgeschlossen. Hat das Gründe (triggert zu sehr oder so) oder hat sich das so ergeben, war dann immer schon so und soll immer so bleiben?

    Ich will ganz bestimmt nicht euer Forum neu erfinden (auch das kennen wir im Bipo-Forum von den Neuen ), aber interessieren tuts mich halt.

    Hirnsuppe

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wieso kann man als Angehöriger nur im Angehörigen-Forum schreiben?

    Ich denke es kam einfach viel zu oft zu Konflikten zwischen Angehörigen und Betroffenen, ich hab das selbst in diesem Bereich schon ein paar Mal erlebt. Ausserdem ist das hier ein Forum für erwachsene Betroffene, es gibt auch Angehörigenforen. Ich persönlich würde mich nicht so frei fühlen und hätte Hemmungen, wenn Angehörige ihre Sichtweise zu jedem Thema sagen könnten. Das das auch wichtig ist, weiss ich auch, aber dafür gibt es zumindest für mich, dann andere Plattformen.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wieso kann man als Angehöriger nur im Angehörigen-Forum schreiben?

    Hirnsuppe schreibt:
    Ich halte das nicht für sinnvoll, aber ihr habt sicher Gründe dafür.
    Richtig, hier in diesem Forum wird das so gut es eben geht getrennt, und natürlich mit Gründen .

    Es ist etwas schwer zu erklären, aber ich versuche es mal mit einem ähnlichen Beispiel:
    Als ich in einer Klinik zur Reha war, war dort jeglicher Besuch in den Zimmern der Patienten verboten, jeder und sehr strikt.
    Der Hintergrund war, dass die Zimmer sichere Rückzugsbereiche bleiben sollen, Schutzzonen, in denen die Patienten nichts zu befürchten haben.
    Es gab dort z.B. auch Missbrauchsopfer und man wollte unter allen Umständen vermeiden, dass auch nur ansatzweise ein Patient getriggert werden konnte und sei es auch nur durch die Gegenwart z.B. einer männlichen Person.

    Die Zimmer sind geschützte Bereiche.

    Das galt für jeden und alle, damit jeder sicher sein konnte, dass auch nicht aus Versehen durch Zimmergenossen etwas passieren kann.

    Hier ist das ähnlich.

    Aufgrund vieler, wirklich sehr vieler und durchaus schwer traumatisierender Erlebnisse, die Betroffene mit Nichtbetroffenen, auch eben mit Angehörigen gemacht haben, trennen wir hier die Bereiche strikt, um in jedem Fall zu vermeiden, dass möglicherweise gut gemeinte, scheinbar vollkommen harmlose Antworten von Angehörigen einen Betroffenen triggern können.
    Das passiert leider schneller, als man meint und leider auch vollkommen unabsichtlich und unvorhersehbar.

    Wer in den Betroffenenbereichen schreibt, kann sicher sein, dass er nur mit ebenfalls Betroffenen kommuniziert.
    Es liegen Welten zwischen den Wahrnehmungen von Betroffenen und Nichtbetroffenen und uns ist es hier sehr wichtig, das klar zu trennen.

    Möchte man gerne den Rat eines Angehörigen/ Nichtbetroffenen haben, dann schreibt man im Angehörigenbereich.
    Aber dann tut man das bewusst und gewollt.

    Wer im Betroffenenbereich schreibt, soll auch den Schutz haben, ausschließlich Antworten von Betroffenen zu bekommen.

    Ja, .... natürlich wissen wir, dass es auch viele Betroffene gibt, die auch gerne wissen möchten, wie Nichtbetroffene/ Angehörige etwas sehen/ wahrnehmen, aber wir trennen es.

    Wer im Angehörigenbereich schreibt, der weiß, dass dort auch Nichtbetroffene antworten und begibt sich damit bewusst in diese "ungeschützte Zone".
    Außerhalb des Angehörigenbereiches versuchen wir den Schutz der Betroffenen zu gewährleisten.

    Ich weiß, dass viele das nicht verstehen und dass das auch schwer zu verstehen ist, aber wie gesagt, man kann allein mit der Tatsache, dass ein Angehöriger mitschreibt, unbeabsichtigt eine Menge auslösen ...
    Wir dürfen nicht vergessen, dass viele der hier Mitschreibenden einiges hinter sich haben und wir es eben auch mit vielen Menschen zu tun haben, die auch von schweren psychischen Erkrankungen betroffen sind.
    Dem versucht dieses Forum Rechnung zu tragen und das ist so in etwa der Hintergrund dafür, dass es möglichst strikt getrennt ist.


    Hirnsuppe schreibt:
    Gestern hab ich einer Betroffenen geantwortet auf einen Beitrag über gerissene Geduldsfäden. Mit der Intention, zu zeigen, dass das auch was ganz normales sein kann. Mir als bipolarer hilft das manchmal, wenn normale mir sagen, es gehe ihnen bei manchen Dingen wie mir. Dann muss ich nicht alles auf die Krankheit schieben und kann mich auch mal normal fühlen.
    Das ist z.B. ein schönes Beispiel dafür, wie anders so etwas bei ADHS-Betroffenen wirken kann.
    Die nämlich bekommen ihr Leben lang zu hören, dass ihre Symptome doch eigentlich ganz normal sind und genau eine solche Antwort kann, zumindest von einm Nichtbetroffenen, all das, was sich im Laufe des Lebens aufgestaut hat, hervorholen und einiges auslösen.

    Viele von uns haben ein Leben lang genau solche Antworten bekommen, oftmals mit dem Zusatz, man solle sich nicht so anstellen.
    Ja ich weiß, das hast Du nicht geschrieben, aber das ist das, was automatisch verbunden und hochgeholt wird und gerade ADHS-Betroffene sind leicht zu triggern, weil sie syndrombedingt sehr empfindsam sind, ... ich weiß, das gilt auch für bipolare und ist eine Gemeinsamkeit beider Störungen ...

    Hirnsuppe schreibt:
    Ich meine, ich kann doch als Angehörige sehr wohl Fragen zu Therapien, Medikamenten usw. haben, dann ist es doch viel sinnvoller, die im betreffenden Bereich zu stellen oder etwa nicht? Und so frequentiert von Betroffenen scheint mir der Angehörigenbereich nun wirklich nicht.
    Wie gesagt, der Angehörigenbereich ist ein Bereich, der sozusagen außerhalb einer "Schutzzone" liegt.
    Ich kann Dir versichern, dass auch im Angehörigenbereich gelesen wird.
    Aber diejenigen, die dort lesen, tun dies eben mit Absicht und diejenigen, die nicht dort lesen, haben evl. einen guten Grund ihn zu meiden und das muss nicht unbedingt mangelndes Interesse, sondern kann eben auch Selbstschutz sein.

    So ähnlich ist es auch in einer Selbsthilfegruppe.

    Hirnsuppe schreibt:
    Hat das Gründe (triggert zu sehr oder so)
    Richtig, ... Triggergefahr.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein ( 4.04.2016 um 21:19 Uhr)

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Wieso kann man als Angehöriger nur im Angehörigen-Forum schreiben?

    Oh, danke, dass du dir soviel Mühe gemacht hast, mir so ausführlich zu antworten. Leuchtet mir alles ein, was du schreibst und macht Sinn.

    Hirnsuppe

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wieso kann man als Angehöriger nur im Angehörigen-Forum schreiben?

    Alles gut , war keine Mühe, das hab ich gern geschrieben, denn ich kann Deine Frage auch sehr gut verstehen .

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Wieso kann man als Angehöriger nur im Angehörigen-Forum schreiben?

    Übrigens würde das bipolar-forum gerne den Text übernehmen, der bei euch für Angehörige steht, dass man sich hier nicht über Ex-Partner auskotzen soll. Geht aber nicht wegen Copyright. Hiermit bitte ich offiziell um die Erlaubnis.

    Hirnsuppe

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