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Diskutiere im Thema Situation nach Beendigung einer Beziehung im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2

    Situation nach Beendigung einer Beziehung

    Hallo,

    meine Ehemalige, hat sich vor einer Woche getrennt. Wir kennen uns seit über 8Jahren und unsere Beziehung war nur ein ON und OFF. Also von den 8Jahren kann man sagen, waren wir zusammen 6Jahre.
    Sie hat Kids aus erster Ehe mitgebracht und dann kam noch unser Jüngster dazu.
    Naja alles war für mich nicht immer Friede - Freude- Eierkuchen, weil ich zum damaligen Zeitpunkt nicht wusste auf welches grosse Abenteuer ich mich einlasse. Aber es war es mehr als nur wert, weil ich mehr über mich erfuhr und auch Stellenweise über mich hinaus wuchs.
    Jedenfalls ihre kids haben ADHS und 2Jahre später bekam auch sie die Diagnose. Ich habe mich schon zum Anfang der Beziehung über diese komplexe Thema informiert, naja man könnte schon sagen studiert. Als es bei ihr diagnostiziert wurde habe ich versucht für sie da zu sein und hab versucht sie zu stärken, aber das Loch in das sie sich hat fallen lassen war verdammt tief und ich zweifelte sehr oft an mir.
    Sie hat mich oft belogen und ist mir mehrmals fremdgegeangen oder heimliche LOVE-Chats mit irgendwelchen Typen, an sich die "angeblichen" ADHS-Paar-Syntome. Ich bin jedesmal ein Stück daran zerbrochen. Im Anschluss habe ich mich auf gerappelt und weitergemacht und nach vorn geschaut.
    Ein Anruf von ihr: mir gehts schlecht oder ich brauch deine Hilfe oder ich will nicht mehr, ich mach Allem ein Ende und ich bin wie ein abgerichteter Jagdhund gesprungen.
    Ich weiss von mir selbst, das ich Fehler gemacht habe, teilweise aus Unwissenheit, andererseits aus Selbstüberschätzung.

    Vor drei Jahren hat sie den Bock abgeschossen. Als sie merkte, was sie getan hat, weil das Jugendamt auf sie aufmerksam wurde, hat sie mir für unseren Sohn das komplette Sorgerecht angeboten. Ich bin ihr 4Jahre hinterher gerannt, weil ich mit Ihr das Gemeinsame haben wollte und plötzlich das. Jedenfalls habe ich mich mit ihr geeinigt und wir haben das gemeinsame Sorgerecht und ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Wir leben also getrennt und der jüngste bei mir. Er hat sich in den Jahren prächtig entwickelt und ist seinen Altersgenossen 1-2Jahre was die Selbstständigkeit betrifft.
    Jedenfalls ich habe mir für sie den Arsch aufgerissen habe ihr geholfen wo ich konnte, sei es mit Manpower, finanziell oder allgemein als Partner. Als Partner war es am schwersten, aber ich tat es aus Liebe. Ihr war es scheinbar nie genug, immer mehr und mehr und mehr...
    Auch habe ich ihr Lösungsansätze zur Tagesbewältiguing gezeigt, Thema Hausarbeit oder einkaufen gehen oder konsequenter sein mit ihren Kids sein....
    Jetzt wirft sie mir vor das ich ihr Leben zerstört hätte und ich sie angeblich "gebrochen" am Boden liegen sehen möchte.... Ist das Dankbarkeit oder Dummheit???
    Ich weiss nicht, ob ich zu gutmütig bin, aber das laufend "Danke" , könnte eine ganze Scheune füllen. Es hörte sich immer nebenher gesagt an. Eine herzliches DANKE, wo man jemanden in die Augen schaut oder umarmt und kurz drückt, war sehr sehr sehr selten dabei. Das laufende "Kannste mal" hier und da, ohne das was kam, regt mich am meisten auf. Ich bin kein Mensch der irgendwelche grossen Geschenke oder irgendwelchen finanziellen Ausgleich haben will, aber ein ehrliches und herzliches Danke, müsst auch ein ADHS`ler hinbekommen.
    Frage meinerseits an die ADHS`ler und auch an die Nichtbetroffenen, warum tut man sich damit so schwer?
    Den Nächstbesten der nur ne Kleinigkeit gemacht hat, wird stundenlang Danke gesagt und man selbst bleibt auf der Strecke. Warum tun sich Menschen mit ADHS schwerer ihre Dankbarkeit ihren Partner auszudrücken?

    Momentan hab ich es mit dem Jüngsten ein wenig schwer, auch weil er mit der Situation, dass Mama einen neuen Freund hat und weil sie ausser ein paar Anrufe seit ein Paar Wochen nix von ihr hatte. Er schläft bei mir im Bett und der ständige Kampf, um die Decke nervt einwenig. Momentan ist der Neue wichtiger und sie kapiert es nicht, dass unser Räuber absolut mit der Situation nicht klarkommt, weil sein "Familienbild" an sich zerstört ist. Sie begreift es absolut nicht, dass ich nachdem 3 Tage Schluss war, Ihr unseren sohn gebe und er Ihren Neuen vorgesetzt bekommt. Soll sie erstmal 6Wochen mit ihm zusammen sein und dann gehts Schrittweise, aber doch nicht so... weil sehen kann sie ihn jederzeit, wenn sie es wollte....
    Auch das sie ein WE mal mit Ihrem Neuen auslässt und sich um unsern Sohn kümmert will sie nicht Verstehen. Stattdessen sinnfreie Termine machen zur Klärung des Umgangsrecht, beim JA....
    Soll ich sie da vorführen und der JA-Tante sagen, mit wievielen sie in den letzten Jahren in der Kiste war? (Reicht schon aus, wenn ich es verarbeiten muss).
    Sie hat unseren Sohn das Letzte Mal im Dezember 24Stunden um sich gehabt. Gut sie war ab Januar 6Wochen in REHA, aber selbst danach, ab und an stundenweise.
    Ich weiss nicht, wie eine Mutter die immer um Ihre Kids geheult hat, wenns ernst wurde, so eines davon, einem anderen Menschen vorzieht?

    Genauso war ihr Ältester die Wochen, wo sie in Reha war bei mir. Wir sind uns in den 6wochen näher gekommen, als in den 8Jahren zuvor. Ich hab ihn behandelt wie ein kleinen "Erwachsenen" und haben, da es bei mir finanziell absolut unterirdisch aussah, viel draussen unternommen. Also Radfahren, wandern, ein Kaninchenstall gebaut oder spazieren gehen und "Männergespräche" führen. Eine richtig geile Zeit.
    Auch seine Schulfreunde haben ihn besucht und sagten einen Spruch, der mich nachdenklich aber auch stolz gemacht hat.. und zwar "Dein Vater ist ja richtig cool..... Er ist eigentlich nur der Vater von meinem kleinen Bruder, aber...(Lange Atempause)....ist er wirklich...
    Heute hat er von seiner Mutter Übernachtungsverbot bekommen, bei mir.... warum auch immer. Aber er kämfpt schwer damit, denn scheinbar hat er endlich in mir (weil er sein leiblichen Vater nicht kennt) eine Art Ersatz gefunden. Er hat auch zu Ostern den neuen Freund vor die Nase gesetzt bekommen. Er findet ihn absolut nicht toll, weil er in den 6Wochen gemerkt hat, warum ich ab und an mal mecker oder Vorträge über gute Noten gehalten habe. Seiner Mutter gegenüber meinte er nur, er sei OK um sie nicht zu verletzen.

    Kurz um der Älteste und der Jüngste leiden unter ihrem Verhalten. Ich hock hier und kämpfe mit mir selbst und versuche mein Sohn irgendwie zu schützen und zu erklären, warum Mutti so ist. Aber auch dem Ältesten, der lieber Zeit mit mir verbringt, als mit irgendeinem Fremden, den er nicht leiden kann.

    Ich selbst kämpfe immernoch mit dem WARUM, aber eigentlich mehr mit dem was kommt als Nächstes? Ich habe diesen Menschen mit all seinen Fehlern und Macken kennen und lieben gelernt. Ich fühle mich bei IHR zu Hause und das ist der erste Mensch in meinem Leben, bei dem ich so fühle... Bin ich schon selbst reif für ne Therapiesitzung?
    Ich weiss sie wird wieder ankommen und um Hilfe bitten, aber soll ich ihr meine Hilfe verweigern? Wie soll ich reagieren, wenn sie wieder in ein Loch fällt oder droht sich was anzutun?
    Diese ganzen Fragen rauben mir seit Tagen den Schlaf....

    Vielleicht könnt ihr mir ja auch nen paar Tips geben, weil ich bin so langsam ratlos...
    Geändert von Almira ( 1.04.2016 um 00:39 Uhr)

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Situation nach Beendigung einer Beziehung

    Hallo Almira,

    deine Geschichte klingt traurig und ich hoffe, es hat dir gut getan, sie mal von der
    Seele zu schreiben.

    Ganz durchlesen konnte ich es nicht, vielleicht kannst du noch ein paar mehr
    Absätze rein machen. Aber ich bin auch schon müde.


    Aber ja, ich denke, wenn du eine Beratungsstelle findest, z. B. für alleinerziehende Eltern oder
    so, das würde schon gut tun.

    Und ich nehme an, deine (Ex-)Partnerin lässt sich nicht behandeln.
    So wie ich es wahrnehme, ist das nicht nur ADHS im Spiel.
    Depressionen?

    Dir eine gute Nacht! Und nimm dir eine zweite Decke!

    Liebe Grüße
    Gretchen

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Situation nach Beendigung einer Beziehung

    @ Gretchen

    Erstmal danke, denn es hat verdammt gut getan, sich alles von der Seele zu schreiben.
    Leider muss ich gestehen, sie ist in Behandlung. Momentan in einer Tagesklinik und nebenher hat sie auch noch Sitzungen.
    Nach meinem Wissensstand hat sie: Bullemie, ADHS, Borderline und Depressionen die durch`s Borderline hervorgerufen wurde.
    an sich brauch ich keine Hilfe bei einer Beratungsstelle in Erziehungsfragen, weil ich glaube ich bekomme es gut selbst hin. Was mich am meisten beschäftigt, soll ich sie ziehen lassen und mir von weitem anschauen, wie sie es packt bzw. ob sie es überhaupt schafft?
    Ich bin von Natur aus hilfsbereit, war mit 16 bei der DLRG danach 10Jahre beim THW, auch im Ausland.

    Aber den Ratschlag mit der 2ten decke nehme ich dankend an.
    Dir auch eine gute Nacht

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 294

    AW: Situation nach Beendigung einer Beziehung

    Hallo

    Das liest sich schon schmerzhaft

    Ich verstehe schon, dass du verzweifelt bist, aber ich glaube nicht, dass ein solches Verhalten sich mit ADHS in Verbindung bringen lässt.
    ADHS ist sicher erschwerend in einer Beziehung, auch in Beziehungen mit den eigenen Kindern,
    aber damit kann man weder alles erklären noch entschuldigen.

    Ich mag jetzt nicht wirklich Stellung beziehen, also...
    Genauso wie es gute und schlechte Väter gibt, gibt es auch gute und schlechte Mütter.
    Und manche Menschen ändern sich, andere nicht.
    Die Welt geht, wie sie will und nicht wie wir wollen.
    Mich macht das auch nicht glücklich, aber wir würden ja auch nicht erwarten, dass ein Fluss morgen aufwärts fliesst, oder?
    Du kennst sie seit 8 Jahren, was also kannst du erwarten ?

    Wegen den Kindern... für die ist es natürlich schlimm, und ich hatte eine schlimme Kindheit, ich weiss also wie schlimm.
    Sei für sie da, wenn du kannst und willst.
    Mehr kann niemand von dir erwarten, auch du selbst nicht.

  5. #5
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Situation nach Beendigung einer Beziehung

    Hallo Almira,

    ich bin mir sicher, du brauchst keine Nachhilfe in Erziehungsfragen,
    sondern eher Menschen, wo du eben Sorgen abladen kannst und wo du
    auch mal eine Bestätigung und ein Danke bekommst für deine Arbeit.

    Bei so einer schweren Erkrankung wie bei der Mutter deines Sohnes
    ist es wichtig, eine Stütze zu haben.

    Mir ist es vergönnt, dass mein Mann und ich bald unseren 40. Hochzeitstag haben,
    obwohl beide ADHS-betroffen, wie unsere beiden Kinder auch.

    Aber das Leid bei Trennungen/Scheidungen haben wir schon mehrfach
    kennen gelernt. Und wie Liebe in Hass umschlagen kann.

    Du must vor allem an dich denken, damit du deinem Sohn weiterhin ein guter
    Vater sein kannst und ich hoffe, du darfst auch den anderen Sohn deiner
    Ex-Partnerin weiterhin begleiten.

    Liebe Grüße
    Gretchen

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Situation nach Beendigung einer Beziehung

    Hallo Almira,

    zuerst möchte ich dir einfach sagen: Respekt für deine Haltung als Vater. Ich wünsche dir, dass du die Kraft findest, um diese Situation eine positive Richtung zu geben. Du scheinst mir da sehr gut aufgestellt zu sein.

    Aus meiner Erfahrung habe ich mitgenommen, dass das Wichtigste für die Kinder ist, Kontinuität und Zuverlässigkeit zu wahren. Es ist besser, in einer vertrauten und stabilen Umgebung einen Elternteil zu vermissen als ein ständiges Hin- und her mit auf und ab in einer verworrenen, emotional instabilen Konstellation die ständig am wackeln ist.

    Ich wünsche dir alles gut.

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