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Diskutiere im Thema Schwester von ADSlerin im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    Schwester von ADSlerin

    Hallo liebe Geschwister-ADSler,

    Ich bin die jüngere Schwester einer ü40jährigen ADSlerin. Da ich bisher nichts darüber gelesen habe, wie sich Geschwister, auch noch im Erwachsenenalter fühlen, möchte ich hier diese Frage eröffnen.
    Unsere Familie hat bisher völlig ignoriert, dass meine Schwester ADHS hat.
    Seit vielen Jahren ist das Verhältnis zu meiner Schwester durch manchmal schöne Zeit und durch manchmal absolute Distanz geprägt. Diese Distanzzeiten entstehen häufig durch Enttäuschung meinerseits und auch ihrerseits, da sie mich wieder "vergessen" hat, sich nicht an Abmachungen hält und ich das Gefühl habe, scheinbar zu hohe Erwartungen an sie zu stellen.
    Ich würde gerne wissen, liebe Geschwister, wie geht ihr mit euren GeschwisternADSlern um? Kennt ihr das auch? Was macht ihr mit eurer Enttäuschung? Wie schützt ihr euch? Wie lasst ihr euch wieder auf die teilweise sehr schöne Beziehung ein?

    Lieben Dank für den Austausch.

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Schwester von ADSlerin

    Ist bei euch denn nur deine Schwester betroffen?

    Die Familien, von denen ich weiß - meine eigene, die meiner Freunde, etc - da sind eigentlich wenn jemand betroffen ist, durch die Bank immer alle betroffen.

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Schwester von ADSlerin

    Greeny schreibt:
    Hallo liebe Geschwister-ADSler,

    Ich bin die jüngere Schwester einer ü40jährigen ADSlerin. Da ich bisher nichts darüber gelesen habe, wie sich Geschwister, auch noch im Erwachsenenalter fühlen, möchte ich hier diese Frage eröffnen.
    Unsere Familie hat bisher völlig ignoriert, dass meine Schwester ADHS hat.
    Seit vielen Jahren ist das Verhältnis zu meiner Schwester durch manchmal schöne Zeit und durch manchmal absolute Distanz geprägt. Diese Distanzzeiten entstehen häufig durch Enttäuschung meinerseits und auch ihrerseits, da sie mich wieder "vergessen" hat, sich nicht an Abmachungen hält und ich das Gefühl habe, scheinbar zu hohe Erwartungen an sie zu stellen.
    Ich würde gerne wissen, liebe Geschwister, wie geht ihr mit euren GeschwisternADSlern um? Kennt ihr das auch? Was macht ihr mit eurer Enttäuschung? Wie schützt ihr euch? Wie lasst ihr euch wieder auf die teilweise sehr schöne Beziehung ein?

    Lieben Dank für den Austausch.
    oracle.kid schreibt:
    Ist bei euch denn nur deine Schwester betroffen?

    Die Familien, von denen ich weiß - meine eigene, die meiner Freunde, etc - da sind eigentlich wenn jemand betroffen ist, durch die Bank immer alle betroffen.
    1. Kettenreaktion!!!
    2. nette signature...

    Hallo Greeny!

    Kennt ihr das auch? Was macht ihr mit eurer Enttäuschung? Wie schützt ihr euch? Wie lasst ihr euch wieder auf die teilweise sehr schöne Beziehung ein?
    -joo!
    -ICH erwarte NICHTS!!! und hoffe auf nichts, versuche deine(n) / nächste(n) NICHT zu ändern und ihr/ihm Vertrauen zu schenken!!!
    -Du kannst lediglich UNVOREINGENOMMEN SEIN!
    -zu zeigen das die Schmerzen deinerseits PAST sind!
    -"SIE" bei dir immer WILLKOMMEN ist!
    -"SIE" zu unterstützen
    -dto. mit Verständnis auf DEFIZITE in eurer Beziehung hinzuweisen

    viele Grüße
    nanocell
    Geändert von nanocell (26.03.2016 um 02:21 Uhr) Grund: bananas...

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Schwester von ADSlerin

    Ja, bei uns ist "nur" meine Schwester von ADS betroffen.

    Meinst du mit alle = alle Geschwister? Oder alle Familienmitglieder?
    Und was ist dann anders, wenn alle es haben? Größeres Verständnis füreinander?

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Schwester von ADSlerin

    Hallo nanocell,

    danke für deine Antwort.

    Heißt das: wenn du etwas mit deinem ADS-Geschwister abmachst, dann denkst du direkt: "kann sein, dass SIE sich nicht daran hält... Oder eventuell doch.... " oder wie machst du das?

    Wenn ich etwas mit (egal wem) abspreche, verlasse ich mich darauf, dass die Absprache gilt.
    Da ich sehr zuverlässig bin, ist so meine Denkweise.

    Aber genau das kann ich nicht wissen, wenn ich etwas mit meiner Schwester abspreche.
    Ich muss also BEWUSST einkalkulieren, dass es sein kann, dass meine Schwester die Absprache NICHT einhält. Darauf komme ich aber oft nicht, weil in meiner Wahrnehmung Absprachen einfach gelten.

    Wenn meine Schwester dann etwas nicht einhält, verunsichert mich das bis in MEINE Grundmauern. Und das tut weh.

    Wenn ich deine Zeilen lese, nanocell, dann empfinde ich es so, dass du einen ganz anderen Blick auf dein Gesvhwister hast als ich. Du hörst dich an, als bist du selber nicht verletzbar ... liege ich da richtig? Wie hast du deinen Weg dahin gefunden?

    Viele Grüsse
    greeny

  6. #6
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Schwester von ADSlerin

    Hallo Greeny,

    schön, dass du ins Forum gekommen bist.

    Man kann natürlich so Geschwister-Geschichten nicht schnell in einem Forum ausbreiten.

    Ich kann nur von mir erzählen:

    Ich bin die Dritte von sechs Kindern und mein Mann ist das Vierte von sieben Kindern,
    und unsere beiden Familien sind von ADHS heimgesucht, wenn auch auf unterschiedliche
    Art.

    Bei mir zu Hause war immer eine gewisse Unordnung, Unfähigkeit Dinge anzufangen, aber
    es wenn es drauf ankam, dann wurde das Unmögliche möglich.

    Als Kinder haben wir sehr viel mit einem unserer Brüder, der, der nach mir kam, herumgestritten,
    eine Schwester ist sehr introvertiert, eine andere war als Kind sehr launisch.
    Bei uns zu Hause wurde nicht so sehr über Gefühle geredet und sie wurden auch nicht so
    gezeigt. Jedoch hatten wir das Glück, dass wir eine sehr außergewöhnliche Mutter hatten
    und - du siehst, ich bin jetzt 60 - obwohl wir uns im Laufe des Lebens in alle Winde zerstreuten,
    herrscht bei uns eine große Einigkeit und ich bin all meinen Geschwistern sehr nah, auch wenn
    wir uns lange Zeit nicht gesehen haben. Wir akzeptieren die Andersartigkeit, ja es ist direkt
    eine Quelle der Freude, unsere Vielseitigkeit. Da wir als Kinder nicht materiell verwöhnt wurden,
    aber als "Babyboomer" wenigstens die Chance hatten, uns besser zu verwirklichen als unsere
    Eltern, sind wir untereinander wenig neidisch.

    In der Familie meines Mannes gab es vor vielen Jahren einen Bruch zwischen den Älteren und
    Jüngeren. Da mein Mann und ich weitab von dem Vulkan leben, konnten wir mit beiden Fraktionen
    einen freundschaftlichen Kontakt halten. Inzwischen hat es zum Teil eine Versöhnung gegeben.
    Seelische Verletzungen brauchen lange um zu heilen, aber man wird im Alter milder.

    Von ADHS habe ich vor über 25 Jahren zum ersten Mal Kenntnis erhalten.
    Es hat mich gleich von Anfang an fasziniert und mir ziemlich viele Antworten gegeben.
    Ich habe mich Menschen angeschlossen, die ebenfalls in dieser Richtung unterwegs waren
    und natürlich alles gelesen, was zu finden war. Eine Fachleute habe ich persönlich kennen gelernt.

    Kennst du Bücher über ADHS?

    Ich gebe dir gerne ein paar Empfehlungen.

    Das Nichteinhalten von Absprachen ist im Zusammenleben mit meinen Geschwistern
    nicht das Problem. Warum das bei deiner Schwester der Fall ist? Kann es sein, dass sie
    einfach vergesslich ist?

    Nicht verletzbar bin ich nicht, aber - auch wenn Klaus Kinski kein Vorbild für mich ist -
    an seinem Lebensmotto "Wer mich beleidigt, bestimme ich!" ist schon was dran.

    Viele Grüße
    Gretchen

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Schwester von ADSlerin

    Guten Morgen Gretchen,

    vielen Dank für deine persönlichen Zeilen. Und deinen netten Willkommensgruß.

    Besonders angesprochen haben mich deine Worte: "Quell der Freude über unsere Andersartigkeit". Wie schön! Das könnte ich mir gut als eine Art Ziel vorstellen, wenn ich die Gefühlsebene für mich geklärt und verstanden habe.
    Und dabei befinde ich mich gerade: zu verstehen, wie ich einen guten Umgang mit der für mich schwierigen Verhaltensweise: "einfach vergesslich" zu finden. Ich weiß einfach noch nicht, wie ich das vorher einkalkulieren kann. Ich kann nicht zuverlässig darauf vertrauen, dass die Dinge so passieren, wie wir sie absprechen. Und dadurch fühle ich mich in der Hab-Acht-Stellung. Ich kann mich nicht entspannen und auf ein gutes Ende hoffen, bzw. VIELLEICHT ja oder VIELLEICHT nein. Man weiß es nicht. Ich fühle mich darin und damit nicht wohl.

    Hast du zu der Situation vielleicht einen Gedanken?

    Viele Grüße
    Greeny

    P.S. Freue mich über eine Buchempfehlung :-))

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Schwester von ADSlerin

    Greeny schreibt:
    Ja, bei uns ist "nur" meine Schwester von ADS betroffen.

    Meinst du mit alle = alle Geschwister? Oder alle Familienmitglieder?
    Und was ist dann anders, wenn alle es haben? Größeres Verständnis füreinander?
    Mit alle meine ich = alle Geschwister = alle Familienmitglieder, bis auf evtl. ein Elternteil.

    Ob sich dann was ändert weiß ich nicht, ich kann es natürlich schlecht vergleichen. Aber was mir im Umgang mit meinen Geschwistern hilft, ist, kein "Schema" zu verwenden, das jetzt richtig ist.
    Sie zu akzeptieren, wie sie sind. Das klappt natürlich mal mehr und mal weniger gut, aber unterm Strich klappt es.

    Du solltest dir im Klaren darüber sein, dass das "vergessen" oder "zuspätkommen" erstmal reine ADHS-Themen sind und nichts mit dir zu tun haben. Ich finde es sehr verständlich, darüber enttäuscht zu sein. Das bin ich nämlich auch, wenn ich es schonmal schaffe pünktlich zu kommen und der andere kommt dann erst spät.

    Wenn ich mich in eine ähnliche Situation versetze, dann kann ich dir sagen, dass es für mich wichtig und vollkommen okay gewesen wäre, wenn die Enttäuschung und die damit verbundenen Gefühle zum Ausdruck gebracht werden.
    Aber ohne jegliche Vorwürfe. Die mache ich mir dann schon genug - wenn da noch was von außen kommt, mach ich zu und tick evtl noch aus.

    Die gewaltfreie Kommunikation ist aus meiner Sicht sehr nützlich und sinnvoll im Umgang mit jeglichen Menschen und erleichtert vieles. Sie ermöglicht, eigene Empfindungen zu äußern, Grenzen zu formulieren ohne dabei verletzend zu sein.
    Schau mal rein, vielleicht hilft dir das was

    Und nein, das heißt ganz und gar nicht, dass du deine Schwester jetzt in Watte packen und sie noch mit Samthandschuhen anfassen sollst.

    @nanocell: Danke

  9. #9
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Schwester von ADSlerin

    Hallo Greeny,

    Ich wollte dir noch was schreiben. Bitte noch im etwas Geduld

    Lg Gretchen

  10. #10
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 24

    AW: Schwester von ADSlerin

    Hi Greeny
    Ich kann natürlich nicht in deine schwester reinschauen, sondern dir nur sagen was in mir vorgeht wenn ich termine "vergesse" "zu spät komme" oder "es sich einfach nicht ausgeht"
    Dann bin ich gestresst, mache mir vorwürfe was ich für ein unorganisierter depp bin, frage mich was ich den ganzen tag getan hab, womit vertrödelt, und und und....

    Und wenn mir dann jeamnd kommt mit berechtigter entäuschung fühl ich mich noch elender als vorher. Manchmal denk ich mir sogar der andere ist ohne mich besser drann. Ich kann mich nur ganz schwer entschuldigen und die verantwortung für die entäuschung übernehmen, weil ich mir selber solche vorwürfe mache. Es liegt nicht daran dass mir derjenige nicht wichtig ist, ganz im gegenteil - bei "unwichtigen" dingen hab ich nie einen stress pünktliche zu sein.

    Es ist auch nicht so dass ich mich nicht bemühen würde nichts zu übersehen und zu vergessen, ich mache mir listen, speichere es in mein handy, schreibe die listen neu, überlege mir ganz genau was ich an welchem tag machen kann, was sich ausgeht und was nicht. Trotzdem passiert es mir dass ich es einfach nicht schaffe. Mit den Medikamenten kommt mir vor dass die zeit nicht so schnell verfliegt, irgendwie geht es sich aus, obwohl mir nicht vorkommt dass ich was anderes mach als sonst.

    Was mir hilft ist kein Druck. Einen oder zwei Tage vorher nachfragen ob der termin eh noch passt, und nicht vergessen ist. (Obwohl ich mir dann manchmal kontrolliert vorkomm und pampig bin, ganz ehrlich. ) Zu wissen wie sich der andere fühlt. Dass er sich freut, und traurig ist, sie an mich denkt, aber mir nicht böse ist.
    Bemerke grad dass es ned so leicht mit mir ist... Und ich doch immer sehr mit mir selbst beschäftigt bin...

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