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Diskutiere im Thema Sind AD(H)S-Betroffene tendenziell krankheitseinsichtig oder eher uneinsichtig? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 44

    Sind AD(H)S-Betroffene tendenziell krankheitseinsichtig oder eher uneinsichtig?

    Mein Kumpel weiss, dass er ADHS hat. Aber er setzt sich leider nicht damit auseinander. Da fallen ihm 1000 Erklärungen ein, wieso sein Verhalten richtig und logisch sei. Ist das normal oder ist das bei jedem Betroffenen anders?
    Ich würde demnächst gerne mit ihm drüber sprechen, weil sein Leben schon vor den Baum gefahren ist, aber er drückt weiter aufs Gas, als müsse er den Baum aus dem Weg fahren...

    Wie ist das bei euch gewesen, wer hat euch dazu gebracht, euch mit AD(H)S auseinanderzusetzen, zum Arzt zu gehen?

    Habt ihr Tipps, wie ich das Gespräch einleiten kann? Wie es dann verläuft, wenn es einmal in Gang gekommen ist, da mache ich mir nicht so große Sorgen, wir sind ziemlich vertraut und ich kann zuhören und weit davon entfernt, Vorwürfe mit Argumenten zu verwechseln.

    Wie ist das mit wunden Punkten. Ich kann mir vorstellen, im Laufe eines Lebens sammelt ein Betroffener viele davon. Ist es heikler als bei normalen Menschen, die wunden Punkte anzusprechen oder ist es vielleicht sogar eine Erleichterung, wenn das mal jemand macht oder ist das immer anders?

    Bin dankbar für Antworten, falls ich konkretisieren soll, sagt mir das bitte.

    Hirnsuppe

  2. #2
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 169

    AW: Sind AD(H)S-Betroffene tendenziell krankheitseinsichtig oder eher uneinsicht

    Grüß Dich,

    zwei Fragen zuvor: Ist das ADHS bei ihm diagnostiziert? Wie alt ist?

    Ich glaube das es Menschen gibt, die im ersten Moment gar nicht einsehen wollen, dass sie "Krank" - "anders" sind. Würde ich auch nicht wollen, wenn ich ehrlich bin.
    Ich glaube erste, wenn man nicht mehr klar kommt - versucht man Lösungen zu finden, was mit einem ist. Und dieser Schritt ist schwer, denn sich einzubilden, dass alles gut ist .. ist leichter.
    Und Menschen sind nun mal "Gewohnheitstiere".

    Kann es sein das er sehr Selbstbewusst ist? Und sich Sachen nicht eingestehen will?
    Oder schützt er sich, aus Angst? Das weiß man ja nicht.

    Ich glaube, es wäre am besten (von meiner Sicht aus, Erfahrung) wenn man den Betroffenen erzählt wie es einem geht und du helfen möchtest.

    Denn endeffekt bringt das nix, wenn man einen Menschen dazu "zwingt" -> dazu überredet über ein Problem zu reden.

    Also einleitung:

    - Gefühlslage (ich habe angst, dass du.., ich befürchte das ..., ich mache mir sorgen...) ich bin traurig..
    (achte darauf, dass du ihn nichts vorwirfst (immer hast du andere erklärungen, ausreden)
    - sage ihm, Warum du so fühlst
    - frage ihn, wie er sich fühlt
    - sage ihm das du dich über ADHS/ADS informiert hast (falls du das gemacht hast)
    - sprich ihn darauf an, was für Gedankengänge er hat
    - biete ihm deine unterstützung an aber dränge diese ihm nicht auf

    wenn ich ehrlich bin, ich würde auch fragen ob er sich im klaren ist, dass er sterben kann - Im Leben ein KICK bekommen, durch das Gas geben.

    Vllt. braucht er, dass weil er sich dann Konzentrieren kann und ein super toller Gefühl im Körper hat, einfach weil die reizüberflutung so anstrengend ist.
    Medikamente können diesen Filter wieder verbessern..

    Wären so meine ideen..


    mfg Liamy

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Sind AD(H)S-Betroffene tendenziell krankheitseinsichtig oder eher uneinsicht

    Hirnsuppe schreibt:
    Mein Kumpel weiss, dass er ADHS hat. Aber er setzt sich leider nicht damit auseinander. Da fallen ihm 1000 Erklärungen ein, wieso sein Verhalten richtig und logisch sei. Ist das normal oder ist das bei jedem Betroffenen anders?
    Beides...
    Auch mich würde erstmal interessieren, wie alt Dein Kumpel ist.

    Aber vorweg:
    Eines der Probleme bei einer ADHS ist ja eine Beeinträchtigung der Wahrnehmung, und zwar sowohl der Fremd-, als auch der Selbstwahrnehmung.

    Wie sagte Barkley das mal so schön (der dies aus der Sicht eines jungen ADS'ler sagte):
    "I have no problem, you're my problem, get out of my ass"
    (Hat er wirklich mal in einem Vortrag gesagt )


    Das spiegelt das Problem sehr gut wider, denn es zeigt, dass Betroffene sich selber gar nicht als das Problem wahrnehmen, sondern aufgrund ihrer etwas egozentrischen Sichtweise/ Wahrnehmung, die Anderen als das Problem sehen.

    Selbst wenn sie die ADHS als solche (scheinbar oder auch wirklich) erkennen und einsehen, so sehen sie dennoch nicht, dass sie die Ursache ihrer Probleme ist.


    Es ist dennoch sehr unterschiedlich, wie Menschen darauf reagieren.


    Bei mir war es so, dass mein Thera mich im Laufe der Therapie, da hatte er schon seit guten 5 Monaten den Verdacht auf ADHS war sich in der Zwischenzeit der Diagnose auch sehr sicher, mal so mehr oder weniger "nebenbei" darauf angestupst hat.
    Nicht direkt auf ADHS, aber er fragte immer wieder mal nach dem ein oder anderen Symptom ... anfangs versteckt, dann aber immer deutlicher, so dass ich darauf reagierte.
    Ich habe das natürlich erstmal aufgegriffen und verneint, das könne bei mir nicht zutreffen.
    Aber die Saat war gesät, das wusste er genau und war das, was er erreichen wollte.

    Ich habe mich, zwanghaft wie ich bin, sofort eingehend über ADHS informiert, natürlich um ihm die Argumente liefern zu können, warum das auf mich nicht zutreffen kann .... aber je mehr ich darüber gelesen habe, desto deutlicher wurde mir, dass es eben doch stimmt...

    Da war ich allerdings schon Mitte 40, das hat es "etwas" leichter gemacht, denn der Haken ist, dass man in jüngeren Jahren aufgrund der Entwicklungsverzögerung der EF (Exekutiven Funktionen), zu denen auch die Selbstwahrnehmung und die Fähigkeit zur Selbstreflexion, noch nicht oder nur wenig hat, denn sie hinken der Entwicklung hinterher.
    Man sagt generell, dass man so ab der dritten Lebensdekade soweit ist, dass die Entwicklung abgeschlossen ist.
    Dann hat sie aber dennoch nicht den Stand eines Nichtbetroffenen erreicht .... schwer wäre es also immer noch.
    Mir hätte mit Anfang Dreißig keiner damit kommen brauchen ... das hätte ich nie auf mich bezogen.


    Bei mir hat das funktioniert.
    Mein Thera hat mich "angepingt" und ich bin drauf angesprungen und hab mir selbst die Argumente geliefert.
    Hätte er mir das nur aufgezählt oder geschildert, hätte ich das mit Sicherheit nicht erkannt oder anerkannt oder bestätigen können.

    Aber jeder ist anders.

    Liamy's Anregung könnte da viel besser funktionieren.

    Es ist mitunter schwer, an jemanden heranzukommen, eben weil man niemanden zur Einsicht zwingen kann.
    Da gibt es sogar in den Kliniken Fälle, in denen die Patienten wieder nach Hause geschickt werden, weil das einfach keinen Zweck hat.
    Das sind aber eher Ausnahmefälle.

    Diese 1000 Argumente/ Erklärungen sind so typisch ... ich kenne das nur zu gut.
    Schwer das zu knacken.

    Vielleicht wären einige Beispiele ganz gut, auf die man konkret bezug nehmen kann.

  4. #4
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Sind AD(H)S-Betroffene tendenziell krankheitseinsichtig oder eher uneinsicht

    Beispiele waren bei mir das einzige,was half. Ich stand nämlich auf dem Standpunkt: Ich bin nicht besonders ablenkbar! Impulsiv? Was is'n das? Die Aufzählung könnte ich jetzt noch ein Weilchen fortsetzen...

    Die extreme Vergesslichkeit und Zeitblindheit waren eigentlich die einzigen Symptome,die ich selbst-nur anhand der reinen Symptombeschreibung- bei mir auch ohne weiteres gesehen habe.

    Die anderen Sachen musste man mir erstmal "übersetzen",da ich zwar schon im Alltag riesen Probleme hatte,aber davor stand,wie Ochs vor'm Berg.Ich dachte halt,alle anderen wären einfach viel klüger und besser,weil die all das Zeug,an dem ich so grandios scheiterte,hinbekommen.

    Die Beispiele hat anfangs ein Bekannter-ADHS'ler-geliefert,der mich darauf angesprochen hatte und dann hat mein Diagnostiker den Rest gemacht.

    Wobei ich noch immer bei manchen Schilderungen zunächst im Brustton der Überzeugung verkünde: DAS Problem habe ich nun wirklich DEFINITIV nicht!...nur um dann bei näherem Hinsehen festzustellen: Hab' ich doch...

    Ganz konkrete Beispiele aus dem Alltag sind also eine gute Idee.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Sind AD(H)S-Betroffene tendenziell krankheitseinsichtig oder eher uneinsicht

    "I have no problem, you're my problem, get out of my ass"
    Ohja, das hätte von meinem Kumpel kommen können. Höre ich eigentlich dauernd.

    Er ist 43. Und er ist sehr selbstbewusst, nach außen. Eigentlich auch zurecht, ich hab mit ihm arbeiten dürfen, er hat wirklich was drauf, in allen Bereichen, egal, was er macht. Gestaltet dann aber seine Arbeitszeiten sagen wir mal... äußerst flexibel, wenn ihr wisst, was ich meine ;-)

    Was mir Hoffnung gibt, ist, dass er schon öfter gefragt hat, was mit ihm sein könne. Weil er von Leuten dauernd zu hören kriegt, er sei verrückt und müsse zum Arzt gehen. Ich halte ihn nicht für verrückt, er ist sehr, sehr intelligent, aber eben durch ADHS mit allen zerstritten. Die Leute sind enttäuscht von ihm und er dreht durch, wenn sie ihm mit Ratschlägen kommen. Es gibt auch Geschichten, da ist er wo rausgeflogen, hat seinen Restlohn nicht ausgezahlt bekommen, war aber nicht in der Lage, adäquat damit umzugehen und sinnt immer noch auf Rache, während er aber derjenige ist, der wegen nicht bezahlter Rechnungen einen Haftbefehl laufen hat und inzwischen nicht mal mehr gemeldet ist. Jeder andere hätte sich von einem Anwalt beraten lassen, wäre vors Arbeitsgericht und hätte das so geregelt.

    Da er sehr intelligent ist, kann er einem natürlich jederzeit erklären, warum es so wie er das "regelt", richtig ist und alles andere falsch, er verstehe auch gar nicht, warum sich alle dauernd Sorgen machten.

    Ich hab auch schon überlegt, ob er was narzisstisches hat, das eher nicht. Wenn jemand irgendeine Hilfe braucht, gibt er sein letztes Hemd. Was aber eigentlich schon das letzte Hemd von jemandem anderen war, der es ihm gegeben hat... von mir bekommt er nichts mehr außer ab und zu was zu essen. Bargeld kann man ihm nicht in die Hand geben, egal, wofür er es dringend braucht. Er ist noch nicht außer Sichtweite damit, da gibt er es für was anderes aus. Inzwischen geht er davon aus, dass er sowieso zwei Jahre in den Knast geht und dort endlich zur Ruhe kommt, was ich für nicht realistisch halte. Aber ich weiss auch nicht, was er noch alles auf dem Kerbholz hat, das ist sehr undurchsichtig und wir sollen uns alle keine Sorgen machen, er habe alles im Griff.
    Schließlich kenne er genug Leute im Knast, die ganzen Großen... wenige Tage später sagt er, er schreibe mir dann einen Brief aus dem Knast, er habe dort niemanden und dann gehe er dort unter.

    Einmal hatte er ein Furunkel und ich wollte eigentlich, das er zum Arzt geht, er steigerte sich dann auch noch rein und spekulierte ernsthaft drauf, an einer Blutvergiftung zu sterben. Ein paar Tage später war das Ding aufgegangen und er hielt mir ungefragt einen Vortrag drüber, was der Körper alles abkann und er habe das wunderbar im Griff gehabt, wenn er zu einem Arzt gegangen wäre, wäre er wahrscheinlich schon im Krankenhaus gestorben...

    Daher habe ich mich fast zwei Jahre zurückgehalten und ihm nur zugehört.
    Er hat selber geäußert, seine nicht erkannte Hochbegabung habe das ADHS ausgelöst, weiss nicht, ob das sein kann. (Bei mir hat die nicht ignorierte Hochbegabung eine bipolare Störung ausgelöst - ausgelöst, nicht verursacht, wohlgemerkt!) Ist aber auch erstmal egal, wichtig wäre, dass er sich jetzt eingehender damit auseinandersetzt und erkennt, an welchen Stellen das ADHS ihm das Leben schwer macht. Und dass er offen wird für die Wahrnehmung der anderen.

    Er arbeitet grade an seinen Projekten, weil Lohnarbeit nicht mehr in Frage kommt für ihn, dabei erstattet er mir dann wöchentlich Bericht, was er gemacht hat und wieviel er damit verdient hat. Es kommt mir vor, als sehne er sich nach irgendeiner übergeordneten Instanz, der er Rechenschaft ablegen kann, um selber Struktur reinzubringen oder um selber zu verifizieren, dass er tatsächlich etwas, wenn auch sehr wenig, auf die Reihe gekriegt hat.

    An anderen Tagen schafft er dann natürlich mehr als andere in drei Tagen, aber natürlich wird so gut wie nie etwas zu Ende geführt.

    Wenn er etwas geschafft hat, bringt es was, ihn ausdrücklich dafür zu loben? Mir selber geht es so, dass ich nicht gelobt werden will für Dinge, die ich von anderen selbstverständlich erwarte.

    Danke für eure Antworten
    Hirnsuppe

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Sind AD(H)S-Betroffene tendenziell krankheitseinsichtig oder eher uneinsicht

    ...wenn ich zu Wort kommen sollte...

    Aber ich gehe es an. In den nächsten Tagen, ich werde noch sehen, wie.

    Er hat es selber schon oft genug angesprochen, ich höre ihm genau zu. Zwischen den Zeilen blitzt manchmal ganz klar und nüchtern die Wahrheit auf und ich weiss dann immer nicht, ob ich drauf eingehen soll oder ob er das selber gar nicht mitkriegt oder ob er das bewusst macht, um mich zu testen... ich bin so ziemlich die einzige, die ihm richtig zuhört, auch wenn es sehr, sehr anstrengend ist.

    Aber wenn ich das jetzt so weiterlaufen lasse, dann steht das Wort co-abhängig im Raum und das bringt mir nichts und schadet ihm.

    Hirnsuppe

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Sind AD(H)S-Betroffene tendenziell krankheitseinsichtig oder eher uneinsicht

    Ich glaube, ich bitte ihn einfach mal, sich in meine Lage zu versetzen und mir einen Rat zu geben, was ich mit ihm machen soll.

    Ich bin überzeugt davon, er wird mir sagen, dass er längst davongelaufen wäre. Vielleicht gibt ihm das ja einen Impuls?

    Hirnsuppe

  8. #8
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Sind AD(H)S-Betroffene tendenziell krankheitseinsichtig oder eher uneinsicht

    Einerseits verstehe ich dich schon. Du möchtest ihm helfen, verstehst aber nicht, warum er sich nicht helfen lassen will.

    Andererseits kann ich mir vorstellen, er fühlt sich von der Außenwelt unter Druck gesetzt, weil er sich (auch wenn er das so nicht zeigt) bestimmt mit seinem Anderssein beschäftigt, jedoch keine Lösung für die Probleme sieht.
    Ich kenne dieses Verhalten von mir selbst auch: Die ständige Kritik und das fehlende Verständnis lassen einen Schutzmauern aufbauen, durch die dann auch die, die es gut meinen, nicht dringen.
    Bei mir funktioniert am besten, wenn man mir nicht noch eindringlich aufzählt, welche Probleme ich habe, und kluge Ratschläge gibt, von denen ich mich geschulmeistert fühle.
    Eins darf man nicht vergessen: Auch wenn so einige Symptome behandelbar bzw. reduzierbar sind, das ADHS wird sich trotz allem aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in Luft auflösen. Da sind die Erwartungen der Nichtbetroffenen oft unangemessen. Nach dem Motto: Wenn du dich behandeln lassen würdest, wärst du normal.

    Es ist tatsächlich schwierig, mit anzusehen, wie sich jemand ständig gefährdet.
    Mehr als ihm liebevoll zu verstehen zu geben, dass du dir Sorgen machst, und ihm Hilfe anzubieten, die er als konstruktiv aber nicht belehrend empfindet, kannst du wohl nicht machen.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Sind AD(H)S-Betroffene tendenziell krankheitseinsichtig oder eher uneinsicht

    Patienten mit ADHS gehören zu den schwierigsten und unkooperativsten überhaupt. Das kann man zwar auch wieder nicht pauschalisieren und bei den aufgeklärten ADHSlern wie hier im Forum ist wohl eher das Gegenteil der Fall. Aber abseits von diesem Forum in der freien Wildbahn muss es mehrheitlich die totale Katastrophe zu sein, mit solchen Patienten zu arbeiten.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Sind AD(H)S-Betroffene tendenziell krankheitseinsichtig oder eher uneinsicht

    Einerseits verstehe ich dich schon. Du möchtest ihm helfen, verstehst aber nicht, warum er sich nicht helfen lassen will.
    Dochdoch, ich versteh das schon, wieso er sich nicht helfen lassen will. Ich versteh das sehr gut sogar, denn ich war selber fast 15 Jahre unbehandelt bipolar, da ging es mir genauso. Dauernd wussten alle am besten, was mir fehlt, ich selber wurde nicht ernst genommen (jeder ist doch mal schlecht drauf...) und ich selber hab mich furchtbar geschämt, dass ich nichts auf die Reihe kriege und mit anderen nicht klar komme, auf Parties den Mund nicht aufkriege und so weiter.

    Ich weiss, wie heikel das ist, da jemanden an sich ranzulassen.

    Deshalb hab ich ja so großen Respekt davor, irgendwie mit meinem Kumpel zu reden. Und normal wird der ganz bestimmt nie werden, das will ich auch nicht, mit normalen kann ich nicht anfangen. Ich will nur nicht, dass es immer schlimmer wird. Und ich will, dass er für sich selber ein paar Antworten findet und sich halbwegs sortiert kriegt, wieso manche Dinge bei ihm so sind wie sie sind. Mir hat das in Bezug auf meine bipolare Störung große Erleichterung verschafft und ich konnte viele meiner Unzulänglichkeiten einfacher akzeptieren, da sie ja nun der Krankheit zuzuordnen waren. Und das hat genau diese Unzulänglichkeiten dann auch abgeschwächt und relativiert. Das würde ich ihm auch wünschen.

    Hirnsuppe

    Geändert von Hirnsuppe (10.03.2016 um 03:26 Uhr)

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