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Diskutiere im Thema Zusammenhang AD(H)S und Hochsensibilität im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 12

    Zusammenhang AD(H)S und Hochsensibilität

    Ich würde sehr gerne wissen, wie ihr euch die ADHS und mangelnde Impulskontrolle physiologisch erklärt...angeblich gibt es hier ja keine klaren Aussagen darüber. (also wissenschaftlich gesehen)...?!

    Beim Auftreten von Hochsensibilität, einer Eigenschaft, die rund 20% aller Menschen zuerkannt wird, ist es ähnlich - hier werden bloss Informationen weniger gefiltert, bzw, brauchen mehr Zeit um verarbeitet zu werden, die Attribute, die man bei ADHS (oder in dem Zusammenhang eher ADS) oftmals erwähnt, sind annähernd die selben:
    - Schwierigkeiten bei sozialer Interaktion
    - Notwendigkeit im eigenen Tempo zu leben, starke Reaktion auf Stress
    - Tendenz teilweise eher introvertiert wahrgenommen zu werden
    - hohe Intelligenz (geht man von einem "neuen" Intelligenzbegriff aus, denn die genormten Tests geben hier meines Erachtens nach nur wenig Auskunft, da sie viele Komponenten menschlichen DAseins nicht inkludieren: Sozialkompetenz, außersinnliche Wahrnehmung - ohne jetzt zu esoterisch zu sein - usw. ...)
    - unglaublich viele Antennen, die alles wahrnehmen, was im Außen abläuft
    - unglaublich buntes Innenleben, das sich mit sehr essentiellen und tiefgebenden Thematiken auseinandersetzt

    ...sind natürlich nur mal einige...ABER: für mich ist es einfach so schade, dass AD(H)S immer mit einer "Diagnose" einhergeht, die ja auf etwas "krankhaftes" bzw. "sich außerhalb der Norm befindliches" hinweist....

    hochsensible Lebewesen (Menschen und Tiere) waren evolutionsgeschichtlich gesehen immer schon sehr wichtig, weil sie durch ihre feinen Wahrnehmungen frühzeitig Gefahren erkannt haben und durch ihre Fähigkeiten außerdem unter anderem als Heiler und ähnliches tätig waren...

    ich sehe ganz einfach bei diesen Phänomenen einen total großen Zusammenhang (der auch in wissenschaftlichen Kreisen sehr präsent ist und immer wieder für viel Diskussion sorgt)...auch autistische Verhaltensweisen übrigens gehen mit diesem Thema oftmals einher...

    es interessiert mich sehr, was ihr über diesen Zusammenhang denkt: www.hochsensibilitaet.at
    - vielleicht könnt ihr mir ja neue Sichtweisen/neuen Input geben...!?

    ich bin gerade dabei ein Buch zu schreiben und mich interessiert einfach sehr, die (wissenschaftliche) Begründung, warum AD(H)S als eigene Diagnose funktioniert, wobei doch schon so viele andere Meinungen da sind...

    und ich sage nicht, dass ADHS nicht existiert - ich kenne die Symptome - ich denke einfach darüber nach, ob es Sinn macht, es als pathologisch abzustempeln und medikamentös zu therapieren - die psychische Empfindsamkeit, die in unserem Alltag oftmals mit psychologischen Problemen und anderen Diagnosen (Depression...) einhergeht ist sicherlich oft nicht auszuhalten und möchte behandelt werden (das weiß ich aus eigener Erfahrung zu gut....)

    bezüglich Körperarbeit, weil das hier schon einige erwähnt haben: ich habe mehrere Jahre als Lehrerin in einer Alternativschule gearbeitet und durfte eines meiner Herzensthemen (nämlich das Reduzieren von Anspannung und Stress über Berührung) mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen praktizieren - es war unglaublich schön zu sehen, wie die "schwierigsten" und "zappeligsten" Kinder sich plötzlich tief entspannen und loslassen konnten...
    auch in meiner Praxis ist der Zugang über den Körper einfach echt heilsam, da er es ermöglicht, frühzeitig zu erkennen, "wo was schief läuft" und gegenzusteuern, meistens muss dieser Prozess, seinen eigenen Körper, die eigene Anspannung...wieder spüren zu lernen nur angestoßen werden....

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Zusammenhang AD(H)S und Hochsensibilität

    Karsten Dietrich, Die Einsamkeit in unserer Mitte, Kapitel 5 - sieht das physiologisch. Neueres kenn ich nicht.
    Inhaltsverzeichnis der Arbeit kann man hier einsehen ( http://www.schattauer.de/de/book/det...t-syndrom.html ).
    Lg

    hochsensibel schreibt:

    und ich sage nicht, dass ADHS nicht existiert - ich kenne die Symptome - ich denke einfach darüber nach, ob es Sinn macht, es als pathologisch abzustempeln und medikamentös zu therapieren - die psychische Empfindsamkeit, die in unserem Alltag oftmals mit psychologischen Problemen und anderen Diagnosen (Depression...) einhergeht ist sicherlich oft nicht auszuhalten und möchte behandelt werden (das weiß ich aus eigener Erfahrung zu gut....)
    Naja, der Leidensdruck - gibt auch Skalierungen - macht den Unterschied zwischen Krankheit und Persönlichkeitsvarianz und das ist verschieden ausgeprägt und natürlich auch vom gesellschaftlichen Rahmen abhängig, der nur bedingt volatil ist oder geeignetere Lebens-, Arbeits-, Familiensituationen usw. hergibt.

    Lg
    Geändert von Loyola ( 6.02.2016 um 15:29 Uhr)

  3. #3
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Zusammenhang AD(H)S und Hochsensibilität

    Danke für den Hinweis
    Und ja, ich stimme dir absolut zu, wenn es um den Leidensdruck und damit verbundene mögliche Erleichterung geht...es widerstrebt mir nur extrem, etwas als "krank" abzutun, nur weil es nicht dem Durchschnitt entspricht...

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Zusammenhang AD(H)S und Hochsensibilität

    ... ja.

    Bei mir war der Weg zu den Medis erst dann, als es wirklich nicht mehr anders ging, z.B. auch als Lehrer im Klassenzimmer, um überhaupt bei dem ganzen leisen Geraschel und allen anderen Eindrücken überhaupt noch den Hauch einer Chance zu haben, so etwas wie den roten Faden der Stunde im Blick zu behalten bzw. mich überhaupt zu erinnern, wo überhaupt der Zettel wieder ist, auf den ich diesen roten Faden draufgeschrieben hab. Keinerlei Chance da ohne Medis. Deshalb auch kein guter Beruf f mich, auch wenn's vom Kopf her langen würde.

    Aus der Problematik, dass den andern verständlich zu machen, gibt sich dann auch etwas Leidensdruck; dazu passt der Hyperfokus schlecht in den Schulrahmen ( https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperfokus ), zumindest wenn man noch schlafen will oder die Schule ins Leben integrieren will und nicht das Leben in die Schule; und wenn es einem dann mal nicht so gut geht, dann wird's immer schwerer: viele Fehler, Tafelbild eine Schande und Exkurse zu Exkursen und vom 3. Exkurs in den 4rten usw. und irgendwann fragt wenigstens einer ehrlich: "Wovon redet der da vorne überhaupt" . Die kleineren Sachen - das bürokratische Brimborium in der Schule bleibt dann auch liegen, wenn ich aufräumen wollte fielen 5 Sachen um, weil ich eins aufräumen wollte und auf einmal denkst du Dir - Gott sei dank sieht das jetzt keiner dieser Ordnungsfanatiker der Schule, die ich dann versucht hab auch bestmöglich zu verstehen, bis die notorischen Besserwisser mit ihrer "Erst-Schießen-dann Fragen" einen in Rechtfertigungszwänge bringen. Dann ist es wieder mal soweit, wo man sich fragt: mach ich dem jetzt klar, welchem Irrsinn das Gegenüber zugehört - was da aber nicht gut ankommt, oder fang ich an das auszuhalten.

    Dann hab ich ein Verfahren angewendet: ein 3grade Raster, wenn die hämisch sind und sowas wie - "du bist aber durch den Wind" oder "Stimmt was nicht" oder "Du kommst verwirrt rüber" umgehe: 1. Wissen die was von ADHS; 2. verstehen die das ansatzweise? und 3. sind die in der Lage, das Wissen auch im Sinne einer Hilfe anzuwenden. Und da kommt man dann zu einem sehr ernüchternden Ergebnis, dass es von 80 Lehrern gerade mal 3 gab, die überhaupt die Grundfähigkeit hatten, überhaupt etwas verstehen zu wollen - also auf dem Weg von Grad 1 zu Grad 2 und dass es zum 3. Grad kam, hab ich davon bei einer Kollegin erlebt, aber nur, weil wir uns richtig mochten und uns 2 als die einzig normalen in dem Laden empfunden haben - was auch immer das heißt.

    Eine Zeitlang war noch tröstlich, dass das Umfeld an Schulen zum üblichen Teil aus Narzissen, Zwangsneurotikern und Depressiven besteht - welche die Funktion der Behörde gewährleisten. Dass die aber ihren Spleen ungebrochen auf die Kinder übertragen kann einem dann auch auf die Nerven gehen, erst recht wenn man sich erinnert, wie man selber unter solchen Typen in der Schule gelitten hat.

    Das schlimmere für mich war nicht unbedingt, mir im stigmatisierten Sinn als "krank" vorzukommen - durch das Wissen um die Neurosen der andern - ; aber "krank" oder "anders" - hin oder her - es entstand bei mir auch so etwas, wie das Gefühl aus der Überschrift des Buchs von Karsten Dietrich, eine Einsamkeit mitten unter Menschen zu sein.

    Lg
    Geändert von Loyola ( 6.02.2016 um 19:59 Uhr)

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zusammenhang AD(H)S und Hochsensibilität

    Die ganzen Eigenschaften der Hochsensibilität könnte man auch auf andere psychische Erkrankungen übertragen.
    Einiges davon ist bei vielen sicherlich auch "Wunschdenken", positive Erklärungen für Symptome die eben bei psychischer Belastung und Instabilität auftreten. Da ist man logischerweise vulnerabler, reagiert stärker auf STress, ist langsamer und sicherlich auch zurückgezogener. Eine gewisse Spiritualität gibt es nachweislich sogar immer vermehrt in Krisensituationen.

    Mit dem bunten Innenleben wird hier im Forum meistens mehr kokketiert, als wirklich dahinter steckt, genauso wie mit der Intelligenz. Bedenkt man, das Nerds mittlerweile den Sprung in Fernsehserien, auf sämtlichen Merchandise und sogar in der Mode Einzug haben, finde ich es irgendwie nicht verwunderlich, das man damit kokketiert, egal ob nun ADHS oder nicht. ADHS hat sogar noch den Vorteil das man "bescheinigt nerdy" ist. Wegen der Krankheit und der Gesellschaft kann man halt keinen Nobelpreis bekommen, aber mindestens genauso viel Potenzial hat man schon.

    Sowas streichelt halt die Seele.

    Ich glaube ja, das wir nicht alle das Selbe haben. Bei manchen wird nicht mal was mit Krankheitswert dahinter stecken, der Grossteil hat aber irgend welche Störungen in der Psyche und/oder physiologisch.

    Die Anspannungen sind bestimmt auch bei einigen psychisch, bei anderen wieder physisch. Mir haben jetzt schon mehrere Ärzte gesagt, das sie glauben bei mir sei das physisch, deswegen bekomme ich auch ein Muskelrelaxant was als solches nur für Spastiken verwandt wird. Ich denke bei mir trifft beides zu, psychisch, aber auch physisch ist da irgendwas nicht in Ordnung. Die Anamnese der Schwangerschaft und meiner Geburt könnten das auch begründen.

    Teils fühle ich mich hier auch sehr anders, habe aber trotzdem auch die Diagnose. Ich erfülle auch die Kriterien, habe aber eher in Bereichen starke Schwierigkeiten, wo die meisten nicht ganz so betroffen sind, dafür haben die Bereiche wo ich nicht betroffen bin.

    Ich denke das geht vielen hier so, das Spektrum der ADHS ist einfach zu gross, und wie ich finde auch nicht schlüssig. Für mich nicht.

    Ich tendiere immer mehr zu dem Punkt, der den namentlichen "Vorläufer" von ADHS aus dem ICD verbannt hat, die minimale cerebrale Dysfunktion. Das beschrieb auch die Symptome die heute zu ADHS gezählt werden, aber es war viel zu weit gefächert, als das alle das selbe haben. Zu allgemein.

    Es gibt ADHSler die haben auffällige motorische Probleme, die meisten nicht. Es gibt ADHSler die fühlen sich nur von der Gesellschaft ungeliebt, sind sonst zufrieden, andere leiden unter sich selbst. Es gibt hypoaktive, hyperaktive, Mischtypen, welche mit Vergesslichkeit, welche ohne Vergesslichkeit bla bla bla. Ganz viele Symptome überlappen sich mit diversen Krankheiten, für mich wird ADHS immer mehr ein Sammelbegriff wie "psychisch krank". Nicht mal mehr das Alter soll bald eine Rolle spielen.

    Wie man es physiologisch erklärt? Das müsstest du jeden Einzelnen fragen. Eine Erklärung wäre die Genetik, eine andere, die auch mit in umfangreichen Diagnostiken abgefragt wird, sind Läsionen oder minimale STrukturschäden des Hirns, die während der Schwangerschaft, oder der Geburt oder in den ersten 2-3 Lebensjahren durch z.B. Infekte aufgetreten sein können. DIe krasseste Form von ADHS-Symptomen hat das Frontalhirnsyndrom, da die Symptome der ADHS denen in milderer Form auffallend ähneln, denke ich gibt es schon begründeten Verdacht, das was im FOrntalhirn geschädigt sein könnte.

  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Zusammenhang AD(H)S und Hochsensibilität

    Ich kann nachvollziehen was du meinst....ich habe keine ADHS Diagnose, bin eben hochsensibel, habe auch lange Jahre als Lehrerin gearbeitet...kann ich mir mittlerweile nicht mehr vorstellen...ich leide furchtbar mit meinem Sohn, dessen Leben großteils von Schule und Stress bestimmt wird...

    ...und einsam mitten unter Menschen kenn ich auch gut - wobei ich es weniger als Einsamkeit definieren würde...mehr als ein "Ich pass da einfach nicht dazu"..

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    vielen Dank creatrice für deine Infos und das teilhaben Lassen...

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Zusammenhang AD(H)S und Hochsensibilität

    Hallo hochsensibel, spannendes Thema. Ich bekomme mental gerade nichts gut sortiert, aber hier ein paar ungeordnete Gedanken zu Deinem Beitrag.

    Physiologisch würde ich die Impulskontrolle ähnlich wie bei Borderline mit einer Verkleinerung gewisser Regionen im Gehirn erklären. Allerdings drängt sich der gerade bei Borderline Verdachtauf, daß diese Verkleinerung symptomatisch ist, da diese Krankheit meist erworben zu werden scheint. Ich meine auch bei PTBS ist es ähnlich. Die betroffenen Hirnregionen dürften sich zum größten Teil im Nukleus Accumbens befinden. Eine generalisierte Angstsörung kann auch erworben werden, bei mir scheint sie wahrscheinlich genetisch bedingt zu sein.

    Hochsensibilität geht ja mit verschiedenen Krnkheitsbildern einher, oder uch alleine. Ich denke sie bietet auch eine gewisse Vulnerabilität für bestimmte psychische Erkrankungen.
    Allerdings ist es nicht zutreffend, daß ADS (ob mit oder ohne Hypo- oder Hyperaktivität ,es gibt auch Mischtypen, weshalb ich diese Schreibweise bevorzuge) immer mit einer Dignose einhergeht oder zwangsläufig Krankheitswert hat.
    Einmal ist es ja so, das ohne eine Beeinträchtigung sowieso keine Diagnose stattfinden kann, weil der Betroffene weder zum Arzt geht noch dieser eine Beeinträchtigung feststellen könnte. Wenn Du Albert Einstein oder Thomas Alva Edison, die beide betroffen waren, erklärt hättest, daß sie ihre geistige Behinderung dringendst mit Stimulanzien therapien müssten, weil sie sonst nicht klar kämen mit dieser Welt, dann wäre das absurd. Es wird eher davon ausgegangen, daß nur die Hälfte der Betroffenen pathologische Symptome entwickelt.
    Und dann wäre da auch die Schwierigkeit, verschiedene Krankheiten voneinander Abzugrenzen, weil die Grenzen einfach fließend sind. Aspberger ist da ein gutes Beispiel: ADHS-Deutschland - Das Asperger-Syndrom im Spektrum zwischen Autismus und AD(H)S

    Ob Sensibilität für die Evolution "wichtig" war sei mal dahingestellt, ich würde eher sagen, sie war eben Teil davon, mit ihren Vor- und Nachteilen.

    Das ADS als eigene Diagnose möglich ist liegt wie Du schon gesagt hast daran das es funktioniert. Wo eine Diagnose ist, gibt es erst einmal Beeinträchtigungen, und nachher möglicherweise erfolgversprechende Behandlungsansätze die Beeinträchtigungen zu minimieren.

    Die Allermeisten, die pathologisch abgestempelt und medikamentös therapiert sind werden dir notwendigerweise sagen, dass es sehr wohl Sinn macht. Sähen sie das anders, würden sie diese medikamentöse Therapie natürlich ablehnen. Jede Therapie hat eigentlich das Ziel, Leid zu minimieren. Da finde ich es ein wenig anmaßend, am Sinn zu zweifeln.

    Das mit der Körperarbeit, ich kann mir da jetzt nichts drunter vorstellen, aber was Du über Deinen Sohn schreibst, da würde ich mir schon überlegen ob die seit Jahrzehnten ausgiebig erforschte, klassische Behandlung nicht auch einen Versuch wert wäre?

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 455

    AW: Zusammenhang AD(H)S und Hochsensibilität

    Ich glaube, viele Menschen mit ADHS sind gleichzeitig hochsensibel. Meine beiden Söhne auf jeden Fall. Sehr hochsensibel :-)

    Gerade ist ein bisschen ein Hype mit Hochsensibilität, vielleicht auch weil es "besser" klingt als ADHS? Ich kenne ein Mädchen, das wahrscheinlich ADHS hat, aber die Mutter spricht nur von hochsensibel, weil sie Angst hat, das Mädchen könnte einen "Stempel" bekommen, wenn es ADHS-Diagnose bekommt.

    Die Gefahr: Ist die Behandlung richtig, wird genug geholfen, wenn "nur" auf Hochsensibilität geachtet wird?

    Ich selbst bin bekennendes Weichei, hochsensibel, Mimose, Angsthase, ... Grins, die Namen sagen schon, dass es nicht nur positiv besetzt ist., das "Hochsensible". ADHS-Diagnose steht bei mir noch aus, aber ziemlich sicher, hab nur grad nicht genug Energie neben Arbeiten, Kindern und Haushalt mich auch noch darum zu kümmern. Aber mit zunehmenden Alter hab ich weniger Energie, mehr Mühe, das Leben gut zu strukturieren, evtl. eine Begleiterscheinung vom ADHS? Wird also den Weg demnächst gehen. Hab wahrscheinlich trotzdem nur ein leichtes, aber eine starke Hochsensibilität.

    Bei Hochsensiblentests erreich ich fast 100 % ...Tut jedenfalls gut, zu wissen, warum man so ist wie man ist.

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 332

    AW: Zusammenhang AD(H)S und Hochsensibilität

    Hallo zusammen,

    der Thread ist zwar schon ein bisschen älter, aber die Diskussion über das Thema Hochsensibilität/ADHS finde ich immer noch interessant, und zwar, weil ich immer noch keine "hochsensiblen" Eigenschaften habe indentifizieren können, die nicht irgendwie auch ins ADHS-Schema passen.

    Dazu passt die folgende Erklärung auf einer Seite über Hochsensibilität bezüglich des Unterschieds zu ADHS, über die ich schmunzeln musste:

    "Während ADHS-ler Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, können Hochsensible gut in einen Flow geraten und allein für sich sein – auch wenn beide mitunter nicht still sitzen können und leicht überdrehen."

    Nenn es Flow oder Hyperfokus - einen Unterschied sehe ich nicht, außer, dass der Leidensdruck bei Hochsensibilität gering oder gar nicht vorhaden zu sein scheint.

    Wie auch immer, es ist spät...

    Grüße
    Addy

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