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Diskutiere im Thema Beziehungsprobleme-Tipps im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 16

    Beziehungsprobleme-Tipps

    Hallo liebe Leute,

    ich bin seit 5 Jahren mit einem Partner zusammen, der jetzt seit 2 Jahren die Diagnose ADHS hat...er ist schon 55 gewesen, als das festgestellt wurde. Als ich mit ihm zusammenkam, meinte er nur immer wieder, er sei sehr schwierig, er habe dort und da Probleme usw....ich habe auch sehr schnell gemerkt, dass er in vielen Dingen seine Probleme hat und einfach ganz anders reagiert, als ich erwartet hätte...es gab dadurch am Beginn der Beziehung viele Missverständnisse und Verletzungen! Ich muss dazu sagen, dass er sehr starke Symptome hat und auch von Kindheit an sicher dadurch viel durchmachen hat müssen....meiner Meinung nach, ist er mehrfach traumatisiert!
    Ich liebe Ihn sehr und er hat trotz oder gerade wegen seinem ADHS auch viele wunderbare Eigenschaften!
    Dennoch bin ich innerlich oft unsagbar traurig, wenn ich sehe, wie sehr er unter seine Symptomen leidet! Darunter meine ich nicht nur, dass er chaotisch ist und sich sehr schlecht organisieren kann....denn das bekommen wir gemeinsam gut in den Griff, sondern eher auf der zwischenmenschlichen Ebene! Es gibt durch seine sehr starke Impulsivität viele Konflikte- sowohl mit mir, aber auch mit Freunden! Das tut mir einfach oft sehr weh!
    Auch hat er immer wieder leichtere Depressionen!
    Er hat schon Ritalin und Strattera probiert, hat damit aber keine guten Erfahrungen gemacht und möchte auch nichts mehr nehmen...ich kann das verstehen und stehe da auch voll hinter ihm! Therapie lehnt er leider generell total ab!
    Dadurch fühle ich mich aber leider auch ziemlich hilflos, weil somit nur übrig bleibt, dass ich irgendwie damit klarkommen muss!
    Es ist aber keineswegs so, dass er sich überhaupt nicht bemühen wurde, wenn wir über unsere Probleme sprechen...er möchte nur zu keinem Professionisten gehen!
    Was mich am meisten stört, ist, dass er alle meine Freunde generell ablehnt! Er hat über Jahre einen kleinen aber feinen Freundeskreis aufgebaut, die ihn so akzeptieren, wie er ist! Aber mir wäre auch wichtig, dass er meine Freunde zumindest akzeptiert! Er kann das aber überhaupt nicht! Ich verstehe natürlich, dass er viele negative Erfahrungen gemacht hat und bin mir sicher, dass es damit zusammenhängt, neue Menschen nur schwer an sich ranzulassen...bzw. er führt sich dort dann oft wirklich heftig auf- als Gegenreaktion nehme ich an- aber das ist für mich halt wirklich nicht lustig!
    Auch wenn ihn irgendwas stört, auch Kleinigkeiten, brechen bei ihm sehr sehr schnell und ziemlich heftig die negativen Emotionen heraus- was ich nur ganz schwer aushalte!
    Ich muss dazusagen, dass ich selbst durch meine Kindheit massiv traumarisiert wurde, was negative Emotionen betrifft! Ich weiss, dass er mir nie physisch etwas tun würde, aber dennoch triggert das leider massiv meine Kindheit und ich bin dann fix und fertig, auch wenn ich es vom Kopf her als ADHS- Symptom verstehen kann und weiss, ich sollte das nicht persönlich nehmen!
    Ich habe schon versucht mit ihm darüber zu reden und er bemüht sich auch, aber dennoch kann er es nicht vollständig kontrollieren!
    Da ich ihn aber sehr liebe und er mich auch, muss es doch irgendwie eine Lösung für uns geben!
    Ich wäre für jeden Tipp eines selbst Betroffenen dankbar, wie man mit diesen Emotionsausbrüchen besser umgehen kann, was euch da wirklich geholfen habt! Bzw. auch, wie ich am besten reagieren sollte, damit es nicht noch zusätzlich aufschaukelt.
    Und hätte auch gerne eure Meinung gehört, wie man das Problem mit neuen Leuten/ Freunden angehen könnte...kennt ihr das auch?

    Danke im Voraus,
    potatoiv

  2. #2
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Beziehungsprobleme-Tipps

    Erste Überlegung: gibt es einen Therapeuten, der auf ADHS spezialisiert ist (oder zumindest Ahnung davon hat) und gleichzeitig Paartherapie anbietet? Das wäre doch eine Überlegung. Man muss ja kein halbes Jahr durchziehen oder jede Woche von, zumal ihr ja in den Grundfragen eurer Beziehung keine Probleme habt und daher kein typischer Fall für soeine Paartherapie seid. Aber explizit mit Blick auf die ADHS-Probleme ist das vielleicht eine charmante Idee?! Vielleicht willigt er ja ein, wenn ihr beide hingeht?

    Im Übrigen gibt es auch ganz viele Selbsthilfegruppen, an denen man auch als Angehöriger/Partner teilnehmen kann oder die explizit nur für Angehörige/Partner ausgerichtet werden. Hast du dahin schon mal gedacht?

    Sent from my D5503 using Tapatalk

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Beziehungsprobleme-Tipps

    Hallo Klingeldraht!

    Danke für deine Antwort....würde ich auch eine gute Idee finden....Paartherapie bei jemanden der sich gut mit ADHS auskennt....aber ich denke, dass er das wirklich nicht möchte! Er reagiert da sehr vehement darauf, ich fürchte auch, wenn ich ja auch mitgehen würde! Aber vielleicht kann ich ihn ja doch noch überzeugen!

    Ja, so eine Selbsthilfegruppe wäre super....habe ich aber bis jetzt nur für Selbstbetroffene gefunden....ich glaube in Ö gibt es da nichts für Angehörige v.a von Erwachsenen mit ADHS!
    Es gibt so einiges für Eltern und eben für ADHS-Erwachsene selbst...werd mich mal schlau machen!

    Danke,
    potatoiv

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.968

    AW: Beziehungsprobleme-Tipps

    Hat er denn Kenntnisse über AD(H)S? Liest er im Netz oder Bücher darüber?

    Ich denke nur, dass es ganz alleine kaum zu schaffen ist. Wenigstens eine gute SHG sollte man für den Anfang im Rücken haben, vielleicht lässt dann auch irgendwann die Abneigung gegen "Professionelle" nach, wenn er dort hört, dass die auch helfen können.

    Und darf ich mal nach den schlechten Erfahrungen mit den Medis fragen? Wenn man das nämlich so ganz ohne Erfahrungen macht und dann an einen Arzt gerät, der damit auch wenig oder keine Erfahrungen hat oder eine - ich sag mal - ungute Einstellung dazu hat, dann kann das gehörig schief gehen. Von so einem Erstversuch sollte man sich dann aber nicht entmutigen lassen. Auch da kann der Austausch mit anderen Chaoten helfen - gerade, wenn sie vielleicht bereits Erfahrungen mit Medis gemacht haben und diese weitergeben können.

    Dir momentan raten, kann ich leider nicht. Ich überlege aber noch, vielleicht fällt mir ja noch etwas ein ...

    Wegen AD(H)S in Österreich kann dir vielleicht Pucki noch weiterhelfen, die hatte hier - glaube ich - letztens ein paar gute Links reingesetzt. Ich erinnere mich aber nicht mehr, wo das war. Evtl. schaust du aber selbst mal den Österreich-Thread durch, wenn du schon kannst. Ich würde es dort mal vermuten. Allerdings ruft jetzt mein Essen.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Beziehungsprobleme-Tipps

    Hallo ChaosQueeny!

    Also der Arzt war schon sehr gut...ist ein Spezialist....er war zuerst im AKH und hat dort bei einer Studie mitgemacht, die die biochemischen Veränderung im Gehirn mit Hilfe von Pet-Scans bei ADHS untersucht hat...die haben ihn auch definitiv diagnostiziert....als aller erstes habe ich ihn nämlich darauf angesprochen, ob er das nicht haben könnte...ich habe mich viel erkundigt und gelesen und es hat einfach alles gepasst....dort haben sie meine Vermutung dann bestätigt!

    Er selbst war einfach nur der Meinung: er sei so anders, und komisch und schwierig....ich glaube, er hat echt viel Scheisse mitgemacht durch sein ADHS und man darf nicht vergessen, er ist 1958 geboren....sprich da waren die Zeiten noch ganz anders, als er ein Kind war. Auch ist seine Mutter selbst stark betroffen...die beiden haben ein sehr schwieriges Verhältnis, weil sie halt sehr ähnlich sind...er ist eines von 6 Kindern....mit einer selbst überforderten Mutter....er hat sich wirklich selbst durchschlagen müssen!

    Dann sind viele Beziehung dadurch gescheitert und er hat zwei Mädchen ( beide auch ADHS) von zwei Frauen....wir haben ein gutes Verhältnis zu einander, aber er hat sicher das Gefühl gehabt, er sei ein Versager...einfach nur schwierig und könne das nicht! Das hat er auch am Anfang unserer Beziehung oft betont...er hatte tierische Angst, dass er es wieder verbockt und mir auch weh tut!

    Dabei ist er wirklich ein toller Mensch...sehr kreativ und unglaublich künstlerisch begabt! Auch charakterlich im Herzen ein ganz Guter!
    Aber er hat schon viel Scheisse gebaut in seinem Leben ( Drogen, oft Jobwechsel usw.).....das typische halt.

    Es hat ihn anfangs sehr entlastet, endlich zu wissen, was mit ihm los ist und er hat auch anfangs gelesen darüber....aber jetzt interessiert es ihn einfach nicht mehr!
    Er war einmal bei einer Selbsthilfegruppe und hat sich überhaupt nicht wohl gefühlt...er sagte, da geht er nie mehr hin und ist da halt auch sehr stur!
    Der Arzt hat dann Ritalin probiert...er konnte sich zwar besser konzentrieren, aber er meinte, er fühle sich damit gar nicht wohl...so fremd! Dann probierten sie Strattera....da hab ich dann die Reissleine gezogen, weil er sehr depressiv darauf wurde...gar nicht mehr er selbst war....kaum mehr gesprochen hat....das ging gar nicht!
    Und da wollte er dann nichts mehr von Medikamenten wissen! Ich muss dazu sagen, dass er generell Ärzte, Medikamente usw. stark ablehnt...auch bei körperlichen Dingen....es hat mich schon gewundert, dass er das Anfangs alles gemacht hat.

    Schwierig halt, weil er alles so ablehnt...auf der anderen Seite verstehe ich es auch....er möchte halt nicht ständig auf diese Dinge hingewiesen werden...möchte so sein dürfen, wie er ist...er ist halt eher der Verdränger-Typ!

    Danke dir für deine Antwort!
    potatoiv

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.968

    AW: Beziehungsprobleme-Tipps

    Ich denke, das wird sehr schwierig ...

    Ich verstehe seine Ängste, aber ich sehe auch, wie sehr sie ihm im Weg stehen. Und ich sehe die Gefahr, dass du dich zu seinem Coach, Therapeuten und sonst noch was alles machen könntest ... Letztlich muss man bereit und zumindest minimal offen für Veränderung sein, damit man seiner eigenen Prophezeihung nicht doch Erfüllungsgehilfe wird, denke ich.

    Ich arbeite seit mittlerweile Jahrzehnten an mir und weiss, obwohl ich viel geschafft habe, dass es ohne Hilfe nicht geklappt hätte. Letzlich habe ich mich doch für ein Medikament entschieden, weil es anders nicht mehr ging. Richtig eingestellt finde ich nicht, dass man damit jemand anderes wird, sondern dass man dann einfach die Chance hat, sein Potential auch wirklich zu nutzen. Ich gehe in diesem Punkt davon aus, dass viel mehr in einem steckt, als man glaubt, nur wird das z. T. durch das AD(H)S verdeckt.

    Dabei fällt mir ein ... (Und ja, meine Gedanken springen manchmal in seltsame Richtungen. )

    Kommt ein Mann zum Arzt und da wird er gefragt:
    "Rauchen Sie?" - "Nein, einmal probiert! Nie wieder!"
    "Trinken Sie?" - "Nein, einmal probiert! Nie wieder!"
    "Wieviele Kinder haben Sie?" - "Eins!"

    - Was nicht heisst, dass es richtig ist, wie wild Kinder zu zeugen, aber manchmal kommt es vielleicht auf einen 2. Versuch an. Willensstärke kann etwas Gutes sein, aber manchmal sollte man vielleicht doch die Tür benutzen, denn mit dem Kopf durch die Wand erzeugt normalerweise nicht nur Kopfschmerz, sondern gerne auch weitere Probleme. Dennoch glaube ich, dass ein beharren auf bestimmte Sachen nichts bringt. Es muss durch ihn selbst kommen. Aber es wäre gut zu wissen, woher seine Ablehnung stammt ... (und vielleicht auch - auch wenn es jetzt gemein klingt - wieviel Trotz dahinter steckt ...)

    Interessant sind seine Drogenerfahrungen, die - wie du vermutlich mittlerweile weisst - oft ein Versucht einer Selbstmedikamentation sind. Das ist jetzt nichts für dieses Forum (!), aber vielleicht lohnt es sich da für dich noch einmal nachzuhaken, wie die damals auf ihn gewirkt haben und was er genommen hat. Medikamente - richtig eingestellt - haben da nämlich eine oft wesentlich bessere und vor allem kontrolliertere Wirkung, wie du teilweise hier im Forum nachlesen kannst. Ebenso ist Nikotin und Koffein auch ein Teil einer Selbstmedikamentation. - Das solltest du wissen (und dich ggf. noch weiter darüber belesen) und darüber könntest du vielleicht (später) nach und nach noch einmal die Brücke schlagen ohne ihn zu überfallen.

    Das Problem ist halt, wenn er so bleibt, wie er ist, dass das ganze wieder an die Wand gefahren werden könnte ... Wobei es nicht nur darum geht, dass er einer Veränderung offener gegenüberstehen sollte, sondern im Idealfall nähert ihr beide euch so an, dass es irgendwann so passt, dass ihr beide gut damit klar kommt. Und dabei komme ich zum nächsten Punkt, du bist ja auch nicht so ganz unbelastet ... Du könntest nämlich auch eine Therapie für dich machen - ggf. auch bei einem Therapeuten, der auch etwas von AD(H)S versteht, denn dein Partner wird dabei ja auch eine Rolle spielen und da wäre es gut, wenn dein Therapeut Hintergundwissen hätte. Wie sähe es denn damit aus?

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Beziehungsprobleme-Tipps

    Liebe ChaosQuenny,

    ich mache bereits Therapie wegen meiner Kindheit...ich bin da nicht so abgeneigt wie er...bzw. drängt es so, dass es einfach sein muss! Doch mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass das ganz verschwinden wird bei mir....das hat sich zu tief eingeprägt....auf starke negative Emotionen reagiere ich einfach vollautomatisch mit totaler Angst! Das macht mein Körper einfach ganz von alleine, da kann ich nicht wirklich mit dem Kopf dagegen...erst nach einer Zeit dann vielleicht!
    Mein Therapeut hat auch mal mit Kinder mit ADHS gearbeitet, hat also ein bisschen Ahnung....aber er würde keine Paartherapie machen...er ist reiner Traumatherapeut und ist ja jetzt mein Therapeut---sprich das wäre unfair meinem Freund gegenüber, weil er ja schon so viel von mir gehört hat! Er wäre nicht mehr neutral!

    Ich glaube schon, dass er Veränderungen in der Beziehung gegenüber offen ist....es hat sich auch schon ganz langsam manches verändert! Es ist halt schwierig, dass er bei Ärzten, Therapeuten und Medikamenten, die es vielleicht viel einfacher machen würden, so stur ist...und ich glaube du hast sicher recht, dass da Trotz eine Rolle spielt....aber auch ein unglaublicher Stolz, den er hat!
    Wenn ich mit ihm in Ruhe Dinge bespreche, dann merke ich schon, dass sich langsam etwas ändert...er bemüht sich wirklich, aber kann halt auch nicht aus seiner Haut raus!

    Mit den Drogen...ja das hat bei ihm sicher etwas mit ADHS zu tun....er war da sehr exzessiv....verträgt generell immense Menge, wo andere tot umfallen würden...dennoch ist er nie in eine Abhängigkeit geraten, weil er schon sehr sehr stark ist und dann immer rechtzeitig die Reissleine gezogen hat! Er hat sicher auch paradoxe Reaktion auf manche Substanzen! Mittlerweile ist er aber total brav geworden...wahrscheinlich durch sein Alter, er ist ja nicht mehr der Jüngste...er hat sogar das Rauchen aufgegeben und ist da wirklich superkonsequent!

    Was ich bei ihm auch toll finde, ist, dass er viele Dinge von selbst in den Griff bekommen hat, wo Menschen mit ADHS ja naturgemäß Probleme haben....er ist mittlerweile sehr gut organisiert, er ist bei mir und im Job immer pünktlich, zahlt alles pünktlich, macht keine Schulden, ist auch in der Wohnung sehr ordentlich.....also man sieht, dass man das wirklich auch mit ADHS im Laufe der Jahre gut lernen kann! Wenn es auch immer ein bisschen schwierig für ihn bleibt!
    Im Job passt es mittlerweile auch...er überlässt sicher Organisatorische wenn es geht, oft Kollegen, aber macht dafür andere Dinge sehr gut...die können damit umgehen!
    Einzig im Strassenverkehr gibt es noch Probleme...er hat ständig Strafzetteln, oder vergisst das Tanken und wir stehen dann irgendwo :-) Aber damit kann ich gut leben, wenn das alles ist!

    Mir geht es wirklich nur um das Zwischenmenschliche...die Impulsivität manchmal, oder das er Streitereien anfängt ( auch bei Ämtern z.B., wo das wirklich nicht geht)! Und das mit meinen Freunden, die er ablehnt! Ich würde das mit den Freunden einfach gerne verstehen...was da ihn ihm vorgeht!

    Danke für dein nettes Mail,
    potatoiv

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.968

    AW: Beziehungsprobleme-Tipps

    Okay, das hört sich doch schon positiv(er) an. Und ich weiss gut, wieviel Arbeit und Energie dazu gehört.
    Entschuldige, wenn ich hinterfrage, aber es ist schwer, so einen kleinen Ausschnitt zu beurteilen ...

    Eine kleine Anmerkung noch dazu, weil ich mir nämlich auch Sorgen mache.
    Bei allen Strukturen, die er erarbeitet hat und allen Kompensationen, die er verfolgt, soll er bitte aufpassen, dass es nicht zu lasten seiner Gesundheit geht. Sehr viel davon kann nämlich auch viel Energie kosten, da sind Übungen zur Achtsamkeit (auch gerade sich selbst gegenüber) u. U. nicht ganz verkehrt. Und ich hoffe, er hat auch einen Ausgleich, bei dem er Entspannung findet, denn Entspannung ist ein oft sehr schwieriges und heikles Thema bei AD(H)Sler und funktioniert selten so, wie bei Nichtbetroffenen.

    Bei der Therapie meinte ich übrigens ausschliesslich dich, da ich mir vorstellen könnte, dass die Auslöser z. T. auch in der Gegenwart liegen, diese aber ihren Bezug in der Kindheit haben, so dass zwangsläufig auch dein Partner in deiner Therapie zum Thema werden könnte. Ich finde es übrigens toll, dass du das angegangen bist! Hut ab, denn die Entscheidung sich dem zu stellen ist sicherlich alles andere als leicht! Ich glaube einfach, dass es wichtig sen könnte, dass du diesen zusätzlichen Rückhalt haben könntest.


    Zu deinem Thema zurück ...

    Nein, ich reagierte nicht auf alle Freunde meines Partners ablehnend, aber auf einige schon. Ich hätte dir am Anfang nicht einmal genau sagen können warum, denn es basierte auf einem Gefühl, dass da "etwas nicht stimmt". Mit der Zeit hat sich leider herausgestellt, dass ich recht hatte, obwohl ich in dieser Sache gerne unrecht gehabt hätte.

    Ich behaupte jetzt aber nicht, dass generell dies ein Grund sein muss. Sicherlich kann dahinter auch Verletzungen oder eigene Probleme stecken. Das lässt sich so aus der Ferne sehr schlecht sagen. Letztlich könnte es auch einfach sein, dass er dich gerne für sich haben möchte, nachdem er dich jetzt gefunden hat ... - Die Möglichkeiten sind also sehr vielfältig und schwer einzuschätzen, da man deinen Partner ja nicht kennt.

    Was aber offenbar ein Problem darstellt ist die Form der Kommunikation, Stimmungsschwankungen und eine gewisse Impulsivität.

    Du sagtest, dass unter Strattera eine Depression ausgebrochen ist, das könnte (!) heissen, dass da noch etwas in ihm sitzt. Also nicht als Folge von Strattera, sondern eher schon vorher, was sich durch Strattera nur die Bahn gebrochen hat. - Wie gesagt, das ist nur eine Möglichkeit und kein Muss!

    Diese Probleme sind zwar recht typisch für AD(H)S, könnten aber durch eine schwelende Depression ggf. noch verstärkt werden.

    Das sind jetzt nur Gedanken ... Beurteilen kannst du das besser, denn du bist wesentlich näher dran und solltest deinen Partner besser kennen. Nichts davon muss die allumfassende Richtigkeit oder Wahrheit beinhalten, denn auch das hier ist ein Prozess, da es die allgemeingültige Regel dazu leider nicht gibt. Jeder Jeck ist halt doch anders, egal ob mit oder ohne AD(H)S ...

    Hier noch mal ein Link, der vielleicht noch ein paar Erkenntnisse bringt:
    http://www.adhs.lu/documents/ADHS_Erwachsene/02_50%20Tips%20f%C3%BCr%20Erwa chsene.pdf

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Beziehungsprobleme-Tipps

    Hallo ChaosQueeny,

    ich bin mir sicher, dass er oft überfordert ist, das merke ich auch...er muss einfach wesentlich mehr leisten, um den normalen Alltag zu schaffen, wie jemand der das nicht hat.
    Aber er hat einen sehr guten Ausgleich...er ist ein sehr begabter Fotograf und zieht dann oft stundenlang los in die Natur bzw. bearbeitet seine Fotos....da kommt er total runter und bekommt auch viel Bestätigung von allen Seiten...er kann da super hyperfokusieren und gleichzeitig abschalten!

    Er hat laut seinen eigenen Aussagen schon seit seiner Jugend Depression....aber eher leichtere...das heisst er kann den normalen Alltag noch aufrechterhalten...aber ich bin auch ganz sicher, dass das mit ein Problem ist...mit ein Grund für seine Reizbarkeit manchmal....dann hat er wieder Phasen, wo er kaum depressiv ist...v.a. im Sommer ist es besser bzw. wenn er mehr frei hat....weil er dann halt auch nicht so überfordert ist mit Arbeit usw.
    Das Strattera hat das halt massiv verstärkt...da war er dann schon eher schwer depressiv und das kann echt nicht sein, dass es ihm viel schlechter geht!
    Ich habe ihn einmal überredet zumindest was Natürliches wie Johanniskraut auszuprobieren....aber darauf hat er mit extremen Schwitzen reagiert ( aber wirklich ganz Extrem...es ran ihm nur so runter)....er hat schon Pech, dass er nicht mal solche Sachen verträgt!

    Er ist halt leider ein richtiger Sturbock, was andere Medikamente und Ärzte angeht...selbst wenn er die Grippe hat, geht er nirgends hin!

    Alles Liebe,

    potatoiv

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Beziehungsprobleme-Tipps

    potatoiv schreibt:
    Ich wäre für jeden Tipp eines selbst Betroffenen dankbar, wie man mit diesen Emotionsausbrüchen besser umgehen kann, was euch da wirklich geholfen habt! Bzw. auch, wie ich am besten reagieren sollte, damit es nicht noch zusätzlich aufschaukelt.
    Also mich hat ein Spray in meine Mitte gebracht, ein kleines Wunderding, würde ich sagen. Kann leider noch keine pn schreiben, und möchte auch keine Werbung für irgendwas machen, aber dieser Spray zentriert und bringt Ruhe durch Stressminderung.
    Und er passt in jede Handtasche hinein. Hat keine Chemie drin, - nur Essenzen von Heilpflanzen, Kristallen und Mineralien...
    Ich bin grundsätzlich für Vermeidung von Chemie.
    Vielleicht ist das auch was für ihn.
    Und hätte auch gerne eure Meinung gehört, wie man das Problem mit neuen Leuten/ Freunden angehen könnte...kennt ihr das auch?
    Kannst du dir vorstellen, mal nur einen dieser Freunde (oder ein Paar) einzuladen zu euch, und was zu dritt/viert zu machen - egal was: kann auch nur ein kleiner Besuch sein, wo sie was abholen, wo du sie dann zu einem Tee einlädst, ganz zwanglos. Oder zu einem Kartenspiel zu viert, oder so was ähnliches... Ginge das?
    Geändert von Thorwald (19.12.2015 um 04:08 Uhr)

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