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Diskutiere im Thema Ich brauche Rat von Betroffenen... im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    Ich brauche Rat von Betroffenen...

    Guten morgen :-)
    Ich heiße Sabrina und mein Mann hat adhs.Wir sind beide 26.
    Wir sind seit etwa 2 Monaten getrennt.
    Ich erzähle jetzt mal unsere Geschichte in Kurzform. Wird sicher trotzdem lang, anders könnt ihr euch aber vermutlich kein Bild machen.
    Diagnose bekam er im Schulkindalter. Schon als Säugling bzw Kleinkind sehr auffällig gewesen. Medikation ab ca 3. Klasse, heute Ebenfalls 15 mg medikinet (von ursprünglich 60 mg).
    Wir sind vor knapp 6 Jahren zusammen gekommen. Ich wurde nach wenigen Wochen ungeplant schwanger (waren beide 21).
    Entschieden uns das hinzubekommen. Ich muss glaube ich nicht ausführen das es nicht leicht war.
    Kind kam, er ein ganz toller Papa. Sehr aufopferungsvoll, hat versucht alles zu geben.
    Zu dem Zeitpunkt nahm er kein Medikament. die Schwierigkeiten des Alltags machten uns sehr zu schaffen. Ich kam immer schlechter mit seiner Problematik (beschreibe ich nicht näher, spreche von klassischen Problemen mit adhslern) zurecht. Bin ständig ausgerastet, er auch, ging sehr unter die Gürtellinie. Hinzu kam das wir beide eine Ausbildung begonnen haben, unser Kind ging mittlerweile in die Krippe. Die Ausbildungssituation und der Druck verschärfte unsere Situation. (die Ausbildungen sind mittlerweile abgeschlossen ;-)) Haben trotzdem weiter gekämpft. Unsere Beziehung jedoch litt zunehmend darunter. (er hat auch 2 Verhaltenstherapien begonnen aber abgebrochen)
    Mein Mann hatte eine Phase in der er exzessiv an Automaten spielte und wir uns verschuldeten. Als das vorbei war haben wir zusammen Privatinsolvenz angemeldet.
    Als das vorbei war, hat er irgendwann betrug begangen. Flog auf und es gab eine Bewährungsstrafe.
    Also noch mehr Druck, wie soll man so Arbeit finden etc.
    Ende letzten Jahres erfuhr ich dann von einer Affäre welche über Monate ging...
    Das Medikament hat er einfach nicht mehr eingenommen...
    Wir trennten uns wegen der Affäre, kamen aber wieder zusammen.
    Mein Mann ist direkt von Mama zu mir gezogen damals. Bevor er wieder einzog, sprach er ständig von Freiheit und ausleben usw. Er ist unglücklich, er liebt mich nicht mehr. Vor allem der Freiheitsdrang und das Unglücklich sein standen im Vordergrund.
    Er kam trotzdem zurück.
    Ich hab mir den popo aufgerissen in dieser Zeit, habe alles getan damit wir das schaffen. Ein paar Wochen ist er mitgegangen, dann hörte es plötzlich auf. In dieser Zeit tauchte ein neues Problem auf, welches schon länger existierte aber sich jetzt manifestierte. Neuer Freundeskreis, Rechtsradikale. Er zog mit. Kleidung aus dem milleu, rechte Parolen usw. Ich fand raus das er mich wieder betrogen hat.
    Da hab ich gesagt es geht nicht mehr. Er hat keine Anstalten gemacht das er es anders will. Also zog er wieder aus.
    Er sagte wieder er will Frei sein, andere Frauen haben, auf "Rechte" Konzerte gehen, machen was er will. Er ist gelangweilt von unserem normalen Familienleben sagt er.
    Ich habe immer versucht uns Struktur zu geben weil ich weiß wie wichtig das ist.
    Er kümmert sich jetzt regelmäßig um unser Kind aber das wars. Er hat mir seine Bankkarte da gelassen damit ich sein Geld verwalte. 80% davon gibt er nämlich mir und unserem Kind weil ich nochmal eine neue Ausbildung mache, welche schulisch und unvergütet ist.
    Er wohnt derzeit bei seinem Bruder und hat nichts mitgenommen ausser seiner Reisetasche mit anziehsachen.
    Alles andere hat er hier gelassen. Er will mich jetzt die nächsten 4 Jahre, so lange dauert die Ausbildung nämlich, finanziell unterstützen.
    Wo ist denn da die Realität. Er lebt von ca 400 Euro im Monat und Pennt auf einer Couch. Was ist denn da los? So kann doch kein Mensch die nächsten Jahre Leben. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen das sein Bruder das solange haben will.
    Trotz allem schlechten ist mein Mann EIGENTLICH ein herzensguter Mensch. Wir haben hier soviel geschafft aber seit einigen Monaten erkenne ich ihn nicht wieder, seine Mama und seine Geschwister ebenfalls nicht.
    Alle kennen es das er das "schwarze Schaf" ist, aber das jetzt setzt allem die Krone auf.
    Ich weiß Gar nicht so recht was ich von euch möchte...Vielleicht das mir jemand sein Verhalten erklären kann...
    Danke fürs Lesen und Sorry für die Rechtschreibung....

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Ich brauche Rat von Betroffenen...

    Ich möchte nochmal sagen das ich ihn immer in allem unterstützt und versucht
    Habe ihm zu helfen. Ich hatte immer sehr viel Verständnis. Auch jetzt noch möchte ich das wir gemeinsam da raus kommen...

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 545

    AW: Ich brauche Rat von Betroffenen...

    Das zu lesen ist echt nicht einfach, da ist scheinbar sehr viel passiert.
    Ich persönlich wäre froh ihn los zu sein, auch wenn das nun heftig klingt. Btw hätte ihn schon lange raus geschmissen...seid ihr denn verheiratet, das Du auch mit Insolvenz gegangen bist?
    Spätestens da wäre ich gegangen...denn ich kenne das auch einen Ehemann zu haben der einem das Geld weg schafft und der Kühlschrank leer bleibt.

    Aber tut er Dir gut?

    Wenn ich das alles lese, Rechts, Diebstahl, Insolvenz, Kriminell also...will nichts ändern, fremdgehen, freiheiten usw.
    Wieso möchtest Du versuchen das ihr eine Partnerschaft führt? Wärst Du mit Kind alleine nicht glücklicher?
    Schließlich gehört zu einer Partnerschaft liebe, und wenn du schon schreibst Das er dich nicht mehr liebt...und er muss es ja auch wollen.
    Ist Vertrauen da nach dem Fremdgehen? Verlässlichkeit nach dem ganzen anderem Zeug?

    Das wären so meine Gedanken, die ich mir machen würde...Auch wenn er herzensgut ist und alles finanziell für Euch machen würde, sind da doch recht viele negative Punkte zu lesen. Die überwiegen ja irgendwie schon oder? Ich finde es auch gut von Dir das Du kämpfen möchtest, dennoch solltest Du auf Dich aufpassen..denn manchmal kämpft man wo es hoffnungslos ist und ja das kenne ich von mir auch Man sollte es lassen, wenn man sich selber damit schadet. Hör in Dich rein und schau was Du möchtest, damit ist man immer gut beraten
    Denn ist wirklich toll, das Du ihm immer geholfen hast..aber schütz Dich vor der Entstehung einer Co- Abhängigkeit...

    Eurem Kind wird sein Verhalten mit Sicherheit auch nicht gut tun oder schaden, sofern der oder die kleine das mit bekommt.
    Zwanghaft Mutter, Vater, Kind Familie Idylle leben zu wollen, kenne ich. Mir tat das als Kind nicht gut, ich wurde krank davon. Und die Psychologen sagen sowas merken Kinder wenn es zwischen den Eltern nicht mehr passt, sie beziehen das oft auf sich usw...haben also Probleme. Haben mit einer Trennung oder Scheidung auch Probleme, aber ich glaube weniger als mit Stress und Streit die ganze Kindheit.

    Ich habe von meiner Therapeutin gehört das es teilweise von den Städten ganze Ausbildungsprogramme gibt, die für allein erziehende Mütter gemacht wurden.
    Und ich kann mir vorstellen das Du ganz viel Unterstützung vom Jugendamt und anderen Ämtern bekommst und seine Karte ihm wieder geben kannst.
    Ich persönlich würde nicht von ihm finanziell abhängig sein wollen...

    Ob es AD(H)S ist oder Charakter ist doch eher nebensächlich oder? Wichtig ist doch das Du damit zurecht kommst, das es Dir und dem Kind gut geht?
    Ich habe vor kurzem selber erfahren, das Medikamente einen ganz schön verändern können. Aber das er nun ganz anders ist, wäre für mich eher Chrarakterfrage.
    Ihr könnt ja auch mal mit ihm reden und dem Arzt wie es aussieht und ob es überhaupt was für ihn ist...

    Mehr fällt mir auch nicht dazu ein

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Ich brauche Rat von Betroffenen...

    Der Text ist heftig und tut mir echt weh, man merkt wie du ihn liebst, du dir dadurch aber auch viel zu viel gefallen lässt.
    Was würdest du einer Freundin raten wenn sie dir so eine Geschichte Erzählen würde und sei bitte ehrlich zu dir selber.

    Vermutungen von mir:
    Er Flüchtet vor sich selber und dem was er getan hat, indem er noch mehr macht was ihm nur bestätigt das er ein "schlechter Mensch" ist.
    Problem ist jetzt, wenn du dich von ihm distanzierst wird er darin bestätigt, wenn du es nicht machst, wird er einfach so weiter machen und dich mit in den Abgrund ziehen obwohl er das "eigentlich" nicht möchte.

    "Aufgeben" scheint noch keine Option für dich zu sein, daher wären meine Gedanken:
    Frage dich was DU willst
    Setze ihm klare Grenzen!
    Er braucht kein Mitleid und Verständnis, sondern jemanden der für ihn da ist und ihm liebevoll sagt was für einen "Mist" er eigentlich macht.
    Lebe DEIN Leben.
    Mache nicht alles für ihn, er ist für sich selber verantwortlich, aber wenn er von sich aus etwas machen will unterstütze ihn.
    Versuche nicht ihn zu "ändern", teile ihm deine Meinung mit und lass ihn machen.

    Die frage die sich mir nur stellt, was will Er?
    Liebt er dich wirklich und weiss er überhaupt was "Liebe" ist oder hat er nur Schuldgefühle?
    Will er etwas ändern?

    Er gehört aus meiner Sicht dringend in eine Therapie, aber dazu kann ihn niemand zwingen und er scheint nicht tief genug "unten" zu sein damit er von sich aus aktiv wird oder es ist noch nicht die "entscheidende" Situation eingetretten die ihm die "Augen öffnet".

    Wenn ich dir damit noch mehr schmerzen verursache tut es mir wirklich leid, aber du scheinst eine tolle Frau zu sein und auch eine die das verkraften wird!
    Sei nicht abhängig von ihm, du hast es nicht nötig und schaue gut auf dich, weil damit hilfst du ihm am meisten, aber vor allem dir selber.

    Verwende die Kraft die du hast das es dir und deinem Kind gut geht, wenn du dann noch Energie übrig hast benutze die um ein Umfeld zu gestalten welche dir Kraft gibt, falls du dann immer noch etwas übrig hast hilf ihm damit, aber zwinge dich ihm nicht auf und frage ihn immer wieder was Er will und ob es mit dem was du möchtest übereinstimmt.

    Wahrscheinlich bin ich ein wenig zu direkt, aber dich extra zu schonen scheint mir nicht hilfreich zu sein.

    Frage dich einfach ob er "jetzt" die Person ist die für dich und dein Kind gut ist.

    So mein Kopf wird Chaotisch, zu viele Gedanken, aber ich habe glaub das wichtigste geschrieben was ich "herausfischen" konnte. Ich hoffe es hilft dir auf lange Sicht gesehen, wenn ich zu weit gegangen bin teile dich ruhig mit.

    Am Ende bist sowieso du welche die Entscheidung Treffen und damit Leben "muss". Einfach eins, es muss nur für dich und dein Kind stimmen, also gehe DEINEN Weg aber verschliess bitte nicht die Augen und schaue dich auch um.

    Wünsche dir alles gute beim herausfinden was du möchtest und schreibe es doch auf, für dich. Kannst auch deine anderen Gedanken aufschreiben, z.b. als Brief an eine Person welchen du aber nie abschicken wirst, ausser du hast das bedürfnis dazu.

    PS: Gäbe sicher noch einiges zu schreiben, aber eins nach dem anderen und vorallem brauche ich dazu bisschen mehr ruhe im Kopf.

  5. #5
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: Ich brauche Rat von Betroffenen...

    ich glaube, er weiss selbst noch nicht so recht, was er will und muss sich das für sich selbst klären. er scheint zu glauben, dass er eine Menge Nachholbedarf. irgendwo scheint er ja zu merken, dass der Weg, den er jetzt einschlägt nicht der richtige ist, aber er scheint zu meinen, dass er ihn jetztz "braucht". Es ist typsich für Adhsler, sich austesten zu wollen ,an Grenzen zu gehen, Stichwort U-Bahnsurfen und andere Grenzgänge. er scheint auch noch dringenden Nachreifungsbedarf zu haben und wurde definitiv zu früh Vater.

    ich fürchte, viel helfen kannst du ihm nicht. du kannst für ihn da sein, wenn er Hilfe braucht. Und ihm deutlich machen, dass du diesen Weg ablehnst und ihn helfen wirst, will er diesen verlassen. Aber er muss für sich rausfinden welchen Weg er gehen möchte. und was Freiheit wirklich ist. (Meine Antwort ist ja die von Janis Choplin "Freedom is just another word for nothing left to loose") . du kannst ihm alles mögliche sagen, aber er wird es vermutlich selbst rausfinden müssen. mache ihm klar, dass Freiheit vor allem Dingen die Möglichkeit ist, jederzeit aussuchen zu können, welchen Weg er geht. Dass, wenn er nicht aufpasst er sich irgendwann so festfährt, dass er aus seiner Situation nicht rauskann, weil er alle Brücken abgebrochen hat.

    Dein Mann kling nach jemanden, der Halt im Leben sucht und einen Sinn. die rechte Ecke ist da sehr verfürerisch und trügerisch, gerade die haben ja eigentlich mit Freiheit ganz wenig am hut, aber sie verkaufen sich gut.

    ich vermute, du kannst nicht viel machen. außer hoffen, dass er von selbst auf die richtige Bahn zurückwill und nachreift. und so lange deinem Kind eine gute Mutter sein und ihm ermöglichen, ein guter Vater zu sein. und ansonsten deinen eigenen Weg gehen. ich glaub, mit deiner Zukunft und mit der deines Kindes hast du wahrlich genug zu tun. Er muss sich selbst bestimmen und sich ändern. Das kann keiner für ihn tun.

    Viel Glück und viel Trost.


    Ps :toitoitoi.
    nein, ich bin selbst nicht betroffen. Aber ich arbeite mit männlichen Jugendlichen, viele mit Adhs, andere mit anderen Störungen und habe schon viele Lebenswege begleitet. ich bin immer sehr betroffen, wenn ein Junger Mann trotz aller Chancen sein leben wegwirft und habe immer die Hoffnung, dass ich ihm wenigstens genug Rüstzeug auf den Weg gab, den Kurs zu ändern und zurückzurudern auf den richtigen Kurs, wenn er es wieder tun möchte

    irgendwann muss man loslassen und einen erwachsenen Menschen seinen eigenen Weg gehen lassen, auch wenns schwer fällt. Ich mache das seit einem guten Vierteljahrhundert und habe mich immer noch nicht so recht damit abgefunden.

  6. #6
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Ich brauche Rat von Betroffenen...

    Ichunddu1 schreibt:
    Guten morgen :-)
    Ich heiße Sabrina und mein Mann hat adhs.
    Auch wenn ich deine Not nachvollziehen kann -

    aus meiner Perspektive als Betroffene finde ich deinen Post hier übergriffig. Wenn ich mir vorstelle, dass mein Partner solch persönliche und detaillierte Informationen über mich in einem öffentlich lesbaren Bereich preisgiebt, dann wäre das ein unglaublicher Vertrauensmissbrauch und keine Basis für irgendeine Art von Beziehung für mich.

    Abgesehen davon, dass das hier kein Angehörigenbereich ist!

    Wie gesagt: meine Empfindungen/Reaktion ist hier ganz aus meiner persönlichen Perspektive als Betroffene zu verstehen.

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: Ich brauche Rat von Betroffenen...

    Hmm? Er kümmert sich um euer Kind und gibt dir 80% seines Geldes, obwohl es vermutlich auch anders ginge und lebt selbst momentan von 400 Euro. - Wieso sprichst du von "eigentlich", wenn du sagst, er wäre ein herzensguter Mensch? Ich finde, das spricht eine ziemlich deutliche Sprache - trotz allem was sonst vorgefallen ist.

    Es scheint ihm weniger darum zu gehen dir weh zu tun oder dich im Stich zu lassen, er folgt (impulsiv?) seinem Bedürfnis sich auszutesten und seine Grenzen zu finden, aber er sichert dich und das Kind trotzdem finanziell innerhalb seiner Möglichkeiten ab, obwohl er das in dem Rahmen gar nicht müsste. Ehrlich gesagt, finde ich das schon beachtlich.

    Seid ihr eigentlich verheiratet? Denn bisher scheint er zumindest nicht über eine Scheidung nachzudenken.


    Auch wenn ich seinen Weg bedenklich finde, wird ihn vermutlich keiner zurückhalten können, wenn er meint, das ist (momentan?) der richtige Weg für ihn.


    Aber die wirklich wichtigen Fragen sind doch eher: Was willst und möchtest du eigentlich? Willst du wirklich unter diesen Bedingungen weiter mit ihm zusammen leben? Willst du ggf. weiter mit ihm verheiratet bleiben - so ihr es denn seid? Willst du ihm ggf. Zeit geben? Liebst du ihn denn (noch)? Hälst du das aus? Wie geht es eurem Kind damit und kannst du das abfedern?

    Du musst das auch nicht hier im öffentlichen Bereich beantworten, aber zu dir selbst solltest du wirklich ehrlich sein, denn nur das bringt dich weiter.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Ich brauche Rat von Betroffenen...

    habitbreaker schreibt:
    Auch wenn ich deine Not nachvollziehen kann -

    aus meiner Perspektive als Betroffene finde ich deinen Post hier übergriffig. Wenn ich mir vorstelle, dass mein Partner solch persönliche und detaillierte Informationen über mich in einem öffentlich lesbaren Bereich preisgiebt, dann wäre das ein unglaublicher Vertrauensmissbrauch und keine Basis für irgendeine Art von Beziehung für mich.

    Abgesehen davon, dass das hier kein Angehörigenbereich ist!

    Wie gesagt: meine Empfindungen/Reaktion ist hier ganz aus meiner persönlichen Perspektive als Betroffene zu verstehen.
    Ganz ehrlich könnte gerade an die Decke gehen aber spare es mir.
    Halt dich doch bitte einfach aus meinen Sachen raus wenn du solch unbrauchbare Sachen mitteilen möchtest. Es interessiert mich kein Stück wie du das empfindest, denn es geht nicht um DICH.Außerdem ist es in keinster Weise Objektiv.Solch ein Verhalten ist einfach unangemessen. Vielen Dank.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Ich brauche Rat von Betroffenen...

    ChaosQueeny schreibt:
    Hmm? Er kümmert sich um euer Kind und gibt dir 80% seines Geldes, obwohl es vermutlich auch anders ginge und lebt selbst momentan von 400 Euro. - Wieso sprichst du von "eigentlich", wenn du sagst, er wäre ein herzensguter Mensch? Ich finde, das spricht eine ziemlich deutliche Sprache - trotz allem was sonst vorgefallen ist.

    Es scheint ihm weniger darum zu gehen dir weh zu tun oder dich im Stich zu lassen, er folgt (impulsiv?) seinem Bedürfnis sich auszutesten und seine Grenzen zu finden, aber er sichert dich und das Kind trotzdem finanziell innerhalb seiner Möglichkeiten ab, obwohl er das in dem Rahmen gar nicht müsste. Ehrlich gesagt, finde ich das schon beachtlich.

    Seid ihr eigentlich verheiratet? Denn bisher scheint er zumindest nicht über eine Scheidung nachzudenken.


    Auch wenn ich seinen Weg bedenklich finde, wird ihn vermutlich keiner zurückhalten können, wenn er meint, das ist (momentan?) der richtige Weg für ihn.


    Aber die wirklich wichtigen Fragen sind doch eher: Was willst und möchtest du eigentlich? Willst du wirklich unter diesen Bedingungen weiter mit ihm zusammen leben? Willst du ggf. weiter mit ihm verheiratet bleiben - so ihr es denn seid? Willst du ihm ggf. Zeit geben? Liebst du ihn denn (noch)? Hälst du das aus? Wie geht es eurem Kind damit und kannst du das abfedern?

    Du musst das auch nicht hier im öffentlichen Bereich beantworten, aber zu dir selbst solltest du wirklich ehrlich sein, denn nur das bringt dich weiter.
    Wir sind verheiratet.
    Seit letztem Jahr.
    Ich liebe meinen Mann von ganzem Herzen.
    Scheint sich aber keiner vorstellen zu können das man manchmal durch die Hölle geht mit jemanden der psychisch so angegeschlagen ist.
    Und finanziell geht es definitiv nicht anders. Während einer schulischen Ausbildung ist es in dem Bundesland in dem ich lebe so geregelt das Bafög greift. Ich aber aufgrund des Einkommens der Eltern keinen Anspruch habe. Er hat mir in unserer ehe zugesichert ich kann diese Ausbildung machen.
    Ist er jetzt ein Held weil er sich endlich einmal an sein Versprechen hält?
    Soll ich jetzt von hartz 4 Leben weil er nicht klar kommt auf sein Leben?!
    Ich wollte einfach verstehen weshalb er sich einfach verpisst und uns zurück lässt obwohl er verdammt nochmal alles hatte!!! Ich habe alles für ihn getan, wirklich alles! Aber ihm reicht es nicht weil er einfach nicht klar kommt!!!! Keiner kann oder will hier verstehen das man so nicht leben kann! Mit so jemanden der es einfach nicht rafft! Wisst ihr wie es ist wenn man sich 6 Jahre Aufopfert für jemanden der so krank ist! Was das für eine Leistung ist sowas auszuhalten?!
    Ich kann da einfach nur sauer werden! Es ist so unglaublich und so typisch!

    Allen anderen danke ich für Ihre aufschlussreiche und hilfsbereite Antwort.
    Werde über einiges nachdenken.
    Bin gerade so getroffen von machen antworten. Kann jetzt echt nicht gut antworten...

  10. #10
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Ich brauche Rat von Betroffenen...

    Guten Morgen Sabrina,
    gern würde ich Dir behilflich sein. Es fiel mir gerade sehr schwer,herauszufinden,was Du denn nun brauchst und möchtest. Daher versuche ich einfach mal,Dir rückzumelden,was mir ein-und auffält.

    Da ich mich Deiner beiden Posts bediene,um nicht die Orientierung zu verlieren und mich zu verfransen,könnte das etwas länger werden. Vorsichtshalber schonmal ein sorry dafür.

    Ichunddu1 schreibt:
    Wir sind vor knapp 6 Jahren zusammen gekommen. Ich wurde nach wenigen Wochen ungeplant schwanger (waren beide 21).
    Entschieden uns das hinzubekommen. Ich muss glaube ich nicht ausführen das es nicht leicht war.
    Kind kam, er ein ganz toller Papa. Sehr aufopferungsvoll, hat versucht alles zu geben.
    Zu dem Zeitpunkt nahm er kein Medikament. die Schwierigkeiten des Alltags machten uns sehr zu schaffen. Ich kam immer schlechter mit seiner Problematik (beschreibe ich nicht näher, spreche von klassischen Problemen mit adhslern) zurecht. Bin ständig ausgerastet, er auch, ging sehr unter die Gürtellinie. Hinzu kam das wir beide eine Ausbildung begonnen haben, unser Kind ging mittlerweile in die Krippe. Die Ausbildungssituation und der Druck verschärfte unsere Situation. (die Ausbildungen sind mittlerweile abgeschlossen ;-)) Haben trotzdem weiter gekämpft. Unsere Beziehung jedoch litt zunehmend darunter. (er hat auch 2 Verhaltenstherapien begonnen aber abgebrochen)
    Mein Mann hatte eine Phase in der er exzessiv an Automaten spielte und wir uns verschuldeten. Als das vorbei war haben wir zusammen Privatinsolvenz angemeldet.
    Als das vorbei war, hat er irgendwann betrug begangen. Flog auf und es gab eine Bewährungsstrafe.
    Also noch mehr Druck, wie soll man so Arbeit finden etc.
    Ende letzten Jahres erfuhr ich dann von einer Affäre welche über Monate ging...
    Das Medikament hat er einfach nicht mehr eingenommen...
    Wir trennten uns wegen der Affäre, kamen aber wieder zusammen.
    Ihr habt offenbar schon so einiges zusammen durchgestanden und diese Zeit muss sehr an Euer beider Substanz gezehrt haben. Meine Hochachtung für den erneuten Versuch.

    ichunddu1 schreibt:
    Mein Mann ist direkt von Mama zu mir gezogen damals. Bevor er wieder einzog, sprach er ständig von Freiheit und ausleben usw. Er ist unglücklich, er liebt mich nicht mehr. Vor allem der Freiheitsdrang und das Unglücklich sein standen im Vordergrund.
    Er kam trotzdem zurück.
    Ich hab mir den popo aufgerissen in dieser Zeit, habe alles getan damit wir das schaffen. Ein paar Wochen ist er mitgegangen, dann hörte es plötzlich auf. In dieser Zeit tauchte ein neues Problem auf, welches schon länger existierte aber sich jetzt manifestierte. Neuer Freundeskreis, Rechtsradikale. Er zog mit. Kleidung aus dem milleu, rechte Parolen usw. Ich fand raus das er mich wieder betrogen hat.
    Da hab ich gesagt es geht nicht mehr. Er hat keine Anstalten gemacht das er es anders will. Also zog er wieder aus.
    Er sagte wieder er will Frei sein, andere Frauen haben, auf "Rechte" Konzerte gehen, machen was er will. Er ist gelangweilt von unserem normalen Familienleben sagt er.
    Dieses unstete Muster ist tatsächlich durch die ADHS zumindest zum großen Teil erklärbar. Der impulsive Anteil kann zu so einigen Problemen führen,da er unsereins oft in ein sehr unstetes Leben drängt.

    Die Orientierung in Richtung der rechten Szene ist sicher nicht an sich und nur mit der Symptomatik zu erklären-auch wenn impulsive Entscheidungen ja oftmal nicht gerade die Klügsten,geschweige denn Besten sind-sondern könnte ein Ausdruck eines angeschlagenen Selbstwertgefühls sein. Im Grunde also eine Folge der ADHS.

    ichunddu1 schreibt:
    Ich habe immer versucht uns Struktur zu geben weil ich weiß wie wichtig das ist.
    Er kümmert sich jetzt regelmäßig um unser Kind aber das wars. Er hat mir seine Bankkarte da gelassen damit ich sein Geld verwalte. 80% davon gibt er nämlich mir und unserem Kind weil ich nochmal eine neue Ausbildung mache, welche schulisch und unvergütet ist.
    Er wohnt derzeit bei seinem Bruder und hat nichts mitgenommen ausser seiner Reisetasche mit anziehsachen.
    Alles andere hat er hier gelassen. Er will mich jetzt die nächsten 4 Jahre, so lange dauert die Ausbildung nämlich, finanziell unterstützen.
    Wo ist denn da die Realität. Er lebt von ca 400 Euro im Monat und Pennt auf einer Couch. Was ist denn da los? So kann doch kein Mensch die nächsten Jahre Leben. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen das sein Bruder das solange haben will.
    Hier wird es für mich zugegebenermaßen unübersichtlich,da mir nicht mehr klar ist,worum es wirklich geht.

    Es ist schön,dass Du versucht hast,ihm die Strukturen zu geben,die er sich selbst nicht dauerhaft schaffen kann und dass er sich regelmäßig um Euer Kind kümmert,ist,von meiner Warte aus,auch positiv zu werten.

    Die Tatsache,dass er Dir 80% seines Einkommens überlässt zeigt,dass er-im Rahmen seiner Möglichkeiten-seiner übernommenen Verantwortung nachkommt.

    Wenn ihm als Einzelpersonen die übrigen 400€ reichen,-und es gibt durchaus Menschen,die von noch weniger ihren Lebensunterhalt bestreiten (müssen)-ist das seine Sache.

    Ichunddu1 schreibt:
    Wir sind verheiratet.
    Scheint sich aber keiner vorstellen zu können das man manchmal durch die Hölle geht mit jemanden der psychisch so angegeschlagen ist.
    Dies nun ist eine schlichte Unterstellung,noch dazu beleidigend und an falscher Stelle geäußert,da Du es hier sowohl mit Betroffenen,als auch mit Angehörigen und/oder Lebenspartnern (oft in Personalunion) zu tun hast,die das sehr genau wissen.

    Von der Tatsache,dass man als Betroffener selbst durch die Hölle geht,mal ganz abgesehen.

    ichunddu1 schreibt:
    Und finanziell geht es definitiv nicht anders. Während einer schulischen Ausbildung ist es in dem Bundesland in dem ich lebe so geregelt das Bafög greift. Ich aber aufgrund des Einkommens der Eltern keinen Anspruch habe. Er hat mir in unserer ehe zugesichert ich kann diese Ausbildung machen.
    Ist er jetzt ein Held weil er sich endlich einmal an sein Versprechen hält?
    Soll ich jetzt von hartz 4 Leben weil er nicht klar kommt auf sein Leben?!
    Um sachlich zu bleiben dazu nur soviel:

    1. Nein,er ist kein Held. Er tut das,was er Dir zugesichert hat. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn und das Dir das nicht ausreicht,ist etwas anderes.

    2. Da Du bereits eine abgeschlossene Ausbildung hast,ist es nicht seine alleinige Verantwortung,dafür zu sorgen,dass Du nicht von H4 leben musst.

    ichunddu1 schreibt:
    Ich wollte einfach verstehen weshalb er sich einfach verpisst und uns zurück lässt obwohl er verdammt nochmal alles hatte!!! Ich habe alles für ihn getan, wirklich alles! Aber ihm reicht es nicht weil er einfach nicht klar kommt!!!!Keiner kann oder will hier verstehen das man so nicht leben kann!Mit so jemanden der es einfach nicht rafft! Wisst ihr wie es ist wenn man sich 6 Jahre Aufopfert für jemanden der so krank ist! Was das für eine Leistung ist sowas auszuhalten?!
    Ich kann da einfach nur sauer werden!Es ist so unglaublich und so typisch!
    Hervorhebung von mir

    Mögliche Antworten darauf,wieso er sich so verhält,hast Du erhalten. Das Zerbrechen einer Beziehung ist immer furchtbar-nochmal besonders,für den/die Verlassene und erstrecht,wenn Kinder im Spiel sind.

    Von einer Leistung kann und möchte ich in diesem Zusammenhang nicht sprechen,und Du hattest und hast eine Wahl.

    Wenn Du darauf hoffst,Dich in Diesem Forum weiterhin auszutauschen,wäre mein Rat: Lass die Beleidigungen. Versuche bitte,in Deiner (verständlichen) Wut nicht zu verallgemeinern. Dann kann das was werden und alle profitieren vom Austausch.

    Ich wünsche Dir alles Gute.

    LG
    Geändert von luftkopf33 (29.11.2015 um 13:25 Uhr) Grund: unnötige Hervorhebungen entfernt;Erklärung hinzugefügt

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