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Diskutiere im Thema Eine Familie gründen mit einem ADSler? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 2

    Eine Familie gründen mit einem ADSler?

    Hallo alle zusammen,

    ich wende mich an euch, weil mich eine Frage schon geraume Zeit beschäftigt. Aber zunächst kurz zu mir. Ich bin 27 und seit 8 1/2 Jahren mit meinem Mann zusammen, davon 6 Jahre verheiratet und wir haben schon viel miteinander durchgestanden. ADS wurde bei ihm erst vor ein paar Jahren diagnostiziert (nachdem meine Psychotherapeutin, bei der ich wegen Depressionen in Behandlung war, den Verdacht geäußert und meinen Mann zu einem Spezialisten geschickt hat).
    Seitdem nimmt mein Mann MPH und ich persönlich finde, dass es auf jeden Fall hilft, vor allem, weil er sich besser konzentrieren kann. Natürlich haben wir immer wieder Schwierigkeiten, vor allem, was Pünktlichkeit etc. angeht. Aber wir wünschen uns irgendwann gemeinsame Kinder.
    Deshalb meine Frage vor allem an diejenigen, die bereits Erfahrung damit haben: Wie schwer ist es, mit einem ADSler als Partner ein Kind bzw Kinder großzuziehen?
    Ich habe z.B. die Befürchtung, dass er vergessen könnte, das Kind (rechtzeitig) im Kindergarten abzuholen oder er steht nicht rechtzeitig auf, um Schulbrote zu schmieren etc.... Oder wenn er z.B. allein mit dem Kleinkind zu Hause ist, dass er dann den Fokus aufs Kind verliert und er nicht mitbekommt, wenn irgendwas passiert?
    Ich liebe meinen Mann über alles und wir wünschen uns beide Kinder, aber ich habe eben auch Bedenken...Könnt ihr das nachvollziehen?

    LG Laeti

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Eine Familie gründen mit einem ADSler?

    Hallo Laeti,

    auf jeden Fall kann man das nachvollziehen das du dir solche Gedanken machst! Aber ich denke pauschal kann man deine Fragen kaum beantworten. Bei jedem Menschen äußert sich ADHS ja etwas anders und wenn du merkst, dass er auch mit Medikamenten noch Probleme mit der Pünktlichkeit etc. hat, kann man aus meiner Sicht nicht ausschließen, dass er auch etwas von deinen genannten Punkten irgendwann "vergessen" könnte. Wichtig wird wohl sein, dass man diesen Bereich sehr sehr sehr gut organisiert und er sich z.B. mit dem Handy oder so entsprechende Erinnerungen einrichtet. Evtl. ist ja damit eine Verbesserung zu erzielen? Oder macht er das bereits?

    Viele Grüße

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 54

    AW: Eine Familie gründen mit einem ADSler?

    Ich kann dir nur aus meiner persönlichen Erfahrung berichten. Unsere Kinder sind jetzt 22 und 17 Jahre alt. Mein Mann ist sehr stark von ADHS betroffen, allerdings haben wir das erst vor einigen Jahren erfahren. Ein Großteil der Kindheit unserer Kinder wussten wir nichts von ADHS.

    Ich hatte das Glück, meine Eltern (hauptsächlich meine Mutter) an meiner Seite zu haben, auf die ich mich immer verlassen konnte. Das hat mir sehr geholfen. Ich bin nicht sicher, ob ich es ohne meine Mutter geschafft hätte. Wenn man sehr alleine ist und einen Partner hat, auf den man sich nicht verlassen kann, ist es schwierig. Für Kinder ist das eine belastende Situation, wenn sie ständig als letztes aus der Kita oder vom Sportunterricht abgeholt werden.

    Das kannst du nur selbst für dich beantworten, ob du ihm zutraust, pünktlich zum Abholen zu erscheinen und überhaupt, wie ihr die Kinderbetreuung organisieren würdet. Wenn mein Mann wirklich mal dafür verantwortlich war, habe ich ihn per Handy erinnert, dass er losfahren muss. Das geht natürlich nicht unbedingt, wenn er täglich für das Abholen verantwortlich gewesen wäre.

    Ich habe zwar auch wieder gearbeitet nach einiger Zeit, aber im Großen und Ganzen selbst das Organisatorische übernommen. Eine wirklich gleichberechtigte Aufteilung wäre bei uns nicht möglich gewesen. Die Kinder brauchen ja Verlässlichkeit und Kontinuität, um ein gesundes Selbstvertrauen aufzubauen. Wenn sie häufiger "vergessen" werden, tut das ihrer seelischen Entwicklung nicht gut. Schulbrote habe ich zum Beispiel immer selbst gemacht, da habe ich gar nicht versucht, ihm diese Aufgabe zu übertragen.

    So etwas dramatisches wie du befürchtest, also dass das Kleinkind etwas anstellt, weil unbeaufsichtigt, ist bei uns nie passiert. Ich denke, das ist der Eltern-Instinkt dann doch viel stärker als die ADHS-bedingte Kopflosigkeit.

    Ich glaube, es wird darauf ankommen, ob du bereit bist, mehr als 50 % der Verantwortung zu übernehmen. Du wirst für manche Dinge einen "doppelten Boden" einbauen müssen, also Erinnerungen per Handy, eine weitere Betreuungsperson organisieren, die mal kurzfristig verfügbar ist usw. Und du wirst dich darauf einstellen müssen, dass du dich nicht zu 100 % verlassen kannst.

    Wie gesagt, das ist meine persönliche Erfahrung. Ich würde es mal so zusammenfassen: natürlich kann man zusammen Kinder großziehen, man darf nur keine falschen Erwartungen haben.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Eine Familie gründen mit einem ADSler?

    Zunächst einmal vielen Dank euch beiden für eure Antworten.

    @heribert: Ich muss ihn trotz allem noch häufig daran erinnern, dass er sich Termine ins Handy einträgt (meist bei Terminen, die Ihm nicht so wichtig erscheinen). Aber es ist auf jeden Fall schon um einiges besser als zu der Zeit, als ich ihn kennengelernt habe.

    @Sammi: Dass ich immer die Mehrarbeit haben werde, das war mir von vorne herein klar. Aber es ist schonmal schön zu hören, dass es nicht völlig aussichtslos ist. Ich denke, es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als es zu versuchen. Wobei ich keine Verwandtschaft in unmittelbarer Nähe habe, die mal kurzfristig einspringen könnte (sowohl meine Eltern als auch meine Schwiegermutter wohnen gut 1h Fahrzeit von uns entfernt und sie sind alle noch berufstätig). Naja, wir werden sehen...


    Es wäre schön, wenn sich vielleicht noch der ein oder andere mit Erfahrungen diesbezüglich meldet. Gerne auch ADS/ADHSler, wie sie das ganze erlebt haben?

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Eine Familie gründen mit einem ADSler?

    Ich bin zwar bislang "nur" ein Verdachtsfall, und habe keine Kinder, aber ich denke, das kann man nicht pauschalisieren. Es kommt meiner Meinung nach nicht auf "ADHS haben oder nicht" an, sondern auf den Menschen.

    Ich bin ein Chaot, und schaffe es trotzdem, bspw. Termine einzuhalten, wenn es sein muss. Als Kind durfte ich öfter auf meine kleine Schwester aufpassen - Ich wusste, ich bin für sie verantwortlich, solange ich auf sie aufpasse. Ich hatte die Verantwortung, es war meine Aufgabe. Ich gehe davon aus, das meine Eltern mich dabei kontrolliert haben - sie waren ja für mich verantwortlich. Aber es hat mich mit Stolz erfüllt, so viel Vertrauen zu bekommen, und die Aufgabe erfüllen zu können.

    Ich kann es allerdings auch nicht leiden, wenn meine Freundin mich an Termine erinnert - vor allem an Termine, die mir nicht so wichtig erscheinen. Ich denke mir dann immer "...du bist meine Freundin, nicht meine Mutter".

    Wenn der Termin mir wichtig ist, dann sorge ich schon dafür, das ich ihn nicht verpeile (z.B. eine Stunde früher auf Arbeit weil eine Dienstreise ansteht und ein Kollege mich mitnimmt).

    Ansonsten ist er mir eben nicht wichtig (z.B. halbjährliche Inspektion beim Zahnarzt).

  6. #6
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Eine Familie gründen mit einem ADSler?

    Hallo Laeti,

    warum sollte man mit einem ADS-ler keine Familie gründen?

    Heute bin ich schon ein bisschen müd um alles aufzuschreiben, aber es gibt doch so viele positive Eigenschaften,
    die Menschen mit ADHS-Veranlagung haben.

    Ich bin seit über 40 Jahren mit meinem Partner zusammen, und wir haben unsere Gene nicht testen lassen,
    tatsächlich haben nur ich und die Kinder eine ADHS-Diagnose, aber bei meinem Mann kommt es auch schon
    durch. Aber ich bin überzeugt, dass sehr viele Menschen so "gestrickt" sind, und das ist gut so.

    Natürlich hat man nicht immerzu "Stilles Glück, trautes Heim", auch sind wir natürlich anders aufgewachsen
    als meine Kinder, ich war drauf eingestellt, mich mehr um den Alltag zu kümmern, während mein Mann
    "Karriere" machte. Auch hatten wir keine Verwandten zur Hand, die einem mal die Kinder hätten abnehmen
    können und Kinderbetreuung war noch nicht so entwickelt wie heute.

    Aber bereits vor 25 Jahren wusste man, was ADHS bedeutet und wir konnten unser Leben einrichten.
    Mein Sohn wird bald selbst Papa und kümmert sich sehr liebevoll um die beiden kleinen Kinder seiner Partnerin.
    Und wenn mein Mann Freizeit hatte, hat er sich mit großer Hingabe um die Kinder gekümmert.

    Und wenn man ein Baby bekommt, findet man meiner Meinung nach bald Anschluss an andere Eltern.
    Das sehe ich jetzt auch bei meiner künftigen Schwiegertochter. Wir haben damals Mutter/Vater-Kind-Treffs gegründet
    und bei uns gibt es z. B. auch einen "Großeltern-Dienst" bei einer kirchlichen Einrichtung.

    Kinder lernen durch unser Vorbild und wenn man Menschen mag, sollte man auf Kinder nicht verzichten.
    Gleichzeitig darauf achten, dass die Eltern immer wieder mal eine Auszeit zusammen nehmen können oder eben
    auch getrennt.

    Ich kann dir jetzt nicht direkt ein Buch zu deiner Frage empfehlen, aber ich finde das Buch von
    Walter Beerwerth "ADS - das kreative Chaos" sehr lesenswert. Und auch das Buch von Christine Beerwerth über
    ADHS-Coaching "Such dir Menschen, die dir gut tun" kann hilfreich sein.

    Und - wir hatten es nicht - aber wenn du befürchtest, dein Mann könnte nicht ausreichend auf den Nachwuchs aufpassen,
    wenn er mal allein ist, in der ersten Zeit empfiehlt sich da sicher ein "Laufstall".

    Wer weiß, vielleicht überrascht dich dein Mann auch?


    LG Gretchen

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Eine Familie gründen mit einem ADSler?

    Hallo,

    was ich aus eigener Erfahrung dazu noch sagen kann, ist dass ein ADHSler/in durch die Reizfilterschwäche wesentlich intensiver auf das Schreiben der der Kinder vor allem wenn diese noch kein sind, reagiert bzw angestrengt ist. Sowas kann oftmals zu kurzfristigen Ausrastern führen.

    Durch eine frühzeitigere Reaktion des nicht betroffenen Partners, kann man jedoch solche Probleme abmildern, wenn man sich einfach klar ist, dass der Partner fast alle Reize intensiver/lauter wahrnimmt.

    Hoffe meine Erfahrung kann etwas helfen und war verständlich

    LG
    ADHS-Partner

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.969

    AW: Eine Familie gründen mit einem ADSler?

    Nun ja, mein Kind war durchaus mal das letzte Kind, was abgeholt wurde und ist es heute auch noch manchmal. Das passiert, ist aber kein Beinbruch. Wichtig ist es nur, dass man dem Kind nicht einreden lässt "es wurde vergessen" oder noch schlimmer "Mama / Papa hat dich nicht mehr lieb" o.ä. (Man vergisst maximal die Zeit, aber niemals das Kind selbst!) Ich habe mir alle möglichen Brücken gebaut, aber manchmal kommt noch ein Anruf in letzter Minute, etwas zögert sich hinaus, was eigentlich so nicht geplant war oder oder oder ... Und auch, wenn mein Kind manchmal warten musste, wusste es eigentlich immer, dass Mama kommt und Mama es lieb hat und eben nicht vergessen hat! Man kann auch kleinen Kindern durchaus eine ganze Menge erklären und wenn man es kindgerecht tut, dann können sie das auch durchaus verstehen.

    Unser Verhältnis ist gut. Mein Kind aufgeweckt, zumeist fröhlich und wir pflegen eigentlich einen liebevollen Umgang - eben auch, weil wir uns ähnlich sind und uns verstehen. Wir haben halt beide unsere Ecken, Macken und Kanten - keiner ist perfekt. Aber wir versuchen daran zu arbeiten und auch das und wie man damit umgeht kann durchaus eine Vorbildfunktion sein.

    Aber es ist gut, wenn man als AD(H)Sler nicht alleine mit einem Kind da steht und "noch jemanden hat". Gerade, wenn das Kleinkind vielleicht auch Anzeichen von AD(H)S zeigt (was ja immerhin möglich ist) und anfängt seinen Radius zu erweitern. Manchmal genügt ein Blinzeln und es hat etwas "angestellt". In den aller seltensten Fällen handelt es sich dabei aber um lebensgefährliche Sachen - zumeist sind es "nur" Dinge, die die Nerven der Eltern ganz schön strapazieren können. Da ist es gut, wenn man mindestens zu 2. ist und sich abwechseln kann - auch damit eben jene Nerven nicht mal durchgehen. Gelassenheit hilft da deutlich - auch von deiner Seite aus.

  9. #9
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Eine Familie gründen mit einem ADSler?

    Klar! Die Ängste, die Du geschildert hast, finde ich nahezu alle ohne große Dramen. Die Erzieherinnen in der Kita werden ihm schon beeindruckend Beine machen, wenn er nach Dienstschluss nach Anruf erst auftaucht. Und Euer potentielles Kind ebenso!

    Meine Empfehlung: Von Anfang an Verantwortung übertragen und ihn dafür geradestehen lassen. Nicht immer im Rücken stehen und einspringen. Dann kann es vielleicht leichter gelingen. Nur wenn er sich selbst ausdenkt, wie es gehen kann, wird es auch klappen. Wenn Du ihm sagst wie alles gehen soll (weil er es zu selten machst), ist es im nächsten Moment wieder weg.
    Zum Beispiel immer Dienstag und Donnerstag ist Papa-Tag, da bringt er verbindlich weg und holt ab und gestaltet die Freizeit. Und am besten bist Du aus dem Haus. (Sonst mischt man sich ein).

    Ich habe die Erfahrunge gemacht, wenn der "Druck" groß genug ist, dann macht man auch und es klappt auch.
    Ich habe einmal nahezu vergessen meine Tochter abzuholen. Ich kam 12 Min zu spät. (und ich tue das immer). Das war beeindruckend. Seitdem habe ich dafür einen Zeitplan mit allem 30 Min eher und so bin ich spät. 30 Min nach Zeitplan da. :-P

    Achja, und Sonntag ist Familientag, kein Haushalt, keine Arbeit, nur die Kernfamilie miteinander.

    Ich glaube die größere Gefahr ist tatsächlich, dass Du selbst zu viele Ansprüche an ein idyllisches Familienleben hast und ihm dann der nötige kick fehlt und er sich die außerhalb sucht. Auf Event und Spaß würde ich achten. An der Wand klettern kann man auch schon mit 2-3jährigen.... :-P

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 74

    AW: Eine Familie gründen mit einem ADSler?

    Hallo Laeti,

    Ich weiss nicht, ob du das hier überhaupt noch liest? Dennoch, ich bin selbst Vater von 3 Kindern im Pubertätsalter und mit einer Verdachtsdiagnose auf ADS. Entgültige Bestätigung steht noch aus. Ich bin aber sicher, dass ich ADS habe.

    Meine Frau und ich haben die Kinder wirklich und bewußt gewollt. Die Bezeichnung AD(H)S kannten wir damals nur vom Hörensagen.

    Wir haben uns riesig auf den Nachwuchs gefreut und es war für mich immer klar, dass ich mich um die Kinder mit kümmere. Ich war bei den Geburten dabei und habe immer die Veranwortung voll und mit Überzeugung übernommen.

    Zu spät kommen oder etwas verschusseln kenn ich an mir zur Genüge. Wenn es um die Kinder geht, war und bin ich aber immer übergenau. Lieber 3 Wecker stellen, und das noch 30 Minuten früher als notwendig, als auch nur einmal zu spät zum Kindergarten kommen. Als die Kinder noch klein waren, hatte ich 4 und mehr Ohren immer in Richtung der Kinder (komisch ich hab doch nur 2 Ohren - kam mir damals aber so vor)

    Während der Schwangerschaft haben meine Frau und ich einen Baby-Kurs mit Wickeln, richtig halten, Flasche geben usw. gemacht. Ich war der einzige Mann unter 23 Frauen. Und wenn der praktische Teil kam, war ich immer der Erste der es ausprobieren wollte. Meine Frau wurde dafür von den anderen Mädels sehr bewundert. Ich war aber stolz wie Oskar - das wollte ich mir nicht nehmen lassen.

    Du schreibst ihr wünscht euch beide sehnlichst Kinder. Vielleicht besprichst du deine Bedenken einmal mit deinem Mann.

    Zum Erscheinungsbild des ADS gehört ja auch Hyperfokussierung. Kann sein, dass dein Mann sich in das Thema so eingräbt, dass du aufpassen musst, ob du an das Kind selbst noch rankommst.

    Wenn ich an die Zeiten zurückdenke, in denen ich meine Kinder gewickelt habe oder ihnen die Flasche gegeben habe, dann sind das sicherlich die schönsten und beglückenden Momente meines Lebens gewesen. Da war ich ganz bei mir und konnte mich sehr gut konzentrieren. Ablenkungen waren selten.

    Ich verstehe deine Bedenken. Diese sind möglicherweise auch berechtigt. Ich wollte nur schildern, dass es auch anders laufen kann. Vielleicht hat mir damals, neben der Begeisterung Vater zu sein, auch geholfen so konzentriert bei der Sache zu sein, weil Omas und Opas nicht zur Verfügung standen. Meine Frau wollte ich aber da nicht allein lassen

    lg

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