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Diskutiere im Thema Sagen wir ES den anderen ? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 124

    Sagen wir ES den anderen ?

    Hallo,
    ich habe mal wieder eine Frage an die ADSler unter euch ( aber auch die anderen).

    Demnächst werde ich zusammen mit meinem ADS-Partner zurück in meine Heimatstadt ziehen. Er war 2-3 mal zum Wochenende dort, kennt aber die meisten meiner Bekannten noch gar nicht oder hat sie nur sehr flüchtig kennengelernt und umgekehrt.

    Meine Frage : Sollen wir den Leuten sagen, dass er ADSler ist ? Machen wir ihm damit das Leben leichter ( und natürlich auch meins und das der anderen ) ?
    Es geht nicht darum, dass sie ihn schließlich nehmen sollten wie er ist, auch mit den entsprechenden " Fehlern". Das ist selbstverständlich. Da stehe ich drüber. Wenn es welche geben sollte, die ihn nicht mögen, ist das eben so.

    Aber leider ist mein ADSler selbst sehr anspruchsvoll, was menschliche Eigenschaften angeht. Im Laufe der Zeit hat er einfach das Vertrauen verloren. Deshalb sortiert er die meisten Leute viel zu schnell aus und gibt ihnen auch keine weitere Chance.
    Vielleicht hilft es meinen Bekannten, wenn sie davon wissen, sich von Anfang an offen mit meinem Partner auseinander zusetzen, damit er sie nicht gleich als " blöd" abstempelt.

    Ein gutes soziales Netzt ist einfach zu wichtig.
    Und ich möchte gerne, dass meine Freunde auch seine werden. Das hat er verdient.

    Bitte um möglichst viel Resonanz,
    Bindi

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Sagen wir ES den anderen ?

    Ich denke, wichtig ist vor allem was Dein Partner davon hält, dass er geoutet wird.

    Ich gehöre eher zu der erlichen und direkten Sorte (mittlerweile jedenfalls). Bei den Leuten mit denen ich zu tun haben will und bin da selbstverständlich drin (heißt sehr offen) und alle Anderen hat es nicht zu interessieren.

    Ich würde es sehr krumm nehmen, wenn mein Partner oder andere Eingeweihten es Anderen sagen würden, ohne es mit mir abgesprochen zu haben.

    Ansich finde ich es eh besser, wenn ih es selbst den Leuten sage, die es wissen sollen.

    Alles andere wäre für mich persönlich Verrat. (Aber so bin vielleicht auch nur ich)

    LG

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 24

    AW: Sagen wir ES den anderen ?

    Hallo Bindi,

    ich denke da ähnlich wie as2205 !!

    Ich sehe da aber noch ein anderes "Problem". Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass viele nicht an ADS / ADHS "glauben".
    Manche sind auch der Meinung wir würden ADS nur als Ausrede benutzen. Selbst viele Ärzte und Psychologen, die es besser wissen müssten haben damit ihre Probleme, sofern sie sich nicht schon intensiv mit dem Thema beschäftigt haben.
    Was ich damit sagen will, ich finde Offenheit prinzipiell gut, aber es kommen eben nicht immer positive Rückmeldungen sondern es kann auch sein, dass man in eine Schublade gesteckt und vorverurteilt wird.

    Grundsätzlich muß ja erst einmal die "Chemie" stimmen, wenn man jemanden kennenlernt und wenn das so ist, sind die Menschen auch eher bereit sich überhaupt Gedanken darüber zu machen, was es für einen Betroffenen bedeutet ADS oder ADHS zu haben.

    Also ich würde erst mal abwarten und schauen, wie sich das mit deinen und seinen Freunden entwickelt und dann schauen, wem ihr das erzählt.
    Aber das ist eben nur meine Meinung, wie ihr das handhabt, das müßt ihr zwei entscheiden !
    Ich wünsche euch viel Glück und verständnisvolle Menschen
    .
    Lg Petra

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 124

    AW: Sagen wir ES den anderen ?

    Da habt ihr beibe Recht.
    Ohne sein Einverständnis werde ich ihn sicher nicht outen. Da er aber selbst sehr froh ist, dass er nun weiß, weshalb er(Zitat) " sich manchmal so bescheuert anstellt ", geht er ziemlich offen damit um. Spaßeshalber haben wir schon überlegt, ihm ein Shirt mit der Aufschrift : Vorsicht ADSler ! zu besorgen. Oder auch genau so einen Aufkleber fürs Auto.
    Er selbst sieht das also ganz easy.

    Mir ist dabei vor allem wichtig, wie die anderen drauf reagieren. Dass sie kein Verständnis zeigen oder es als Ausrede sehen, kann ich mir gut vorstellen. Das wird bei dem einen oder anderen sicher der Fall sein. Deshalb habe ich gedacht, lieber direkt und aufklärerisch , als dass hintenherum irgendwelche Urteile gefällt und diskutiert werden.

    Einmal ist er nämlich schon bei einer meiner ältesten Freundinnen angeeckt, da stand ich dann ziemlich frustriert dazwischen. Damals hatten wir allerdings noch nicht den ADS-Verdacht. Heute würde ich mich besser fühlen( und er sich vermutlich auch), wenn er selbst oder ich in einer ähnlichen Situation dem "anderen" das Verhalten meine Partners sachlich-fachlich erklären könnten.

    LG Bindi

  5. #5
    .

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.018

    Lächeln AW: Sagen wir ES den anderen ?

    Moin Moin,
    wir hatten mal ein ähnliches Thema, vielleicht ist die Umfrage noch ganz interessant für euch?

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...adhs-um-3.html

    Gruß Smiley

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Sagen wir ES den anderen ?

    Also ich würde erstmal die Leute kennenlernen wollen und es dann entscheiden.

    Dann würde ich die Leute, denen ich es sagen möchte vereinzelt einweihen.

    Jedenfalls nicht alle auf einmal und sicher niht im Vorfeld. Wenn sich eine Situation ergibt, kann man es ja immernoch einfließen lassen.

    So wie bei einem Diabetiker oder Astmathiker, wo es eben im Bedarfsfall zur Sprache kommt, wegen eventueller Notfallversorgung. Bei den Leuten mit denen man sehr oft zusammen ist ergibt es sich halt daraus, das sie es zwangsläufig mitbekommen, wenn etwas anders als normal abläuft.

    Bei dem "Aufklärungsgespräch" kann man ja darauf hinweisen, das bestimmte Verhaltensweisen nicht ganz kontrollierbar und nicht bös gemeint sind.

    Versucht es locker und langsam anzugehen. Ihr wißt ja Bescheid und könnt Euch überlegen, wie ihr mit den Situationen umgehen könnt und wollt, wo es im Vorfeld Schwierigkeiten gegeben hat.

    LG

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: Sagen wir ES den anderen ?

    Hej Bindi

    ich habe festgestellt das das Wort ADS/ADHS einfach noch meist negativ behaftet ist, was durch entsprechende Medienberichte leider nicht verwunderlich ist...

    So bin ich da mit "totaler" Offenheit durch entsprechende Erfahrungen vorsichtiger geworden ...weil sonst schnell dein Partner zum Beobachtungsobjekt werden kann, wie reagiert er, was sagt er wie benimmt er sich ...ich find da geht viel Unbefangenheit verloren und die Chance sich unvoreingenommen kennen zu lernen...

    Ich denke auch wie as2205 ,es locker und langsam angehen zu lassen, der Umzug ist schon streßig genug und bis man sich eingelebt hat...

    LG Dori

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Sagen wir ES den anderen ?

    Hallo Bindi,

    also da wäre ich sehr vorsichtig-
    Ich glaube ich kann verstehen warum du denkst es wäre besser mit offenen Karten zu spielen,vielleicht wenn dein Partner mal spontan ne Äußerung macht die er dann gar nicht so meint typisch ADSler eben , da hast du dann vlt. Angst dass deine Leute denken wie ist der denn drauf?
    Petraengel hat das ganz gut ausgedrückt, die meisten können nicht damit umgehen und denken wenn man sagt man habe ADS dass es eine Ausrede für alle möglichen Unzulänglichkeiten ist.
    Du kannst ja mal eine Zeit lang abwarten und dann nur die wirklich guten Freunde einweihen
    Also ich persönlich mache mir z.Zt. auch Gedanken darüber ob und wie ich micht outen soll.
    In meinem Freundeskreis gelte ich zwar schon als etwas chaotisch und ich hatte schon viele Lacher auf meiner Seite wenn ich erzählt habe dass mein Mann keine frischen Socken oder Unterhosen mehr hatte
    Ich kann mir das aber absolut nicht vorstellen dass ich dann bald nach erfolgter Diagnose
    mit meinen 45 Jahren sage ".Leute ich hab ADS "das haben wir schon lange Zeit auch mal einfach so gesagt als Erklärung für Schusseligkeiten.

    Also schau erst mal genau hin wie deine Freunde auf deinen Partner reagieren und mach dir nicht zu vile Gedanken.

    ganz liebe Grüße
    Chaosmuddi

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 124

    AW: Sagen wir ES den anderen ?

    Vielen Dank euch allen für eure Erfahrungen.

    Es ist richtig schön zu erleben, dass man ernst genommen wird und wertvolle Infos bekommt.
    Solche Erfahrungen bringen mich im Umgang mit meinem ADSler schon wieder ein Stückchen weiter.

    Ich denke, jetzt werden wir uns erstmal ins Umzugsabenteuer stürzen und dann sehen wir weiter. Der erste Schub geht schon am Samstag los.

    Ganz liebe Grüße
    Bindi

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 3.146

    AW: Sagen wir ES den anderen ?

    also ich finde auch, dass es von zwei wichtigen Faktoren abhängt. Zum einen natürlich von Deinem Partner, also wie er selbst darüber denkt und was er möchte und zum zweiten von den Leuten, die ihr einweihen wollt.

    Ich würde da ganz vorsichtig ran gehen und immer "häppchenweise", also man kann nicht jedem das selbe erzählen und man kann bei dem einen eher davon ausgehen, dass er sehr offen und verständnisvoll reagiert, während andere wieder abweisend und pickiert reagieren könnten. Das sollten Ihr im Vorfeld etwas abschätzen und danach Euch eine Vorgehensweise zurechtlegen und vorallem nicht in der großen Runde, sondern immer abwarten, bis die Situation für die betreffende Person günstig erscheint.

    Ich sehe das ähnlich, dass ADHS durch entsprechende Medienberichte immer noch und immer wieder sehr skeptisch betrachtet wird und dass es oft immer noch als eine Modediagnose gesehen wird. Bei Kindern ist das schon schwierig und meist sieht man es als Ausrede der Eltern für ihr "Versagen" und ihre "Erziehungsfehler", Erwachsenen können es ja generell nicht haben.

    Ich habe entsprechende Erfahrungen in meinem persönlichen Umfeld gemacht, als es um meinen Sohn ging und da schon einige sehr heftige Aussagen hinnehmen müssen, von mir selber rede ich in dem Zusammenhang deshalb generell nicht.

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