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Diskutiere im Thema Umgang mit Hyperfokus Aktionen beim Partner im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    Umgang mit Hyperfokus Aktionen beim Partner

    Hallo,

    mich würde interessieren, ob jemand von ein eine praktikable Strategie hat mit dem Hyperfukus seines Partners umzugehen. Wenn meine Frau eine Thema in den Hyperfokus nimmt, versuche ich meistens, sie machen zu lassen, denn jedes stören wird als Bedrohung wahrgenommen und muss "bekämpft" werden.#

    Nur es gibt oft auch Situationen, in denen ich genau sehen, das was sie sich vornimmt, schafft sie nie, sie wird von Minute zu Minute müder.

    Greife ich jetzt ein rastet sie mir aus, die muss ja die Aktion zu ende bringen.

    Mache ich nichts, versteift sich sich immer mehr und irgendwann kommt sie auch an ihre Grenzen und rastet ebenfalls aus, weil sie schafft es ja nicht.


    In beiden Fällen bekomme ich die Breitseite des Ausrasters ab egal was ich mache - hat jemand eine probate Strategie damit umzugehen, ohne dass der Ausraster kommt.

    LG
    ADHS-Partner

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Umgang mit Hyperfokus Aktionen beim Partner

    Guten Abend,

    ich bin jetzt eigentlich von der "anderen Seite".....die ADS-lerin.
    Aber in gewisser Weise auch Fachfrau...lach

    Ich kann sagen, wie solche Situationen des Alltags, die auch immer Gratwanderungen sind,
    bei uns ablaufen....

    Ich stehe mir oft selbst im Weg mit meinem Hang zum Perfektionismus, vielen einströmenden Gedanken und der Chaos-Queen in mir.

    Ganz wichtig ist Humor (oder Galgenhumor?) und keinen Druck von seinem Partner zu bekommen.

    Wenn ich etwas anfange - Schreibtisch oder Schrank aufräumen zum Beispiel - werden gaaaanz leicht aus "einer Baustelle" viele kleine...
    das ist wie ein Schneeballsystem....weil mir dann immer noch was einfällt, was jetzt "wie und wohin" geräumt werden könnte.
    Unterm Strich - erst sah etwas ein bisschen unordentlich aus und dann im Zuge meiner Aktionen, als hätte "eine Bombe eingeschlagen"...lach.
    Eine Verschlimmbesserung also :-)

    Mein Mann war dann immer schwer irritiert und wenn er etwas dazu gesagt hat, war ich auch schnell gekränkt und wurde laut,
    weil ich selbst inzwischen ein bisschen hilflos in meinem Durcheinanderland stand, aber das natürlich niiiiiiiie zugeben wollte.

    Aber mittlerweile hat er gemerkt, dass es für alle meine Aktionen ein "Happy End" gibt,
    auch wenn es mal ungewöhnliche Wege sind, die da von mir beschritten werden
    bzw. ich auch mal mehrere Tage brauche, um etwas zu Ende zu bringen.

    Ich finde es schön, wenn mein Mann mich dann einfach spontan in den Arm nimmt
    und z.Bsp. sagt..."Na meine Baustellenkönigin, sind wir wieder voll in unserem Element?"
    Da muss ich dann lachen, auch wenn ich vor Verzweiflung gerade heulen wollte.

    Ich weiß jetzt nicht, ob ich Dir eine große Hilfe war......
    aber ich habs versucht










  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Umgang mit Hyperfokus Aktionen beim Partner

    Hallo Kirsche,

    danke für Deine schnelle Antwort genau so ist es, jede kleine Aktion zieht einen größeren "Rattenschwanz" nach sich.
    So wie, will nur noch kurz die Waschmaschine füllen, auf dem Weg in den Keller stehen die Schuhe der Kinder etwas unordentlich da, müssen vorher noch geordnet werden, ach da ist ja auch noch etwas Staub in der Ecke, also erst mal fegen, ach und die Kellertreppe kann man ja auch gleich fegen, wenn man schon dabei ist... so wird aus einer kleinen Aufgabe eine riesen Programm, das Stunden dauert und man wird mit jeder Minute müder und muss sich mehr anstrengen (fokusieren) um es noch zu schaffen. Die Zeitschätzung für die Aufgabe geht dabei sowieso verloren.

    Genau Humor hilft, leider bei mir nur bis zu einem gewissen Grad, wenn sie sich mal verbissen hat, ist dieser Punkt leider schon überschritten, selbst das Anbieten von Unterstützung wird dann als Hetze empfunden. Eigentlich eine Situation aus der sie nur herauskommt, wenn alles zu ihrer Zufriedenheit erledigt ist.

    Nur von Aufgabe zu Aufgabe wird Sie müder und müder, wenn dann der Punkt kommt wo es nicht mehr geht, knallts dann und der Selbstwert ist angekratzt, denn sie hat ihr Ziel ja nicht erreicht und ich habe sie dabei natürlich nicht unterstützt.

    Den einzigen Ausweg den ich gefunden habe, ist genau den Punkt zu erwischen, wenn Sie müde wird und Unterstützung braucht und dann Hilfe anzubieten. Was aber ne gigantische Grandwanderung ist.


    LG
    ADHS-Partner

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 130

    AW: Umgang mit Hyperfokus Aktionen beim Partner

    Geschickter ist es vorher anzusetzen. Aber da muß wohl deine Frau die Hauptarbeit tun.

    Mir hilft es zu planen und zwar einen gut zu erreichenden Teil den ich auf jeden Fall machen will + Bonusmaterial, wenns gut läuft, das ich aber auch problemlos auf einen anderen Tag verschieben kann. Und wenn man schon plant, dann kann man ja auch gleich planen was du übernehmen kannst.

    Wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist gibt es meiner Erfahrung nach keine allgemeingültiges Rezept um den Sprengstoff aus der Situation zu nehmen. Ich hab jede Menge ADS und ADHSler in der Familie und im Freundeskreis. Bei einem hilft Humor beim anderen gut zureden und beim Dritten muß man leicht autoritär auftreten um das reinsteigern zu stoppen.

    Mir selbst bietet man am besten Hilfe an und wenn ich sie dann nicht annehme(en kann) geht mir am besten erst mal aus den Füßen. Später kann man dann darüber reden und Lösungen suchen, aber in dem Moment geht gar nichts. Zumindest nichts konstruktives!

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Umgang mit Hyperfokus Aktionen beim Partner

    Oh ja, das kenne ich auch. Wenn mein Mann sich in etwas reingesteigert hat, dann bin ich auch recht machtlos. Ich lasse ihn meistens machen und ab und zu fühle ich mal ganz sachte nach, ob ich helfen kann. Nach ein paar "Rauswürfen' (die ich ihm nicht krumm nehme) nimmt er dann meist meine Hilfe an und wir können dann das Begonnene in Ruhe gemeinsam beenden.

    Bei uns ist es sehr wichtig, dass ich die Waage finde zwischen "mich aufdrängen" und ihn "alleine zu lassen". Er möchte immer das Gefühl haben, dass ich hinter ihm stehe, wenn er mich dann braucht.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Umgang mit Hyperfokus Aktionen beim Partner

    genau so ist und es ist enorm anstrengend, sich quasi wie eine "Kindermädchen" sich um den Hyperfokus Kandidaten zu kümmern wann man unterstützen soll und darf.

    Schwieriger wird es noch wenn sich der Hyperfokus auf das Mitteilungsbedürfnis an andere Menschen bezieht, wie z.B. kurz vor dem Test in der Schule muss man dem Kind unbedingt nochmals den "Ein Promillefall" zum x-ten mal erklären, obwohl das Kind schon zu spät aus dem Haus geht.

    In solchen Fällen ist die Eskalation dann fast unausweichlich vorprogrammiert, der ADHSler muss seine Botschaft loswerden "koste es was es wolle".

    LG AHDS-Partner

  7. #7
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Umgang mit Hyperfokus Aktionen beim Partner

    Lieber ADHS-Partner,
    ich möchte Dir nicht zu nahe treten,weiß aber auch nicht ganz so genau,ob ich das nicht sowieso tue.

    Ich finde Deine Art,über "die ADHS'ler" zu schreiben,vorsichtig formuliert,grenzwertig.
    Ich lese ja nicht seit gerade eben mit und bei mir kommt enorme Aggression an-nur nicht offen ausgedrückt.

    Niemand ist gezwungen,sich zum "Babysitter" für eine andere Person(deren Mündigkeit vorausgesetzt)degradieren zu lassen.

    Andere Herangehensweisen mögen zwar zu kurzen Konflikten führen,wahren aber wesentlich effektiver die Würde aller Beteiligten.

    Bei den allermeisten mir bekannten ADHS'lern bewirken therapeutische Interventionen(in die sinnvollerweise auch andere,möglicherweise vorhandene Störungen mit einbezogen werden sollten ) durchaus Veränderungen zum Besseren. Sofern der Mensch an sich arbeitet. Was die Medikation wiederum oft erst ermöglicht-da sie uns ADHS'lern eine bessere Selbstwahrnehmung beschert(die nicht immer angenehm ist).

    Und wenn ein Mensch sich wirklich jeder Veränderung verweigert,...

    Ich persönlich würde mit einer solchen Haltung mir gegenüber nicht leben können. Allerdings drücke ich dies auch von Anfang an deutlich aus,indem ich klarstelle,dass die Person nicht für mich verantwortlich ist.

    Ich möchte Unterstützung,wo ich nicht alleine kann,aber ich bin auch ein erwachsener Mensch und somit-im Rahmen meiner Möglichkeiten-mitverantwortlich für die Beziehungsgestaltung.

    LG
    Geändert von luftkopf33 (23.09.2015 um 13:37 Uhr)

  8. #8
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Umgang mit Hyperfokus Aktionen beim Partner

    Ich muss da ja jetzt Luftkopf ein klein wenig Recht geben.

    Vielleicht fällt es dir selbst nicht auf, Adhs-Partner, aber auch ich habe das Gefühl, dass du etwas abfällig gegenüber deiner Frau bist. Mit dieser Einstellung kannst du euch nicht helfen. Sie merkt deine Ablehnung und wird sich immer weiter von dir zurückziehen.

    Ich glaube auch, du hast mich missverstanden. Hier geht es nicht um "Kindergärtnern", sondern vielmehr um die Unterstützung eines Partners, den man liebt. Ja, ich weiss, wann mein Mann meine Hilfe braucht und auch will und dann bin ich einfach für ihn da, weil ich ihn lieb habe. Und es gibt da für mich auch keinen Unterschied, ob ich ihm aus einem Hyperfokus raushelfe, er mir schwere Sachen schleppt oder wir uns gegenseitig betüddeln, wenn einer krank ist. Sowas nennt man Partnerschaft.

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Umgang mit Hyperfokus Aktionen beim Partner

    wir haben ja räume gewechselt.

    ne hau ruck aktion meiner besseren hälfte.

    sie war schneller als das ich mich drauf einstellen konnte.

    ich habe sie gewähren lassen und geholfen wenn ich gesehen habe was sache war, bzw wenn sie es nicht konnte weil zu schwer bzw. zu technisch.

    ich werde nen deibel tun meiner frau irgendwie reinzureden.

    sie tut es bei mir auch nicht.

    thorsten

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Umgang mit Hyperfokus Aktionen beim Partner

    Ich verstehe dich ADHS-Partner auch..... auch von beiden Seiten.
    Ich selbst habe ADHS und mein Partner auch.

    Wir kommen immer besser mit solchen Situationen zurecht, weil wir sie im Voraus oder Nachhinein besprechen. Was ist passiert, wer hat was wie gewollt und wahrgenommen. Auf Dauer übt das auch den Blick (ja auch in der hyperfokussierten Lage) für den Anderen. Ich gehöre auch zur Schnellexplodierer- Fraktion wenn ich gestört werde, und ja, auch ich habe dann den "Vernichtungsmodus" (eigentlich aus Überforderung, weil das Hirn nicht auf die "Störung" umswitchen kann)
    Indem mir mein Partner immer wieder ausserhalb der Situation gesagt hat, was das bei ihm und auch für die Situation bewirkt, habe ich es zumindest soweit geschafft, das ich erstmal 5 min abbreche und mich beruhige. Dann ist auch der Kopf wieder Aufnahmefähiger und mehr in der Realität.

    Mein Partner hat gern den Hyperfokus auf wirklich unnötige Basteleien. Dabei wird Geld und vor Allem Zeit und andere Prioritäten gern mal ausser Acht gelassen. Durch die Redestrategie haben wir es soweit, das er meist nach einer Pause merkt, das es teils wirklich unangebracht ist, und das ich ihm nichts böses will. Wenn er mal sagt das er das aber für sein Seelenheil gerade braucht, dann lasse ich ihn auch, mit einem bestimmten Zeitrahmen, um keine Konsequenzen zu produzieren.

    Meine Mutter hat z.B. ein Codewort für meinen impulsiven Vater, "Waschlappen"..... wenn er vor Überforderung ausrastet sagt sie "****** es sind wieder die Waschlappen!" Das hat den Hintergrund, das er mal ausgeflippt ist, weil die Waschlappen keine Haken hatten, sondern an den Waschschildern aufgehängt werden mussten, immer wenn er das hört, weiss er, das er gerade am Rad dreht und erstmal runter kommen sollte und klar denken, das klappt auch immer besser. Vorher war aber eben auch ein langes Gespräch über die Waschlappen und seine absolut inadäquate Reaktion, das das verletzt, unverständlich für andere ist, öfter vorkommt etc.....


    @ luftkopf

    die Aggression ist sicherlich da, aber (für mich) auch verständlich, wenn man so einige Konsequenzen bedenkt. Selbst wenn man weiss, das derjenige bestimmte Dinge nicht mit Absicht macht, so haben meist Konsequenzen ja nicht nur die Auswirkungen auf nur den einen Teil der Partnerschaft. Und das man sich zum "Babysitter" macht, ist bei manchen durchaus nötig, ich bin dankbar, das mein Partner und auch meine Eltern das machen, mich manchmal wirklich wie ein kleines Kind an die Hand nehmen, mir einfachste Dinge abnehmen oder zum 1000. Mal erklären..... trotz meiner bereits erfolgten Fortschritte und dem Willen zur Veränderung!

    Das was hier beschrieben wird, ist das, was geschultes Personal teilweise für Geld leistet. Wenn das Angehörige selbst tun, dann ist das in meinen Augen keine Degradierung der Würde, sondern eine Leistung, die wahrlich nicht selbstverständlich ist.
    Genau das selbe Phänomen (Aggression gegenüber dem Kranken) gibt es in der Pflege von Angehörigen, dort wird genau das wenigstens nicht mehr tabuisiert oder weggeschwiegen, sondern es gibt in allen Pflegestützpunkten und bei den Krankenkassen darüber Kurse und Gesprächskreise für Angehörige.

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