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Diskutiere im Thema Nobbi: Eine Mutter auf der Suche nach Anregungen, Austausch und Tipps im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.833

    AW: Nobbi: Eine Mutter auf der Suche nach Anregungen, Austausch und Tipps

    Es ist sehr schwierig zu raten, da man ja deinen Sohn nicht kennt und auch die Situation zwischen euch nur aus deinen Schilderungen. Und obwohl ich glaube, dass deine Schilderungen schon ziemlich genau sind, ist es schon manchmal schwer bekannte Menschen einzuschätzen und noch viel schwerer unbekannte ...

    Ich glaube gerade junge Männer möchten es noch länger alleine schaffen und können sich auch schwerer eingestehen, etwas nicht zu können oder eben nicht so zu können wie der Grossteil der Welt. Männer definieren sich halt oft doch noch anders als Frauen. Dabei ist er offenbar ein durchaus netter und hilfsbereiter Kerl, der vermutlich auch mit Worten und Taten umgehen kann - für andere Menschen und eine Portion Humor besitzt er sicherlich auch. Durch irgendwas muss ja die Anziehungskraft wirken ...

    Letztlich kann aber nur er sagen, wo er sich auf Hilfe einlassen kann und wie weit er Hilfe auch zulassen kann. Manchmal ist es unheimlich schwer darum zu bitten, aber manchmal ist es auch sehr schwer sie einfach nur anzunehmen, weil es schon wieder einem Versagen gleich kommt. Ob das nun ein Aussenstehender oder du bist - das kommt letztlich auf das Verhältnis an, was auch ihr beide habt. Wenn ein stabiles Verhältnis da ist und du wirklich genug Geduld (!) hast, dass du auch bei einem "Misserfolg" immer noch einigermassen ruhig und entspannt rauszugehen, dann könnnt ihr es auch zusammen versuchen. Wenn du dich dabei aber auch aufregst und ihr euch dann gegenseitig "hochzieht", dann bringt das eher wenig ...

    Wieviel "ruhig und entspannt" abverlangt, weiss ich selbst ziemlich gut und ich schaffe es auch nicht immer, aber es hilft, wenn man das Ziel möglichst nicht aus den Augen verliert und versucht möglichst den Druck (Jetzt MUSS was passieren!) rausnehmen kann. Sehr vieles kann auch noch in einem 2. Anlauf passieren, wenn der 1. eben nicht klappt. Dann lieber den 1. auch einmal abbrechen und schauen, was alles geklappt hat, so dass daraus doch noch ein kleiner(er) Erfolg wird. - Aber ich schweife ab ...

    Nun such ich den Faden ...

    Ach so ...

    Vielleicht ist es besser eher ein "Komm, wollen wir das zusammen machen / versuchen?" zu versuchen als ein "Brauchst du Hilfe?" oder ein "Soll ich dir helfen?" und auf jeden Fall besser als ein "Lass mich mal!" oder gar "Du kannst das ja doch nicht, ich mach das schon!" - Oft kann eine "bessere" Formulierung schon eine Menge bewirken ... Es ist also hilfreich sich vorher mal zu überlegen, welche Formulierungen ... ich sag mal barrierefreier sein können und was man gerne erreichen möchte. Je genauer das Ziel gesteckt werden kann, desto bessser kann man das auch ausformulieren - ohne Anschuldigungen, Vorwürfe und all dem Zeug. Ich-Botschafen können helfen, aber es kommt deutlich auch auf den Rest hinter dem "Ich" an ...

    Von einer Diagnostik würde ich jetzt vielleicht erst einmal nicht reden, wenn sich nicht wirklich ein glücklicher Zeitpunkt ergibt. Erfahrungsgemäss gehen die Ohren dann irgendwann zu und dann geht gar nichts mehr. Im Prinzip rennt euch das ja auch nicht weg ... Wenn es geht, dann wäre vielleicht jetzt erst einmal weiter der Punkt, dass euer Verhältnis stabiler wird - nun unter den neuen Gesichtspunkten. Und vielleicht hat ja in einer ferneren Zukunft der Sohn oder die Tochter von xy AD(H)S, was rauskam, weil er / sie solche Probleme hatte (... kleine Aufzählung ...) und der / die hat sich diagnostizieren und auf Medikamente einstellen lassen und kommt nun besser zurecht ... oder du hast etwas über AD(H)S gelesen ... - aber das alles würde ich erst später einfliessen lassen und nicht jetzt und gleich. - Ich kenn ihn nicht, aber ich halte ihn nicht für doof. Und die Verbesserung eures Verhältnisses sollte vielleicht erst einmal Vorrang haben, wenn du wirklich bei ihm etwas als "Coach" arbeiten, bzw. überhaupt Einfluss auf ihn nehmen willst ... Und zu starkes oder vorzeitiges "Drängen" hätte dann vermutlich eher einen Rückzug zur Folge, da er ja selbst sein AD(H)S zumindest noch ablehnt. Daher könntest du ihm, wenn euer Verhältnis später besser ist - nach und nach vielleicht ein positiveres Bild von AD(H)S vermitteln. (Ich guck mal, ob ich da noch einen Link für dich habe, den schicke ich dir dann per PN.)

    Ich werde gerade auf Medikamente eingestellt. Ich selbst muss sagen, dass die Medikamente halt keine Wunderpille sind und einen Schalter umlegen und dann ist alles gut. So leicht ist es leider nicht. Aber ich will nicht klagen, bisher hat mir das Medikament doch schon so viel gebracht, dass ich sehr froh bin diese Möglichkeit bekommen zu haben. Diese innere Anspannung ist nun doch deutlich geringer und dafür bin ich sehr dankbar. Erst jetzt merke ich, wieviel Energie dafür drauf gegangen ist und wie sehr mich das belastet hat. Ich fühle mich jetzt doch irgendwie befreiter ...

    Lebenstechnisch ist schon etwas möglich, allerdings kommt es auch darauf an, wo da die Stärken und Schwächen deines Jungen liegen. Ich bin mal sexistisch und sag mal so profan, dass es Männern öfter mal so geht, dass Schreibkram nicht gerade ihr Ding ist und das auch ganz ohne AD(H)S. Ich hab so ein Exemplar hier.


    Bei Terminen kommt es darauf an, ob dein Sohn ein Technische-Typ oder ein Schreib-Typ ist. Denn da haben sich eigentlich 2-3 Arten bewährt lt. Forum.

    Die Kalenderführung über Handy, die ggf. über den PC abgeglichen wird, die halt dem Technischen-Typ eher liegt.

    Oder halt ein Kalender - nicht unter A5, da dieser sonst zu schnell verlegt wird, und nicht grösser als A4, da dieser dann nicht mehr transportabel ist. Gerne in poppigen Farben, da er leichter gefunden wird im Chaos und wahlweise entweder eine Seite pro Tag, eine Woche pro Doppelseite oder eine Monatsübersicht pro Doppelseite und dazu noch etwas freier Platz für besondere Notizen. Ich drucke mir mittlerweile z. B. eine A4-Übersicht pro Monat nur noch aus, die immer an der gleichen Stelle liegt und ein Stift liegt direkt daneben und dort werden alle Termine festgehalten inkl. der Schichten meines Mannes.

    Bei den schlimmsten Chaoten hilft aber notfalls vielleicht auch eine grössere Pinnwand mit Monatseinteilung sowie Stift- und Papierhalterung, dann können zumindest ein Grossteil der Terminzettel dort angepinnt werden. - Das wäre dann zumindest erst einmal eine Möglichkeit, das überhaupt einzudämmen und eine ungefähre Übersicht zu schaffen, aber auf Dauer ist das eher nichts, weil da sicherlich nicht jeden Tag drüber geschaut wird.

    Terminzettel kommen immer an eine bestimmte Stelle in die Brieftasche - das kann man sich angewöhnen und werden daheim immer an eine ganz bestimmte Stelle hingelegt und z. B. immer Sonntags eingetragen / angepinnt.


    Die Faustregel ist dabei:
    Je regelmässiger etwas gemacht wird, desto eher klappt das auch, wenn auch nicht immer längerfristig - aber oft zumindest für eine Zeit. Täglich ist immer besser als alle 2 Tage, z. B. Montags immer besser als alle 2 Wochen usw. usf.

    Die nächste Faustregel ist:
    Bestimmte Plätze für bestimmte Sachen! (Das muss nicht den gängigen Konventionen entsprechen, es muss nur für den Betroffenen einen Sinn ergeben.) Z. B: Hausschlüssel in eine Schale in der Nähe der Haustür oder innen ins Schloss (von innen abschliessen, dann kann man nicht ohne aufschliessen los und vergisst den Schlüssel nicht so leicht - Ja, ich weiss, wovon ich rede! ), Papiere, alle auf einen Stapel, wenn man sie nicht heften kann, Rechnung meinetwegen auf den Küchentisch oder wo man sie sonst im Blick hat, bis sie bezahlt sind usw. usf.

    So, nun muss ich aber fix ins Bett. Ich glaube aber, das ist auch genug für heute ...

    GlG

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Nobbi: Eine Mutter auf der Suche nach Anregungen, Austausch und Tipps

    Was ist denn mit der Freundin? Bei ihr lebt er ja wohl. Wie steht sie zur Diagnose und hat sie einen Plan, ein Konzept, wie sie mit ihm umgeht?

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