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Diskutiere im Thema Grenzen haben - Grenzen setzen im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    Grenzen haben - Grenzen setzen

    Bin gerade etwas durch den Wind.
    Normal fällt es mir leicht, zu erkennen, wann ich Stopp sage, wenn mein Mann uns alle überfordert. Aber diesmal.......
    Anlass ist die Neuanschaffung eines Fernsehers.
    Seit 2 Wochen hängt nun die ganze Familie bis zu mehrfach täglich Fernseher (über 30 kg) auf und ab, packt sie aus und wieder ein, bislang 3 Stück und Nummer 4 werde ich morgen wieder 150 km weit wegbringen. Irgend was stört ihn immer. Ein Leuchten, ein Streifen oder sonst etwas. Ich denke, es stört ihn echt, er hat sicher eine andere Wahrnehmung und wenn etwas stört, verbeisst er sich darin und er kann es nicht akzeptieren.

    Fakt ist, er will nach einer kleinen Pause wieder Fernseher aussuchen. Aber ich kann nicht mehr und mag nicht mehr. Bin ich übertrieben anspruchsvoll, wenn ich da nicht mehr mitmache? Kann ich ihm sagen, dass "ich" raus bin, wenn er weiter Fernseher sucht? Oder kann er nicht anders und ich sollte ihn weiter unterstützen? Wenn es gute Gründe dafür gibt, werde ich an meine Kraftreserven dafür gehen.

  2. #2
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Guten Abend Gela ,

    es fällt mir gerade ein wenig schwer,die Situation richtig einzuordnen,mein Kopf ist heute recht voll.

    Ich kenne ein solches "verbeißen" von mir selbst durchaus. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen,wenn es erst so schlimm ist,bringt weiter unterstützen nichts mehr-ich würde nie zufrieden sein!(zumindest,bis ich entweder selbst zusammenklappe,oder schlicht das Interesse verliere)

    Ich denke,dafür solltest Du wirklich nicht an die Kraftreserve gehen-es gibt eindeutig Dinge,für die diese Reserven wichtiger sind,als ein Fernseher!

    Ob es nun gleich "ich bin raus" sein muss,weiß ich nicht,jedoch könnte ein ganz praktisches "mach es selber und definitiv alleine" evtl. hilfreich sein,wenn ein einfacher,klarer Hinweis nicht wirkt.

    LG v. Luftkopf

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Danke Luftkopf.
    Mit raus sein meine ich natürlich, dass er es alleine machen soll. War doof ausgedrückt von mir. ;-)
    Kann sein, dass er nie zufrieden wäre und dann würde ich ihm ja garnicht helfen, wenn ich ihn weiter unterstütze. So hab ich das noch garnicht gesehen.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Hallo Gela,

    solche Situationen kenne ich nur zu gut, da ist mal wieder was in der Hyperfokus gerückt und muss genau so sein, wie er es sich vorstellt, nur wie es sein soll kann man ja nicht sagen. Jeder der Versucht einen ADHSler davon abzubringen, wird als Bedrohung wahrgenommenen und "bekämpft". Ob das jetzt der Fernseher ist oder das Blumenbeet das vom Unkraut befreit wird macht keinen Unterschied (lieber ein paar Blumen mit ausgraben als ein Unkrautwürzelchen mit drin lassen.) Ich zieh mich in solchen Situationen immer zurück und beobachte nur. Kann nur sein irgendwann kommt dann die Explosion, weil alles zuviel wird und ja man alles alleine machen muss. Am besten ist es ganz kurz vor diesem Zeitpunkt einzugreifen und eine Lösung zu präsentieren.

    Soweit meine Erfahrung hoffe Du kannst was davon umsetzen.

    Gruß
    ADHS-Partner

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Danke für deine Erfahrungen, ADHS-Partner. Du hast recht, er führt wohl Krieg mit den Fernsehern. Normal würde ich mich einfach raushalten. Aber das geht hier nicht ganz, weil er ja bei den schweren Dingern auf Hilfe angewiesen ist, wenn er sie umhängt. Jetzt ist er schon so verbissen, dass er beim alten Fernseher Streifen sieht, obwohl er den immer gut fand.

    Ich habe mit ihm geredet und ihm gesagt, welcher Stress das für mich ist, immer wieder in die Geschäfte zu rennen und das Zeug zurückzutragen. Wir haben jetzt vereinbart, dass er noch so viele Fernseher umtauschen kann, wie er will, ich ihm auch beim aufhängen helfe, das macht mir auch nix aus, aber ich renne in kein Geschäft mehr wegen der Fernseher und rufe auch nirgends mehr an. Ich halte das für eine faire Lösung. Ich hoffe er akzeptiert das und glaubt nicht, mich doch herum zu kriegen. Ich bleibe hart.
    Gestern nach der letzten Umtauschaktion war ich total runter mit den Nerven und klatschnass geschwitzt. Das kann es auch nicht sein.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Hallo Gela,

    das ist genau der Ansatz wie ich ihn auch fahren, lassen, bis Hilfe erforderlich ist oder angefordert wird und dann unterstützen und versuchen das große Ausrasten zu vermeiden.
    Ist wie immer ein Gratwanderung.

    P.S. meinst Du das mit der Vereinbarung klappt, ging bei mir bisher immer schief, weil man muss ja mit dem Kopf durch die Wand und Vereinbarungen schränken ja nur ein.

    LG
    ADHS-Partner

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    ... gute Frage. Das frage ich mich auch.
    Mit Vereinbarungen hat er es auch nicht so, deshalb meinte ich ja, dass er sicher versuchen wird mich rum zu kriegen. Am besten klappt es, wenn ich immer und immer wieder die Vereinbarung mit ins Gespräch einfließen lasse. Ganz zufällig und unauffällig natürlich. Das gibt ihm Zeit, sich daran zu gewöhnen. Ich hoffe, dass das auch hier klappt.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    ... um ganz ehrlich zu sein, ich habs aufgegeben, wenn sie in der Hyperfokus gefallen zu versuchen sie davon abzubringen. Endet nur in einer Eskalation, denn das was sie gerade macht ist ja sie persönlich, mit vollster Identifikation. Nur auch der Versuch, sie dabei zu unterbrechen wird mir als zutiefst persönlicher Angriff ausgelegt, den es abzuwehren gilt.

    auch und natürlich ja nicht drängeln, dass man endlich fertig wird, geht in die gleiche Richtung - es knallt.

    ach und Helfen darf ich oft in solchen Momentan auch nicht, denn dann nehme ich ihr ja den Erfolgt und die Befriedigung weg es geschafft zu haben, aber wenn sie dann davon müde wird, dann soll ich schlag artig dastehen und unterstützen, aber sehen wann der Moment eintritt muss ich selber fragen kann man ja nicht...

    Rationale Gedanken wie z.B. Aufwand/Nutzen kommen in diesem Moment nicht zum Zug.

    Die einzige Möglichkeit die ich sehe, ist versuchen zu verhindern dass jemand in den Hyperfokus fällt, nur das ist nahezu auch ein Ding der Unmöglichkeit.

    LG
    ADHS-Partner

  9. #9
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Wie reagiert er auf deine Meinung? Respektiert er das, was du sagst?

  10. #10
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Meinst du mich, Steintor? Ja, mein Mann hört mir zu, respektiert meine Grenzen und scheint mich zu verstehen.......... nur um am nächsten Tag doch über diese Grenzen zu latschen. Und wenn ich ihn daran erinnere wird er ausfällig. Es ist ein Drahtseilakt, wie auch ADHS-Partner es beschreibt. Und eine echte Herausforderung auf stehende Grenzen zu bestehen, ohne Eskalation.
    Ich habe meine Grenzen ganz weit nach hinten geschoben und nehme mich selbst sehr zurück, weil ich das KANN. Aber manchmal gelange ich persönlich an meine eigenen körperlichen und mentalen Grenzen und kann dann einfach nicht mehr.

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