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Diskutiere im Thema Grenzen haben - Grenzen setzen im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    ...ja ja das mit den Grenzen ist nicht einfach. Habe es schon verschiedentlich versucht welche aufzuzeigen. Nur was machen, wenn diese Überschritten werden, wenn ich dagegenhalt hat meine Erfahrung gezeigt, endet das Ganze mit einer Eskalation und dann lässt man eben um des lieben Frieden willens gewähren.



    LG
    ADHS-Partner

  2. #12
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Weisst du, ADHS-Partner. Bei aller aller Liebe. Es muss auch für unsere Chaoten Grenzen geben. Ich tue, was ich kann und bemühe mich nicht bei Alltagsnichtigkeiten rumzunörgeln. Aber wenn ich wirklich sage Stopp, dann setze ich das auch durch. Aus meiner Erfahrung heraus gibt es auch jedes Mal dann eine riesen Szene, wenn er mit dem Kopf durch die Wand will, aber das lasse ich dann über mich ergehen und er regt sich schon wieder ab. Vielleicht kann ich das auch deshalb aussitzen, weil ich mich in unserer Partnerschaft sicher fühle. Und ich habe das mahnende Beispiel meiner Schwiegerleute vor Augen. Der Schwiegervater hat seiner Frau nämlich keine Grenzen gesetzt und es wurde schlimmer und schlimmer. Sie tyrannisierte ihn so schlimm, dass es mir heute noch weh tut, wenn ich nur daran denke.

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Ich spreche hier primär von den Punkt bei denen man mit dem Kopf durch die Wand muss, da macht Einschreiten absolut keinen Sinn. Sanfte versuche die Richtung zu beeinflussen sind da schon schwierig und ich entschiede in diesen Situationen nicht nur für mich sondern für die Kinder gleich mit. Da nimmt man dann eben doch mehr in kauf als wenn man für sich alleine Entscheiden würde.

    In leichteren Fälle versuche ich auf diplomatische Weise eine Korretiv darzustellen. Wobei für mich das natürlich auch nicht immer ganz einfach ist und man stets auf alle Regungen seines Gegenüber achten muss, sei es Gestik, Mimik, etc. ... und nochmal würde ich einfach doch ganz normal leben ohne steht alle Sensoren auf Empfang zu haben um das Leben in geregelten Bahnen verlaufen zu lassen.

    Aber ich denke ohne diese Einstellung ist ein zusammenleben mit einem ADHSler zum Scheitern verurteilt.

    LG
    ADHS-Partner

  4. #14
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.769

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    adhs-Partner schreibt:
    Wobei für mich das natürlich auch nicht immer ganz einfach ist und man stets auf alle Regungen seines Gegenüber achten muss, sei es Gestik, Mimik, etc. ... und nochmal würde ich einfach doch ganz normal leben ohne steht alle Sensoren auf Empfang zu haben um das Leben in geregelten Bahnen verlaufen zu lassen.

    Aber ich denke ohne diese Einstellung ist ein zusammenleben mit einem ADHSler zum Scheitern verurteilt.

    LG
    ADHS-Partner
    Hmm,jetzt wollte ich etwas Sinnvolles dazu schreiben und habe mal wieder Probleme,das verständlich zu formulieren.

    Ich persönlich würde jedenfalls nicht wollen,dass meine Mitmenschen(egal wer) nun ständig "mit ausgefahrenen Antennen" leben. Das ist nicht in Ordnung so.

    Ja,ich habe ADHS,und ja,das führt oft dazu,dass ich wider jede Vernunft handle-dennoch bin ich außerhalb solcher Situationen zu vernünftigem Denken fähig und daher gerade in einer Beziehung auch verpflichtet,Schaden vom Anderen abzuwenden,soweit ich kann.

    Das geschieht z.B.dadurch,dass ich Therapieangebote nutze.

    Notfalls muss man mich eben wirklich stehen lassen.
    Mit dem 30 kg Fernseher-oder was auch immer es gerade ist.

    Nicht mich verlassen,aber in diesem Moment die Konsequenzen nicht mit tragen und sie auch nicht um jeden Preis verhindern wollen(das gilt jetzt speziell für den Bereich "Hyperfokussierung"). Eventuell wirklich mal ein paar Tage "räumliche Distanz" schaffen.

    War das jetzt verständlich?

  5. #15
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Du musst ja wirklich sehr am Limit laufen, wie es sich anhört, ADHS-Partner.

    Sicher hast du recht, dass man differenzieren muss und ein sehr feines Händchen haben sollte. Gute Vorraussicht schadet auch nicht. Aber dennoch würde ich auf diese Partnerschaft - nein, diese ganze Familie - sofort wieder eingehen. Meine zwei Chaoten sind liebe Menschen, treu, zuverlässig (außerhalb von Terminen ) und wenn sie entspannt sind, sind sie so fröhlich wie kaum sonst jemand (zugegeben auch etwas laut und anstrengend, aber ich finde das schön).

    Versuche auch mal ganz bewusst die schönen Seiten an deiner Frau zu suchen und zu sehen. Sie ist sicher lustig, wenn sie entspannt ist. Sie kann dich super süß von der Seite anlächeln. Sie nervt dich, aber sie weiss es auch. Sie stellt nie eure Beziehung in Frage, auch wenns richtig knallt.......

    Ich finde das total spannend und schön, die kleinen netten Gesten in dem Wirrwar zu finden. Sie sind wie Geschenke für mich.

    Natürlich ist auch bei uns viel Durcheinander und sicher nicht immer eitel Sonnenschein, besonders mit zwei ADHSlern im Haus. Ja, auch ich musste immer die Interessen meiner Kinder wahren, zwischen den beiden dickköpfigsten Dickkopfchaoten vermitteln und wahre Kunststücke auf dem Drahtseil in luftiger Höhe vollbringen. Immer zwischen Gleichgewicht und Absurz. Und auch ich wäre vor zwei Jahren fast gegangen.

    Meistens gebe ich nach, wenn es um Dinge geht, die mir nicht wichtig sind oder wenn ich z. B. keinen Krach will, weil die Buben sonst involviert wären. Am zweitmeisten gelingt es mir Dinge so zu drehen, dass er das Gefühl hat, es sei seine Idee. Das klappt auch ganz gut. Ich fühle mich dann zwar auch oft etwas mies dabei, aber hier heiligt eindeutig der Zweck die Mittel. Und wenn es sein muss knallt es halt. Es geht leider nicht immer ohne. Die meisten heftigen Konflikte hatten wir sogar wegen der Kinder. Seit die halbwegs erwachsen sind und für sich selbst einstehen ist es deutlich besser geworden.

    Oh, Luftkopf war schneller
    Ja, du hast recht. Notfalls muss es mal rauchen. Aber meine Erfahrung hat gezeigt, auch wenn es noch so heftig knallt, danach ist es wieder gut. Deshalb sitze ich das dann immer einfach aus. Das fällt mir sehr schwer und ich musste das erst lernen, aber es ist das Beste.

    Das mit den Antennen geht hier automatisch. Ich habe damit auch kein Problem, kenne es ja nicht anders. Außerdem müssen sich meine beiden Chaoten auch kontrollieren und zusammenreißen. So tut jeder das seine für ein gutes Miteinander. Ich finde das fair.

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Hallo,

    ganz so schlim wie es sich anhört ist es auch nicht, nur es ist eben ein ständiges hin und her. Klar gibt es auch schöne Zeiten, die ich nicht missen möchte. Und wie Du sagt, die meisten Konflikte gibt es wegen der Kinder. Kinder bringen Unruhe in den Alltag, jeglicher Reiz wird vom ADHSler aufgenommen und führt zum Überlaufen, viele Sachen, die bei mir einfach im Rauschen untergehen.

    Das mit dem Grenzen setzen ist schon gut, nur der Gegenüber muss auch erkennen vielmehr einsehen, dass er eine Grenze überschritten hat. Nur da happerts bei meinem Dickkopf, denn Grundsätzlich sind immer andere Schuld.

    LG
    ADHS-Partner

  7. #17
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.769

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Oh je,die Uneinsichtigkeit kenne ich von mir auch aus der Zeit,als ich noch keine Diagnose u. Behandlung hatte.

    Jetzt passiert das sehr viel seltener. Ich gehe zwar noch hoch,beisse mich fest,etc.,aber die Ausschläge sind nicht mehr ganz so extrem.

    Ich kann mir schon vorstellen,wie anstrengend das sein kann.

    Allerdings muss ich sagen,dass ich zwar regelmäßig in solchen Situationen den Blick für meine Mitmenschen verliere/verloren habe,aber später,wenn ich mich beruhigt hatte,immerhin anerkannt habe,dass da etwas komplett schief gelaufen war und auch ich z.B.echt dämliche Sachen gesagt habe usw.

    Denn,das Beschimpfungen o.Ä.nicht ok sind,ist selbstverständlich. Egal,ob ich mich nun im Recht fühle,oder nicht.

    Nur,in dem Moment fehlt dem ADHS'ler da halt die Bremse im Hirn.

    Ist Dein Dickkopf denn in Behandlung?
    Das könnte die Lage evtl.nochmal erheblich entspannen.

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Hallo,

    mein Dichkopf nimmt Medis und ist auch in Therapie. Nur diese fehlende Einsichtsfähigkeit bzw. der innere Wunsch daran etwas zu ändern das fehlt (noch) bei ihr, hat die Therapeutin selbst schon festgestellt.

    LG ADHS-Partner.

  9. #19
    Pepperpence

    Gast

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Hat Dein "Dickkopf" eigentlich auch einen Namen - selbst wenn es ein fiktiver Name wäre, fände ich das netter als jemanden auf ein einziges Attribut zu reduzieren.

    Klar ist die Partnerschaft mit einem Menschen der Einschränkungen hat manchmal schwierig, aber der Partner eines Gehbehinderten sagt ja auch nicht ... "Da haperts bei meinem Hinkebein" oder bei einem Sehbehinderten: "Das kann mein blindes Maulwürfchen nicht, weigert sich aber es einzusehen." - sorry aber das stösst mir wirklich sehr unangenehm auf.

    Ich wäre sauer und würde mich erst Recht auf stur stellen, wenn ich mitbekäme, dass mein Partner anderen gegenüber so über mich redet. Und weil ADSler ja oftmals sehr feine Antennen haben, bekommt Deine Frau das ja eventuell auf einer Ebene mit, mit wie wenig Respekt Du von ihr sprichst (zumindest empfinde ich das so).

  10. #20
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Grenzen haben - Grenzen setzen

    Pepperpence hat hier sehr treffend ausgedrückt, was ich neulich schon zu sagen versuchte. Du solltest an deiner Eintellung zu deiner Frau arbeiten, ADHS-Partner. Denn gerade Menschen mit ADHS haben sehr feine Antennen dafür, ob man es ehrlich mit ihnen meint. Deine Frau wird deine Ablehnung spüren und sich daher immer weiter in sich hineinziehen. Geh offen auf sie zu, besinne dich auf Dinge, die du an ihr liebst. Man kann an seiner Einstellung dem anderen gegenüber arbeiten. Ich hatte eine grauenvolle Zeit, als mein Mann bedingt durch Stress sich so schlimm verhielt. Ich legte alles auf die Goldwaage, unterstellte ihm Bösartigkeit, schnappte bei jeder Kleinigkeit sofort zurück und ja, ich lehnte ihn ab. Er merkte das. Und dann kam bei mir der Punkt, wo es hieß gehen oder Neuanfang. Ich arbeitete an meiner Einstellung zu ihm und das hat funktioniert. Und je mehr ich wieder auf ihn zuging, desto entspannter wurde er.

    Gerade eben hatte ich wieder so ein Grenzen-setzen-Erlebnis. Ich sollte etwas für ihn erledigen. Er hat mir natürlich wieder nur die Hälfte erklärt. Also machte ich einen Fehler. Jetzt war er stinksauer. Und selbstverständlich bin ich nun schuld, weil ich nicht richtig zugehört habe. Nicht etwa er, weil er mir eine entscheidende Sache dazu nicht sagte. Seine Shitstorms, die dann auf mich niedergehen treffen mich immer noch jedesmal hart. Aber ich weiss, wenn ich ihm nicht das letzte Wort lasse, schaukelt sich so eine Kleinigkeit zum Grabenkrieg hoch. Also schlucke ich den fetten Kloß mal wieder runter in der Gewissheit, dass heute Mittag alles wieder gut ist.
    Eines aber tue ich in solchen Situationen immer. Ich stelle ganz klar fest, dass er mich nicht richtig informiert hat und ich teile ihm mit, dass er dann seine Sachen selbst machen muss, wenn ich es ihm nicht gut genug mache. Er reagiert dann zwar mit Trotz, aber ich weiss, dass er darüber nachdenkt. Er wird es zwar nie zugeben, aber ich merke es daran, dass er die Sache nicht wieder aufkocht.
    Genau mit diesen Grenzen tue ich mir immer noch schwer. Dem anderen zu bedeuten "halt Stopp, hier gehst du an meine Würde". Das ist mir aber ganz wichtig, denn ich muss ja immer und immer wieder bei Konflikten die Ruhe bewahren und ausgleichen. Wenn ich dann aber das Gefühl habe, er nutzt das als Schwäche aus und buttert mich unter, das geht nach hinten los. Dann staut sich bei mir wieder alles auf. Und damit ist uns beiden nicht geholfen.

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