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Diskutiere im Thema Umgang mit neuen Projekten im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    Umgang mit neuen Projekten

    Hallo,

    auf mich prasseln - zeitweise sogar täglich - neue Ideen; neue Projekte.

    Viele muß ich ablehnen. Ich kann nicht noch mehr bewältigen; viele Sachen bleiben dann liegen oder an mir hängen. Ja, es wird direkt erwartet, dass ich für jedes Projekt neue Begeisterung zeige, mich mit einbringe. Tue ich das nicht, heißt es schnell: "ich würde nicht hinter ihm stehen". Das verletzt mich, denn ich empfinde das nicht so. Oder ich wäre nicht emphatisch.

    Meine Kraft ist irgendwann erschöpft.

    Dazu kommt, dass jedes neue Projekt neue Geldmittel benötigt.

    Liebe Grüße

    Zyane

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 241

    AW: Umgang mit neuen Projekten

    wie es scheint, ist dein mann eine so genannte scannerpersönlichkeit.. definition findest du im internet.. bei facebook gibts auch mindestens eine gruppe dieser menschen.. das mehr oder weniger hausbuch der scanner ist von barbara sher und heisst "du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend träume hast".. mit diesem buch ist es schon etlichen leuten gelungen, einen besseren umgang mit sich selbst und ihrer eigenschaft zu finden und sie in die richtigen kanäle fliessen zu lassen.. schenk am besten deinem partner dieses buch und schau mal, was sich ändert..

    schau mal bei scanner-persönlichkeit.de.. gibt noch mehr seiten, bei denen beschreibungen stehen.. was ich in dieser gruppe wirklich gut finde, ist die energie, mit der die leute an ihre projekte gehen..

    edit: falsch gelesen, deshalb verbessert..
    Geändert von chrissiKA ( 2.08.2015 um 17:39 Uhr)

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Umgang mit neuen Projekten

    Hallo Zyane,

    ja, es kostet Kraft, viel Kraft mit den immer neuen tollen Einfällen des Partners umzugehen.
    Das geht bei uns schon 30 Jahre so. Ständig neue Autos und Motorräder, Fernseher, Tablets, Computer oder Handys. Diverse Hobbies kommen und gehen wieder. Der Kram bleibt und mir obliegt es dann, die Dinge wieder los zu werden.

    Jetzt ist es GsD bei uns so, dass wir dadurch keine finanziellen Einbußen haben, denn Geld ist eines seiner Hobbies. Und wenigstens dieses verfolgt er konstant.

    Ich habe mich daran gewöhnt. Er tut das ja nicht mit Absicht. Er sucht verzweifelt nach Möglichkeiten, seine innere Unruhe und permanent kreisende Gedanken zu bewältigen oder zumindest zu überdecken. Aber das scheint halt keine neue Sache lange zu schaffen. Ich habe immer das Gefühl, wenn der erste "Kitzel" weg ist oder er ein Hobby halbwegs beherrscht, dann wird es langweilig und fallen gelassen. Meine Theorie dazu ist, dass Dinge, die er beherrscht oder dann einfach kann, ihn nicht mehr genügend gedanklich beschäftigen, um ihn vom "Chaos im Kopf" abzulenken.

    Er erwartet auch immer, dass ich mir seine Begeisterung zu eigen mache. Ich freue mich dann halt darüber, dass er sich freut und nicht an den "tollen neuen" Hobbies. Aber den Unterschied merkt er wohl nicht, Hauptsache ich freue mich. Dass ich dann auch alle unangenehmen Nebensachen der Hobbies zu machen habe, wie Umtausch, Reparaturen, Reinigung von Dingen und nach Hobby-Ende Entsorgung der Hobby-Geräte ist eine Sache, die mir zwar auch nicht gefällt, die ich aber einfach hinnehme wie schlechtes Wetter. Ich bin ihm dann auch nicht böse darum.

    Ich habe im Laufe der Jahre meine Prioritäten, was Glück ist oder was glücklich macht oft neu sortiert und geändert. Ich bin glücklich, wenn mein Mann glücklich ist und es ist mir heute keine Mühe zu viel, wenn ich ihm helfen kann zufrieden zu sein. Anders hätte unsere Ehe keinen Sinn.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 241

    AW: Umgang mit neuen Projekten

    ich habe gerade meinen post noch mal gelesen und gemerkt, dass ich das, was ich eigentlich sagen wollte, nicht wirklich rüber gebracht habe..

    projekte zu haben ist für die meisten scanner eine wunderbare sache.. immer wieder was neues zu tun, tausend sachen im kopf, das macht ihnen spass.. schwierig ist das so lange für sie selbst und andere, so lange sie nicht gelernt haben, diese projekte in sinnvolle reihenfolgen zu bringen.. sie wollen alles gleichzeitig, bringen damit sich selbst und ihre umgebung an den rand des wahnsinns.. der titel von barbara shers buch impliziert, dass sie alles zur selben zeit machen sollen, aber das stimmt nicht.. das buch bringt ihnen bei, wie sie die projekte anders handhaben und sinnvoll umsetzen können.. sie lernen, projekte zu ende zu führen, manchmal auch mehrere gleichzeitig handhaben zu können, ohne dabei andere verrückt zu machen.. viele fühlen sich besser und kommen besser zurecht, wenn sie das buch gelesen haben.. mein tipp für scanner und angehörige, kauft das buch und seht, was ihr daraus machen könnt..

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Umgang mit neuen Projekten

    Hi,

    @chrissiKA: Scannerpersönlichkeit...da werde ich mich einmal hereinlesen.

    @Gela: Ich bewundere Dich wegen der Selbstverständnlichkeit, so kommt es für mich jedenfalls rüber. Hast Du auch eigene Hobbies, oder ist Dein Mann Dein Hobby?

    Dinge entsorgen - das gestaltet sich schwierig. Ich könnte viele Sachen loslassen.

    Wegen dem "Kitzel" - ja, menno, dass kann schon sein. Soweit er - momentan Möbelrestauration - damit irgendwie runterfahren kann, ist es okay für mich. Davon haben wir alle was!

    Bei mir sind es jedoch nicht nur Dinge, die vielleicht repariert werden oder umgetauscht werden oder entsorgt werden: Ich leiste beispielsweise Arbeitskraft in den Projekten. Neben einem eigenen (30-h) Job, betreue ich drei Kinder, verwalte fünf Ferienwohnungen, seit Anfang des Jahres auch noch ein Einzelhandelsgeschäft am Wochenende.

    Wenn ich mich ablehnend verhalte, kommt dann "ich würde nicht hinter ihm stehen." Das verletzt mich, denn das ist nicht so!

    Und dann neue Projekte, neue Projekte, obwohl die anderen gar nicht richtig "laufen" aber auch nicht "entsorgt" werden können. Ich versuche mit meiner Kraft zu "retten", was noch geht.

    (@Gela: Ihr kriegt es hin mit den Finanzen: wie geht das??)

    Momentan einfach geschafften Gruß

    Zyane

  6. #6
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Umgang mit neuen Projekten

    Ja, da hast du recht. Ich glaube, mein Mann ist mein größtes Hobby. Aber ich sehe schon zu, mir auch Freiräume zu schaffen. Das brauche ich auch dringend, um ausgeglichen zu sein. Die Hunde geben mir dabei viel Kraft. Ich bin sehr naturverbunden und vor mir ist kein Heilkraut sicher. Außerdem habe ich eine kreative Ader und ich muss immer irgendwas nebenher zum Malen, Nähen, Handarbeiten oder Basteln haben. Und nicht zuletzt sind mir meine besten Freundinnen immer eine Stütze. Aber dennoch, alles wurschtel ich irgendwie um meinen Mann herum. Das geht. Wahrscheinlich, weil ich ihn ja schon habe, seit ich 15 bin und es garnicht anders kenne.

    Möbel restaurieren. Ich wünschte, das täte mal meiner. Bei uns ist es eher so, dass seit 10-15 Jahren keine neuen Möbel mehr ins Haus kamen. Und nur, wenn die alten wirklich wirklich kaputt sind. Er hasst Veränderungen. Nur nicht, wenn es um seine Hobbies geht, leider. Ansonsten ist es bei uns viel einfacher als bei euch, weil es ja nur um Hobbies geht. Irgendwas sammeln oder Modellsport oder mal wieder ein neues Sportgerät (so langsam verstaubt hier ein halbes Fitnesstudio). Das meiste davon kann ich sehr gut wieder verkaufen. Bei euch scheinen die Projekte wohl leider umfassender zu sein, also selbständige Tätigkeiten und so. Das ist natürlich viel gravierender. Da würde ich sicher auch mein Veto einlegen.

    Mein Mann ist im höheren Management. Also joblich mehr als ausgelastet. Wir gehen fast nie weg, leben ansonsten nicht teuer und du weisst ja, neue Möbel gibt es auch nicht. Deswegen kommen wir auch finanziell prima klar. Außerdem rechnet er immer alles aus und hat auf ein paar Euro immer den Überblick über die Finanzen. Das beruhigt mich. Ich glaube "Geld vermehren" macht ihm Freude.

    Was den Zeitaufwand angeht, so wird von mir auch immer erwartet, dass ich für ihn alles stehen und liegen lasse. Ich bin dem auch meistens nachgekommen. Und es waren mitunter 10-20 Wochenstunden oder mehr, die ich alleine nur für seine Hobbies aufbringen sollte. Das habe ich allerdings vor einigen Jahren geändert, als es zu viel wurde. Heute ist es so, wenn er möchte, dass ich etwas mache, sage ich "gerne, aber ich kann dir nicht versprechen, ob das heute noch klappt". Und das ist in Ordnung für ihn. Die erste Zeit hat er fürchterlich rumgemosert (ADSler können immer so verletzend ausfallend sein, so meine Erfahrung) aber das lasse ich dann bewusst an mir abprallen, denn ich weiss, dass er eine Zeit braucht, um darüber nachzudenken und dann ist es o. k. für ihn.

    Ich kann dir nur einen Tipp geben. Ob das bei euch klappt bzw. du das in eurer Situation umsetzen kannst, weiss ich natürlich nicht.
    Wenn mein Mann Dinge verlangt, die ich nicht machen kann oder aber, wenn ich etwas von ihm möchte, dann sage ich es ihm. Wenn er dann erst einmal schimpft, nehme ich das nicht ernst. Das ist ganz wichtig, das nicht an sich ranzulassen, denn dieses "erste Schimpfen" ist ein Impuls, weder reflektiert, noch persönlich gemeint. Ich denke mal, das kommt aus einer Überforderung mit der Situation heraus. Später dann merke ich immer, dass er es entweder kommentarlos hinnimmt oder man kann dann wenigsten sachlich miteinander darüber reden. Das funktioniert ganz gut bei uns.

    Hui, ganz schön lang geworden.

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