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Diskutiere im Thema Tipps für Ausbildung zum ADHS-Coach im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Tipps für Ausbildung zum ADHS-Coach

    Pucki schreibt:
    wir [haben] in unserem Leben viele gute "Ratschläge" bekommen
    Auch Ratschläge sind Schläge.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Tipps für Ausbildung zum ADHS-Coach

    Derjenige, von dem ich am meisten höre, wie "man das zu machen hat" ist übrigens mein Partner mit einer gesicherten ADHS - Diagnose.

    Das soll kein Angriff sein oder so... bitte nicht falsch verstehen, sondern im Gegenteil: Wir reden ja immer noch von Menschen. Ich bin kein großer Fan von Schubladendenken:
    "betroffen" oder "nicht betroffen" sind sprachliche Hilfsmittel, aber so schwarz weiß kann man es am Ende nicht stehen lassen.

    Es gibt viele Dinge, die mein Partner viel besser kann, als ich. Und das weiß er. Und dadurch hat er auch das Selbstbewusstsein zu erkennen, wenn er andere Dinge weniger kann als ich. Und wenn er von mir einen Rat (keine Ratschläge, denn das sind auch Schläge... jaja, ich weiß [Edit: das hatte ich schon geschrieben, bevor Du das ergänzt hast, Steintor ]) haben möchte, dann bekommt er einen. Und wenn er mich um Hilfe bittet und ich in der Lage bin ihm diese Hilfe zu geben, dann bekommt er sie.

    Und wenn er mal wieder in seinen Papieren versinkt und nichts sortiert bekommt, dann bittet er mich, dass ich daneben sitze, während er aufräumt. Dann darf ich auch nichts anderes machen: lesen oder so.. nein, dann soll ich einfach da sitzen und zugucken. Dann sortiert er seine Sachen selbst (ich darf nur nicht reinreden oder irgendwas anfassen ) ... und bedankt sich hinterher, dass ich das mit ihm ausgehalten habe.

    In anderen Dingen bittet er mich ihn ein bisschen zu coachen. Ich übersezte das Coaching mit Trainieren. Ein Auge mit drauf zu haben. Auch Tips zu geben, weil man (...) von außen Dinge anders sieht, als wenn man (...) drin steckt. Das tut er für mich auch. Und ich habe die gesicherte Diagnose, dass ich keine ADHSlerin bin.

    Gerade für Selbständige mit kleinen Firmen ist es doch wichtig, ein Büro so zu organisieren dass man sich zurechtfindet.

    Mein Partner hat einen verantwortungsvollen Job und ihm selbst ist wichtig, dass er sich so organisiert bekommt, dass er sich zurecht findet. Was das im einzelnen für einen bedeutet, muss jeder selber wissen. Ich habe ihn gefragt, ob er sich getriggert fühlt von dem Satz. Nein, tut er nicht.

  3. #13


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Tipps für Ausbildung zum ADHS-Coach

    Ich finde es toll, das ihr so einen guten Weg gefunden habt, bei dem ihr euch gegenseitig die Unterstützung geben könnt die ihr benötigt.
    Und es ist schön dass es bei euch so funktioniert.

    Nun ist aber ADHS nicht gleich ADHS. Es gibt so viele Faceten wie es Betroffene gibt. Und je nach Biographie sind die Auswirkungen schlimmer oder weniger schlimm.

    Daher solltem auch die Unterstützungsmöglichkeiten sehr individuell sein. Dabei geht es erst einmal darum, den Betroffenen dort abzuholen wo er (oder sie) gerade steht.

    Ich bin kein großer Fan von Schubladendenken:
    "betroffen" oder "nicht betroffen" sind sprachliche Hilfsmittel,
    Allerdings zeigt mir dieser Satz, dass du nicht verstanden hast worum es geht. Betroffen sein hat nichts mit Schubladendenken zu tun.
    Sondern mit einem, bei den meisten hier, grossen Leidensdruck!
    Und ich merke, dass ich nun gerade aufhören muss zu schreiben, denn solche Aussagen machen mich wütend.

  4. #14
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Tipps für Ausbildung zum ADHS-Coach

    Antonia81 schreibt:
    Derjenige, von dem ich am meisten höre, wie "man das zu machen hat" ist übrigens mein Partner mit einer gesicherten ADHS - Diagnose.
    Das glaube ich gern. Die härtesten Verfechter der "Normalisierung" von ADHSlern sind die ADHSler selbst. Ich hatte real einen extremem Konflikt mit einer ebenfalls Betroffenen in meiner Selbsthilfegruppe. Die Dame war der Meinung, man müsse die Kinder zu Moral und Sitte zwingen, durch Sanktionen und Härte. Wir sprechen nun nicht mehr miteinander. Einen ähnlichen Disput hatte ich virtuell mit einer anderen Betroffenen, die durch hartes Reglement ihr Leben so weit im Griff hat, dass sie wunderbar in der Gesellschaft funktioniert. Die letztgenannte Dame hat mich auf der Ignorliste. Ich sie übrigens auch.

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Tipps für Ausbildung zum ADHS-Coach

    Pucki schreibt:
    Nun ist aber ADHS nicht gleich ADHS. Es gibt so viele Faceten wie es Betroffene gibt. Und je nach Biographie sind die Auswirkungen schlimmer oder weniger schlimm.

    Daher solltem auch die Unterstützungsmöglichkeiten sehr individuell sein. Dabei geht es erst einmal darum, den Betroffenen dort abzuholen wo er (oder sie) gerade steht.
    Ich wollte grade schreiben, dass ich das absolut und genauso sehe! Und ich wollte auch nicht untergraben, dass mein Partner selber einige sehr schwierige und traurige Erfahrungen in seinem Leben gemacht hat und sicherlich auch oft einen großen Leidensdruck hat(te). Was ich meinte mit "betroffen" oder "nicht betroffen" ist genau das. Es gibt nicht entweder oder ... sondern Menschen sind individuell. Auch ADHSler sind nicht gleich ADHSler und nicht betroffene sind nicht gleich nicht betroffene... verstehst Du mich?

    Pucki schreibt:
    Allerdings zeigt mir dieser Satz, dass du nicht verstanden hast worum es geht. Betroffen sein hat nichts mit Schubladendenken zu tun.
    Sondern mit einem, bei den meisten hier, grossen Leidensdruck!
    Und ich merke, dass ich nun gerade aufhören muss zu schreiben, denn solche Aussagen machen mich wütend.
    Leider hast Du mich wohl falsch verstanden. Ich habe auch schlechte Erfahrungen in meinem Leben mit Dingen gemacht und ich möchte auch nicht getriggert werden. Das kann ich gut verstehen. Und wenn ich schreibe, dass ich kein Fan von Schubladendenken bin, dann weiß ich nicht, was daran falsch ist??? Ich bin ich und ich bin kein Fan von Schubladendenken. In meinem Leben gibt es nicht: Mein Partner ist "betroffen" und ich bin "nicht betroffen". Und das wollte ich zum Ausdruck bringen. Denn ich bin auch manchmal die "betroffene", wo er "nicht betroffen" ist.

    Ich wollte Dich nicht wütend machen, angreifen oder Dir meine Art zu denken aufzwängen. Und selbst wenn ich das wollte könnte ich es ja auch gar nicht.

    Frieden?

    @Steintor: Danke für Deine Worte. Den Gedankengang finde ich sehr interessant und werde da mal ein wenig drüber brüten. Schönen Abend.

  6. #16


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Tipps für Ausbildung zum ADHS-Coach

    Ich wollte Dich nicht wütend machen, angreifen oder Dir meine Art zu denken aufzwängen. Und selbst wenn ich das wollte könnte ich es ja auch gar nicht.
    Ist schon ok.

    Aber genau hier siehst du, wie schnell es gehen kann. Du musst wissen, wir müssen uns immer wieder rechtfertigen und wenn wir versuchen zu erklären, wie wir funktionieren, heisst es schnell mal, "Das geht mir doch auch mal so, ich bin vergesse auch mal meinen Schlüssel oder zahle eine Rechnung zu spät. Das hat doch jeder"

    Du versuchst dich damit auseinander zu setzen und das ist toll. Und dass die ADHS auch Auswirkungen auf unser Umfeld hat, ist uns bewusst. In so fern bist du auch "Betroffen".
    Aber dieser Begriff hat für uns halt eine andere Bedeutung.

    Es ist nicht einfach, das zu erklären. Und ich denke das muss ich auch gar nicht. Wenn du dich hier mal so umschaust und ein paar Geschichten von uns liest, findest du sicher selber heraus wie meine Reaktionen zu stande gekommen sind.

    Liebe Grüsse
    Pucki

    PS. Es braucht in der Regel sehr viel, bis ich mal wütend werde. Aber seit 15 Jahren engagiere ich mich für Menschen mit ADHS und immer wieder muss ich mir die Zweifel an der Diagnose anhören. (damit meine ich nicht dass du Zweifel hast, aber da werden dann genau solche Aussagen auch dazu verwendet)
    Vielleicht verstehst du mich nun.

  7. #17
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Tipps für Ausbildung zum ADHS-Coach

    Okay. Ich trete noch mal einen Schritt zurück und überdenke meine Aussage noch einmal. Ich hatte es globaler gemeint... das hier ist ein Austauschforum über ADHS für Betroffene und Angehörige... klar.

    Ich dachte bei Betroffene aber darüber hinaus, dass es nicht nur von ADHS-Betroffene gibt, sondern auch von Gewalt Betroffene, von Missbrauch, von diesem und jenem... also: jeder hat sein Päkchen zu tragen...leider

    Das ist aber hier nicht das Thema. Daher: wir kennen uns natürlich auch nicht und da können Worte schnell falsch verstanden werden.

    Ich würde niemals so einen Spruch bringen (weder bei meinem Partner noch hier) wie: "man, ich hab auch schon mal einen Schlüssel verloren.." oder so. Es tut mir auch ehrlich leid, dass wir uns da missverstanden haben. Ich werde ein bisschen mehr auf meine Formulierungen achten. Versprochen. Und danke für Deine Geduld das mit mir ein bisschen auszudiskutieren. Nur so können wir ja einander verstehen lernen.

    Ich habe mich übrigens auch schon vor Jahren (im Studium habe ich an einer Haupt- und Realschule gearbeitet) für ADHS-betroffene Jugendliche eingesetzt, weil ich entsetzt war, wie Lehrer mit ADHS-Schülern umgegangen sind. Ich habe Gespräche mit Fachleuten, Eltern und Lehrern geführt und vor allen Dingen ganz kreative, wunderbare und besondersartige Jugendliche kennen und schätzen gelernt.

    Würdest Du mich ein bisschen kennen, wüsstest Du, dass ich selber mich sehr aufgeregt habe, wie diese Jugendlichen oft in eine Rechtfertigung gezwungen wurden, die völlig am Thema vorbei war. Und stigmatisiert wurden... und und und...

    Da sind so Dinge abgelaufen, wie zB ein Lehrer, der morgens einen Schüler erst Mal ampampte vor der gesamten Klasse mit dem Satz "Hast Du wieder Deine Tabletten nicht genommen?" und ich bin in der Pause echt ausgerastet und habe mir den Lehrer zur Brust genommen.

    So. Ich muss jetzt los. Einen schönen Abend noch.

  8. #18
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 54

    AW: Tipps für Ausbildung zum ADHS-Coach

    Ich habe mir jetzt alles mehrmals durchgelesen und hoffe, ich habe das Problem mit dem Satz verstanden. Ich bemühe mich eigentlich sehr, die "üblichen" Sätze zu vermeiden.

    @Antonia: ja Coach kann sich jeder nennen, es gibt dazu keine Vorschrift, das ist auch meine Information. Die ganze Überlegung hat ja zwei Aspekte, zum einen die fachliche Seite, zum anderen die Bestätigung nach außen, sprich einen Titel. Gut wäre natürlich, man könnte beides kombinieren also die passgenaue Ausbildung kombiniert mit dem richtigen Titel. Aber das scheint es ja momentan wirklich noch nicht zu geben.

    Ich habe schon eine Weile dazu im Internet recherchiert, aber es gibt wohl nur Weiterbildungen für Fachleute aus dem Bereich Psychologie, Pädagogik usw. oder aber ganz allgemeine Ausbildungen im Bereich Coaching.

    Wir hatten vor Jahren mal einen Coach engagiert, das war auch hilfreich. Allerdings hat damals die Stunde um die 60 € gekostet und das war auf Dauer ganz einfach zu teuer für uns. Wir haben das Coaching nach einem Vierteljahr abbrechen müssen weil wir es nicht mehr bezahlen konnten. Der Effekt war leider nicht von Dauer, ich denke bei uns wäre wirklich ein längeres wenn nicht gar dauerhaftes Coaching nötig. Wenn eine gute Fee käme und ich könnte mir etwas wünschen würde ich mir jemanden wünschen, der zweimal die Woche ins Haus kommt, beim Aufräumen hilft, dabei hilft die Pläne für die nächsten Tage zu machen, die schon erbrachten Leistungen dokumentiert, die Belege für die Buchhaltung einsammelt, ordnet und einheftet usw. Alles Arbeiten, die ich theoretisch auch mit ihm machen kann, die aber regelmäßig einen Ehestreit auslösen.

    Das ist das, was ich als lose Idee im Kopf habe. Ich habe viele Ideen für einfache Ordnungssysteme und auch für Möglichkeiten der Projektplanung/Zeiteinteilung. Vielleicht sogar mal mit eigener Software, wenn mein Sohn fachlich soweit ist, sowas zu programmieren (er will Informatiker werden)

    So eine Dienstleistung würde ich irgendwo zwischen dem Stundensatz eines Coachs und dem einer "normalen" Bürokraft ansetzen. Also auch für einen längeren Einsatz bezahlbar für Menschen mit weniger Einkommen.

    Ich bin jetzt Mitte Vierzig und habe in meinem Beruf eigentlich alles erreicht, was man ohne Studium erreichen kann. Ich kann jetzt noch zwanzig Jahre Vollzeit an meinem Schreibtisch sitzen, Herausforderungen gibt es für mich da aber keine großen mehr. Alternativ könnte ich mich mit Leuten die sehr viel jünger sind als ich in eine Ausbildung zum Fachwirt begeben und versuchen, doch noch Karriere zu machen. Aber dazu zieht es mich überhaupt nicht, eher könnte ich mir vorstellen meinen Beruf nur noch halbtags zu machen und mir in einem anderen Bereich ein zweites Standbein aufzubauen.


  9. #19
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 54

    AW: Tipps für Ausbildung zum ADHS-Coach

    Das hatte ich noch vergessen: es gibt hier einen Thread dazu

    https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-co...wuenschen.html

    Geht es da nicht genau um das Thema? Ich lese da sehr viele Postings von Menschen, die sich genau das wünschen, jemand der nach Hause kommt und ganz praktisch beim Aufräumen oder Papiere ordnen hilft.

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Tipps für Ausbildung zum ADHS-Coach

    Hi ,

    ich hoffe, ich darf mich noch einklinken und mich auf ein früheres Posting beziehen?

    Sammi schreibt:
    Wo ist jetzt genau der Trigger bei diesem Satz? Ein Selbständiger arbeitet ja nicht im luftleeren Raum, sondern er bewegt sich in Deutschland in einem sehr streng reglementierten Bereich mit Fristen, Gesetzen und Vorschriften.
    Pucki und Pilzi und Steintor haben es schon gut beschrieben, aber wenn ich darf, würde ich das gern ein wenig ergänzen.

    Wie schon geschrieben, ist das Problem bei ADHS nicht das Wissen.
    Der renommierte ADHS-Wissenschaftler Russell Barkley hat es mal ganz wunderbar erklärt, so wie auch Pilzi:
    "ADHD is not a disorder of knowledge, it never was.
    Its a disorder of doing what you know"


    Und genau da liegt der Punkt.
    Der Trigger an besagtem Satz liegt nun darin, dass und nur wieder gesagt wird, dass uns das doch doch klar sein müsse, dass es es elementar wichtig ist, dass wir unser Büro organsieren müssen.
    Das ist uns natürlich klar.
    Genau das ist es doch, was wir unentwegt versuchen und kaum jemand, der nicht davon betroffen ist, kann nachvollziehen, wie sehr und welche Anstrengung das kostet und was es bedeutet, daran immer wieder so zu scheitern.

    Genau das ist der Trigger, wenn dann jemand kommt und sagt, das müsse uns doch klar sein.
    Ist es auch.
    Es ist auch einem Rollstuhlfahrer klar, dass er besser dran wäre, wenn er zu Fuß gehen könne.
    Er wird aber immer und immer wieder scheitern, wenn er es permanent versucht und das wird ihn irgendwann auffressen.
    (und nein, der Vergleich hinkt kein bisschen, denn die Grundlage ist sehr ähnlich, was die fehlenden Verbidungen von Nervenbahnen betrifft)

    Bei einem Coaching geht es nicht darum, jemandem etwas beizubringen, das er bis jetzt nicht kann, sondern nach Wegen zu suchen, wie er etwas auf einem alternativen Weg erreichen kann.

    Noch ein Beispiel aus einem Vortrag von Barkley:
    Wenn er Lehrer über ADHS und den Möglichkeiten von ADHS- Management informiert, dann stellen sie ihm nach seinem Vrotrag immer die gleiche Frage:
    "Wie lange muss man das machen, bis es sich gefestigt hat, ab wann ist das konditioniert/ automatisiert?"

    Und seine Antwort ist immer die selbe:
    "Nie"

    Seine Erklärung dazu ist unglaublich bildhaft und einleuchtend:
    Stellen Sie sich vor, dass sie einen Rollstuhlfahrer unter Ihren Schülern haben und damit er/ sie in die Unterrichtsräume gelangt, bauen Sie in der Aula neben der Treppe einen Aufzug.
    Dann sagen Sie "Ok, hier kannst Du jetzt erstmal fleißig üben, und wenn das gut klappt, dann kannst Du ja die Treppe raufkommen, dann abuen wie den Aufzug wieder ab". "


    Keiner würde das von einem Rollstuhlfahrer erwarten, wohl aber von einem ADHS-Betroffenen, obwohl wir von der gleichen Grundproblematik reden.
    Sie können es nicht anwenden, obwohl sie es wissen.
    Das sorgt für unglaubliche Frustration.

    Wir haben das in unserem Leben schon so oft erfahren, dass es gewaltig triggern kann.

    Die Kunst liegt darin das, was wir an Funktionen, die bei einem Menschen normalerweise internalisiert sind, nicht haben, zu externalisieren.
    Wie kleine Krücken, über die wir die Möglichkeit bekommen, etwas doch zu erreichen.



    Sammi schreibt:
    Dem Finanzamt ist es egal, ob jemand ADHS hat und deshalb seinen Pflichten nicht nachkommt, die schätzen einfach oder pfänden das Konto. Also ist es doch wichtig, um nicht zu sagen überlebenswichtig, .... s.o.
    Es sollte dem Finanzamt aber nicht egal sein.

    Es ist schon komisch.
    In Schulen und selbst an den Uni's ist die ADHS-Problematik schon angekommen und dort gibt es Nachteilsaugleiche.
    (über die Qualität und Sinnhaftigkeit dessen, was da angeboten wird, schreib ich jetzt nix ...)

    Warum nicht für Selbständige?
    Ist mir ein Rätsel.
    Da wir auch einfach nur vorausgesetzt, dass man ja bitteschön ein erwachsene Mensch sei, der seine Bücher führen können muss, sonst at er sich gefälligst nicht selbständig zu machen.
    Find ich ganz schön fies und eine vorsätzliche Benachteilung von Menschen mit Beeinträchtigungen.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

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