Seite 2 von 2 Erste 12
Zeige Ergebnis 11 bis 15 von 15

Diskutiere im Thema Planlos - die Struktur fehlt im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Planlos - die Struktur fehlt

    Manchmal sollten wir die Sichtweisen echt ein wenig ändern und SAMMI so wie Du das oben erwähnst mit den Schuhen hab ich es auch noch nie gesehen.
    Ich bemühe mich das alles lockerer zu nehmen und auch mal fünf grade sein lassen.

    Das mit dem Putzplan klappt leider nicht. Haben einen erstellt aber der wird vergessen.
    Haben den Plan extra so hingehängt das er es sehen muss, naja er übersieht es halt ;-)
    Ich denke ich muss auch meine Art und Weise etwas ändern.

    Wo es halt echt auch sehr anstrengend ist, Gartenarbeit: Wir haben einen Garten und plötzlich sind hunderttausend Sachen wichtig anstatt man sich auf das eine wesentliche Konzentriert was wirklich gemacht werden muss.
    Wobei er hat tolle Ideen. Da ist es für mich halt auch schwer ihn nicht bei allem sofort auszubremsen.
    Es ist dann halt so, Projekte werden angefangen aber nicht zuende geführt und schwupp herrscht Chaos.
    Und man startet lieber was neues als das alte zu beenden.
    Wie fühlt Ihr euch da, wenn euch euer Partner/in an die Hand nimmt? Wie gesagt ich hab echt ein wenig Schiss das ich da zu viel Bevormunde und Mama-mässig auftrete.

  2. #12
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Planlos - die Struktur fehlt

    @ Sammi
    Bei mir kannst du das so sehen, wenn die Schuhe nebenan stehen.
    Habe aber auch schon "Anranzer" bekommen. Ich verstehe den Unterschied nicht, für mich ist das gleich.

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.944

    AW: Planlos - die Struktur fehlt

    Ich habe dafür, dass ich Arbeiten anfange und zu Ende bringe und den ungefähren benötigten tatsächlichen Zeitaufwand dafür, lange gebraucht um das zu lernen. Ich muss mich dabei immer wieder selbst ausbremsen, damit ich nicht dem Impuls: "Ach, das könntest du ja auch noch schnell ....", nachgebe. Es wird nicht schnell sein und ich werde damit an eine zeitliche Grenze kommen, die die geplante Zeit bei weitem überschreitet. Auch ist es für mich besser, wenn ich Projekte nicht über mehr als einen Tag angehe. Ich kann zwar auch länger, wenn es wirklich Not tut, aber da ich mit Begleiterkrankungen und Familie gesegnet bin, weiss ich nie, wie es am nächsten Tag aussieht.

    Ich musste auch erst lernen Prioritäten zu setzen. Klar, wenn es brennt, dann kommt das zuerst und wenn ich keine Wäsche mehr zum Anziehen habe, muss ich dringend waschen. Aber so die Struktur-Prioritäten in einer Aufgabenliste ... vergiss es. Es war harte Arbeit das zu erlernen. Ich habe mir über einzelne Abläufe Pläne gemacht und dadurch gemerkt, dass bestimmte Sachen so einfach nicht funktionieren, weil ich B vor A machen wollte. Ich kann halt z. B. die Küche nicht putzen, bevor sie aufgeräumt ist, um es mal platt zu sagen und so ist es bei vielen Sachen. Heute habe ich vieles davon inzwischen verinnerlicht und wenn ich sage, ich wisch den Tisch ab, dann ist mir durchaus bewusst, dass ich ihn vorher abräumen muss. Aber vieles von diesen Reihefolgen ist tatsächlich erlernt und antrainiert, was vermutlich ziemlich komisch klingt, wenn man in einer Welt lebt, für die das einfach logisch ist. Ihr habt das vermutlich schon wesentlich früher gelernt.

    Ebenso bei Projekten. Ich plane zumeist erst im Kopf und / oder auf Papier, was mir hilft, die Sache zu ordnen und zu überblicken. Damit bremse ich meinen Impuls sofort zu handeln aus. Bei kleineren Sachen ist sofort handeln okay, aber bei grösseren Sachen führt das nach meiner Erfahrung direkt ins Chaos. So überlege ich z. B. was ich alles brauche, wie teuer ggf. die Anschaffungen dafür sind und ob die überhaupt zu wuppen sind, wieviel Zeit dafür drauf geht und ob ich die Energie habe, das wirklich durchzuziehen, welche Schritte ungefähr nötig sind und wie das hinterher aussehen soll. Was mir so ab ungefähr Mitte des Projekt helfen kann ist jemand, der dann mitzieht und indirekt sagt: Komm, das schaffen wir!

    Was für mich dabei wichtig ist: Ich denke und gebe ggf. Anweisungen und in dieser Situation ist man eher "Mitarbeiter" und "Handlungsgehilfe". Ich möchte dann wenig darüber hören, wie ich etwas ausführe oder wie schnell oder langsam ich arbeite und ob ich zuviele oder zu wenig Pausen mache. Sprich: Nichts, was mich in eine Diskussion verwickelt oder mich ablenkt. Ich bin ein wenig anders und mache Sachen für gewöhnlich auch etwas anders, weil ich es eben so kann - das braucht Akzeptanz und auch Geduld von der anderen Seite. Das ich es so kann und nicht unbedingt anders, habe ich nach diversen anderen sehr verunglückten Versuchen rausgefunden und ich möchte das nicht immer in Frage gestellt sehen, auch wenn es zumindst für eine Weile recht chaotisch anmutet. An dieser Stelle muss so viel Vertrauen da sein, dass ich das schaffe (ggf. mit Unterstützung) und es am Ende dafür wesentlich besser sein wird. Ich weiss, dass das nicht einfach ist, aber der Weg dahin war es für mich auch nicht.

    Mir hilft es auch nichts, wenn jemand anderes einen Plan erstellt, einzelne Tätigkeiten, das geht, aber ein ganzer Plan? Der muss dann wirklich auch von mir sein. Nur wenn ich den selbst mache, dann akzeptiere ich den auch zumindest zu einem Teil. Es darf auch nicht zu viel drauf stehen, aber auch nicht zu zusammengefasst sein. Die Erfolgserlebnisse müssen sich nämlich schnell einstellen in Form von "geschafft". AD(H)Sler sind darauf noch mehr angewiesen als normale Menschen. Auch wenn etwas geklappt hat, kommt euch nicht komisch vor, wenn ihr das lobt. Wenn ihr bedenkt, wieviel Kritik jemand so einstecken muss, dann ist jedes Lob wie ein Tropfen Wasser auf eine Blume, die am verdursten ist. Das muss nicht überschwenglich sein, aber die Anerkennung sollte schon mitschwingen: Ich sehe, was und das du was getan hast! - Auch wenn es für euch die normalste Sache der Welt ist, es ist wirklich wichtig und vielleicht ja auch etwas, was ihr weitergeben könnt und einen neuen Ton in eure Beziehungen bringt - mehr Achtsamkeit auch dem anderen gegenüber und nicht nur blosses hinnehmen. Bedenkt aber dabei, das gerade für AD(H)Sler es schwer ist Verhalten zu ändern, weil er sehr schwer aus Erfahrungen lernt, da die meisten im hier und jetzt leben, was zu dieser "Erkrankung" dazu gehört.

    Sorry, das war jetzt recht viel, aber vielleicht konnte euch das ja ein bisschen helfen. Bedenkt aber bitte dabei, das bin ich und jeder Jeck ist ein bisschen anders. Oft hilft es auch einfach mal in einer ruhigen Minute darüber mit dem Betroffenen selbst in einer nicht angreifenden Weise zu reden. Kommunikation ist der Schlüssel zu jeder Beziehung.
    Geändert von ChaosQueeny (29.04.2015 um 14:07 Uhr)

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Planlos - die Struktur fehlt

    Das hast Du alles echt gut beschrieben Chaos Queeny, Danke. Vor allem trifft das fast alles auf unsere Beziehung zu.
    Das mit dem Loben habe ich auch schon gemerkt. Erstens macht ers dann gerne und zweitens strahlt dann immer jemand übers ganze Gesicht.

    Mir ist klar, das es enormen Aufwand und für mich auch Umstellung benötigt.
    Vor allem dann wenn Kinder mit ins Spiel kommen (ja ich weiss die können das bekommen, davor wollen wir aber zur Paartherapie))
    Ich freue mich weiterhin auf Anregungen von euch, denn je mehr Ihr mir schreibt desto besser kann ich seine Gedankengänge und Handlungen nachvollziehen (und meckere nicht gleich rum).
    Dankeschön!

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.944

    AW: Planlos - die Struktur fehlt

    Ich denke, das ist immer das, was man sich vor einem Kommunikationsversuch in Erinnerung rufen sollte: Was möchte ich erreichen und wie schaffe ich das am Besten? - In erster Linie doch, dass er zuhört und drüber nachdenkt und dann seine Sicht schildert, damit man sich austauschen und einen gemeinsamen Nenner suchen kann - würde ich meinen.

    Da bringt meckern so gar nichts, wie du schon rausgefunden haben dürftest. Sprich lieber davon, wie du dich fühlst und vermittel Ich-Botschaften. Vielleicht auch auf eine etwas mehr humorige Art ohne ihn anzugreifen oder ihn bloss zustellen, denn auch dir passieren bestimmt kleine "Unfälle". "Wie können wir das vermeiden?" Ist bestimmt wesentlich besser als: "Was wirst du dagegen tun?" Vielleicht vermittelt der Humor in der Sache zwar, dass es noch nicht ganz so ernst ist, aber alles ist besser, als wenn man sich verbal mit Messern gegenüber steht.

    Und am Wichtigsten finde ich für beide Seiten:
    Immer auch auf die eigene und ruhig auch auf die andere Sichtweise achten plus eine Menge Humor, denn wer lacht, der kann gar nicht wirklich so wütend sein oder werden.

Seite 2 von 2 Erste 12

Ähnliche Themen

  1. Planlos wo und wie ich jetzt hier anfange!
    Von Peppa im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 19
    Letzter Beitrag: 25.01.2014, 13:13

Stichworte

Thema: Planlos - die Struktur fehlt im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum