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Diskutiere im Thema ADSler geht mit Trennungsangstpatientin im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 8

    Unglücklich ADSler geht mit Trennungsangstpatientin

    Hallo ihr Lieben,

    seit kurzer Zeit bin ich mit einem ADSler zusammen (kennen uns erst 3 Monate) und ich habe mir da garkeine wirklichen Gedanken drum gemacht.
    Er hat mir direkt erzählt (unser Verhältnis war von Beginn an sehr offen und vertraut), dass er ADS hat - ich konnte damit allerdings nichts anfangen.
    Da bei uns auch alles ganz normal war, war das irgendwie kein Thema.
    Was mich von Beginn an etwas .. wie soll ich sagen .. irritiert hat, waren die Medikamentenmengen die er zu sich nehmen muss.
    Ich habe selbst grad eine ziemlich heftige Depression hinter mir und habe selbst Tabletten bekommen, daher wirkte das nicht so befremdlich.
    Nehme allerdings seit knapp 1 Monat keine Tbaletten mehr, da es mir wesentlich besser geht (was ich nicht zuletzt meiner neuen Liebe zu verdanken habe).
    Dabei kamen mir dann so Gedanken, ob er seine Tabletten (3 verschiedene Sorten - irgendwie sind das 2 Antidepressiva und noch irgendwas) immer nehmen muss.
    Und durch aufkommende Probleme habe ich mich immer intensiver mit seiner Krankheit (ist das überhaupt eine Krankheit?) befasst.
    Ich sehe ihn nicht als kranke Person, was vielleicht mein Fehler ist.

    Leider bin ich selbst nicht ganz leicht, ich brauche immer die Bestätigung, dass alles okay ist. Habe schlimme Trennungsängste und schon immer Bindungsprobleme.
    Das weiß es alles, wir reden sehr offen über all das - und das tut mir sehr gut.
    Allerdings stoße ich in letzter Zeit ganz dolle oft an meine Grenzen.

    Er meldet sich in letzter Zeit sehr sporadisch. Ich weiß, dass er viel arbeiten muss - wirklich sehr viel, aber selbst nach Feierabend kommt nicht viel.
    Er braucht aber auch immer ziemlich lange für alles - er ist immer noch 3 Stunden länger bei der Arbeit als nötig weil er dann so langsam ist etc.
    Aktivitäten macht er im Moment alleine (also auch ohne Freunde - vermute ich) und ich habe das Gefühl absolut die Kontrolle zu verlieren.
    Ich weiß nicht was er macht und wieso er mich nicht dabei haben will bzw. teilhaben lassen will.
    Oftmals antwortet er sehr sporadisch oder eben garnicht.
    Dank whatsapp sieht man ja auch noch ob die Nachrichten gelesen wurden und wann jemand online ist.
    Meine Nachrichten werden gelesen und oft ist er dann noch stundenland online.
    Und ja, ich werde grad zum Controlfreak. Versuche es ihm aber nicht spüren zu lassen.

    Durch meine vorhergehende Beziehung (ich wurde betrogen) bin ich zusätzlich geschädigt und bin immer etwas misstrauisch, obwohl ich schon sagen kann, dass er es ernst mit uns meint.
    Seine Eltern habe ich auch schon kennengerlent und er spricht schon über seine "Freundin".

    Ich gehe selbst zur Therapie und meine Therapeutin hat mir geraten in solchen Fällen Dinge aufzuschreiben die positiv sind (nette Sachen die er mir gesagt hat, etc.), damit ich mich nicht zu sehr auf die negative Situation versteife.

    Heute z.B. hätten wir uns sehen können aber er hat sich einfach nicht gemeldet.
    Ich stehe dann immer vor er Frage ob das jetzt normal ist (weil er etwas Ruhe braucht - scheint ja nicht untypisch bei ADS zu sein) oder ob es einfach an mir liegt.
    Dann traue ich mich schon garnicht mehr mich zu melden und die Situation wird immer komischer.

    Angst habe ich vor allem, dass wir uns voneinander entfernen - so wirklich was bekommen wir voneinander zur Zeit nicht mit.

    Wir sind da wirklich die totalen Gegensätze aber er bedeutet mir alles.
    Ich hatte schon einige Beziehungen und weiß, dass ist der Mann nach dem ich immer gesucht habe.
    Und eigentlich sollte das ja etwas positives sein.
    Leider weine ich sehr oft; zweifel an allem. Habe Angst, dass er meine Gefühle nicht erwidert (auf Nachfrage kommt oft nur was genervtes zurück. An anderen Tagen ist er aber wieder sehr lieb) und dass er eine andere Sicht auf diese Beziehung hat.

    Leider kenne ich sonst niemanden mit ADS (er hat es selbst auch erst vor einigen Monaten diagnostiziert bekommen) und weiß auch sonst nicht wie ich mich da am besten austausche.
    Ich würde gerne mit ihm reden aber irgendwie ergibt es sich nie - die Situation ist immer doof, er hat keine Zeit oder ich habe das Gefühl ich würde ihn auf den Schlips treten.

    Habe so viele Fragen an ihn bezüglich dieser Krankheit aber traue mich einfach nicht sie zu stellen.

    Es gab neulich eine SItuation in der wir über etwas für ihn unangenehmes geredet haben. Ich war neugierig und habe ihn dazu einige Fragen gestellt. Von ein auf die andere Sekunde hat er zu gemacht, hat nicht mehr geredet, wollte alles hinwerfen und gehen. Ich war schockiert. Es hat einen ganzen Tag gedauert bis er sich gefangen hatte und ich wusste garnicht wie ich damit umgehen sollte. Vor solchen Situationen habe ich Angst.
    Ich versuche ihn wirklich mit Samthandschuhn anzufassen und nicht zu überfordern oder zu bedrängen (er meinte neulich - als ich ihn mit etwas konfronierte - dass es ihm den Hals zuschnürrt).

    Ich würde mich so sehr über einen Austausch hier freuen, da ich MEGA unsicher bin.
    Habe schonmal überlegt aus Selbstschutz alles hinzuschmeißen. Ich bin wie gelähmt im Moment. Aber ich kann das nicht hinwerfen. Ich will das schaffen, mit ihm!
    Kennt ihr sowas selbst?
    Oder gibt es hier ADSler die mir einen Einblick geben können und vielleicht auch helfen können wie man diese Krankheit in eine Beziehung einbezieht.

    Ich danke euch jetzt schon so sehr.

    Liebe Grüße,
    K.
    Geändert von Krümmelchen (23.02.2015 um 19:09 Uhr)

  2. #2
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.423

    AW: ADSler geht mit Trennungsangstpatientin

    Hallo Krümmelchen,

    So wie ich lese ist die Situation für dich gar nicht so einfach...

    Zuerst mal was von ihm typisch ADS sein kann: Du weisst, dass jeden Menschen nach eine anstregende Tag etwa Ruhe brauchen. Bei uns, ist es ziemlich stärker ausgeprägt, weil vieles viel anstregend ist. Es kann wirklich sein, dass ihm seine Arbeit so viel nimmt, dass er kaum Platz für eine Beziehung hat.

    Es kann auch sein, dass er dich "vergisst", nicht weil du nicht gut bist, aber einfach, weil er sehr viel um die Ohren hast.

    Da fèr dich doch irgendwie bestädigung wichtig ist, würde ich mal mit ihm darüber reden. Vielleicht könnt ihr abmachen dass ihr oft Kontakt habt, aber sehr kurz... mal ein SMs oder so... Frag ihm wie oft und auch wie oft du nachhacken darf (wenn du es machst ohne mit ihm abgesprochen zu haben, kann sein dass er sich bedrängt fühlt). Wichtig finde ich, dass du dich überlegst, was dich wichtig, was du wirklich von ihm bekommen willst und es mitteilst. ADSler brauchen ganz klar Kommunikation.

    Vielleicht ist dich wichtig, dass er oft eine nette Wort sagt... Oder dass er 2-3 Minuten dich zuhörst... Such dich etwas aus, dass wenig Aufwand ist.

    Es gibt auch ein andere Thema der vielleicht mitspielt: Oft wissen Männer wenig was Frauen wirklich wollen...

    Von ein auf die andere Sekunde hat er zu gemacht, hat nicht mehr geredet, wollte alles hinwerfen und gehen. Ich war schockiert. Es hat einen ganzen Tag gedauert bis er sich gefangen hatte und ich wusste garnicht wie ich damit umgehen sollte. Vor solchen Situationen habe ich Angst.
    Es gehört auch zu uns... Zu einem waren wir im Leben viel verletzt, aber sind ehe sehr sensibel und wenn eine Wundepunkt berührt wird, dann kann es so eine Reaktion geben. Manchen rasten aus, anderen schliessen sich, aber es geht oft um das selbe: Irgendwas war zu viel.

    Auf der Moment, kann man die Sache ehe nicht klären, aber danach, wenn es wieder ok ist, finde ich gut, wenn du es mit ihm klärst und einfach fragst, was der auslöser war. Wir können echt auch sehr armlosen (in Augen Nichtbetroffenen) Wörter oder sogar auf eine blöde Ton reagieren... Wenn du ihm nun fragst, was der Auslöser war, lernst du ihm auch kennen und mit der Zeit, weisst du besser, was besser zu vermeiden ist. Es kann sein, dass er nicht sofort ein Antworte geben wird, oder wieder emotional wird (sich wieder verschliesst) und wichtig ist dass du dabei nicht drängst... Er darf sagen, wenn er es will...

    Sonst noch etwas: Wir sind sehr sensibel, aber auch sehr intuitiv. Es heisst, er spürt sehr viel was von dich kommt und deine Unsicherheit... Es kann sein dass es sich dadurch auch bedrängt fühlt und deswegen noch mehr Abstand nimmt. Es ist typisch ADS, was von anderen mal kommt wie eine Schwamm aufzunehmen und dann sich gar nicht mehr abzugrenzen zu können... Manchmal (ist mich oft passiert) läuft es fast umbewusst, man fühlt sich einfach schlecht ohne zu wissen warum.

    Es nützt nichts, zu probieren zu verstecken, er wird es ehe merken. Am besten spricht es einfach aus! Auf ruhige Art. Dann kann er vielleicht besser einordnen dass da was von dich kommt... Noch besser, dazu, schau weiter zu dich, zu deine Ängsten, einfach so dass es dich besser geht. Wenn du weniger Unsicher wird, wird er auch merken...

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: ADSler geht mit Trennungsangstpatientin

    Vielen lieben Dank für diese ausführliche Antwort.

    Das zu lesen hilft mir sehr.

    Ich weiß, dass die Konstellation nicht grad günstig ist - das war mir aber nicht von Anfang an bewusst. Langsam merke ich, dass unsere Bedürfnisse kollidieren.
    Das ist auch okay und ich bin gewillt an mir zu arbeiten (mache ich auch aktiv - auch durch die Therapie).

    Allerdings würde ich mir wünschen, dass er sich ebenso willig zeigt einen Schitt auf mich zu zu gehen. Ich weiß aber nicht, ob das überhaupt machbar ist und ob ich das verlangen kann.

    Ich verstehe die DInge einfach noch nicht so.
    Wenn ich einen langen und anstrengendn Tag hatte, ist es für mich kein Problem nochmal anzurufen.
    Auch bin ich dann nicht kühl wenn etwas war.
    Aber das scheint ja wirklich typisch zu sein.

    Ich weiß einfach nicht wie ich damit umgehen soll; wann kann ich was sagen, wie kann ich es sagen ohne ihn zu kränken oder zu viel zu verlangen.
    Wie bekommt man das gesunde Maß hin aus der Umsetzung eigener Bedürfnisse und der Rücksichtnahme auf diese Erkrankung.

    Was mich auch brennend interessiert; muss man als ADSler dann ein Leben lang diese Medikamente nehmen?
    Die beeinflussen so viel. Nimmt er seine Tabletten abends, ist er danach nicht mehr ansprechbar (weil müde) und morgens geht erst was wenn er seine Tabletten genommen hat.
    Das ist natürlich etwas befremdlich für mich und er tut mir auch wahnsinnig Leid weil er so gefangen scheint.

  4. #4
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.423

    AW: ADSler geht mit Trennungsangstpatientin

    Wenn ich einen langen und anstrengendn Tag hatte, ist es für mich kein Problem nochmal anzurufen.
    Bei ADSler kann es eben wirklich zu viel werden... Stress kennst du schon sicher, stellt dich nur vor, es wäre 3 Mal grösser...

    Aber es kann auch sein, dass er Angst hat anzurufen, weil er spürt, dass du irgendwelche Erwartungen hast die er nicht erfühlen kann, und es stresst ihm noch dazu. Darum der Vorschlag, dass du dich überlegst, was er für "Mindenstleistung" für dich machen kann. Es kann sein, dass wenn er klarer weisst, was du erwartet, dass es ihm viel weniger stresst.

    Auch bin ich dann nicht kühl wenn etwas war.
    Es hat wenig mit ADS zu tun, Menschen reagieren sehr unterschiedlich... ADSler sind sehr emotional und reagieren einfach viel rascher irgendwie unangenehm... Ich selber werde nicht kühl, aber vergriffe mich rasch im Ton der werde rasch zickig. Mein Umfeld findet es auch nicht immer so toll...

    Ich weiß einfach nicht wie ich damit umgehen soll; wann kann ich was sagen, wie kann ich es sagen ohne ihn zu kränken oder zu viel zu verlangen.
    Wie bekommt man das gesunde Maß hin aus der Umsetzung eigener Bedürfnisse und der Rücksichtnahme auf diese Erkrankung.
    Du kannst dich eine Liste machen, aber dann werde ich nicht alles abladen, weil es ehe zu viel sein kann... Dann wählst du aus deine Liste eine Punkt der eine kleine Aufwand ist, aber dich sehr viel bedeutet. Zum Beispiel: "Auf meine SMS innerhalb 24 Stunden beantworten". Wie formulieren? So in etwa, im Ich-Form: "Es scheint dich vielleicht eine Kleinigkeit aber mich ist es sehr sehr wichtig, kannst du dich vorstellen....?" Sagt er ja, dann lass ihm Zeit sich daran zu gewöhnen und kommt später mit der nächste Wunsch. Sag er nein, fragst du ihm, was es ihm sonst möglicht ist.

    Vergiss es, versuch es nicht so persönlich zu nehmen und hackt nun nett nach. Mit der Beispiel mit der SMS, kannst du eine neue schicken mit die Frage "Alles ok bei dich?" da merkt er dass er dich vergessen hat, ohne sein Gesicht zu verlieren... Denkt er daran, kannst du antworten "Schön ein SMS von dich zu bekommen". Lob ist wichtig.

    Was mich auch brennend interessiert; muss man als ADSler dann ein Leben lang diese Medikamente nehmen?
    Man weiss es noch nie, es hat noch zu wenig Senioren im Alterheim in diese Situation... Viele Erwachsenen nehmen Jahrelang, andere können absetzten.

    Das ist natürlich etwas befremdlich für mich und er tut mir auch wahnsinnig Leid weil er so gefangen scheint.
    Wir können eben nicht aus unsere Haut, aber wir können lernen damit gut zu leben...

    Sonst bist du auch eine wichtige Mensch und um dich darfst du dich gut kümmern!

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 54

    AW: ADSler geht mit Trennungsangstpatientin

    Die Kombination aus einem Angstpatienten und einem ADS-Betroffenen ist wirklich nicht einfach, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich habe eine generalisierte Angst-Störung und mache mir ständig Sorgen um alles und jedes. Mein Mann ist chaotisch, vergisst sein Handy (oder es ist nicht aufgeladen), hat überhaupt kein Zeitgefühl, sagt er kommt jetzt gleich heim und ist zwei Stunden später immer noch da usw. Da kannst du dir ja vorstellen, in welche Panik ich dann manchmal gerate. Wir sind wirklich schon lange zusammen und ich weiß, dass er das nicht aus Rücksichtslosigkeit macht.

    Er hat mich und meine Angst in diesen Momenten einfach überhaupt nicht auf dem Schirm. Vielleicht ist das bei deinem Freund auch so ähnlich. Für dich wäre es gut, wenn er sich jeden Abend zu einer bestimmten Zeit melden würde, als positive Rückmeldung für dich, das alles okay ist. Das kannst du aber von ihm vermutlich nicht erwarten, zumindest ist das bei uns so. Ich denke dann auch oft, er muss doch merken dass er viel zu spät ist und mal auf sein Handy sehen. Dann würde er merken, dass ich angerufen habe, oder dass es aus ist oder dass er es vielleicht gar nicht bei sich hat. (weil es im Auto liegt z.B.) Aber so funktioniert sein Kopf eben nicht.

    Du kannst versuchen, ihm von deiner Krankheit zu erzählen und was das für Auswirkungen auf dich hat. Dann kann er versuchen, besser auf dich einzugehen. Aber es ist einfach so, dass man oft wirklich kilometerweit auseinander liegt mit der Wahrnehmung einer bestimmten Situation. Da brauchen beide Seiten viel Verständnis.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: ADSler geht mit Trennungsangstpatientin

    Hallo Sammi,

    oh - das klingt wirklich wie bei uns.
    Er wirkt immer total zerstreut und genau sowas passiert bei uns auch immer. Er sagt er kommt oder er meldet sich und dann werden solche Verabredungen nicht eingehalten.
    Wir hatten gestern ein Gespräch indem ich ihm gesagt habe, dass ich ihm niemals einen Strick aus solchen Situationen drehen würde und im Moment versuche ihn und diese Krankheit zu verstehen einfach um nicht unfair zu ihm zu sein.
    Er hat gesagt, dass er manchmal überfordert ist mit den lieben Sachen die ich sage weil er das Gefühl hat dem nicht gerecht zu werden oder mir nicht das geben kann was ich erwarte. Und das vor allem weil er grad keine Reserven kan zu reagieren oder mich zu sehen und er denkt dann er sei mir was schuldig.
    Das ist doch sicher total typisch, oder?
    Habe jetzt schon einiges zum Verhalten von ADSler gelesen und zum einen können sie nicht ganz aus ihrere Haut und sind zerstreut und manchmal (so ist es bei ihm immermal) hat er so "klare Momente" wo er glaube ich eine Angst ausspricht (mit dem nicht gerecht werden können).
    Kennst du das?

    Ich werde jetzt etwas gelassener an die Sache gehen, was für mich (du kennst das ja sicher) die absolute Schocktherpaie ist. Aber am Ende ja eigentlich garnicht schlecht, denn letztlich ist das ja auch einfach mein Problem und daran zu arbeiten ist generell nicht schlecht.
    Ich ziehe mir nämlich wirklich JEDEN Schuh an - wenn er mal nur "jo" schreibt, denke ich sofort, ich habe etwas falsch gemacht. Gehe oft soweit, dass ich denke, er liebt mich nicht mehr und alles ist aus.
    Dann steiger ich mich darein und das kann einen ADSler sicher auch bedrängen wenn dann einfach was "gefordert" wird was für ihn totaler Quatsch ist im Moment.

    Bin froh, dass ich nicht alleine bin!
    Und bei euch scheint es ja auch zu klappen.

    Nimmt er deine Ängste bzw. deine Krankheit denn wahr und ernst. Bzw. kann er das überhaupt?
    Also änderte das irgendwas?
    Du sagtest ja, dass er nachwievor sein Handy vergisst und oder sich nicht meldet etc.

    Danke dir, wirklich!!!

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 54

    AW: ADSler geht mit Trennungsangstpatientin

    Entschuldige, bei mir war so viel los, ich komme erst jetzt dazu zu antworten.

    Er hat es schon mitbekommen, wie sehr ich manchmal in Panik geraten kann. Wir hatten schon solche (zum Glück sehr wenige Situationen) mit den Kindern, wenn die nicht erreichbar waren. Aber wirklich nachvollziehen kann er das wohl nicht. Es ändert ja auch nichts, es ist ja nicht so dass er nicht will. Er bekommt das einfach nicht besser hin.

    Natürlich setzt ihn meine Ängstlichkeit noch zusätzlich unter Druck. Es wäre bei uns viel entspannter, wenn ich es schaffen würde mir keine Sorgen zu machen. Aber leichter gesagt, als getan, das weißt du ja selbst.

    Unsere Situation ist ja ein bisschen anders als bei euch, ihr seid noch ganz am Anfang der Beziehung. Ich könnte mir vorstellen, dass es vielleicht einfacher wird, wenn ihr mal zusammenzieht. Wenn eure Liebe stark genug ist und ihr solange zusammenbleibt, wirst du dann bestimmt weniger Unsicherheit in Bezug auf eure Beziehung haben. Bei uns ist es so, dass mein Mann natürlich weiß, dass ich mit unserem Leben sehr unglücklich bin. Er sagt auch oft Sachen wie: bestimmt schickst du mich bald in die Wüste. Obwohl ich noch nie von Trennung gesprochen habe, wenn dann kommt das immer von ihm. So ähnlich wird das bei deinem Freund vielleicht auch sein. Er scheint zu merken, dass du dir mehr Zuwendung wünschst, er kann aber nicht mehr geben.

    Ihr habe ja noch Zeit, von einander zu lernen, wie man sich gegenseitig helfen kann. Aber du darfst nicht erwarten, dass er mal so wird, wie du dir das idealerweise vorstellst. Du wirst immer damit leben müssen, dass er sich in bestimmten Situationen anders verhält, als du dir das wünschst. Er wird immer zerstreut bleiben und mal einen Anruf bei dir vergessen usw.

    Es ist auf jeden Fall gut, dass du dich damit beschäftigst. Achte aber bitte, bitte unbedingt auf deine eigenen Bedürfnisse. Du bist selbst krank und musst schauen, dass es dir weiterhin gut geht.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: ADSler geht mit Trennungsangstpatientin

    Hallo Sammi und danke für deine ANtwort

    Tatsächlich hatten wir jüngst (also gestern) die Situation, dass er mir sagte, dass ihm alles zu viel ist und er sich in die Ecke gedrängt fühlt.
    Darauf habe ich quasi gewartet.
    Er sagt seit Tagen nichts Nettes mehr, mit ihm zu kommunizieren kommt der Kommunikation mit einem Bekannten gleich.
    Ich habe mich aber, nachdem wir dann gestern eine Art Auseinandersetzung hatte, auch mal damit befasst, dass ich mit meinen Bindungsproblemen und Verlustängsten ihm da auch in die Karten spiele und wir uns gegenseit anstacheln zu unseren Verhaltensweisen.

    Ich werde versuchen müssen ruhiger zu werden und mein eigenes Problem in den Griff zu bekommen (ich gehe seit kurzem zur Therapie).
    Was mir einfach Angst macht ist, dass wir uns entfernen. Ich bin das nicht gewohnt so wenig vom anderen mitzubekommen.
    Wie du sagst, wenn man zusammenwohnen würde wäre das sicher einfacher.

    Zu Beginn war er da Feuer und Flamme - ich habe in meiner Wohnung einen Mitbewohner/in gesucht und er wollte direkt einziehen.
    Ehrlich gesagt war mir das zu schnell. Auch hat er direkt Dinge wie "ich liebe dich" und sowas gesagt und ich konnte das nicht zuordnen.
    Jetzt ist das alles wie weggeblasen.

    Im Moment ist das bei mir eine Mischung aus totaler Verzweiflung (meine Ängste übermannen mich ständig und lähmen mich) und dem Gedanke, dass ja eigentlich alles okay sein müsste.

    Mit ihm darünber reden ist leider unmöglich.

    Nachdem er mir gestern ein paar Sachen gesagt hat, kam er wieder an - suchte Kontakt, wollte aber nicht mehr über die SItuation reden und quasselte von total trivalen Sachen.
    Ich bin mir da nie sicher ob das dann ein Zeichen von Zuneigung ist oder so.

    Habe mir jetzt übrigens ein Buch zu dem Thema bestellt
    Wenn der Mann nicht so toll wär, würde ich das sicher nicht so mitmachen (können).

  9. #9
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.423

    AW: ADSler geht mit Trennungsangstpatientin

    Nachdem er mir gestern ein paar Sachen gesagt hat, kam er wieder an - suchte Kontakt, wollte aber nicht mehr über die SItuation reden und quasselte von total trivalen Sachen.
    Ich bin mir da nie sicher ob das dann ein Zeichen von Zuneigung ist oder so.
    So eine Verhalten kenne ich bei mich (und anderen auch) und es ist so: Ja, es ist Zuneigung, aber auch Angst von die eigene Emotionen. Ich will näher kommen, aber die Situation wühlt mich zu viel auf, ich brauche noch Zeit und etwa Vertrauen aufzubauen. Ich würde da mitmachen, auch wenn er über trivialen Sachen redet, vielleicht auch mal miteinander lachen und irgendwann wird er bereit sein über einiges anders zu reden... Oder du probiert es, aber sehr sehr vorsichtig...

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