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Diskutiere im Thema Eheberatung im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 11

    Eheberatung

    Ihr Lieben,

    mein Mann (ADSler) und ich möchten lernen, besser miteinander umzugehen.
    Normalerweise würde ich jetzt einen Termin in einer Beratungsstelle machen oder mich auf die Suche nach einer Paartherapie machen. Aber macht das Sinn bei ADS? Geht das nicht eher nach hinten los, wenn die häufige Sprachlosigkeit, Müdigkeit oder Unaufmerksamkeit meines Mannes ihm als Desinteresse ausgelegt oder ihm womöglich mangelnde Mitarbeit vorgeworfen wird? Ist es nicht zwingend notwenidg, dass wir uns an jemanden wenden, der sich mit AD(H)S auskennt?
    Wer kennt eine gute Stelle oder einen Therapeuten in unserer Nähe (bei Dortmund)?
    Wer kann mir einen Tipp geben?

    Viele Dank schon mal und liebe Grüße,
    kuriba

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 124

    AW: Eheberatung

    Hallo Kuriba,

    Christine Beerwerth schreibt in " Suche dir Menschen, die dir guttun" dazu:
    "Eine Paartherapie....könnte das Mittel der Wahl sein, wenn sie denn bei ADS funktionieren würde. ......nur in Ausnahmefällen von Erfolg gekrönt.....muss Eheberatung einen großen Anteil von Coaching haben, der auf das Naturell von Menschen mit ADS zugeschnitten ist. "

    Unrecht hat sie damit sicher nicht. Wobei es sicherlich auch eine Rolle spielt, ob beide Partner oder nur einer ADS-betroffen ist.

    Wichtig ist, dass ihr euch auf jeden Fall einen Therapeuten sucht, der Erfahrungen mit ADS hat, sonst geht das sicherlich in die Hose.

    Auch ich lebe als Nichtbetroffene mit einem ADS-Mann zusammen, was immer wieder zu Kommunikationsproblemen führt. Aber persönliche Erfahrungen mit Paartherapie kann ich leider keine beisteuern.

    LG Bindi

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Eheberatung

    Liebe Bindi,
    erst mal danke für deine Antwort.
    Ich habe das Buch (und von Cordula Neuhaus: Lass mich, doch verlass mich nicht) auch gelesen und glaube deshalb auch, dass wir jemanden mit ADS-Erfahrung brauchen. Wir wollen jetzt erst mal nach Münster zum offenen Treffen gehen, vielleicht hilft ja auch schon mal der Austausch mit anderen Paaren.
    Wie lang seid ihr denn schon zusammen? Mein Mann ist übrigens erst seit Dezember klar diagnostiziert, den Verdacht hatte ich aber schon lang.
    Wir sind jetzt erst mal froh, dass das Kind einen Namen hat.

    Liebe Grüße,
    kuriba

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 124

    AW: Eheberatung

    Hallo,

    wir sind seit 1,5 Jahren zusammen. Auf den Verdacht ADS bin ich erst vor kurzrm gekommen. Aber alles spricht dafür. Natürlich möchte er es auch testen lassen. Er ist froh, dass ich ihm zu einer möglichen Antwort auf seine Frage verholfen habe. Aber er hat soviel "wichtigere" Sachen im Kopf, dass er nicht selbst die Initiative ergreift. Letztens hat er endlich in der Heidelberger Uni-Klinik angerufen, hatte aber eine seiner Meinung nacht nicht kompetente Person am Telefon. Und das wars. Wenn ICH möchte, dass er sich testen lässt, muss ICH mich drum kümmern.

    Die Gruppe in Münster zu besuchen, ist sicherlich eine gute Entscheidung. Ich möchte selbst als ADS-Coach arbeiten und informiere mich deshalb gerade über die Möglichkeiten. Demnächst werden wir zurück nach Bo-Wattenscheid ziehen. Dort gibt es eine Selbsthilfegruppe " Andersartig", die wohl mit den Münsteranern eng verbunden sind.
    Ich weiß ja nicht, wo "Nähe Dortmund" ihr wohnt. Wattenscheid ist vielleicht gar nicht so weit.

    LG Bindi

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Eheberatung

    Liebe Bindi,
    ja zu der Wattenscheider Gruppe hab ich auch Kontakt aufgenommen, die waren auch sehr nett per mail. Über Münster hat mein Mann den Film gesehen mit Laif, der war ihm sympathisch, deshalb möchte er dahin. Ich bin froh, wenn wir überhaupt etwas gemeinsam damit oder dagegen tun.
    Und das mit dem "wichtigeres im Kopf haben" kenn ich auch gut von ihm . Seit er die Diagnose hat (Dr.XXX in Castrop-Rauxel, schon mal gehört?), soll er einen Termin mit ihm vereinbaren, damit sie über eine Medikamentierung sprechen können. Zwei Termine hat er dann abgesagt und auch bisher noch keinen neuen gemacht, weil er so viel anderes zu tun hat! Er hat auch große Angst davor, ein Medikament zu nehmen.
    Dazu kommt, dass er beruflich sehr viel unterwegs ist und immer kurzfristig gebucht wird, er ist freiberuflicher Veranstaltungstechniker. da ist das mit den Terminen und dem Planen eh schwierig.
    Naja, den Termin in Münster bekommen wir aber hin. Bin schon sehr gespannt drauf! Vielleicht probieren wir aber Wattenscheid auch, in Dortmund gibt es ja auch eine SHG. Aber das darf mein Mann dann entscheiden.
    Liebe Grüße
    Kuriba

    [Edit Marvinkind]: Name des Ärztes musste entfernt werden, wegen dem Persönlichkeitsrecht.
    Geändert von Marvinkind (23.01.2010 um 21:06 Uhr) Grund: Name entfernt-> Persönlichkeitsrecht

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Eheberatung

    Hallo,

    mein Mann und ich (er wahrscheinlich ADHS, ich wahrscheinlich ADS, unser Kind wurde jetzt positiv getestet) haben 2 Eheberatungen hinter uns, eine vor 7 Jahren bei einem Sozialarbeiter mit Zusatzausbildung, eine vor ca.4 Jahren bei einem Psychologen.
    Ersterer war total überfordert, Zitat: "ich weiß nicht, was mit Ihnen los ist, im Wartezimmer höre ich Sie miteinander lachen und hier fallen Sie verbal übereinander her".
    Der Psychologe hat zumindest unsere fehlende Impulskontrolle erkannt, glaubte aber, uns durch bessere Kommunikationstechniken helfen zu können - zu deren Vermittlung er letztendlich nicht mehr gekommen ist, weil wir uns in der Therapiezeit ständig gezofft haben und dann die von der Kasse bezahlten Sitzungen vorbei waren.
    Einige Sachen, die er uns gesagt hat waren trotzdem ganz hilfreich, andere waren aber - nach unserem heutigen Wissensstand - einfach falsch.
    Besser als die damalige Therapie haben uns jetzt schon das Wissen um unsere Störung und der Austausch darüber geholfen. Gab es früher ein Riesen-Theater, wenn ich etwas vergessen hatte - "du hast schon wieder was vergessen" "ja, aber du hast es mir nicht richtig gesagt/ich wurde abgelenkt" sage ich jetzt einfach "tut mir leid, was können wir denn jetzt tun" und es ist meistens gut.
    Auch die Differenzen mit der Kindererziehung sind kleiner geworden. Er hat eingesehen, dass möglichst laut brüllen nichts bringt, ich habe eingesehen, dass sich der Störung des Kindes um jeden Preis anpassen auch nichts bringt.
    Unser Kind fängt nächste Woche mit MPH an, wir sind schon gespannt, was sich dadurch verändert, auch für uns.
    Bei meinem Mann hilft auch regelmäßiger Sport viel und ich probiere jetzt mal andere homöopathische Medikamente gegen meine Durchschlafprobleme aus. Wenn wir unsere Testergebnisse haben und sich der Verdacht bestätigt, werden wir wahrscheinlich beide Verhaltenstherapien machen - ob das gemeinsam oder jeder für sich sinnvoll ist, entscheidet sich dann.

    Lange Rede, kurzer Sinn: meiner Meinung nach sollte zuerst das ADHS behandelt werden, dann können viele Probleme schon weg sein. Nach Absprache mit dem behandelten Arzt und dem hinzugezogenen Psychologen kann das andere dann noch dazukommen.

    Lieber Grüße, lass dich nicht entmutigen pain

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Eheberatung

    hallo..
    oh oh..seid mir nicht böse, aber "das ADHS erst behandelt werden"?.. das klappt nicht, weil DAS ADHS nicht behandelbar ist..meistens ja eher die Selbstwertproblematik oder das schlechte Selbstmanagement der ADSler..

    systemische familientherapie befasst sich z.B. mit der Thematik, dass es nicht eine person gibt, die nicht funktioniert, sondern dass es im Zusammenleben mit den anderen erst zu den Problemen kommt...
    ich bin selber im päd.-therap. Bereich tätig und da wird ganz klar, dass wenn in einer Beziehung etwas nicht gut funktioniert, alle Teilnehmer miteinander an sich arbeiten müssen..

    es muss halt ein Coach sein, der einfach sein fach versteht.. ob er sich mit ADS auskennt oder nicht, seien wir da mal ehrlich, ist beinah nicht ganz wichtig.. denn alle menschen haben die gleichen Probleme, viele Beziehungen leiden an Komunkikationsproblemen..
    und schließlich seid ihr beide nicht nur ADS, sondern 2 menschen mit sehr vielen Erfahrungen im Leben..
    Wenn man zu viel rücksicht (in dem fall) auf ADS nimmt, kann man sich zwar mit und durch das ADS vieles erklären, aber Methoden um miteinander klar zu kommen, lernt man dann nicht automatisch..

    libe grüße

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Eheberatung

    Zitat:

    "es muss halt ein Coach sein, der einfach sein fach versteht.. ob er sich mit ADS auskennt oder nicht, seien wir da mal ehrlich, ist beinah nicht ganz wichtig.. denn alle menschen haben die gleichen Probleme, viele Beziehungen leiden an Komunkikationsproblemen.."

    Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Wir hatten einen sehr guten Therapeuten, der sich aber offensichtich nicht mit Erwachsenen-ADHS auskannte. In der Therapie, die ja für uns beide einen starken positiven Reiz darstellte, hat er uns als Menschen erlebt, die sich konzentrieren und zuhören konnten und engagiert für die Beziehung gekämpft haben.
    NIcht erlebt hat er uns im Alltag, in dem die Reizüberflutung in unserem Kopf uns mürrisch und reizbar macht und wo wir Sätze nur halb hören oder schon durch unsere Körpersprache signalisieren, dass wir nicht angesprochen werden wollen.
    Das sind meiner Meinung nach schon "besondere" Kommunikationsprobleme", wobei das wahrscheinlich auf jede Störung oder Krankheit zutrifft, dass der Therapeut wissen sollte, welche besonderen Probleme sich daraus ergeben.

    Nichts gegen deine Theorie, dass eine Familie ein System ist, in dem alle an sich arbeiten müssen. Aber es gibt eben auch Menschen, die erst eine Therapie brauchen - mit oder ohne Medikament - um sich selbst wieder richtig wahr zu nehmen und in wirklichen Kontakt mit anderen treten zu können.

    Gruß pain

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Eheberatung

    hallo nacken..
    es ist nich tmeine Theorie..sonmdern eine bewährte. kennst du dich in der sytematischen Familientherapie aus, oder warum schließt du sie aus?
    sie ist auch fachlich gut im Gange, so dass ich weiß, dass du da leider nicht recht hast..
    ADHS ist nicht heilbar.. und das Stigma, was sie ein mensch vor sich selber holt, wenn er sagt, ich lasse mich in meiner Andersartigkeit behandeln, kann ja nur zu Unzufriedenheit führen.
    Denn oft wird der ADSler nur wirklich in seiner Art beeinträchtigt, wenn die anderen nicht mitspielen..
    zudem nacken: kann dein Therapeut nicht allzu inovativ und wissenschaftlich gehandelt haben, wenn er in einer Paartherapie mit euch allein gesessen hat. schließlich geht es um 2 personen, und jeder von ihnen sollte einen "Anwalt" für sich haben.. so versuchen es viele Praxen zu gewähren..
    liebe grüße

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 124

    AW: Eheberatung

    Hallöchen,

    ich möchte demnächst als ADS-Coach arbeiten ( ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie). Dazu lasse ich mich auch gerade in Systemischer Therapie ausbilden. Ist einfach gut, weil man die ganze Familie oder den Chef mit einbeziehen kann. Desweiteren habe ich spezielle Seminare zu ADS, Hirnforschung, Lernen, Entspannung hinter mich gebracht und habe auch noch welche vor mir. Etliche Fachbücher habe ich natürlich auch gewälzt.
    Interressant ist zB auch Grundlagen des Improvisationstheater zu erlernen, um sich immer wieder neu ( spontan) auf den Klienten einstellen zu können.

    Ganz besonders wichtig ist, dass der Coach vor Ort arbeitet, dh beim Klienten zu Hause oder am Arbeitsplatz. So kann er den ADSler in seinem sozialen Umfeld erleben und beraten, zB. im Umgang mit dem Partner.

    Leicht wird das sicher nicht, aber ich freue mich schon sehr auf diese Arbeit.

    LG Bindi

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