Zeige Ergebnis 1 bis 5 von 5

Diskutiere im Thema ADS ohne Medikamente und ohne Therapie ... dafür Alkohol im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    ADS ohne Medikamente und ohne Therapie ... dafür Alkohol

    Hallo zusammnen,

    ich mache diesen Thread auf, nicht nur weil ich gerne mal eure Einschätzung zu dieser Situation hätte, sondern auch ums einfach mal loszuwerden.

    Bei meiner Frau wurde Anfang 2011 ADS in Verbindung mit starken Depressionen diagnostiziert. Überhaupt auf die Idee an ADS zu leiden, ist sie erst gekommen, da es einige Monate zuvor schon bei unserem Sohn diagnostiziert wurde. Darauf hin wurde natürlich das Internet durchforstet und Literatur angeschafft. Und so sind wir drauf gekommen auch für sie einen Arzt zu konsultieren.

    Kurz nach der Diagnose ging es meiner Frau auch unmittelbar besser, da sie nun plötzlich wusste was bei ihr schon das ganze Leben "anders" lief. Sie bekam damals Elontril und Medikinet verschrieben und fühlte sich damit auch erstmal besser. Allerdings hat die positive Wirkung der Medikamente wohl ziemlich schnell nachgelassen und meine Frau hat sie so nach und nach einfach nicht mehr genommen. Auch zur Ärztin, die die Diagnose stellte, möchte sie nicht mehr gehn, wie auch zu keinem anderen Arzt oder Therapeuten.

    Sie hat nun vor ein paar Jahren angefangen abends Alkohol zu trinken. Erst warens nur ein zwei Gläser Wein und ich habe mir nichts weiter dabei gedacht. Vor allem, weil ich selbst abends öfters gerne mal ein Bier trinke. Inzwischen ist es nun so, dass eine Flasche Rotwein abends bei ihr keine Seltenheit ist, sondern eher die Regel. Wenn ich sie darauf anspreche, dann wird sie stinksauer und es endet im Streit. Sie sagt, das sei ihre einzige Möglichkeit abends zur Ruhe zu kommen und den D-Zug in ihren Kopf mal auszubremsen. Im Prinzip wirft sie mir dann vor, dass ich ihr das wegnehme und es ihr dann wegen mir schlecht geht.

    Ich bin natürlich super hin- und hergerissen. Ich will ja weder dass es ihr schlecht geht noch dass meine Frau sich mit dem Alkohol kaputt macht. Inzwischen merken auch die Kinder, dass da was nicht stimmt. Meine Bitte, nochmal einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen, will sie nicht hören. Da stellt sie sich vollkommen quer. Sie habe ja schon alles versucht, was Medikamente und Ärzte betrifft, das helfe ja bei ihr nicht.

    Ich selbst bin natürlich kein Arzt, aber je mehr ich über ADS lese, desto mehr bekomme ich den Eindruck, dass ein regelmäßiger Kontakt zu einem Arzt/Therapeuten hilfreich ist. Gerade wenn es einem halt auch nicht gut geht. Ich würde meine Frau da so gerne unterstützen, aber ich kann für sie nicht die Entscheidung treffen zu einem Arzt zu gehen. Ich glaube aber sie schafft das einfach nicht ohne ärztliche Hilfe.

    Vielleicht hat ja jemand vielleicht eine Idee was ich da noch tun kann. Ich bin mir da auch halt immer hölle unsicher, denn ich hab das ADS ja nicht. Den Vorwurf: "Du weißt ja nicht wie beschissen es mir geht", muß ich ja so stehn lassen, denn das weiß ich ja in der Tat nicht. Und nur weil ich glaube zu wissen was für meine Frau das Beste ist, muss das ja nicht unbedingt richtig sein.

    Wenn ich ehrlich bin würde ich schon am liebsten selbst einen Therapeuten aufsuchen, denn diese Situation nagt doch auch sehr an mir. Allerdings habe ich doch Angst, dass ich meine Frau damit noch mehr aus der Bahn werfe, wenn "ich" jetzt zum Therapeuten gehe, weil "sie" krank ist. Es ist echt zum Mäuse melken ...

    So jetzt hab ich den Beitrag ne Stunde angestarrt, jetzt sollte ich ihn wohl auch absenden.

    Grüße
    Micro

  2. #2
    salamander

    Gast

    AW: ADS ohne Medikamente und ohne Therapie ... dafür Alkohol

    alkohol = selbstmedikamention in dem fall und so richtig sch...

    aber wenn du selbst bier trinkst, kommt's nicht gut, wenn du mit ihr über ihren rotweinkonsum sprichst.
    ihre eigene logik ist schon stimmig, dass alk erstmal ruhiger macht, aber das nur im ersten moment.
    im zweiten ist die wirkung gegenteilig, schlechter schlaf, dicker kopf am nächsten tag, schlechte stimmung, depressionsfördernd, zusätzlich konzentrationshemmend.


    als angehöriger in so einem fall etwas bewirken zu wollen, geht meistens nach hinten los. das erkennen muß von ihr kommen und sie braucht für sich eine strategie wie sie ruhe in ihren kopf bringt.


    wenn du zum therapeuten gehst, um für dich mit dieser situation klar zu kommen, und eigenen strategien zu entwickeln, ist das absolut in ordnung und wird dir ganz persönlich ganz sicher helfen, auch im sinne der co-abhängigkeit und die aufzulösen.
    zum therapeuten zu gehen, weil sie krank ist, geht absolut nach hinten los. hilft weder dir noch ihr, wird von ihr als übergriffig eingeschätzt und ist es auch.


    was euch beiden vielleicht helfen kann ist eine paartherapie, wo es um EURE, NICHT UM ihre Probleme geht, so dass jeder lernt bei sich zu bleiben, und das eigene in, in seinem sinne geregelte bahnen zu lenken. was man ende dabei heraus kommt ist allerdings - wie in jeder therapie - offen.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 96

    AW: ADS ohne Medikamente und ohne Therapie ... dafür Alkohol

    hallo mirco!

    evl wäre für Dich eine adhs selbsthilfegruppe für angehörige etwas!

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.956

    AW: ADS ohne Medikamente und ohne Therapie ... dafür Alkohol

    Salas Beitrag habe ich nur hinzuzufügen, dass ansonsten deine Logik durchaus stimmig ist. Auch wenn du nicht weisst, wie sich AD(H)S anfühlt, so hast du recht, wenn du sagst, dass das, was sie da gerade macht, nicht gut ist und ihr eine Arzt-Therapeuten-Kombi vermutlich besser helfen würde. (Es gibt ja nicht nur ein Medikament und ggf. muss auch eine Dosiseinstellung vorgenommen werden und/oder alternativ vielleicht über weitere Medikamentation z. B. im Rahmen einer Depression nachgedacht werden. Dazu gehört natürlich eine entsprechene Diagnose. Natürlich gibt es auch Nonresponder, aber die sind seltener als man glaubt und selbst dort wäre noch die Möglichkeit ggf. über andere Medikamentation vielleicht einen Effekt zu erzielen.) Aber wie du und auch schon Sala schon richtig bemerken: Es muss von ihr kommen - alles andere ist übergriffig.

    Die Gefahr, die ich jedoch gerade sehe ist, dass du in eine Co-Abhängigkeit rutscht. Da kann ich wieder auf Salas Beitrag verweisen.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: ADS ohne Medikamente und ohne Therapie ... dafür Alkohol

    Hi,

    vielen Dank schon mal für eure Antworten. An eine Paartherapie habe ich auch schon mal gedacht. Das Problem ist, dass meine Frau halt auch ein sehr verschlossener Mensch ist. Sie hat weder eine typische "beste Freundinn" noch sonst jemanden, mit dem sie mal ansatzweise über ihre Probleme sprechen würde. Das zieht sich schon durch ihr ganzes Leben. Ich glaube sie hatte nie wirklich jemanden, dem sie sich anvertraut hat. Selbst mir gegenüber hat sie da ihre Probleme. Sie frisst so viel in sich hinein ... Sie hat da eine riesige Schutzmauer um sich herum aufgebaut. Sich dann einem Therapeuten gegenüber zu öffnen ist natürlich etwas das ihr extrem Angst macht. Das wird bei einer Paartherapie nicht anders sein. Allerdings wäre das wirklich erstmal ein ganz guter Ansatz, der vielleicht nicht so einen Beigeschmack für sie hat (Stichwort "übergriffig"). Denn ich werde irgendwann sicher den Schritt zum Therapeuten wagen, sie kann dann die Entscheidung treffen ob wir diesen Schritt zusammen gehen oder nicht. Angst vor ihrer Entscheidung hab ich jetzt schon.

    Was eine Selbsthilfegruppe für Angehörige angeht hab ich da noch nicht wirklich was gefunden, das meiste richtet sich an Betroffene Erwachsene oder aber Eltern von Kindern mit ADS. Das wäre glaube ich auch besser zu zweit anzugehen.

    Bis dann

    Micro

Ähnliche Themen

  1. Studium ohne Medikamente
    Von Savas im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 58
    Letzter Beitrag: 27.09.2015, 21:48
  2. Ohne Medikamente
    Von Sally im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 8.02.2014, 22:39
  3. Therapie ohne Medikamente???
    Von Gangnam im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 21
    Letzter Beitrag: 25.07.2013, 19:41
  4. Selbstbeobachtung ohne Medikamente?!
    Von Sally im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 20.09.2009, 10:45

Stichworte

Thema: ADS ohne Medikamente und ohne Therapie ... dafür Alkohol im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum