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Diskutiere im Thema Hilfe. im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 10

    Hilfe.

    Hallo.

    Wie ich bereits in meiner Vorstellung geschrieben habe, suche ich ein paar Antworten.
    Hier einige Info´s zu der Situation in der ich mich befinde:

    Ich lebe seit 3 Jahren in einer sehr schönen Beziehung mit einer jungen Frau, die unter ADS leidet. Am Anfang unserer Beziehung haben wir noch über das Thema gesprochen, Sie hat mir Bücher und Material gegeben, damit ich mehr über Ihre "Krankheit" lernen kann, da sich in Behandlung geben wollte (und auch noch ist). Schon dort gab es hin und wieder seltsame Situationen zwischen uns, in denen Sie impulsiv oder irrational gehandelt hat. Auch mit Ihren Eltern lag Sie öfters im Streit.Aber wir hatten nie größeren Streit oder Diskussionen.
    Als Sie dann mit Ihrem Studium begann, zogen wir zusammen (vor etwas mehr als anderthalb Jahren). Auch da war noch alles in Ordnung. Haushalt untereinander aufgeteilt und als Team gegenseitig geholfen und unterstützt wo es nur geht. Leicht zu überfordern war Sie schon immer, aber es hielt sich in Grenzen.

    Ich selbst bin sehr engagiert und übe neben meinem Beruf noch ein Ehrenamt aus und Besuche die Abendschule zum staatl. gepr. Betriebswirt. BIn also etwas beschäftigt. Dies hat unsere Beziehung aber nie sonderlich gestört, da man sich immer so gut es ging Zeit für einander genommen hat.

    Jedoch bin ich seit einem guten halben Jahr selbst sehr unter Stress, vorallem da mein jetziger Arbeitgeber mich sehr viele Nerven und Gesundheit kostet (neue Stelle wird bereits gesucht und sehr wahrscheinlich auch bald gefunden). Sie steht in Ihrem vorletzten Uni-Semester und hat viele Kurse belegt und im gegensatz zum Studiumanfang sehr lange Schultage. Was Sie sehr fordert und auch belastet. Ich versuche gut für Sie da zu sein und Sie zu entlasten wo es nur geht. Da meine Nerven jedoch auch sehr blank liegen, reagiere ich von Zeit zu Zeit (leicht) gereizt auf Ihre Art. Nun ist meine Freundin seit 3 Monaten jedoch sehr still und in sich gekehrt. Auf Fragen kommen meist keine Antworten (war immer so, Sie schweigt gerne über eigene Probleme, vertraut sich nur schwer anderen an..). Letzte Woche kam es dann zu 2 längeren Diskussionen, es flossen viele Tränen Ihrerseits und nach noch längeren Diskussionen wurde wieder gelacht und "es war alles wieder gut". So auch am Samstag nach der letzten Diskussion. Sonntagsmorgens sagt Sie auf einmal: Ich brauche ein wenig Zeit für mich, ich fahre zurück zu meinen Eltern.
    Abends kam dann spät eine SMS, das Sie erst einmal bei Ihren Eltern bleiben möchte und sich Gedanken machen muss. Nähere Informationen kamen nicht wirklich. Nun sitze ich hier und weis nicht weiter. Ich will Ihr Ihre Zeit zum Nachdenken geben. Ich weis auch, das es in der letzten Zeit nicht einfach war. War selbst die Woche beim Arzt und habe mir etwas gegen den Stress verschreiben lassen. Und mehr als auf Ihre Antwort warten kann ich auch nicht. Ich mache mir jedoch ziemlich Vorwürfe, nicht genug Rücksicht auf Sie und Ihre Krankheit genommen zu haben.
    Jetzt bleiben für mich die Fragen: Wenn man noch etwas retten kann, wie soll man sich danach verhalten? Was kann ich für unsere und in Zukunft besser machen?
    Und wie sollte ich Allgemein mit Ihr umgehen, wenn die Belastung für Sie zu groß wird?

    Ich hoffe mir kann jemand eine gute Antwort geben und entschuldige mich für den langen Post.

    Liebe Grüße,
    Belagos

  2. #2
    Rar


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 127

    AW: Hilfe.

    Liest sich für mich abschließend so, als befürchtest du, es wäre aus.

    Ich würde mich genau damit an deine Freundin wenden. Teil ihr deine Befürchtungen und Ängste mit.

    Das sind für mich alles Fragen, die man so in dem Rahmen garnicht beatnworten kann.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.968

    AW: Hilfe.

    So sehe ich das auch.

    Zumal - auch wenn es nur aus deiner Sicht geschrieben und damit vermutlich etwas einseitig ist - du ihr doch schon hilfst im Rahmen deiner Möglichkeiten. Also frage sie direkt, wie es um euch steht und wie, wo und was du ihr ggf. noch an Unterstützung angedeihen lassen kannst, achte aber darauf, dass du das auch erfüllen kannst, denn auch Nicht-AD(H)Sler haben einfach ihre Grenzen. Führe ins Feld, dass du auch angespannt bist, aber der Jobwechsel ja offenbar bevor steht (Nicht als Vorwurf formulieren, sondern als Hinweis, das es hoffentlich nicht mehr lange so ist.).

    Und wenn sie ihre Ruhe zum Nachdenken und Sortieren braucht, dann wirst du sie wohl lassen müssen. Manchmal ist das so, dass innen einfach sehr viel vor sich geht, was nicht immer unbedingt negativ sein muss. Letztendlich wird sie dir sagen müssen, was los ist.

    Im weiteren Verlauf - so er denn gegeben ist - solltet ihr aber vielleicht an dem Thema Kommunikation arbeiten. Ist nur so ein Gedanke, aber ihre Rückmeldung könnte auch dir helfen mit der Situation "AD(H)S" besser umzugehen. Immerhin wird Gedankenlesen noch nicht an der VHS angeboten. Aber das bringe ggf. später und dann nach und nach ins Feld.

    Alles Gute!

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Hilfe.

    Hallo Belagos,

    ich merke bei meinem "Bekannten" (siehe anderer Thread) auch gerade diese Situation. Er verschliesst sich durch den Stress immer mehr. 1 1/2 Jahre konnten wir prima reden, war er offen und ehrlich (auch wenn er nicht immer alles offenbart hat). Nun denke ich manchmal ob es auch nur eine "Rolle" war. Er sagte mal: ich kann jede Rolle annehmen die ich will. Irgendwie beängsitigend. Auf jeden Fall bekomme ich seit 3 Monaten auf nachfrage nur immer: keine Zeit, zuviel Stress, mein Kopf ist voll, ich habe keine Hoffnungen mehr momentan, ich träume von nichts (keine Zeit für Träume, meine Gedankenrillen sind voll mit anderen Dingen. Die Träume hab ich noch, aber ich hab zuviel Stress um an meine Träume zu denken/glauben).......Leider komm ich garnicht mehr voran bei ihm. Manchmal antwortet er einfach nicht und genau wie bei Dir schickt er mir am nächsten Morgen "sonnige Grüsse" wie wenn alles in Ordnung ist, aber er hat eben keine Zeit für mich, zieht sich zurück und will auch nichts mehr mitteilen, was sich in seinem Leben abspielt. Also es ist wie von 100 nach 0. Ich glaube beinah ich war eine Zeitlang sein Hyperfocus und nun bin ich nur noch "Belast".

    Selbst macht mich dass sehr traurig. Ich gebe ihm jedoch Zeit und Freiheit. Ich denke das braucht Deine Freundin auch. Freiheit und Zeit mit sich selbst. Wenn ich eines gemerkt habe, ist es dass ein ADSler es hasst eingeschränkt zu werden.Auch das ständige "was ist denn los"......mein "Exemplar" antwortet darauf nicht, oder sagt "alles ok" nur das er seine Ruhe hat.

    Er schliesst sich manchmal das ganze WE alleine ein. Macht Musik oder was ihm gefällt. Dann, nach dem WE, kommt er in den Stress, da er das ganze Wochenende nichts "Nützliches" gemacht hat. Also, immer alles schön aufschieben und dann total gestresst alles auf einmal machen müssen. Dazu kommt dann Stress auf der Arbeit, Stress durch Familie (die anrufen oder wollen das er Weihnachtn hingeht (selbst der Gedanke ans Familienfest bereitet ihm Stress), dann seine Freudin im Ausland die will das er "beweise" von seinen Bewerbungsschreiben bringt (die er nicht hat, der er schon 3 Monate vor sich herschiebt ob er nun ins Ausland zu ihr zieht oder die Beziehung beendet, und insgeheimt hofft das sie es beendet).

    Selbst mir gegenüber kann er nicht sagen: ich habe keine Zeit für Dich, lass uns die Freundschaft beenden. Er würde es vorziehen, dass ich es beende.

    Ich mein nur, geb ihr vorerst Zeit, sie ist wohl überbelastet und das übernehmen von Verantwortung in einer Beziehung scheint mir für einen ADSler eine extra Belastung. So erlebe ich es. Ich kann jedoch nur berichten von den Erfahrungen die ich bis jetzt mache.

    Selber fühle ich mich auch hilflos in der Situation. ich warte bis wieder was kommt, da ich weiss: irgendwann wirds besser und ich kann nicht andringen sonst schliesst er sich noch mehr

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Hilfe.

    Hallo,

    wenn ich Dir einen Tipp geben darf, ich selbst bin mit einer ADHSlerin verheiratet, wirst Du Dich auf solche Reaktionen einstellen müssen. Beziehungen mit ADHSlern kennzeichen sich oft durch solche on/off Verhaltensweisen. Das hat nichts mir Dir persönlich oder der Zuneigung zu Dir durch Deine Partnerin zu tun, sondern Deine Partnerin braucht Zeit Ihre Gedanken/Eindrücke zu Ordnen, denn Du musst wissen, sie nimmt durch Ihre Reizfilterschwäche deutlich mehr wahr als Du. Zudem tun sich ADHSler schwer Themen abzuwägen sondern reagieren spontan und emotional ggf tut es ihnen kurz danach schon wieder leid und sie brauchen Ruhe um das Gefühlswirwar zu verarbeiten. Die Therapeutin meiner Frau hat mir in diesem Zusammenhang die dazugehörigen Prozesse im Gehirn ebenfalls erklärt, kann ich jetzt aber spontan nicht wiedergeben.

    Um ganz offen zu sein, solltest Du Dir parallel überlegen, ohne jetzt Wasser in den Wein gießen zu wollen, ob Du Dich persönlich solchen Situationen auch in Zukunft gewachsen fühlt, denn anhängig von der Schwere des AHDS bei Deiner Freundin, wird Situationen es geben wo sie Dich über alles liebt und verehrt und wiederum andere in denen Sie Dich zum Teufel schickt. Es wird ein lebendslanges Kommen und Gehen von Extremen sein.

    Gruß
    ADHS-Partner

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Hilfe.

    Hallo adhs-Partner,

    wie lange dauern solche Perioden denn? Kann das wirklich über wochen hin dauern, dass sich der Partner überlastet fühlt und sich "abschliesst"? Wie gehst Du damit um in einem solchen Fall? Probierst Du mit ihr zu sprechen oder lässt Du sie dann einfach mit dem entsprechenden Thema in Ruhe bis sie selbst auf Dich zukommt? Persönlich finde ich es schwer es nicht auf mich zu beziehen jedoch auf die Situation. Ich bin selbst HSPer und fühle mich dann im Stich gelassen oder im Ungewissen oder suche tausend Gründe was ich falsch gemacht habe oder anders machen sollte........oftmals denk ich dann auch irgendwann "le** mich am Ar***" aber schon am nächsten Tag hoffe ich was zu vernehmen, zumindest ein Lebenszeichen, dass es ihm gut geht. Obwohl, wie gesagt, wenn er sagt "alles ist gut", weiss ich meistens dass das auch nicht stimmt, aber was dann wirklich los ist erfahre ich auch nicht. Zumindest momentan nicht.....danach, viel später, dann vielleicht doch wieder.....wenn ER bereit ist darüber zu sprechen.......man hängt also in der Warteschleife..........Es wäre interessant zu hören wir ihr in Eurer Ehe damit umgeht, so das es nicht eskaliert in einen Streit....

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Hilfe.

    Hallo Schmetterlil,

    leider kann ich Dir dazu kein Patentrezept geben, gibt es auch nicht. ADHS ist oft so individuell wie die Menschen selbst. Es ist unheimlich viel Tolleranz und Leidensfähigkeit von Deiner Seite erforderlich. Daher auch Eingangs mein Heinweis auf das Leben in Extremen. Was meine Erfahrung gezeigt hat, keine Gegenposition zu seiner Meinung einnehmen sonst eskaliert der Streit nur weiter.
    Ansonsten ist eine situationsabhängige Reaktion gefordert, was heute noch gut ist kann Morgen schon wieder falsch sein, abhängig wie die emotionale Befindungslage gerade ist. Diese Verhaltenmuster mit Hintergründen wurden mir von der Therapeutin meiner Frau erklärt, was mir geholfen hat, die Punkte nicht auf mich zu beziehen, sondern diese einem bestimmten Verhaltensmuster zuzuordnen. Du musst allerdings aufpassen, nicht jegliche Unzufriedenheit mit Deinem Freund so "abzuwickeln", sonderen auch Dein Verhalten selbst überprüfen. Eine sehr schwierige Gratwanderung.

    Nimmt denn Dein Freund Medikamente? Diese führen zumindest dazu, dass die Extreme etwas gedämpft werden. Setzte aber, wenn er sie noch nicht nimmt, keine übergroßen Hoffnungen hinein. Es wird sich verbesser/verändern, etwas helfen, aber alleine Medikamente reichen nicht aus, Psychotherapie wird ergänzend notwendig sein. Um diesen Weg zu gehen, ist allerdings von seiner Seite auch die Selbsterkenntnis erforderlich, dass er etwas ändern will.

    Gruß
    ADHS-Partner

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Hilfe.

    Wow, vielen Dank für die immer noch vielen Antworten!

    Bei mir hat sich die Situation wie folgt entwickelt: wir hatten Ende letzter Woche ein längeres Gespräch,
    Eine sehr sehr kurze Zusammenfassung: Nachdem Sie sich meine Gedanken angehört hat kam Sie mit Ihrer Entscheidung auszuziehen und wir sollten lieber getrennte Wohnungen nehmen und eine Zeit Abstand halten. Das haben wir dann weiter besprochen.Damit wären jedoch weder Ihre noch unsere Probleme gelöst worden.Nach einiger Zeit hat Sie dann selbst verstanden das es besser wäre, zusammen einen Weg zu finden und sich gegenseitig zu helfen. Vorallem war Sie sehr erfreut über all die Dinge über die ich nachgedacht habe.
    Unsere Lösung für die Zukunft: wir wollen mehr miteinander sprechen. Bisher haben wir Sonntag als gemeinsamen Tag genutzt, zusammen gefrühstückt etc. Absofort wollen wir Ihn dann auch nutzen und über Probleme sprechen die in der Woche angefallen sind. Weiter wollen wir mehr Rücksicht aufeinander nehmen und entspannter an die Sache rangehen (auch mal ein gemeinsamer Termin bei Ihrer Therapeutin usw. ) Um die ganze Aktion etwas zu beruhigen wohnt Sie noch eine Weile bei Ihren Eltern und wir treffen uns ab und zu, bis Sie sich wieder komplett beruhigt hat.
    Danach wollen wir dann weitermachen wie bisher.
    Soviel zu der Situation wie Sie im Moment ist.

    Liebe Schmetterlil, was ich in 3 Jahren mit meiner Freundin gelernt habe ist einfach: Egal was ist, nimm es nicht übel. Wir sind zwar auch nur Menschen, haben auch unsere Probleme und Lasten, sollten jedoch Versuchen so gut es geht für den Partner/Freund mit ADS da sein. Es ist nicht leicht und kostet viele Nerven. Aber wenn die andere Person einem nichts bedeuten würde,hätte man ja schon längst den KOntakt abgebrochen. Man muss halt versuchen allen Konflikten ein wenig aus dem Weg zu gehen und mehr einzustecken als bei "normalen" Menschen... Habe sehr hart lernen müssen das Diskussionen nichts bringen. Lieber selbst zurückhalten und einfach einstecken, bis die Lage sich beruhigt. Als Außenstehender kann man sowieso nicht viel tun.
    Mich belastet das abwarten und passiv sein auch sehr... aber ich habe Vertrauen das es wieder werden kann. Auch wenn es Zeit dauern wird. Was ich gerne möchte, ist mehr zu lernen und mehr Erfahrung zu bekommen... Damit so Extrem-Reaktionen in Zukunft seltener werden.

    Lieber adhs-Partner: Danke für deine Antworten. Es freut mich zu sehen das Beziehungen und Ehen auch funktionieren können. Das gibt mir Mut für mich und die Zukunft.
    Ich für meinen Teil habe beschlossen dieses ewige auf und ab auf mich zu nehmen. Das habe ich Ihr in dem Gespräch auch gesagt. Ich kann dir nicht sagen warum und weshalb, man könnte ja auch einfach sagen: Keine Lust.. Ich suche mir lieber jemand stressfreieren. Aber sowas kommt mir nicht in den Sinn. Dafür habe ich Sie zu gerne.

    Liebe Grüße,
    Bela

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Hilfe.

    Hallo an Alle, was ich mich immer gefragt habe: warum sind einige Menschen(auch ich) so fixiert auf diesen Partner? Teilweise habe ich ich auch in anderen Foren Antworten gefunden. Es ist das ewige Auf und Ab. Unser Gehirn gewöhnt sich daran. Es ist wie eine Sucht. Wir schütten Adrenalin aus, wenn es übel läuft, und Serotonin wenn alles gut ist. Nach einiger Zeit brauchen wir das. Das trifft auch nicht jeden Menschen. Meist sind es Menschen die mehr an andere denken als an sich selbst.

    Ich schreibe das, weil ich langsam nicht mehr glaube, dass das Liebe sein kann. Mein Mann lebt irgendwie sein eigenes Leben. Wenn es schwierig wird, macht er sich vom Acker und kann dann gut eine Woche nur im Bett liegen und in den Fernseher schauen. Jeder neue Tag ist ein neues Leben, was gestern war hat er "vergessen", an Morgen denkt er eh nicht. Eigentlich ist er nur eine Belastung für mich und seine Tochter, aber ich bin nicht in der Lage ihn nach "weißen Sand" zu schicken!

    Leider sehe ich auch nicht, dass sich vielleicht doch noch was ändert, wenn ich das alles hier so lese. Man muss sich wirklich fragen wie leidensfähig man ist. Irgendwann kommt der Punkt, da geht es einfach nicht mehr. Man hat doch auch Verantwortung für sich selbst, finde ich. Fakt ist: ich mag nicht in einer Psychosomatischen Klinik landen, Medikamente nehmen müssen und zu Gesprächstherapien laufen, damit ich klarkomme und noch mehr einstecken kann.

    Das sind seit Wochen meine Gedanken und ich komme zu keinem Ergebnis. Und jetzt?

    LG Tessa

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Hilfe.

    Hallo Tessa,

    ich kann Deine Gedanken voll und ganz nachvollziehen. Nach meiner Erfahung sind ADHSler angagierte und motivierte Menschen oft mehr als andere, nur eben gibt es da auch die negativen Seiten, die vor allem die Mitmenschen treffen. Abhängig von Schwere und Ausprägung von ADHS sind die Reaktionen für die Partner unterschiedlich verletzend. Ein Bekannter hat sich jetzt nach langem Kampf entschlossen sich von seiner Frau (ADHS) zu trennen.
    Er hat 5 Jahre für seine Ehe gekämpft, wurde über die Jahre parallel aufs übelste von ihr, in ihren down Phasen beschimpft und beleidigt. Um jede Nähe und Zährtlichkeit musste er ringen. Seine Frau hat sich zunehmend von Ihm abgegrenzt, es ist gut, es beruhigt mich wenn Du da bist, mehr aber nicht, waren ihre Worte sagte er mir mal. Nach der Trennung ist er in einer Psychotherapie und seine Therapeutin frage ihn mal, wie er das ganze so lange ohne eine Möglichkeit zum Auftanken in der Beziehung durchgehalten hat.

    Ich habe zumindest in den guten Zeiten noch die Möglichkeit wieder aufzutanken, nur wenn das auch nicht mehr ist weiß ich auch nicht....

    Auf der anderen Seite ist es gut, zu sehen, dass man doch nicht der einzige Mensch auf der Welt ist, der diese Probleme hat.

    Gruß
    ADHS-Partner

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