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Diskutiere im Thema Hilfe. im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #31
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.954

    AW: Hilfe.

    Kein Grund sich zu entschuldigen. Jeder macht so, wie er kann.

    Ja, ich kann dir nachfühlen. Ich habe da eine ähnliche Erfahrung auf einem anderen Gebiet durch - wobei grundlegend ist es ziemlich gleich.

    Es ist wirklich schlimm mit anzusehen, wie jemand vor die Hunde geht und sich selbst fertig macht und man kann eigentlich nichts tun, denn alles, was es besser machen würde, verzögert diesen Prozess nur und verlängert im Prinzip das Leid. Dazu immer die Frage, ob es wirklich nötig ist und warum der andere diese Einsicht einfach nicht findet oder ob er sie vielleicht doch noch ...... Immer wieder dieser Keim der Hoffnung.

    Dann der Zusammenbruch, der nicht selten im Krankenhaus endet und zumeist Begleiterkrankungen bringt, die dann ggf. auch noch behandelt werden müssen. Oft noch immer keine Einsicht, dafür aber zumeist Wut und / oder Hoffnungslosigkeit. Und nach und nach erst das langsame Begreifen, die Trauer und irgendwann das Akzeptieren.

    Der Weg ist grausam. Nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen. Was mich heute noch ärgert ist die ganze Zeit, die dabei draufgegangen ist, aber hätte ich es anders gelernt? Ich fürchte nicht. Ich fürchte, man hätte mir viel erzählen können und es wären für mich böhmische Dörfer geblieben. Ich hätte es einfach nicht verstanden und erst das Erleben lies mich auch begreifen.

    Was ich aber als positiv mitnehmen kann bisher (mein Weg ist ja noch nicht zu Ende, wobei bei mir mittlerweile der Weg das Ziel ist - einfach, weil es noch so viel zu lernen und zu verstehen gibt) ist, dass ich unheimlich viel über mich gelernt habe. Ich begreife jetzt Zusammenhänge, die ich vorher nie verstanden hätte. Ich muss nicht mehr zwangsläufig alles bis zum bitteren Ende durchleben, ich kann Grenzen setzen - auch wenn es mir manchmal noch immer schwer fällt, diese zu sehen. Aber es wird besser. Bestimmte Sachen gehen einfach nicht. Ich kann damit leben. Andere Sachen müssen sein und ich versuche dort neue Strukturen für mich zu entwickeln, in denen ich arbeiten kann ohne unterzugehen oder mich zu sehr zu verausgaben. - So blöd es sich anhört, aber mit dem Wissen von Heute (wobei das beileibe noch kein Endstand ist) bin ich eigentlich erst in meinem Leben irgendwie angekommen.

  2. #32
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Hilfe.

    Hallo,

    ich hätte es nicht treffender formulieren können, dieses ewige Auf und Ab kostet enorm an Kraft und ich habe den Eindruck, je müder sie wird, je mehr steigert sie sich in das betreffende Thema hinein ... das muss ich doch schaffen, ich muss mich nur noch mehr dazu zwingen - ein nicht enden wollender Teufelskreis, der die Familie massiv mit hineinzieht. Parallel bezieht sie aber nur aus solchen Erfolgen ihre persönliche Anerkennung und Bestätigung.

    Parallel fällt mir auf, je müder sie wird, je weniger ist sie in der Lage andere "ADHS typische" Punkte trotz Medikamente wie, Impulskontrolle oder Nähe/Distanz Problematik bewußt zu steuern. Klar weiß ich, dass sie das alles mehr Kraft kostet als andere Menschen, nur wo hört Unterstützung auf und fängt Selbstschutz an, wenn man oft einer nur noch unter "Zwang funktionierenden Maschine" gegenübersteht und beginnt selbst "emotional zu verhungern"

    Gruß
    ADHS-Partner

  3. #33
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.954

    AW: Hilfe.

    Dazu kann ich dir nicht viel sagen. Ich fürchte, die Grenze muss jeder selbst für sich ziehen. In dem Moment, wo es an die eigene Substanz geht und selbst krank macht, wird es definitiv kritisch. Allerdings kann ich auch sagen, dass mein Mann "durchgehalten" hat und wir jetzt eigentlich eine recht gute Beziehung führen. Klar schaffe ich noch immer nicht so gut weg, wie ich sollte, auch weil ich nicht immer kann, aber ich arbeite dran, das nun auf einem gesünderen Weg zu schaffen.

    Klar ist jedoch, dass sie das vermutlich so fokussiert, das der Rest drum herum offenbar wenig eine Rolle spielt, was auch erklärt, das nur das Schaffen / Erledigen ihr die Bestätigung / Anerkennung bringt. Da die Kräfte schwinden wird das extreme psychische Folgen nach sich ziehen.

    Hast du evtl. noch einmal die Möglichkeit mit dem Therapeuten zu sprechen? Wenn ich mich recht erinner, ist sie doch in Behandlung und du hattest da schon mal ein Gespräch? Sorry, ich bin etwas in Zeitdruck und grabe daher nur in meiner leider recht mangelhaften Erinnerung. Da aber da die Kenntnis besser sein dürfte, könntest du ggf. da noch den einen oder anderen Rat bekommen, wie du selbst damit umgehen kannst ... Ist aber auch nur so eine Idee.

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Hilfe.

    Hallo ADHS-Partner,

    hat Deine Frau denn eine ADHS Diagnose?

    Ist sie in einer Selbsthilfegruppe oder einem Forum, wie hier?

    Ich finde, dass es oft riesig hilft zu sehen wie es den anderen geht - dann fällt es oft viel leichter, sich einzugestehen, was bei einem selber los ist.

    Man beobachtet dann Muster bei den anderen, die man bei sich selbst ganz gut ausblenden kann...

    Kannst Du Deiner Frau sagen "Ich bin in einem ADHS Forum angemeldet, als Angehöriger"? Weiß Sie das?

    Falls ja, kannst Du ihr vorschlagen, sich auch im Forum anzumelden?

    Wenn sie sich so damit auseinandersetzen könnte, wäre es ein riesiger Schritt vorwärts, finde ich...

    LG
    Leila-Marie

  5. #35
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Hilfe.

    Hallo liebe Community,

    der Beitrag ist ja jetzt schon eine Weile her. Nun ist einiges passiert.

    Die letzten Wochen haben wir abwechselnd mit Abstand und einer handvoll Treffen bewältigt. Leider nicht sehr poritiv. Die Treffen schwankten zwischen versuchtem Normalzustand und Diskussionen. Dabei war ich bemüht auf Ihre Vorschläge einzugehen und auch meine Ideen einzubringen. Leider war das eher einseitig. Je mehr ich auf Ihre Vorschläge eingegangen bin, umso mehr zieht Sie sich zurück. Der Wunsch nach getrennten Wohnungen kam auf, um eine neue Chance zu haben und einen Neuanfang beginnen zu können (kam von Ihr). Dem habe ich auch so zugestimmt. Danach konnte man mit Ihr über alles reden, nur nicht mehr über eine gemeinsame Zukunft. An Silvester und vereinzelt kamen noch Sachen wie: Auf ein neues Jahr mit einem neuen Anfang! oder: Ich hoffe wenn der Umzug zuende ist, das wir dann schauen könne wie es weiter geht.
    Nur: Wir haben uns vor anderthalb Wochen auf ein wenig Zeit für uns geeinigt. Sie wollte sich nach einer Wohnung in der Nähe umsehen und ich habe mich für eine faire Kündigung unserer Wohnung eingesetzt. Immer mit der Hoffnung, dass danach ein wenig Normalität herrscht. Es kam dann letzt Woche: Ja, am Sonntag habe ich eine Besichtigung für eine Wohnung. Das hat mich ja auch für Sie gefreut. Die Wohnung hat Sie auch durch Glück erhalten. Gestern wollten wir noch kurz über den Umzug sprechen und das Sie schonmal ein paar Sachen holen will. Dabei kam dann raus, das Sie ab April eine Wohnung in der Stadt hat wo Sie studiert, das Sie schon dieses Wochenende Ihre Möbel holen will (sagen wir so: Sie stellt alles bei Ihrer Cousine unter, da Sie momentan bei Ihren Eltern lebt und da kein Platz ist). und ich somit ab Samstag in unserer gemeinsamen Wohnung sitze, ohne Bett oder Sofa. Von Treffen will Sie in der nächsten Zeit nichts wissen und meint, wir warten bis der Umzug komplett fertig ist (2 1/2 Monate erneute Sendepause find ich ein starkes Stück). Sie weis wie sehr mir das alles an die Nerven geht. Aber wenn man nachfragt was Sie denkt oder fühlt kommen nur widersprüchliche Antworten.Neben ich würde Sie zu sehr unter Druck setzen (nach wochenlangem Abstand und Zeit die Sie für sich hatte ein wenig gemein) und das Sie nicht wüsste was Sie will, das ich sie nicht respektiere komme aber auch einige Andeutungen über weitermachen.Normal reden ist jedoch fast nicht mehr möglich, da bei allem was man sagt geblockt wird oder direkt Anschuldigen von Ihr kommen. Langsam glaube ich auch nicht mehr daran, dass das ganze Reaktionen aus dem ADS heraus sind, dafür finde ich das alles zu krass und zu sprunghaft.
    Ich möchte mich für die bisher vielen hilfreichen Antworten bedanken.


    Liebe Grüße,
    Belagos
    Geändert von Belagos (20.01.2015 um 07:00 Uhr)

  6. #36
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.954

    AW: Hilfe.

    Das tut mir wirklich leid.

    Aber das hört sich wirklich eher so an, als wäre etwas vorgefallen oder schief gelaufen, was du offenbar nicht mitbekommen hast. Vielleicht hast du dem einfach nicht die Wertung beigemessen, die es für sie hatte, aber vielleicht hatte es auch nicht unmittelbar mit dir zu tun und du hattest gar keine Chance das mitzubekommen. Manchmal kommen auch Sachen von früher hoch oder es kommt etwas von aussen. Es ist natürlich reine Spekulation, denn wenn sie das Gespräch nicht sucht und dem offenbar so massiv ausweicht, dann sehe ich da leider wenig Chancen für euch, was die Sache für dich auch nicht gerade leichter macht, weil es u. U. für dich keinen richtigen (gefühlten) Abschluss geben wird. Da bleibt wohl nur die Hoffnung, dass sie vielleicht später doch noch ein paar Worte findet oder du für dich einen Abschluss finden kannst.

    Ich wünsche dir alles Gute und die Möglichkeit, dass du das für dich so sortieren und irgendwie verarbeiten und vermutlich dann auch abhaken kannst, um dann in deinem Leben weiterzumachen - wenn auch offenbar ohne sie, aber zumindest mit der Hoffnung auf ein neues Glück - nicht gleich, aber doch in nicht allzu ferner Zukunft.

  7. #37
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Hilfe.

    Vielen Dank!
    Ich glaube auch das ich irgendetwas missverstanden wurde. Das Angebot zu reden steht noch, aber ich weiß nicht obs noch Sinn macht oder Sie das überhaupt annehmen möchte.
    Ansonsten geht das Leben weiter. Den richtigen Abschluss würde ich dann machen. Einer muss sich trennen und muss es aussprechen.

    Trotzdem muss alles weiter gehen. Und ich lasse mich davon auch nicht abschrecken.

    Und nochmal vielen vielen Dank für die vielen Antworten.

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