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Diskutiere im Thema Zusammenleben mit Schwester, welche an ADHS leidet. im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 3

    Zusammenleben mit Schwester, welche an ADHS leidet.

    Hallo zusammen,

    Ich bin 34-ig und wohne mit meiner Schwester zusammen, welche an ADHS leidet.

    Ich habe mit meiner Schwester zusammen schon Vieles über diese Krankheit gelesen. Bei ihr wurde diese erst vor ca. 1 Jahr diagnostiziert und das war reiner Zufall. Ich habe einen Bericht über ADHS gelesen und alles was ich vorher als Charaktereigenschaft meiner Schwester angesehen hatte, wurde plötzlich zu krankheitstypischen Symptomen von ADHS. Ich habe in sehr vielen Punkten meine Schwester wieder erkannt. Anschliessend habe ich den Bericht meiner Schwester zum Lesen gegeben. Sie schaute mich an und sagte nur eines: „Jetzt wird mir einiges klar!“

    Ich habe mich in diesem Forum registriert, weil ich mir sehr oft einen Anhaltspunkt wünsche und auch einen Austausch mit Gleichgesinnten suche. Ich möchte lernen wie ich mich gewissen Situationen verhalten muss, damit diese nicht in nerv zerreissenden Diskussionen eskalieren, bei denen auch die Fetzen fliegen. In diesen Situationen fühlen wir uns beide nicht verstanden und das generiert Frust. as zusammenleben ist manchmal nicht so einfach und gewissermassen auch sehr einschränkend.

    Mein Wunsch wäre es, dass vor allem meine Schwester nach Gleichgesinnten Sucht und so Freundschaften entstehen. Wenn man sich verstanden fühlt nimmt das sehr viel Druck weg und man schweisst automatisch mehr zusammen.

    Das Jahr 2014 war alles andere als einfach. Ende letzten Jahres, hatte sie beim Autofahren eine Panikattacke. Darauf folge eine weitere und wieder eine weitere, welche die Situation etwas verkomplizierten. Es begann damit, dass ihr aufgrund der Panikattacken das Medikament Lexatonil verschrieben wurde. Jedoch war die Dosis zu hoch und dies verschlimmerte die Situation um Einiges. Sie konnte nicht mehr alleine zu Hause sein, nach Draussen gehen war schon gar kein Thema. Sie zitterte und zuckte am ganzen Körper und das machte ihr natürlich grosse Sorgen, welche sie dazu brachten krankhaft im Internet zu recherchieren und übertriebene Male ihren Blutdruck zu messen. Wir waren am Rande der Verzweiflung. Zudem kam, dass sie von der Ärztin, welche ihr dieses Lexotanil verschieben hatte, gar nicht begleitet wurde, weil sie selbst genau in dieser Zeit ferienhalber abwesend war. Die Praxis war geschlossen und es gab einige Abende da war ich kurz davor sie zu packen und mit Ihr in den Notfall zu gehen. Es waren keine einfachen 3 Wochen. Bis sie dann mit einem anderen Arzt Kontakt aufnahm und mit ihm zusammen entschied, dieses Medikament abzusetzen. Erst eine Woche nach dem Absetzen dieses Medikamentes haben diese Nebenwirkungen etwas nachgelassen.

    Die Panikattacken sind aber noch ein paar Monate geblieben. Sie konnte zwar in meiner Begleitung aus dem Hause, konnte aber nirgends alleine sein. Ich habe sie praktisch zur Arbeit begleitet und abends bin ich nach der Arbeit nach Hause, mein Auto holen und habe sie dann abgeholt.
    Die Panikattacken hat sie mittlerweile besser im Griff, weil sie seit Mai „regelmässig“ eine Psychologin besucht. Leider vergisst sie neue Termine abzumachen und dann geht es immer ein wenig abwärts.

    Manchmal arten friedlich beginnende Diskussionen in heftige Auseinandersetzungen aus, weil sie sich plötzlich von mir belehrt fühlt und irritiert/genervt auf meine Fragen reagiert. Wenn ich sie darauf aufmerksam mache, ist dann der Laden definitiv geschlossen. Sie verschliesst sich in ihrer eigenen Hülle, setzt eine düstere Miene auf und ignoriert mich. Dies empfinde ich als verletzend und reagiere oft mit Frustration. Ich habe vieles über ADHS gelesen und habe gelernt, viele Situationen, wo ich mich früher tödlich nervte, einfach zu akzeptieren. Aber manchmal kann sie echt so verletzend sein, dass ich dann wieder nicht mehr weiter weiss.
    Ich freue mich auf einen anregenden Austausch mit euch und wünsche euch einen schönen Sonntagabend.

    Liebe Grüsse, Estelle

  2. #2


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Zusammenleben mit Schwester, welche an ADHS leidet.

    Liebe Estelle

    Aber manchmal kann sie echt so verletzend sein, dass ich dann wieder nicht mehr weiter weiss.
    Mir ist dieser Satz gerade aufgefallen.

    Ich weiss, dass solche Reaktionen oft gar nicht so gemeint sind. Manchmal richtet sich die Wut oder der Frust eigentlich gegen einen selber, das Gegenüber ist dann nur das Ventil.
    Da hilft dann nur, solche Reaktionen nicht persönlich zu nehmen. Ich weiss, das ist nicht einfach, aber man kann es lernen.

    Auch als Betroffene muss man diese "Mechanismen" erst erkennen, denn vieles passiert aufgrund der Biographie unbewusst.

    Bekommt deine Schwester nun professionelle ADHS-Unterstützung?

    Wie sehr setzt sie sich selber mit der Thematik auseinander?

    Geht es immer nur von dir aus?
    Dann könnte es sein, dass sich deine Schwester dann noch schlechter fühlen würde.
    Wir als Betroffene können meistens Hilfe nur schlecht annehmen, weil es bei uns wieder ein Versagensgefühl auslösen kann.

    Liebe Grüsse
    Pucki

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