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Diskutiere im Thema Hilfe ich werd noch verrückt! im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 2

    Hilfe ich werd noch verrückt!

    Hallo Ihr Lieben,

    ich brauche dringend Rat und Hilfe. MeineLiebste hat ADHS und neigt auch zu Depressionen und heftigen zerstörerischen Wutanfällen.

    Es ist schwierig geworden in unserer Beziehung. Wir waren bis vor kurzem verlobt, sie hat die Verloung aufgelöst, weil ich sie belogen habe:

    wir stritten uns um eine E-Mail an ihren Chef, die sehr verletzend formuliert war. Ich soll ihre Mails immer durchsehen, weil sie weiß, dass sie viele Rechtschreibfehler macht und sich ungeordnet und oft verletzend ausdrückt. Deshalb soll ich sie durchsehen und Änderungsvorschläge machen. Das tue ich und diskutiere mit ihr die strittigen Passagen. Nun kommt es dabei(und auch bei vielen anderen Angelegenheiten) oft vor, dass sie beleidigend wird, mich anschreit und mir selst Versagen vorwirft, so dass ich manchmal keine Kraft mehr habe, ihr dann immer noch die Wahrheit zu sagen, auch weil ich sie auch nicht immer wieder verletzen will. Da habe ich einmal gesagt, die Mail wäre OK, habe jedoch nur die Rechtschreibung gecheckt und wegen dem anschließenden Streit gesagt, er wäre OK. Am nächsten Tag sandte ihr Chef ihr eine Mail, von der sie sich angegriffen fühlte und ich sagte ihr, dass ihre vorangegangene Nachricht ebenso angriffslustig gewesen sei. Daraufhin löste sie die Verlobung, weil sie mir nicht mehr vertrauen kann.

    Etwas ähnliches passierte in Hamburg, wo wir auf einem Fest waren. Sie hatte meine Papiere einstecken, Geld, Handy und alles weitere. Die Adresse von unserem Quartier wusste ich an diesem ersten Abend auch noch nicht im Kopf. Wir waren in einem Jazzkonzert und sie schrieb eine SMS in ihr Handy-mit Tonsignalen bei jedem Buchstaben. Als ich sie mehrmals gebeten hatte, das Tonsignal abzustellen, haute sie einfach ab und ließmich allein zurück. Nach Stunden habe ich sie in einer anderen Veranstaltung gefunden, von der wir nur mal kurz gesprochen hatten. Ich habe sie stundenlang gesucht. Eigentlich müsste ich sauer auf sie sein und war es auch. Bis heute habe ich Angst, dass sich das wiederholen könnte und trage immer alles wichtige bei mir.

    Wie kann man mit so was umgehen, wie kann ich die Beziehung wieder auf die Beine stellen, wenn jede geäußerte Kritik aufmich selbst zurückgeworfen wird? So etwas kommt niemals bei ihr an und sie sagt, sie wäre nun mal so, das ADHS, ihr chronisches Erschöpfungssyndrom und die schwierige Kindheit hätten sie so gemacht. Sie entschuldigt sich auch hin und wieder einmal, um gleich weiterzumachen, wie vorher.

    Meine Liebste ist eine taffe Frau, die unheimlich begabt ist und meine Leidenschaften und Hobbies teilt. Sie brachte mich wieder zum Motorradfahren- nach über 20 Jahren Pause. Vieles eint uns, auch unsere Vergangenheit- wir haben beide eine Menge durchgemacht. Ich möchte sie nicht verlieren und ich denke auch, sie ginge daran kaputt. Ich liebe sie.

    Ja, ich habe sie belogen- wir haben auch über die Gründe gesprochen, sie sagt, ich wäre einfach nur zu schwach, um mich durchzusetzen. Ich könnte das schon, aber das würde längst unsere Beziehung gekostet haben-und so mache ich Kompromisse, wo es geht und kämpfe dafür um die wirklich wichtigen Dinge, an denen unsere Existenz hängt. Und damit habe ich wirklich genug zu tun.

    Manchmal weiß ich nicht mehr weiter und denke darüber nach, aufzugeben. Aber wir haben so viel gemeinsames und sind oft so glücklich. Unsere Beziehung war immer reich an Erleben und Erfahrung, ich will uns das nicht antun.

    Könnt Ihr mir ein paar Tipps geben, wie ihr mit so was umgeht?

    Liebe Grüße Valente

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 204

    AW: Hilfe ich werd noch verrückt!

    Hab das grad schnell durchgelesen und noch keine Antwort parat, aber: Lass Dich kurz mal drücken... ganz spontan habe ich das Bedürfnis dazu, und Dir zu sagen, wie großartig ich es finde, wie sehr Du um Deine Beziehung kämpfst!

    LG
    Susa

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 1.008

    AW: Hilfe ich werd noch verrückt!

    Wenn bei ihr AD(H)S diagnostiziert ist:
    Nimmt sie ihre Medikamente regelmäßig? Ist sie auf das richtige Präparat bzw. die richtige Dosis eingestellt?
    Und geht sie zusätzlich zu einer unterstützenden Verhaltenstherapie?
    a) Wenn ja, habt Ihr einen Teil der Basis, auf der Ihr arbeiten könnt.
    b) Wenn nein, dann schafft Euch zumindest DIESE Grundlage erstmal.

    Das ist aber auch erst ein Teil des ganzen. Der andere Teil der Basis, auf der Ihr Euch wieder zusammenkittet, liegt an Dir.
    Mach Dir bitte klar, WAS Du mit- oder ertragen kannst.
    Dann sprecht Euch darüber ab, erstmal ob und dann wie Ihr Eure gemeinsame Zukunft gestalten wollt.
    Dazu kann eine klare (und vor allem SINNVOLLE) Rollenverteilung gehören, genauso wie bestimmte individuelle Freiräume, und natürlich "Notfallregelungen", um im Ernstfall wieder auf einen gemeinsamen Nenner kommen zu können, sollte es doch mal wieder punktuell ausarten.

    AD(H)S-Patienten benötigen vor allem Geduld und Verständnis von ihrer Umgebung. Gleichzeitig kann es ihnen hier und da schwerfallen, umgekehrt mit anderen geduldig zu sein...
    Das ist ein Punkt, an dem viele Menschen nicht bereit sind, mitzumachen. Um den Knall an diesem Punkt auszuschließen, solltest Du Dir rechtzeitig bewußt machen, was alles zum Leben mit AD(H)S-betroffenen dazugehört. Es ist alles andere als ein per Definition schreckliches Schicksal. Aber vielleicht für den ein oder anderen Einzelfall einfach "zu viel"...
    Wenn dem so ist, dann gesteht Euch das ein.
    Allerdings halte ich das eher für den unwahrscheinlicheren Fall...

    Ich würde es eher als eine Aufgabe für Euch beide sehen. Und zwar als Aufgabe, die Ihr meistern könnt.
    Ich glaube schon, daß Ihr eifrig miteinander kommuniziert, aber vielleicht müßt Ihr an der Qualität etwas ändern?
    METAKOMMUNIKATION (wie was gemeint war/ist, usw.) dürfte eine größere Rolle spielen als ohnehin schon.
    Aber diesbezüglich könnt Ihr Euch sicherlich auch gemeinsam noch professionellen Rat einholen.
    Was spräche z.B. dagegen, die oben genannte unterstützende Verhaltenstherapie mit einer Paartherapie zu verknüpfen?

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß angesichts solcher Maßnahmen bei Euch schon Hopfen und Malz verloren sei...

    Mehr fällt mir im Augenblick nicht dazu ein...

    Drück Euch die Daumen!

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