Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 10

Diskutiere im Thema Wieviel Hilfe gibt es überhaupt? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 9

    Wieviel Hilfe gibt es überhaupt?

    Hallo zusammen,

    nachdem mein Partner gerade mal wieder ein riesiges Donnerwetter in meine Richtung geschmettert hat und jetzt mit dem Hund raus gegangen ist, nutze ich die Gelegenheit um ein paar Fragen loszuwerden..vielleicht hat ja noch jemand einen Tipp..

    Mein Partner wurde vor ca. anderthalb Jahren mit schwerem ADHS diagnostiziert und direkt mit Medikinet adult retard behandelt.
    Für ca. 8 Wochen war er wie ausgewechselt, leider war dann nichts mehr wie vorher..

    Nach den 8 Wochen liess die Wirkung plötzlich schlagartig nach. Er war bei 80mg angelangt und m.E. nach ernorm überdosiert. Er kam in eine Tagesklinik und dort wurden viele Türen seiner Vergangenheit geöffnet, die er teilweise mehr als 20 Jahre geschlossen hielt. Leider wurde in dieser Klinik versäumt, die Türen wieder zu schliessen und seitdem herrscht hier ein unfassbarer Frust, seine Wutausbrüche werden immer schlimmer und ich bin mal wieder an dem Punkt angelangt, dass ich ausziehen möchte bzw. besser gehen sollte.

    Bisher blieb sämtliche therapeutische Arbeit an mir kleben. Ich bin selber schon vor unserer Beziehung an CFS (vielleicht kennt das jemand?) erkrankt, für mich bedeutet das einfach einen gut organisierten Alltag. Ich war alleinerziehend und hatte trotz der Erkrankung mit chronischen Schmerzen und zeitweise 80% Bettlägerigkeit alles gut im Griff.
    Nur, ich kann einfach nicht mehr. Ich bin deutsch, er englisch und es kommt nicht selten vor, dass er vor mir ******grüsse macht, mich als Jammerlappen hinstellt wenn ich weine und mich auch sonst wirklich nicht mehr in Ruhe lässt. Aus dem Raum gehen hilft nicht viel, er kommt wütend hinterher, beschimpft mich teilweise unter der Gürtellinie bis ich weine und haut dann für Stunden mit dem Hund nach draussen ab.

    Ich muss mich um so ziemlich alles kümmern. Er ruft nicht an um seine Arbeitssituation zu klären, damit er sich einen anderen Job suchen kann (er arbeitet rund 140km von hier entfernt, kann dort aber nicht mehr zurück..lange Geschichte....), er soll zur Reha und erledigt nichts dafür, das Haus was wir gekauft haben gleicht einem Bombenschlag...

    Kurzum - wir stehen vor dem finanziellen Ruin und sind davor bald unser Dach überm Kopf zu verlieren..
    Ich kämpfe unterdessen noch wegen meiner Rente.

    Meine Frage ist eigentlich, wieviel Hilfe man von aussen erwarten kann / darf..
    Hier ist alles in Scherben, nach drei Jahren Bezieheung geht mir die Luft aus. Irgendwie weiss jeder alles besser, er lehnt auch viele Hilfsangebote ab weil er der Ansicht ist, er braucht nur Tabletten die funktionieren. Das wird so aber nicht klappen und das ist mir klar.

    Er ist jetzt bei dem dritten Arzt, ich muss trotz Schmerzen dauernd Kilometer für Kilometer fahren weil es leider keine andere Möglichkeit gibt.
    Ist es denn so, dass uns wirklich niemand helfen kann? Es kann doch auch nicht sein, dass die Beziehung den Bach runter geht, weil bisher alle Therapeuten meinten, es gäbe kein ADHS??

    Ich bin schon arg verzweifelt, weil ich auch körperlich sowie seelisch nicht mehr kann.
    Ich liebe ihn, aber auch meine Erkrankung ist deutlich schlimmer geworden. Hilfe kann ich von ihm keine erwarten - dafür gibt es zuviele gute Ausreden..
    Wir sind jetzt wieder an dem Punkt wo wir vor der Diagnose waren, aber es kann doch nicht sein, dass und niemand Hilfe geben kann..

    Die meisten Informationen hab ich hier von euch seit rund drei Jahren. Sonst wär ich schon lange von ihm weg.
    Nach den 8 Wochen mit Medikinet fing er wieder an nur sich selber zu sehen, frustriert die eigentlich geliebten Menschen im nahen Umfeld zu terrorisieren. Der einzige der hier liebevoll und mit Verständnis behandelt wird, ist unser Hund.
    Das kann doch nicht alles sein? Er nimmt übrigens aktuell 20 - 10 - 10mg Medikinet adult retard.

    Ich hoffe, ich bin hab euch jetzt nicht zuviel zugetextet. Ich bin einfach nur langsam am Ende..

  2. #2
    Lysander

    Gast

    AW: Wieviel Hilfe gibt es überhaupt?

    Nicht alles ist ADS. Was er da mit Dir macht, geht gar nicht. Warum lässt Du es Dir gefallen? Liebe? Lass Dich nicht kaputtmachen, auch wenn Du ihn liebst. Offensichtlich hat er schwere psychische Störungen. Ich weiß ja nicht, welche Traumata er erlitten hat, doch keines rechtfertigt ein solches Verhalten.

    Er muss dringend in therapeutische Behandlung. Das kann aber nur er. Und glaub mir, das kann ADS allein nicht sein! Ich bin kein Arzt, aber ADSler und ich kenne viele ADSler.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Wieviel Hilfe gibt es überhaupt?

    Hmm, ich hatte die Vermutung, da steckt noch was anderes dahinter. Er ist mit 5 in ein englisches Armee-Internat gekommen und auch sonst irgendwie nie in der Lage gewesen, Dinge abzuschliessen oder zu verarbeiten. Bespiel sein Hund der vor mehr als 23 gestorben ist. Ich muss mir fast täglich Dinge von dem Hund anhören oder seine Ex, mit der er vor gut 11 Jahren auseinander ging (seine erste Freundin übrigens) ..

    Wenn ich gemerkt hab, ich brauch Hilfe, hab ich mir welche gesucht.
    Die letzte Ärztin meinte, da ist noch was anderes bei ihm. Aber irgendwie hat er dann einen anderen Arzt gesucht, weil sie ihm eine stationäre Therapie vorschlug. Auch die Reha zu der er jetzt soll löst viel Frust aus. Wir kämen ohne seine Hilfe nicht zurecht hier.
    Das stimmt aber nicht so ganz. Ich persönlicn denke, so eine Pause würde uns allen gut tun..

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 10.928

    AW: Wieviel Hilfe gibt es überhaupt?

    was ich in meiner beziehung lerne......ich muss selbst in die gänge kommen


    mir wird nicht alles abgenommen!
    ich bekom klare ansagen


    manchmal gab oder gibts auch immer noch momente da denk ich mir ich bin doch kein kind
    aber in dem fall ist es wichtig dass mir mein mann klare grenzen aufzeigt und mir Konsequenzen zur folge zeigt

    er unterstützt mich in meinem tun und sein und hat respekt vor mir
    er erwartet aber den selben respekt von mir und fordert mich auf selbst zu handeln


    finde ich als ganz wichtig
    weil sonst ganz schnell eine gegenzeitige abhänigkeit entsteht

    adhs ist vieles aber keine ausrede um am boden liegen zu bleiben
    klar,das aufstehen ist nicht einfach....da kann ich auch ein liedchen davon singen
    und keiner erwartet von uns dass wir perfekt sind

  5. #5
    Lysander

    Gast

    AW: Wieviel Hilfe gibt es überhaupt?

    Ja, denn Du musst doch auch einmal ordentlich Atem holen! Du bist doch auch krank. Das Chronische Erschöpfungssyndrom und dann noch sein Verhalten?!!! Vertraue Deinem Bauchgefühl, verschaffe Dir eine Pause, aus der Distanz wird vieles klarer. Es kann nicht sein, dass es ohne ihn nicht funktioniert! Es funktioniert doch gar nicht. Sein Hund, der vor zig Jahren starb.... Na und? Das ist Vergangenheit. Er hat die gottverdammte Pflicht damit abzuschließen! Aber dafür hast Du nicht die Verantwortung. Wenn er wirklich helfen will, muss er sich behandeln lassen.

    Was hilft die Liebe, wenn man eines Tages zusammenbricht? Das hält Liebe nicht aus! Liebe heißt auch klare Grenzen zu ziehen, denn alle Liebenden haben ein Existenzrecht!

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Wieviel Hilfe gibt es überhaupt?

    Ich hatte zuerst die Idee, nebenan bei meiner Oma und Muttern im Keller das ausgebaute Zimmer zu nutzen, wenn hier wieder alles lospoltert.
    Ich darf aber nicht.
    Er hat so eine massive Angst mich zu verlieren ( ich denke, er weiss sehr wohl was ich alles leiste), dass ich nicht mal für ein paar Tage ein Haus weiter "ziehen" darf um einen klaren Kopf zu bekommen.
    Er wirft mir dann vor, ich wäre wie alle Menschen in seinem bisherigen Leben und würde ihn im Stich lassen. Das hab ich aber bisher nicht getan, eher im Gegenteil.

    Ich schätze, er will diese Reha nicht, weil er Angst hat, ich könnte nicht mehr da sein. Allerdings begründet er es anders und sagt, er habe Angst, die lassen ihn nicht mehr raus.
    Leider fehlt mir da auch die nötige Einschätzungskraft. Nur die Befürchtung habe ich leider auch, dass er da nicht mehr so schnell rauskommt aus der Sache. Sein Verhalten ist absolut untragbar, das ist meine Ansicht. Denn selbst ich bin stark eingeschränkt und habe diese blöden Dauerschmerzen und diskriminieren niemanden und brülle alles zusammen.

    Vielleicht versteh ich die ganze ADHS-Thematik einfach nicht..ich weiss nur, dass er dringend Hilfe benötigt.. :/

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.926

    AW: Wieviel Hilfe gibt es überhaupt?

    Darf ich mal vorsichtig fragen, was du an ihm liebst? Mir stellt sich einfach die Frage - bei deinen Schilderungen, die ja nur ein Auszug sind - was dich bei ihm hält?!?

    Ich weiss nicht, aber ich würde denken, es ist an der Zeit, dass du Grenzen ziehst. Du darfst nicht nach nebenan? Welche Verfügungsgewalt hat er über dich, dass er das bestimmen darf? Ist es für ihn okay, dass du irgendwann total kaput bist? Wartet er auf den Zeitpunkt, wo ihr gemeinsam in die Klinik einfahren dürft? - Sorry, aber solch ein extrem übergriffiges Verhalten macht mich sauer.
    Geändert von ChaosQueeny (13.07.2014 um 13:52 Uhr)

  8. #8
    Lysander

    Gast

    AW: Wieviel Hilfe gibt es überhaupt?

    Er macht das, was ein Ertrinkender mit einem Helfer versucht: er reißt Dich mit in die Tiefe, weil er so sehr klammert! Was machen Retter mitunter? Sie hauen dem Ertrinkenden auf den Kopf, damit er Ruhe gibt. Lieber einen Ohnmächtigen retten, als selbst draufzugehen.
    Ich finde: lieber jemanden ertrinken lassen, als selbst drauf zu gehen. Das mag hart klingen, aber manche wollen ertrinken. Die springen ins Wasser, rufen "Rette mich" und ziehen den Retter mit in den Tod.
    Es gibt einen Rat für Angehörige von Alkoholikern: Ziehe klare Grenzen. Mache ihm unmissverständlich klar: Entweder Du oder die Flasche. Und dann ziehe es durch! Liebt er die Flasche mehr, ist seinLeidensdruck noch nicht groß genug, dann suche Du das Weite! Du musst den Alki um Deiner selbst willen liebevoll fallen lassen. Nur er kann sich retten!

    Ich finde, das gilt für jede Erkrankung, bei der es in der Selbstverantwortung des Erkrankten liegt, Heilung zu suchen. Wenn er das macht, feuere ihn an, macht er es nicht, darfst Du gehen. Du kannst ihn nicht retten.
    Geändert von Lysander (13.07.2014 um 14:51 Uhr)

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Wieviel Hilfe gibt es überhaupt?

    Erst einmal einen ganz lieben Dank für eure Ansichten.

    Was mich hält ist, dass er nicht immer so war und nicht ist. Diese Ausbrüche sind immer wieder unvorhersehbar gewesen. Seitdem er Medikinet nimmt, gab es nur 8 Wochen in denen was angeschlagen hat, aber da saß ein ganz toller Mann vor mir. Er hat auch mal mich gesehen und was ich die anderthalb Jahre vorher alles durchlebt hab mit ihm.

    Ich habe irgendwo immer noch die Hoffnung, dass man helfen kann..irgendwie..
    Was mich halt immer mehr gewundert hat und auch noch wundert - wieviel ist davon wirklich ADHS?
    Er fragte mich mal, wieso ich immer so ernst bin. Ich hab ihm geantwortet, dass ich eben auch irgendwie nix zu lachen habe..

    Nur mag ich nicht dauernd jammern. Ich versuch halt das Beste draus zu machen. Allerdings bin ich selbst bei dem 3. Arzt jetzt nicht mehr bereit, mitzuarbeiten. Ich hab bei den letzten beiden Kandidaten immer deutlich zu spüren bekommen, wie unerwünscht ich war.
    Vorallem weiss ich nicht, was ich von dem neuen Arzt halten soll. Vielleicht kennt jemand von euch Dr. O. aus Wolfsburg?

    Es gibt Zeiten, da ist mein Partner völlig normal. Wir haben auch versucht, die Medikinet für eine kurze Zeit abzusetzen um zu schauen, ob es klappt. Aber da wurde es nach einem halben Tag selbst für ihn zuviel.
    Strattera hatte er für drei Tage genommen. Leider war er dadurch so unberechenbar und benebelt gleichzeitig, dass wir sie abgesetzt haben. Die Ärztin war nicht zu erreichen und er war total lethargisch, dann bekam er krampfhafte Lachanfälle, und hat danach geweint. Er kann sich bis jetzt zu 99% nicht mehr erinnern, was in den drei Tagen los war, was er gegessen hat, was er anhatte oder ob er sich überhaupt die Zähne geputzt hat.

    Ich muss leider auch sagen, dass er zwar am Anfang der Diagnose viel versucht hat, aber je mehr alles nach hinten losging, desto schlimmer wurde es auch für uns.
    Depression würde ich nicht mal ausschliessen.
    Und ja, mir platzt inzwischen weit häufiger der Kragen als früher. Ich merke viel, viel Unsicherheit bei ihm und auch, dass er oft versucht sich Mühe zu geben.
    Das nützt dann natürlich nix, wenn von auss nur stillschweigend ein Rezept ausgegeben wird und der Rest kann ja von anderen übernommen werden.

    So kommt es mir tatsächlich sehr oft vor, denn die Ärztin bei der er jetzt ist, macht nichts anderes. Jedes Mal erzählt sie ihm, er müsse in eine Klinik, die Diagnose ADHS ist der reinen Depression-Diagnose gewichen. Sie spricht von Borderline, obwohl sie ihn bisher nur etwa 5 Mal gesehen hat..

    Ich möchte gehen, ja, auf der anderen Seite - lasse ich ihn jetzt fallen, dann wird er den Bach runter gehen. Da sind so viele Unselbstständigkeiten, und natürlich schiebt er unangenehmes grundsätzlich vor bzw. weg..
    Da ist Liebe von meiner Seite und wie schon gesagt, ich weiss, er liebt mich auch. Aber diese ständigen Ausraster gehen an die Substanz.

    Es macht mich fertig zu wissen, es gibt da draussen jemanden, der uns vielleicht auch helfen kann. Nur, wenn jetzt der ebreits dritte ADHS-Test kommt und im schlimmsten Falle wieder keine Unterstützung auch mal für mich, dann weiss ich es eben auch nicht..

    Zumal ich mir wirklich schon selber nicht unerhebliche Vorwürfe mache, mit ihm überhaupt zum Arzt gegangen zu sein.
    Als wir uns kennenlernten, hatte er nur den Verdacht auf die Erkrankung. Seine beiden Sòhne haben jeweils ADS und ADHS, werden aber von der Mutter nur sehr unzureichend behandelt und Kontakt zu den beiden ist leider auch inzwischen nicht mehr vorhanden.

    Er wird jetzt 43 und ich denke auch viel, der Fehler lag bei mir. Ich hab nur das riesige Chaos in seiner Wohnung und seinem Leben gesehen. Den finanziellen Ärger um ihn herum, Leute die ihn nur einluden, weil er ja eine so lustige Partygranate sei.

    Manchmal denke ich, ich hätte ihn lassen sollen, weil er vielleicht mit damals 41 zu alt war um jetzt plötzlich sein Leben auf den Kopf zu stellen. Und das ist für mich auch immer noch eine grosse Verantwortung ihm jetzt da zu helfen.
    Ich will ja, dass es ihm gut geht.
    Geändert von Daisie (14.07.2014 um 09:54 Uhr)

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.926

    AW: Wieviel Hilfe gibt es überhaupt?

    Aber willst du auch, dass es dir gut geht? Entschuldige, wenn es sich etwas hart an hört, aber ich höre ganz viel "er braucht mich" und ein bisschen klingt es nach Schuldgefühlen falls er den Bach runter geht, wenn du nicht mehr da bist. Das hört sich - rein subjektiv gesehen - fast wie eine Art Co-Abhängigkeit an.

    So weit ich weiss, gibt es in Hannover jemanden, der auf AD(H)S spezialisiert und auch gut sein soll. Wie es in Wolfsburg aussieht, kann ich dir leider nicht sagen.

    Aus Erfahrung möchte ich behaupten, dass du dich umgehend an die 1. Stelle setzen solltest, wenn es ums "Kümmern" geht und dann ihn erst an die 2. Stelle. Es wird dich vermutlich kaputt machen, wenn es anders herum ist und die Folgen könnten ggf. Dauerhaft sein. Dazu kommt, dass die Frage, ob es ihm wirklich hilft offen bleibt, bis sich a) etwas geändert hat (Und ich sehe bei ihm leider wenig Initiative dazu.) oder b) mindestens einer von euch völlig fertig ist. - Und ja, das könntest auch du sein, wenn du dich nicht in Achtsamkeit dir gegenüber übst.

    Selbst wenn einiges davon vermutlich AD(H)S ist, so ist es doch so, dass man immer die Wahl hat sich hängen zu lassen und im Selbstmitleid zu zerfliessen - alternativ Aggressionen gegen sich und andere zu entwickeln oder Schritt für Schritt die Sache anzupacken. Allerdings wird es ohne guten Therapieplatz sehr schwer und erfordert unheimlich viel Eigeninitiative. Man muss wollen und dran bleiben. Es muss ein grosses Stück aus ihm selbst herraus kommen und du kannst ihm das nicht abnehmen.

    Überdenke doch mal, was du bereit bist für dich zu tun und was du bereit bist für ihn zu tun. Liste das am Besten auf und erstelle eine Art Vorgehensplan. Was ist wichtig, was nicht. Was muss unbedingt erledigt werden und was kann warten. Sowohl die Krankheiten betreffend, wie auch das Zwischenmenschliche. Fordere Respekt für dich ein und auch Zeit für dich, damit du dich um dich selbst kümmern kannst. Und wenn du irgendwie kannst, dann rede mit ihm, dass es so nicht weitergehen kann, ggf. wie die Folgen aussehen könnten und was er sich vorstellen kann zu machen, damit es besser wird. Und dann geht den Weg in kleinen Schritten.

    Und bitte beherzige dabei, Unselbständigkeit vergeht nicht, wenn das von jemanden übernommen wird, Selbständig wird man nur, indem man sich den Sachen stellt und sie versucht zu überwinden. Das muss nicht alleine sein, aber du bist "nur" Partnerin und keine Ärztin oder Therapeutin und kannst einfach nicht alles für ihn machen.

Ähnliche Themen

  1. HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun?
    Von Wotemer im Forum ADS ADHS Allgemeines
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 11.06.2012, 10:28
  2. Extremste Probleme mit der Abschlussarbeit - welche (schnelle) Hilfe gibt es!
    Von han-solo im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 20
    Letzter Beitrag: 9.02.2012, 01:24
  3. gibt es hilfe in darmstadt
    Von madm im Forum ADS ADHS Erwachsene: Ärzte und Kliniken
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 19.11.2011, 07:15
  4. gibt es legastenie überhaupt auch ohne ad(h)s? + guter tipp für legastheniker!
    Von sumpfnudel im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 6.03.2011, 22:37

Stichworte

Thema: Wieviel Hilfe gibt es überhaupt? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum