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Diskutiere im Thema ADS Probleme oder generelle Beziehungskriese? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 12

    ADS Probleme oder generelle Beziehungskriese?

    Im Buch Thread hatte ich nach einem Buch gefragt, wo Angehörige Tipps bekommen können. Slippyamelia hat während des Dialogs in den Raum gestellt, ob die Probleme, die zwischen meinem Freund und mir überhaupt ein ADS Thema sind oder evtl. generelle Beziehungsprobleme. Ich muss sagen, ich weiß es nicht so genau.

    Vorallem nagt an mir die Frage, wie eine Beziehung von ADS beeinflusst werden kann, wenn man nicht zusammen wohnt...

    Ablenkbarkeit ist und war immer ein Thema zwischen uns, aber mit vielem davon lerne ich besser umzugehen. Damit, dass er mitten im Gespräch plötzlich woanders ist, damit, dass er bei Gesprächen den Kopf wegdreht, so dass ich kaum Chancen habe zu verstehen was er sagt. Damit, dass es mir schwerfällt, dem was er sagt zu verstehen, weil er oft im Kopf schon drei Schritte weiter ist.

    Was ich nach wie vor problematisch finde ist, dass er auf Fragen nicht klar antworten kann, auch nicht nach erneutem Nachfragen. Zum einen, weil er die Frage sehr schnell wieder vergessen hat und zum anderen weil er abschweift und dann beginnt, ganz andere Dinge zu erklären, die ihm grade im Kopf rumgehen, die allerdings nichts mehr mit der Frage selbst zu tun haben. Kennt ihr das? Wie geht ihr damit um?

    Ich bin ein Mensch, der in seiner Vergangenheit viel Mist erlebt hat und der leicht verletzbar ist. Vorallem wenn man mich ignoriert. Das verschärft diese Problematik zwischen uns natürlich noch. Ich weiß er ignoriert mich nicht bewußt, aber es ist für mich dennoch nicht leicht damit umzugehen.

    Wenn er Dinge sagt, die mich verletzen und ich ihn darauf anspreche, dass mich das verletzt hat, dann kommt als "Entschuldigung", er habe nicht darüber nachgedacht was er sagt. Das tut sehr weh. Das bedeutet für mich irgendwie auch, dass er mich verletzen kann wie er will, weil er einfach nicht über Dinge nachdenkt die er sagt. Ist das so bei ADS'lern, dass sie das nicht können? Oder ist das eher etwas, dass nicht zu ADS passt?

    Dass er Termine vergisst, - das tut auch weh, aber auch das ist etwas mit dem ich inzwischen besser umgehen kann.

    Ich war ein paar Mal mit ihm in der Selbsthilfegruppe, leider sind dort sehr wenig bis keine Angehörige und diejenige die ich gefragt hab, hat nur gesagt, es sei mit einem ADS'ler immer schwierig und man würde immer wieder streiten, da müsse man überlegen ob man das tragen kann und will.

    Dazu kommt, dass er unglaublich motivationslos ist. Er hat sich imho. früher auch immer von seiner Umgebung mitschleifen lassen. Eigene Meinung wurde in Familie und Freundeskreis nicht so hoch bewertet, daher äußert er die nicht so. Es fällt ihm schwer, Dinge zu entscheiden, vorallem weil er meint, er müsse mir immer alles recht machen und dafür sorgen, dass es mir gut geht. Er versucht dann eher gedanklich zu ergründen, was ich wollen könnte und danach zu urteilen... was meist in die Hose geht.

    Ich bin aber aufgrund meiner Vergangenheit auch nicht die Motivationsqueen und grade dabei mich aus einer Depri/einem Burnout zu kämpfen. Daher zieht mich sowas nur runter.

    Mehrfach habe ich versucht die Beziehung zu beenden, weil ich das Gefühl hatte, es bewegt sich nicht viel und ich bin unglücklich. Dann aber fleht er, ich solle noch eine Chance geben und er werde etwas ändern. Die Frage ist nur, kann er das? Die Frage ist, wieviel ist ADS und wieviel nicht... bzw. wieviel kann er wirklich steuern und was könnte sich ändern?

    Inzwischen ist er selbst an dem Punkt angelangt, an dem er eine Diagnose bekommen möchte. Es ist also noch nicht schwarz auf weiß, aber bei allem was ich gelesen habe und was er selbst auch beschreibt, wie er bestimmte Dinge erlebt, gehe ich davon aus, dass er es hat.

    Ich hoffe ihr könnt mir helfen und ein bisschen was dazu schreiben. Gern auch ein ADS'ler... vielleicht verstehe ich dann auch die andere Seite...

    Liebe Grüße
    DarkAngel

  2. #2
    aficionado

    Gast

    AW: ADS Probleme oder generelle Beziehungskriese?

    Es gibt diese Frau auf Psychology Today, Melissa Orlov, die darüber oft schreibt:

    Melissa Orlov | Psychology Today

    Auf der rechten Seite hast Du die Liste ihrer letzten Beiträge ("Recent Posts").

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.927

    AW: ADS Probleme oder generelle Beziehungskriese?

    Das ist jetzt natürlich alles recht subjektiv, aber vielleicht hilft dir das eine oder andere.

    Hmm? Mein Partner hat kein AD(H)S und ich bekomme auch selten ein klares Ja oder Nein, wenn ich was Frage. Oft bekomme ich zwar eine Antwort, aber ich fände es schöner, wenn diese auch auf die Frage passen würde.

    Ich drehe auch öfter den Kopf weg und meinen Partner bringt das gelegentlich zur Raserei, da er auch nicht ganz so gut hört. Allerdings fällt es mir schwer, Leuten in die Augen zu sehen. Das lenkt mich unheimlich ab und macht mich oft sogar unfähig auf das Gespräch an sich einzugehen.

    Wie äussert sich das Ignorieren von ihm? Könntest du da etwas genauer werden?

    Das nicht so oft grosse Nachdenken vor dem Sprechen gehört wohl leider mit zum AD(H)S. Ein grosses Problem ist ja die Impulsivität. Oft ist der Mund einfach schneller, als das Gehirn. Manchmal sagt man dann leider auch Sachen, die man nicht so meint. Auch wenn es schwer fällt, aber wenn es wirklich verletztend ist, was er sagt, dann solltest du versuchen - ich weiss, dass das schwer ist (gerade mit deiner Vorgeschichte) - nicht alles so auf die Goldwaage zu legen. Wenn er die Diagnose hat, dann könnte man versuchen im Rahmen der Therapie daran zu arbeiten. Ganz verschwinden wird die Impulivität allerdings wohl eher nicht.

    Wenn du schreibst, er wäre motivationslos, dann sehe ich das aufgrund deiner Beschreibung etwas anders. Er scheint sich viele Gedanken auch über dich zu machen. Oft ist es bei mir so, dass - bevor ich in Aktion trete - viel Kopfarbeit leiste. Die sieht man natürlich nicht. Motivation fängt im Kopf an. Andererseits, wenn man im Leben viel erlebt hat, dass die Aktionen, die der Motivation folgen, nicht gewürdigt wurden oder gar nicht gut ankamen, dann ist das sicherlich ein Hemmschuh. Irgendwer sagte hier mal, normalerweise sollte man 30 % Lob verteilen und 70 % Kritik. Bei einem AD(H)Sler ist es anders herum. Dies resultiert vermutlich auch aus den oft nicht besonders guten Erfahrungen, die man gemacht hat. - Manchmal weiss man allerdings auch einfach nicht, wie man was Umsetzen kann. Unsere Wege sind oft nicht gradlinig, weil wir vieles nicht so wie Normalos können. Das Einzufordern wäre - gelinde gesagt - mehr als schlecht. Das würde einfach nicht funktionieren und weitere Versagensgefühle herauf beschwören.

    Immerhin schreibst du, dass er nun bereit ist, sich eine Diagnose zu holen. Damit wäre dann auch der Weg in eine entsprechene Therapie frei. Bedenke aber, dass es nicht von jetzt auf gleich geht. Das dauert seine Zeit. Schon die Termine werden eher in der (weiteren) Zukunft liegen, weil es einfach zu wenig gute Ansprechpartner gibt. - Ich möchte dich damit nicht entmutigen, allerdings halte ich es für wichtig, dass du da ein realistisches Bild hast. Mit der Diagnose hat man ja nur die Ursache gefunden. Aus deiner eigenen Erfahrung weisst du ja bestimmt auch, wie schwer es ist Verhalten zu ändern und das es einfach seine Zeit braucht.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: ADS Probleme oder generelle Beziehungskriese?

    Hallo Chaosqueeny,

    danke für deine Antwort. Es klingt so, als sei dass nicht auf Fragen antworten eher ein Männerproblem . Oder ein Problem der Kommunikation, - das man etwas fragt, das beim Empfänger gar nicht ankommt.

    Das mit dem nicht in die Augen schauen können ist für mich neu. Ich weiß nicht, ob das bei ihm auch so sein könnte, aber er lässt sich gern von allem ablenken, also warum nicht? Mir wurde das in der Kindheit so eingeimpft, - dass man das so macht - und mich irritiert das oft. Beim Kopf wegdrehen wenn ich was sage, stellt sich für mich halt das Problem, dass ich ihn nicht mehr verstehe. Jetzt gibt es Leute die sagen... dann ignorier doch einfach was er sagt... in seiner Familie wird sich gegenseitig leider auch nicht so zugehört und jeder quatscht dem anderen rein und niemand scheint sich zu interessieren. Ich bin aber so nicht. Ich möchte ja wissen was mein Partner sagt, - außerdem möchte ich ja selbst auch nicht ignoriert werden. Er selbst bemerkt das aber gar nicht. Erst wenn ich ihn drauf aufmerksam mache, bekommt er mit, dass er wieder mal den Kopf weggedreht hat.

    Ich persönlich denke auch, dass seine Mom ADS haben könnte. Ihre Verhaltensweisen sind seinen sehr ähnlich und ich bekomme mit, dass der Partner von ihr, teilweise ähnlich reagiert, wie ich reagieren würde. Sie ist allerdings fest davon überzeugt, dass er auf keinen Fall ADS hat und dass er ja nie Probleme hatte. Seine Zeugnisse, sein Vater und er selbst sagen allerdings was anderes. Ich glaube, dass sie ihn schützen möchte. Das kann ich auch gut verstehen. Er selbst hat Angst, dass er stigmatisiert wird, wenn er die Diagnose bekommt. Dass er nicht allen gleich auf die Nase binden muss, dass er ADS hat, hat ihm diese Angst leider nicht genommen.

    Das Ignorieren ist ein Teil von dem was du schon beschrieben hast. Von außen sieht es so aus, als habe er mich nicht gehört. Man bekommt Minutenlang keine Antworten. Ich weiß inzwischen, dass er teilweise sehr lange braucht um nachzudenken. Ich hatte ihn mal gebeten, mir in so einem Fall einfach zu sagen, - du ich brauch grade Zeit. Dann wußte ich was los ist und konnte damit umgehen. Oft klappt aber auch das nicht. Ich weiß nie, wann ein Gespräch zuende ist oder wann er noch was sagen möchte. Manchmal wird er wütend und sagt, ich habe ihm ja keine Chance gelassen zu antworten obwohl viel Zeit vergangen ist und von ihm nichts mehr kam. Ich finde es sehr schwer abzuschätzen, wann er noch was sagen möchte und wann nicht.

    Manchmal "ignoriert" er einen auch indem er über etwas anderes spricht, dass ihm grade im Kopf rumgeht und ich das Gefühl bekomme, dass ihm das wichtiger ist.

    Am Anfang haben wir uns oft gestritten, weil er wichtige Termine zwischen uns einfach mal anders verplant hat - und dann auch noch gesagt hat, er könne das ja jetzt nicht mehr absagen, was würden denn die anderen denken?... aber mich versetzen kann er... das hat sich inzwischen gebessert. Er versucht sich Termine aufzuschreiben und ich erinnere ihn mehr.

    Das ist tatsächlich etwas, dass er beschreibt. Dass seine Vorschläge nicht angenommen wurden in der Vergangenheit. Dass seine Meinung nie gezählt hat und niemand je danach gefragt hat und es ihm daher schwer fällt überhaupt zu spüren was er braucht. Er ist auch auf jeden Fall jemand der viel Lob braucht, aber ich habe dennoch das Gefühl, es kommt nicht an. Denn egal wie oft ich ihn lobe (und das fällt mir sehr schwer, denn ich kenne das gar nicht... ich wurde immer er kritisiert und niedergemacht) er beschwert sich trotzdem, dass ich ihn nie loben würde.

    Mit dem Umsetzen von manchen Dingen hat er Probleme. Aber ich kann ihm hier nicht helfen. Ich denke anders als er, mache Dinge anders. Daher habe ich gehofft, dass eine Therapie helfen könnte. Wir waren schon bei einer Paarberatung, die zumindest den Respekt zwischen uns wieder herstellen konnte und wir streiten uns jetzt weniger oft. Aber sie hat keine Erfahrung mit ADS und ich glaube, dass ihm das mehr helfen würde.

    Wir streben jetzt auch eine Beratung wegen Problemen in nicht jugendfreien Themen an, aber ich habe Angst, dass er die Dinge nicht umsetzen kann, die da vielleicht auf uns zukommen. Denn in dem Bereich gibt es auch sehr starke Unsicherheiten und Hemmungen.

    Wie hast du denn Wege gefunden? Du schreibst, dass ihr vieles nicht könnt, so wie die Normalos... einiges weiß ich ja auch schon.

    Ja ich weiß, dass es lange dauern kann. Auch etwas das an mir nagt, da wir schon seit über einem Jahr über mögliche Hilfe zu den Problemen reden. Wenn damals schon etwas passiert wäre... aber darüber ist es müßig nachzudenken... Mir würde es aber schon helfen die Hoffnung nicht aufzugeben, wenn ich wüßte, dass sich etwas verändern kann oder auch Wege finden würde, damit umzugehen. Deshalb bin ich hierher gekommen um mit Leuten reden zu können, die Erfahrung damit haben und vielleicht Tipps geben können oder mir eben schildern können, wie ein ADS'ler sich fühlt und wie er denkt, daher dir auf jeden Fall schon mal vielen Dank.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.927

    AW: ADS Probleme oder generelle Beziehungskriese?

    Dir ist schon klar, dass das jetzt lang wird, oder?

    Das mit dem Kopf wegdrehen ist vermutlich eine Verhaltensweise, die er über Jahre so angenommen hat. Ich würde ihn nicht unbedingt ignorieren, wenn er so zu dir spricht, das würde zumindest bei mir nicht viel bringen, weil ich die Dinge schlecht zusammen bringen würde. Aber ein freundliches: Ich würde dich viel besser verstehen, wenn du deinen Kopf zu mir drehen könntest. Könnte helfen, diese Verhaltensweise über einen längeren Zeitraum abzubauen. Nimm es nicht so, dass er dich ignorieren will oder deinen Wert damit herab setzen möchte. Ich glaube nicht, dass das so ist.

    Das Reinreden ist soch eine Sache mit dem H im AD(H)S. Fast alle machen das und es ist mehr als schwer zu kontrollieren. Dabei ist es eigentlich nie so, dass es mit mangeldem Interesse o.ä. zu tun hat. Es ist einfach so, dass man als Hler oft sonst den Satz vergisst oder ein Gedanke sich einfach (vor)schnell nach draussen drängt.

    Wenn seine Mutter auch AD(H)S haben könnte, dann würde es auch einen Teil davon erklären, dass sie meint, er hätte keine Probleme. Sie ist vermutlich ganz ähnlich gelagert.

    Vielleicht versuchst du die "Gesprächsunterbrechung" mal mit dem Satz: Wenn du mir dazu noch etwas sagen möchtest, dann höre ich dir gerne zu. Alternativ auch mit der Ergänzung: Aber jetzt gehe ich erst einmal .... machen. Lass dir Zeit und wenn du so weit bist, dann sage mir einfach Bescheid. - Das nimmt dem für ihn offenbar als recht plötzlichen empfundenen Gesprächs"abbruch" die Schärfe. Immerhin möchtest du ja, dass er nachdenkt, also lass ihm die Zeit, die er braucht.

    AD(H)S ist zwar nicht die einfachste Erkrankung, aber es gibt durchaus schlimmeres. Das er Angst hat, ist verständlich, denn es hat ja auch die eine oder andere Konsequenz (Versicherungen usw.). Allerdings würde ich an seiner Stelle die Diagnose erst einmal sacken lassen und nur mit den engsten Angehörigen oder Freunden darüber sprechen. Zurückweisung wird er von dem einen oder anderen Menschen vermutlich erfahren. Du schreibst ja schon, dass seine Famile das recht gemischt sieht. Und für seine Mutter würde das ggf. bedeuten, sich mit sich selbst auseinander zusetzen und vielleicht "Fehler" einzugestehen. Das ist für viele Menschen nicht leicht und daher erfolgt zumindest oft zuerst keinerlei Akzeptanz.

    Über was anderes sprechen heisst nicht automatisch ignorieren. Vielleicht gehen ihm gerade "wichtigere" Sachen im Kopf rum. Auch wenn sie dir unwichtig erscheinen, für AD(H)Sler ist die Sache mit den Prioritäten eher schwer. In diesem Fall würde das heissen, das was er gerade denkt ist wichtig.

    Termine? Oh Gott! Vielleicht hilft ihm ein Handy mit Erinnerungsfunktion oder - so hat es hier jemand beschrieben, der keinerlei Zeitgefühl hat - ein Terminkalender mit Halbe-Std.-Eintragsmöglichkeit. Mir selbst hilft ein Kalender mit Wochenübersicht oder Monatsübersicht mehr, da ich so auch die folgenden Termine im Überblick habe. Da muss man ein bisschen rumprobieren, bis man das eigene Optimum gefunden hat. Nimm es nicht so schwer. Das er dich versetzt - würde ich meinen - heisst, dass er dir da sehr vertrauen kann, dass DU die Person bist, die das versteht und nicht, dass du ihm nicht wichtig bist.

    Zum Loben sagen wir mal, er hat vermutlich ein extrem kurzes Kurzzeitgedächtnis. Ich denke aber auch, dass es tatsächlich so ist, dass es (noch) nicht richtig bei im ankommt. Wenn du dein ganzes bisheriges Leben das nicht erfahren hast, dann ist es schwer zu glauben, dass dein Gegenüber das ernst meint. Und dann noch selbst zu Glauben, das du was wirklich mal richtig und gut gemacht hast ... diese Überzeugungsarbeit ist für einen selbst noch schwerer und der Weg dieses einfach mal zu akzeptieren sehr steinig. Die anderen Menschen in deiner Umgebung haben dich ja längst restlos davon überzeugt, dass du ein "Total-Versager" bist und man glaubt wirklich recht fest daran.

    Wenn ihr einen Therapeuten nehmt, dann bitte unbedingt einen, der Ahnung von AD(H)S hat. Sonst wird die Sache sich unter Umständen nur noch verschlimmern. Wenn er weiterhin Sätze wie: Sie müssen nur mal richtig Wollen usw. hört, dann bedeutet das u. U. das Aus für sein restliches Selbstbewusstsein. Und gerade das gilt es auch wieder aufzubauen und nicht zu vernichten.

    Wie ich Wege gefunden habe? Jahrelanges ausprobieren. (Allerdings verlief meine Kindheit auch anders.) Für meine Schlüssel (als simples Beispiel) habe ich z. Bsp. einen Schlüsselkasten (Ein kleines Kästchen zum hinstellen gleich im Eingangsbereich). Da gehört er rein. So muss ich nicht ewig auf der Suche danach sein. So habe ich jetzt mehr Zeit, andere Dinge zu suchen. Andere lassen ihn gleich im Schloss stecken und schliessen ab. Das ist aber eine nicht so gute Lösung, wenn das Schloss nicht trotzdem von aussen aufgeschlossen werden kann oder man zu mehreren wohnt. Sachen, die ich mitnehmen muss irgendwo hin, die hänge ich an den Türknauf oder lege sie auf den Schlüsselkasten, so ist die Chance, dass ich sie vergesse geringer.

    Kannst du ein bisschen konkreter werden, welche Dinge du meinst, wenn du sagst, die kann er nicht umsetzen?

    Im nicht jugendfreie Bereich ist klar, wenn er sich innerlich für einen "Versager" hält, dann traut er sich da auch nichts zu. Ich denke, wenn du damit leben kannst, könnte sich das im Rahmen einer AD(H)S-Therapie und dann im Laufe der Zeit erledigen. Vielleicht übernimmst du spielerisch bis dahin einen aktiveren Part und führst ihn so langsam an die schönen Dinge des Lebens heran. Sage aber nicht in voller Aktion: So hätte ich das aber lieber. Das würde ihn nur noch mehr in seinen Versagensängsten bestätigen, weil das kommt als heftige Kritik an. Vielleicht versuchst du es einfach mal mit einem: Du, das fand ich jetzt aber schön. (Positive Verstärkung) Wunder dich dann aber nicht, falls das dann öfter auf dem "Plan" steht.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: ADS Probleme oder generelle Beziehungskriese?

    Hey,

    sorry das ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, aber ich hatte Stress und dann meinen Freund zu Besuch. Ich wollte nicht hier schreiben während er da ist.

    Du hast recht, mir ist bewußt, dass er mich nicht ignorieren will. Aber aufgrund meiner eigenen Vergangenheit ist es bei dem Verhalten doppelt schwer für mich. Aber ich arbeite daran. Ob er das kann, - ich weiß nicht. Immerhin scheint er meist überhaupt nicht zu merken was er da macht. Deine Idee werde ich ausprobieren. Oft bin ich allerdings auch zu genervt um nett zu reagieren. Auch daran muss ich noch arbeiten.

    Ja ich vermute, dass sie selbst auch AD(H)S hat. Immerhin sind da viele Parallelen zu seinem Verhalten. Aber sie hat einen Mann der sie liebt und der sich damit abgefunden hat. Zumindest zum Großteil. Er hat seine eigene Art gefunden mit ihr umzugehen. Und wenn er sie aufzieht oder gar sarkastisch wird, dann scheint sie das nicht mitzubekommen. Ob das wirklich so ist, oder ob sie das ignoriert oder hinnimmt und es sie verletzt? Ich weiß es nicht.

    Ich weiß dass mein Freund Sarkasmus/Ironie oft nicht erkennt. Ich weiß aber nicht ob das ein ADS Zug ist oder nicht. Und eigentlich ist das auch nicht so wichtig. Man muss nur aufpassen was man sagt, weil einem nicht bewußt ist, dass der andere das nicht versteht.

    Das mit der Gesprächsunterbrechung ist eine gute Idee, aber auch hier muss ich vermutlich aufpassen, dass ich nicht wütend werde. Bei vielen Dingen bin ich inzwischen relaxter geworden. Aber manches gelingt mir nicht immer. Wie macht ihr das denn mit Gesprächen? Gerade wenn es um Probeme geht, ist es ja eher kontraproduktiv, wenn ständig das Thema gewechselt wird.

    Das mit der Versicherung hat er schon in der Selbsthilfegruppe durchgesprochen. Der Leiter der Gruppe unserer Stadt ist sehr fit in dem Thema und sehr nett. Ich hatte ihm halt auch gesagt, er müsse es ja nicht allen sagen. Der besagte Leiter meinte auch, selbst wenn sich Leute abwenden, es kommen wieder neue. Und die die gehen sind sowiso keine Menschen die ihm guttun würden.

    Ich glaube auch, dass wenn er die Diagnose bekommt, wird seine Mom nicht begeistert sein, sofern sie positiv ausfällt. Momentan ist es allerdings wieder so, dass er es vor sich her schiebt und die Dokumente nicht abschickt *seufz*

    Deine Theorie zum "mich versetzen" ist interessant. Vielleicht ist das wirklich so, ich weiß nicht. Aber es ist auf jeden Fall mal eine andere Sichtweise. Dafür danke. Ein Handy mit Kalender hat er, allerdings trägt er da nicht immer alles ein. Er vergisst quasi es einzutragen oder schreibt es auf einen Zettel, den er dann verbummelt...

    Die Sache mit dem "Versager" und "nicht glauben können" kann ich nachvollziehen. Ich kenne das selbst, ich hatte eine "nette" Mutter, die mir genau das meine ganze Kindheit und darüber hinaus vermittelt hat.

    Wir müssen mal sehen wo wir jemanden finden der sich auskennt. Aber wenn er die Diagnose hat, bekommt er Zuschüsse von der KK oder?

    Eines der Dinge, von denen er selbst sagt, dass er sie nicht umsetzen kann ist sein Papierkram. Das bleibt unerledigt liegen oder sein Vater erledigt es. Vieles seiner Post geht noch immer zu seinen Eltern. Er hat nix sortiert und vieles was er machen möchte schiebt er vor sich her. Überhaupt schiebt er viele Dinge gern vor sich her. Je komplizierter oder unangenehmer für ihn, desto länger bleibt es liegen.

    Wenn es denn öfter auf dem Plan stehen würde... aber das tut es leider nicht. Es ist eher so, dass er zu vergessen scheint, was er gemacht hat. Was gut war. Und er macht es nie wieder. In seiner Wahrnehmung ist das anders. Er sagt, er macht es nochmal genauso aber ich reagiere anders... sfz.

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.927

    AW: ADS Probleme oder generelle Beziehungskriese?

    Zuschüsse von der KK meinst du jetzt für was? Sorry, es ist noch früh am Morgen und mein Gehirn schaltet sich vermutlich erst in 1-2 Stunden an.

    Wie sagte mal eine Fernsehpsychologin so treffend: Du kannst den anderen Menschen nicht ändern, nur dein Verhalten und deine Sichtweise zu ihm. Wenn du es schaffen solltest, etwas gelassener zu werden und die Sachen, die er da so manchmal verzapft nicht ganz so an dich heranzulassen, dass sie dich verletzen können, dann wächst du an der Situation und entwickelst dich weiter. Ist im Prinzip ja auch was Gutes. Du wirst ihn aber nicht 100% "umstricken" können.

    Ich denke auch, dass es schwierig für ihn wird in der familiären Situation, wenn er denn die Diagnose bekommen sollte. Ich weiss, wie schwer es AD(H)Slern fällt, nicht ständig mit irgendwas rauszuplatzen, aber generell muss man ja mit der Diagnose nicht hausieren gehen.

    Tja, Probleme? Gute Frage. Ich neige inzwischen dazu, die Dinger selbst zu bemerken und mein Mann spricht nicht gerne über so was. Frei nach, wenn man das nicht auf den Tisch bringt, dann gibts sie auch noch nicht - zumindest nicht so vordringlich. Ich würde sagen, selbst wenn es dir unter den Nägeln brennt, man kann Probleme eh nicht unbedingt an einem Tag lösen, also vielleicht in einer ruhigen Minute noch einmal ansprechen? Früher habe ich das Zeug aufgeschrieben und ihn lesen lassen, was ihm Zeit gab, sich mit der Situation auseinander zu setzen. Dabei habe ich festgestellt, dass wir das eine oder andere tatsächlich besser über den Schriftweg klären konnten (zumeist E-Mail). Dummerweise ist es generell schwierig und da muss wohl jedes Paar seinen eigenen Weg finden.

    Papierkram ist immer so eine Sache. Ich gebe zu, bei mir klappt da einiges auch nicht. Wenn es arg Unangenehm wird, dann bin ich auch immer noch manchmal auf die Mithilfe meiner Mutter angewiesen. Mich zieht das dann so runter, dass ich z. Bsp. tagelang nicht richtig Schlafen kann und sich bei mir so richtig ein Gehirnkarusell einschaltet. Dummerweise immer mit dem Worst-Szenario a la Carte. Leichteren Papierkram schiebe ich manchmal, wo ich telefonieren kann um das zu klären, mache ich lieber das. Wenn ihr zusammen bleibt, dann überlege vielleicht mal, wo du ihm da helfen kannst, weil ich jetzt mal davon ausgehe, dass jeder das in der Partnerschaft macht, was er "besser" kann. Dummerweise kann ich mich besser ausdrücken und auch besser heften usw. ... wenn nur der Weg dahin nicht ganz so lang wäre. Zumindest bin ich so weit (Und jetzt darfst du mal heftig den Kopfschütteln und dann drüber lachen. ), dass ich die wichtigen Sachen alle in einem Einkaufskorb sammel übers Jahr und dann zum Zeitpunkt der Steuererklärung mal eine grossangelegte Heftungs-Sitzung einlege. Unwichtige Sachen kann ich mittlerweile trennen (Prioritäten setzen ist ja auch so ein Problem) und wegschmeissen.

    Vermutlich ist sein Hirn mit anderen Sachen so voll, dass er nicht unbedingt immer an das "Eine" denkt. Vielleicht kannst du da etwas aktiver werden? Allerdings solltest du dann auch damit klar kommen, wenn er nicht kann oder will, weil einfach so viele Sachen im Kopf stecken, dass man sich nicht darauf einlassen kann. Manchmal vergeht einem dabei wirklich so alles andere. Das hat aber nichts mit deiner Attraktivität zu tun. (Immerhin ist Sehen das erste, womit man normalerweise den anderen Menschen wahrnimmt, also solltest du durchaus für ihn attraktiv sein. )

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: ADS Probleme oder generelle Beziehungskriese?

    Ja Krankenkasse

    Das sagte meine auch, die tritt aber nicht im Fernsehen auf Ich selbst merke, dass ich mich verändert habe, in den letzten zwei Jahren und vor allem auch seit ich sie kenne. Was mir dadurch aber auch bewußt geworden ist, dass man manche Dinge nicht allein schafft. Und ich habe das Gefühl, das er/wir seine/unsere Probleme auch nicht allein schafft. Deshalb habe ich mir ja gewünscht, dass er sich Hilfe holt. (was er aus Angst und Geldmangel vor sich herschiebt und immer wieder erzählt aber nicht tut).

    Ist es vermessen, sich zu wünschen, dass der andere auch jemand anderen hat, mit dem er an sich und seinen/unseren Problemen arbeitet? Und ich hatte gehofft, dass er sich Hilfe holt/Hilfe bekommt, wenn er sich diagnostizieren lässt. (da er das ohne Diagnose ja auch nicht bekommt). Letztendlich heisst es ja aber natürlich auch, dass man den anderen lieben muss, wie er ist. Das stimmt schon. Aber, in Beziehungen geht man doch auch aufeinander zu... oder nicht? hach ich weiß doch auch nicht...

    100% muss auch nicht. Im Grunde ist er ja ein total lieber, herzensguter Mann, der mir vermutlich die Sterne vom Himmel holen würde... aber das ist eben nicht das was ich will. Ich möchte, dass er seine eigene Meinung hat und auch mal sagt. Ich wünsche mir, dass er auch mal Dinge in die Hand nimmt und organisiert. Ich möchte nicht immer die ganze Beziehung und alles was wir machen planen und immer die Initiative haben. Böse gesprochen bin ich mir in verschiedenen Zeiten wie seine Mutter vorgekommen und nicht wie seine Partnerin. Daran war ich selbst und meine Einstellung sicher auch schuld. Und ich bin immer verzweifelter geworden, weil ich selbst auch keine Ahnung hatte, wie ich mit dem allen umgehen soll, hab es teilweise noch schlimmer gemacht, weil ich dann eben auch solche Dinge an den Kopf geworfen habe.

    Darum bin ich ja unter anderem auch hier... um zu verstehen, was auf der anderen Seite passiert und wie andere damit umgehen.

    Ich glaube aber nicht, dass seine Familie ihn fallen lässt. Die ist so verdammt liebevoll. Sowas kenne ich von Zuhause gar nicht.

    Bei uns ist es umgekehrt. Er möchte am liebsten Friede Freude Eierkuchen. Er möchte Dinge lieber nicht ansprechen. Und ich bin diejenige die reden will...

    Hehe, naja aber immerhin machst du es dann irgendwann.

    Mhhm ja, das drauf einlassen ist bei ihm weniger das Problem. Eher, dass er sich nicht traut, weil er Angst hat etwas falsches zu machen. Inzwischen ist da halt gar nix mehr... Das ist auch schwer für mich. Vorallem da in meiner letzten Beziehung jahrelang nix mehr war. Ich fühle mich oft nicht als Frau geliebt...

    eher als gute Freundin. Und da hilft es auch nicht, sich zu sagen, dass das ja nicht so ist.

    Als er sagen sollte was er an mir liebt, war etwas das er gesagt hat, dass ich gut und lecker kochen könne...

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.927

    AW: ADS Probleme oder generelle Beziehungskriese?

    Nein, dein Wunsch ist absolut nicht vermessen. Ich denke sogar, er ist sehr verbreitet.

    Das aufeinander Zugehen merke ich persönlich eher an den kleinen Sachen. Wenn mein Mann z. Bsp. den Grill anschmeisst, weil ich mir das so wünsche oder mir vom Einkauf etwas mitbringt, was ich netterweise vergessen hatte rechtzeitig zu besorgen oder unheimlich gerne esse. Wenn er mich mal unerwartet in den Arm nimmt ... Naja, so Kleinigkeiten halt. Da merke ich, dass ich ihm lieb und teuer bin, trotz aller Probleme. Ich weiss aber auch, wenn es wirklich hart auf hart für mich kommt, dann ist er für mich da. Da kann ich dann auch mal über die "kleineren" Sachen hinweg sehen.

    Es kann sein, dass er unter Medis "tatkräftiger" wird, aber darauf würde ich mich nicht so verlassen. Bei uns läuft es auch so, dass zumeist ich z. Bsp. Ausflüge oder Urlaube plane. Meist bin ich es, die Probleme benennt und versucht diese zu lösen - also gangbare Wege aufzeigt. Dran arbeiten müssen wir dann mehr oder weniger beide. Ich wünschte mir einerseits auch, dass das mal jemand in die Hand nehmen würde, aber andererseits wüsste ich nicht, ob ich die Ruhe bewahren und "Fehlschläge" hinnehmen könnte. Aber - jetzt mal unabhängig vom AD(H)S, denn mein Mann ist ein Normalo - meinem Mann liegt so etwas nicht. Trotz eines inzwischen durchaus stattlichen Alters, fallen ihm z. Bsp. bei Problemen nicht unbedingt gangbare Wege ein. Er weiss, wenn ich einen Ausflug oder Urlaub plane und vorbereite, dann mache ich eher zuviel des Guten und er weiss, dass er das so in dieser oder ähnlicher Form nicht leisten könnte. Dafür holt er im Urlaub dann oft Morgens die Brötchen und lässt mich durchaus auch mal ausschlafen.

    Okay, wenn du dich natürlich eher als gute Freundin in dieser Situation fühlst, dann ist es heftig und bedroht wirklich ein Stück weit die Beziehung. Vielleicht findet sich dazu ja noch ein männlicher AD(H)Sler, der dazu etwas sagen kann?!?

    Hey, mach nicht so ein Gesicht! Liebe geht schliesslich (wohl gerade bei Männern) gerne mal durch den Magen. Meiner sagt meist, ich koche "grauenvoll". Aber gut, er ist hart im Nehmen. Vermutlich war es das erste, was ihm dazu einfiel und er war froh, dass ihm überhaupt was einfiel. Und ich meine das nicht einmal negativ, auch wenn es sich ein Stück weit so anhört. Ich glaube, darüber nachzudenken ist eher ein Frauen-Ding. Zumindest die Männer, die ich kennen gelernt habe, denken über so was nicht wirklich nach. Wenn sie dann wirklich gefragt werden, dann stehen sie ziemlich auf dem Schlauch und sind oft froh gewesen, wenn sie überhaupt etwas dazu beitragen können. Diese Männer standen eher auf dem Standpunkt: Ich bin doch mit ihr zusammen, also muss sie doch wissen, dass ..... (wahlweise einsetzbar: ... ich sie liebe, ... sie hübsch finde, ... sie immer für mich da ist, ... sie das Beste ist, was mir passieren konnte ... und natürlich auch beliebig erweiterbar.). Männer sind da wohl etwas pragmatischer. Freu dich also, dass er mag, wie du kochst, das ist doch zumindest ein Anfang. Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich da schon viel schlimmere Sachen gehört.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: ADS Probleme oder generelle Beziehungskriese?

    Hmmh diese Kleinigkeiten kenne ich auch. Allerdings ist er nicht der Mensch, der mir etwas mitbringt, meist kann er sich nicht mal merken was ich mag und was nicht. Das tut auch weh. Er hat Monate gebraucht um sich zu merken, dass ich kein Wasser mit Kohlensäure mag und mir das immer und immer wieder angeboten. Heute passiert das nur noch manchmal.

    In den Arm nehmen ist bei uns schwierig. Er würde am liebsten 24/7 Körperkontakt, aber das kann ich nicht. Zuhause gabs eher wegstoßen, als in den Arm nehmen und heutzutage fällt mir das schwer. Manchmal geht es, manchmal nicht. Aber nicht 24/7. Das war für ihn schwer zu akzeptieren.

    Brötchen holen macht meiner auch oft am Wochenende. Und Frühstück.

    Hast du denn eigentlich eine Therapie gemacht oder Medis genommen? Das was ich von dem Gruppenleiter weiß ist, das er verschiedene Medis hatte und Therapien und Coachings gemacht hat und das ihm das geholfen hat. Heute lebt er ohne Medis und ist zufrieden.

    Schlimmere?... mhhm naja jede Frau wünscht sich vermutlich, er würde etwas anderes sagen. Und vielleicht hast du Recht, - immerhin sind es meist auch die Männer, die eher weniger reden. (Auch wenn ich welche kenne, die können jede Frau in Grund und Boden labern)

    Seid ihr denn schon lange zusammen?

    Was mir auch auffällt ist, dass er Sätze komisch zusammen baut. Je gestresster er ist, desto schlimmer. Er sagt, ihm fällt dann das richtige Wort nicht ein und um nicht aufzufallen oder als dumm dazustehen, baut er ein anderes ein. Bisher hat da niemand was zu gesagt. (sagt er). Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das anderen nicht auch auffällt. Und imho. ist diese "Lösung" die er sich da gebastelt hat, nicht die Beste... immerhin zeugen falsche Wörter in dem Satzkonstrukt auch nicht von Intelligenz. (Er ist nicht dumm, das denke ich auch nicht, aber es könnte so rüber kommen)

    Wovor ich auch Angst habe? Was ist, wenn wir mal Kinder haben? Das ist doch vererbbar, oder? Ich glaube, mit einem AD(H)S Kind wäre ich total überfordert. Kann er mich denn da überhaupt unterstützen?

    Das soll jetzt nicht heissen, das ein(e) AD(H)Sler(in) keine Kinder erziehen kann, ich bin nur total unsicher und habe Angst, das ich dann ganz allein da stehe.

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