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Diskutiere im Thema Auf ihn verlassen können... im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 7

    Auf ihn verlassen können...

    Hallo ihr Lieben,

    es geht um meinen Mann, der AD(H)S diagnostiziert bekam und nun auch Medikinet nimmt.

    Mit den Medikamenten klappt soweit alles ziemlich gut! Jedoch möchte ich auch nicht, dass er sein Leben lang Tabletten schlucken muss.

    Durch seine Zerstreutheit und seine plötzlich auftretenden Gefühlsgewitter (ohne die Tabletten) war es für mich manchmal schwer sich vorzustellen, wie eine Zukunft aussehen soll. Seit dem die Diagnose da ist, gehen wir beide ganz anders damit um.

    Ich versuche ihm vieles abzunehmen oder ihm diekt zu sagen, wenn etwas "nicht richtig" oder "unangemessen" war. Manchmal komm ich mir wie eine "Mutter" vor und nicht wie seine Ehefrau.

    Oft versuchte ich bereits das "ihm abnehmen wollen" in direkte Bitten/"Befehle" zu verpacken (er meinte so wäre es für ihn leichter), natürlich lieb und nett! Immerhin möchte ich nicht ein Leben lang das Gefühl haben, dass etwas nur klappt, wenn ich es selbst mache.

    Leider merkt er oft auch nicht, wenn er gerade etwas sinnvolles tun könnte. Ich rotiere den ganzen Tag, damit der Haushalt funktioniert und alle Abläufe wie beispielsweise Finanzen etc. laufen. Daher weise ich ihn immer schon direkt darauf hin, doch setzt er sich nach der Arbeit (verständlicherweise) lieber vor den PC und schaltet ab.

    Wenn ich ihn direkt um etwas Bitte, macht er es ohne zu murren! Aber wieso kommt er nicht selbst darauf? Ist das typisch für ADS Partner? Auch meine Gefühlslagen erkennt er nur, wenn er seine Medikamente genommen hat. Ansonsten muss ich ihm direkt auf die Nase binden "Mir geht es gerade nicht so gut. Kannst du mir etwas abnehmen?". Gerade jetzt in der Schwangerschaft, wo ich manchmal kurz vor dem Umkippen stand, hat er das einfach nicht registriert. Ich fühlte mich da aber auch nicht mehr in der Lage ihm das direkt zu sagen und genau DAVOR hab ich Angst! Gerade wenn bald die Geburt vor der Tür steht und ich vielleicht nicht mehr Herrin meiner Sinne sein werde.

    Ich fühl mich da manchmal einfach etwas "dumm" und unverstanden. Natürlich weiß ich indirekt, dass er das nicht mit Absicht macht, aber gerade jetzt, wo in ein paar Wochen unser Sohn zur Welt kommen wird, hab ich riesige Angst mich auf ihn verlassen zu müssen.

    Meist fehlt immer irgendwas (Unterlagen/Geburtstasche packen/planen), er kommt zu spät, da sein Zeitgefühl ein anderes ist (ist auch okay, kenn ich schon und daher lösen wir das Problem oft mit dem Timer unserer Handys für ihn ) aber am schlimmsten find ich dieses Gefühl, wenn ich es nicht selber mache, klappt es nicht.

    Derzeit hab ich einfach Angst, dass das mit unserem Sohn nicht klappen wird. Dass ich ihm wieder ständig alles direkt "Befehlen" muss, damit er merkt, dass er gerade etwas sinnvolles tun/abnehmen kann.

    Nicht, dass das hier falsch rüber kommt. Ich liebe meinen Mann wirklich und habe ihn ohne die Diagnose und ohne seine Medikamente kennengelernt. Aber wie macht ihr das? Sehen eure Männer, wenn sie irgendwo gebraucht werden? Oder ist es bei Euch auch so, dass alles nur funktioniert, wenn ihr es selbst macht?

    Einiges liegt bestimmt auch an mir. Ich komme aus einem sehr streng erzogenen Haushalt, vor allem was benehmen angeht. Da war es mir manchmal schon unangenehm, dass er schweigend gegenüber Menschen saß (beispielsweise beim Arzt) und er sich wohl nicht bewusst war, dass man allein aus Höflichkeit sagt, weshalb man dort sitzt. Da ging wohl ein bisschen was bei seiner Erziehung flöten.

    Mir ist es tatsächlich manchmal unangenehm, dass er so unhöflich rüber kommt und nicht mal grüßt, wenn es angebracht wäre. Aber irgendwie scheint er das auch nicht zu merken. Da musste ich dann oft unangenehme Situationen ausbügeln und grüßte dann erst recht nett und fragte meinen Mann dann freundlich, wieso er das nicht getan hat (natürlich danach und erst wo wir allein waren). Eine richtige Antwort bekam ich da jedoch meist nie.

    Hach ich weiß auch nicht. Seine Mutter nahm ihm wohl bereits zuviel ab und ich versuch es zumindest nun mit der Bitten/Darauf Hinweisen-Nummer.

    Kann ich da sonst noch irgendwas tun?

    Liebe Grüße
    Mondfeder
    Geändert von Mondfeder (10.03.2014 um 15:30 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Auf ihn verlassen können...

    Hallo Mondfeder, alles was du schreibst kommt mir sooo bekannt vor. Mein Mann bekam vor ca. 3 Wochen die Diagnose. Wir haben eine Tochter, wahrscheinlich auch Adhs. Ich bin erleichtert, dass es dir auch so geht mit deinem Mann. Vor der Diagnose wusste ich nicht was mit ihm los ist. Man kann zwar nicht alles entschuldigen mit Adhs, aber einige Sachen sind nachvollziehbar. Ich glaube, man darf auf keinen Fall seine "Mami" sein. Es sieht manchmal so aus als würden sie es erwarten, aber sie schaffen es auch allein, sie wollen es schaffen. Mein Mann ist z.B. sehr oft zornig und explodiert förmlich von einer Sekunde auf die andere. Meist ist es dann so, dass er wütend auf sich selbst ist. Also mein Rat, Ruhe bewahren, tolerant sein und ein wenig die Kontrolle abgeben. Es klappt schon alles. LG tessa

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Auf ihn verlassen können...

    Lieben Dank Tessa.

    Es ist schön zu wissen, dass man damit nicht allein ist.

    Es fällt mir noch sehr schwer die Verantwortung abzugeben. Gerade weil mein Mann, genau wie deiner, dann so wütend wird und das meist auf sich selbst.

    Irgendwie will ich ihn immer beschützen und ihm diesen Gefühlszustand ersparen, indem ich ihm das Denken ein wenig abnehme.

    Ich werde versuchen deinem Rat zu folgen und noch mehr Verantwortung abzugeben und dabei Ruhe bewahren, wenn er wirklich explodieren sollte.
    Mir schlägt es jedoch immer direkt auf den Magen, wenn er dann so wütend wird. Da bin ich wohl leider etwas sensibel.

    Ich wünsch dir viel Kraft für die Zukunft!
    Mondfeder

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Auf ihn verlassen können...

    Ja, Mondfeder, es ist sehr schwer das nicht persönlich zu nehmen. Ist fast unmöglich. Ich habe gemerkt, dass mein Mann mich schon liebt, bin mir aber nicht sicher, ob er mich einfach wie seine Mami liebt. Das war aber mein Fehler. Es ist nicht gut, immer den Weg zu ebnen, Entscheidungen abzunehmen, seine Arbeit erledigen. Sie sind erwachsen. Mein Mann nimmt erst seit 3 Wochen Strattera. Er ist zur Zeit in Therapie und wird erst noch eingestellt. Ich wünsche mir so sehr, dass alles besser wird. Besonders wegen unserer Tochter. Alles braucht seine Zeit. Ich wünsche Dir auch alles Gute und ganz viel Kraft. Verliere Dich nicht selbst aus den Augen.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 10.928

    AW: Auf ihn verlassen können...

    liebe mondfeder

    als ich gelesen hab was zb dein mann vergisst usw ....kam mir der gedanke.....macht er ne therapie?
    außer die medis?


    steht ne verhaltenstherapie an?



    mir hat das geholfen mich zu strukturieren
    funktioniert nicht immer aber es hat mir persönlich sehr gut getan


    viele grüsse

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Auf ihn verlassen können...

    Hallo Butterblume

    Noch macht er keine Verhaltenstherapie, aber gerade heute bekam er eine Liste von seiner Psychiaterin, auf der Verhaltenstherapeuten vermerkt sind.

    Leider hat er sehr stark schwankende Arbeitszeiten, so dass es wohl nicht leicht wird eine regelmässige Therapie für ihn zu finden.

    Aber ich hoffe ganz stark, dass ihm eine Verhaltenstherapie helfen wird!

    Mal schauen wie lang es dauern wird, bis er wen Geeignetes gefunden hat.

    Liebe Grüße
    Mondfeder

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 10.928

    AW: Auf ihn verlassen können...

    hallo mondfeder


    freut mich dass er nun zumindestens eine liste hat mit therapeuten

    Mondfeder schreibt:


    Leider hat er sehr stark schwankende Arbeitszeiten, so dass es wohl nicht leicht wird eine regelmässige Therapie für ihn zu finden.

    Aber ich hoffe ganz stark, dass ihm eine Verhaltenstherapie helfen wird!

    Mal schauen wie lang es dauern wird, bis er wen Geeignetes gefunden hat.

    bei mir war die problematik ähnlich


    schlussendlich hab ich es rund 11 monate geschafft (mit uralub usw) dran zu bleiben
    jedoch hatte ich meinen termin bereits morgens um acht und bin direkt danach zur arbeit

    bei der arbeit hab ich mit ausreden arbeiten müssen
    hab gesagt dass ich zum blutabnehmen muss usw
    ich war zu dem zeitpunkt in keiner guten körperlichen verfassung und daher ging das recht gut


    alles gute für euch
    viele grüsse

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: Auf ihn verlassen können...

    hey mondfeder,

    es ist toll, daß er medikamente nimmt-eine mischung aus medis+therapie ist ideal.

    sei nicht so skeptisch gegenüber den medikamenten. stell dir vor du bist krank, was machst du?
    du gehst zum arzt, und nimmst das was er dir verschreibt.

    adhs ist eine krankheit.
    und es hilft euch, wenn du sie als solche anerkennst.

    lieben gruß!

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