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Diskutiere im Thema Wie unterstützen? Da sein? Halten? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    Wie unterstützen? Da sein? Halten?

    Hallo allerseits,

    Nun platze ich dann gleich mal mit der Tür ins Haus und erzähle euch von meinen Sorgen und Ängsten und der dringenden Bitte, durch euch ein wenig mehr verstehen zu können.

    Mein bester Freund hat ADHS und manchmal bringt er mich an den Rand des Wahnsinns.

    Wenn wir uns mal streiten hat er solche Wutausbrüche, dass ich oft befürchte, er geht weiter als er darf.

    Nun gab es diese Situationen schon öfters und es tut ihm danach auch unendlich leid, was ich ihm auch glaube, aber die Angst, dass er sich irgendwann nicht mehr beherrschen kann ist groß.

    Zwar verneint er es aber ich weiß nicht mehr in wieweit ich ihm hier noch vertrauen kann.

    Er nimmt täglich Medikamente und ist mit ein völlig anderer Mensch. Ohne ist er mir tatsächlich lieber, weil er dann aufgeweckt, lustig, fröhlicher usw. Ist.

    Nur wie gehe ich mit den ausrastern um?
    Wie schaffe ich es ihm neuen mut zuzusprechen wenn er nach einer jobabsage, einem geplatztem Date oder einfach nur nach einem schlechten Tag völlig niedergeschlagen ist?

    Leider lässt er sich dann immer sehr hängen, spielt nur Computer und lebt dann in seiner Welt.

    Mir liegt unendlich viel an ihm und ich musste mit ansehen wie Freunde und auch Partnerinnen sich von ihm abwandten und er in ein tiefes Loch fiel, aus dem auch ich ihn nicht wirklich wieder rausholen konnte.

    Ich hoffe auf eure Erfahrungen

    Liebe Grüße.


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  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wie unterstützen? Da sein? Halten?

    Ich selbst habe keine Probleme mit Ausrastern, aber mein Vater. Was mir selbst, und auch ihm hilft sind klare !!!!!! und kurze Rückmeldungen.
    Nicht IM Ausraster, sondern unmittelbar danach. Nicht anklagend, emotionsgeladen oder schuldzuweisend, sondern nur eine kurze Rückmeldung über deine Gefühle und Gedanken bei diesem Ausraster. Ganz nüchtern und vor Allem kurz. Alles was zu lang ist, kann nicht verstanden/verarbeitet werden und er macht automatisch "dicht". Alles was emotionsgeladen ist, kann auch schwer verstanden werden, oder bringt ihn evt. in die Teufelsmühle des nicht-verstanden-seins, er wird selbst wissen, das es Mist war, aber er kommt eben ohne professionelle Hilfe da nicht raus, also hat er dann nicht nur ein schlechtes Gewissen, sondern er fühlt sich auch angegriffen, weil er ja nicht anders kann.

    Meine Mutter ist mir für diese Tips sehr dankbar, seit dem sind wohl die Ausraster etwas seltener.

    Ach ja, ich habe ihr auch gesagt sie soll ihm immer wieder in solchen Situationen (teils auch verbal) die Möglichkeit zum Ausstieg geben, also das sie ihm gebetsmühlenartig in knappen Worten sagt er soll/könne raus gehen, damit er sich abregen/neu setten kann.

    Und bei ihm hilft es sogar komplett ohne Medis. Natürlich ist das nur eine kleine Hilfe, die Ausraster sind nur mit Therapie und Medikation langfristig für ihn kontrollierbarer.


    Meine Mutter hat jetzt ein Codewort, wo er mit der Zeit drauf konditioniert ist, und schneller runterkommt, was er eben ohne langes erklären versteht.


    Sie sagt dann " *********, es sind wieder die Waschlappen!"
    Hintergrund ist, das sein letzter extremer Ausraster wegen einer Nichtigkeit war...... wegen einem fehlenden Aufhänger an einem Waschlappen.


    Vielleicht hilft sowas in der Art ja bei euch auch.....
    Viel Kraft dir!

  3. #3
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Wie unterstützen? Da sein? Halten?

    Hallo silberfunke,

    gehe ich recht in der Annahme, dass er nicht dein Partner, sondern dein bester Freund ist?
    Wie Creatrice schon schreibt, ist es wichtig zu lernen, wie man damit umgeht.

    Ich nehme an, dass der Besagte auch noch jünger (unter 30 und ADHS-Betroffene reifen langsamer) und noch
    nicht so richtig "gesettled" ist (werden ADHS-Betroffene auch meist nie so richtig).

    Da ich selbst mit so einem Menschen sehr viel Erfahrung habe, hoffe ich, dass er neben der Medikation auch
    Hilfe in Form von Verhaltenstherapie oder Coaching in Anspruch nimmt. Als Angehöriger kann man nämlich nicht
    alles auffangen, vor allem wenn sich der Betroffene auch gerne in die Welt des Computers zurückzieht.

    Macht er bereits in diese Richtung etwas?

    Mir fällt heute nichts Gescheites mehr ein, aber vielleicht anderen hier.

    Was Coaching bedeutet findet man z. B. in dem Buch von Christine Beerwerth "Such dir Menschen, die dir gut tun".

    Gute Nacht
    Gretchen

    P.S. http://adhs-muenchen.net/pages/adhs-erwachsene.php

    Ich habe dir mal diesen Link reinkopiert, damit du auf die Schnelle was lesen kannst, denn hier im Forum
    gibt's ja schon so viele Beträge.
    Geändert von Gretchen ( 7.02.2014 um 22:41 Uhr)

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    Wie unterstützen? Da sein? Halten?

    Danke für eure Antworten!

    Ich bin sehr dankbar dafür.

    Ja wir sind nur beste freunde, ich mag eher Geschwister sagen, da wir viele Schicksalsschläge gemeinsam durchlebt haben und er mir mehr wie ein Bruder, als ein Freund ist.
    Ach ja er ist 25.


    Nein,Verhaltenstherapie oder sonstiges macht er nicht. Bisher kam es auch nie zur Sprache zwischen uns, da wir nicht viel über ADHS reden. Höchstens wenn ich -maule- dass er nicht das ganze Leben vor dem pc sitzen kann sagt er, das lenkt ihn unheimlich von seinen Ticks ab.


    Gretchen danke für den Link, ich werde ihn mir morgen gleich ansehen, heute bin ich für weiteren Input schon zu müde.


    Gesendet von meinem iPhone mit Tapatalk

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Wie unterstützen? Da sein? Halten?

    Hallo silberfunke,

    das mit der Ablenkung am PC macht mein Mann auch immer.

    Es beruhigt ihn ungemein, jedoch muss ich immer aufpassen, was er gerade spielt, da er sich sonst manchmal wieder in Aggressionen hochschaukelt.

    Gerade Spiele mit Online Modus und anderen Mitspielern tun ihm oft nicht gut.

    Jedoch denke ich, dass der PC auch deinem besten Freund soetwas wie "Gehirnjogging" gibt. Dadurch reagieren sie sich etwas ab und sind in einer gewohnten und sicheren Umgebung, wo ihnen niemand etwas kann.

    Bei den Ausrastern hilft bei meinem Mann meist nur ruhig bleiben. Vor allem ruhiges Sprechen und sich nicht von seiner Lautstärke anstecken lassen. Ja, es fällt manchmal sehr schwer! Aber man gewöhnt sich tatsächlich irgendwann daran.

    Das ruhige einreden bringt ihn manchmal etwas herunter und wenn gar nichts hilft, frage ich ihn wirklich ganz direkt, was genau das Problem gerade ist (nicht im provokanten Sinne), also, wie es ihm gerade wirklich geht. Oft horcht er erst dann richtig in sich hinein und stellt oft fest, dass er von sich selbst enttäuscht ist/war oder er sich selbst unter Druck gesetzt hat.

    Soetwas braucht jedoch eine gewisse Selbsterkenntnis. Die Offenheit für eine Therapie wäre in jedem Fall sehr wünschenswert. Medikamente sind schön und gut und helfen eine Weile, jedoch nicht im Alltag und beim sozialen Umgang mit Menschen.

    Ich wünsche dir viel Kraft und vor allem starke Nerven!
    Vielleicht kannst du ihm ein Ruhepol sein, wo er sich geschätzt fühlt, so wie er ist.

    Liebe Grüße
    Mondfeder

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