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Diskutiere im Thema Schwierigkeiten bei der Diagnose? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 21

    Schwierigkeiten bei der Diagnose?

    Hallo zusammen

    könnt Ihr einschätzen, ob eine Diagnose überhaupt funktionieren kann, wenn der "Betroffene" selbst eher davon überzeugt ist, kein ADHS zu haben?

    Der Hintergrund ist Folgender: Ich vermute, dass mein Freund unter Umständen ADHS hat und nach sehr schwieirigen Zeiten in unserer Beziehung, hat er sich nun auf mein Bitten entschlossen, sich testen zu lassen. Er ist allerdings der festen Überzeugung, dass er kein ADHS (mehr) hat (als Kind wurde er positiv getestet).

    Ich gehe mal davon aus, dass bei diesem Test viele Fragen zum eigenen Verhalten und zur eigenen Wahrnehmung gestellt werden. Aber kann das funktionieren, wenn doch eine Störung in der Selbstwahrnehmung vorliegt, die ja dem Feststellen der eigenen Probleme entgegensteht? Ich kann ja nichts erkennen, was ich nicht wahrnehme...

    Danke & Gruß
    Avis

  2. #2
    Kopfkino deluxe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 678

    AW: Schwierigkeiten bei der Diagnose?

    Uff, schwere Frage...
    Vielleicht findest Du hier ein paar Infos?
    ADS Erwachsene

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Schwierigkeiten bei der Diagnose?

    Ich gehe mal davon aus, dass bei diesem Test viele Fragen zum eigenen Verhalten und zur eigenen Wahrnehmung gestellt werden. Aber kann das funktionieren, wenn doch eine Störung in der Selbstwahrnehmung vorliegt, die ja dem Feststellen der eigenen Probleme entgegensteht? Ich kann ja nichts erkennen, was ich nicht wahrnehme...
    Die Diagnostik besteht ja nicht ausschließlich aus Fragen zur subjektiven Selbstwahrnehmung. Verhalten lässt sich ja auch objektiv erfassen. Ein guter Diagnostiker betrachtet den Betroffenen in seinem gesamten Lebenskontext und wird am Ende die Puzzleteilchen auch zusammenfügen.

    Er ist allerdings der festen Überzeugung, dass er kein ADHS (mehr) hat (als Kind wurde er positiv getestet).
    Die Frage ist, ob er nur nicht glaubt noch Symptome zu haben oder ob er den Gedanken aktiv abwehrt. Wenn er sich gegen die Möglichkeit noch Symptome zu haben sperrt, wirds schwierig. Wenn er aber den Gedanken grundsätzlich zulassen könnte, kann es gut sein, dass er krankheitseinsicht entwickelt.

    Vielleicht weiß er nicht, dass sich Adhs im Erwachsenenalter völlig anders äußern kann als es sich in der Kindheit geäußert hat. Vielleicht hilft diesbezüglich Aufklärung.

    Auf alle Fälle ist es schonmal ein Hoffnungsschimmer, dass er sich Dir zu liebe testen lässt. Der Rest ergibt sich dann schon.

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Schwierigkeiten bei der Diagnose?

    ADHS-Testung ist ja auch eine Ausschlusstestung: Wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschlossen sind, und Symptome feststellbar sind, bleibt dann ADHS/ADS. Die Tests und Fragebögen sind so umfassend - auch mit versteckten Kontrollfragen - dass man da eigentlich nicht zu falschen Ergebnissen kommen kann, außer der Probant setzt bewusst falsche Kreuze. Und bei Aufmerksamkeits- und Konzentrationstests sowie Tests zum Arbeitsgedächtnis und zur Merkfähigkeit kann man sich nicht verstellen. Problematisch kann es bei einer Kombination mit einer Hochbegabung werden, weil dann die Testsergebnisse teilweise im Durchschnitt liegen, allerdings zeigt sich dann aufgrund der Art der Bearbeitung, ob es Störungen im Bewältigen der Aufgaben gibt.

    Und ADHS/ADS wächst sich nicht raus. Allerdings wird sich dein Freund auch nach einer positiven Testung kaum behandeln lassen, wenn er keinen Leidensdruck hat.

    Insofern: der Test wird die momentane Ausprägung der ADHS-Symptomatik zeigen. Ob anschließend eine Behandlung erfolgt, liegt an deinem Freund.

    LG Trine

  5. #5
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Schwierigkeiten bei der Diagnose?

    Avis schreibt:

    Der Hintergrund ist Folgender: Ich vermute, dass mein Freund unter Umständen ADHS hat und nach sehr schwieirigen Zeiten in unserer Beziehung, hat er sich nun auf mein Bitten entschlossen, sich testen zu lassen. Er ist allerdings der festen Überzeugung, dass er kein ADHS (mehr) hat (als Kind wurde er positiv getestet).
    Hallo Avis,

    für mich hört sich das auch so an, als wenn es DIR wichtiger ist, einen sogen. Grund für eure bisherigen Schwierigkeiten in eurer Beziehung zu haben bzw. zu wissen.
    Nur was erwartest du dann von ihm? Was passiert dann? Soll/muss er dann Medikamente nehmen, weil du es gerne möchtest?

    Weisst du, ich kann das sehr gut nachvollziehen, was und wie es dir geht. Mein Ex hatte Asperger und das so was von deutlich und auffällig. Aber ER wollte das nicht einsehen und erkannte das auch nicht bei sich an. Da konnte ich mir Fusseln am Mund labern....es hat nix gebracht.

    Wie Trine schon sagte.....wenn der Leidensdruck deines Freundes nicht gross genug ist, dann nutzt es weder dir noch ihm, einen positiven ADHS-Test zu haben, der sowieso mit grosser Sicherheit positiv aus fallen wird, wenn er schon als Kind/Jugendlicher auffällig war und eine positive Testung erhalten hat.

    Weisst du denn, ob er damals Medis und/oder Therapie gehabt hat? Haben sich seine Eltern gut um ihn gekümmert und ihn geleitet? Oder hat er vielleicht mit Ritalin und Co miese Erfahrung machen müssen als Kind? Er muss doch einen Grund dafür haben, dass er meint, "es" sei ausgewachsen das ADHS....

    lg Heike

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 417

    AW: Schwierigkeiten bei der Diagnose?

    Hallo Avis,

    ich teile Deine Bedenken. Wenn ich an meine eigene Testung zurück denke, dann hätte ich einige Fragen durchaus so beantworten können, dass sich daraus insgesamt zu wenig Anhaltspunkte für eine ADHS ergeben hätten. Die ADHS-Diagnose bei Erwachsenen ist eine klinische. Was das bedeutet, ist hier ganz gut erklärt:
    Klinische Diagnostik - Psychologie-Lexikon

    Wenn jemand in so eine Diagnostik mit der Haltung reingeht, dass es darum geht, zu beweisen, dass er Recht hat (er keine ADHS hat), kann er die wunderbar durchaufen, ohne sogar sehr stark zu "manipulieren". Jemand, der fest überzeugt ist, dass er eine ADHS hat, wird auf die Frage, ob er vergesslich ist, im Brustton der Überzeugung sagen: "nein, natürlich nicht, ich vergesse nie etwas Wichtiges". Dass er dazu aber tausend Notizen oder Eselsbrücken braucht, ist in seiner Überzeugung völlig normal. Dass er für Autoschlüssel, Portemonnaie etc. immer einen festen Ablageplatz hat, gehört für ihn zu der ganz normalen Ordentlichkeit eines Erwachsenen. Dass diese Dinge quasi unwiederbrlinglich weg sind, wenn er sie dort nicht ablegt, sieht er nicht als ADHS-Symptome an. Aus seinr Kindheit wird er alles ausblenden, was nicht zu offensichtlich auf ADHS hinweist (wobei er ja schon als Kind die Diagnose hatte, aber natürlich hat er doch jetzt nichts mehr davon....). etc.

    Und auch die Motivation für die Testung ist m.E. nicht zielführend. Er lässt sich testen, um Dir einen Gefallen zu tun, und nicht um für sich etwas zu tun. Ob das etwas bringen wird? Probiert´s aus...

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Schwierigkeiten bei der Diagnose?

    Aber zur Testung gehören nicht nur Fragebögen sondern auch Arbeitspsychologische Testungen und Computerprogramme etc. kann man nicht austricksen

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 417

    AW: Schwierigkeiten bei der Diagnose?

    Hallo Trine,

    das ist richtig, aber nicht alles was bei der Testung gemacht wird, bezieht sich nur auf ADHS. Es wird ein Gesamtstatus ermittelt, z.B. auch Depressivität, Schizoidie, Hysterie etc.

    Ich habe heute meinen Testbericht in anonymisierter Form in meinem Profil in einem Album hochgeladen. Wollte eigentlich von einem Moderator die Rückmeldung haben, ob der Zugriff über den Link für registrierte Mitglieder klappt. Aber vielleicht kannst Du für mich testen und dann per PN mailen ob es geht oder nicht:

    https://adhs-chaoten.net/attachment....3&d=1376654337

    Bitte nicht zu anderen Zwecken als zur eigenen Information verwenden... auch wenn ich es nicht kontrolliere.

    LG
    habis

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: Schwierigkeiten bei der Diagnose?

    habis schreibt:
    [......] aber nicht alles was bei der Testung gemacht wird, bezieht sich nur auf ADHS. Es wird ein Gesamtstatus ermittelt, z.B. auch Depressivität, Schizoidie, Hysterie etc.
    Das bezieht sich schon insofern auch auf AD(H)S, dass für eine Diagnose all diese Dinge ausgeschlossen werden müssen.
    LG

  10. #10
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.434

    AW: Schwierigkeiten bei der Diagnose?

    Hallo avis,

    Zuerst mal, zeigen die meistens ADSler eine schlechte selbstwahrnehmung und sehen sie sich oft weniger beeinträchtig als sie wirklich sind... Wenn man so geboren ist und so lebt, erlebt es als normal. Es sind die anderen die nicht normal sind. Eine gute diagnostiker weisst so was auch! Wenn der diagnostiker auch weiss, dass dein freund wegen dich kommt und nicht daran glaubt (wahrscheinlich, wenn er ADS hat, wird er sich schnell verpapplern und seine klappe nicht halten) wird er es auch berücksichtigen... Es wird auch seine verhalten angeschaut und andere sachen als fragebogen.

    Dazu gibt es der fremdfragebogen die du ausfühlen kann.

    Dann frage ich mich: Macht er dich wirklich zu liebe, oder auch ein bisschen weil er darunter leidet? Wenn er doch eine gewisse wiederstand zeigt, wird er weiter es zeigen... Eigentlich braucht er von dich geliebt zu werden, nicht als krank gesehen zu werden und sich verändern...

    Ich vemute zwar auch seit langem, dass mein freund ADS hat, aber er wehrt sich ziemlich zu eine diagnose, seit langem... Ich sehe da kein sinn ihm zu drängen, da er ehe stur sein kann und noch sturer wird, wenn ich ihm unter druck setzte... Aber ich gehe mit ihm um wie wenn er ADSler wäre und es bringt etwas... Ihm annehmen, aber mich auch sehr klar abgrenzen, klare, einfache kommunikation u.s.w....

    Aber... Immer mehr merke ich wie er doch eine leidendruck verspürt und ab und zu ein wörtchen darüber verliert lässt, was es sein könnte... Ich lasse es im ihm reifen.

    Druck auf der partner ausüben wegen eine diagnose halte ich als gefährlich... So was hätte ich es sicher auch nicht gerne. Aber sonst ist es auch klar dass du deine grenzen hast und auch deine bedürfnissen. Aber es gibt noch andere wegen dazu...

    Nun, es kann auch sein dass doch alles gut geht, dass er endlich einiges einsieht (was auch schmerzhaft sein kann für ihm!) und dass er einlenkt... Aber es bleibt immer, dass nur wenn er von sich aus etwas ändern möchte, dass es wirklich etwas bringen kann... Auch wenn der grund sein kann, dich nicht zu verlieren oder mit dich doch schön zu haben...

    lg

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