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Diskutiere im Thema Beziehungsende durch ADHS? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 21

    Beziehungsende durch ADHS?

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und habe gerade gelernt, dass ich mit dem u. g. Text besser im Angehörigen-Bereich aufgehoben bin, als im Vorstellungsbereich. Leuchtet mir ein und ich fang einfach mal an.

    Ich würde mich hüten, irgendeine Pseudo-Analyse zu stellen. Am Anfang unserer Beziehung wäre ich auch nicht im Traum darauf gekommen, überhaupt in diese Richtung zu denken, da dort alles perfekt zu sein schien (was natürlich zu Beginn einer Beziehung meist so ist). Wir waren beide der Meinung, dass wir uns "gesucht und gefunden" hatten, wollten so schnell wir möglich zusammenziehen und auch über Heirat hatten wir bereits gesprochen.

    Allerdings war es mit ihm nochmal etwas anderes, es war einfach noch intensiver, als vorherige Beziehungen. Und erst, als "der Alltag" kam, der m. E. eine Beziehung nicht unbedingt killen muss, sondern auch bereichernd sein kann, kamen die Schwierigkeiten. Vor dieser Beziehung habe ich lange mit meiner Tochter alleine gelebt und in meiner Verliebtheit nicht bedacht, dass es Zeit braucht, auch sie mit der neuen Situation vertraut zu machen (auch, wenn zu dem Zeitpunkt bereits 17 war), vor allen Dingen, wenn es um ein gemeinsames Zusammenleben in einer Art Patchwork-Familie geht. Hinzu kam, dass mein Freund und meine Tochter in der ersten Zeit nicht den besten Draht zueinander hatten. Mein Freund hat sich ihr gegenüber oft unfair benommen und sich über das enge Verhältnis zwischen ihr und mir "beschwert" (obwohl ich jeden Tag direkt nach der Arbeit bei ihm war, 4x in der Woche bei ihm übernachtet habe (also wirklich nur noch selten zu Hause gewesen bin).

    Nach einigen Wochen habe ich mit ihm gesprochen, dass ich mich auch wieder etwas mehr um meine Tochter kümmern müsse. Außerdem wäre es aufgrund des Verhältnisses zwischen meiner Tochter und ihm unmöglich gewesen, dass wir alle gemeinsam wohnen würden. Deshalb musste ich ihm sagen, dass wir ggf. auch unsere Pläne, bereits nach einem halben Jahr zusammenzuziehen aufschieben müssten (trotzdem haben wir beibehalten, dass ich 2x in der Woche bei ihm übernachte und das komplette Wochenende bei ihm verbringe). Parallel dazu habe ich immer ganz bewusst versucht, ihm das Gefühl zu geben, dass ich ihn über alles liebe, ich für ihn da bin und sich unsere Pläne nur um wenige Monate verschieben, sobald er und meine Tochter angenähert haben.

    Für ihn ist damals eine Welt zusammengebrochen. Er hat von mir erwartet, dass ich meiner Tochter eine eigene Wohnung suche und alleine mit ihm zusammenziehe. Das hätte ich aber nie über's Herz gebracht und habe verzweifelt versucht, ihm klarzumachen, dass dieser Aufschub des Zusammenziehens doch nichts an unseren Plänen grundsätzlich und meinen Gefühlen zu ihm erst recht nichts ändert. Leider bewertet er alles was ich sage extrem negativ, egal, wie positiv ich es auch meine oder formuliere. Er dreht einem förmlich das Wort im Mund herum. Dazu muss ich vielleicht sagen, dass er hochbegabt und sehr eloquent ist, was unsere Diskussionen nicht unbedingt einfacher machten. Er reagiert auf alles, was ihm auch nur ansatzweise gegen den Strich geht sehr emotional. Er sucht nach exzessiver und intensiver - auch körperlicher - Nähe. Gibt man sie ihm, wird es ihm oft zuviel und er ist dann sehr berührungsempfindlich.

    Ich hätte mich auf all das einstellen können - was mir aber irgendwann extrem aufgefallen ist und mich wirklich verstört hat, war, dass er offensichtlich Dinge - nennen wir es einmal - "falsch" wahrnimmt. Ich habe mich x-mal überprüft und geschaut, ob ich nicht doch etwas falsch oder anders mitbekommen habe, als er, ob ich also nicht vielleicht auf dem total falschen Dampfer mit meiner Wahrnehmung bin. Ob es nicht vielleicht einfach nur so ist, dass wir unterschiedlicher Meinung sind.

    Aber es ist tatsächlich so, dass ich ihm Dinge sage und er kurze Zeit später behauptet, ich hätte genau das Gegenteil gesagt. Meist kehrt er es vom Positiven ins Negative um. Ich habe versucht die Situation zuzuspitzen und ihn gebeten, wenn ich ihm in einem Moment sage, dass ich (Beispiel) finde, dass er ein toller Mann ist, er bitte nicht in 5 Minuten wieder behaupten solle, er sei kein toller Mann. Aber genauso war es. Kurze Zeit später behauptete er einfach, ich hätte das Gegenteil gesagt. Und sich darauf einstellen, ist nicht möglich. Unter diesen Umständen kann einfach nicht "gesund" gestritten werden. Und meine Tochter und dass er sich wegen immer wieder neuer Faktoren ungeliebt und hintenangstellt fühlte, war immer wieder Anlass für Streits.

    Jedenfalls wirkte sich diese Verschiebung der Wahrnehmung in viele anderer unserer Lebensbereiche aus, da es wirklich schwierig ist, unter sochen Umständen eine positive Stimmung in einer Beziehung aufrecht zu erhalten. Und da ich dieses Verhalten echt komisch fand, habe ich mir aus Verzweiflung im Internet Suchbegriffe wie "falsche Wahrnehmung" eingegeben und dann tauchte ab und zu auch der Begriff ADHS auf. Ich erinnerte mich, dass er mir gesagt hatte, als Kind diese Diagnose gestellt bekommen zu haben und habe mich genauer informiert. Auch das Buch, von dem Gretchen spricht "Lass mich - doch verlass mich nicht" habe ich mir gekauft und ich finde dort so vieles wieder...

    Nach einer wirklichen Odyssee, haben wir uns nun getrennt. Es war nicht möglich (vielleicht auch nur mir nicht,, wie gesagt, ich will mir kein eindeutiges Urteil anmaßen), es "ihm recht zu machen". Egal was ich versucht habe, es hat nie gereicht. Selbst, wenn ich Dinge getan hatte, um die er mich vorher gebeten hatte, war es letztendlich doch wieder nicht richtig.

    Sorry, ist doch mehr geworden, als beabsichtigt. Aber vielleicht kommt so rüber, worum es geht...

    Danke Euch. A.

  2. #2
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Beziehungsende durch ADHS?

    Avis schreibt:
    Allerdings war es mit ihm nochmal etwas anderes, es war einfach noch intensiver, als vorherige Beziehungen.
    Ja, ne! Das können wir ADSler gut. Mit uns ist alles anders. Vor allem wenn wir hyperfokussiert sind, z.B. auf....Staub saugen,


    Avis schreibt:
    Und erst, als "der Alltag" kam, der m. E. eine Beziehung nicht unbedingt killen muss, sondern auch bereichernd sein kann, kamen die Schwierigkeiten.
    Der Alltag ist eine Herausforderung für beide.

    Avis schreibt:
    Hinzu kam, dass mein Freund und meine Tochter in der ersten Zeit nicht den besten Draht zueinander hatten.
    Deine Tochter hat Vorrang. Da kann sich Dein Partner auf den Kopf stellen: zuerst die eigenen Kinder, dann der Lover"! Sage ihm das. Sollte er das nicht einsehen, zeige ihm die Tür. Hier würde ich kein Pardon gelten lassen.

    Avis schreibt:
    Nach einigen Wochen habe ich mit ihm gesprochen, dass ich mich auch wieder etwas mehr um meine Tochter kümmern müsse.
    Was, Du entschuldigst Dich, dass Du eine Tochter hast?


    Avis schreibt:
    Außerdem wäre es aufgrund des Verhältnisses zwischen meiner Tochter und ihm unmöglich gewesen, dass wir alle gemeinsam wohnen würden.
    Richtig so.

    Avis schreibt:
    Parallel dazu habe ich immer ganz bewusst versucht, ihm das Gefühl zu geben, dass ich ihn über alles liebe,
    Das habe ich auch schon mal gehört. Ich finde, das mit der Liebe passt hier nicht. Du brätst ihm Eine über und sagst, dass Du ihn über alles liebst. Ich hätte hier gesagt: Du würdest ihn über alles lieben, aber die Tochter noch mehr. Er hat sich hier nach Deinen Regeln zu richten, denn es geht um deine Tochter.

    Avis schreibt:
    Er hat von mir erwartet, dass ich meiner Tochter eine eigene Wohnung suche und alleine mit ihm zusammenziehe.
    Grausam. Mir läuft es kalt den Rücken runter, wenn ich das lese.

    Avis schreibt:
    Das hätte ich aber nie über's Herz gebracht
    Du hast die moralische Pflicht, erst an deine Tochter zu denken.

    Avis schreibt:
    und habe verzweifelt versucht, ihm klarzumachen,
    Der Mann hat Dich voll im Griff, merkst Du das? Dieses Gejammere ist aber typisch ADHS. Wenn ein ADHSler zu nichts taugt, Jammern kann er.

    Avis schreibt:
    Leider bewertet er alles was ich sage extrem negativ, egal, wie positiv ich es auch meine oder formuliere. Er dreht einem förmlich das Wort im Mund herum.
    Was lässt Du dich auch von seinem Verhalten beeinflussen. Du hast eine Tochter. Basta.

    Avis schreibt:
    Dazu muss ich vielleicht sagen, dass er hochbegabt
    Und ich habe schon gedacht, es wäre was Schlimmes, was ihn plagt. Hochbegabung ist aber nicht tragisch. Da muss er sich nicht für schämen.

    Avis schreibt:
    Er sucht nach exzessiver und intensiver - auch körperlicher - Nähe. Gibt man sie ihm, wird es ihm oft zuviel und er ist dann sehr berührungsempfindlich.
    Damit versucht er Dich auch in den Griff zu bekommen. Du machst ihn ganz fertig, wenn Du ihm zuwenig/zuviel Nähe gibst.

    Avis schreibt:
    Ich habe mich x-mal überprüft und geschaut, ob ich nicht doch etwas falsch oder anders mitbekommen habe, als er,
    Ich finde, Du solltest Dir angewöhnen, nicht zuerst die Schuld bei Dir zu suchen. Ich würde an deiner Stelle Dein Verhalten als richtig betrachten. Dann muss er nämlich arbeiten, um Dich zu gewinnen.


    Avis schreibt:
    Aber es ist tatsächlich so, dass ich ihm Dinge sage und er kurze Zeit später behauptet, ich hätte genau das Gegenteil gesagt. Meist kehrt er es vom Positiven ins Negative um.
    Ja, das beliebte Verdrehen der Worte. Hier muss man aufpassen, denn es kann zum Streit kommen, der sehr schnell eskaliert. Solltest Du seine Argumentation nicht einsehen, gehe lieber einmal um den Block. Er muss hier einsehen, dass er mit seiner Redeweise nicht weiter kommt. Aber wenn Du zuerst die Schuld bei Dir suchst, hat er ein leichtes Spiel mit Dir. Du weißt, was Du gesagt hast. Rechtfertige das nicht. Du hast das so und so gesagt, und so ist das okay.

    Avis schreibt:
    Nach einer wirklichen Odyssee, haben wir uns nun getrennt.
    War wohl das Beste. Warte jetzt 6 Wochen. Dann kannst Du wieder mit ihm zusammen gehen, falls Du das möchtest.

    Aber Du solltest ihn während dieser Zeit ignorieren.
    Geändert von Sunshine ( 3.08.2013 um 15:28 Uhr) Grund: Zitat richtig gestellt

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Beziehungsende durch ADHS?

    Dankesehr Steintor,

    und na klar hast Du recht. dass er mich in vielerlei Hinsicht "im Griff" gehabt hat. Das wird mit einigem Abstand klarer. Ich hätte nur schier verzweifeln können, an diesem seinerseits "Nicht-Erkennen", dass ich wirklich selbstverständlich und ehrlich sehr viel für ihn gegeben habe, es aber trotzdem für ihn nie reichte. Und es hat mich fast irre gemacht, dass er einerseits vorgegeben hat, dass es natürlich auch für ihn selbstverständlich ist, dass meine Tochter immer vorgeht, andererseits mich aber immer unterschwellig spüren lassen, dass es dann irgendwie doch nicht wirklich ok für ihn ist und mich damit emotional erpresst.

    Das mit dem Ignorieren klappt gut. Weder er noch ich melden sich beim anderen.

    Was ist das eigentlich für eine Sache mit diesem "Verdrehen der Worte". Hängt das tatsächlich mit einer anderen Wahrnehmung zusammen??

    LG, Avis

    P.S.: Sagste mir noch, wie man diese Zitat-Sprechblasen einfügt...?

  4. #4
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Beziehungsende durch ADHS?

    Avis schreibt:
    dass ich wirklich selbstverständlich und ehrlich sehr viel für ihn gegeben habe, es aber trotzdem für ihn nie reichte.
    Das Verdrehen der Worte ist ein Ding der Hyperaktiven. Ich hoffe, dass sich ein Hyperaktiver zu Wort meldet und das mal erläutert. Ich habe ADS und verdrehe nichts. Mich erinnert das massiv an Borderline. Aber ich wage da keine diagnostische Mutmaßung; ich äußere lediglich, dass mich das an eine Person erinnert, die Borderline hat. Auch die Begabung, die Schuld subtil dem Anderen zu geben, erinnert mich daran ("Du bist Schuld, dass ich leide"). Aber, wie gesagt, dass sind alles nur Erinnerungen.

    Das Problem ist nun, dass er weiß, dass Du ihn liebst. Das hast Du ihm ja oft genug gesagt. Nun braucht er nur zu warten, bis Du angewinselt kommst, könnte er meinen. Aber er will auch eine Partnerin, die ihm Widerstand leistet, die ihm sagt, wo es lang geht ("Ich hasse dich - verlass mich nicht"). An Deiner Stelle würde ich aufpassen, dass es jetzt nicht zum Machtkampf kommst. Er muss sich jetzt um Dich bemühen. Und wenn Du ihn schließlich wieder zu Dir kommen lässt und ihm DEINE Richtlinien einer Beziehung nennst, solltest Du zuerst ihm sein mutmaßliches ADHS unter die Nase reiben: Er bekommt Dich erst dann, wenn er sich erneut diagnostizieren lässt.

    Du solltest nicht vergessen, dass er keine schwache Frau möchte.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Beziehungsende durch ADHS?

    Dass es mit mir nicht weitergeht, ohne dass er sich hinsichtlich ADHS "testen" lässt, hatte ich ihm bereits gesagt. Er wollte sich nicht neu diagnostizieren lassen und meinte außerdem, dass aufgrund der Tatsache, dass ich ihn krank quatschen wolle, keine Basis mehr für eine Beziehung gegeben sei. Da es unter diesen Umständen natürlich kein Fortkommen gab, kam es zur Trennung von beiden Seiten.

    Einer der Moderatoren hier hat aber darauf hingewiesen, dass dies grundsätzlich und in erster Linie ein Forum für Menschen mit ADS/ADHS ist und nicht für Angehörige, die "hier Ihren Frust abladen und dann wieder verschwinden". Das kann ich nachvollziehen und will hier niemanden als Beziehungsberater ausnutzen.

    Was mir aber hilft, ist die Sichtweise und Gefühlslage von Menschen mit ADHS zu verstehen und ich freue mich über weitere Aufklärung.

    A.

  6. #6
    Immer eingeloggt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 464

    AW: Beziehungsende durch ADHS?

    Avis schreibt:
    Dass es mit mir nicht weitergeht, ohne dass er sich hinsichtlich ADHS "testen" lässt, hatte ich ihm bereits gesagt. Er wollte sich nicht neu diagnostizieren lassen und meinte außerdem, dass aufgrund der Tatsache, dass ich ihn krank quatschen wolle, keine Basis mehr für eine Beziehung gegeben sei. Da es unter diesen Umständen natürlich kein Fortkommen gab, kam es zur Trennung von beiden Seiten.
    Ohne alles davor lesen zu wollen:

    Ich empfinde es auch so, dass es keine Basis für eine Beziehung ist, wenn ein Partner von dem anderen verlangt(!), dass er sich diagnostizieren lassen muss. Unabhängig vom ADHS. Die Trennung ist dann wirklich für beide(!) Seiten das Beste.

  7. #7
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Beziehungsende durch ADHS?

    Avis schreibt:
    dies [ist] grundsätzlich und in erster Linie ein Forum für Menschen mit ADS/ADHS ist und nicht für Angehörige, die "hier Ihren Frust abladen und dann wieder verschwinden".
    Frust abladen wäre hier schon doof, denn da gibt es andere Foren (ich könnte da ein Gutes empfehlen).

    Aber Du hast ja stets betont, dass Du deinen (Nochex-)Freund verstehen möchtest. Somit bist Du hier willkommen.

    Avis schreibt:
    Dass es mit mir nicht weitergeht, ohne dass er sich hinsichtlich ADHS "testen" lässt, hatte ich ihm bereits gesagt. Er wollte sich nicht neu diagnostizieren lassen und meinte außerdem, dass aufgrund der Tatsache, dass ich ihn krank quatschen wolle, keine Basis mehr für eine Beziehung gegeben sei.
    Spontan habe ich, als ich das gelesen habe, gedacht: alles nur Gelaber! Natürlich hat er Angst vor einer erneuten Diagnose. Und er gibt jetzt Dir sie Schuld am Scheitern der Beziehung. Wie ich schon schrieb: Du solltest jetzt auf ihn warten. Wenn er kommt, würde ich ihm das sagen, was Dich nervt, denn das basiert m.E. auf Eigenschaften, die ADHS-Symptomen zuzuschreiben sind.

    Er braucht aber auch die Illusion, dass er die Oberhand besitzt. Auf der anderen Seite Mutter- und Hurenkomplex, also die volle Palette. Ich würde ihm sagen, dass Du der Überzeugung bist, dass er ADHS hätte. Damit würde ich ihn stehen lassen. Nichts von Diagnose etc. sagen, denn das würde ihn jetzt kränken. Aber deine Meinung kannst Du ja äußern. Was er damit macht, ist seine Sache. Ideal wäre, wenn er Dich anruft, Du ihm das sagst und dann auflegst, bevor er Deiner Meinung widersprechen kann.

    Du bist die Starke!
    Geändert von Steintor (31.07.2013 um 15:53 Uhr)

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 21

    AW: Beziehungsende durch ADHS?

    Vielleicht eine echt total bescheuerte Frage: Aber wie ist das, ADS oder ADHS zu haben? In Büchern oder im Internet werden die Symptome und die Gefühlswelt objektiv sehr genau beschrieben, ok. Aber ich kann mir nicht vorstellen, wie es sich "anfühlt".

    Und, Steintor, Du sagst, dass "er natürlich Angst vor einer erneuten Diagnose hat". Warum hat man davor Angst? Ist es nicht auch eine Chance, mit einer möglichen Diagnose viele Dinge erklären zu können und klarer zu sehen und eventuelle Probleme konkreter angehen und ggf. auch lösen zu können...?

    Avis

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Beziehungsende durch ADHS?

    Smaragdina schreibt:
    Ohne alles davor lesen zu wollen:

    Ich empfinde es auch so, dass es keine Basis für eine Beziehung ist, wenn ein Partner von dem anderen verlangt(!), dass er sich diagnostizieren lassen muss. Unabhängig vom ADHS. Die Trennung ist dann wirklich für beide(!) Seiten das Beste.
    Natürlich ist es hart, diesen Schritt von seinem Partner zu verlangen und wenn es bereits soweit ist, ist es vielleicht wirklich das Beste, man trennt sich ein für allemal.

    Aber ziemlich am Anfang unserer Beziehung hat er das Gleiche von mir verlangt. Als ich nach den ersten Wochen sehr intensiven Zusammenseins auch wieder Zeit für meine Tochter freischaufeln wollte, behauptete er, ich habe ein pathologisch abhängiges Verhältnis zu ihr. Das würde sich negativ auf unsere Beziehung auswirken und ich sollte deshalb zu einem Therapeuten gehen. Obwohl ich nicht seiner Meinung war (und immer noch nicht bin), was die "pathologische Abhängigkeit" zu meiner Tochter angeht, habe ich sehrwohl erkannt, dass ich - wahrscheinlich das typische Merkmal von Alleinerziehenden - oft ein schlechtes Gewissen meiner Tochter gegenüber habe und dieses Gefühl weder für sie noch für mich gut ist. Deshalb und auch um ihm zu signalisieren, dass ich mich gerne für unsere Beziehung engagiere, habe ich tatsächlich eine Therapie begonnen. Dort kam heraus, dass ich in der Tat an meinem schlechten Gewissen arbeiten muss, ich aber weit entfernt von einem pathologisch abhängigen Verhältnis zu meiner Tochter bin. Vielmehr vermutete mein Therapeut, dass mein Ex-Freund mich "besitzen" will (dämlicher Ausdruck, aber so hat er's nun mal genannt) und Konflikte mit ihm entstehen, sobald ich nicht so ticke, wie er es möchte.

    Mir ist am Ende unserer Beziehung gerade in diesem Zusammenhang aufgefallen, dass er ununterbrochen predigte, dass er in einer Beziehung "Füreinander-Dasein" bis hin zur Selbstaufgabe für normal und für ein Muss hält (er sehnte sich immer nach der "symbiotischen Liebe"), selbst diesem Anspruch aber überhaupt nicht gerecht wurde.

  10. #10
    Immer eingeloggt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 464

    AW: Beziehungsende durch ADHS?

    Avis, sei froh, dass die Beziehung vorbei ist!
    Das hört sich alles ziemlich ungesund an und hat übrigens meiner Meinung nach auch nichts mit AD(H)S zu tun (also dieses Füreinander-Dasein bis hin zur Selbstaufgabe).

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