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Diskutiere im Thema Zusammenleben gestaltet sich schwierig. Hilfe erwünscht! im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    Zusammenleben gestaltet sich schwierig. Hilfe erwünscht!

    Hallo,
    Ich habe seit einem halben Jahr einen tollen Partner mit ADS. Er ist erst seit 2 Jahren diagnostiziert und nimmt Medikinet und bekommt seit kurzem eine Therapie und soll auch demnächst ein Gruppencoaching bekommen.
    Seine Tochter(5j.) hat auch die Verdachtsdiagnose ADHS und mein eigener Sohn(11J.) der allerdings nicht bei mir lebt hat eine sehr schwere Form von ADHs und somit bin ich eigendlich erfahren im Umgang mit ADHS.
    Nun haben wir uns entschlossen zusammenzuziehen. Haben da wir ja auch jeweils ein Kind mit in die Beziehung bringen erstmal ein "Probewohnen" vereinbart und ich habe somit meine Wohnung behalten und bin zu meinem Partner gezogen um zu sehen wie es im Alltag so klappt.
    Tja was soll ich sagen es ist mehr als schwer.
    Seine extreme Aufmerksamkeitssuche wenn das Medikinet morgends noch nicht eingenommen wurde ist wirklich sehr belastend, dann diese extreme Unordnung und verwirrtheit, das in den Tag hineinleben und nichts auf die Kette bekommen ist frustrierend und zieht mich total mit runter wenn ich sehe das ihn das auch sehr frustriert.
    Wie kann ich ihm nur helfen?
    Ich sehe die Herrausforderung ja nicht nur darin mit seinem besonderem Verhalten klarzukommen sondern auch darin das ich selber sehr impulsiv und ungeduldig bin und es deswegen glaube ich oft zu Streit kommt. Kann einfach gewisse Dinge nicht auf sich beruhen lassen sondern diskutiere es dann meist "tot". Das ist dann für meinen Freund auch sehr belastend weil er bei solchen Diskussionen viel zu viel Input bekommt was er garnicht richtig verarbeiten kann. Also ihr seht ich suche den fehler jetzt nicht nur bei meinem Schatz sondern schaue auch selber in den Spiegel ;-)
    Bei meinem Sohn hat Struktur soviel gebracht, hatten einen festen Tages/wochenplan.
    Ist sowas bei einem Erwachsenen ADSler auch engebracht und was sollte darin stehen, wie kann ich diesen am besten erstellen ohne ihn zu überfordern?
    Bitte gebt mir doch noch weitere Tips wie ich unseren Alltag so gestalten kann das er angenehmer für uns alle wird und ich nicht das Gefühl habe nur zurückstecken zu müssen und mein Partner nicht das Gefühl bekommt ich will ihn ändern.
    LG
    Nic

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4.770

    AW: Zusammenleben gestaltet sich schwierig. Hilfe erwünscht!

    Bei meinem Sohn hat Struktur soviel gebracht, hatten einen festen Tages/wochenplan.
    Ist sowas bei einem Erwachsenen ADSler auch engebracht und was sollte darin stehen
    Struktur und Tagesplan hilft mit Sicherheit auch bei Erwachsenen,am bsten sieht man das bei der Arbeit,dort geht es ja (mehr oder weniger) auch,eben durch diese feste Struktur.

    Wenn ich z.B. in meiner Arbeitsstelle weiß dieses und jenes muß ich heute machen klappt es zumeist super,wenn ich jedoch nicht weiß was ich morgen in der Arbeit zu tuhen habe wird schon das Aufstehen morgens zum Problem,wenn dann dazu in der Arbeit nichts vernünftiges zu tun ist sonder nur hier und da "rumwurschteln" bekomme ich ne Krise und will nurnoch aus der Situation raus.

    Daheim ist es eigentlich genau so,z.B. am Wochenende,wenn da nichts für mich wichtiges ansteht lebe ich so in den Tag hinein und Ruck Zuck ist es wieder Abend und nichts ist passiert,das frustriert dann wiederum sehr,diese Frußtration hilft aber auch nicht das Hinterteil hoch zu bekommen,es endet dann nicht selten im Streit mit meiner Frau


    Wenn mir mein Frauchen jetzt aber mit einem Zettel und den Worten "komm wir machen einen Plan für`s Wochenende" kommen würde,würde ich Sie warscheinlich erstmal so anschauen und das Gespräch würde so enden

    Ich verbinde das Wort "Struktur" unweigerlich mit "Zwang" (auch wenn es in keinster Weise so gemeint ist).

    Das einzigste was bei mir hilft:
    selber drauf kommen!
    durch dieses ewige planlose in den Tag Leben und Lebenszeit vertrödeln bin ich irgendwann von selber drauf gekommen das ich das so nicht will und ich etwas ändern möchte,seit diesem "Knaks"arbeite ich von mir aus daran mir Struktur zu geben,klappt nicht immer aber immer öffter,wenns nicht klappt ärgere ich mich hinterher mehr drüber als je zuvor,das motiviert wiederum beim nächsten Mal den Hintern hoch zu bekommen und nicht alles nur aufzuschieben.


    Gruß Matze

  3. #3
    Wom


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 103

    AW: Zusammenleben gestaltet sich schwierig. Hilfe erwünscht!

    mmmmh Nic,

    da jeder Mensch unterschhiedlich ist, und auch jede Beziehung anders aussieht,
    gibt es leider - oder eher zum Glück kein Regelwerk


    Ich kann Dir sagen, wie wir ich es handhaben würde:

    Beispiel:
    Partner kommt nicht in die Gänge, und die Küche sieht dann etwas unaufgeräumt aus.
    2 Möglichkeiten (Möglichkleit 3 - nämlich rummaulen und streiten ist nix akzeptabel)

    Möglichkeit 1 - ich räum auf - warum aber, klassiche Rollenferteilung - würde ja auch nichts ändern
    Möglichkeit 2 - wäre mal ein versuch, ausversehen einen Teller oder so fallen lassen, und Deinem Schatz um Hilfe beten. Und wenn ihr dann schon gemeinsam die Scherben weggemacht habt, dann könnt ihr auch die Küche noch schnell gemeinsam fertig aufräumen.

    Du kannst oder darfs aus meiner Sicht nur Hilfestellung geben.
    Du kannst unterstützen, ihn um mithilfe bitten, aber ohne Zwang.

    Und Streiten und rumdisskutieren bis zum Anschlag, mache ich nicht.
    Da würde bei uns der Schuss nach hinten los gehen.

    Was immer gut ist, klare Absprachen und gemeinsam Strukturen erarbeiten.
    Und dass muss nicht jeden Tag zu jeder Stunde sein, weil das nervt extrem.

    Man kann z.B. sagen, pass auf, einmal im Monat setzen wir uns hin.
    Ihr könnt dann aufschreiben, was wem wie wo störrt z.B:

    Also, ich sehe meine Frau als eine ganz besondere Frau an,
    und ihre Besonderheiten können für mich auch mal belastend sein.
    Aber die meisten ihrer Besonderheiten sind für uns eine Bereicherung.

    Wobei meine Frau niemals von sich aus mir gegenüber Kritik auf Dauer äußert.
    Und, da ich mittlerweile doch sehr genau weiß, was meine Frau an mir stört,
    erarbeite ich Strukturen, meine Fehler zu verändern.


    Es ist schwer hier so zu schreiben, was mir gerade so alles durch den Kopf geht.

    Ich bekomme doch rechnt schnell kofpschmerzen, wenn ich in einem Posting Wörter wie ändern, Fehler etc lese.


    Kurz ausgedrückt
    Ich würde nicht ändern wollen
    Ich würde versuchen zu unterstützen
    ich würde mir viel Zeit nehmen für gemeinsamen Strukturausbau
    ich würde mir für mich Sachen, Dinge, Abschaltmöglichkeiten suchen, um selber nicht hochzukochen
    ich würde aber in regelmäßigen Abständen meinem Partner meine Zuneigung und meine Gefühle gegenüber äußern



    Meine Frau nennt mich immer ihren Filofax
    Anfangs habe ich immer ganz akribisch aufgepasst, dass sie ihre vereinbarten Termine auch einhält (Arzt etc.)
    Ist ja auf der einen Seite ganz okay - auf der anderen Seite habe ich mich davon auf Dauer lösen müssen, und sie hat sich mittlerweile ihre Struktur selber erarbeitet, wie sie es schafft, sich an ihren selbst vereinbarten Terminkalender zu halten. (okay, da kam es schon vor, dass sie einen Tag zu spät zum Arzt kam )

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Zusammenleben gestaltet sich schwierig. Hilfe erwünscht!

    Danke für eure erlichen Antworten :-)
    Ich glaube das was ihr schreibt ist mein grosses Problem. Dadurch das ich mich 11 jahre alleine um meinen ADHS Sohn kümmern musste und man im Kindesalter ja doch anfangs viele Aufgaben übernimmt und leitet das ich dies jetzt auch versuche bei meinem Freund zu tun.
    Vollkommen falsch das sehe ich ja jetzt auch ein wo ich das lese. Er ist schliesslich ein 33 jähriger mann der sein Leben alleine hinbekommen muss und von mir wirklich nur hilfestellung oder Anregungen bekommen darf und nicht die Aufgaben abgenommen oder gar entmündigt werden darf von mir.
    Fand die beschreibung von Matze total (er)einleuchtend und werde jetzt wirklich mal versuchen bischen den Druck rauszunehmen und nicht mehr Worte zu benutzen wie Du musst aber, warum tust du dies und jenes nicht, Mach doch jetzt sofort dies oder das...
    Vieles wird sicher auch in den Therapien und den folgenden Coachings meinem Freund beigebracht und es ist einfach nicht meine Aufgabe die Oberlehrerin zu spielen,.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4.770

    AW: Zusammenleben gestaltet sich schwierig. Hilfe erwünscht!

    Hallo Nic

    nic33 schreibt:
    .......
    Vieles wird sicher auch in den Therapien und den folgenden Coachings meinem Freund beigebracht und es ist einfach nicht meine Aufgabe die Oberlehrerin zu spielen,.
    Das denke ich auch,bei mir ist es auch so das wenn eine dritte Person mir was sagt es ganz anders ankommt,nicht weil ich mir von meiner Frau nichts sagen lasse sondern weil die dritte Person neutral ist/sein sollte.

    Das Du natürlich versuchst Ihm "Vorschriften" zu machen oder Ihm was abzunehmen ganz einfach aus dem Grund raus weil Du es nicht anders kennst durch Dein Kind finde ich normal,das kann man auch nicht von heute auf morgen zurückschrauben,also solltes auch Du Dein "Vollkommen falsch" Dir gegenüber zurücknehmen,denn wer oder was ist schon vollkommen?

    Ich drück Euch beide die Daumen und wünsche Euch Kraft.


    Gruß Matze

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