Seite 1 von 2 12 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 14

Diskutiere im Thema "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha" im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Wom


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 103

    "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha"

    Meine Frau (43) (auch hier im Forum unterwegs) ist nun seit einigen Wochen in der lang ersehnten Reha über den Rentenversicherungsträger.

    Sie hatte vor über einem Jahr ihre Arbeitsstelle verloren.

    In den fFolgemonaten war sie dann dauerhaft krankgeschrieben.

    Einen Termin im ZI-Mannheim (ADHS spez.) zu bekommen, hat über ein halbes Jahr gedauert.

    Die Krankenkasse nahm ihr Recht auf Reha über den Rentenversicherungsträger in Anspruch.

    Seit Mitte letzten Jahres ging meine Frau einmal in der Woche zur Ergo.

    Seit Oktober waren dann Termine zur Diagnose im ZI.

    Seit Ende März steht nun fest, dass sie hochgradig ADHS hat - wenn man das so sagen darf ;-)

    Sie sollte nun auf Medikinet eingestellt werden.

    In der Zwischenzeit stand der Reha-Antritt auf`m Plan.
    Falsche Klinik wurde genehmigt, Wiedersprüche eingelegt von uns...

    Naja, der Rentenversicherungsträger hat sie dann nun nach Bad Münder verdonnert.

    Unsere Handhabe etwas gegen diesen Bescheid zu unternehmen war nun dahin.

    Also, Reha-Antritt pünktlich wahrgenommen.

    Blöderweise ist die Medikamentöse Einstellung noch nicht vom ZI erfolgt.

    Die Therapiepläne waren die ersten 4 Wochen sehr ernüchternd, dass meine Frau in Depris verfallen ist.
    Nach mehreren Gesprächen hat sie nun 2 Wochen verlängerung bekommen.

    Der Therapieplan ist auch voller geworden.

    Medikinet wurde auf 60 mg erhöht.

    Aber, warum auch immer - was mir absolut nicht verständlich ist:
    z.B. der heutige Therapieplan:

    8:30 – 9:00 Stoma-Bauch-Becken-Boden-Gymnastik
    10:00 – 10:30 Einzelkrankengymnastik
    10:45 – 11:15 Einzelgespräch
    11:40 – 12:00 Klassische Massage
    13:30 - 14:30 Aerobic
    15:45 - 16:15 Wassergymnastik

    Das Einzelgespräch von 30 Minuten findet EINMAL die Woche statt.
    Die Massage ist erst jetzt in der 4. Woche drauf.
    So voll war bis heute noch kein einziger Tag, ist auch kein weiterer Tag im Moment in Sicht laut Plan.

    Was ich aber sehr vermisse:
    Wo bitte ist da etwas für ADHS-Patienten ????

    Verhaltenstherapie, Gehirntraining, Konzentrationstechniken erlernen, Lebensstrukturean aufbauen etc etc etc

    Es gab ich meine, es waren zwei Therapiepunkte in den letzten Wochen,
    welche aber als Vortrag über ADS/ADHS was es ist, anzusehen war.


    Tja, da sind sie nun unsere Probleme:

    Die Reha endet in 2,5 Wochen. So wie es aussieht, wird meine Frau als nicht gesund entlassen.
    Eine Nach-/Weiterbehandlung nach der Reha wird vom Rentenversicherungsträger nicht angeboten.

    Nun müssen wir uns den Plan-B also selber zaubern.

    Das ZI-Mannheim wird bestimmt ein guter Anspürechpartner sein - ist aber auch knappe 60 km weit weg.

    Kann mir irgend Jemand Gedenkanstöße geben, in welche Richtung ich mich noch umschauen kann.

    Die Kommunikation über die Krankenkasse ist etwas gestört, da diese ADHS nicht als existent betrachtet.
    Einen geeigneten Arzt haben wir in den letzten zwei Jahren hier nicht gefunden.

    Welche Berufszweige bieten im Rahmen der gesetzlichen Versicherten Therapien an, z.b. die o.g. Punkte ?
    Gibt es noch andere unterstützenden Therapien ?

    Ich vermute mal ganz stark, das meine Frau, bei Rückkehr schlagartig in ein noch größeres Loch fallen wird,
    als das kleine Mauseloch, in dem sie sich die letzten 12 Monate befunden hat.


    Für jede noch so kleine Idee oder Gedenkanstoss möchte ich mich heute schon recht herzlich bedanken.


    VG
    Wom

  2. #2
    pero

    Gast

    AW: "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha"

    Hallo Wom,
    bei mir wurde in einer Reha in diesem Jahr die ADHS Diagnose gestellt, daher kann ich aus eigener Erfahrung dazu etwas sagen.
    Auch ich war vom Inhalt der Reha enttäuscht, letztlich war bei mir die Diagnose (und damit die Bestätigung meiner Probleme) das einzige was ich mitgenommen habe.

    Es ist aber auch so das alle Therapeuten ein Gesamtbild des Patienten erstellen und bei mir kann ich sagen das sich alles wesentliche tatsächlich auch im Abschlussbericht wieder findet und das man dadurch auch eine Grundlage für das weitere Vorgehen bekommt.
    Auch muss die Rentenversicherung automatisch den Abschlussbericht prüfen und wenn da steht "nicht arbeitsfähig" stellt sich auch die Frage einer Erwerbsminderungsrente.

    Nun müssen wir uns den Plan-B also selber zaubern.
    Das ist absolut richtig.

    Ich schreibe jetzt einfach mal was für mich wichtig ist.
    1. ADHS annehmen. Für mich ist das keine Krankheit sondern eher eine besondere Art der Persönlichkeit. Ich muss es also nicht heilen, ich muss einen Weg finden damit umzugehen.
    2. Zur Ruhe finden. Solange jeder Gedanke um die "Problemlösung" kreist ist es schwer den individuellen Weg zu finden, man muss auch Freiraum habe um Kraft zu sammeln.
    3. Informationen sammeln. Es gibt viele Bücher über ADHS, ich würde besonders das "Zwanghaft zerstreut" empfehlen.
    4. Einen Arzt suchen dem man vertrauen kann. Das kann auch ein Hausarzt sein, da bekommt man schneller Termine.
    5. Einen Psychiater suchen der mit Erwachsenen ADHS Erfahrung hat.
    6. Einen Therapeuten suchen der mit ADHS etwas anfangen kann. ADHS selbst macht nicht depressiv, aber viele "ältere" haben Selbstwertprobleme und bekommen dadurch Depressionen. Auch das dauert....

    7. Mit den Ärzten zusammen die Medikamentierung besprechen und anpassen. Häufig wird ein AD zusätzlich zu MPH verordnet um den Depressionen zu begegnen.

    8. Ruhe bewahren.
    Wie schon bei 2. Man kann nichts erzwingen. Wenn man lange mit ADHS lebt sind die Verhaltensmuster tief eingefahren, die kann man dann nicht mit ein paar Pillen und ein bisschen Therapie ändern. Das dauert. Es gibt nicht wenig Menschen die gut mit ihrem ADHS leben können, die haben sich ein Umfeld geschaffen das gut zu ihnen passt und das muss Deinen Frau jetzt auch. Dazu muss man erst mal genau sehen was den IHR ADHS ist, was geht, was nicht geht... Dabei kann ein Therapeut helfen, aber die wesentliche Arbeit liegt bei ihr. Sie kennt sich, sie weiß wie sich die Probleme anfühlen, sie weiss "nur" im Moment noch nicht wie sie anders damit umgehen kann.
    Für mich war es hilfreich mein ADHS genau zu untersuchen, dazu habe ich z.B. Fragelisten aus dem "Grossen ADHS Handbuch für Erwachsene" von Barkley genutzt.
    So wurde für mich klar was "mein" Problem ist.

    Ich denke es wäre für Deine Frau gut wenn sie selbst aktiv wird/bleibt. Dabei kannst Du sie unterstützen, ihr Mut machen, aber bitte nicht bedrängen, kein Du musst.
    Aber Du kannst z.B. Ärzte anrufen und fragen ob sie sich mit ADHS beschäftigen oder ob sie zumindest weiter die Medikamentierung dafür machen würden.
    "Heilen" werden sie nicht können, das muss "von innen" kommen und das dauert Zeit. Medis können helfen, aber die werden die Probleme nicht komplett lösen können.

    LG
    pero

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha"

    Hallo !
    Ich bin ja nicht unparteiisch, da ich selber in einer ADHS-Reha-Klinik arbeite bzw. demnächst nach Bad Kösen an die Saale-Klinik wechsele und dort sicher auch im ADHS-Bereich tätig sein werde.

    Das Problem der Rentenversicherung ist, dass sie eben eigene Vorstellungen von "Therapie" haben. Es gibt für die Kliniken merkwürdige Vorgaben z.B. was die Dauer von 5 Wochen maximal bei der Deutschen Rentenversicherung Bund angeht. Dann wiederum gibt es Vorstellungen, dass eben eine Reha keine "Therapie" ersetzen soll oder kann. Daher steht Sport oder Physikalische Therapie bis hin zu Wassergüssen in der Rangliste der "sinnvollen" Therapien bei der Rentenversicherung gleich neben einem ADHS-Coaching.

    Sicherlich ist es schade, wenn so wenig störungsspezifisch passiert. Gerade die Deister Weser Klinik gehört ja zu den Schwerpunktkliniken für ADHS. Umso unverständlicher

    Erstmal könnte deine Frau sich beim Kostenträger beschweren. Das mag keine Klinik, ist aber für die Qualitätssicherung wichtig.

    In der Klinik in Bevensen gibt es sicher "mehr" Angebote in Richtung ADHS. Das würde auch für die Klinik in Bad Bramstedt gelten, wo Roy Murphy ja einen tollen Job macht.

    Aber alle Kliniken haben eben die Auflagen der Kostenträger, die eingehalten sein wollen.

    Für mich gehört zu einer Reha-Maßnahme vor allem eine Art Lotsenfunktion. Einmal in beruflicher Hinsicht. Es muss klarer werden können, was geht und was nicht.
    Dann sollte man über Behandlungsoptionen aufgeklärt werden. Also sowohl medikamentös, dann aber auch psychotherapeutisch in Hinblick auf Komorbiditäten bzw. Folgen. Und eben in Hinblick auf weiteres Coaching.

    Wer vom Fach ist weiss aber auch, dass in 5 oder meinetwegen 8 oder 12 Wochen keine multimodale ADHS-Therapie im Schnelldurchlauf möglich ist. Man kann die Leute nur auf den richtigen Pfad setzen und sie aus den Schuldvorwürfen oder Unverständlichkeiten der eigenen Situation rausholen. Man kann durch den Austausch mit Mitpatientinnen seine bisherige und zukünftige Therapie neu bewerten. Und eben hoffentlich in der Psychotherapiegruppe bzw. auch in einer indikationsspezifischen Gruppe neue Anregungen oder Bestätigungen für selber eingeschlagene Strategien finden. Dazu gehört dann beispielsweise auch die Optimierung von Schlaf, Essverhalten, Sport, Umgang mit Pausen, Zeitmanagement etc.

  4. #4
    Wom


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 103

    AW: "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha"

    Euch beiden schon mal vielen Dank für Eure ausfürhlichen Antworten.

    Meine Frau und ich haben beide Rechner genau nebeneinander.
    Daher sind mir viele Inhaltze dieses Forumes hinsichtlich zum Glück bekannt.

    Auch so mancher Namen, und Interessen etc ;-)


    @ Pero

    genaus so wie Du es beschrieben hast, war und ist unser gemeinsamer Weg.

    Leider ist es aber bei uns so, das man für eine ausreichende Versorgung mind. 60 km einfache Strecke fahren muss.

    Meine Frau hatte Ergotherapie bekommen, was zur Folge hatte, das wir mitlerweile vom Fahrtweg her schon fast in Portugal angekommen sein müssten ;-)
    Ob dann solch ein Aufwand für 60 Minuten lohnt, halte ich im Moment dahin gestellt.

    Es muss eine Lösung geben, hier in der Nähe geeignete Therapien zu besuchen, welche auch noch vom gesetzlichen Versicherungsträger übernommen wird.

    Zitat: stellt sich auch die Frage einer Erwerbsminderungsrente

    Und genau das ist der Punkt, der vermutlich pessieren würde.
    Und davor hat meine Frau natürlich extreme Bedenken.
    Sie möchte ja Arbeiten...

  5. #5
    Wom


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 103

    AW: "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha"

    @ web4health

    das mit dem Klinikwechsel haben wir leider auch schon mitbekommen ;-)
    Leider für uns - Glück für Sie.

    Die Beschreibung von Ihnen ist mehr als treffend.

    Aber, ist das Kind im Brunnen, und man hat nicht das geeignete Hilfsmittel es zu retten,
    hat man ein Problem.

    Natürlich wird ihre Reha am Ende auch was gutes bewirkt haben.
    Leider aber nur einen Bruchteil dessen, was man hätte erreichen könmnen,
    wenn man eine von uns geforderte Klinik (beide bei Ihnen ja in dem Text beschrieben) frei gegeben hätte.

    Mir liegen Patientenbeschreibungen von mehr als 4 Jahren vor, wo genau diese Probleme in der DW-Klinik genauso beschrieben, sind, wie man sie heute vorfindet.
    Trotz Beschwerden hat sich da leider bis heute nichts geändert.

    Für Meine Begriffe gehört in dieses System eine übergeordnete Stelle, mit klaren Kontrollsystemen.


    Ich sag mal so:
    Hat ein Mensch Depresionen und andere Begleiterscheinungen durch ADHS, und ist somit im Tiefpunkt seines Lebens,
    hat nicht die Ahnung, was er für ein Defizit hat, dann ist die DW-Klinik bestimmt eine gute Klinik.

    Patient kommt mental runter, Sorgen und Probleme sind ja zu Hause.
    Er kann Tests machen, und sich mit Sprot und einem geregelten Tagesablauf Strukturieren.

    Ist aber ein Patient schon im Klaren seines Besonderssein, ist er vielleicht auch schon auf Medis eingestellt,
    hat aber noch keine geeigneten Therapien bekommen wie Verhaltensstruktur, Selbstsicherheitstraining etc, dann ist es rein vergeutete Zeit,
    und im schlimmsten Fall geht der Weg in die Rente

    Ziel eindeutig verfehlt

  6. #6
    pero

    Gast

    AW: "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha"

    Und davor hat meine Frau natürlich extreme Bedenken.
    Sie möchte ja Arbeiten...
    Die Rente wird heute eigentlich nur zeitlich befristet bewilligt. Das kann Zeit für einen Neustart geben...


    Es muss eine Lösung geben, hier in der Nähe geeignete Therapien zu besuchen, welche auch noch vom gesetzlichen Versicherungsträger übernommen wird.
    Es gibt noch eine Möglichkeit. Wenn Ihr nachweisen könnt das ihr keinen kassenzugelassenen Therapeuten findet der die Therapie durchführen kann, dann kann man eine "ausservertragliche Therapie auf Kostenerstattungsprinzip" beantragen. So habe ich sehr schnell einen Therapieplatz bekommen, hatte eine Liste von 10 Therapeuten die keinen Therapieplatz hatten und habe dann mit meinem Therapeuten diese außervertragliche Therapie beantragt. Allerdings gibt es bei der Bewilligung bei einigen Kassen Probleme, obwohl das eigentlich auch eine einklagbare Leistung ist.
    Das Problem ist oft das die Kassen mit Hinweis auf eine Überversorgung den Antrag ablehnen...

    Ach ja, ich glaube das die Fahrkosten zur Therapie steuerlich absetzbar sind...

    ich sag mal so:
    Hat ein Mensch Depresionen und andere Begleiterscheinungen durch ADHS, und ist somit im Tiefpunkt seines Lebens,
    hat nicht die Ahnung, was er für ein Defizit hat, dann ist die DW-Klinik bestimmt eine gute Klinik.

    Patient kommt mental runter, Sorgen und Probleme sind ja zu Hause.
    Er kann Tests machen, und sich mit Sprot und einem geregelten Tagesablauf Strukturieren.

    Ist aber ein Patient schon im Klaren seines Besonderssein, ist er vielleicht auch schon auf Medis eingestellt,
    hat aber noch keine geeigneten Therapien bekommen wie Verhaltensstruktur, Selbstsicherheitstraining etc, dann ist es rein vergeutete Zeit,
    und im schlimmsten Fall geht der Weg in die Rente

    Ziel eindeutig verfehlt
    So würde ich meine Reha auch bewerten, auch wenn ich in Teltow war, eben bis auf die ADHS Diagnose...

    Und das (zumindest bei mir) sehr umfassende Abschlussgutachten. Da werden eben auch die anderen Therapie-Ansätze (Ergo/Bewegung) mit berücksichtigt.

    Daher sehe ich es auch so das da Zeit verloren wurde, aber was sind da schon 5 Wochen. Nervt, ja, aber so schlimm ist es auch nicht. Aber dafür gibt's eben das umfangreiche Gutachten. Das hat auch einen Wert. Immerhin habe ich die Probleme > 30 Jahre, was sind da 5 Wochen...

    Ich wollte noch mal darauf hinweisen des Depressionen NICHT teil von ADHS sind, sie sind oft Folgen von jahrelangen Problemen und sind durchaus therapierbar, ggf. auch mit Medikamenten.

  7. #7
    Wom


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 103

    AW: "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha"

    Pero,
    da gebe ich Dir recht: was sind schon 5 oder 7 Wochen.

    Vielleicht liegt es nur an der Erwartung, welche wir uns selber in den Kopf eingebrannt haben ;-)

    Naja, die Erwartung der Krankenkasse und des Rentenversicherungsträgers sind da etwas anders gelagert - also zumindest innerhalb dieser 5-7 Wochen


    Wie wäre da ein Leitspruch von mir: ALLES NUR KOPFSACHE


    Mit den Depris habe ich mich da wohl falsch ausgedrückt. Nein, es ist kein Bestandteil von ADHS - eher eine berechtigte Nebenwirkung.



    Aber, ich sehe es auch so, dass die 7 Wochen nicht unerträglich waren im Nachhinein, wenn es dann soweit ist.

    Meine Frau ist ja jetzt schon um einiges Entspannter, und lehrnt mit bestimmten Situationen anders umzugehen.

    Und der Erwartungsdruck, der kommt nicht von mir, sondern, der ist in einer der vielen Koffer, die sie mitgenommen hat ;-)



    Meine Aufgabe ist, ihr so weit wie möglich den Rücken des Alltags von zu Hause frei zu halten,
    mich um ihren Sohn zu kümmern,
    ihr den Aufenthalt so leicht wie möglich unterstüzend zu ermöglichen,
    und ihr nach Rückkehr so weit wie möglich den Weg für Neues offen zu lassen.

    Ist halt bei uns auch eine sehr individuelle Sache.

  8. #8
    pero

    Gast

    AW: "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha"

    Aber offenbar seit ihr doch auf einem guten Weg und das freut mich wirlklich.

    Das mit der Geduld ist auch so 'ne Sache. Mein Hirn sagt: Habe Geduld, ein Schritt nach dem anderen, und mein Bauch sagt: Nö, will jetzt sofort...
    Ich glaube das ist eine Folge von den vielen Jahren mit AD(H)S. So wie auch die Depris...

    Ich wollte auch nur sagen das die Depris auf jeden Fall behandelt werden sollten, das kann aber auch ein Therapeut der ADHS nicht so gut kennt.
    Meiner wusste ja auch nicht das ich es habe....

    Ach ja.
    Mir hilft es zu lesen das andere sehr ähnliche Probleme haben. Also bin ich auch (zumindest ein wenig) normal...

  9. #9
    Wom


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 103

    AW: "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha"

    Pero,

    das mit den Depris haben wir sehr gut im Griff.


    Auch zu den jetzigen Zeiten, wo meine Frau in Reha ist.

    Wir haben uns da ein eigenes System erschaffen.
    Es gibt ganz feste Rituale:

    Morgens kurz den gegenseitigen Weckruf per Telefon
    Tagsüber kurzes Whatsup-Gespräch
    Abends nach dem Essen telefonieren über die altäglichen Dinge.
    Kurz vorm schlafen gehen nochmals gegenseitig die Stimme hören.


    Dann bekommt meine Frau jeden Tag (soweit es die Postzustellung zu lässt eine Postkarte, wo draufsteht, warum ich sie liebe.
    Am Anfang der Reha hat Sie einen Kalender im Paket geschickt bekommen, wo sie jeden Tag eine Tür öffnen darf.
    Hier stehen Wünsche für sie drinne.
    Und dann hat sie nach einer Woche ein Paket bekommen, wo 36 Umschläge drinne waren.
    Diese Umschläge sind Belohnungsumschläge.
    Es sind teilweise sachliche Dinge, oder materielle Dinge, aber auch sehr viele Verhaltensvorschläge drinne.
    Auch Angelegenheiten, wo ich ich ändern sollte.


    Das mit den Depris, das haben wir zum Glück schon seit einiger Zeit aus der Welt schaffen können.


    Wir haben einen ganz großen Vorteil:
    Dank meiner Arbeit, kann ich sie fast immer z.b. zur Ergo fahren.
    Wir verbringen sehr viel Zeit miteinander.

    Okay, die Sache mit ihrem Sohn, die war dann doch sehr belastend - ist aber nicht wirklich wichtig im Moment.



    Als ich meine Frau besucht habe nach 1,5 Wochen,
    haben wir drei Tage in einer Ferienwohnung verbringen können.

    Dank Klinik, hatte sie keine Medis dabei.

    Es hat zwei Tage gedauert, bis sie einigermassen im grünen Bereich war.

    Aber, sie hat diese Veränderungen selber wahrgenommen ;-)

  10. #10
    Wom


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 103

    AW: "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha"

    Liebes Tagebuch,
    heute ist ein schöner Tag.....

    also, meine Frau ist ja nun 6 Wochen in Reha.
    5 Wochen waren angesagt, und 2 Wochen gab es Nachschlag.

    Heute gab es dann den Therapieplan für ihre letzte Woche.

    Die Klinik hat einen Fintnessraum mit Geräten.
    Diesen darf man aber erst betreten, und dort tätig werden, wenn man eine Einweisung erhalten hat.
    Meine Frau hat oftmals nach dieser Einweisung nachgefragt.


    Heute ist also ein ganz besonderer Tag:

    Sie bekommt nun entlich die langersehnte Einweisung für die Geräte.

    Dummerweise drei Tage vor ihrer Abreise !!!!!!!!

Seite 1 von 2 12 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 54
    Letzter Beitrag: 25.05.2013, 20:45
  2. Reha zeitlich "planen"...
    Von aprilesque im Forum ADS ADHS Erwachsene: Ärzte und Kliniken
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 3.04.2013, 18:35

Stichworte

Thema: "nach der Reha" (trotz Verlängerung) ist "vor der Reha" im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum