Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 10

Diskutiere im Thema Große Liebe verloren im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 10

    Große Liebe verloren

    Hallo an Euch,

    ich habe meinen Freund vor 6 Monaten "verloren" und es war ein sehr schmerzvolles Jahr für mich. So langsam raffe ich mich auf, aber er fehlt mir immer noch sehr. Ich wollte ihn nicht so einfach aufgeben, sondern ihn bei einer Therapie begleiten. Leider hat er sich gegen mich und eine Therapie entschieden.

    Kennengelernt haben wir uns im Internet. Wir haben uns 3 Wochen lang geschrieben und täglich gechattet. Dann folgten viele und lange Telefonate. Ich habe mich so wohl und verstanden gefühlt wie noch nie. Wie mein Seelenverwandter und der Mann auf den ich immer gewartet habe. Er fühlte genauso, allerdings fühlte ich mich manchmal überfordert, da er immer so übertrieben hatte und alles so schnell ging...

    Das erste Mal ausgerastet ist er an Weihnachten. Wir waren gerade mal 8 Wochen zusammen. Hatten im Bett getobt und eine Kissenschlacht gemacht. Er meinte dann, ich solle aufhören. Da er aber gelacht hat, dachte ich dass wäre Spaß. Auf einmal schubst er mich zu Seite, rennt raus und knallt die Türe zu... Ich rief noch "Verstehst du keinen Spaß"? Er hatte dann nicht mehr mit mir geredet. Bin dann ins Bett und am nächsten Morgen tat er so als ob nichts wäre. Hatte ihn drauf angesprochen, aber er meinte nur, dass ihm schlecht war....

    Er hat immer den starken Mann gespielt und keiner durfte wissen, wie es ihn ihm drin aussieht. Er hatte mit 19 Jahren angefangen zu kiffen. War ein sehr lebhaftes Kind und ein "Zappelphilipp". Musste in seiner Schulzeit vom Gymnasium auf die Hauptschule, weil er gehänselt und als Analphabet hingestellt wurde (dabei ist er "nur" Legastheniker). Das kiffen wurde dann zur täglichen Sucht. Auch hat er seine damalige Verlobte deswegen verloren und nichts daraus gelernt. 2010 hatte er aufgehört, allerdings nicht komplett. Irgendwie stand er immer unter Strom.

    Als er mich im Herbst 2011 kennenlernte hatte er aber nichts zu Hause und nur ab und zu gekifft. Die Firma lief dann aber so langsam an und er zog von zu Hause aus... Dann gings mir gesundheitlich nicht gut und durch diese Entfernung haben wir uns wenig gesehen. Er hatte dann wieder täglich gekifft. Als ich Anfang Februar 2012 zur Einweihung mit dem Zug zu ihm gefahren bin (wir hatten uns den Januar nur 3 mal gesehen und kaum telefoniert) hatte ich mich riesig gefreut die erste Nacht mit ihm zu verbringen. Leider kam meine noch nicht ausgeheilte Blasenentzündung wieder und mir gings recht bescheiden.

    Hatte mich trotzdem auf ein gemeinsames erstes Frühstück in seiner neuen Wohnung gefreut. Abends hat er schon nur zugekifft vorm TV gesessen und es war ihm recht egal, wie schlecht es mir ging. Dann am nächsten Morgen ging mir immer noch nicht besser. Er hat mich dann einfach alleine in seiner Wohnung sitzen lassen und ist zu seinen Eltern gefahren um mit ihnen zu frühstücken (da ich vor Schmerzen nicht mitkonnte...) Achso und ich solle doch bitte die Arbeiter reinlassen die das Bad noch fertig ausfugen müssen...

    Ich hab nur noch geheult und mit meiner Mutter telefoniert. Da ich auch Migränepatient bin, belastet mich das Ganze natürlich noch mehr. Also kam zu der Blasenentzündung noch Migräne hinzu. Als er dann gut gelaunt von den Eltern kam hatte ich ihn gefragt ob er mir denn wengistens was zu Essen mitgebracht hätte... Aber leider auch das nicht. Er hatte dann nur frohgelaunt seinen Joint geraucht und seine Möbel zu recht gestellt... Es hat ihn den ganzen Tag nicht im Geringsten interessiert wie schlecht es mir geht. Totales Desinteresse und Gefühlskälte. Das hab ich noch nie so erlebt.

    Der Höhepunkt kam am nächsten Morgen. Er war wieder mal in seiner Firma. Er hatte ja die Wohnung jetzt direkt neben dran. Ich hatte so starke Schmerzen, dass ich nicht mehr aufstehen konnte... Versuchte ihn anzurufen, aber das Handy lag im Wohnzimmer. Ich musste also warten, bis er kam damit er mir einen Krankenwagen rufen kann! So eine starke Attacke hatte ich noch nie. Diese Schmerzen einfach unerträglich. Dann kam er endlich, aber begriff einfach mal wieder nichts. Total zugedröhnt meinte er nur "Kann doch nicht wegen Kopfschmerzen einen Krankenwagen anrufen..."

    Er hat mich dann ins Krankenhaus gebracht und dort lag ich dann etliche Stunden an Infusionen. Er ist dann auch bei mir geblieben und es tat ihm alles schrecklich Leid. Ich hatte ihn gebeten mich heimzufahren (200 km einfache Strecke) da ich so mit dem Zug nicht fahren konnte. Am nächsten Morgen hat er nicht mal angerufen und gefragt wie es mir geht. Ich schrieb ihm dann, dass ich eine Auszeit wollte...

    Und ich wollte die Beziehung dort beenden. Da er aber einsichtig war und wir lange darüber geredet hatten, gab ich ihm eine zweite Chance. Aber wirklich geändert, hat sich nie was. Nur ich sollte immer an mir arbeiten.

    Es war ein ständiges Auf und Ab. Gefühlschaos pur und Achterbahnfahrt. Heftige Streits wegen Nichts und innige Versöhnung folgten dann bald wöchentlich... Kleinigkeiten wurden ihm zu viel. Er wollte nicht mal mit mir 2 mal die Woche länger als 10 Minuten telefonieren. Totale Überforderung.

    Im Sommer hatte ich ihn dann vor die Wahl gestellt. Ich oder das Kiffen. Er hatte sich dann tagelang nicht gemeldet, weil er neben sich stand und keine falsche Entscheidung treffen wollte. Dann tat er so als ob nichts gewesen wäre und meinte er höre einfach damit auf, aber ohne Hilfe... Ich durfte mit ihm auch nicht über dieses Thema sprechen. Nie hat er sich geöffnet und gesagt was er braucht oder was mit ihm los sei. Er wusste es wohl selbst nicht.

    Im Oktober hatte er mir dann noch gesagt, wie sehr er leidet, wenn ich Schmerzen habe und gestand mir unter Tränen, dass er nur gelogen hätte und nie mit dem kiffen aufgehört hatte.

    Er hat mich dann Anfang November eiskalt abserviert mit Worten „Ich hasse dich in diesem Moment…“ Es war nichts vorgefallen. Dann hab ich versucht ihm Zuversicht aus der Ferne zu geben mit einem Buch und Brief. Hab geschrieben, dass ich an ihn glaube und immer für ihn da bin. Ja sogar mit seinem Vater habe ich gesprochen und seine Cousine angeschrieben, dass sie mal nach ihm schauen soll. Der Cousine hab ich nicht geschrieben, um was es geht, nur dass ich mir große Sorgen mache. Es kam nichts von ihm. Er hat mich einfach so aus seinem Leben gestrichen. Ich bin nochmals runter gefahren, aber ich hatte ihn nicht mehr erkannt. Hatte meine Sachen gepackt und wollte mich loswerden.

    Dann hat er so getan als ob es mich nie gab. Hat nur Party gemacht, gesoffen und Frauen abgeschleppt. Total erbärmlich. Ich hatte sogar noch vor ihm was zum 30. Geburtstag zu schicken. Wollte ihm Zuversicht geben mit einem Gedicht und einem Engel. Wie gut, dass mich ein Freund aufgeklärt hat und mir die Augen geöffnet hat...

    Ich habe ihm nie Druck gemacht oder dergleichen, sondern gesagt, dass ich ihm bei stehe. Zeitweise hat er das auch zugegeben, dass er ein Problem hat. Aber er hat immer alles verdreht. Er hat mir Dinge unterstellt, die ich nie gesagt oder gedacht habe. Wahrscheinlich hat er selbst von sich schlecht gedacht und war enttäuscht, war aber zu feige es sich einzugestehen.

    Ich denke, dass seine Probleme durch mich erst richtig zum Vorschein kamen und deswegen habe ich seine ganzen Aggressionen abbekommen.

    Er hat viele Enttäuschungen durchlitten und seine Eltern haben ihn nie so die Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt, die er gebraucht hätte. Durchs kiffen konnte er immer fliehen aus dieser lieblosen Welt. Kam er nicht damit klar, dass ich ihn als Erste wirklich aufrichtig geliebt habe? War er selbst von sich so enttäuscht, weil er mir keine Sicherheit und Geborgenheit schenken konnte, so wie ich es nach meiner Vergangenheit verdient habe? Er hatte ja auch oft geweint. Wahrscheinlich war ich die Erste, die er am meisten geliebt hatte und gleichzeitig auch diejenige gegen die er am meisten angekämpft hat. So kam es mir immer vor.

    Aber er hatte auch Momente, wo er meinte er ist süchtig und kann nicht aufhören und er will nicht immer so weiter machen... Dann meinte er, dass er froh ist mich zu haben und ich ihm immer wieder in die Realität zurückhole. Eben der Kopfmensch bin. Lauter Fragen, die ich nach und nach durch diese Krankheit zu verstehen glaube.

    Mein Ex wollte das ja auch so gar nicht ohne Kontakt etc. Er hatte einen Kurzschluss und ließ nicht mit sich reden. Ich wollte ihn dann aus meinem Leben haben, als ich hörte dass er mir die Schuld für seine Abhängigkeit gab... Er hatte noch vor Weihnachten geschrieben, dass er hofft nie wieder was von mir zu hören. Den Wunsch erfüllte ich im schon vor 6 Wochen. Er hatte mir eine Mail geschickt und wollte mir "nur" mitteilen, dass sie den Hund seiner Nachbarin haben einschläfern lassen. Keine Ahnung warum er mit das mitteilte. Habe noch Kontakt zu der Nachbarin und sie meinte, es wäre ihm sehr Nahe gegangen.

    Ich hoffe sehr, dass ich in irgendeiner Weise bei meinem Ex im Gedächtnis geblieben bin und alles was ich für ihn gemacht habe, doch nicht ganz um sonst war und er irgendwann aufwacht und eine Therapie beginnt...

    Vielen Dank fürs Lesen.

  2. #2
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Große Liebe verloren

    Hallo hexe,

    nun habe ich Dein Posting gelesen. Ich habe Kommentare geschrieben, die Du vielleicht nicht lesen möchtest. Aber für mich alles so eindeutig...

    Hexe84 schreibt:
    ich habe meinen Freund vor 6 Monaten "verloren" und es war ein sehr schmerzvolles Jahr für mich. So langsam raffe ich mich auf, aber er fehlt mir immer noch sehr. Ich wollte ihn nicht so einfach aufgeben, sondern ihn bei einer Therapie begleiten. Leider hat er sich gegen mich und eine Therapie entschieden.
    Ich habe kaum den ersten Satz gelesen, da war mir alles klar. Du wolltest ihn nicht aufgeben und zu einer Therapie begleiten? Eine Therapie ist immer eine Gratwanderung und kann eine Beziehung ruinieren. Außerdem hast Du Deinen Partner schon nach 6 Monaten als krank und therapiebedürftig dargestellt und das machen nicht Viele mit.

    Ich werde mal ein bisschen weiter lesen...

    Hexe84 schreibt:
    Das erste Mal ausgerastet ist er an Weihnachten.
    Trauma? Macke? Irgendwas war da und belastet ihn. Ist aber egal, solange es die Beziehung nicht belastet. Ihr solltet eben auf Kissenschlachten verzichten. Er kann da auch ein bisschen offener sein. Aber nach 6 Monaten kann man noch nicht viel verlangen.

    Hexe84 schreibt:
    Er hat immer den starken Mann gespielt und keiner durfte wissen, wie es ihn ihm drin aussieht.
    Und wie hast Du ihn so kennen gelernt, wie er innen auszusehen mag?

    Hexe84 schreibt:
    Er hatte mit 19 Jahren angefangen zu kiffen. ... Verlobte deswegen verloren
    Dass dieses Kiffen immer so ein Thema sein muss! Ich habe früher auch gekifft, aber es war für mich nie ein Highlight in meinem Leben. Und Verlobte? Wie alt war er da? Und warum hat er nicht gleich geheiratet? Verlobung ist doch quatsch; für mich ist das so ein Konstrukt, wenn man sich nicht entscheiden kann.


    Hexe84 schreibt:
    Er hat mich dann ins Krankenhaus gebracht
    Er ist bekifft Auto gefahren?

    Hexe84 schreibt:
    und dort lag ich dann etliche Stunden an Infusionen. Er ist dann auch bei mir geblieben und es tat ihm alles schrecklich Leid. Ich hatte ihn gebeten mich heimzufahren (200 km einfache Strecke) da ich so mit dem Zug nicht fahren konnte. Am nächsten Morgen hat er nicht mal angerufen und gefragt wie es mir geht. Ich schrieb ihm dann, dass ich eine Auszeit wollte...
    Bitte rede nicht so viel von Krankheiten. Das schreckt Männer im ersten halben Jahr einer Beziehung ab. Männer wollen zunächst eine gesunde Frau haben.

    Hammer! Du hast ihn gebeten, Dich nach Hause zu fahren? Auszeit schon innerhalb des ersten halben Jahres? Du, entschuldige bitte, dass ich das schreibe, aber eure Beziehung war schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

    Hexe84 schreibt:
    gab ich ihm eine zweite Chance..... Nur ich sollte immer an mir arbeiten.
    Du gabst ihm eine Chance? Du solltest an Dir arbeiten? Sorry, was ist das denn? Warum hast Du ihm eine Chance gegeben und solltest gleichzeitig an Dir arbeiten? Wenn er kifft, dann hat er immense Probleme. In dieser, für ihn schlimmen Situation trennst Du Dich und gibst ihm dann eine Chance?


    Hexe84 schreibt:
    „Ich hasse dich in diesem Moment…“
    Für mich hört sich das nach Borderline an.

    Hexe84 schreibt:
    Dann hat er so getan als ob es mich nie gab. Hat nur Party gemacht, gesoffen und Frauen abgeschleppt. ...Ich habe ihm nie Druck gemacht oder dergleichen, sondern gesagt, dass ich ihm bei stehe.
    Und damit hast Du der Beziehung großen Schaden angetan. Ich hätte ihm sowas von Druck gemacht, denn diesen braucht er. Er braucht eine starke Frau, die ihm sagt, wo es lang geht. Dass Du zu ihm stehst, brauchst Du ihm nicht noch zu sagen, denn das merkt er selbst.

    Hexe84 schreibt:
    Ich denke, dass seine Probleme durch mich erst richtig zum Vorschein kamen und deswegen habe ich seine ganzen Aggressionen abbekommen.
    Das ist richtig!

    Hexe84 schreibt:
    Durchs kiffen konnte er immer fliehen aus dieser lieblosen Welt.
    Na ja, durch Flucht hat man noch nie etwas erreichen können.

    Ihr habt beide Fehler gemacht. Der Typ ist auch nicht der ideale Partner für Dich, weil er Dich instrumentalisiert hat. Vergiss ihn, denn Du bist eine zu phantastische Persönlichkeit, um so eine Beziehung mitzumachen, die Dich nur kaputt machen würde. Allein, dass Du hier geschrieben hast, zeigt, dass Dir das Leben nicht egal ist. Du willst Freude empfinden, glücklich sein. Mit einem Menschen, der sich kaputt macht und andere in Coabhängigkeiten zieht, kannst Du nicht fröhlich werden.

    Außerdem bist Du noch zu jung, um Dich selbst aufzugeben.
    Geändert von Steintor (25.05.2013 um 22:54 Uhr)

  3. #3
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Große Liebe verloren

    Da taucht halt die Frage auf, wer da wen instrumentalisiert hat.
    Wer da denn den Nutzen gezogen hat, aus solch einer kaputten Beziehung.
    Warum wollen Frauen immer Restaurationsobjekte?
    Na?
    Ich will jetzt nicht behaupten, wegen der Möglichkeit dann solche Posts abzusetzen..
    oder?..vielleicht doch ein bisschen..an der Wahrheit dran?
    Männer sind keine Schoßhündchen, denen ein böser Autofahrer ein Bein abgefahren hat.
    Männer sind Individuen, Menschen. Egal, was für einen Charakter oder was für Defizite sie begleiten.

    Restaurationsobjekte.
    Und wenns dann nicht funktioniert, das Scheißding, dann ist die Enttäuschung groß, ne.

    Beziehungen. Wenn man nicht annähernd einen Faden zu sich selbst hat
    und sich solche Objekte unter den Nagel reißt, in der Hoffnung, aus einem dreibeinigen Hund
    einen Schnellläufer zu machen, der auch noch das Lied der Liebe erfunden hat,
    dann wird das auch nix.

    Ihr habt euch beide weh getan und Schmerzen zugefügt.
    Die Erwartung, den armen Hund durch die Zielline zu führen ist komplett fehlgeschlagen.

    Auf der Strecke blieb ein namenloser, toter Hund der Nachbarin.

    --hirnbeiß--
    Geändert von hirnbeiß (25.05.2013 um 20:06 Uhr)

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Große Liebe verloren

    Vielen Dank für deine Antworten. Ich lese mir immer alle Kommentar durch und bin für jede Meinung offen. Deswegen hatte ich mich ja auch hier angemeldet.

    Steintor schreibt:
    Hallo hexe,

    nun habe ich Dein Posting gelesen. Ich habe Kommentare gemacht, die Du vielleicht nicht lesen möchtest. Aber für mich liegt alles so klar vor mir...


    Ich habe kaum den ersten Satz gelesen und mir war alles klar. Du wolltest ihn nicht aufgeben und zu einer Therapie begleiten? Eine Therapie ist immer eine Gratwanderung und kann eine Beziehung ruinieren. Außerdem hast Du Deinen Partner schon nach 6 Monaten als krank und therapiebedürftig dargestellt und das machen nicht Viele mit.

    Ich hatte ihn vor 6 Monaten verloren. Wir waren aber 1 Jahr zusammen und hatten auch sehr schöne Momente.Ich hatte an uns geglaubt und wollte für unsere Zukunft kämpfen. Wenn ich jemanden meine Liebe schenke, dann gebe ich ihn nicht so einfach auf. In guten wie in schlechten Zeiten, dazu stand ich. Unsere Beziehung war von Anfang an sehr schwierig. Ich wollte am Anfang nur Freundschaft, er wollte mehr. Ich war ehrlich zu ihm und hatte ihm von meiner Vergangenheit erzählt und auch meiner Migräne und meinen Problemen mit der Wirbelsäule. Es war ihm aber egal und wir verlebten tolle Stunden zusammen. Er hat auch einen Hund und hatte viele Gemeinsamkeiten. Später verliebte ich mich und wir konnten nicht voneinander lassen. Das er mal Kiffer war, wusste ich von Anfang an. Leider hatten wir nur eine Fernbeziehung und ich wusste nicht, dass er immer öfters was rauchte. Ich hatte ihn nie verurteilt und ihn auch nicht als krank abgestempelt.

    Da wir beide Probleme hatten, haben wir uns zueinander verbunden gefühlt und wir wollten beide unser Leben in die Hand nehmen und zusammen eine Therapie machen. Einzelgespräche und dann gemeinsame Gespräche. Ich setzte mir kleine Ziele und schaffte diese auch. Leider bekam er immer mehr Angst davor und diese Angst machte ihn wütend und aggressiv. Er fühlte sich neben mir schwach und wandte sich immer mehr von mir ab...



    Ich werde mal ein bisschen weiter lesen...



    Trauma? Macke? Irgendwas war da und belastet ihn. Ist aber egal, solange es die Beziehung nicht belastet. Ihr solltet eben auf Kissenschlachten verzichten. Er kann da auch ein bisschen offener sein. Aber nach 6 Monaten kann man noch nicht viel verlangen.


    Ich weiß es nicht. Ich war immer diejenige mit dem Trauma... und er wusste davon, da ich wie gesagt von Anfang ehrlich zu ihm war und zu meiner Vergangenheit stehe.


    Und wie hast Du ihn so kennen gelernt, wie er innen auszusehen mag?

    Er hat mir sehr viel von sich erzählt. Wie es ihm so ergangen ist in seiner Kindheit. Die Probleme in der Schule, die Hänseleien und dass er in Therapie musste. Seine Mutter war ziemlich gefühlskalt und nie so richtig für ihn da. Es wurde nie über Probleme in der Familie geredet, sondern alles totgeschwiegen....


    Dass dieses Kiffen immer so ein Thema sein muss! Ich habe auch gekifft, aber es war für mich nie ein Highlight in meinem Leben. Und Verlobte? Wie alt war er da? Und warum hat er nicht gleich geheiratet? Verlobung ist doch quatsch; für mich ist das so ein Konstrukt, wenn man sich nicht entscheiden kann.


    Das kiffen war nie so das Thema. Er war ja ehrlich zu mir und erzählte mir davon. Hatte es auch toleriert, aber es wurde einfach immer mehr und zur täglichen Sucht und dass über fast 10 Jahre! Seine gesamte Jugend, Ausbildung etc... alles nur im Rausch erlebt. Wahrscheinlich hat er es mit der Verlobung nie Ernst genommen... Er war gerade mal um die 20 Jahre.

    Er ist bekifft Auto gefahren?

    Das war die Größte Sorge, aber er wollte es nicht einsehen... Er ist auf seinen Führerschein angewiesen, da er sich Selbstständig machte und viel dienstlich unterwegs ist...


    Zum einen, rede nicht so viel von Krankheiten. das schreckt Männer im ersten halben Jahr einer Beziehung ab. Männer wollen zunächst eine gesunde Frau haben.


    Ich hätte es nie erzählt, wenn er nicht seine Sachen zuerst erzählt hätte. Wir haben uns gegenseitig Vertrauen geschenkt. Er hat mich so kennen gelernt. Er war für mich da und ich für ihn.


    Hammer! Du hast ihn gebeten, Dich nach Hause zu fahren? Auszeit schon innerhalb des ersten halben Jahres? Du, entschuldige bitte, dass ich das schreibe, aber eure Beziehung war schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt.


    Er hatte es mir mehrmals angeboten mich heim zu fahren. Ich wollte das nicht. Ich hatte ein schlechtes Gewissen deswegen, aber er wollte für mich da sein und dann hatte ich es angenommen. Hatte ihm dann noch etwas geschenkt, als Dankeschön. Die Auszeit wollte ich wegen des kiffens. Er hat überhaupt nicht gemerkt, wie schlecht es mir ging. Ein Mann der mir keine Sicherheit geben kann, das kann nicht gut gehen. Deswegen die Auszeit. Er sollte in sich kehren und überlegen, wie seine Zukunft aussieht. Geredet hat er von Familie, Haus und Kindern. Aber am liebsten machte er Party, trank und kiffte...


    Du gabst ihm eine Chance? Du solltest an Dir arbeiten? Sorry, was ist das denn? Warum hast Du ihm eine Chance gegeben und solltest gleichzeitig an Dir arbeiten? Wenn er kifft, dann hat er immense Probleme. In dieser, für ihn schlimmen Situation trennst Du Dich und gibst ihm dann eine Chance?


    Wir hatten beide Probleme. Ich hatte auch diverse Ängste (unter anderem das Autofahren). Ich sah dass ein und setzte mir kleine Ziele, die ich auch alle mit Bravour bestand. Er sollte das kiffen einstellen bzw. reduzieren.... Ich wusste bis dato nicht, wie sehr er davon abhängig war. Ich hatte ihn ja meistens nicht gesehen...



    Für mich hört sich das nach Borderline an.

    Ich bin mittlerweile auch der Überzeugung, dass sich Borderline entwickelt hat. Habe Bücher darüber gelesen und mich in Foren ausgetauscht. Das kiffen alleine ist nicht an allem Schuld. Es ist schon lange vor mir etwas ihn ihm passiert.


    Und damit hast Du der Beziehung großen Schaden angetan. Ich hätte ihm sowas von Druck gemacht, denn diesen braucht er. Er braucht eine starke Frau, die ihm sagt, wo es lang geht. Dass Du zu ihm stehst, brauchst Du ihm nicht noch zu sagen, denn das merkt er selbst.


    Ich habe ihm wie oft meine Meinung gesagt, ja ihn aus meiner Wohnung geworfen, nachdem er mich wieder maßlos runtergeputzt hat. Bin nicht Co-Abhängig geworden, hab ihm kein Geld geliehen oder ihn wegen seines Verhalten in Schutz genommen. Hab ihn nach einem heftigen Streit tagelang ignoriert, als er wieder so tat, als ob nichts gewesen wäre. Ihm Grenzen gesetzt und vor die Wahl gestellt... Deswegen hatten wir ja ständig Streit... Hatte mir jemanden zu reden gesucht, bin meinen Hobbies nachgegangen und versucht mich nicht zu vergessen... Hatte nach der Beziehung sogar noch mit seinem Vater telefoniert und riskiert als Lügnerin da zu stehen. Bei der Cousine hab ich mir ne riesen Abfuhr einkassiert, aber das war mir egal. Ich hatte wenigstens mal den Mut als Erste seine Probleme laut auszusprechen. Aber trotz allem, hatte ich ihm versprochen ihn nicht fallen zu lassen, wenn er wieder rückfällig wird. Ja ich wollte ihm Zuversicht geben und Liebe schenken.


    Ihr habt beide Fehler gemacht. Der Typ ist auch nicht der ideale Partner für Dich, weil er Dich instrumentalisiert hat. Vergiss ihn, denn Du bist eine zu phantastische Persönlichkeit, um so eine Beziehung mitzumachen, die Dich nur kaputt machen würde. Allein, dass Du hier geschrieben hast, zeigt, dass Dir das Leben nicht egal ist. Du willst Freude empfinden, glücklich sein. Mit einem Menschen, der sich kaputt macht und andere in Coabhängigkeiten zieht, kannst Du nicht fröhlich werden.

    Außerdem bist Du noch zu jung, um Dich selbst aufzugeben.


    Das stimmt, wir haben beide Fehler gemacht. Ich stehe dazu und habe daraus gelernt. Ich habe wieder zu mir selbst gefunden und sehr viele Ängste überwunden. Bin gereift und daran gewachsen. Und ja, mein Leben ist zu kurz und zu schön, um es sich kaputt machen zu lassen. Vergessen werde ich ihn nie, aber ich habe ja keinen Kontakt mehr, sonst wäre ich nie zur Ruhe gekommen. Vergeben habe ich ihm schon lange, denn es war nie eine böse Absicht von ihm, mich so zu verletzen. Ohne Vergebung kann man auch nicht seinen inneren Frieden finden.
    Geändert von Hexe84 (25.05.2013 um 21:02 Uhr)

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Große Liebe verloren

    hirnbeiß schreibt:
    Da taucht halt die Frage auf, wer da wen instrumentalisiert hat.
    Wer da denn den Nutzen gezogen hat, aus solch einer kaputten Beziehung.
    Warum wollen Frauen immer Restaurationsobjekte?
    Na?
    Ich will jetzt nicht behaupten, wegen der Möglichkeit dann solche Posts abzusetzen..
    oder?..vielleicht doch ein bisschen..an der Wahrheit dran?
    Männer sind keine Schoßhündchen, denen ein böser Autofahrer ein Bein abgefahren hat.
    Männer sind Individuen, Menschen. Egal, was für einen Charakter oder was für Defizite sie begleiten.

    Restaurationsobjekte.
    Und wenns dann nicht funktioniert, das Scheißding, dann ist die Enttäuschung groß, ne.

    Beziehungen. Wenn man nicht annähernd einen Faden zu sich selbst hat
    und sich solche Objekte unter den Nagel reißt, in der Hoffnung, aus einem dreibeinigen Hund
    einen Schnellläufer zu machen, der auch noch das Lied der Liebe erfunden hat,
    dann wird das auch nix.

    Ihr habt euch beide weh getan und Schmerzen zugefügt.
    Die Erwartung, den armen Hund durch die Zielline zu führen ist komplett fehlgeschlagen.

    Auf der Strecke blieb ein namenloser, toter Hund der Nachbarin.

    --hirnbeiß--
    Weder er hat mich oder ich habe ihn instrumentalisiert. Wir haben uns einfach zu einer falschen Zeit kennen gelernt. Ich habe bereits aus dieser Beziehung gelernt und ich denke, dass auch er das irgendwann wird. Vielleicht kommt auch irgendwann der Tag, wo wir uns wieder sehen werden und über diese Ereignisse reden können. Wer weiß das schon.
    Geändert von Hexe84 (25.05.2013 um 20:58 Uhr)

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Große Liebe verloren

    Ich wollte noch etwas ergänzen. Die Frage stellt sich vielleicht, warum ich mich überhaupt in ihn verliebt habe. Wir hatten uns sehr gut ergänzt. Seine Stärken waren meine Schwächen und umgekehrt war es genauso. Wir fühlten uns verbunden und seelenverwandt.

    Er war ein "Chaot" keine Frage. Aber aus diesem Grund liebte ich ihn auch so. Er war mein Chaot, unordentlich, konnte keine Termine behalten, war unpünktlich und mit den Finanzen kam er auch nie klar. Aber genauso konnte er auch charmant und liebevoll sein. Er konnte gut reden, hatte tolle Ideen und begeisterte mich mit seiner Kreativität.

    Ich dagegen war der Ordnungsmensch, der Buchhalter, der das Geld zusammen hielt und planen/organisieren konnte. Konnte mir alle Termine und Daten im Kopf behalten....

    Und deshalb war ich immer der Meinung, dass wenn man es auch wirklich will, hinbekommt. Auch wenn man sich Hilfe von Außen holen muss. Und davor haben die Meisten Angst. Mein Ex wollte nie als schwach dastehen und auf keinen Fall als "verrückt" gelten. Davor hatte er Todesangst und so lebt er sein Leben weiter und es wird sich nicht viel ändern bei ihm.

  7. #7
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Große Liebe verloren

    Siehst du? Siehst du´s?
    Du hast ihn also instrumentalisiert.
    Du hast ihn als Ausgleich für deine Defizite benützt,
    anstatt dich selbst zu umsorgen und deine Defizite aufzuarbeiten.
    Jeder Mensch ist ein Individuum, eine selbständige Persönlichkeit.
    Versucht man seine Defizite mit den Stärken des Partners auszugleichen,
    dann hat man für sich selbst nicht das Geringste erreicht.
    Ist der Partner dann weg, dann bricht das Kartenhaus zusammen.

    Die Liebe und die Beziehungen müssen auf mehreren Säulen stehen,
    um den Stürmen des Alltags zu trotzen.

    Die erste Säule sollte / muss ein gesundes 'Ich' sein.

    LG --hirnbeiß--

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Große Liebe verloren

    Wenn du meinen Thread vollständig gelesen hättest, dann würdest du wissen dass ich genauso denke wie du. Der Partner ist weg und bei mir ist kein Kartenhaus zusammen gefallen. Man sollte immer auch an sich denken und das habe ich letztendlich auch.

    Wenn ich sehe, was ich in dieser Beziehung alles geschafft habe und dass unter diesen Voraussetzungen, dann bin ich sehr stolz auf mich. Das war mein Ex sogar. Er meinte in einer schwachen Phase, dass ich mein Glück nun verdient habe und dass wünschte ich ihm auch. Und das man sich in Beziehungen ergänzt, ist ja normal. Egal ob ADHS oder nicht. Das hat nichts mit Defiziten ausgleichen zu tun. Aber wenn du so denkst, dann ist das deine Meinung.

    Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen und jeder sollte an seinen Ängsten arbeiten. Sich ihnen stellen und nicht davor weglaufen. Ich hatte ihn nie als "dummen Kiffer" hingestellt oder das auch nur gedacht. Er hatte was am Kasten, war sehr fleißig und ehrgeizig. Nur stand er sich selbst im Weg. Er hatte selbst schlecht über sich gedacht und es mir dann vorgeworfen.

    Und dass Frauen Restaurationsobjekte wollen, kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Ich bin meinen Ex jedenfalls nicht mehr böse. Wut war da, keine Frage. Aber die ist zum Glück komplett verschwunden und das ist auch gut so.
    Geändert von Hexe84 (26.05.2013 um 11:22 Uhr)

  9. #9
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Große Liebe verloren

    Ich habe kaum den ersten Satz gelesen und mir war alles klar. Du wolltest ihn nicht aufgeben und zu einer Therapie begleiten? Eine Therapie ist immer eine Gratwanderung und kann eine Beziehung ruinieren. Außerdem hast Du Deinen Partner schon nach 6 Monaten als krank und therapiebedürftig dargestellt und das machen nicht Viele mit.

    Ich hatte ihn vor 6 Monaten verloren. Mist! Wir waren aber 1 Jahr zusammen und hatten auch sehr schöne Momente.Ich hatte an uns geglaubt und wollte für unsere Zukunft kämpfen. Wenn ich jemanden meine Liebe schenke, dann gebe ich ihn nicht so einfach auf. In guten wie in schlechten Zeiten, dazu stand ich. Unsere Beziehung war von Anfang an sehr schwierig. Ich wollte am Anfang nur Freundschaft, er wollte mehr. Ich war ehrlich zu ihm und hatte ihm von meiner Vergangenheit erzählt und auch meiner Migräne und meinen Problemen mit der Wirbelsäule. Es war ihm aber egal und wir verlebten tolle Stunden zusammen. Er hat auch einen Hund und hatte viele Gemeinsamkeiten. Später verliebte ich mich und wir konnten nicht voneinander lassen. Das er mal Kiffer war, wusste ich von Anfang an. Leider hatten wir nur eine Fernbeziehung und ich wusste nicht, dass er immer öfters was rauchte. Ich hatte ihn nie verurteilt und ihn auch nicht als krank abgestempelt. Fernbeziehungen halten nie länger als ein Jahr, zumindest meine nicht. Was da fehlt, ist der Alltag, der für eine Beziehung essentiell ist. Am Wochenende ins Bett huschen und ansonsten Sightseeing in der jeweils anderen Stadt ist m.E. zu wenig, um eine seelische Verbundenheit aufzubauen. Ich muss auch wissen, wie meine Freundin ihr Frühstücksei auf klopft oder ob sie beim Fensterputzen singt.

    Dass Du ihm von Deiner Vergangenheit berichtet hast, ist meines Erachtens selbstverständlich. Ich möchte gern unbedingte Ehrlichkeit in der Beziehung........*grübel* Wobei Lügen an bestimmten Stellen meine Ehe gerettet hätten. Ich hätte manche Wahrheiten nicht wissen brauchen. Ich muss darüber noch einmal nachdenken. Was aber die Laster betrifft, so sollten diese schon reduziert werden, mit dem Ziel, sie ganz zu lassen (sofern sie der PartnerIn stören).


    Da wir beide Probleme hatten, haben wir uns zueinander verbunden gefühlt und wir wollten beide unser Leben in die Hand nehmen und zusammen eine Therapie machen. Einzelgespräche und dann gemeinsame Gespräche. Ich setzte mir kleine Ziele und schaffte diese auch. Leider bekam er immer mehr Angst davor und diese Angst machte ihn wütend und aggressiv. Er fühlte sich neben mir schwach und wandte sich immer mehr von mir ab...
    Ganz gefährlich für eine (trotzdem) junge Beziehung. In den ersten Monaten möchte man (so geht es mir) Spaß haben mit dem jeweils Anderen. Wenn eine Beziehung gleich mit Problemen konfrontiert wird, kann sie meines Erachtens nicht wachsen; die jeweils andere PartnerIn wird zur Coleidenden und dieser Job ist äußerst stressig. Ich selbst bin immer tiefer in die Rolle eines Coalkoholikers abgerutscht, habe den Sprit besorgt, habe die leeren Flaschen entsorgt, habe die Flecken aus den Klamotten und dem Fußboden gewischt. Dieses Verhältnis ist meistens ein Spannungsfeld, an dem eine Beziehung zerbrechen kann. Das eigene Leben in die hand nehmen, finde ich löblich. Aber nicht wegen dem Anderen, sondern für einen selbst. Denn der Andere will keine Problematikerin, sondern eine starke Persönlichkeit zum Partner.


    Trauma? Macke? Irgendwas war da und belastet ihn. Ist aber egal, solange es die Beziehung nicht belastet. Ihr solltet eben auf Kissenschlachten verzichten. Er kann da auch ein bisschen offener sein. Aber nach 6 Monaten kann man noch nicht viel verlangen.


    Ich weiß es nicht. Ich war immer diejenige mit dem Trauma... und er wusste davon, da ich wie gesagt von Anfang ehrlich zu ihm war und zu meiner Vergangenheit stehe. Damit hast Du Dich ihm auch massiv ausgeliefert. Was würde ich da denken, wenn eine Frau, mit der ich noch nicht allzu lange zusammen bin und eine WEB habe, tiefsitzende Probleme von sich erzählt? Ich würde zum einen denken, dass da noch viel mehr ist, wenn schon am ersten Tag so viel ans tageslicht kommt. Zum Anderen würde das eine große Verantwortung auflasten; ich müsste immer vorsichtig sein, dass ich sie nicht triggere (wie bei ihm wohl geschehen).


    Und wie hast Du ihn so kennen gelernt, wie er innen auszusehen mag?

    Er hat mir sehr viel von sich erzählt. Wie es ihm so ergangen ist (sein könnte) in seiner Kindheit. Die Probleme in der Schule, die Hänseleien und dass er in Therapie musste. Seine Mutter war ziemlich gefühlskalt und nie so richtig für ihn da. Es wurde nie über Probleme in der Familie geredet, sondern alles totgeschwiegen....So eine Beziehung kann nichts werden. natürlich müssen die Ereignisse und Probleme der Kindheit erzählt werden, aber nicht zu beginn (also den ersten Jahren) der Beziehung. Die Last und die Angst vor Fehlern sind einfach zu groß.


    Dass dieses Kiffen immer so ein Thema sein muss! Ich habe auch gekifft, aber es war für mich nie ein Highlight in meinem Leben. Und Verlobte? Wie alt war er da? Und warum hat er nicht gleich geheiratet? Verlobung ist doch quatsch; für mich ist das so ein Konstrukt, wenn man sich nicht entscheiden kann.


    Das kiffen war nie so das Thema. Er war ja ehrlich zu mir und erzählte mir davon. Hatte es auch toleriert, aber es wurde einfach immer mehr und zur täglichen Sucht und dass über fast 10 Jahre! Seine gesamte Jugend, Ausbildung etc... alles nur im Rausch erlebt. Wahrscheinlich hat er es mit der Verlobung nie Ernst genommen... Er war gerade mal um die 20 Jahre. Dass ADHSler auch immer so viel rauchen müssen. Aber mit der Diagnose und der Medikation gäbe sich das.

    Er ist bekifft Auto gefahren?

    Das war die Größte Sorge, aber er wollte es nicht einsehen... Er ist auf seinen Führerschein angewiesen, da er sich Selbstständig machte und viel dienstlich unterwegs ist.. Sein Führerschein wäre mir egal. Mir ginge es um die Kinder, die bei einem möglichen Unfall Schaden erleiden würden.


    Zum einen, rede nicht so viel von Krankheiten. das schreckt Männer im ersten halben Jahr einer Beziehung ab. Männer wollen zunächst eine gesunde Frau haben.


    Ich hätte es nie erzählt, wenn er nicht seine Sachen zuerst erzählt hätte. Wir haben uns gegenseitig Vertrauen geschenkt. Er hat mich so kennen gelernt. Er war für mich da und ich für ihn. Zuviel Krankheiten zu beginn einer Beziehung haben 2 Nachteile: zum Einen macht man sich durch zu viel Infos angreifbar und läuft Gafahr der üblen Nachrede. Zum anderen begibt man sich in die Rolles des Abhängigen, weil zu viel Krankheiten das Bild schaffen, dass man nur durch Krücken, tabletten und sonstige Hilfsmittel überleben kann.


    Hammer! Du hast ihn gebeten, Dich nach Hause zu fahren? Auszeit schon innerhalb des ersten halben Jahres? Du, entschuldige bitte, dass ich das schreibe, aber eure Beziehung war schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt.


    Er hatte es mir mehrmals angeboten mich heim zu fahren. Ich wollte das nicht. Ich hatte ein schlechtes Gewissen deswegen, aber er wollte für mich da sein und dann hatte ich es angenommen. Hatte ihm dann noch etwas geschenkt, als Dankeschön. Die Auszeit wollte ich wegen des kiffens. Er hat überhaupt nicht gemerkt, wie schlecht es mir ging. Ein Mann der mir keine Sicherheit geben kann, das kann nicht gut gehen. Deswegen die Auszeit. Er sollte in sich kehren und überlegen, wie seine Zukunft aussieht. Geredet hat er von Familie, Haus und Kindern. Aber am liebsten machte er Party, trank und kiffte... Den wichtigen Satz habe ich unterstrichen. Du bist mir extrem sympathisch, weil Du weißt, was Du willst!


    Du gabst ihm eine Chance? Du solltest an Dir arbeiten? Sorry, was ist das denn? Warum hast Du ihm eine Chance gegeben und solltest gleichzeitig an Dir arbeiten? Wenn er kifft, dann hat er immense Probleme. In dieser, für ihn schlimmen Situation trennst Du Dich und gibst ihm dann eine Chance?


    Wir hatten beide Probleme. Ich hatte auch diverse Ängste (unter anderem das Autofahren). Ich sah dass ein und setzte mir kleine Ziele, die ich auch alle mit Bravour bestand. Er sollte das kiffen einstellen bzw. reduzieren.... Ich wusste bis dato nicht, wie sehr er davon abhängig war. Ich hatte ihn ja meistens nicht gesehen...
    Nun bist Du ihn ja los, oder?


    Für mich hört sich das nach Borderline an.

    Ich bin mittlerweile auch der Überzeugung, dass sich Borderline entwickelt hat. Habe Bücher darüber gelesen und mich in Foren ausgetauscht. Das kiffen alleine ist nicht an allem Schuld. Es ist schon lange vor mir etwas ihn ihm passiert. Das Kiffen ist ein Symptom. Aber die letztendlich gültige Diagnose muss ein Arzt stellen.


    Und damit hast Du der Beziehung großen Schaden angetan. Ich hätte ihm sowas von Druck gemacht, denn diesen braucht er. Er braucht eine starke Frau, die ihm sagt, wo es lang geht. Dass Du zu ihm stehst, brauchst Du ihm nicht noch zu sagen, denn das merkt er selbst.


    Ich habe ihm wie oft meine Meinung gesagt, ja ihn aus meiner Wohnung geworfen, nachdem er mich wieder maßlos runtergeputzt hat. Bin nicht Co-Abhängig geworden, hab ihm kein Geld geliehen oder ihn wegen seines Verhalten in Schutz genommen. Hab ihn nach einem heftigen Streit tagelang ignoriert, als er wieder so tat, als ob nichts gewesen wäre. Ihm Grenzen gesetzt und vor die Wahl gestellt... Deswegen hatten wir ja ständig Streit... Hatte mir jemanden zu reden gesucht, bin meinen Hobbies nachgegangen und versucht mich nicht zu vergessen... Hatte nach der Beziehung sogar noch mit seinem Vater telefoniert und riskiert als Lügnerin da zu stehen. Bei der Cousine hab ich mir ne riesen Abfuhr einkassiert, aber das war mir egal. Ich hatte wenigstens mal den Mut als Erste seine Probleme laut auszusprechen. Aber trotz allem, hatte ich ihm versprochen ihn nicht fallen zu lassen, wenn er wieder rückfällig wird. Ja ich wollte ihm Zuversicht geben und Liebe schenken.Sollte er wirklich Borderline haben, dann würde er Dir keine Liebe schenken können. Er würde auch mit der Zeit eine Abhängigkeit vom Streiten entwickeln; ohne Streit wäre er nackt und hilflos und auf sich selbst zurückgeworfen. Aber auch die Verwandten würden ihm nicht helfen können. Hilfe kann er nur sich selbst geben. Deine Rolle wäre gewesen, ihn zu unterstützen, aber nicht zu helfen.


    Ihr habt beide Fehler gemacht. Der Typ ist auch nicht der ideale Partner für Dich, weil er Dich instrumentalisiert hat. Vergiss ihn, denn Du bist eine zu phantastische Persönlichkeit, um so eine Beziehung mitzumachen, die Dich nur kaputt machen würde. Allein, dass Du hier geschrieben hast, zeigt, dass Dir das Leben nicht egal ist. Du willst Freude empfinden, glücklich sein. Mit einem Menschen, der sich kaputt macht und andere in Coabhängigkeiten zieht, kannst Du nicht fröhlich werden.

    Außerdem bist Du noch zu jung, um Dich selbst aufzugeben.


    Das stimmt, wir haben beide Fehler gemacht. Ich stehe dazu und habe daraus gelernt. Ich habe wieder zu mir selbst gefunden und sehr viele Ängste überwunden. Bin gereift und daran gewachsen. Und ja, mein Leben ist zu kurz und zu schön, um es sich kaputt machen zu lassen. Vergessen werde ich ihn nie, aber ich habe ja keinen Kontakt mehr, sonst wäre ich nie zur Ruhe gekommen. Vergeben habe ich ihm schon lange, denn es war nie eine böse Absicht von ihm, mich so zu verletzen. Ohne Vergebung kann man auch nicht seinen inneren Frieden finden. Klasse!.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Große Liebe verloren

    Guten Morgen Steintor,

    vielen Dank für deine Antworten.


    Steintor schreibt:

    Fernbeziehungen halten nie länger als ein Jahr, zumindest meine nicht. Was da fehlt, ist der Alltag, der für eine Beziehung essentiell ist. Am Wochenende ins Bett huschen und ansonsten Sightseeing in der jeweils anderen Stadt ist m.E. zu wenig, um eine seelische Verbundenheit aufzubauen. Ich muss auch wissen, wie meine Freundin ihr Frühstücksei auf klopft oder ob sie beim Fensterputzen singt.

    Ja das stimmt. Fernbeziehungen sind schwierig. Man sollte den Alltag gemeinsam erleben und vorallem Interesse daran zeigen. Ich hatte das durch Emails, chatten, Telefonate, sms und auch per Skype versucht.... Er hatte schon nach 3 Monaten Beziehung keine Lust mehr dazu. Ich sollte zu ihm ziehen! Ich wäre bereit gewesen mein Leben aufzugeben, aber nur wenn ich Sicherheit von ihm bekommen hätte... und bestimmt nicht nach zu kurzer Zeit.

    Wenn ich Urlaub hatte, dann bin ich immer zu ihm gefahren und habe ihm noch in seiner Firma geholfen und die Wohnung sauber gemacht. Da merkte ich ja auch ganz schnell, dass mit ihm was nicht stimmt...

    Am Ende der Beziehung meinte er noch, ich kann dir keine Sicherheit geben. Wenigstens hatte er es dann eingesehen. Aber welche Frau will einen Mann an seiner Seite haben, der keine Sicherheit und Geborgenheit schenken kann?

    Dass Du ihm von Deiner Vergangenheit berichtet hast, ist meines Erachtens selbstverständlich. Ich möchte gern unbedingte Ehrlichkeit in der Beziehung........*grübel* Wobei Lügen an bestimmten Stellen meine Ehe gerettet hätten. Ich hätte manche Wahrheiten nicht wissen brauchen. Ich muss darüber noch einmal nachdenken. Was aber die Laster betrifft, so sollten diese schon reduziert werden, mit dem Ziel, sie ganz zu lassen (sofern sie der PartnerIn stören).

    Ehrlichkeit ist wichtig ja, aber ich würde nie wieder den Fehler machen und direkt am Anfang soviel von mir Preis geben. Dazu muss man sich schon etwas länger kennen. Daraus habe ich gelernt.

    Da wir beide Probleme hatten, haben wir uns zueinander verbunden gefühlt und wir wollten beide unser Leben in die Hand nehmen und zusammen eine Therapie machen. Einzelgespräche und dann gemeinsame Gespräche. Ich setzte mir kleine Ziele und schaffte diese auch. Leider bekam er immer mehr Angst davor und diese Angst machte ihn wütend und aggressiv. Er fühlte sich neben mir schwach und wandte sich immer mehr von mir ab...

    Ganz gefährlich für eine (trotzdem) junge Beziehung. In den ersten Monaten möchte man (so geht es mir) Spaß haben mit dem jeweils Anderen. Wenn eine Beziehung gleich mit Problemen konfrontiert wird, kann sie meines Erachtens nicht wachsen; die jeweils andere PartnerIn wird zur Coleidenden und dieser Job ist äußerst stressig. Ich selbst bin immer tiefer in die Rolle eines Coalkoholikers abgerutscht, habe den Sprit besorgt, habe die leeren Flaschen entsorgt, habe die Flecken aus den Klamotten und dem Fußboden gewischt. Dieses Verhältnis ist meistens ein Spannungsfeld, an dem eine Beziehung zerbrechen kann. Das eigene Leben in die hand nehmen, finde ich löblich. Aber nicht wegen dem Anderen, sondern für einen selbst. Denn der Andere will keine Problematikerin, sondern eine starke Persönlichkeit zum Partner.

    Ich konnte es nicht mehr mit ansehen, wie er sich selbst zerstört und mich damit auch. Seine Freunde hatten das ja auch gesehen, aber alle machten sie die Augen zu. Keiner wollte Streit mit ihm...

    Ich war trotz meiner Schmerzen, ein Mensch mit dem man Spaß haben kann. Haben viel unternommen und gelacht. Er brauchte allerdings für alles seinen Joint... Das hatte mich immer sehr traurig gemacht.
    Das schöne ist, dass ich seit Ende der Beziehung und auch nach der Reha, kaum noch Schmerzen habe. Fühle mich richtig wohl und genieße mein Leben. Habe noch selten Migräne und dann nur beim Wetterwechsel und nicht mehr so stark. Wie sehr doch die Seele mit dem Körper vereint ist. Stimmt das eine nicht, dann ist ein Ungleichgewicht und man bekommt körperliche Probleme...

    Das mit dem Geld war auch so eine Sache. Ich verdiene ja nicht viel, halte es aber ganz gut zusammen. Am Ende hin, hatte er nicht mal mehr Geld um das Hundefutter zu bezahlen. Er hatte auf meinen Namen bestellt und ich bekam die Mahnung und dann gab ich seine Kontonummer durch zum abbuchen. Wieder kam ne Nachricht, wegen Rücklastschrift... Er hatte nicht mal mehr 60 EUR am Konto und erzählte was, dass er in wenigen Jahren um die 15.000 Euro im Monat verdienen will, für seine Familie... Welche Familie?

    Am Ende musste ich dort anrufen und es wurde bei mir abgebucht. Hatte es ihm immer wieder gesagt, aber er kümmerte sich nicht darum. Als die Beziehung vorbei war, hatte ich ihn ne Zahlungserinnerung geschickt und siehe da, er hatte es mir überwiesen, oder besser gesagt ich denke seine Eltern. Es war eine andere Kontonummer...


    Trauma? Macke? Irgendwas war da und belastet ihn. Ist aber egal, solange es die Beziehung nicht belastet. Ihr solltet eben auf Kissenschlachten verzichten. Er kann da auch ein bisschen offener sein. Aber nach 6 Monaten kann man noch nicht viel verlangen.

    Ich weiß es nicht. Ich war immer diejenige mit dem Trauma... und er wusste davon, da ich wie gesagt von Anfang ehrlich zu ihm war und zu meiner Vergangenheit stehe.

    Damit hast Du Dich ihm auch massiv ausgeliefert. Was würde ich da denken, wenn eine Frau, mit der ich noch nicht allzu lange zusammen bin und eine WEB habe, tiefsitzende Probleme von sich erzählt? Ich würde zum einen denken, dass da noch viel mehr ist, wenn schon am ersten Tag so viel ans tageslicht kommt. Zum Anderen würde das eine große Verantwortung auflasten; ich müsste immer vorsichtig sein, dass ich sie nicht triggere (wie bei ihm wohl geschehen).

    Er hatte sich damit unter Druck gesetzt mir ein perfektes neues Leben zu schenken. Ich war mit Kleinigkeiten zufrieden, wollte einfach nur Zeit mit ihm verbringen, egal wo und wie. Aber er musste ja groß auftischen. Als der Plan nicht aufgegangen ist, war ich Schuld und ein egoistischer Einzelgänger....

    Dass dieses Kiffen immer so ein Thema sein muss! Ich habe auch gekifft, aber es war für mich nie ein Highlight in meinem Leben. Und Verlobte? Wie alt war er da? Und warum hat er nicht gleich geheiratet? Verlobung ist doch quatsch; für mich ist das so ein Konstrukt, wenn man sich nicht entscheiden kann.


    Das war die Größte Sorge, aber er wollte es nicht einsehen... Er ist auf seinen Führerschein angewiesen, da er sich Selbstständig machte und viel dienstlich unterwegs ist.. Sein Führerschein wäre mir egal. Mir ginge es um die Kinder, die bei einem möglichen Unfall Schaden erleiden würden.

    Insgesamt hatte ich mich nicht mehr sicher gefühlt. Er hatte keine Verantwortung übernommen und ich hatte ihn auch immer wieder wegen Kindern angesprochen. Er meinte nur, wenn er Kinder hätte, dann würde er nicht mehr kiffen...


    Wir hatten beide Probleme. Ich hatte auch diverse Ängste (unter anderem das Autofahren). Ich sah dass ein und setzte mir kleine Ziele, die ich auch alle mit Bravour bestand. Er sollte das kiffen einstellen bzw. reduzieren.... Ich wusste bis dato nicht, wie sehr er davon abhängig war. Ich hatte ihn ja meistens nicht gesehen...
    Nun bist Du ihn ja los, oder?

    Er wollte ja noch mit mir befreundet sein, so wie mit all seinen Exfreundinnen. Ich wollte das aber nicht, weil auch unter Freundschaft hätte ich zu sehr gelitten. Freunde bedeuten mir viel und ich kann dann nicht mit ansehen, wie sie sich selbst zerstören. Somit war das keine Lösung für mich. Ich sagte es ihm auch, dass er mich nie wieder sehen wird. Er hatte mich nicht für voll genommen, dachte ich komme wieder angerannt weil ja ohne ihn nichts geht... Aber da hat er sich mal richtig geirrt.


    Für mich hört sich das nach Borderline an.

    Ich bin mittlerweile auch der Überzeugung, dass sich Borderline entwickelt hat. Habe Bücher darüber gelesen und mich in Foren ausgetauscht. Das kiffen alleine ist nicht an allem Schuld. Es ist schon lange vor mir etwas ihn ihm passiert. Das Kiffen ist ein Symptom. Aber die letztendlich gültige Diagnose muss ein Arzt stellen.

    Sollte er wirklich Borderline haben, dann würde er Dir keine Liebe schenken können. Er würde auch mit der Zeit eine Abhängigkeit vom Streiten entwickeln; ohne Streit wäre er nackt und hilflos und auf sich selbst zurückgeworfen. Aber auch die Verwandten würden ihm nicht helfen können. Hilfe kann er nur sich selbst geben. Deine Rolle wäre gewesen, ihn zu unterstützen, aber nicht zu helfen.

    Ich hatte schon das Gefühl, dass Borderline dabei ist. Er hat geradezu nach Fehlern gesucht und sie mir vorgeworfen. Erst war ich sein Engel, hatte mich vergöttert und dann auf einmal der Teufel, die komplette Abwertung... Ja, nur er selbst kann sich helfen. Niemand anderes kann das. Ich hätte es versucht ihn zu unterstützen, aber nur mit Therapie. Ob ich das geschafft hätte, ist eine andere Frage, aber ich hätte es zumindest versucht. Das haben seine Exfreundinnen schon gar nicht erst getan. Entweder hatten sie mitgekifft oder ihn gleich nach wenigen Wochen abserviert...

    Das stimmt, wir haben beide Fehler gemacht. Ich stehe dazu und habe daraus gelernt. Ich habe wieder zu mir selbst gefunden und sehr viele Ängste überwunden. Bin gereift und daran gewachsen. Und ja, mein Leben ist zu kurz und zu schön, um es sich kaputt machen zu lassen. Vergessen werde ich ihn nie, aber ich habe ja keinen Kontakt mehr, sonst wäre ich nie zur Ruhe gekommen. Vergeben habe ich ihm schon lange, denn es war nie eine böse Absicht von ihm, mich so zu verletzen. Ohne Vergebung kann man auch nicht seinen inneren Frieden finden. Klasse!.

    Zitat von William Paul Young in Die Hütte (Buchzitat):

    "Vergebung ist in erster Linie heilend für den, der vergibt. Denn du befreist dich von etwas, das dich sonst bei lebendigem Leib auffressen wird, das deine Freude zerstört und dich daran hindert, wirklich bedingungslos zu lieben."
    Alles Liebe für Dich.
    Geändert von Hexe84 (26.05.2013 um 10:50 Uhr)

Ähnliche Themen

  1. Grundschulzeugnisse verloren / Aufbewahrungsfrist
    Von Allanon im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 20
    Letzter Beitrag: 2.06.2012, 00:16
  2. Ausbildung verloren
    Von ausweglos im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
    Antworten: 21
    Letzter Beitrag: 30.10.2011, 02:24
  3. Den Geliebten an ADHS verloren
    Von fox im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
    Antworten: 23
    Letzter Beitrag: 23.06.2010, 15:23

Stichworte

Thema: Große Liebe verloren im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum