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Diskutiere im Thema Erwachsener Sohn mit ADHS und Asperger im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Erwachsener Sohn mit ADHS und Asperger

    Jana Meyer schreibt:
    Aber lass mich doch bitte träumen.
    ...
    Jetzt bin ich selbst traurig geworden.

    Ich wollte Dir eigentlich eher ein bisschen Hoffnung geben, und nicht, dass Du jetzt traurig bist

    Und ganz sicher wollte ich Dir nicht Deine Träume nehmen.
    Meinen Schlussatz hatte ich eigentlich schon so gemeint, Dir einen neuen Traum anzubieten.

    Dass einem sehr vieles im Leben egal ist, gehört eigentlich so gar nicht zum standardrepartoire von ADS.
    Uns interessiert normalerweise sehr vieles, eigentlich alles, wir bekommen nur nichts auf die Reihe.

    Das ist also wirklich eine Wirkung der Depression oder der Antidepressiva.
    Und da frag ich mich immer noch, wann ihr zum letzten mal an der medikation etwas verändert habt ?
    Wie lange nimmt er diese Kombination schon ?
    Ist er mit der Wirkung denn zufrieden ?
    Er funktionier auf der Arbeit, schön.
    Aber das ist doch keine Lebensqualität ?

    Thematisiert er das in den ambulanten Terminen ?
    Weißt Du das ?

    Was nimmt er tatsächlich, und wie lange schon ?

    Hat er gar nix für Antriebssteigerung dabei ?
    Alles nur sedierend ?

    Ich finde in Deinem Text nicht den kleinsten Hinweis, dass ihr an der Medikation um irgendetwas gekämpft habt.
    Arzt spricht, und das gilt.

    Vielleicht täusche ich mich ja, aber Du schreibst davon nichts.
    Es ist nicht ersichtlich, dass es in der Medikation eine entwicklung gab.
    Die sollte es aber geben.
    Der einzige Grund, warum es keine geben könnte, wäre, wenn ihr mit der Wirkung vollkommen zufrieden wärt.

    So hab ich eben genau das Gefühl, dass ihr den Mann "ruhiggestellt" habt, und gut ist.

  2. #22
    Jana Meyer

    Gast

    AW: Erwachsener Sohn mit ADHS und Asperger

    Hallo IonTichy,

    die Depressionen meines Mannes wurden wohl duch verschiedene Faktoren ausgelöst, die zum Teil nicht geändert werden können.
    Man kann also nur an den Symtomen rumdoktern. Das Grundproblem jedoch nicht beheben.

    Mein Mann hatte vor ca. fünf Jahren Burnout.
    Er war damals schon 18 Jahre Geschäftsstellenleiter einer Bankfiliale.
    Dann wurde ihm eine zweite Filiale aufgedrückt.
    Das war zu viel für ihn.
    Er konnte nicht mehr arbeiten.
    Es folgten Krankmeldung, Klinik, Therapie und Medikation.

    Nach dem Burnout hat es mit den Depressionen angefangen.
    Er hat dann erst Sertralin genommen.
    Das hat seiner Meinung nach nicht so gut geholfen.
    Deshalb wurde er auf Cipralex umgestellt.
    Das Medikament wirkt wohl zu seiner Zufriedenheit.
    Er findet es wohl für sich selbst irgendwo gut, dass ihm so vieles egal ist.
    Weil ich seine Meinung nicht teile, bin ich mit zu einem seiner Gesprächstermine bei seinem behandelnden Arzt gegangen.
    Dieser teilte mir mit, dass das Egalsein bei der Behandlung der Depressionen gewünscht sei.
    Dann hieß es, dass es ja schön sei, dass ich so stark sei und ich würde schon alles tragen .
    Daraufhin habe ich nach einer Selbsthilfegruppe für Angehörige gefragt.
    Der Arzt wollte sich danach erkundigen.
    Später habe der Arzt meinem Mann mitgeteilt dass es eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Patienten mit Schizophrenie gäbe.
    Das hat mir nicht weitergeholfen. Was sollte ich bei dieser Gruppe? Mein Mann hat doch etwas ganz anderes.

    Tja und so schleppen wir uns über die Jahre immer weiter.

    ... und dann nimmt er noch Medikinet. Dieses Medikament hat jedoch, wie ihr sicherlich alle wisst, nichts mit seinem Egalsein zu tun.

    Vielleicht kennt irgendjemand von Euch eine Selbsthilfegruppe für Angehörige, die für mich passen könnte, in Nordhessen?

    LG Jana

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erwachsener Sohn mit ADHS und Asperger

    Hallo Jana,

    das ist wirklich eine schwere Last, die Du zu tragen hast und das ist wahrlich nichts, das man mal eben auf beiden Schultern verteilt und einfach so mit sich rumträgt...

    Insofern ist eine Selbsthilfegruppe, und sei es für andere Erkrankungen, vielleicht primär auf den ersten Blick falsch, aber eines haben Angehörige in beiden Fällen gemeinsam: Die Last die sie tragen und der Umgang damit.
    Allein das loswerden zu können und sich darüber austauschen zu können, kann schon viel wert sein.
    Es geht da ja nicht um seine Erkrankung(en), sondern um Dich und Deine Probleme und das ist etwas, das sicherlich alle gemeinsam haben.

    Sicher wäre es viel besser, eine Grupe mit Angehörigen von ADHS'lern zu haben, denn da kann man auch bestimmte Strategien etc. austauschen, aber vielleicht ist auch die verfügbare zumindest keine allzu schlechte Idee, einfach nur, damit auch mal Jemand Deine Situation und Deine Probleme wahrnimmt und Du Dich austauschen kannst.

    Am Werdegang der Depressionen Deines Mannes ist mir einiges bekannt vorgekommen, das ich aus eigener Erfahrung kenne.
    Burnout und Depression liegen dicht beieinander, einige sagen, es ist nur ein anderes Wort für Depression, andere sagen, Burnout ist die Vorstufe einer Depr., egal ... am Ende läufts aufs Gleiche hinaus.
    Ich konnte nicht erkennen, dass Dein Mann in einer Klinik war, in der es Spezialisten für ADHS gab?

    Das kann schon einen großen Unterschied machen.

    Ich war selbst Anfang 2011 in einer Klinik wegen Burnout, eine tiefenpychologisch fundierte Klinik, in der man von ADHS aber nicht wirklich viel wusste.
    Es funktioniert meiner Meinung nach nicht besonders gut, einen ADS'ler im gleichen Behandlungsschema laufen zu lassen, wie Burnout-Betroffene ohne ADS.
    Bei mir hat das eine sehr gegenteilige Wirkung gehabt und alles wurde noch viel schlimmer.
    Der Grund liegt darin, dass viele Verhaltensweisen bei Tiefenpsychologen zu falschen Schlüssen führen und dann treibt man den Teufel mit dem Beelzebub aus und das kann nicht funktionieren...

    Eventuell wäre es vielleicht einen Gedanken wert, sofern das nicht schon geschehen ist, nochmal zu versuchen in eine Klinik, die auf ADHS spezialisiert ist zu kommen.

    Bei mir war das der Fall und das hat deutlich mehr gehofen.

    Jana Meyer schreibt:
    Deshalb wurde er auf Cipralex umgestellt.
    Das Medikament wirkt wohl zu seiner Zufriedenheit.
    Er findet es wohl für sich selbst irgendwo gut, dass ihm so vieles egal ist.
    Weil ich seine Meinung nicht teile, bin ich mit zu einem seiner Gesprächstermine bei seinem behandelnden Arzt gegangen.
    Dieser teilte mir mit, dass das Egalsein bei der Behandlung der Depressionen gewünscht sei.
    Ja, ... das ist so und das ist so eine Sache für sich ...
    Einerseits ist das in der Tat erwünscht, denn es unterbricht die negativen Gedankenkreise und stoppt generell negatives Denken, aber die "Nebenwirkungen" dieses Denkens sind dann natürlich auch nicht zu verachten.
    Ist sein Thera denn wenigstens ADHS-kundig? (was soviel bedeutet, dass er deutlich mehr davon versteht, als man in der Apotheken Umschau darüber lesen kann, was ich einem Großteil von Therapeuten mal ein wenig unterstelle ....)

    Antidepressiva mit MPH sind eine durchaus gängige und oftmals wirkungsvolle Medikation.
    Welches dabei die richtige Kombination ist, ... das ist eine ganz andere Frage.

    In der ADHS-Klinik (Bad Bramstedt) hat man versucht, mich auf Venlaflaxin mit MPH umzustellen, was eigentlich eine sehr gängige Kombi ist, aber das hat bei mir gar nicht funktioniert .. totale Reizoffenheit war die Folge.

    Allerdings kommt bei mir zum Tragen, was Du auch weiter oben schon beschrieben hast, nämlich das MPH zwar positiv auf ADHS wirkt, aber bei Autismus das Gegenteil bewirkt.
    Die autistischen Anteile werden dadurch verstärkt, ich merke das selber auch, dass es mich sehr in meine innere Welt zieht, aber ich bekomme dadurch auch eine innere Ruhe, die ich bis dato nicht kannte.
    Das ist eine Gratwanderung, in der man einen sauberen Kompromiss finden muss, das ist bei mir recht gut gelungen würde ich sagen.
    Das aber nur nebenbei, weil Du das weiter oben mal angesprochen hast.

    Was ich sagen möchte ist, dass es für Deinen Mann vielleicht dennoch einiges an Perspektiven geben kann, was sein Wohlbefinden und damit auch den Einfluss und die Mitwirkung in der Familie betrifft.
    Das müssen keine Welten sein und das kommt ajuch nicht von heut auf morgen, aber vielleicht fehlt da nur die unterstützende Hand eines fachkundigen Arztes und Therapeuten.
    Und auch, bzw. gerade in Sachen Medikation macht es Sinn, da mal eine Klinik rauszusuchen, die speziell für ADS'ler ausgerichte Stationen, also Therapeuten und Ärzte hat.

    Liebe Grüße
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein (21.03.2013 um 15:54 Uhr)

  4. #24
    Lysander

    Gast

    AW: Erwachsener Sohn mit ADHS und Asperger

    [QUOTE=Indigowoman;336945

    Weißt du, was ich den Eindruck habe? Das da noch mehr ist. Irgendwas muss im Leben - vielleicht in der Kindheit - deines Mannes vorgefallen sein, dass er so totatl kaputt ist. Das mit den vielen Depressionen, die stationär behandelt werden müssen, hat eine tiefere Ursache als die Krankheit. Ich habe ja selbst ADS (ohne Hyperaktivität), war früher selbst immer so gereizt durch die Leistungsanforderungen im Beruf, denen ich kaum nachkommen konnte, aber depressiv war ich selbst in den stressigsten Zeiten nicht. Auch wenn ich stark zum Rückzug neige, um mich zu sammeln und neue Energie aufzuladen.

    Durchhalte-Grüße von Indigowoman[/QUOTE]

    hallo Indigowoman,

    ist Dir bekannt, dass viele AD(H)Sler, wenn nicht sogar die meisten, eine Depression entwickeln? Das beruht oft gar nicht auf ein bestimmtes einzelnes Kindheitstrauma. Wenn Du keine Depressionen hast, kann man Dich nur beglückwünschen, aber das kann man nicht verallgemeinern. Man braucht nur ein bisschen in diesem Forum zu stöbern, um zu erkennen, dass sehr sehr viele AD(H)Sler damit zu kämpfen haben. Und ob und inwiefern bei Janas Mann ein Kindheitstrauma vorliegt, kann nur ein Facharzt/ Therapeut feststellen. Dem sollte man das überlassen. Die Depressionen von Nicht-ADSlern sind auch meistens völlig anders ausgeprägt, als die von ADSlern. "Irgendwas muss im Leben ... Deines Mannes vorgefallen sein" ist orakeln und Hobbypsychologie.

  5. #25
    Lysander

    Gast

    AW: Erwachsener Sohn mit ADHS und Asperger

    Hierzu eine Info vom Facharzt:Depressionen und ADS/ADHS

  6. #26
    Indigowoman

    Gast

    AW: Erwachsener Sohn mit ADHS und Asperger

    Hallo Lysander,

    danke für die Info. Aber das könnte man genauso gut bei allen psychischen Erkrankungen sagen, dass die Betroffenen irgendwann - allein durch das ständige Auffallen, Anecken und die vielen Misserfolge - zwangsläufig eine Depression entwickeln. Nein, Janas Mann kann durchaus auch aufgrund seiner Krankheit und "Andersartigkeit" depressiv geworden sein. Aber diese von starken Emotionen begleiteten Ausfälle, wo er sich immer wieder "abseilt" (und Jana die Familienbetreuung überlässt), die haben doch noch eine andere Dimension.

    Tut mir leid, ich will nicht orakeln. Aber ich kenne ganz viele Menschen mit psychischen Störungen (mit Normalen habe ich kaum zu tun), daher habe ich ein Gespür für bestimmte Sachen. Ich unterhalte mich auch viel mit den Leuten darüber. Nur rumphilosophieren tue ich nicht.

    Übrigens kenne ich auch sehr ermutigende Fälle von Leuten mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen, die keine so gute Kindheit und wenig Unterstützung hatten, und trotzdem ihren Mut und ihre Fröhlichkeit nicht verloren haben. Du solltest sie mal sehen, wenn sie sich unter Freunden treffen. Die haben eine unglaubliche Ausstrahlung! Ich habe auch schon oft darüber nachgegrübelt, warum eine schlechte Disposition (Krankheit) und schlechte Erlebnisse im Leben die einen zerbrechen lassen, und andere trotzdem ihre Ziele verfolgen und sich verwirklichen. Aber ich komme da auf kein Ergebnis. Ich habe letztes Jahr in einem Zeitschriften-Artikel gelesen, dass es für dieses Phänomen ein neues Wort gibt: Resilienz.

    Indigowoman

  7. #27
    Lysander

    Gast

    AW: Erwachsener Sohn mit ADHS und Asperger

    Du hast es leider nicht verstanden. Die komorbiden Störungen der ADSler verlaufen in den meisten Fällen anders als beim Nicht-ADSler.Aber davon abgesehen: du kennst Janas Mann nicht und bist noch lange keine Fachfrau, nur weil Du ein Gespür zu haben glaubst. Ich habe auch schon viele Bäume gesehen und bin deshalb noch lange kein Förster.
    Geändert von Lysander (19.04.2013 um 19:16 Uhr)

  8. #28
    Indigowoman

    Gast

    AW: Erwachsener Sohn mit ADHS und Asperger

    Jetzt schreiben wir uns gerade über zwei Foren.

    Woher glaubst du denn zu wissen, was ich verstehe?

  9. #29
    Jana Meyer

    Gast

    AW: Erwachsener Sohn mit ADHS und Asperger

    Hallo,

    Mein Sohn schreibt gerade sein Physik-Abi nach.

    Drückt ihm bitte alle Daumen, die ihr habt.

    Hoffentlich ist er nicht zu aufgeregt, kann sich gut konzentrieren und liest die Aufgabenstellungen gut durch.

    Danke fürs Lesen
    Jana

  10. #30
    Indigowoman

    Gast

    AW: Erwachsener Sohn mit ADHS und Asperger

    Einen Daumendruck von mir hat er schon mal.

    Ich hoffe, dass er es wirklich schafft. Dann kann er stolz sein, nach dem Stress ruhiger werden, hat gute Zukunftsaussichten und du eine Sorge weniger. Hat er etwas gesagt, dass er nach dem Abitur erstmal eine Auszeit nehmen will (Reise, Praktikum)? Das machen viele.

    Grüße
    von Indigowoman

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