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Diskutiere im Thema Dr.Jekill + Mr. Hyde - wieso lügt mein Sohn (21) ? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Spasslernen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.331

    AW: Dr.Jekill + Mr. Hyde - wieso lügt mein Sohn (21) ?

    Ausreden wohl deshalb, weil situativ zu viel läuft, bride und "Kritik" verletzt. Meine Ma hat mir angeblich immer angesehen, das ich just for fun, gerade gelogen habe, da

    war ich zwischen sieben und 18 Jahre alt und .. ich wußte damals, das sie viele meiner Notlügen nicht sehen konnte, in einigen Lebensphasen hatte ich viel zu viel zu erledigen

    und habe mir lieber von Freundinnen und Freunden helfen lassen, als von meiner Ma ... damals hatte ich keinen Nerv auf "Gardinenpredigten".

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 65

    AW: Dr.Jekill + Mr. Hyde - wieso lügt mein Sohn (21) ?

    Hi Zoppotrump,
    ich bin da ganz bei dir. Sein Freund (relativ frisch Vollwaise geworden) sucht allerdings selbst noch seinen Weg. Es gibt keine anderen Freunde auch keine Freundin. Niemanden. -

    Und glaube mir eins: es ist so schwierig keine Gardinenpredigten abzulassen, wenn dein Gegenüber nur Sekundenweise erreichbar ist, in der anderen Zeit Dinge tut, die nicht nur ihm schädlich sind (z.B. nicht zum Ausbildungsplatz gehen).

    Versuche mal jemanden positiv zu unterstützen, der - im Sinne der "normalen Welt" - nur echt schädlichen Blödsinn macht (Handyverträge, die unbezahlbar sind abschließen und noch nicht mal für sich selbst, sondern für irgendeinen Kumpel ......).

    Er baut sich selbst ständig ein neues Problem auf. Damit wird natürlich alles zu viel.

    Ich würde ihn so gerne mal aus vollem Herzen loben. Die Frage wäre: für was?

    Die Aussenwelt lobt ihn nicht, unterstützt ihn nicht und redet nicht mit ihm, die sieht einen jungen Erwachsenen, der gefälligst wissen muss was er tut.

    Ich habe auch keinen Bock darauf der Dauer-Therapeut zu sein. Er hat aber keine Zeit selbst einen Termin auszumachen, weil er keinen Zeitplan hat und ihn morgens schon der Stress anfällt, weil er abends mal den Müll raustragen soll.

    Und ich würde alles dafür tun, wenn er endlich mal ein Mädel hätte, die ihn nicht ausnutzt und nicht auslacht, sondern ihn so akzeptiert wie er ist und ihm zu hört. - Dasselbe gilt natürlich auch für einen richtigen Freund. Her damit, wenn es die gibt !

    LG
    Bride

    P.S. Und rauswerfen, was gerne vorgeschlagen wird, halte ich für den falschen Weg. .....

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Dr.Jekill + Mr. Hyde - wieso lügt mein Sohn (21) ?

    Hi Bride,


    am Liebsten würde ich jeden einzelnen Satz aus Deinem Posting zitieren und Dir damit recht geben und was dazu schreiben.

    Denn was Du beschreibst ist nahezu lehrbuchmäßig ADHS und zeigt nur zu deutlich das Leid, dass es verursacht

    Und genau deswegen würde ich mir wünschen, dass möglichst viele Deine Postings lesen, weil es so gut zeigt, wie sehr auch ganz besonders Angehörige darunter leiden, die helfen wollen und hilflos sind.

    Viele ADHS'ler selber merken gar nicht, wie sehr ihre Angehörigen darunter leiden, während sie selber eher nicht so bewusst darunter leiden, zumal sie das Problem selber auch (noch) gar nicht wahrnehmen (können).

    Es wird noch ein wenig dauern, bis er das wahrnimmt/ wahrnehmen kann.
    So ab Anfang Dreißig wird es den meisten gewahr ...
    Ist Dir kein Trost, ich weiß, aber ich wollte es gerne anmerken, besonders weil Dein Thread hier zeigt, wie sehr die Angehörigen mit leiden.

    Bride schreibt:
    Die Aussenwelt lobt ihn nicht, unterstützt ihn nicht und redet nicht mit ihm, die sieht einen jungen Erwachsenen, der gefälligst wissen muss was er tut.
    Besonders dieser Satz zeigt nur zu gut, wie es ist.

    Und die Außenwelt kann auch nicht einmal was dafür.
    Viele werfen es den Anderen vor, dass sie intolerant sind und ADHS'ler nur in "ihre Norm", "ihr Schema" etc. pressen wollen, aber man muss halt auch sehen, dass es die meisten (eben ca. 95%) der Menschen einfach können und verstehen nicht, dass es Menschen gibt, die das nicht können.
    Noch dazu gegen besseres Wissen.
    Für sie ist es normal und sie können weder sehen noch verstehen, warum man so etwas einfaches einfach nicht können sollte.
    Das ist kein Vorwurf, weil sie es eben einfach nicht können.

    Was ich an dieser Stelle sagen möchte ist:
    Ich bewundere Dich!
    Für Dein Verständnis, Deine Versuche Dich einzufühlen und in seine Welt einzudenken und wie Du beschreibst, dass sowohl Dein Sohn, als auch sein Vater betroffen sind ....
    Da kann man nur seinen Hut ziehen.

    Das hilft Dir im Moment nicht, aber dennoch denke ich, dass ich Dir diese Anerkennung trotzdem zu teil werden lassen möchte, denn das ist eine Leistung, die ich mir gar nicht vorstellen kann, wie viele von uns nicht.


    Ich habe auch keinen Bock darauf der Dauer-Therapeut zu sein.
    Das solltest Du auch nicht sein.
    Zum Einen weil es Dich ungemein belastet, denn es ist eine Extraleistung, die Du neben Deinem Alltag zusätzlich aufbringen musst und zum Anderen, weil es langfristig nicht funktionieren kann.
    Irgendwann wird er sein eigenes Leben führen müssen.

    Möglicherweise (oder zutreffender: Wahrscheinlich) wird es aber ohne fremde Hilfe nicht gehen.
    Ein, wie auch immer geartetes, Coaching wird ihm bleiben.
    Das kann und darf aber nicht dauerhaft Dein Job sein.
    Zumindest nicht ausschließlich Deiner.

    Er hat aber keine Zeit selbst einen Termin auszumachen, weil er keinen Zeitplan hat und ihn morgens schon der Stress anfällt, weil er abends mal den Müll raustragen soll.
    Das ist ebenfalls so eine typische Problemlage bei ADS'lern, das Zeitmanagement.
    ADS'ler leben im Moment, haben kein oder nur kaum Zeitgefühl, sind wie man so schön analog zum Farbensehen sagt: Zeitblind.

    Es nützt aber nichts, er muss Wege finden, damit, zumindest in Grenzen, klarzukommen.

    Aber es kann nicht Dein Job sein, ihm all das allein beizubringen.

    Mir geht es ähnlich, was die Zeitplanung angeht.
    Zwei Termine am Tag und ich drehe am Rad, gerate aus der Fassung und verliere den Überblick.

    Ich habe daher möglichst feste Pläne und eine saubere Terminplanung.
    Vor allem drei Dinge gehören so fest zu mir, als wären sie an mir festgewachsen:
    Ein Tagesplaner, in dem jede Aktivität steht, die für diesen Tag vorgesehen ist und sobald diese Tätigkeit beendet ist, wird sie mit einem grünen Stift abgehakt.
    (Das ist in eine Folie eingelegt, so dass ich es immer wieder abwischen und weiternutzen kann).

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	ADS_Helferlein_01.jpg
Hits:	44
Größe:	104,2 KB
ID:	7577
    (Ich hoffe, man kann noch genug erkennen, ich musste die Datei verkleinern ...)

    Der Grund ist nicht nur, es nicht zu vergessen und Struktur zu haben:
    Es lobt mich!
    Der grüne Haken sagt mir: Du hast es getan!
    Eine kleine Belohnung, aber eine Belohnung.

    Nach einer bestimmten Anzahl von fertigen Arbeiten gibt es eine weitere kleine Belohnung.
    In meinem Fall mein Lieblingskaffee oder ein Stück meiner Lieblingsschokolade.
    Das ist nur eine Kleinigkeit, aber wenn ich es nicht geschafft habe, gibt es das nicht.
    Das ist direkt mit der Tätigkeit gekoppelt.

    Wir haben ein defektes Belohnungssystem, also muss die Belohnung und die damit verbundene Motivation von extern kommen.
    Und sie muss direkt kommen, Aufschub geht nicht, das macht uns Angst.
    Dinge, die (für uns) in der Ferne liegen, erzeugen bei ADS'lern ungute, meist angstähnliche Gefühle.

    Weiterhin habe ich ein A5-Ringbuch, in dem auch ein eigener Kugelschreiber steckt und einen Buchkalender, ebenfalls mit einem Kugelschreiber bestückt bei mir.

    Das ist mein Gedächtnis.
    Das Ringbuch und den Kalender habe ich immer dabei.
    Das Aufgabenblatt liegt an meinem Arbeitsplatz im Arbeitszimmer, an einem immer festen Platz, der auch sonst von nichts vollgestellt wird.

    (Meine Frau meinte es mal gut und dachte, es wäre eine gute Idee, mir Zettel auf die Computertastatur zu pappen ... mit der Konsequenz, dass ich zuerst aber etwas am Rechner zu tun hatte, den Zettel also beseite legen musste und somit auch gleich vergessen habe.
    Immer die selbe Stelle, immer die selben Rituale.
    (Ja, .. das ist sauschwer und funktioniert nicht bei jedem, aber Struktur ist für uns eben sehr wichtig) )

    Andere mögen darüber lachen, sollen sie, sie haben nicht meine Probleme, aber mit diesen Hilfsmitteln klappt einiges besser.

    Der Buchkalender hilft mir, die Zeiträume im wahrsten Sinne sichtbar zu machen.
    Dort steht, wann ein Termin ist und wie lange er voraussichtlich dauern wird.
    So kann ich mir Zwischenräume schaffen, die ich auch dringend brauche, aber ich kann es halt sehen.
    Das ist (mir) ganz wichtig.
    Für mich wird die Zeit so sichtbar.
    Fühlen kann ich sie nach wie vor nicht, aber es nimmt mir etwas den Streß.

    Dazu habe ich ein Handy mit Terminfunktion, das mich rechtzeitig erinnert, wenn etwas anliegt (jetzt z.B. muss ich los, meine Frau von der Arbeit abholen ... ich hätte es sonst garantert vergessen .... )

    Das sind kleine Helferlein, die über den Tag hinweg eingestreut, mir immer und überall ein wenig weiterhelfen.
    Es sind sozusagen meine kleien "Prothesen", so wie ein Rollstuhl ein Hilfsmittel zur Fortbewegung ist.
    Er ersetzt das Gehen nicht, aber er ist eine Möglichkeit sich alleinverantwortlich, mit weniger Hilfe selber fortzubewegen.

    Ohne externe Hilfe geht es nicht, aber es ist eine Hilfe und Entlastung für alle Seiten.

    Das sind nur drei kleine Beispiele und es gibt noch viele mehr.

    Mein Vorschlag wäre, entweder einen Therapeuten heranzuziehen oder sogar, das würde ich vorziehen, im rahmen einer Reha einen Aufenthalt in einer Fachklinik wie z.B: in Bad Bevensen oder Bad Bramstedt ins Auge zu fassen.

    Dort lernt man viele dieser Dinge.

    Es wird auch danach nicht ohne fremde Hilfe gehen, aber es ist noch einiges möglich, was Euch helfen und entlasten kann, da bin ich sicher.

    P.S. Und rauswerfen, was gerne vorgeschlagen wird, halte ich für den falschen Weg. .....
    Ich auch!

    Liebe Grüße
    Marcus

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 65

    AW: Dr.Jekill + Mr. Hyde - wieso lügt mein Sohn (21) ?

    Hallo Fliegerlein,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Ich bin mir sicher, ich werde sie noch des Öfteren durchlesen.
    Für mich ein Fundus an guten Ideen. Einige davon hatten wir schon versucht, aber die waren bestimmt zu umständlich (ähnlich wie die Zettelchen am Computer )

    Deine Tricks sind einfacher - also einfacher umzusetzen. Ich werde sie meinem Sohn vorschlagen. - Es ist ja nicht so, dass er nicht zuhört, das langfristige Umsetzen ist schwierig.
    LG
    Bride

    P.S. ich gebe zu, dass ich im Moment bißchen nah ans Wasser gebaut bin. - Ich habe mir das doch auch alles ganz anders vorgestellt. ..... Deswegen besonderen Dank für deinen Zuspruch.
    Geändert von Bride (16.01.2013 um 14:36 Uhr)

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 303

    AW: Dr.Jekill + Mr. Hyde - wieso lügt mein Sohn (21) ?

    Hi Bride,

    musste vorher lachen als ich las dein dein Sohnemann schon morgens die Kirse bekommt wenn er Abends den Müll rausbringen soll; kenn das Problem zu gut...

    Seit dem ich jetzt seit Neujahr aufgehört hab zu kiffen, will mir gar nichts mehr gelingen. Früher konnte ich die Sachen leichter erledigen weil ein Joint nach jeder erledigten Arbeit auf mich gewartet hat (und so scheiße es klingt die Kifferei ruhe und "struktur" in meinen Verstand gebracht hat) mit dem ich mich belohnt habe. Nun das fällt jetzt weg und es fällt mir nur noch schwer die Dinge umzusetzten. Ein Kaffee oder ähnliches kannst du dir vorstellen ist nach 8 Jahren konditioniertem Drogenmissbrauch keine Anregung für mich meinen Arsch hochzubekommen.

    Bin jetzt seit vier stunden wach und ich habe es erst geschafft mich zu duschen und was zu frühsstücken.... -.-
    EIgentlich wollte ich grad mein Zimmer aufräumen aber habe dann deinen Beitrag gelsen und beschlossen, dass das ne wilkommen Ablenkung ist xD

    Naja genug rausgezögert ich versuche mal weiter aufzuräumen

    Ich halte dich auf dem Laufenden

    LG Chokmah

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Dr.Jekill + Mr. Hyde - wieso lügt mein Sohn (21) ?

    Bride schreibt:
    Für mich ein Fundus an guten Ideen.
    Das freut mich.
    Ich hatte schon befürchtet und vergessen anzumerken, dass ich jetzt hoffentlich nicht allzuviel Murks gerschrieben habe, den Du vielleicht sowieso schon kanntest, schließlich hast Du ja schon einiges an Erfahrung.

    Einige davon hatten wir schon versucht, aber die waren bestimmt zu umständlich (ähnlich wie die Zettelchen am Computer )
    Ja, .. das kenne ich leider auch.
    Tatsächlich zieht hier das "keep it simple"-Prinzip am besten.
    Es soll ja eine Entlastung sein, keine zusätzliche Belastung.

    Deine Tricks sind einfacher - also einfacher umzusetzen. Ich werde sie meinem Sohn vorschlagen. - Es ist ja nicht so, dass er nicht zuhört, das langfristige Umsetzen ist schwierig.
    Das ist ein wichtiger Punkt.
    Ich würde damit auch wahrscheinlich wieder aufhören, wenn ich nicht die Hilfe von außen hätte.
    Nicht, weil ich das nicht tun möchte ... ich würde es einfach vergessen.
    Schwer sich sowas vorzustellen, ich weiß, aber es ist leider wirklich so.

    Natürlich möchte ich nicht, dass meine Frau für mich mitdenkt, aber ganz ohne geht es eben nicht.
    So haben wir zumindest ihren Anteil auf das mindest mögliche runtergeschraubt.
    Ihre zusätzliche Last ist nicht so groß und für mich ist es auch gut für das Selbstwertgefühl.

    Wichtig ist, ihm nicht allzu viel abzunehmen, sondern ihn mit in die Verantwortung zu nehmen.
    Zum Beispiel einen Therapeutentermin zu machen.
    Mach es nicht für ihn, aber vielleicht durchaus mit ihm.
    Setz Dich mit ihm hin, suche mit ihm Adressen raus, lass ihn anrufen.
    Wenn er Fragen hat und unsicher ist, kannst Du ihm helfen, machen sollte aber er es.

    Oft genug ist es so, dass ADS'ler sich die Gefühle der anderen sozusagen "ausleihen".
    Vieles können sie einfach, oder zumindest besser, wenn eine ihnen nahe stehende Person einfach nur bei ihnen ist.
    Das geht mir genauso.
    (Das wurde auch mal sehr schön von Martin (web4health) in seinem Blog beschrieben, ich müsste das raussuchen ... aber da war es sogar fast genau so formuliert, mit dem "Gefühle ausleihen")

    P.S. ich gebe zu, dass ich im Moment bißchen nah ans Wasser gebaut bin. - Ich habe mir das doch auch alles ganz anders vorgestellt. ..... Deswegen besonderen Dank für deinen Zuspruch.
    Gerne.
    Ich kann mir das gut vorstellen, denn ich sehe auch, was für eine Last ich oft genug für meine Frau bin ... das kann schon manchmal sehr weht tun, so etwas wahrzunehmen.
    Von daher weiß ich, was das für Dich bedeutet, das alles so mit zu tragen.

    Das ist echt keine leichte Nummer.

    Was die Langfristigkeit angeht:
    Leider ist es tatsächlich so, dass es immer eine Arbeit bleiben wird.
    Einiges wird sich nicht automatisieren.
    Eben weil man es einfach wieder vergisst, immer wieder.

    Liebe Grüße
    Marcus

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Dr.Jekill + Mr. Hyde - wieso lügt mein Sohn (21) ?

    Hallo Brigitte,

    wie sieht es in Deiner Gegend eigentlich mit Selbsthilfegruppen aus?

    Wobei es immer ein bisschen prekär ist, wenn der Betroffene und ein Elternteil dort sind.

    Aber vielleicht hat oder gewinnt er Interesse, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

    Gibt ja viele, die davon sehr profitieren.

    Gleiches gilt genauso für Foren wie dieses.

    Kannst Du ihn für so etwas begeistern?

    Liebe Grüße
    Marcus

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 65

    AW: Dr.Jekill + Mr. Hyde - wieso lügt mein Sohn (21) ?

    Hi Marcus,
    ist leider schwierig ihn dafür zu begeistern.

    Im Sommer letzten Jahres schaffte ich es ihn zu einem Erwachsenen-Coaching zu überreden. Von 12 x hat er m.W. auch an 10 x teilgenommen. .... Dann war ihm das einfach zuviel.

    Er hat dabei zumindest gelernt, dass er nicht allein ist. Und was ihn sehr überraschte, dass es Menschen mit denselben Problemen gibt, wie er sie hat. ... Es hat ihn m.E. "geöffnet" für weitere Unterstützung, aber wie gesagt: er will in keine Therapie und für dieses Forum kann ich ihn gar nicht begeistern. (Er liest und schreibt sehr ungern)

    LG
    Bride

  9. #19
    nervenkostüm

    Gast

    AW: Dr.Jekill + Mr. Hyde - wieso lügt mein Sohn (21) ?

    @bride
    seufz, ich verstehe dich so gut.... man sitzt als angehörige zwischen 2 stühlen. auf der einen seite versucht man zu verstehen, nimmt einiges im kauf, was man bei nem stino nicht machen würde, möchte helfen und lösungen finden.
    die andere seite ist die, dass man seine grenzen hat und grenzüberschreitungen nicht akzeptieren möchte. denn auch wenn wir über die erkrankung bescheid wissen, tut es dennoch weh, wenn wir wissen, da wurden wir wieder und wieder belogen, tut es weh, wenn man beleidigt und beschimpft wurde. und wir sagen uns:NEIN, so nicht mehr.
    und in dem moment wo wir es aussprechen wissen wir, das nächste chaos ist vorprogramiert.
    also, was tun?! ein innerer kampf...

    und im endeffekt ist es egal, wofür man sich entscheidet, beides tut weh.
    ich hab bei meinem ex oft den mund gehalten, auch wenn ich wusste, hey, der belügt mich grad. das wissen darum tat weh, aber auch das wissen darum, dass er sich grad in die schei...e reisst.
    das letztemal machte ich den mund auf, es kam zum streit, er beleidigte mich, ich zog mich zurück, weil ich nicht mehr so mit mir sprechen lasse, dies sagte ich ihm auch und das endergebniss? seid 3 wochen nix mehr gehört. von seiner schwester weiss ich, dass er meint, ich müsse einen schritt auf ihn zu gehen, ich solle nicht so stur sein, schließlich habe ich ihn ja mit meinen fragen angenervt. ein erkennen und eine einsicht, dass er eindeutig, mit seinen beleidigenden worten eine grenze überschritten hat, gibt es nicht.
    und ich vermisse ihn, jeden verdammten tag. es tut weh. aber mich melden? nein, denn dann lernt er es nie, dass auch wir als angehörige, bei aller liebe, unsere grenzen haben.

    ich glaube einfach, solange sie nicht erkennen, was ihre krankheit wirklich bedeutet und das sie auch aktiv mit dran arbeiten müssen, sind wir als angehörige hilflos.

    @fliegerlein
    du hast so super denkanstösse hier gegeben und ich finde es so toll, wie du den alltag organisierst, aber auch zulässt, dass dir geholfen wird.
    nur was tun, als angehöriger, wenn man egal was man macht, auf granit stösst?

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Dr.Jekill + Mr. Hyde - wieso lügt mein Sohn (21) ?

    nervenkostüm schreibt:
    @fliegerlein
    du hast so super denkanstösse hier gegeben und ich finde es so toll, wie du den alltag organisierst, aber auch zulässt, dass dir geholfen wird.
    nur was tun, als angehöriger, wenn man egal was man macht, auf granit stösst?
    Das ist eine wirklich gute Frage.
    Offengestanden weiß ich es nicht und bin genauso rat- und hilflos.

    Ich sehe selbst hier bei mir, dass immer noch genug Baustellen bleiben und ich trotzdem auch eine Belastung für meine Frau und meine Umwelt bin.

    Aber ich sehe, dass viele dieser kleinen Helferlein mir gut tun und der Erfolg lässt mich dann auch weiter machen.
    Es verbessert vieles, auch wenn vieles noch im Argen bleibt.

    Ich wünschte, ich hätte eine Idee, wie ich Euch in dieser Situation helfen könnte.
    Aber ich bin da echt überfragt.
    Ich kann nicht sagen, was anders ist, dass einiges hier funktioniert.
    Bei einigen Sachen ist das auch lange nicht so, es gibt vieles, gegen das auch ich nicht ankomme.

    Ich denke, sehr wichtig sind kleine Schritte.

    Das ist ein toller Spruch, ich weiß und als mir der das erste Mal in einer Reha-Klinik (in der man von ADHS nichts verstand) gesagt wurde, stand ich auch nur da und fragte mich:
    "Na toll, ... machen sie kleine Schritte ... Wie? In welche Richtung? Wie geht das?"
    Ich wusste das alles nicht, konnte mit diesem Satz überhaupt nichts anfangen.

    Erst in Bad Bramstedt habe ich gelernt, was sich dahinter verbirgt, was es bedeutet und wie es funktioniert.

    Dadurch bekommt man das ADS nicht weg und wie gesagt: Ich habe noch viel zu tun, bin noch immer arbeitsunfähig (was aber auch sehr an den Komorbiditäten liegt, die man sich eingefangen hat, wenn man in späterem Alter gegen die Wand gerannt ist ...).

    Tja ... viel Text, wenig Hilfe ... ich weiß.


    Der Haken ist natürlich, dass syndrom- und erfahrungsbedingt die Motivation schon sehr im Keller ist, und das bei einem Menschenschlag, der ohnehin sehr zu Schwarzweiß-Denken neigt.

    Ich würd mir wünschen, dass hier der oder die ein oder andere eigene Erfahrungen beitragen kann.

    Ich werd selber auch noch mal in meine Unterlagen schauen und sehen, ob ich was finde.

    Aber letztlich zählt immer, dass der Betroffene auch mitzieht.


    Was ich auf jeden Fall sagen kann ist, dass meine Frau mir immer damit geholfen hat, dass sie mir nichts wirklich abgenommen hat, mir immer zur Seite steht, aber mich machen lässt.

    So arbeiten m.W. nach auch Coaches.
    Außer natürlich bei Dingen, die ich eben wirklich nicht kann, auch das ist ok.
    Aber zumindest will ich es versuchen.
    Kann ich es ohne Hilfe = Super
    Kann ich es, aber mit Hilfe =Auch Ok
    Kann ich es nicht, habe es aber versucht, lerne ich es zu akzeptieren, und dann ist auch das ok.

    Einen Rollstuhlfahrer (sorry, ich greife solche Beispiele immer gerne als Metaphern auf, einfach weil wir dabei auch ein tatsächliches Bild vor Augen haben, das man bei einem Menschen mit psychischen Erkrankungen so nicht so recht haben kann) zum Beispiel, wird man anleiten, sein Fahrgerät selber zu manövrieren und zu lernen, möglichst viel selber damit zu können.
    Deshalb wird er nicht die Treppe runter gehen und eine Kiste Cola hoch holen können.
    Aber er kann lernen, aus eigener Kraft zu fahren und sich nicht überall hin schieben zu lassen.
    Einige Dinge gehen, andere mit Hilfe und wieder andere eben nicht.

    Es ist nur sehr schwer zu sehen, welche Dinge welche sind und zugegeben, ohne das Zutun des Betroffenen, wird das alles nichts.

    Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie viel Kraft und Geduld so etwas kosten kann und leider weiß ich nicht, was man tun kann.
    Leider habe ich selbst in der Klinik erlebt, dass Leute gehen mussten, weil es einfach keinen Zweck mit ihnen hatte, man keinerlei Zugang zu ihnen finden konnte.
    Aber ich denke, das sind Ausnahmefälle.
    Aber möglich ist auch das.

    Wenn man Ihr diejenigen seit, die dabei auf der Strecke bleiben, kann das auch nicht gut sein.



    Liebe Grüße
    Marcus

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