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Diskutiere im Thema Ich möchte helfen und weiß nicht, wie... im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 2

    Ich möchte helfen und weiß nicht, wie...

    Hallo liebe Betroffene und Angehörige,

    ich bin die Tante eines diagnostizierten ADHS´ler und Ersatzmutti eben für diesen...
    Diagnostiziert wurde mein Neffe im Alter von 9 Jahren, jetzt ist er 20 und hat jede Behandlung abgebrochen, obwohl er weiß, dass ihm das nicht unbedingt zum Vorteil verhilft...

    Er bekommt einfach nichts alleine auf die Reihe, seien es Anträge stellen oder Bewerbungen schreiben. Stellt sich ein Misserfolg ein, was bei Bewerbungen ja durchaus vorkommt, wird er aggressiv und alle Anderen, aber niemals er selber haben Schuld...

    In letzter Zeit nimmt er vermehrt Drogen, er meint das holt ihn runter, aber dadurch leidet sein Job und er sieht die Fehler wieder bei uns, nie nicht bei sich selber...

    Heute gabs den großen Knall. Er lebt z.Z. bei mir und meiner Mutter, da seine eigene Mama schwer erkrankt ist. Nun hat er heute verschlafen (das habe ich auch schon mal, ist ja kein Drama), aber er hat ein sehr großes daraus gemacht und am Ende fast meine (schwer an Osteoporose erkrankte) Mutter geschubst. Wäre ich nicht dazwischen gefahren (ich sitz im Rollstuhl), dann hätte das sicher eine Menge gebrochener Knochen bedeutet...
    Ich möchte jetzt nicht widerholen, was er uns alles an den Kopf geworfen hat, aber ich hab am Ende geheult und er hat sich gefreut...*das ist kein Spruch, er hat das wirklich genossen*

    Er ist jetzt erst mal wieder bei seiner Mama, aber ich weiß jetzt schon, dass er in den nä. Tagen wieder vor meiner Tür steht und Obdach sucht...

    Was kann ich verflixt nochmal unternehmen, dass er sein ADHS annimmt und endlich mit den Drogen aufhört? Ich bin wirklich verzweifelt, er ist eigentlich ein smarter junger Mann und sehr Höflich und nett, aber in letzter Zeit dreht er nur noch am Rad...

    Er selbst nennt das übrigens "Reizüberflutet"... Das glaube ich ihm ja auch, aber wenn er dann vor laufender PS3 mit dem IPhone spielt und gleichzeitig noch telefoniert...

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.207

    AW: Ich möchte helfen und weiß nicht, wie...

    Liebe Tante eines 20-jährigen ADHS-lers,

    das ist wirklich eine schwierige Sache - das Erwachsenwerden eines ADHS-lers, vor allem wenn er schon
    medikamentös behandelt wurde und mit Schlag 18 die Auffassung hat, er müsse sich nicht mehr behandeln
    lassen. Man hat ja kaum Verbündete, weil Lehrer, Lehrherren ode -damen, Mitarbeiter im Arbeitsamt, in
    Einrichtungen, Beratungsstellen (Sucht/Abhängigkeit) den jungen Menschen bestärken, dass er für sein
    Leben selbst verantwortlich ist und nicht mehr auf seine Mutter hören muss. Anderswo können sie sich
    meistens noch zusammenreißen, aber zu Hause wird dann der ganz Frust abgelassen, und Stress haben
    sie ja tatsächlich jede Menge. Und wie Cordula Neuhaus es ausdrückt, die Wörter mit -sicht werden spät
    gelernt (Vorsicht, Rücksicht, Einsicht), der Perspektivenwandel vollzieht sich verzögert und wenn dann
    noch der Haschisch-Konsum dazu kommt, kann man nur noch hoffen.

    Das Buch "Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme" von Cordula Neuhaus habt ihr ja sicher im Haus.
    Ein Team bestehend aus einem Kinderarzt, einer Psychologin, einem Kinder- und Jugendarzt und eine
    Fachärztin für Psychosomatische Medizin haben vor einiger Zeit einen Ratgeber für Jugendliche und
    junge Erwachsene herausgebracht, "myadhs.com." Es wär so vorteilhaft, wenn dieses Buch mit Jugendlichen
    durchgearbeitet werden würde.

    Was könnt ihr den tun? Ihn außer Haus wohnen lassen? Wie ihn überzeugen, dass er zu einer Beratungsstelle geht
    (in der Hoffnung, dass die ein wenig Ahnung haben von ADHS). Was habt Ihr an Eurem Wohnort für Hilfsmöglichkeiten?
    Ihm klarmachen, dass er therapeutische Hilfe braucht? Dass ihr euch schützen müsst.

    Vielleicht könnt ihr euch mal an den Psychologen Dr. Johannes Streif in München wenden (www.therapaed.de).

    Würde er selbst in dieses Forum schauen? -Hier sind viele junge Leute unterwegs, die echt an sich arbeiten.

    Ich wünsche Euch viel Kraft, in dieser Situation ruhig zu bleiben.

    LG Gretchen

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