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Diskutiere im Thema Tips für soziale Kontakte im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 10

    Tips für soziale Kontakte

    Hi. Bitte entschuldigt das ich hier so reinpresche ohne mich vorher vorgestellt zu haben, hab schon einige Zeit passiv hier mit gelesen aber nie eine registrierung in erwägung gezogen, nun aber ists akut und ich kann nicht schlafen.

    Mein Freund ist selbst betroffen (wer hätte das erwartet ), aber wir haben uns unter einander ganz gut arrangiert. Ich merke wenn er sich verrennt, lasse ihn in ruhe, kuschel mit ihm und kann auch mal auf meine Zunge beissen.

    Wenn es dann aber um soziale Kontakte geht wird es haarig. Ich bin sehr harmoniebedürftig und komme mit allen Menschen gut klar. Ich schöpfe meine Lebensfreude daraus und freue mich über (fast) jeden Kontakt mit Menschen, ja auch die vermeintlich "schlechten". Er hingegen eckt fast immer an. Mit allen bekannten, auch seinen. Er hat so eine Art die bei vielen nur einen Overload fabriziert. Wie eine Lavine rollt dann seine Argumentation mit hundertachzig voll in die Gehirne der anderen, wo sie dann wohl so ein lautes unsägliches fiepen verursachen muss. Oftmals hat er Recht und ihm geht es auch meist nur um Gerechtigkeit. Leider hat er dies nicht immer (plädiert für "Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu", möchte aber gerne über andere siegen). Schwierig, vor allem wenn es um Verhältnismässigkeit geht. Um seine Gerechtigkeit gehts ihm trotzdem immer (Mücke-Elefant-Syndrom).

    Heute ist so ein Treffen mit einigen Freunden, mit teilweise unbekannten und teilweise seltsamen Leuten. Ich freue mich darauf.
    Er sich auch.

    Aber, ich hab wahnsinnige Angst das der abend für mich frühzeitig endet, ich mich auf seine Seite stellen muss, selbst wenn er unrecht hat und am Ende nur wieder dicke schwarze Wolken am Beziehungshimmel hängen. Ich grübel schon seit mehreren Stunden, kann nicht schlafen und bin fix und alle.

    Ich komme mit ihm klar, andere, und davon ist mindestens einer heute abend schon angekündigt, nicht.

    Kennt ihr Mittel und Wege die akut helfen, wenn die blöde kuh names eskalation malwieder angetrabt kommt, damit es nicht gänzlich aus dem Ruder läuft und man trotzdem Spass haben kann?

    Ich mache mir echt Sorgen, weil ich halt ein people people bin und da nicht einfach drauf verzichten kann.
    Ich habe mir gedacht wenn man das soziale Umfeld von unserer Beziehung trennt, dann passt das schon. Da war aber der Wunsch der Vater des Gedanken.

    Hoffe ich stosse mit meinen Humöhrchen nicht sauer bei euch auf, aber ich hab die ganz gern zu den Trauerklößchen.
    Werde die Vorstellung nachholen. Wenn ihr mir da trotzdem helfen könntet wär ich euch sehr dankbar. Hoffe ich kann jetzt noch etwas schlafen.

    lg
    Isabällchen

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 10.928

    AW: Tips für soziale Kontakte

    hallo isabaelchlchen


    ich hab dieses problem dass dein freund hat nur bedingt
    ich hab es bei familien angehörigen und oder wenn etwas vorfällt
    und vorallem hab ich es bei fremden


    also wenn ich zb in der grundstimmung schon angespannt bin und wir gehen zb essen
    und die bedienung sagt was falsches usw


    ich geh aus der situation
    spazieren gehen
    oder an einem feinenparfüm richen
    also ich erde mich


    das problem ist nur,wenn er da nicht mit macht bringt alles nichts
    ich bin inzwischen soweit dass ich vieles (meistens) erkenne und auch merke
    was da mit mir passiert und mich nervt es auch..... daher hol ich mich da selbst raus oder
    bitte meinen freund dass wir schnell den ort wechseln

    aber wenn du jetzt zu ihm gehst und sagst "ich hab dir da n paar tipps"
    meinst du er kann sie annehmen?

    ihr könnt einfach nur über die situation reden und er soll sich "einfach raushalten"

    und was die aussage betriefft von den anderen...... na und? ist doch deren problem wenn sie
    n problem mit ihm haben
    mir tun die anderen nicht leid er tut mir leid weil er sich in diese situationen bringt und
    es noch nicht mal böse meint und vorallem weil ich weiß wie sich das anfühlt.....


    sorry aber leider hab ich keine idee wie es besser wird
    es hilft auf dauer nur eine therapie

    und manche menschen muss man manchmal einfach meiden
    weil sie einem nicht gut tun
    dh man geht ihnen bei treffen aus dem weg


    viele grüsse

  3. #3
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Tips für soziale Kontakte

    Hallo isabaellchen,

    ich mich auf seine Seite stellen muss, selbst wenn er unrecht hat
    ... wer sagt denn, dass du das musst?? wenn man Unrecht hat, hat man Unrecht ... ob man ADHS hat oder der Papst ist!

    Und mit oder ohne ADHS: du musst dir keinesfalls das Leben schwer machen lassen!

    Es gibt einen, der nervt, und einen der sich nerven lässt!

    Vielleicht versuchst du, ihn vor dem Treffen zu sprechen:

    Sag ihm klar deine Sorgen, sag ihm, dass es dir schlecht damit geht!
    Sag ihm, dass du jetzt auf seine Hilfe angewiesen bist, damit ihr gemeinsam ein gutes Treffen verbringern könnt!

    Vielleicht versucht ihr vorher, für jeden ein Signalwort für "mir wird es hier zu viel" auszumachen ... vielleicht schafft ihr es, euch gegenseitig die Freiheit einzuräumen, jeweils zu gehen oder zu bleiben: wichtig ist, dass ihr euch mit den Entscheidungen gut fühlt ... alles andere geht auf Dauer nach hinten los!

    Viel Kraft euch beiden und ein schönes Treffen!
    LG, habit

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Tips für soziale Kontakte

    Hallo Isabaellchen...

    Ohne Humor würde der Kloss im Hals ja gar nicht weiterrutschen, gell?

    Ich glaube ich wäre superfroh, wenn mein Partner solche etwaigen Probleme mit mir lieb und ehrlich besprechen würde.
    Manchmal bekommen wir in unserer "Elefant im Porzellanladenlaune" nämlich nicht mit, das unsere Partner genauso darunter leiden, wie wir hinterher.
    Ich schätze, wenn du ihm sagst, das du dich mit diesen Gedanken quälst, so das du sogar nicht schlafen kannst, wird er zuhören, oder?

    Ob wir uns nun ärgern, das uns keiner verstehen will oder unsere Penetranz bezüglich der gerechten Sache als Rechthaberei und Arroganz missverstanden wird..so richtig gut geht es zumindest mir nicht damit. Auch wenn ich die Leute nicht mag, so ist mir doch die Meinung anderer wichtig, irgendwie...

    Wenn ich aber meinem Partner damit den Abend verderbe, so sollte ich das wissen und ich denke ich wäre auch bereit dazu, wenn man vorher eine Art Satz findet, der mich beruhigt und in die Lage versetzt etwas lockeres zu antworten, ohne das irgendwer das mitbekommt, dann mitzumachen.

    Also quasi einen vom Partner mündlich ausgesprochenen Skill, der bei mir, wenn ich schon "in Fahrt" bin, trotzdem noch ankommt, so dass ich mich mit einem freundlichen Satz den Gesprächsteilnehmern gegenüber erstmal aus dem Gespräch zurückziehe. Das macht dich aber zum "Babysitter", nicht gerade ein erfreulicher Job auf einer Party.

    Was mich ärgern würde, ist Mund verbieten, aber mir klarmachen, das ich mich grad mehr ereifere, als nötig, das würde funktionieren, nur die Wortwahl ist eben wichtig und es muss fest verabredet sein, das das dann nicht verhandelbar ist.

    Ich finde es gut, das du hier fragst und ich hoffe sehr, ihr findet eine Lösung

    Auf lange Sicht würde es natürlich besser sein, wenn dein Partner auch daran arbeitet, bzw. erkennt, das es -nicht nur für dich- wichtig ist, manchen Leuten ihre Meinung zu lassen.
    Das ist nämlich gar nicht so leicht, wenn man denkt, man dürfte andere "nicht dumm sterben lassen"...darum finde ich es gut das du so verständnisvoll daran gehst.

    Ich weiss nicht wie oft z.B. ich in meinem Leben von meiner Mutter "denk dir doch einfach deinen Teil" gehört habe....

    *seufz*

    Trotzdem einen schönen Abend und viel Glück dabei

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Tips für soziale Kontakte

    Vielen lieben Dank für eure Antworten und Glückwünsche. Etwas geschlafen habe ich nun und ich find eure Vorschläge super, vor allem das mit dem "safeword". Denke das ich ihm da eine art Rettungsanker bieten kann. Vielleicht hilft ihm ja einfach schon die Gewissheit das es sowas gibt, auf das er zurück greifen kann wenns zu kippen droht. Er selbst ist sich seiner selbst bewusst und hat mir bereits gesagt das es ihm hilft einfach mal kurz allein eine Runde zu drehen um sich ab zu reagieren. Auch hat er mir gesagt das es ihm hilft wenn ihn jemand in den Arm nimmt. Das tu ich natürlich gerne.Was therapie und konsorten angeht, die ADS diagnose erkennt er nicht ganz an sondern meint es sei ne Vermutung. Ärzte und Therapeuthen erkennt er meistens sowieso nicht an.Ich denke mir auch, dass man doch nicht einfach sagen kann es bringt ja alles nix und einfach aufgibt. Zumal er mir selbst die terminale Individualität erläutert hat, also das man denkt man sei so individuell, dass Lösungen die bei anderen helfen bei einem ja nicht helfen können, weil man ja eine einzigartige schneeflocke sei. Was natürlich nur eine illusion ist.Ich möchte ihn ungern zu Therapie oder Ärzten drängen und sehe die Medikamentöse behandlung bei psychischen Varianzen äusserst kritisch, würde mich aber sehr freuen wenn er wenigstens etwas versucht, also Verhaltenstherapie o.Ä. (NLP hat mir bei meinen Problemen auch sehr gut geholfen).Ihn irgendwie bevormunden oder bemuttern möchte ich auch nicht, wenn, dann möchte ich das mit ihm auf Augenhöhe angehen.Aber das ist wohl ein anderes Kapitel. Werd das heute mal ansprechen und schauen wie sich das entwickelt. Werde euch natürlich berichten.Nochmals vielen Dank und liebe Grüße
    Geändert von Isabaellchen (30.11.2012 um 17:09 Uhr)

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Tips für soziale Kontakte

    Das war leider nix.

    Safewords wurden als Blödsinn abgetan weil man dann ja auch einfach was sagen könne.
    Letztenendes bin ich drei mal um den Block gelaufen

    Weiss grad nicht was ich denken soll...
    Man kann es nicht aufhalten, oder?

  7. #7
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Tips für soziale Kontakte

    Kurz und knapp? ... du musst deine eigene Grenze finden! Wer keine Kompromisse eingehen will, wird's in Beziehungen immer schwer haben - hat nix mit ADHS zu tun!! Und wer dauernd Schein-Kompromisse eingeht, wird's auf Dauer eben so schwer haben - hat auch nix mit ADHS zu tun!!

    Ging es dir nach dem Um-den-Block-laufen gut? Nach dem 2. und 3. mal auch/immer noch? Möchtest du das die nächsten 40 Jahre so handhaben?

    Es geht ja nicht darum, was du denken sollst - was denkst du tatsächlich? Wie fühlt sich das an? Was möchtest du? Was möchtest du nicht?

    Liebe Grüße, habit

  8. #8
    cam


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 255

    AW: Tips für soziale Kontakte

    Ich kenn das Problem leider auch. Wenn ich in einer Diskussion emotional drin bin, kann ich andere schon mal ziemlich Platt machen. Ist mir beim ersten Treffen mit dem besten Freund meines Mannes passiert. Das ist ein ziemlich ruhiger, zurückhaltender Typ und ich hab ihn total überrollt. Im Nachhinein war mir das furchtbar peinlich. Ich merke meist im nachhinein, wenn ich anecke - oft sogar schon Sekunden später. Was mich in einer Diskussion ein bisschen runter holen kann, ist Körperkontakt. Also mein Mann nimmt mich in den Arm. Aber ohne das das vorwurfsvoll wirkt, einfach nur liebevoll. Oder, noch effektiver: Er bringt mir was zu essen! Das lenkt ab und beruhigt. Und nimmt meinen Hyperfokus aus der Diskussion heraus - zumindest funktioniert das oft. Und so merke ich recht schnell, dass die Diskussion sooo wichtig doch gar nicht ist. Außerdem habe ich gelernt, mich zu entschuldigen. So doof das klingt, aber ich hab mir angewöhnt, wenn ich merke, etwas hat geklemmt, das auch anzusprechen und direkt aus der Welt zu schaffen. Aber das war ein laaaanger Weg. Und es funktioniert bis heute nicht immer. Am Ende kann ich nur gucken, dass ich mich mit Personen umgebe, die Verständnis dafür haben, dass ich auch mal anders bin. Bei denen, die ich mir nicht aussuchen kann - Schwiegerfamilie zB - sage ich mir VOR jedem Treffen "ganz ruhig bleiben und dich nicht auf Diskussionen einlassen, die sind wie sie sind und du bist anders". Und wenn auf Parties Leute sind, die ich nicht leiden kann, versuche ich denen aus dem Weg zu gehen. Oder sogar meinem Mann vorher zu sagen "halt mich von denen weg. hilf mir, wenn ich mich da verzettel, hol mich da raus". Das macht ihn natürlich zu meinem Babysitter. Aber es gibt mir Sicherheit und funktioniert recht gut.

    All das kann aber am Ende nur funktionieren, wenn man bereit ist, an sich selber zu arbeiten.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Tips für soziale Kontakte

    Ging es dir nach dem Um-den-Block-laufen gut? Nach dem 2. und 3. mal auch/immer noch? Möchtest du das die nächsten 40 Jahre so handhaben?
    Nun die Sache ist etwas verzwickter.
    Nachdem 21 Leute wegen meinem Freund gestern aus einer Bar geworfen wurden, weil er unbedingt in der Bar am Tisch einen Joint bauen musste, gingen wir in eine andere Kneipe.
    Dort sagte ich ihm dann hey, lass uns doch jetzt nach hause fahren.
    Das störte ihn sehr in seiner Stimmung und er war empört darüber.
    Als ich ihm sagte das bereits einige sich beschweren und witze über die Sache machten ging es dann richtig los und es hörte für den Rest des Abends nicht mehr auf.
    Irgendwann wurde es mir zuviel mit der Empörung und ich machte eine Runde um den Block.
    Als ich wieder an kam wurde ich direkt von ihm empfangen, mit noch mehr Empörung, er machte sich wohl Sorgen.
    Da aber wieder nur Empörung und Empörung kam und das nicht aufhörte drehte ich direkt die zweite Runde.
    Wurde erneut von Empörung begrüsst und sowieso Empörung war alles was er mir entgegen brachte. Erst hatte ich ihm die Stimmung vermiest und jetzt ging ich auchnoch einfach weg.
    Ich legte dann noch kurz draussen eine Szene hin die er wutentbrannt verlies und ging noch schnell in den Spätkauf, danach wieder zurück in die Kneipe.
    Ja Alkohol war mit im Spiel.
    Dann hatte ich noch kurz ein paar lichte Momente und Spass mit anderen und dann ging es wieder los. Jedes mal wenn er zu mir kam. Nähe wollte er nicht.
    Irgendwann habe ich dann angefangen ihn zu ignorieren, also äusserlich, innerlich scheppert das trotzdem ganzschön.
    Es war sehr schade, da der Abend bis zu dem Rausschmiss eigentlich sehr lustig verlief und ich mich freute. Er auch.
    Ich dachte mir man soll aufhören wenns am schönsten ist und weil die Leute schon komisch redeten, dann lieber jetzt gehen, bevor die Stimmung kippt.
    Nun, offenbar war das schon zuviel.

    Nachdem ich ihn nun ignorierte war der Spass aber noch nicht vorbei.
    Irgendwann dachte ich mir das ich da weg muss und habe mich verabschiedet und wollte gehen.
    Am Eingang der Kneipe saß er dann auf dem Bodem.
    Ich reichte ihm meine Hand, er nahm sie, ich half ihm hoch und dann ging es wieder los. bis er sich empört umdrehte und in die Kneipe verschwand.
    Bin dann allein zum Bahnhof und war mir nichtmehr sicher ob ich überhaupt noch zu ihm wollte.
    Am Bahnhof traf ich ihn dann wieder. Wieder empörung und er ging einfach.
    WIr sind dann in getrennten Waggons zurück gefahren. Auf dem letzten Abschnitt haben wir uns dann doch zusammen ein Taxi genommen.
    Dann war es wohl überwunden.

    Ich hätte gerne noch mit den anderen bis in die frühen Morgenstunden einfach nur Spass gehabt.
    Sicherlich, auch hätte ich dies nicht gehabt, wären wir früher nach hause gefahren, dennoch, ohne meinen Freund wäre die Veranstaltung insgesamt einfacher für mich gewesen.

    All das kann aber am Ende nur funktionieren, wenn man bereit ist, an sich selber zu arbeiten.
    Wir haben das ganze ausdiskutiert und ich bin der Auffassung, das es für ihn unmöglich ist sich selbst eine gewisse Art Hauptschuld einzugestehen. Er sieht ja das er was falsch gemacht hat, ändern wird er das Verhalten aber nicht
    Er selbst sagt, das er viel zu oft die Schuld anderer auf sich genommen hätte, die alle nur dumm seien (er hat nen IQ von 137 und es klingt ein bisschen nach Absolution), und das nicht mehr macht. Offenbar zu 100%.
    Da dies jedoch ein in sich geschlossenes Argument ist, kann er da garnicht raus kommen. Würde er sich selbst die Hauptschuld an etwas geben, und diese Denkweise hinterfragen, würde er mit seinem Grundsatz brechen nichtmehr die Schuld auf sich zu nehmen, quasi die Schuld auf sich zu nehmen die er sich jedes mal aufgeladen hätte wenn er Unrecht gehabt hätte. während andere die jenigen sind die ihm Unrecht unterstellen, die aber eigentlich nur dumme Menschen sind und dagegen verteidigt er sich. Gegen die Macht der Dummen, von denen er sich nicht die Schuld zuweisen lässt.

    Wie gesagt, er meinte bereits das dies mit seiner Vergangenheit zusammen hinge und ich denke da liegt der Hund begraben.
    Es interessant zu beobachten wie er dann automatisch auf seine Eltern zu sprechen kam, die nach unser beider EInschätzung zu 90% die Hauptursache für psychische Probleme sind.

    Ich habe ihm nahelegen können, das es sinn macht zu versuchen an sich zu arbeiten da dieser Zustand der Empörung ja kein positives Gefühl ist und eben auch für allerlei Verwirrung sorgt.

    Dennoch, wenn er argumentiert, dann ist er durchaus im Recht. Natürlich kann man das so sehen, das ihn gestern als er besoffen war die anderen davon hätten abhalten sollen, dass die Kneipe sich da selbst ins Knie geschossen hat und das sowieso nur eine überbwertete gesellschaftliche Einschränkung ist, nicht öffentlich kiffen zu dürfen. Zumal dann ja auch alle wieder freudig mitrauchten. Keine Frage, arschige Tour, so sehr haben sich die Leute aber auch nicht über den Rausschmiss muckiert.
    Er sieht aber absolut nicht die emotionale Seite, das man zum Wohle der Versammlung auf derartig riskante Manöver verzichtet UND er sieht auch nicht ein, dass es immer in seiner Hand liegt so eine Aktion wie in der öffentlichkeit einen zu bauen, also volles Risiko zu gehen, zu vollziehen oder nicht.
    Davon spricht er sich schon fast frei und plädiert auf Unzurechnungsfähigkeit.

    Ich sehe noch ein zweites Problem in dem Drang siegen zu müssen, was ich aber als Nebeneffekt des Testosteron einschätze.
    Ich selbst bin Transgenital (also umgebaute TransFrau ) und weiss 1. wie schrecklich es ist aussen vor zu seien, 2. wie schlimm es ist keine Liebe zu bekommen, 3. wie abgef... unsere Gesellschaft ist und 4. welchen Einfluss Testosteron und Östrogene auf die Psyche haben ^^.
    Dahin gehend hat er schon sehr hohe moralische Werte, die ich eben auch an ihm schätze, auch wenn sich das jetzt auf das Siegen bezogen widersprüchlich anhört, was es aber eigentlich nicht ist.

    Ich möchte es gern verstehen. Auch wenn auch ich mal dampf ablassen muss, bin ich kein Typ Mensch der wegläuft.
    Ich mag den Menschen sehr, habe schon soviel schönes mit ihm gehabt und viel Liebe gelebt.
    Wenn wir zu zweit sind dann ist es sehr schön. Sobald andere hinzu kommen wirds meistens unmöglich.

    Beisse ich mir da die Zähne aus?
    Würde ihm sehr gerne helfen und hoffe das ich ihm den Gedanken, sich vielleicht doch mal hilfe zu suchen, heute im Gespräch mit ihm implantieren konnte.

    Meint ihr das bringt was?

  10. #10
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Tips für soziale Kontakte

    Hallo Isabaellchen,

    Nun die Sache ist etwas verzwickter.
    Nachdem 21 Leute wegen meinem Freund gestern aus einer Bar geworfen wurden, weil er unbedingt in der Bar am Tisch einen Joint bauen musste, gingen wir in eine andere Kneipe.
    Dort sagte ich ihm dann hey, lass uns doch jetzt nach hause fahren.
    Das störte ihn sehr in seiner Stimmung und er war empört darüber.
    Als ich ihm sagte das bereits einige sich beschweren und witze über die Sache machten ging es dann richtig los und es hörte für den Rest des Abends nicht mehr auf.
    Irgendwann wurde es mir zuviel mit der Empörung und ich machte eine Runde um den Block.
    ...
    es tut mir leid (das meine ich absolut ehrlich!!) ... ich musste an dieser Stelle austeigen, konnte nicht mehr weiter lesen ...

    ich hätte den guten Mann in oder vor der Bar sitzen lassen und ab dafür!! Nix da mit "hey, lass uns doch jetzt ..." ... er war "empört"?? Ich lese das und bekomme gerade ein "Nein-Gefühl" ...

    mal mit ganz wachem Verstand gefragt: wie kann es sich jemand erdreisten "empört" zu sein, wenn wegen ihm gerade zwei duzend Leuten der Abend versaut wurde???!!!

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